# Part 1 - KÃ¤lte

Author: Hazgal
Tags: Depression, German Language, No-Yiff, Wolf

Nun, ich habe schon einige Geschichten geschrieben doch nie eine hier in Yiffstar eingestellt, weil ich die QualitÃ¤t meiner Geschichten immer als zu schlecht fÃ¼r diese Plattform empfunden habe.  
Wir hÃ¤tten hier den Anfang einer Story-Series sofern ihr mehr hÃ¶ren wollt. Da richte ich mich ganz nach euch. Gebt eure Wertung ehrlich ab!  
Ich habe noch nicht sehr viel geschrieben, da ich erstmal ein paar Resonanzen haben will, bevor ich mich richtig hineinstÃ¼rze. Mag sein, dass ihr die einen oder anderen Zeichensetzungs oder Grammatik Fehler findet aber ich hoffe das werdet ihr nicht.  
  
Also Viel SpaÃŸ beim lesen.  
  
Achja: Das Copyright dieser Geschichte und den beinhaltenden CharaktÃ¤ren liegt allein bei mir.  
Wer diese Geschichte irgendwo anderes zur schau stellen mÃ¶chte oder Charaktere verwenden mÃ¶chte der wendet sich doch bitte an mich.  
  
\*wuff\*  

* * *
Pawstepps in the snow - Part 1  
  
Der schwarz gekleidete Grauwolf stand vor der Kommode neben der EingangstÃ¼r. Das Holzhaus war allgemein dunkel gehalten und so konnte man sein Spiegelbild, im Spiegel an der Wand, nur im Zwielicht betrachten. Der Wolf griff in das kleine SchlÃ¼sselkÃ¶rbchen, welches auf der Kommode stand und kramte den HaustÃ¼rschlÃ¼ssel heraus. Er steckte ihn in die Innentasche seines schwarzen Filzmantels. Sein Gesicht sah im Spiegel wohl noch viel trostloser aus, als in Wirklichkeit.  
  

&nbsp; Mit einem verÃ¤chtlichen Schnauben Ã¼ber sich selbst wandte er sich zur dunklen EichenholztÃ¼r und drÃ¼ckte die Klinke hinunter.  
  
Gerade als er durch die TÃ¼r nach drauÃŸen verschwinden wollte, rief sein Onkel aus dem Wohnzimmer, dass er kurz warten solle.  
  
  
  
Einen Moment spÃ¤ter trat sein Onkel aus der ersten TÃ¼r links, von der EingangstÃ¼r aus gesehen.  
  
Sein Onkel stand da, im Bademantel mit einem Becher Kaffee in der Pfote, das schwarz-graue Fell noch vom Schlaf zerzaust. Schlaftrunken fragte er: â€žMorgen, Mico, schon so frÃ¼h auf?"  
  
Mico nickte nur. Mit seiner linken Pfote kramte der Onkel ein PÃ¤ckchen Zigaretten aus seiner Bademanteltasche. Er grinste Mico an und schÃ¼ttelte es. Es war deutlich zu hÃ¶ren, dass sich in der Pappschachtel nicht mehr als zwei Zigaretten befanden. â€žIch weiÃŸ, dass du sowieso Zigaretten holst...also bring mir bitte die Blauen, ja?" Mico nickte nur wieder und bestÃ¤tigte die Bitte seines Onkels mit einem: â€ž..sicher..".  
  
â€žWunderbar, danke sehr!" , Micos Onkel war sichtlich froh darÃ¼ber sich mit dem Anziehen noch etwas Zeit lassen zu kÃ¶nnen, â€žWÃ¤hrend du weg bist, kann ich uns derweil ja schon mal FrÃ¼hstÃ¼ck machen." Mico nickte und verschwand durch die TÃ¼r nach drauÃŸen.  
  

&nbsp; DrauÃŸen bemerkte Mico, dass es gefroren hatte. Allerdings war es auch erst ca. 8 Uhr morgens. Hier in den Bergen konnte es zu dieser Jahreszeit gegen Mittag allerdings noch einmal richtig warm werden.  
  
  
  
Das Haus stand auf einem kleinen Berg. Einen Kilometer bergab befand sich eine kleine Stadt, in der man fast alles fand was man brauchte.  
  
Mico liebte diese ruhige Bergidylle in der er nun seinen festen Wohnsitz hatte. Dennoch wÃ¤re er lieber unter anderen UmstÃ¤nden hier her gezogen. Seinen Vater kannte er nicht, nur seine Mutter war immer fÃ¼r ihn da, sie verstarb vor einem Monat. Jetzt musste der achtzehn jÃ¤hrige bei dem Bruder seiner Mutter leben. Er hatte seinen Onkel sehr gerne, doch wÃ¼rde Mico lieber alleine wohnen, da er seinen Onkel nicht zur Last fallen wollte.  
  
In den dicken Filzmantel gewickelt und in einer schwarzen Zimmermannshose trottete er langsam den Berg hinunter in die verschlafene Stadt.  
  
  
  
Auf dem Weg dorthin kam er an einigen WÃ¤ldchen vorbei und an einem Kornfeld, auf dem im Sommer krÃ¤ftige Ã„hren gediehen und in dem er sich als Kind immer versteckte.  
  

&nbsp; Sein Abitur hatte gerade so geschafft. Er hÃ¤tte eigentlich studieren wollen, doch nach dem Tod seiner Mutter hatte er keine Motivation mehr.  
  
  
  
Nach gut 10Minuten erreichte Mico das Tal und somit die kleine Stadt, die um die Uhrzeit an einem Samstagmorgen wie ausgestorben erschien.  
  
Das StÃ¤dtchen war gespickt von einigen FachwerkhÃ¤usern und alten Steinbauten. Er war ein kleiner Nostalgiker und so hatte er es immer genossen in den Ferien in dem alten StÃ¤dtchen umher zu wandern. Jetzt war es ihm ziemlich egal.  
  
  
  
Am Ortsrand befand sich ein kleiner Supermarkt, der alles anbot was ein einfacher Bergbewohner so brauchte Lebensmittel, Alkohol, Zigaretten und Hygieneartikel.  
  
Mico erreichte die historische Stadtmauer aus rotem Sandstein.  
  
Der Wolf trat durch das alte Tor, die groÃŸe SchwingtÃ¼r war wohl schon seit Jahrhunderten nicht mehr in ihren Angeln. Und so konnte man nur, beim durchschreiten des Torbogens, erahnen wie massiv diese TÃ¼ren gewesen sein mussten.  
  
Vom Stadtportal aus war es nicht mehr weit bis zum kleinen LÃ¤dchen. Er bog in eine Gasse ein, die von mehreren FachwerkhÃ¤usern flankiert wurde.  
  

&nbsp; Vor einigen Jahren versuchte ein Diskounter sich in der Stadt zu etablieren doch nach wenigen Monaten musste er wieder schlieÃŸen, da sich die alten Familienbetriebe zusammenschlossen und nach mehreren Versuchen die SchlieÃŸung beim Rathaus erzwangen.  
  
  
  
Hinter der besagten Gasse lag ein gepflasterter Platz mit einem Brunnen in der Mitte. Umringt wurde der Platz mit VerwaltungsgebÃ¤uden und ein paar EinzelhÃ¤ndlern. Unter ihnen befand sich Micos Ziel.  
  
Mico ging schnellen Schrittes Ã¼ber den Platz auf ein geziegeltes GebÃ¤ude zu, dessen Erdgeschoss den kleinen Supermarkt beherbergte.  
  
Ohne Umwege ging er gezielt zur Kasse. Hinter dieser stand ein stÃ¤mmiger Schneeleopard, Mitte dreiÃŸig. Dieser grÃ¼ÃŸte Mico: â€žGuten Morgen, was kann ich fÃ¼r sie tun?"  
  
Der Wolf zeigte auf das Zigarettenregal und antwortete: â€žEin PÃ¤ckchen Grey Wolves und ein PÃ¤ckchen Luzia blau, bitte."  
  
WÃ¤hrend der krÃ¤ftige Schneeleopard sich die wenigen Meter bis zum ZigarettenstÃ¤nder hin kÃ¤mpfte, blickte sich Mico um.  
  

&nbsp; Im hinteren Bereich war ein Angestellter mit Bierkisten zugange. Auch ein Schneeleopard, nur sehr viel jÃ¼nger. Vermutlich der Sohn des Ladenbesitzers. Die relativ zierliche Gestalt hatte anscheinend MÃ¼he und Not die Kisten zu stapeln.  
  
â€žBitte sehr!" die tiefe Stimme lieÃŸ Mico ein wenig zusammenzucken, die hinter ihm ertÃ¶nte.  
  
Der Wolf drehte sich wieder zur Kasse. Auf dem Tresen lagen die beiden Zigarettenschachteln.  
  
â€ž5,80 bekomme ich von ihnen."  
Mico kramte seinen Geldbeutel hervor. Er hielt kurz inne und Ã¼berlegte. â€žMoment, es kommt noch etwas dazu." Sagte er und ging zielstrebig in den hinteren Teil des Ladens.  
  
Mico ging an dem jungen SchneeleopardenmÃ¤nnchen vorbei und konnte einen kurzen Blick auf ihn erhaschen.  
  
  
  
Der Schneeleopard schien um ein paar Jahre jÃ¼nger als Mico. Er war etwas kleiner als der Wolf und trug ebenso dunkle Klamotten, abgesehen von der weiÃŸen ArbeitsschÃ¼rze, die er sich um die HÃ¼fte gebunden hatte.  
  
Die Katze schenkte Mico ein warmes lÃ¤cheln, welches ihn irgendwie angenehm er schaudern lieÃŸ, doch der sture Wolf lieÃŸ sich nichts anmerken. Er marschierte zielstrebig auf eines der hinteren Regale des GetrÃ¤nkeabteils zu.  
  

&nbsp; Er zÃ¶gerte einen Moment. Er war sich unsicher. Doch er ignorierte die Warnungen seines Unterbewusstseins. Es war nicht das erste Mal. Seine Pfote griff nach einer Flasche hochprozentigem Alkohol.  
  
Als ob er sich von tadelnden Blicken beobachtet fÃ¼hlen wÃ¼rde versteckte er die Flasche unauffÃ¤llig hinter seinem Mantel. Schnellen Schrittes ging er wieder zur Kasse, am Schneeleoparden vorbei, der ihn offensichtlich beobachtet hatte und nun eine ernstere Miene aufgesetzt hatte. Dieser Blick traf Mico ein wenig. Was tat er denn da nur?  
  
Der Wolf stellte die Flasche auf den Tresen â€žDas hier noch." Der Ladenbesitzer verdrehte die Augen und lieÃŸ das LesegerÃ¤t Ã¼ber das Etikett der Flasche gleiten. â€žMacht dann 11,80"  
  
Mico legte die Summe passend auf den Tresen und verschwand wortlos aus dem Laden. Er steckte sich die Flasche in die Innentasche seines Mantels.  
  
Beim herausgehen hÃ¶rte er einige Flaschen auf hartem Boden zerbersten und das laute Fluchen des Ladenbesitzers. Die Bierkisten waren wohl zu schwer.  
  

&nbsp;  
  
Es fing an zu schneien. Es passte in sein derzeitiges Stimmungsbild, dachte er sich. Er lief quer Ã¼ber den Platz und durch die StraÃŸen wieder zurÃ¼ck Richtung zu Hause. In der StraÃŸe, in der die FachwerkhÃ¤user standen Ã¶ffnete er sein ZigarettenpÃ¤ckchen. Das sÃ¼ÃŸliche Tabakaroma machte sich in seiner Nase breit als er sich eine Zigarette ins Maul steckte.  
  
Er kramte das Feuerzeug aus seiner Hosentasche und zÃ¼ndete die Zigarette an. Er nahm einen tiefen Zug vom GlimmstÃ¤ngel. Sofort spÃ¼rte er die angenehme Wirkung des Nikotins.  
  
  
  
Er rauchte viel zu viel, dachte er sich. Das hat schon seine Mutter immer gesagt. Sie sagte immer, dass es seine Entscheidung sei und dass sie ihm keine VorwÃ¼rfe machen kÃ¶nnte. Sie war selbst langjÃ¤hrige Raucherin.  
  
Nach dem Abendessen redeten und rauchten sie immer viel und lange Zeit, sodass sich das â€žAbendessen" oft bis in die spÃ¤ten Abendstunden ausdehnen konnte.  
  
Seine Mutter lehrte ihn frÃ¼h das Leben lieber zu genieÃŸen, auf die inneren Werte zu achten und sich abends lieber auf eine gute Mahlzeit zu freuen also sein Geld fÃ¼r neue Klamotten auszugeben.  
  

&nbsp; So viel hatte sie ihn gelehrt. Vermutlich aus dem Grund um eines Tages sich selbstbewusst und standhaft im Leben behaupten zu kÃ¶nnen, wenn sie einmal nicht mehr fÃ¼r ihn da sein konnte. Er war sich nicht sicher , ob sie sich im Klaren war, dass dieser Umstand schneller kam, als sie erhofft hatte.  
  
  
  
Als er das alte Stadttor passierte, war sein GlimmstÃ¤ngel auf die HÃ¤lfte geschrumpft.  
  
Es war zwar noch ein ganzes StÃ¼ck aber er konnte das Haus seines Onkels oben auf dem HÃ¼gel sehen.  
  
Hinter dem Haus vereinte sich der HÃ¼gel mit einem dicht bewaldeten Berg.  
  
Der frische Schnee hÃ¼llte die Landschaft, um ihn herum, in ein dÃ¼nnes Tuch von Silber.  
  
  
  
Er wollt schon immer hier her. Niemals hatte er sich etwas Sehnlicheres gewÃ¼nscht.  
  
Er wuchs in der GroÃŸstadt auf und von Anfang an hÃ¤tte er sich jedes Mal Ã¼bergeben kÃ¶nnen, wenn er aus der TÃ¼r trat und das hektische und dreckige Bild seiner Plattenbausiedlung sah.  
  
  
  
Wieder kam er am Kornfeld vorbei. Jetzt da der Schnee es mit einer dÃ¼nnen Schicht versah lud es regelrecht ein, es sich darauf bequem zu machen, die Augen zu schlieÃŸen und zu trÃ¤umen.  
  

&nbsp; Die Zigarette war lÃ¤ngst heruntergebrannt, doch er wagte es nicht sie einfach auf den Boden zu schmeiÃŸen. Er hatte zu groÃŸen Respekt vor der Natur.  
  
  
  
Einige Minuten spÃ¤ter an der HaustÃ¼r angekommen, entsorgte er den Kippenstummel in der RestmÃ¼lltonne.  
  
Mico putze sich seine Hinterpfoten an der , dafÃ¼r vorgesehenen , Matte vor der EingangstÃ¼r ab.  
  
Er steckte den SchlÃ¼ssel in das Schloss der TÃ¼r und drehte es herum.  
  
Als er in den Eingangsbereich betrat und die TÃ¼r hinter sich schloss, schmolzen sofort die Schneeflocken auf seinem Mantel zu Wasser.  
  
Den nassen Mantel hÃ¤ngte er an einen der Haken, die ich an der TÃ¼r befanden.  
  
Unter dem Filzmantel trug er ein schwarzes T-Shirt mit der weiÃŸen Aufschrift â€ž100% Canide"  
  
Warum er sich einst dieses doch sehr fragwÃ¼rdige T-Shirt gekauft hatte oder warum er es noch immer trug war ihm ein RÃ¤tsel.  
  
Vielleicht hatten ihn seine damaligen, ebenso fragwÃ¼rdigen, â€žFreunde" aus der Stadt da zu genÃ¶tigt.  
  
  
  
Sein Onkel trat durch die erste TÃ¼r links, der KÃ¼chentÃ¼r und begrÃ¼ÃŸte ihn freudig.  
  

&nbsp; Ein so lebenswilliger und frÃ¶hlicher Wolf, sein Onkel. Nur selten hatte er mal kein LÃ¤cheln auf den Lefzen. Mico tat es leid, dass sein Onkel mit ihm zusammenleben musste.  
  
HÃ¤tte Mico die MÃ¶glichkeit, er wÃ¼rde sofort ausziehen. Doch die hatte er nicht. Er bekam zwar Waisenrente, doch es wÃ¼rde nicht ausreichen, um sich eine Wohnung zu mieten. Jedenfalls nicht in dieser Gegend, doch Mico wÃ¼rde nicht einmal daran denken, wieder in die Stadt zu ziehen.  
  
â€žAh, da bist du ja wieder, Mico. Hast du meine Kippen bekommen?", fragte sein Onkel.  
  
â€žJawohl, das habe ich, Onkel." , Mico kramte die blaue Schachtel aus seiner Hosentasche und streckte seine Pfote zu seinem Onkel aus.  
  
Dieser er griff die Schachtel und lachte dabei â€žWie oft soll es dir denn noch sagen? Du bist keine fÃ¼nf mehr."  
  
â€žOkay...", Mico machte einer Pause â€žJÃ¼rgen."  
  
â€žNa also, es geht doch."  
  
JÃ¼rgen drehte sich um und ging durch die KÃ¼chentÃ¼r. Von der KÃ¼chentÃ¼r rief er: â€žNun komm, lass uns FrÃ¼hstÃ¼cken."  
FrÃ¼hstÃ¼cken, Mico hatte eigentlich keinen Hunger.  
  

&nbsp;  
  
Was sein Onkel als normales FrÃ¼hstÃ¼ck verstand, wÃ¼rde eine normale Person mindestens als Mittagessen interpretieren.  
  
Auf dem massiven Eichenholztisch standen Spiegeleier, Pfannkuchen, Speck, MÃ¼sli, Brot, Schinken, KÃ¤se, Marmelade und alle mÃ¶glichen Dinge.  
  
â€žUnd wer soll das alles essen?" fragte Mico eher rhetorisch.  
  
Sein Onkel JÃ¼rgen hatte sich derweil schon an den Tisch gesetzt und sich reichlich von allem auf den Teller gepackt. Er sah Mico an â€žIch natÃ¼rlich. Allerdings hoffe ich, dass du mir dabei hilfst."  
  
Mico wusste nicht recht. Sein Onkel hatte sich zwar alle MÃ¼he gegeben, doch er hatte einfach keinen Hunger.  
  
Er setzte sich auf den Platz neben seinen Onkel. Seine Pfote ergriff die Kaffeekanne und er schenkte sich groÃŸzÃ¼gig in einen Becher ein. Auf seinen Teller legte er eine Scheibe Brot und ein paar Scheibchen Schinken.  
  
â€žNa schau an. Du isst. In den letzten Tagen dachte ich, du stirbst mir noch den Hungertod."  
  
Man konnte an JÃ¼rgens Gesichtsausdruck erkennen, dass er den fatalen Fehler bemerkte, den er gerade begangen hatte, da sich sein Gesicht langsam verkrampfte.  
  

&nbsp;  
  
Mico stockte der Atem. Er lieÃŸ den LÃ¶ffel, mit dem er gerade noch den Kaffee umrÃ¼hrte, aus seiner Pfote gleiten. Mit einem Platschen landete er im Kaffee.  
  
Die Todesursache seiner Mutter war genaugenommen ein langer Ausfall ihrer Magensonde, der sie soweit schwÃ¤chte, dass sie Tage spÃ¤ter verstarb.  
  
Die Augen zugekniffen biss er die ZÃ¤hne zusammen. Er musste aufstehen. Nicht weil er seinem Onkel bÃ¶se war, es war einfach viel zu unreal.  
  
GemÃ¼tlich am Tisch zu sitzen und zu FrÃ¼hstÃ¼cken. Wie kam er nur darauf? So etwas gab es einfach nicht und so etwas wÃ¼rde es auch nie wieder geben. Genuss und Sorglosigkeit waren schon lange vergessene Dinge, die sich nun wie FremdwÃ¶rter anhÃ¶rten.  
  
Sein Onkel holte ihn lediglich in die RealitÃ¤t zurÃ¼ck.  
  
Er stand vom Tisch auf, er wandte sich ab und lief sofort aus der KÃ¼che, in den Eingangsbereich.  
  
Sein Onkel hastete ihm schnell hinterher.  
  
â€žEs tut mir so unglaublich leid. Es war taktlos, ja. Aber bleib doch hier."  
  
Micos Pfote ergriff seinen Mantel, den er sich hastig um die Schulter warf. Auf die Entschuldigungen seines Onkels antwortete er nur: â€žMach dir keine VorwÃ¼rfe, wenn sich hier jemand entschuldigen muss, dann wÃ¤re ich das."  
  

&nbsp; Mit diesen Worten verschwand Mico durch die TÃ¼r. Sein Onkel wÃ¼rde ihm nicht nachrennen, er wusste, dass er damit wohl nur alles schlimmer machen wÃ¼rde.  
  
  
  
DrauÃŸen angekommen bemerkte Mico, dass sich der leichte Schneefall in einen wahrhaften Schneesturm verwandelt hatte.  
  
Ohne wirkliches Ziel stapfte er durch den Schnee Richtung Berg, der sich hinter dem Haus erhob.  
  
Er blieb auf dem Trampelpfad, der allerdings durch den Schnee schon kaum zu erkennen war.  
  
Mico trottete willenlos an alte Tannen vorbei, die mit ihren breit gefÃ¤cherten Ã„sten den Schnee auffingen.  
  
Sie waren schon so alt. Ã„lter als er, Ã¤lter als sein Onkel, wahrscheinlich als irgendjemand hier oben in den Bergen.  
  
Sie hatten keine Mutter. Oder vielleicht doch? Von irgendwo her mussten die Samen ja kommen.  
  
Jedenfalls hatten sie keine Probleme wie er. Sie scherten sich um nichts, diese BÃ¤ume. Er wollte so sein wie sie. Kalt und ruhig.  
Der Wolf machte ein paar Schritte auf einer der Tannen zu und strich Ã¼ber die Rinde. Rau war sie.  
  

&nbsp; Wie sehr wÃ¼rde er hier gerne stehen und wie sie Generationen sterben sehen, ohne einen Gedanken des MitgefÃ¼hls zu hegen. Einfach unfÃ¤hig sein zu fÃ¼hlen.  
  
  
  
Er setzte seinen Marsch ins ungewisse fort und lief unablÃ¤ssig weiter und weiter. Bis er einen groÃŸen flachen Stein fand, der durch ein dichtes BlÃ¤tterdach geschÃ¼tzt war und so noch nicht zugeschneit war.  
  
Im Schneidersitz machte er es sich auf dem groÃŸen Findling bequem.  
  
Es wurde kÃ¤lter. Mico fror ein wenig. Unter seinem, nicht gerade dicken, Mantel trug er nur ein T-Shirt.  
  
Er seufzte.  
  
Was sollte er nur tun? Als er seine Sitzposition etwas verÃ¤nderte hÃ¶rte er die Schnapsflasche, in seinem Mantel, gegen den groÃŸen Stein schlagen. Er zog sie heraus und betrachtete die klare FlÃ¼ssigkeit, die unruhig hin und her schwappte.  
  
â€žEin GlÃ¼ck, dass ich sie gekauft habe.." sprach er leise zu sich selbst. Er schraubte den Deckel auf und fÃ¼hrte sie zu seinem Maul. Die brennende, wÃ¤rmende FlÃ¼ssigkeit bahnte sich seine Kehle hinunter.  
  

&nbsp; Den 60% Alkoholgehalt schmeckte man deutlich heraus. Ein billiger Fusel aus Metalltanks. Das konnte man auch herausschmecken.  
  
Das hatte er alles von seiner Mutter gelernt.  
  
Nach einem besonders guten Essen gÃ¶nnten sie sich oft einen guten Tropfen. Wie sehr hatte er sich solche Momente genossen. Und doch hatte er nie groÃŸes Interesse an den Hobbies und Dingen die sie interessierten gezeigt.  
  
Aber SIE wollte immer alles von ihm wissen. Nicht weil sie ihn kontrollieren wollte, sondern weil sie sich fÃ¼r ihn interessierte. Doch er wusste noch nicht einmal ihre Lieblingsfarbe.  
  
  
  
Nach der HÃ¤lfte der Flasche war die Wirkung des Alkohols deutlich spÃ¼rbar.  
Die Augen des Wolfs wurden glasig und seine Glieder wurden schwer.  
  
  
  
Seit dem Todestag seiner Mutter hatte er keine TrÃ¤ne vergossen. Doch in dieser trostlosen Einsamkeit brach, nach einem weiteren Drittel der Flasche, der Wall aus Stolz und Sturheit.  
  
Die ersten TrÃ¤nen fuhren in dieser KÃ¤lte wie flÃ¼ssiges Feuer durch sein Wangenfell.  
  
Das leise Schluchzen des Wolfes hallte durch den, sonst so stillen Wald wie ein einsames Klagen.  
  

&nbsp;  
Der Alkohol lieÃŸ ihn die Kontrolle verlieren. Langsam rutschte er von dem groÃŸen Stein und blieb im Schnee liegen.  
  
Auf dem RÃ¼cken liegend starrte er leer in die Baumkronen.  
PlÃ¶tzlich musste er sich Ã¼bergeben. Alles blieb ihm im Halse stecken. Er hustete sich fast zu Tode, als er sich daran auch noch verschluckte. Mico drehte sich auf den Bauch und hustete alles aus. VerdÃ¼nnte SalzsÃ¤ure in die Atemwege zu bekommen war eine unangenehme Angelegenheit.  
  
Der Wolf blieb in seinem eigenen Erbrochenen liegen. Das Letzte was er sah, war eine Gestalt im Schnee, bevor es ihm schwarz vor Augen wurde.

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