# Digimon Data Story - Episode VI - Kampf in den Bergen

Author: Claine-kun
Tags: Digimon, Fanfiction, German Language, M/M, No-Yiff, Story Series

#6 of Digimon Data Story

So, nach einiger Wartezeit komtm endlich die fertige Episode 6. Hier kommt auch die erste Shinka ins Spiel. Na ja, lasst euch Ã¼berraschen!  
  
Episode VI  
Kampf in den Bergen  
  
Yamazaki Juno  
  
Unsere weitere Reise auf dem Metallvogeldigimon verlief ereignislos, auÃŸer, dass sich Marc an Guilmon anschmiegte. In mir keimte ein Verdacht auf, aber es war zu frÃ¼h, um ihn Nanako mitzuteilen. Er hing damit zusammen, dass dieser Professor Sugigawa eine Bemerkung in entsprechende Richtung gemacht hatte. Ich sah kurz zu Nanako, die ebenfalls Marc-kun beobachtete. WÃ¼rde es stimmen, dass Marc-kun Guilmon liebte, hÃ¤tte ich nichts dagegen. Jeder brauchte jemanden, den er liebte und der ihn beistand. Aber ich wusste nicht, ob Nanako dies billigen wÃ¼rde. Obwohl wir ein wenig miteinander geredet hatten, wusste ich trotzdem nicht viel Ã¼ber sie.  
Das MÃ¤dchen, das uns gerettet hatte, blieb schweigsam und jede Unterhaltung mit ihr verlief auf dasselbe Schweigen wie die bisherigen Stunden hinaus. Seufzend sah ich mir Chop an, der seelenruhig in meinen Armen schlief. Er hatte vom Sturz ein paar Prellungen erlitten, nichts Ernsthaftes. Ich bemerkte, dass er mir jetzt schon viel bedeutete. Obwohl ich ihn erst seit drei Tagen kannte, mochte ich meinen Partner schon sehr. Als er mir damals auf den Schulhof das erste Mal begegnet war, war er mir gefolgt, bis ich ihn schlussendlich am Haus ertappt hatte. Er hatte behauptet, mein Digimon-Partner zu sein. Meine Skepsis war bald schon gewichen, als Marc-kun bei mir klingelte. Irgendwie hatte ich gespÃ¼rt, dass wir beide Erabareshi Kodomo waren, auserwÃ¤hlte Kinder. Aber nun merkte ich, dass es gar nicht so leicht war, auserwÃ¤hlt zu sein, wie es im Digimon-Anime die Rede war.  
Je weiter wir flogen, desto mehr verÃ¤nderte sich die Landschaft. Sie wurde felsiger und noch kahler als in der WÃ¼ste. In der Ferne konnte ich Berge ausmachen. Ein besonders groÃŸer sprang mir in das Auge und ich erinnerte mich unwillkÃ¼rlich an den Mount of Eternity, aus dem Digimon-Anime. Ob er es war? Etwas aufgeregt war ich schon, denn vielleicht wÃ¼rden wir den Berg betreten, wo einst Devimon gewesen war. Das Digimon, was versucht hatte, die Digital World mit Black Wheels zu Ã¼berrollen. Zum GlÃ¼ck hatten es damals die alten Erabareshi Kodomo geschafft, es zu besiegen. Aber ob es uns gelingen wÃ¼rde, unsere Feinde zu besiegen?  
Kaum hatte ich diesen Gedanken zu Ende gedacht, da landeten wir auch schon. Als ich mich umsah, konnte ich erkennen, dass wir auf flachen Boden gelandet waren, der in einigen Metern Entfernung steiler wurde. FelswÃ¤nde sah man dort, die sich rechts und links in die HÃ¶he reckten. Neben uns sah man eine HÃ¶hle im massiven Gestein. Ich steig von dem Metallvogel herunter und half dann Nanako-chan und Marc-kun herunter.  
Unsere Retterin sprang vom Kopf des Digimon herunter und ging sogleich, stumm und mit starrem Gesicht, auf die HÃ¶hle zu. Das Digimon digitierte auf den Child-Level zurÃ¼ck und folgte dann dem MÃ¤dchen. Es war Hawkmon nicht unÃ¤hnlich, hatte aber an einigen Stellen Metall statt Fleisch am KÃ¶rper. Verwundert folgten Marc-kun, Nanako-chan und ich dem MÃ¤dchen.  
In der HÃ¶hle war es etwas kÃ¤lter als drauÃŸen, aber auch nicht unangenehm. Die Temperatur befand sich an der Schwelle, wo es unangenehm wurde und wo man es noch ertrug. Der Boden war eben getreten. Anscheinend waren wir nicht die ersten, die hier Unterschlupf suchten. Es hingen sogar Fackelhalter an den WÃ¤nden, in einigen steckte das MÃ¤dchen jetzt Fackeln hinein und zÃ¼ndete sie an. Danach richtete sie ein Lagerfeuer ein, das einige Minuten spÃ¤ter munter knisterte.  
Das fremde MÃ¤dchen setzte sich auf einen Stein nahe dem Feuer und sah dann hinein. Sein Digimon kuschelte sich an es und sie legte einen Arm um seine Schultern. Wir standen etwas abseits daneben und sahen uns an. WÃ¼rde sie sich endlich mal vorstellen? Warum hatte sie uns gerettet? Dann hielt ich es nicht mehr aus und hockte mich auf den Boden neben sie. Offen sah ich das MÃ¤dchen an, aber sie sah nur weiter in die Flammen.  
â€žWarum hast du uns gerettet?", fragte ich und kam gleich zur Sache. â€žUnd wie ist dein Name?"  
Sie blickte mich an und legte die Arme wieder an den KÃ¶rper. In ihrem Blick war etwas, was mich zusammen fuhren lieÃŸ. Irgendetwas so Misstrauisches, Eisiges, war in diesem Blick. Sie musste eine Abneigung gegen andere Kinder in ihrem Alter haben. Oder auch vielleicht nur gegen uns? Aber wieso?  
â€žMeinen Namen willst du wissen?", sagte sie. Ihre Stimme war sehr dunkel und durchdringend. Sie fuhr einem regelrecht durch das Mark. Das MÃ¤dchen sah die anderen an. Sehr lange, als wÃ¼rde sie sie erst jetzt so richtig mustern kÃ¶nnen. â€žIch heiÃŸe Alisa.", fuhr sie fort, nachdem ihr Blick wieder auf mir ruhte.  
Sie stand abrupt auf und ging auf den Ausgang der HÃ¶hle zu. Kurz davor blieb sie stehen, legte die Hand auf den Stein und betrachtete diesen.  
â€žWarum ich euch gerettet habe... Nun, weil es mein Befehl war.", erzÃ¤hlte Alisa dann. â€žIch bin von dem DPC und hatte den Auftrag, ein paar nÃ¤rrische Kinder zurÃ¼ckzubringen, die sich zu weit in das Gebiet der DRU gewagt haben."  
Alisa drehte sich wieder um und hob ein Steinchen auf, was auf dem Boden lag.  
â€žDRU bedeutet Digital Research Unit. Mit ganzen Namen heiÃŸt diese Einheit auf japanisch â€šDigitale Forschungseinheit, seiner kaiserlichen MajestÃ¤t'.", berichtete sie und spielte mit dem Stein in der Hand. Dann warf sie ihn wieder weg. Ihr Gesichtsausdruck wurde hart.  
â€žNun, ich soll euch auf den schnellsten Weg wie mÃ¶glich wieder in die reale Welt bringen. Da es aber bald dunkel wird, solltet ihr euch schlafen legen."  
Alisa ging zu ihrem Rucksack und holte drei zusammengerollte SchlafsÃ¤cke heraus, die sie auf dem Boden ausbreitete. Dann deutete sie darauf.  
â€žNachher werden wir da drin schlafen.", meinte sie. â€žWir haben aber noch etwas Zeit, bis die Sonne untergeht. Solange kÃ¶nnt ihr ja die Gegend erkunden, die DRU ist noch nicht bis hierhin vorgedrungen."  
Ich nickte und sah zu Chop, der sich mÃ¼de gegen die Wand gelehnt hatte. Auch ich spÃ¼rte jetzt MÃ¼digkeit. Eine wohltuende MÃ¼digkeit, nicht wie die im Lager, die bleiern gewesen war. Diese Art von MÃ¼digkeit lieÃŸ einen morgens die Augen verkleben und verschwand nicht so schnell wie die, die ich jetzt verspÃ¼rte.  
Seufzend lieÃŸ ich mich nieder und rollte mich in den Schlafsack, um zu schlafen. Meine Kleidung behielt ich an. Wir wÃ¼rden wahrscheinlich am nÃ¤chsten Morgen sehr frÃ¼h raus mÃ¼ssen und ich hatte keine Lust, mich auch noch bei diesem Stress dann anzuziehen. Ich schloss die Augen und schlief dann ein.  
  

&nbsp; Marc Scott  
  
Ich betrachtete den schlafenden Yamazaki und setzte mich dann an eine der WÃ¤nde, den RÃ¼cken dagegen gelehnt. Der Tag war anstrengend gewesen, nicht zuletzt wegen der Sorge, die ich ausgestanden hatte, als Guilmon gefesselt gewesen war. In mir baute sich Wut auf, Wut auf diesen Sugigawa, der es gewagt hatte, Guilmon zu verletzten. Guilmon kam zu mir und lehnte sich neben mir an die Wand. Er sah mich an, in seinem Blick lag Traurigkeit. Ich konnte die Wunden sehen, die die Peitsche verursacht hatte. Meine Wut wurde nur noch grÃ¶ÃŸer. Warum taten diese Leute so was? Was wollten sie mit den Daten machen, die sie absorbierten?  
â€žMarc-chan?", sagte Guilmon und ich sah ihn an. â€žWas werden wir machen? Werden wir dieses... DRU, oder wie es heiÃŸt, jagen?"  
Ich streichelte Guilmon am Kopf und lÃ¤chelte traurig.  
â€žDas wÃ¼rde ich gerne, Guilmon...", murmelte ich. â€žZu gern wÃ¼rde ich das." Ich wollte diesem Sugigawa spÃ¼ren lassen, wie es war, ausgepeitscht zu werden. Ihn spÃ¼ren lassen, was Guilmon gespÃ¼rt hatte, diesen Schmerz und diese DemÃ¼tigung. Doch ich sah auch ein, dass es im Moment kaum mÃ¶glich sein konnte. Unsere Digimon konnten es ja wohl kaum mit hunderten von Soldaten aufnehmen, von den Digimon ganz zu schweigen. Das Tailmon, was ich gesehen hatte, war bestimmt nicht das einzige Digimon, was diesen Leuten freiwillig diente. Guilmon konnte ja noch nicht mal eine Shinka vollziehen, also war es schlichtweg erst einmal unmÃ¶glich, etwas gegen Sugigawa zu unternehmen.  
Guilmon stupste mich mit der Schnauze an und ich blickte ihn wieder direkt an.  
â€žWorÃ¼ber denkst du nach?", fragte er. â€žWas bedrÃ¼ckt dich?"  
Ich seufzte und stand auf.  
â€žSugigawa, Guilmon. Der beschÃ¤ftigt mich und was er dir angetan hat.", sagte ich mit einer Stimme, die meine Wut nur unterschwellig ausdrÃ¼ckte.  
Guilmon richtete sich ebenfalls auf und sah mich besorgt an.  
â€žBitte komm nicht auf dumme Gedanken.", sagte er vorsichtig.  
Ich lachte. â€žDenkst du etwa, dass ich mich Ã¼ber Nacht mit einer Horde von intoleranten und schieÃŸwÃ¼tigen Soldaten auseinandersetze?", meinte ich sarkastisch.  
Guilmon nickte ernst und ich schlug die Augen nieder.  
â€žDas habe ich gedacht, Marc-chan.", bekrÃ¤ftigte Guilmon. â€žIch will... dich nicht verlieren."  
Ich Ã¶ffnete wieder die Augen und sah in Guilmon seine. Diese WÃ¤rme... Die wÃ¼rde ich nie vergessen. â€žIch will dich ja auch nicht verlieren. Du bist fÃ¼r mich alles, Guilmon."  
Guilmon lÃ¤chelte und deutete dann auf den Ausgang der HÃ¶hle.  
â€žWas hÃ¤ltst du davon, wenn wir die Gegend ein wenig erkunden?", fragte er und ging ein StÃ¼ck auf das schwache Licht zu, was in die HÃ¶hle drang.  
Ich zuckte mit den Schultern und sah die anderen an. Yamazaki schlief, Nanako hatte sich in eine Ecke gesetzt und Mo im Arm. Alisa starrte nachdenklich in das Feuer, was ihrer Haut einen Hauch von Gold verlieh. Ihr Digimon, dessen Namen ich immer noch nicht kannte, fiel mir ein, stand neben ihr und beobachtete die Gegend aufmerksam.  
â€žGut.", meinte ich und ging mit Guilmon aus der HÃ¶hle. â€žWir sollten aber vor Einbruch der Dunkelheit wieder in der HÃ¶hle sein."  
â€žSicher.", sagte Guilmon. â€žWir wollen unserer Befreiern ja keinen Ã„rger machen, oder?"  
Grinsend schaute ich mich drauÃŸen um. Die Landschaft war kahl und bot wenig Abwechslung. Einige laublose BÃ¤ume standen herum, sowie BÃ¼sche, ebenso wie die BÃ¤ume. Die Steine waren alle von grauer Farbe und manche verschmolzen geradezu mit dem Erdboden. Als ich nach oben sah, konnte ich zwischen den beiden Felsmauern, die den Eingang zur Landschaft des Mount of Eternity bildeten, den Berg selber sehen. Er war riesig und ragte sicherlich viele hundert Meter in den Himmel hinein. Was es da wohl fÃ¼r Digimon gab? Hoffentlich keine, die uns an den Kragen wollten.  
Guilmon stupste mich mit der Nase an und ich ging weiter, auf die FelswÃ¤nde zu. Das Licht wÃ¼rde sicherlich noch fÃ¼r einige Stunden reichen und ich wollte das GelÃ¤nde noch ein wenig erforschen. Alisa wÃ¼rde also keine Beanstandung finden, wenn ich ein wenig spÃ¤ter zurÃ¼ck kÃ¤me.  
Die Vegetation und die Landschaft worden nicht abwechslungsreicher, je weiter wir zum Gipfel vordrangen. Es dauerte nicht lange und meine Augen suchten nach GrÃ¼n, frisches Laub und Abwechslung. Auf Digimon trafen wir auch nicht, was ich aber nicht bedauerte. Ich wusste ja nicht, ob sie uns feindlich gesonnen waren oder nicht. Guilmon lief munter hinter mir her und zeigte keinerlei Anzeichen von MÃ¼digkeit. Er schien eher mit jedem Meter, den wir hinauf stiegen, frÃ¶hlicher und ausgelassener zu werden.  
â€žWieso macht es dir eigentlich nicht zu schaffen?", fragte ich ihn. Er sah mich verwundert an. Wahrscheinlich wusste er nicht, was ich meinte.  
â€žWas meinst du denn?", fragte er verwundert.  
Ich machte eine weit ausholende Geste, die den Berg einbezog â€žIch meine das Laufen auf den Boden hier und die Trostlosigkeit."  
Guilmon lachte. â€žWieso sollte es?", entgegnete er. â€žIch komme aus den Bergen und liebe sie. Sie sind meine Heimat."  
Ich hatte ganz vergessen, dass Guilmon ein Feuerdigimon war und so Berge, Vulkane und anderes, was nur im Entferntesten mit Feuer zu tun hatte, sehr liebte. Seufzend strich ich ihm Ã¼ber den Kopf. Guilmon entgegnete das mit einem warmen Blick und LÃ¤cheln.  
Bald schon wurde es danach so dunkel, dass man kaum seine Hand vor Augen sehen konnte. Deswegen entschied ich, dass wir zurÃ¼ckgehen sollten. Es wÃ¤re gefÃ¤hrlich, noch weiter in den Bergen herumzutappen. Man wusste ja nicht, was einen in der Dunkelheit umgab. Ich mochte es nicht sonderlich, in der SchwÃ¤rze zu laufen. Unsicher fÃ¼hlte ich mich da und gar nicht wohl.  
â€žGehen wir zurÃ¼ck.", sagte ich zu Guilmon, der ein StÃ¼ck hinter mir lief. â€žBei der Dunkelheit sieht man kaum was."  
â€žJa, ist besser so.", bestÃ¤tigte dieser meinen Vorschlag.  
Gerade, als wir uns umdrehten, erklang ein BrÃ¼llen von solch einer Macht, dass Guilmon und ich zusammen fuhren. In dem GerÃ¤usch schien aber auch etwas insektenhaften zu sein, ein Schnattern wie von aufeinander schlagenden Beisswerkzeugen. Dann kam auch schon das Digimon, zu dem diese GerÃ¤usche gehÃ¶rten.  
Ich spÃ¼rte einen Lufthauch und warf mich Ã¼ber Guilmon, um ihn zu schÃ¼tzen. Dieser stieÃŸ einen Ã¼berraschten Ruf aus, als er nieder geworfen wurde. Ich konnte aber in der Dunkelheit erkennen, dass sich seine Augen zu Schlitzen verengten.  
â€žGeh von mir runter, Marc-chan!", flÃ¼sterte Guilmon leise und ich folgte dieser Aufforderung. â€žIch werde dich beschÃ¼tzen."  
Ã„ngstlich aber auch krank vor Sorge drehte ich mich um und sah das Digimon, welches uns angriff. Es machte gerade kehrt und landete dann. In der Dunkelheit konnte ich nicht sehr viel sehen, aber es schien vollkommen weiÃŸ zu sein. Seine FlÃ¼gel waren unfÃ¶rmig und sie passten irgendwie nicht ganz an den KÃ¶rper, denn sie standen ab. Der Kopf war eckig und die Greifer, die aus seinem viereckigen Maul ragten, waren sehr spitz. Unangenehm musste ich mir vorstellen, wie es wÃ¤re, wenn sie sich in meinen KÃ¶rper bohrten.  
Da erschien ein Licht, das vor mir in der Luft schwebte. Es war hell, sodass ich meine Augen kurz zusammen kneifen musste. Kurz darauf erschien ein zweites Licht. Sei schwebten einen Moment in der Luft, dann kamen sie auf mich zu und legten sich in meine HÃ¤nde. VerblÃ¼fft starrte ich auf ein GerÃ¤t und einen Kartenstapel, als die Lichter sich verdunkelten. Das GerÃ¤t Ã¤hnelte einem Handy, besaÃŸ aber einen kleinen Bildschirm, darunter vier KnÃ¶pfe und ein Steuerkreuz. An der Seite war ein Schlitz. Farblich war es leuchtend rot, die Farbe stach einem in die Augen.  
Guilmon sah mich an und deutete auf den Kartenstapel.  
â€žDas ist ein DigiVice, Marc-chan.", sagte Guilmon. â€žWenn du eine der Karten da durch den Schlitz ziehst, kannst du mich verbessern und mir damit helfen."  
Verwirrt starrte ich nur meinen Digimon-Partner an. Dieser seufzte, doch da wurde er schon angegriffen. Ich stieÃŸ einen Warnschrei aus und gerade eben noch konnte Guilmon ausweichen. Er sprang zur Seite und verpasste dem unfÃ¶rmigen Insekt einen Schlag mit den Klauen.  
Auf einmal piepte das DigiVice auf und ein Hologramm erschien Ã¼ber dem Bildschirm. Ich schrak kurz zusammen, dann las ich vor.  
â€žMetalKabuterimon â€" Level: Adult â€" Metallinsektendigimon â€" Typus: Virus â€" Hauptattacke: Metal Grasp â€" Nebenattacke: Metallic Sheararms."  
Anscheinend besaÃŸ das GerÃ¤t so etwas wie eine Datenbank Ã¼ber Digimon und sie wurde wohl aufgerufen, wenn einem ein neues Digimon begegnete. Probeweise drÃ¼ckte ich einen der KnÃ¶pfe und ein anderes Digimon erschien auf dem Hologramm.  
â€žGuilmon â€" Level: Child â€" Dinosaurierdigimon â€" Typus: Virus â€" Hauptattacke: Fireball â€" Erste Nebenattacke: Rock Breaker â€" Zweite Nebenattacke: Fire Rock Breaker."  
Also konnte man auch Digimon aufrufen, denen man schon begegnet war? Recht nÃ¼tzlich.  
â€žMarc-chan, tu' doch was!", rief da Guilmon und ich bekam ein schlechtes Gewissen. Ich hÃ¤tte doch nicht nur auf das DigiVice achten sollen! Ich sah auf und sah, wie Guilmon wieder und wieder den zuschnappenden FÃ¤ngen von MetalKabuterimon auswich. Mit einem schlechten Gewissen durchsuchte ich das Deck nach einer Karte, die Guilmon helfen konnte. Dann fand ich eine, die viel versprechend klang. Ich hob das DigiVice Ã¼ber den Kopf und zog die Karte durch den Schlitz.  
â€žCard Shlash!", rief ich dabei. â€žStrength-show PlugIn H!"  
Guilmons Muskeln traten hervor und seine Augen blitzen auf. Er sprang zurÃ¼ck und rannte dann auf den Gegner zu. Das Insektendigimon stieÃŸ ein rasselndes GerÃ¤usch aus und wollte im letzten Moment ausweichen, aber Guilmon schlug zu. Dank der verbesserten Muskeln war es ein fÃ¼rchterlicher Schlag und das Gegnerdigimon wurde nach hinten geschleudert. Doch der Kampf war lange nicht vorbei und die Karte wirkte nicht mehr. Guilmon Ã¼berkam eine plÃ¶tzliche SchwÃ¤che und er fiel nach vorne, wo er sich abstÃ¼tzte.  
Auf solch einen Moment hatte MetalKabuterimon gewartet. Es stieÃŸ ein GerÃ¤usch aus, das ein Lachen darstellen sollte und schoss dann vorwÃ¤rts. Guilmon schrie auf und wurde dann von den Scherenarmen gepackt. Er wurde nach oben gehoben und ich schrie erschrocken auf. Dann donnerte MetalKabuterimon Guilmon brutal auf den Boden, dass ich glaubte, Knochen knacken zu hÃ¶ren. Mit einem Schluchzen wollte ich zu ihm stÃ¼rmen, aber der Feind stellte sich zwischen uns. Es klapperte bedrohlich mit den FÃ¤ngen, sodass ich stehen blieb. Angstvoll sah ich hinter seinem RÃ¼cken zu dem auf dem Boden liegenden Guilmon, als es mich auch schon angriff. Ich wurde ebenfalls hochgehoben. Mit einem ersticken Schrei wollte ich verzweifelt nach dem DigiVice greifen, doch meine Arme waren zwischen den Scherenarmen eingequetscht.  
â€žGuilmon...", keuchte ich vor Schmerzen. â€žNein... hilf... mir..."  
Als ich das letzte Wort ausgesprochen hatte, sah ich aus den Augenwinkeln ein Leuchten an meinem GÃ¼rtel. Es war das DigiVice, was Licht ausstrÃ¶mte. Ein Lichtstrahl kam aus dem GerÃ¤t und traf Guilmon, was ebenfalls davon in Licht getaucht wurde. Es schien so hell, dass ich die Augen zukniff. Dann hÃ¶rte ich einen Ruf, der von Guilmon kam.  
â€žGuilmon! â€" Shinka! â€" DracoGrowmon!"  
Als ich die Augen wieder Ã¶ffnete, sah ich statt Guilmon ein anderes Digimon vor mir stehen. Seine Schuppen waren im Gegensatz zu denen von Guilmon weiÃŸ und nicht rot. Es war nun deutlich grÃ¶ÃŸer, hatte Haar, das silbern seinen RÃ¼cken hinunterfloss. An den Ellbogen besaÃŸ DracoGrowmon schreckliche, lange FortsÃ¤tze, die spitz endeten. Zudem schien es FlÃ¼gel auf dem RÃ¼cken zu haben, die aber nicht ausgebildet schienen. Mein DigiVice stieÃŸ wieder ein Hologramm aus, aber dieses Mal so hoch, dass ich es lesen konnte.  
â€žDracoGrowmon â€" Level: Adult â€" GroÃŸes Dinosaurierdrachendigimon â€" Typus: Serum â€" Hauptattacke: Dragon Ray of Light â€" Erste Nebenattacke: Dragon Impact - Zweite Nebenattacke: Light Impact."  
ZedGrowmon richtete sich zu seiner vollen GrÃ¶ÃŸe auf und funkelte MetalKabuterimon an. Dieser lieÃŸ mich nun fallen, sodass ich schwer auf den Boden aufkam. Aber ich ignorierte den Schmerz und sprang nach hinten, aus der Reichweite der beiden.  
MetalKabuterimon wich noch ein StÃ¼ck vor dem riesigen Digimon zurÃ¼ck, dieses beugte sich kurz zu mir hinunter und musterte mich besorgt.  
â€žGeht es dir gut, Marc-chan?", fragte er. Seine Stimme war sehr tief und Ã¼berhaupt nicht mehr mit der von Guilmon zu vergleichen.  
â€žJa... geht schon...", murmelte ich und schaute zwischen ihm und dem Gegner ihn und her. DracoGrowmon lÃ¤chelte erleichtert, dann wandte er sich wieder seine, Gegner zu. â€žDann wollen wir mal!"  
MetalKabuterimon klapperte mit den Scherenaremen und schoss dann nach vorn. Mein Digimon aber hob die Arme und presste sie gegen die Seiten des Insekts. Dieses stieÃŸ ein Ã¤rgerliches GerÃ¤usch aus, das sich in Schmerzensgeheul verwandelte, als DracoGrowmon zudrÃ¼ckte. Die Arme drÃ¼ckten den KÃ¶rper des Metalldigimons ein, sodass Beulen darin entstanden. Das Geheul wurde mit jeder Sekunde schriller, bis es ganz aufhÃ¶rte und der Gegner sich auflÃ¶ste. DracoGrowmon seufzte erleichtert und verwandelte sich dann wieder in Guilmon zurÃ¼ck.  
Guilmon sah sich nach mir um. Ich hatte die HÃ¤nde auf den Boden gestÃ¼tzt und keuchte.  
â€žDu... hast es besiegt!", brachte ich dennoch freudig hervor. Guilmon lÃ¤chelte und kÃ¼sste mich auf die Wange. Ich strich ihm Ã¼ber den Kopf.  
Nachdem wir uns einige Minuten ausgeruht hatten, machten wir uns auf den RÃ¼ckweg. Inzwischen war es dunkel geworden, aber mit meinem DigiVice konnte ich trotzdem sehen, denn es hatte eine Taschenlampen-Funktion. Ich hatte nicht mehr auf die Landschaft, nur noch auf das Licht und meinem Freund Guilmon, der neben mir her trottete. Guilmon hatte seine erste Shinka vollzogen, dieser Gedanke kreiste mir immer und immer wieder durch den Kopf. Etwas stolz war ich schon als Tamer, aber mehr als Liebhaber. Wahrscheinlich war es Guilmon durch unsere Verbindung so schnell gelungen, zu digitieren.  
Die restliche Zeit zog sich dahin, bevor wir wieder an der HÃ¶hle ankamen. Im Grunde waren es wohl nur noch zehn Minuten gewesen, mir aber kamen sie wie zehn Stunden vor.  
Inzwischen war es sehr dunkel geworden, sodass man wirklich kaum mehr die Hand vor Augen sah. Aus der HÃ¶hle drang ein schwaches, gelbes Licht, das Feuer, welches wohl noch brannte. Ich seufzte erleichtert und betrat die HÃ¶hle wieder. Sofort kam Alisa auf mich zu gerannt und mir eine pfefferte. Zuerst sah ich nichts als Sterne, dann hÃ¶rte ich, wie sie mich anschrie.  
â€žWo warst du?", schrie sie mit einer Stimme, die hysterisch war und sehr hoch. â€žDu hÃ¤ttest verletzt werden kÃ¶nnen, oder sogar tot!"  
Ich wankte und stÃ¼tzte mich an der Wand der HÃ¶hle ab. â€žWieso.... hast du mich geschlagen....?", fragte ich perplex und sah Guilmon an, der knurrend sich Alisa nÃ¤herte.  
â€žWieso ich dich geschlagen habe?", antwortete diese daraufhin ernst. â€žWeil ich mir Sorgen um dich gemacht habe!"  
Noch immer verwirrt ging ich an dem MÃ¤dchen vorbei und legte mich auf eine Matte, die nahe dem Feuer lag. Alisa drehte sich um und sah demonstrativ auf mich hinunter. â€žDu hÃ¤ttest nicht einfach so verschwinden dÃ¼rfen.", meinte sie nun etwas ruhiger. â€žIch habe den Auftrag bekommen, auf euch aufzupassen und euch sicher nach Hause zu geleiten. Und das habe ich auch vor."  
Sie ging ein StÃ¼ck auf mich zu und kniete sich dann zu mir hinab.  
â€žSieh mal. Es wÃ¼rde bestimmt deine Eltern sehr traurig machen, wenn du nicht zurÃ¼ckkÃ¤mst."  
Ich schÃ¼ttelte nur mÃ¼de den Kopf und sah das Bild meiner beiden Eltern aufblitzen, wie sie miteinander redeten. Und sie redeten nicht Ã¼ber mich... â€žNein, meine Eltern machen sich keine Sorgen um mich.", sagte ich geistesabwesend. Sie stritten nur noch und machten mich und meine kleine Schwester Emily sehr traurig damit. Dass ich verschwunden war, wÃ¼rden sie erst gar nicht realisieren. Es wÃ¤re ihnen im Grunde sowieso ganz egal. Aber ich musste an meinen Freund Yamazaki denken. Dem ging es ja noch schlechter als mir. Also konnte ich mich eigentlich gar nicht beschweren...  
â€žDoch, deine Eltern werden sich sicher Sorgen machen.", bekrÃ¤ftigte Alisa ihre Worte. Aber irgendwie hatte sie damit einen selbstironischen Ausdruck in den Augen. Was das wohl bedeutete? â€žEs gibt... keine Eltern, die sich keine Sorgen um ihre Kinder machen."  
Dann stand sie wieder auf und drehte sich zum Feuer. â€žWir werden morgen frÃ¼h los mÃ¼ssen.", sagte sie und sah ihr Digimon an. â€žMorgen werden wir zu einer Digital Gate Base fliegen und euch nach Hause birngen."  
Dann ging sie zu einer der anderen Matten, legte sich ebenfalls schlafen und schloss die Augen. Seufzend kam Guilmon zu mir und legte sich neben mich. Ich strich ihm Ã¼ber die Flanke und gab ihm einen Kuss auf die Wange.  
â€žWir sollten auch schlafen, Guilmon.", meinte ich, welcher mich warm ansah. â€žMorgen wird ein anstrengender Tag."  
â€žJa, Marc-chan.", antworte dieser und kuschelte sich eng an mich, um mit mir seine ganze WÃ¤rme zu teilen. Es trat gut, wenn sich jemand an einen schmiegte. Wohlbehagen und GlÃ¼ck machten sich in mir breit. GefÃ¼hle, die ich nie mehr vermissen wollte. Ich wollte nur noch mit meinem Freund zusammen sein. Ihn spÃ¼ren und fÃ¼r ihn dar sein.  
Mit diesen Gedanken fielen mir die Augen zu und ich schlief ein...  
  

&nbsp; So, wie immer wÃ¼rde ich mich auf Kommentare freuen ^^.

Source: https://sofurry.com/s/Oe5NpqOm
Part of the series Digimon Data Story
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