{"sf1_id":656468,"sf2_id":"7ejBANre","title":"Ein Heißer Sommer Tag 7, Teil 3","author":"Niwo","words":12321,"posted_at":"2014-01-25T16:13:00.000Z","tags":["Coming Out","Drama","Fox","GERMAN","German Language","Male","Masturbation","Mouse","Story Series","plot"],"url":"https://fse.anthro.fr/stories/656468-ein-heisser-sommer-tag-7-teil-3","original_url":"https://sofurry.com/s/7ejBANre","image_url":"https://cdn.sofurryfiles.com/submissions/thumbnails/dd/e4/dde456e0-02ff-48e2-abdf-fee29f2ba505","description":"#9 of Ein heißer Sommer\n\n\"Ein Heißer Sommer\" begann als einteilige Kurzgeschichte, zu Anfang war es nur die Idee, über den ersten ereignisreichen Ferientag eines jungen Fuchses namens Marc zu schreiben. Aber nachdem dieser Tag erzählt war, gab es noch so Vieles mehr, das ich Marc erleben lassen wollte, unzählige Ideen schrien mich an und baten darum sortiert und herrausgelassen zu werden, deshalb schrieb ich einfach weiter. Nach Teil eins habe ich auch eine übergreifende Storyline mit eingeführt, ihr dürft also mitfiebern. Aber mein eigener Anspruch an die Storys ist eindeutig: Es sind Kurzgeschichten, kein Roman! Ich bin kein Schriftsteller. Diese Kurzgeschichten sollen unterhalten und hust anregen. :P\nIn jeden Teil füge ich etwas Plot und Yiff ein und probiere etwas Neues aus.\nViel Spaß beim Lesen ;)","content":"...und weiter geht's:  \nDiesmal war Marc nicht der Erste, der erwachte. Eine Bewegung, die das einfallende Sonnenlicht für kurze Zeit abdunkelte und dann wieder freigab, riss ihn aus seinen Träumen.\u0026nbsp;\n\nErschrocken hob er den Kopf. Der fühlte sich sehr schwer an und im ersten Moment   \ndrehte sich ihm alles. Sein Wangenfell knisterte, als er es von der erdrückenden Enge des Kissens löste. Er musste zwinkern, um gegen das Licht überhaupt etwas zu erkennen.\u0026nbsp;\n\nJeff lag neben ihm, daher war für den Fuchs recht schnell klar, dass es Kevin sein   \nmusste, der dort in der Mitte des Raumes hockte. Als dieser sich wieder erhob, verdeckte er erneut das Fenster mit seiner großen Statur. Jetzt erkannte Marc ihn besser. Das von\u0026nbsp; hinten sonnenbeschienene Fell glänzte an den Umrissen. Das Orange glühte wie eine gelblich-weiße Aura und die schwarzen Streifen leuchteten hellgrau bis weiß.\u0026nbsp;\n\nEtwas irritiert war Marc, als er trotz seines schlaftrunkenen Zustandes sah, wie Kevin - eben noch in der Hocke - nun eine Pfote mit zwei fettig glänzenden Fingern von hinten aus seiner Boxershorts zog. In der anderen hielt er eine Tube Bepanten.  \nMarc war im Augenblick jedoch zu müde, um groß darüber nachzudenken. Der Kopf war   \nihm schwer, seine Zunge pelzig. Er fühlte sich allgemein sehr ausgetrocknet. Trinken!   \nDas brauchte er jetzt. Aber er war zu träge, um aufzustehen. Auch Kevin legte sich hastig   \nwieder hin, nachdem er die Tube hatte in seinem Rucksack verschwinden lassen.  \nDer Fuchs packte eine Pfote über die Augen, aber es war zu spät.\u0026nbsp;\n\nDer grelle Sonnenschein hatte die letzten Reste seines Schlafes wie Seifenblasen zerplatzen lassen,\u0026nbsp;\n\nsodass ihm schon nach einer halben Minute klar war, dass er - bliebe er auch noch so lange   \nliegen - nicht mehr einschlafen würde. Aber auch zum Aufstehen fehlte ihm der Antrieb.   \nEs war einer dieser Momente, in denen jede Entscheidung die falsche war. Im Grunde   \nmusste er alles auf einmal: trinken, pinkeln, sich anders hinlegen und doch einfach nur   \nliegen bleiben und weiterschlafen. Aber egal, für was er sich am Ende auch entscheiden   \nwürde, etwas Anderes würde dadurch auf der Strecke bleiben.   \nWie lange er diesen Dämmerzustand ertrug, wusste er nicht, er wusste nur, dass er sich   \nirgendwann doch überwand und aufstand. Jeff blinzelte ihn mit einem verschlafenen Auge   \nan, aber Marc bezweifelte, dass sein Freund ihn wirklich wahrnahm, so schnell, wie es   \nsich wieder schloss. Vorsichtig kletterte er über den Mäuserich, nicht jedoch, ohne die   \nsanfte Berührung zu genießen, als seine Unterhosenbeule dabei Jeffs Becken streifte.   \nEinen krassen Gegensatz zu diesem guten Gefühl bot sein Kopf, der ihm - bedingt durch   \nwenig Schlaf und ungewohnt viel Alkohol - unangenehm schmerzte.   \nAuf dem Weg zum Bad waren die lautesten Geräusche im Haus das Klicken der Krallen   \nauf dem Holzboden und das Knarzen der Treppenstufen. Wie spät es wohl war?   \nSehr viel mehr ging dem verschlafenen Fuchs nicht durch den Sinn. Für irgendwelche   \nhochtragenden Themen war er bei weitem nicht fit genug. Als er zu seiner Erleichterung   \nfertiggepinkelt hatte (es hatte beinahe eine Minute lang durchgeplätschert), riskierte er   \neinen Blick auf die Uhr am Küchenherd.  \n„Bawwww,\" grummelte er, als er die 9:18 blinken sah. Viel zu früh! Hoffentlich war Kevinwieder eingedöst,\n\ndann würde auch er sich noch zwei, drei oder besser gleich fünf Stunden an Jeff kuscheln und ausschlafen.\u0026nbsp;\n\nBeim Umdrehen schlurften seine Pfotenballen   \nmissmutig auf dem Fliesenboden. Die anschließende Treppe erschien ihm wie ein nicht   \nenden wollender Anstieg, das Obergeschoss wie der ferne Olymp der wartenden Federkernmatratzen und kuscheligen Daunendecken.  \nVor seiner Zimmertür hörte er gedämpfte Stimmen. Seine Hoffnung darauf, den Rest des   \nVormittags einfach nur verschlafen zu können, schwand. An ihre Stelle traten Besorgnis   \nund Mitgefühl für seinen Freund, der zu Hause rausgeworfen worden war. Genau dieses   \nThema schien Jeff mit Kevin zu besprechen. Marc öffnete die Tür und trat ein.  \n„... wollte ich grad noch was erwidern, aber das hat er gar nicht erst zugelassen. Er hat nur   \nnach draußen gezeigt und gemeint, er will, ... also ... so einen wie mich halt ... nicht unter   \nseinem Dach haben.\" Das Wort ‚Schwuchtel' schaffte er nicht, wiederzugeben.  \nKevin hatte sich seitlich aufgestützt und hörte den Ausführungen des kleinen Nagers zu.   \nMarcs Freund saß im Schneidersitz auf dem Bett. Auch sein Gesicht war ganz schön zerknittert.\u0026nbsp;\n\nWenigstens schien er nicht erneut geweint zu haben.  \n„Er ist manchmal ein echter Penner,\" sagte er. „Ich weiß nicht, was meine Mutter an ihm   \nfindet. Allerdings, wenn sie da ist, benimmt er sich ganz anders. Er mag mich nicht, für ihn   \nbin ich immer nur ein Weichei, ein Versager. So nennt er mich. Er versteht einfach nicht,   \ndass mein Leben anders verläuft als seines.\" Es entstand eine kurze Schweigepause, als   \nJeff aufsah. Sogar jetzt, mit dem Kissen noch im Gesicht, dem Vorabend in den Knochen   \nund durchzogen von Sorgen war er echt niedlich. Umso mehr tat er Marc leid, er wollte   \nseinem Freund unbedingt helfen, die Situation geradezubiegen. Und das nicht nur, weil er   \nsich noch immer schuldig fühlte, dass sie bei David erwischt worden waren.  \nEr ließ die Tür offen stehen, denn der ganze Raum roch gewaltig wie ein überfüllter   \nSchlafsaal. Vermutlich war er selber der Hauptschuldige, nicht umsonst musste er bei   \nmanchen Klassenreisen zusammen mit anderen Füchsen,\u0026nbsp;\n\nSkunks und einschlägig bekennten Spezies in extra dafür abgetrennten Bereichen zubringen.\u0026nbsp;\n\nUnd nach DEM Abend gestern ... Er warf einen Blick auf sein Armfell: Es kräuselte sich in alle Richtungen.\u0026nbsp;\n\nEr musste dringend duschen.‚Später!' urteilte er. Zuallererst ging er zum Bett hinüber, setzte sich neben Jeff und drückte ihn.\u0026nbsp;\n\nEs tat ihm sehr gut und auch sein Freund atmete hörbar durch. Marc gab ihm noch   \neinen vorsichtigen Kuss auf die Wange. Das weiche Mäusefell kitzelte seine Lippen und   \nes reichte sogar, um Jeff ein kleines Lächeln zu entringen.  \n„Guten Morgen ... mein Schatz,\" begrüßte Marc ihn.  \n„Morgen!\" Ein deprimierter Unterton war nicht zu überhören, ebenso wie eine belegte   \nStimme, vermutlich ebenfalls ausgelöst durch Flüssigkeitsmangel.   \n„Mor'n,\" grüßte auch Kevin.  \n„Marc, ich ... ich hab echt Panik, was ich jetzt machen soll.\" In der Ruhe des Morgens   \nwaren seine Sorgen wieder mit aller Gewalt in den Vordergrund getreten. Zwischen ihm   \nund der Konfrontation mit seinem Stiefvater oder einem Telefonat mit seiner Mutter schien   \nnun nichts mehr zu stehen, was ihn beschützt oder wenigstens auf andere Gedanken   \ngebracht hätte. Er senkte den Blick und spielte mit der Kralle an einem Fuchsfell-Büschel   \nauf der Matratze.\n\nMarc sah ihm dabei zu. Zum Glück war sein Winterfellwechsel bereits vor ein paar Mona-ten beendet gewesen,\u0026nbsp;\n\nsonst sähe es hier wesentlich schlimmer aus.\u0026nbsp;\n\nAls Fuchs war man zwar eh alle zwei Tage am Fellsaugen/-fegen/-rollen oder - ganz neu aus der Werbung   \n- ‚swiffern', aber gegen Ende der kalten Jahreszeit war es - egal mit welchen hochtragenden Hilfsmitteln -\u0026nbsp;\n\nstets um ein Vielfaches schlimmer. Marc hatte dann regelmäßig das   \nGefühl, als könne man es bei fast jeder Bewegung hinter ihm rascheln hören.  \nTrotz dieses kurzen gedanklichen Exkurses fand der Vulpine zurück zum eigentlichen   \nThema. Er hatte jedoch keine Idee, wie er Jeff helfen und sie an die ganze Sache herangehen sollten.\u0026nbsp;\n\nSein Kopf war wie vollgestopft mit lauter Watte. Drückender, schmerzhafter   \nWatte! Seine Gedanken waren schwammig und die Schläfen taten ihm weh.\u0026nbsp;\n\nDaher verdrängte er sämtliche Versuche, in diesem Zustand einen brauchbaren Beitrag zu Jeffs   \nProblem zu bringen und machte stattdessen einen ganz anderen Vorschlag: „Was wär'   \ndenn, wenn ich uns erstmal einen Kaffe mache ...\" Er schaute erst Jeff, dann Kevin an und   \nkorrigierte dann: „... einen STARKEN Kaffee ...\"  \nDer Tiger rieb sich die Pfoten durchs Gesicht und kommentierte ein erleichtertes ‚Oh ja!'   \nin seine Finger.  \n„... und wir uns, wenn der fertig ist, zusammensetzen und erst dann besprechen, was wir   \nmachen.\"  \n„Kaffee klingt gut,\" stimme Kevin erneut zu. Jeff antwortete nicht. Erst als sein Freund ihn   \ndirekt adressierte und ein ‚Hmh?' hinterher schob, kam ein zaghaftes Nicken, gefolgt von   \neinem\u0026nbsp; gleichgültigen ‚Jop!'  \nEtwa zehn Minuten später brodelte die Kaffeemaschine in der Küche in den letzten Zügen.   \nMarc füllte drei große Becher mit der dunklen Flüssigkeit und stellte sie auf ein kleines   \nHolztablett, dass er als Elfjähriger im Kunstunterricht hatte basteln müssen. Seine Mutter   \nwar damals begeistert, als er es mitbrachte und hatte darauf bestanden es mit Klarlack zu   \nbehandeln und dann dauerhaft zu Hause einzusetzen.  \n„Das hast du so toll gebastelt, wär doch schade, wenn das nur im Regal rumsteht und   \nverstaubt,\" hatte sie immer argumentiert. In der ersten Zeit hatte er sich dafür geschämt,   \nweil sie es jedem verdammten Besucher hingestellt und ihnen erzählt hatte, dass ‚unser   \nkleiner Marc hier' das selber gebaut hatte. Diese Phase hatte er zum Glück überstanden.   \nInzwischen war der Klarlack rissig und die Farbe darunter blass. Er war der Einzige, der   \ndas Tablett überhaupt noch verwendete. Es war aber kleiner als die Übrigen und somit   \nbestens geeignet, um es die Treppen in sein Zimmer hochzutragen.  \nAls er oben ankam, hatte Kevin seinen Schlafsack eingerollt. Jeff faltete mit langsamen   \nund sorgfältigen Bewegungen die Wolldecke. Vermutlich hatte der Tiger ihn angewiesen,   \nPlatz zum Sitzen zu schaffen, denn der Mäuserich wirkte noch immer so, als hätte er sich   \nvon alleine nicht unbedingt dazu durchgerungen, aufzustehen. „So, Wachmacher!\" verkündete Marc,\u0026nbsp;\n\nals er den Raum betrat und hielt auffordernd das Tablett hoch.  \n„Jau, super!\" Kevin bediente sich als Erster und nahm sogleich einen großen Schluck.   \nSofort verzog er das Gesicht und machte große Augen. „Alter, was' das denn?\"  \nMarc schmunzelte. Er wusste, was los war. Seine Eltern kauften seit einiger Zeit nicht   \nmehr den speziesneutralen Kaffee, sondern die herbe Vulpinenmischung „Fox\\_X\" der   \nneumodischen Marke \"K9K\". Genau wie bei den Biersorten,\u0026nbsp;\n\ndie inzwischen für jeden Geschmack und jede Spezies mit allen möglichen Zusätzen vermischt wurden und dann   \nfancy-neue Namen bekamen (stand vor 100 Jahren in diesem Land nicht noch die Todesstrafe auf Bierpanschen?),\u0026nbsp;\n\nexperimentierten auch andere Hersteller mit der Individualisierung ihrer Produkte.\u0026nbsp;\n\nDer Fuchskaffee war strenger als der für Feliden oder gar Nager.   \nNur ein Mal hatte Marc die „Körnerpampe\", wie er den Nagerkaffee nannte, probiert. Es   \nschmeckte ihm damals, als trinke er püriertes Müsli mit Kaffeearoma. „Fox\\_X - heb' dich   \nab!\" zitierte er den weithin bekannten Werbespruch.  \n„Da müssen sich doch sogar dir die Krallen einziehen,\" entgegnete Kevin. Dennoch nahm   \ner einen weiteren Schluck. „Das is' dies K9K Zeugs, oder?\"  \nMarc nickte. „Ja, was Anderes ist nicht da. Und - nein - mir schmeckt's.\"  \n„Gruselig, Köterplörre!\" urteilte Kevin, genehmigte sich aber seinen dritten Schluck.\u0026nbsp;\n\nOffenbar wollte er zwar meckern, aber den Kaffee trotzdem trinken.  \nAuch Jeff griff zu. Er nippte nur, kommentierte aber den Geschmack nicht weiter. Sein   \nSchweigen war für Marc nicht leicht zu ertragen. Er wollte seinem Freund helfen, ihm Mut   \nzusprechen und ihn aufmuntern, wusste aber nicht, wie. In seiner Hilflosigkeit fiel ihm   \nnichts Intelligentes ein, also begann er mit Small Talk über das Getränk. „Geht's?\" Dabei   \ndeutete er auf die Tasse.  \n„M-hm, 's okay,\" entgegnete Jeff.  \n„Soll ich Milch ... oder Zucker?\"  \n„Streusalz,\" provozierte Kevin. „Schlimmer kann's nicht werden.\"  \n„Nee, lass.\" Wie, um seine Aussage zu unterstützen, nippte er erneut an der dampfenden   \nTasse.  \nEine Weile schwiegen sie sich an, sogar Kevin hatte Ruhe gegeben. Marc rang weiter mit   \nsich, das schwierige Thema anzusprechen. Er wollte vermeiden, dass er Jeff in eine neue   \nTrauer- und Depressionsphase stürzte. Auf der anderen Seite war er da anscheinend eh   \nschon drin. Schließlich entschied er sich, mutig zu sein und die Initiative zu ergreifen.  \n„Jeff ...\"  \nDer Mäuserich blickte auf und schaute ihn erwartungsvoll mit seinen dunklen Augen an.   \n‚Warum zum Geier fange ich immer wieder Sätze an, ohne mir vorher deren Inhalt zu   \nüberlegen?' fragte sich Marc innerlich. „Wir schaffen das, gemeinsam!\" war das Beste   \nwas ihm so spontan einfiel.  \n„Jo Alter! Mach dir kein' Kopf!\" Kevin war taktvoll wie immer. Wenigstens hatte er seine   \nnachdenkliche und schweigsame Phase vom Vorabend überwunden. Er war wieder ganz   \nder Alte.  \n„Ihr kennt meinen Stiefvater nicht. Der's altbacken, stur und voll engstirnig.\"  \n„Was war denn mit deiner Mutter, hast du ihre Nummer dabei?\" fragte Marc.  \n„Ja, hab ich gespeichert. Mussten wir alle, bevor sie weggefahren ist. Für Notfälle meinte   \nsie.\"  \n„Ich glaube das qualifiziert sich als Notfall,\" warf Kevin ein.  \n„Streifenkatzi hier hat Recht.\"  \n„Hey!\"  \nMarc ignorierte den Feliden, der ihm ein ‚Hinternschnüffler' entgegnete.\u0026nbsp;\n\nEr schenkte Kevin nur ein schelmisches Grinsen und fuhr unbeirrt fort. „Du solltest sie anrufen, vielleicht kann sie mit ihm reden.\"  \nJeff schwieg. Er hielt den Kaffeebecher mit beiden Pfoten umklammert, als bräuchte er   \ndessen Wärme zum Überleben. Ein absurder Gedanke, wo sich doch der Tag draußen   \nerst so richtig aufzuheizen begann. Für heute Abend hatte der Wetterfrosch von Chris'   \nfavorisiertem Autoradiosender sogar Wärmegewitter vorausgesagt.  \n„Meinst du nicht auch?\" fragte Marc, als er die Ruhe nicht länger ertragen konnte.  \n„Ich kann sie nicht anrufen. Nicht jetzt,\" erwiderte Jeff.  \n„Warum nicht?\"  \n„Sie hat Anwendungen. Irgendwelche Relaxing-Bäder in so 'nem tollen Heilschlamm, der   \nnur da vorkommt. Angeblich gut für den Fellglanz und so.\"  \nAn Kevins Reaktion erkannte Marc, dass der Tiger drauf und dran war, einen blöden   \nSpruch zu bringen, vermutlich irgendetwas wie ‚marinierte Rennmaus' oder so, daher warf   \ner ihm einen scharfen Blick zu, der ihn stumm blieben ließ.  \n„Und frag nicht nach SMS oder Mailbox, die is' froh, dass sie mit dem Handy telefonieren   \nkann.\"  \n„Also? Wann geht's denn dann?\"  \n„Nachmittag, ab Eins sagte sie, dann ist die nächste Anwendung von Zwei bis kurz vor   \nVier und die letzte geht bis halb Sechs.\"  \n„Wao, volles Programm,\" kommentierte Kevin.  \n„Na, dann rufen wir sie um Eins an.\" Er hielt inne. Der Kaffee brannte sich heiß in seinen   \nMagen. „Bis dahin sollten wir nur dringend was essen.\"  \n„Jau, Golden Bows FTW!\" Kevin war mit einem Mal Feuer und Flamme.  \n„Golden Wa?\" fragte Marc.  \n„Golden Bows - Na, die goldenen Bögen?!\" Als keine Reaktion kam, weder von Marc noch   \nJeff, malte Kevin mit zwei Fingern aus der Mitte heraus ein großes, geschwungenes „M\".   \nJetzt klingelte es bei Marc.  \n„McD?\"  \n„Guck nicht so, ich mag Whopperland auch lieber, aber ich hab Gutscheine dabei.\u0026nbsp;\n\nRichtige, mit Gratisburger - die aus der Tigerwoche noch.\"  \nMarc erinnerte sich, vor nicht allzu langer Zeit verteilte McDonald's an alle Tiger die ein   \nMaxi Menü kauften einen Gutschein für einen Gratisburger. Noch so ein Marketing-Gag,   \nalle paar Monate war eine andere Spezies dran mit solch einer Sonderaktion. Aber so wie   \ner sich heute fühlte, wenn er so drüber nachdachte ... war ein fettiges Burgerfrühstück   \nvielleicht genau das Richtige.  \nDerlei Aktionen waren auch für Jeff ein Grund mehr, den Laden zu meiden, denn wann   \nimmer er während einer solchen speziesbezogenen Aktion in der Schlange gestanden   \nhatte, war zwei oder drei Plätze vor ihm eine Diskussion entbrannt. Etwa darüber, ob einer   \n(erschreckend agilen) Schildkröte die Boni aus der Reptilienaktion zustanden oder nicht.   \nEntweder war die Kröte einfach nur dämlich, oder sie stellte sich absichtlich dumm, um   \nvielleicht so einen Gutschein abzugreifen. Sie hatte dennoch keinen Erfolg gehabt, der   \nVerkäufer war nämlich sehr genau darüber informiert, dass Schildkröten zu den Amphibien gehörten und daher nicht teilnahmen.\u0026nbsp;\n\nAber auch für Jeff klang die Idee, sich zu McD zu setzen eigentlich ganz gut.\u0026nbsp;\n\nSie waren aus dem Haus, er würde auf andere Gedanken kommen und sein Bauch grummelte eh gehörig genug,\u0026nbsp;\n\num ihm die Entscheidung zu erleichtern.  \nSie tranken ihren Kaffee aus (zumindest Marc tat dies, Jeff ließ die Hälfte stehen),\u0026nbsp;\n\nverzichteten trotz Kevins Protest auf die dringend benötigte Dusche und schritten so nur   \nwenige Minuten später durch die Tür des dichtesten Schnellrestaurants in Marcs Stadtteil.   \nDer alte Duft vom Vortag nach gebratenem Fleisch, Fett und frisch getoasteten Brötchen   \nvermischte sich mit dem morgendlich-typischen Rührei- und Kaffeearoma zu einer unaussprechlichen Mixtur aus Appetitanregung und Ekel.\u0026nbsp;\n\n‚Gutes, durchschnittliches McDAroma', dachte Marc.  \nDas Trio war alleine, keine weiteren Gäste waren zu sehen, lediglich am Drive-Schalter   \nwurde jemand bedient. Kevin stürzte sich sogleich an den Bestelltresen und diskutierte   \nmit dem jungen, tasmanischen Tiger mit starkem Akzent darüber, dass er seine Burgergutscheine auch zu Frühstückszeiten benutzen konnte.\u0026nbsp;\n\nMarc suchte einen der hinteren Tische aus und ließ sich nieder. Jeff kam mit einer Ausgabe der Kino-News hinterher.\u0026nbsp;\n\nEr setzte sich behutsam.  \n„Tut's noch weh?\" fragte der Fuchs, dem die Schuldgefühle hochkamen.  \n„Geht. Und wenn, ist's 'n guter Schmerz,\" lächelte Jeff verhalten.  \nMarc war erleichtert, auf der kurzen Busfahrt hier her war sein Freund aufgetaut. Seine   \nStimmung war zwar merklich gedämpft, aber das war immer noch besser als die Katerstimmung vom Morgen,\u0026nbsp;\n\ndirekt nach dem Aufwachen. Dennoch ließ er die Ohren sinken, als er Jeff seinetwegen leiden sah.  \n„Tut mir leid wegen gestern Abend.\"  \n„Hör auf dich zu entschuldigen,\" lächelte Jeff ihn an. „Ich hatte doch meinen Spaß.\u0026nbsp;\n\nAußerdem hast du doch gehört, was das Zeug mit uns gemacht hat.\" Er legte eine Pfote auf die   \ndes Fuchses.  \nDie Berührung tat richtig gut. „Weiß ich doch, aber trotzdem, ich ...\"  \n„VORSICHT, heiß und vor allem: trinkbar!\" unterbrach Kevin ihn. Der Tiger stellte zwei   \nKaffeebecher auf den Tisch und behielt den Dritten für sich. „Essen folgt. Dem Filzköter   \nhab ich dann grad mal klar gemacht, dass wir die Frühstücksburger trotzdem bekommen.   \nSind ja eh billiger, also was soll die Diskutiererei?!\" Er blähte sich förmlich auf, als er prahlte.\u0026nbsp;\n\n„Und er bringt sie uns gleich.\"  \nWas auch immer Kevin gestern Abend so schweigsam und nachdenklich hatte wirken   \nlassen, es war anscheinend überwunden. Marc und Jeff rutschten durch und er setzte   \nsich neben den Vulpinen. Zu seinem eigenen Unglück war der Tiger aber noch so sehr   \nmit seinem Sieg über den Kassierer beschäftigt, dass er vergaß, sich vorsichtig niederzulassen.\u0026nbsp;\n\n„Ay,\" schimpfte er über den Schmerz, der ihm blitzschnell vom Hintern aus durch   \nden Bauch zog. Er konnte auf die Schnelle nicht vermeiden, dass er zusammenzuckte.   \nSein Tail kräuselte sich und sein Gesicht verzerrte sich zu einer gepeinigten Grimasse.  \n„U-huh,\" kommentierte Marc. Dessen Anfangsverdacht, dass auch Kevin sich gestern   \nAbend (oder vielmehr heute Morgen) offenbar sehr gut amüsiert hatte, bestätigte sich   \nzunehmend. Er musste einfach eine Spitze ablassen, denn so, wie Kevin immer austeilte,   \nhatte er das ab und an verdient: „Na, hilft die Creme denn?\"  \n„Weiß nicht, was du meinst,\" brummelte der Tiger, als er sich erneut niederließ,\u0026nbsp;\n\ndiesmal langsam und mit deutlich angespannten Unterarmen. Die Muskeln zeichneten sich unter   \ndem Fell ab, als er sich am Tisch abstützte. Marc entschied, dass sein Freund ruhig sein   \nGeheimnis hüten sollte, vermutlich wusste Alex eh, was er getrieben hatte. Der Fuchs   \nhatte den Verdacht, als sei sein neuer Arbeitskollege nicht ganz unschuldig an Kevins   \nZustand. Spätestens morgen würde er den Wolf wiedersehen, dann könnte er ihn fragen.  \nErstmal gab es aber Wichtigeres zu bereden. „Schatz?\" Sowohl Jeff, als auch Marc selber   \nzuckten zusammen, für beide war diese Form der Anrede noch immer ungewohnt. Es war   \nfalsch und richtig zugleich. Zumindest ein Ziel war erfüllt, er hatte die ungeteilte Aufmerksamkeit des Mäuserichs.  \nEigentlich wollte Marc seinem Freund anbieten, dass er bei ihm bleiben könnte, falls   \nsein Stiefvater sich nicht gesprächsbereit zeigte, entschied dann aber, dass solch ein   \nGesprächsanfang eher kontraproduktiv wäre. Daher entstand erneut einer dieser unangenehmen Schweigemomente,\u0026nbsp;\n\nbis er seine Gedanken sortiert und einen besseren Einstieg gefunden hatte. „Brauchst die Ohren nicht so hängen lassen, ich helfe dir da durch,   \nheute.\"  \n„Ich bin eine Rennmaus, ich kann die Ohren nicht hängen lassen.\"  \nMarc war baff, er wusste nicht recht, was er darauf antworten sollte. Dafür war das für   \nKevin eine Bemerkung auf dem richtigen Niveau. „Bäm - owned! Maus: Eins, Fuchs: Null,\"   \nverkündete er. Als weder Jeff noch sein Freund darauf eingingen, schwieg er.  \n„Ich mein ja nur,\" setzte Marc fort. „Das wird schon, auch der kommt wieder runter. Nichts   \nwird so frisch gefressen, wie es gejagt wird.\"  \n„Du kennst ihn nicht,\" antwortete Jeff. Dann entsann er sich jedoch, dass Marc ihn das ein   \noder andere Mal bereits erlebt hatte und fügte hinzu: „... nicht richtig zumindest.\"  \n„Genug, um zu wissen, dass die Bezeichnung ‚fiese Ratte' gar nicht so unangebracht ist.   \nWas findet deine Mutter nur an ihm? Ich meine, eine Rennmaus und eine ordinäre Farbratte? Hallo?\"  \nJeffs Blick wanderte an Marc vorbei, geradewegs über dessen Schulter ins Nichts hinein.   \n„Anfangs war er anders. Netter, freundlicher, irgendwie. Zumindest zu uns. Zu meiner   \nMutter ist er immer gut, er ist fleißig, er hat uns in sein Haus aufgenommen, es fehlt uns   \nan nichts. Vor Jahren hat er sein gesamtes Leben umgekrempelt, um mit ihr zusammen   \nzu sein.\"  \nMarc schwieg. Kevin tat es ihm gleich, schaute sich aber gleichzeitig nach dem Essen um.   \n„Aber zu uns, mir und Daniel, ist er streng, manchmal laut, sogar ungerecht. Wenn sie   \naus dem Haus ist, wird er für uns unausstehlich. Hauptsache er hat seine Skatrunde und   \nsein Bier am Abend. Das einzige, was sie weiß ist, dass er abends, wenn sie nach Hause   \nkommt keinen Finger mehr krümmt.\"  \n„Habt ihr mal mit eurer Mutter darüber gesprochen?\" wollte Kevin wissen, als er sich   \nzurückdrehte. Das Essen war noch nirgends zu sehen. Marc war drauf und dran eine   \nähnliche Frage zu stellen. Er war erleichtert, dass auch Kevin sich auf das Thema einließ.   \nGerade, weil er sonst mehr der Blöde-Sprüche-Macho war, mit dem man sich nur schwer   \nernsthaft unterhalten konnte.  \n„Ja, Daniel, also mein Bruder, hat das mal versucht. Erst hat sie ihn gar nicht ernst genommen,\u0026nbsp;\n\nda hab ich ihr gesagt, dass er recht hat.\" Ein regelmäßiges Piepen ertönte vonhinter dem Tresen.\u0026nbsp;\n\nJeff ignorierte es so gut er konnte und fuhr fort: „Sie hat aber gemeint,   \ndass wir übertreiben und wollte ihn nicht ansprechen. Dann, ein paar Tage später hab ich   \nihr das noch mal alleine gesagt und sie meinte, sie redet mit ihm.\"  \n„Und?\" fragte Marc. Derweil tat sich etwas hinter Jeff. Zwar machte niemand Anstalten,   \ndas nervige Piepen abzustellen, aber verschiedene, papierverpackte Frühstücksburger   \nlagen schon auf dem für sie bestimmten Tablett.  \n„Ich war nicht dabei, aber am Ende meinte sie, dass wir tatsächlich übertrieben haben.   \nEr hat alles abgestritten, gemeint, warum er denn anders sein sollte, nur weil sie außer   \nHaus ist.\"  \n„Und dass er abends so faul ist, stört sie auch nicht?\"  \n„Nee, ja. Manchmal streiten sie sich darum. Sie macht ihm Vorwürfe. Aber wegkommen   \nvon ihm kann sich auch nicht. Einmal hat sie mir nach einem Streit gesagt, dass er das   \nalles nicht so meint, er arbeitet halt hart und da erwartet er nun mal, dass er am Abend   \nHause seine Ruhe hat. Und ihm gehört das Haus, also wären wir diejenigen, die ausziehen müssten.\"  \n„Klingt nicht so prall,\" kommentierte Kevin.  \n„Ach, wisst ihr, wenn er mich einfach nicht so sehr auf dem Kieker haben würde, oder mich   \nund Daniel, dann wär' alles andere egal. Aber ich weiß nicht,\u0026nbsp;\n\ner macht mich zwischendurch immer wieder so runter, er glaubt ich kann nichts und werde auch nichts im Leben.   \nWenn ... wenn das nicht wär, dann hätte ich auch kein Problem mit ihm. Aber jetzt, wie soll   \nich ihm denn JETZT noch klarmachen, dass ich ernst zu nehmen bin, er hält mich doch   \nfür eine ...\" er schluckte.  \n„Wart mal ab,\" beruhigte Kevin. „Blut ist dicker als Wasser. Und diesmal muss sie dir ja   \nglauben. Du hast ja nichts angestellt, sondern bist nur rausgeflogen, weil du ...\"  \nDer Tasmanier kam zum Tisch, in den Pfoten ein Tablett voller Burger. Er stellte es ab,   \nwünschte einen guten Appetit und verschwand wieder. Jeff beugte sich vor und senkte   \nseine Stimme. Jetzt klang er wieder ähnlich resigniert wie noch nach dem Aufstehen.   \n„Aber genau das ist doch das Problem, ich weiß nicht, wie ich ihr das sagen soll ... das   \nmit mir ...\" Er sah Marc an. „... uns. Was, wenn sie es schon weiß? Vielleicht hat er sie ja   \nauch schon angerufen?\"  \n„Darum sollten wir uns so früh wie möglich bei ihr melden. Punkt Eins.\" Marc wollte irgendetwas unternehmen,\u0026nbsp;\n\num seinem Mäusefreund bis dahin eine möglichst sorgenfreie Zeit zu   \nbescheren. „Komm, Pfote drauf, wir packen das!\" Er hielt ihm seine Faust hin. Jeff zögerte   \nkurz, dann checkte er sie mit seiner.  \n„Digger, du packst das!\" stimmte auch Kevin ein und checkte ebenfalls, erst mit ihm und   \ndann mit Marc. „So, und jetzt wird erstmal gegessen.\" Er deutete auf das Tablett.  \nMarc zählte die Verpackungen. „Neun? Ich dachte du hättest nur sechs Gutscheine.\"  \nKevin grinste. „Ja, der Rest geht auf mich. Hab ja gestern Abend doch keinen dritten   \nCocktail getrunken.\" Er stockte. Getrunken hatte er ihn schon, aber gezahlt hatten Adrian,   \nViktor oder Alex mit seinen Gutscheinen. „Aber geiler Service, mit an den Tisch bringen,   \noder? Wenn er's jetzt noch IRGENDWANN mal schafft, das verfuchste Piepen abzustellen,\u0026nbsp;\n\ndann ist er hier FAST schon qualifiziert für den Mitarbeiter des Monats.\" Der Tiger   \nsprach für Marcs Verhältnisse unangenehm laut. Offenbar beabsichtigte er, dass die gesamte Belegschaft ihn hörte.\u0026nbsp;\n\nAuch der Sarkasmus war unüberhörbar. „Trotteltölen alles!\"  \n„He he, Katzo, keine Speziesjokes, sonst frag' ich dich, was ein Tiger im Knast anziehen   \nmuss.\"  \n„Hä-Hä! Gar nix, er ist ja schon gestreift, der's alt!\" löste Kevin selber auf.  \nDennoch verstand Marc seine Verärgerung. Das Geräusch stach ihm förmlich in seine   \nempfindlichen Ohren. „Kommt zu McD, Audiospam inklusive.\"  \nJeff prustete, das war genau sein Humor.  \n„Na, danke dann.\" Der Fuchs griff sich den ersten Burger. Er roch nach Ahornsirup und Ei,   \nalles Andere als appetitlich.  \n„Ja, danke,\" stimmte auch Jeff ein.  \nSie fielen förmlich über die Burger her. Kevin hatte von jedem drei bestellt, denn sonderlich   \ngroß war die Auswahl an genießbarem Essen während der Frühstückszeiten nicht. Und   \nspezielle speziesangepasste Burger gab es auch nicht vor 11:30 Uhr. Dennoch tat das   \nEssen verdammt gut. Nach der langen Nacht und den Cocktails wirkten sogar das weiche   \nSesambrötchen und das lieblos dazwischengeklatschte Fleischpatty wie eine Wohltat. Als   \ndas Tablett nur noch aus einem Wust zerknüllter Umverpackungen bestand, lehnten sie   \nsich zurück und schlürften ihren Kaffee. Jeff hielt sich nachdenklich zurück, verfiel aber   \nwenigstens nicht mehr in seine absolute Antriebslosigkeit. Stattdessen blätterte er in der   \nKino-News, nahm aber nichts von den bunten Informationen in sich auf. Viel zu sehr war   \ner mit den bevorstehenden Gesprächen mit seiner Mutter und Stiefvater beschäftigt.  \nMarc und Kevin nippten an ihren Bechern und unterhielten sich über die Unterschiede   \nzwischen McD und ‚Whopperland', wie der Tiger Burger King nur noch nannte.  \nDann, so plötzlich, wie es angefangen hatte, hörte das Piepen auf. Eben noch war es   \nmarkdurchdringend zu hören gewesen und jetzt war es weg. Als hätte es nie existiert.   \nMarc kam es so vor, als fehle nun etwas. Sein Kopf, der sich allmählich von den Strapazen   \ndes Vorabends erholte, summte noch immer die Tonlage.  \nKevin machte eine Danke-großer-Leo-Geste zum Himmel. „Hat er's endlich geschafft.\"   \nNach einem weiteren Schluck Kaffee ankündigte er an, dass er am Nachmittag für ein   \npaar Stunden weg müsse, aber einem gemeinsamen Abend nichts entgegensprechen   \nwürde.  \n„Dann kannst du uns ja gar nicht beistehen, wenn wir zu Jeff fahren sollten, oder?\"  \n„Naja, doch. Ich bin flexibel. Ich mache Haushüten bei mein' Nachbarn, weißt schon,   \nBriefkasten füttern, Blumen leeren, Fische gießen.\" Er grinste zufrieden. Marc rollte mit   \nden Augen und fragte sich, seit wie vielen Minuten der Felide sich wohl diesen lahmen   \nSpruch zurechtgelegt hatte. „Gibt Kohle und die Zeit kann ich mir einteilen, aber irgendwann vor heute Abend muss ich hin.\n\n\" Er überlegte. „Ich kann auch jetzt gleich los, dann   \nbin ich bis Drei, halb Vier wieder da.\"  \nMarc fand die Idee gar nicht so verkehrt. Beim Telefonat mit Jeffs Mutter wäre Kevin somit   \nnicht da, das passte. Später, wenn er die Rennmaus zu sich nach Hause begleiteten sollte,\u0026nbsp;\n\nschien es ihm nach wie vor eine gute Idee, den Tiger dabeizuhaben. Wenn sie zu Dritt   \nauftauchten, was sollte sein Stiefvater dann tun? Vielleicht, so überlegte er weiter, wäre   \nes gar keine so schlechte Idee, wenn Jeff so oder so die nächsten Tage bei ihm schlief,   \nzumindest solange seine Mutter noch unterwegs war. Er stimmte Kevins Idee zu. Der Tiger würde anrufen,\u0026nbsp;\n\nsobald er auf dem Rückweg war. Als der Kaffee zur Neige ging und   \nsie aufbrachen, hatte sich der Laden nur mäßig gefüllt, aber sie waren bei weitem nicht   \nmehr die einzigen Gäste.  \nMarc warf kurze Zeit später die Frage in den Raum (vielmehr in den Bus), was die Anderen denn davon hielten,\u0026nbsp;\n\nAlex erneut um Rat zu fragen, aber Kevin gefiel die Idee nicht,   \ndas Ruder aus der Pfote und einem ihm kaum bekannten Wolf zu geben. Der Fuchs rollte   \nmit den Augen. „Wenn du mal nicht die 100%ige Kontrolle hast, drehst du auch gleich   \ndurch, oder?\"  \nDer Tiger wurde kreidebleich unter seinen Streifen. Jetzt war er es, der meinte, wenn das   \nGespräch noch eine Minute weiter ging, würde Marc ihm aus dem Gesicht ablesen können,\u0026nbsp;\n\ndass er gestern (beziehungsweise immer noch heute Morgen) genau dies getan hatte,\u0026nbsp;\n\nund zwar auf eine recht radikale Weise. Aber auch er irrte sich, Marc war lediglich verwundert darüber,\u0026nbsp;\n\ndass er auf seinen Satz keine forsche Gegenreaktion bekommen hatte.   \nJeff lehnte Alex' Intervention jedoch ebenfalls ab und somit war das Thema vom Tisch.   \nKevin stieg gar nicht erst aus. Er versprach Eile und fuhr gleich weiter. Somit hatten Jeff   \nund Marc etwas Zeit für sich. Es war inzwischen weit nach 11 Uhr und draußen stieg die   \nMittagshitze zu neuen Höhenflügen. Die Kühle des Backsteinhauses von Marcs Eltern tat   \nbeiden gut. Marc hechelte, als er durch die Tür trat. Neidisch fiel ihm auf, dass Jeff die   \nHitze besser zu vertragen schien.  \n‚Klar, Wüstenrennmaus', dachte er bei sich, als sie beide die Treppen hochstiegen. Der   \nsexy Mäusehintern wackelte ihm direkt vor der Nase, Jeffs maskuliner Nagerduft verführte   \nseine Sinne.\u0026nbsp;\n\nWeder er noch sein Freund hatten sich seit ihrem Besuch im Orange geduscht und somit\u0026nbsp;\n\nnahm Marcs feine Kanidennase jedes Details des vorherigen Tages in sich auf.\u0026nbsp;\n\nEinzig und allein der chemische Geruch nach ... wie hieß das Zeugs noch gleich   \n...? Na, der war jedenfalls weg. Bei den Eindrücken und Erinnerungsfetzen spannte sich   \nMarcs Felltasche, er zwang sich aber zur Ruhe. Jetzt war nicht der richtige Zeitpunkt.   \nIn seinem Zimmer nahm er Jeff erst ein Mal in den Arm. Er redete seinem Freund erneut   \ngut zu, dass sie das Problem mit seinem Stiefvater schon klären würden und versprach   \nalle Hilfe, die er geben konnte.  \n„Danke, sehr lieb von dir,\" sagte Jeff mit leiser Stimme. So hielten sie sich weiter fest und   \nkamen allmählich zur Ruhe. Kein Radio war an, kein Kevin warf Bemerkungen in den   \nRaum, keine Fritteuse piepte und keine Boxen beschallten eine Poledance-Show. Alles   \nwar still, sogar die draußen vorbeifahrenden Autos waren kaum zu hören.   \nJeff hatte seinen Kopf an Marcs T-Shirt gekuschelt und hielt ihn mit den Pfoten um die   \nTalje geschlungen fest. Das Rascheln vom Brustfell des Fuchses, das bei jedem Atemzug   \nam Stoff rieb, erfüllte seine großen Ohren. Es wirkte sehr beruhigend. Aber irgendwann   \nverlagerte Marc sein Gewicht auf sein anderes Bein und spannte sich an, als sei ihm   \netwas unangenehm.  \n„Schatz, ich würde gerne ...\"  \n„Nein,\" jammerte Jeff gespielt theatralisch. „Nicht jetzt!\"  \nMarc verweilte ein paar Sekunden länger und versuchte es dann erneut. „Du, ich würd'   \nlieber erst duschen, ich ...\"  \nJeff klammerte sich fester an seinen Oberkörper. „M-mh, bleib hier.\" „Aber ich ...\" Marc war sicher,\u0026nbsp;\n\ndass er - gerade als Fuchs - nach dem Sex am Vorabend   \nund dem heute Morgen im Club einen für Außenstehende strengen, vulpinen Geruch   \nentwickelt haben musste. Da er nicht viel von Fellpuder hielt (ja, es half, aber sich mit   \ndem Zeug komplett durchkämmen war ihm stets zu aufwendig gewesen) sprang er lieber   \nregelmäßig unter die Dusche oder gleich in die Wanne.  \nJeff konnte die Besorgnis seines Freundes nachvollziehen, aber sie war unbegründet.   \nSicher, Füchse waren bekannt für einen starken Eigengeruch, einige Taxiunternehmen   \nhatten bis vor wenigen Jahren noch spezielle Fuchs- und Skunkwagen und verlangten   \nbei der Bestellung die Spezies der Fahrgäste genannt zu bekommen, aber mit Aufkommen von Duftkillern,\u0026nbsp;\n\nden Neutra-Sprays, kurz NSpray genannt, die wirklich gut funktionierten, war diese Diskriminierung immer weiter zurückgegangen.\u0026nbsp;\n\nZu guter Letzt hatte die Politik dann auch noch eingegriffen und per Gesetz gleiche Behandlung für alle Anthros,   \negal welcher Spezies, festgesetzt. Jahr für Jahr glichen sich die Artenverhältnisse etwas   \nbesser aus, die Führungspositionen waren schon lange nicht mehr einzig und allein von   \nLöwen und Wölfen, Drachen und Bären besetzt, auch die schwächeren Mitglieder der Gesellschaft\u0026nbsp;\n\nemanzipierten sich und eroberten seit nunmehr fast 100 Jahren alle Ämter und   \nPositionen. In den modernen Zeiten fand man inzwischen Füchse, Hauskatzen, Wiesel,   \nNager und sogar Skunks in allen Bereichen der Wirtschaft, des Sports, der Wissenschaft   \nund der Politik. Für ein heute geborenes Junges wäre es unvorstellbar, dass es noch 60   \nJahre zuvor spezielle Skunkbusse gab.  \nFür Jeff war alles in Ordnung. „Bleib, bitte!\" Er schob seinem Freund das T-Shirt hoch und   \nkuschelte seine Nase tief in sein Brustfell. Es roch tatsächlich streng vulpin, stark und   \nmännlich, nach Marc, nach Liebe, nach Glück und Geborgenheit. Das war alles, was er in   \ndiesem Moment brauchte. Er drückte seinen Freund sanft in Richtung Bett. Marc zögerte,   \naber Jeff hatte die Initiative ergriffen. Gemeinsam ließen sie sich auf die kühle Sommerdecke fallen.\u0026nbsp;\n\nDer Mäuserich kuschelte sich wieder an die warme Brust und schloss die   \nAugen. Es roch so gut und so vertraut, aber er lauschte auch dem Herzklopfen, spürte   \ndas Kitzeln des Fuchsfells in seinen Ohren und nahm die angenehme Wärme dankbar   \nauf. Seine Sorgen verflogen. Am liebsten würde er für immer hier bleiben. Dann forderte   \ndie lange Nacht ihren Tribut, trotz des Kaffees wurde er müde. Weil er sich so wohl fühlte   \nauf Marcs Brust, bekämpfte er sie nicht, sondern gab sich ihr hin. Minuten später war er   \neingeschlafen.  \nDer Fuchs war noch immer unsicher, ob er nicht zuerst ins Bad sollte, aber Jeffs Anhänglichkeit beruhigte ihn.\u0026nbsp;\n\nEs fühlte sich gut an, den kleinen Mäuserich so verkuschelt   \nzu sehen, er lächelte und schnaubte zufrieden. Mit jedem Atemzug hob und senkte sich   \ndessen Kopf auf Marcs Brust. Er faltete die Arme um seinen Freund. Auch ihm waren die   \nnegativen Gedanken wie weggeblasen, es gab nur ihn und Jeff. Alles war gut. Schon bald   \ndöste auch er ein.  \n-„Wie spät ist es?\"  \nJeffs Stimme holte ihn aus dem Reich der Träume zurück in die Wirklichkeit. Der Schlaf   \nhatte Wunder gewirkt, er fühlte sich wesentlich fitter, als den gesamten Vormittag über. Als   \ner die Augen öffnete, schaute er seinem Freund direkt ins Gesicht. „Hmh?\"  \n„Ob du weißt, wie spät es ist,\" wiederholte Jeff die Frage. Er hatte, ähnlich wie heute Morgen,\u0026nbsp;\n\neine plattgelegene und leicht feuchte linke Seite. Marc schmunzelte. Wahrscheinlich   \nhatte er so entspannt geschlafen, dass er in sein Brustfell gesabbert hatte. Der Fuchs   \ngähnte zufrieden, sodass sich seine Zunge kringelte. „h ...\" Er rieb sich die Augen, um   \nklar sehen zu können. Dann blinzelte er in Richtung Stereoanlage und erschrak. „Damn,   \nZwanzig nach Eins.\"  \nAuch Jeff schrak hoch. Mit einer Pfote wischte sich durchs Gesicht, was alles nur noch   \nschlimmer machte. Marc gluckste. Sein Freund sah aus, als sei er eine tollwütige Straßenmaus.\u0026nbsp;\n\nEine exotische und enorm gut aussehende, aber dennoch tollwütige Straßenmaus.  \n„Ich muss anrufen. Bevor ...\" Jeff war aufgesprungen, setzte sich aber noch ein Mal, weil   \nsein Kreislauf so schnell nicht hinterherkam. Marc erhob sich ebenfalls.  \n„Klar.\" Seine Brust war tatsächlich feucht. „Wohnzimmer.\" Sie gingen runter. Auf die Frage,\u0026nbsp;\n\nob er dabei sein sollte, wenn Jeff seine Mutter anrief, druckste dieser rum. Er schien   \ndie Idee nicht als allzu beruhigend zu empfinden. Sicher, vermutlich war es das Beste,   \nwenn Marc seinen Freund dabei allein ließ.   \n„Ich geh so lange ins Bad. Du schaffst das.\" Er gab ihm einen Kuss auf die struppige   \nWange. „Ich liebe dich.\"  \n„Ich liebe dich auch,\" sagte Jeff gerade noch rechtzeitig, bevor der Fuchs die Wohnzimmertür hinter sich schloss.\u0026nbsp;\n\nMarc verlor keine Zeit, er würde nicht lauschen, das wäre ein   \nVertrauensbruch, also verschwand er umgehend im Bad.  \nDie Dusche tat sehr gut. Er konnte förmlich spüren, wie die Mattheit aus seinem Fell gespült wurde.\u0026nbsp;\n\nGleich zwei Mal nahm er Fellshampoo nach und wusch sich sehr ausgiebig.   \nAußerdem wollte er vermeiden, dass er womöglich fertig war, noch bevor Jeff aufgelegt   \nhatte. Je mehr Überbleibsel des Vorabends er sich aus dem Pelz schrubbte, umso mehr   \nKraft kehrte zu ihm zurück. Als er irgendwann unter seiner Tailbase den Schaum verteilte   \nund die Pfotenballen auch über sein Tailhole gleiten ließ, schauderte ihm wohlig.\u0026nbsp;\n\nEr drückte mit einem Finger gegen die zarte Haut. Das Shampoo ließ ihn einfach so drüber und   \nsogar ein Stück hineingleiten. Die zarte ffnung gab mit schwachem Widerstand nach.   \nMarc murrte entspannt. In seiner Felltasche bahnte sich eine leichte Schwellung an.   \nEr zog den Finger zurück. Sein Tailhole zuckte sehnsüchtig, jedoch war jetzt nicht der richtige Zeitpunkt,\u0026nbsp;\n\nes gab Wichtigeres zu tun. Er nahm sich vor, sich das nächste Mal genau   \ndort verwöhnen zu lassen und beließ es dabei.   \nAls er kurz darauf aus der Dusche gestiegen und gerade dabei war, seinen Tail so gut es   \ngeht abzutrocknen, hörte er die Wohnzimmertür. Er schwang sich sein Badetuch um die   \nHüfte und kam aus dem Bad.  \n„Ich hab sie erreicht.\" Der Renner wirkte besorgt, strahlte aber auch eine entschlossene   \nStärke aus. Zumindest kam es Marc so vor.   \n„Und?\"  \nJeff ignorierte den feuchten Pelz und umarmte seinen Fuchsfreund. „Sie weiß es.\" Er   \ndrückte fest zu.  \nMarc gab ihm den Halt, den er brauchte. Er erwiderte die Umarmung und streichelte seinen Rücken.\u0026nbsp;\n\n„Von dir, oder hat ...?\" „Nein, nein, schon von mir.\" Er atmete tief durch.  \n„Hat sie dir geglaubt?\"  \n„Dass ich schwul bin? Das, ja! Sie ... sie hat sogar mehrfach gefragt, ob ich mir wirklich   \nsicher bin und ob ich nicht doch nur eine Phase durchmache und so.\"  \n„Oh-kay ... und weiter?\"  \n„Naja, sie glaubt mir immer noch nicht, dass er sich immer anders verhält, sobald sie mal   \nnicht da ist, aber dagegen, dass er mich rausgeschmissen hat, kann sie ja nun nichts   \nsagen.\"  \n„Außerdem wird er das ja auch ihr gegenüber zugeben, oder nicht? Ich meine, so sauer,   \nwie er war?! Dann steht er doch hoffentlich auch dazu.\"  \n„Ich hab keine Ahnung. Sie meinte, sie ruft ihn an und redet mit ihm. Ich hab gesagt, sie   \nsoll mir diesmal bitte glauben.\"  \nJeff erzählte, dass er in ein paar Minuten erneut durchrufen sollte. Um selber duschen zu   \ngehen, war er zu aufgeregt, also leistete Marc ihm einfach Gesellschaft. Er zog sich eine   \nShorts über und lümmelte sich in einen der Beanbags. Jeff setzte sich ihm gegenüber.   \nDer Vulpine hatte vorgeschlagen, ein neutrales Gesprächsthema zu wählen, damit sein   \nFreund sich nicht minutenlang noch nervöser reden würde und so diskutierten sie, was   \nsie die nächsten Tage alles unternehmen konnten. Das war auch keine so gute Idee, denn   \nwie sich herausstellte erinnerte es Marc lediglich an die bevorstehende Arbeit und jeder   \ndritte Satz von Jeff endete mit so etwas wie ‚... aber ich muss erstmal gucken, wo ich   \ndann wohne' oder ‚... falls ich dann wieder zu Hause rein darf'. Marc wusste nicht recht,   \nwie er ihm helfen konnte, also versuchte er einfach, ihm Mut zuzusprechen.\u0026nbsp;\n\nUm die unangenehmen Schweigeminuten zu kaschieren, schaltete der Fuchs die Stereoanlage ein   \nund wählte Sunshine Live.\u0026nbsp;\n\nMit seinem neuen Digitalradio-Receiver konnte er seinen Lieblingssender endlich auch bei sich zu Hause empfangen,\u0026nbsp;\n\nohne dafür seinen Laptop in den umständlichen und qualitativ minderwertigen Online-Stream einzuklinken.\u0026nbsp;\n\nSonntags auf SL, wie er es nur noch nannte, liefen um diese Zeit immer Dance-Charts und das war - in   \ngedämpfter Lautstärke - genau die richtige Hintergrundbeschallung, die er jetzt brauchte.  \nJeff hielt das Gespräch jedoch nicht sehr lange durch. Es war nicht der spärlich bekleidete   \nFuchs, der ihn ablenkte, sondern vielmehr das Telefon. Es lockte ihn, es verlangte, es   \nschrie förmlich nach ihm. Gegen seine Macht konnte er sich nicht dauerhaft wehren. „Ich   \nruf jetzt zurück,\" entschied er, als er die Ungewissheit nicht länger aushielt.  \nMarc schaute auf die Uhr, es waren kaum zehn Minuten vergangen. „Willst du nicht noch   \nwarten? Wenn besetzt ist, rotierst du nur noch mehr.\"  \n„Ich kann nicht mehr warten.\" Mit diesen Worten stand er auf und ging nach unten. Sein   \nFreund blieb alleine im Zimmer zurück. Auch diesmal würde er Jeff das Telefonat alleine   \nführen lassen, also drehte er die Musik lauter und erhob sich. Sein feuchtes Fell hatte   \nauf dem Stoff eine Silhouette seines Rückens hinterlassen. Er sah sich im Zimmer um.   \nNachdem er eine Woche lang nicht sauber gemacht hatte, lag alles voller Fellfusseln und   \ndas nicht nur von ihm. Deswegen und um sich zu beschäftigen, schüttelte die Decken aus,   \nwas zur Folge hatte, dass Unmengen Haare durch de Luft wirbelten. Die Verbliebenen   \nsammelte er mit einem Fellroller vom Laken. Er drehte sich um und rollte mit den Augen.   \nAls Ergebnis seiner Aktion hatten sich die Haare über beide Beanbags sowie sämtliche Regale und den Schreibtisch verteilt.  \n„Hmpf! Okay ...\" kommentierte Marc sich selber. „Wo ist denn ...?\" Er holte Staub- und   \nFellwedel und begann damit, die eben verteilten Büschel von den Oberflächen einfach auf   \nden Boden zu wischen. Dort konnte er sie gleich problemlos aufsaugen.\u0026nbsp;\n\nSeit dem Winterfellwechsel stand der Staubsauger des Obergeschosses bei ihm im Zimmer.\u0026nbsp;\n\nEr war Tag für Tag, Woche für Woche und schließlich Monat für Monat zu faul gewesen, ihn wieder   \nin die Kammer zu räumen. Sein Bruder hatte einen eigenen Tragbaren und da Marc und   \ner so oder so verantwortlich waren, die Obergeschossflure zu saugen, hatten auch seine   \nEltern nicht wirklich eingegriffen. Jetzt kam es ihm gelegen, dass er das Gerät nicht erst   \nholen musste. Just als er den Stecker einsteckte, kam Jeff die Treppen hoch. Marc lehnte   \nden Stiel an den Schrank. „Na, was sagt sie?\"  \n„Sie hat ihn erreicht. Er hat wohl tatsächlich versucht, es runterzuspielen.\"  \n„No way!\"  \n„Doch, aber sie sagt, sie hat mit ihm gesprochen und ich darf wieder rein.\"  \n„Ja, aber hat sie auch gesagt, wie er drauf ist?\"  \nHier stutzte Jeff sichtbar. Er wusste es nicht und genau das machte ihm Angst. „Nein,\"   \ndruckste er. Sein Hals schwoll ihm zu.  \nHinter Marc endete gerade der Song und der Sender wechselte in die Werbung. Gegen   \ndie laute Stimme, die aktuelle Angebote einer Supermarktkette verkündete, erhob er seine   \nStimme und wiederholte sein Versprechen: „Ich komme mit zu dir. Du bist da nicht alleine.   \nUnd Kevin wollte ja auch kommen.\"  \n„M-hm.\" Jeff schaute eingeschüchtert, berappelte sich dann aber und umarmte seinen   \nFreund. Diesmal war es der Mäuserich, der Küsse verteilte. Er drückte Marc erst einen   \nauf die Wange und dann noch einen seitlich auf die Lefzen. „Danke.\"  \nMarc erwiderte den Kuss. „Nicht nötig. Ich hab dich doch lieb.\"  \n„Ich hab dich auch lieb,\" bestätigte Jeff. Sie hielten sich in den Armen, bis dem Fuchs die   \nFelltasche zu eng wurde, was nicht lange dauerte. Der warme Mäusekörper und der heiße   \nAtem, der ihm durch das Nackenfell wehte, erregten ihn, ohne dass er etwas dagegen   \ntun konnte. Er zwang sich zur Ruhe, dies war noch immer nicht der richtige Augenblick.   \nSchließlich war es aber sein Freund, der die Umarmung auflöste. „Ich werd' dann mal   \nduschen,\" verkündete er.   \nDas tat er dann auch. Marc spielte den Hausfuchs und saugte währenddessen alle Räume,\u0026nbsp;\n\ndie es seiner Meinung nach nötig hatten sowie den Flur. Da Jeff nichts Eigenes zum   \nWechseln dabei hatte, legte er ihm frische Kleidung hin, Teile,\u0026nbsp;\n\ndie ihm schon seit Längerem zu eng oder zu kurz waren.  \nNachdem der Mäuserich wieder angezogen war, aßen sie gemeinsam Müsli. Die Burger   \nhatten bei beiden nicht lange vorgehalten, irgendwie - so fand Marc - taten sie das nie,   \negal wie groß sie waren. Den frühen Nachmittag über räumten sie gemeinsam das Haus   \nauf. Während der Fuchs das Bett neu bezog, wusch Jeff unten in der Küche das benutzte   \nGeschirr ab. Er hatte sich freiwillig angeboten, denn seine Pfoten waren wesentlich dünner behaart als die seines Freundes.\u0026nbsp;\n\nUnd Marc hasste Latexüberzieher, die ziepten immer   \nso am Fell. Während der ganzen Zeit redeten sie nicht viel miteinander. Der Fuchs hatte   \nnoch immer kein Patentrezept gefunden, wie er seinem Schatz, wie er Jeff mittlerweile auch in seinen Gedanken nannte,\u0026nbsp;\n\nhelfen konnte, also beließen sie es dabei.  \nDer Wüstenrenner fegte gerade durch den Flur im Erdgeschoss, als das Telefon klingelte.   \n\\*Rumms, Rumms, Polter, Bumm, bumm, bumm!\\* war Marc die Treppe runtergerannt.   \nWenn seine Mutter jetzt zu Hause wäre, hätte sie ihm vermutlich eine Standpauke gehalten,\u0026nbsp;\n\nwie alt die Holztreppe sei und dass sie nicht gedacht war, für solch ein wildes Draufrumgetrampel und bla bla bla ...  \nAber das war sie ja nun mal nicht, also hielt er sich an der Zierleiste über seinem Kopf fest,   \nschwang sich mit ihrer Hilfe um die Kurve ins Wohnzimmer, dass sein Tail nur so an den   \nTürrahmen knallte. Er unterdrückte den daraus resultierenden Aufschrei und griff stattdessen das Telefon.\u0026nbsp;\n\nWarum stellte er das auch jedes Mal wieder zurück auf die Station,   \nwenn es doch tragbar war? Auf dem Display leuchtete Kevins Handynummer. Er zog die   \nVerlängerung für lange Schnauzen heraus und drückte die ‚Abnehmen'-Taste.  \n„Hey!\"  \n„Yo! Schlechte Nachrichten.\"  \nWährend Marc den Hörer zwischen Schnauze und Schulter einklemmte, um sich die   \nschmerzende Tailmitte zu reiben, erklärte Kevin, dass er heute nicht mehr zu ihnen fahren   \nkönne.   \n„Meine Eltern wollen zum Hafen, da's wohl heute so'n Felidenfest und ich soll auf mein'   \nklein' Bruder aufpassen.\"  \n„M-hm, ‚Feli-Days, alles für die Katz', ich weiß,\" stimmte Marc zu. „Hängen überall Plakate   \nvon rum. Is 'nen anderes Wort für ‚ein Anlass zum Saufen', mehr nicht.\"   \n„Scheiße, müsst ihr wohl alleine da hin.\"  \n„Ja, kann man nicht ändern. Viel Spaß mit dei'm Bruder.\"  \nKevins Stimmlage zeugte von wenig Begeisterung. „Joah, mal sehen. Viel Glück Euch.\"  \n„Danke. Cya!\"  \n„Cya.\"  \nEr schob die Verlängerung ins Gehäuse und stellte das Telefon zurück auf die Basisstation. „Kevin kann nicht.\"  \n„Hab's gehört. Und nu'?\"  \nMarc brauchte einige Sekunden, bis er eine Antwort gefunden hatte. Das kam zwar unerwartet,\u0026nbsp;\n\naber je länger er darüber nachdachte, umso klarer wurde ihm, dass sie auch   \nohne den Tiger auskämen. „Ganz einfach - wir fahren zu zweit.\"  \n„Hmmkay.\"  \nJeff spannte sich die folgenden Minuten sichtbar an. Seine Bewegungen wurden steif und   \nmechanisch. Die Vorstellung, dass es nun so weit sei und sie seinem Stiefvater gegenübertreten würden, machte ihn nervös.\u0026nbsp;\n\nAuch während er seine Sachen zusammenräumte   \nund sie kurz darauf das Haus verließen, änderte sich daran nichts.\u0026nbsp;\n\nIm Gegenteil. Zusätzlich schwieg er jetzt auch noch.  \nMarc fühlte sich hilflos, gerne hätte er seinen Freund zur Aufmunterung gedrückt oder ihm   \neinen Knutscher verpasst, aber beides war nicht mehr möglich, seit sie aus der Kühle des   \nFlurs hinaus in die Mittagshitze getreten waren. Nicht nur, dass Jeff solcherlei Gesten in   \nder ffentlichkeit unangenehm waren, nein, schon auf den ersten Metern hatte Marc zudem mit seinen ganz eigenen Problemen zu kämpfen:\u0026nbsp;\n\nDie Sonne brannte erbarmungslos, sodass er bereits nach kurzer Zeit stark hechelte.\u0026nbsp;\n\nEr tat das einzig Mögliche und band sich sein T-Shirt um die Hüfte.\u0026nbsp;\n\nViele Furs, die sie auf der Straße sahen, trugen ähnlich wenig   \nKleidung. In den Sommermonaten war dieses Bild nichts Ungewöhnliches.  \nDer Bus dagegen war so kühl runterklimatisiert, dass sich ihm der Pelz aufplusterte, was   \ndas anschließende Aussteigen noch unangenehmer werden ließ.  \nJeff schien die hohe Temperatur nichts auszumachen. Da sie jedoch bis zu ihrer Ankunft   \nnoch immer kein Wort gewechselt hatten, gab es auch keinen Schlachtplan, als er mit   \nzitternder Pfote den Schlüssel ins Schloss steckte und die Haustür öffnete. Als sie eintraten,\u0026nbsp;\n\nroch es schlagartig nach Nager. Marc fühlte sich sofort wie ein Fremdkörper in   \neiner unbekannten Umgebung. Das machte es ihm nicht gerade leicht, seine Stärke und   \nEntschlossenheit beizubehalten.  \nDas Haus war kühl, die Backsteinmauern boten offenbar guten Schutz gegen die Hitze,   \nnur vom Wohnzimmer aus drang Wärme hinein. Dort hörten sie auch die Stimmen. Jeff   \nging voran. Die Tür zur Terrasse stand ein Stück weit auf und unter dem Baldachin saßen   \nzwei Ratten und unterhielten sich. Sie bemerkten die Besucher nicht,\u0026nbsp;\n\neiner mischte beiläufig Spielkarten und der andere kritzelte etwas auf einen Notizblock.\u0026nbsp;\n\nVon Jeffs Stiefvater war allerdings keine Spur zu sehen.  \nJeff erkannte die beiden. „Das ist die Skatrunde, mit der ...\" Weiter kam er nicht.  \n„Du!\" bollerte es hinter ihnen. Sie drehten sich schlagartig herum.  \n„H-Hallo Roland,\" begrüßte Jeff seinen Stiefvater. Die Ratte, die ihnen gegenüberstand,   \nwar fast so groß wie Marc, nur wesentlich kräftiger gebaut. Ihre Arme waren ohne Fell   \ngenauso dick wie die des Fuchses mit Fell. An seiner linken Schulter guckte das Tattoo   \nseiner ehemaligen Bikergang, den Harley Rats unter seinem Shirt hervor. Es war die   \nZahl 818, verziert mit einer Rose und umrandet von einem Rattentail. Rolands Fell war   \ngleichmäßig dunkelbraun. An seinem linken Ohr fehlte ihm ein Stück und unter dem linken   \nAuge zeugte eine Unebenheit im Fell von einer Narbe in der Haut darunter, die, seinen   \nErzählungen zufolge, von einem Kampf mit einem Polizisten herrührte. Zwar waren die   \nZeiten seiner wilden Jugend seit Jahren vorbei, aber sein Erscheinungsbild war dennoch   \nFurcht einflößend.  \n„Und das, ist das dein Schwuchtelfreund?\"  \nMarc zuckte unwillkürlich zusammen. Jeff holte tief Luft, als sammle er allein dadurch   \nKraft. „Du kennst ja Marc.\"  \nEr musterte den Fuchs widerwillig und grunzte dabei. Der war clever und hatte sich sein   \nT-Shirt vor Betreten des Hauses wieder angezogen. Dennoch kam eine abschätzige Bemerkung:\u0026nbsp;\n\n„Für dich kann deine Mutter sprechen, aber ich will keine fremde Schwuchtel in   \nmeinem Haus haben.\"  \n„Mit Verlaub, Herr ...\" fing Marc an, aber weiter kam er nicht.  \n„DICH hat niemand gefragt. Das ist immer noch mein Haus, da mache ich die Regeln.\"  \nMarc legte die Ohren an. Zum Glück sprang Jeff ein. „Zieh ihn da nicht mit rein, du bist   \nsauer auf mich.\"  \n„Ich bin nicht sauer auf dich.\" Er lachte herablassend und machte ein abwertende Geste.   \n„Schau dich an. Füchse als Freund, hörst den ganzen Tag nur Techno,\u0026nbsp;\n\nhüpfst auf der Rollschuhbahn herum wie so' ne Ballerina ...\" „Ich skate mit Inlinern, das ist etwas ganz An ...\"  \n„... und ansonsten kannst ja auch nur daddeln. Hilflos bist du. Musst deine Mutter anrufen,   \ndamit sie dich verteidigt. Kannst du das nicht alleine? Kein Wunder, dass aus dir so ein   \nWeichei geworden ist!\" Jeff schwieg. Marc konnte zusehen, wie sein Freund immer eingeschüchterter wurde.\u0026nbsp;\n\n„Häh? Muss Mami ihrem Schwuchtelsohn jetzt beistehen? Du hängst   \ndoch mit 27 noch planlos zu Hause rum.\"  \nMarc hatte keine Ahnung, wo dieser haltlose Vorwurf jetzt herkam. Jeff schon.\u0026nbsp;\n\nSchon immer hatte er als zierliche Wüstenrennmaus den Erwartungen der alteingesessenen,\u0026nbsp;\n\nkräftigen Ratte nicht entsprochen. In Rolands Welt, in der sich ein Kerl nur dann ein Kerl war,   \nwenn er kräftig zupacken, saufen, Harley fahren und laut rumgrölen konnte, war Jeff nicht   \nernst zu nehmen. Diese Ansicht hatte dieser sich bereits über Jahre anhören müssen.  \n„Nein, werde ich nicht, ich ...\" Jeffs Stimme klang brüchig. Er wusste nicht, was er darauf   \nantworten sollte.  \n„Oh, das wirst du.\" Roland tat einen Schritt auf Jeff zu. Marc trat umgehend dichter an   \nseinen Freund. In ihm wuchs die Wut darüber, wie dieser fiese Kerl den Mäuserich fertigmachte.\u0026nbsp;\n\n„Alleine kannst du doch nichts. Sogar die Brote muss dir jeden Morgen deine   \nMutter schmier'n und du hast nix besseres zu tun, als dich derweil gemütlich in den Arsch   \nficken zu lassen von ...\"  \n„UND WAS GEHT DICH DAS AN?\" Jeff baute sich auf. Offenbar hatte Marc seine Körpersprache falsch gedeutet.\u0026nbsp;\n\nSein Freund hatte sich gesammelt, er hatte seine Wut aufflammen lassen,\u0026nbsp;\n\nbis sie sich zu einem Lauffeuer entzündet hatte, weiter gewachsen war   \nund sich nun in seinem ganzen Körper ausbreitete, wie ein lodernder Flächenbrand, so   \ngroß, dass sie jetzt mit aller Macht aus ihm rausplatzte. Sogar Roland trat den Schritt   \nwieder zurück, den er eben noch nach vorne gekommen war. Jeff war entfesselt. Es war   \nganz plötzlich gekommen, er hatte es nicht kommen gesehen, aber irgendetwas, vielleicht   \nMarcs Anwesenheit oder die Tatsache, dass Roland seinen Freund beleidigt hatte, löste   \netwas aus in ihm. Er war lange genug schlechtgemacht worden! Heute würde er einen   \nSchlussstrich ziehen! Genug war genug!  \n„Das ist mein Haus, natürlich geht ...\"  \n„DANN KLEMM DIR DEIN VERSCHISSENES HAUS DOCH SONST WO HIN,\" schrie Jeff   \nförmlich. Dann griff er nach seinem Handy, senkte die Stimme und zischte, „Hier, und sag   \nes ihr selber. Sag ihr, dass du mich rausschmeißt! Und sie gleich mit! Aber das traust du   \ndich nicht. Dann sind wir nämlich beide weg. Und dann sitzt du in deinem KACK - Haus   \nalleine.\"  \n„Wie redest du mit mir?\" Wut blitzte in den Rattenaugen auf. Marcs Bauch kribbelte. Es   \nkonnte nicht abschätzen, wie der alte Nager reagieren würde.  \nJeff blieb davon unbeeindruckt. Sein Schutzwall war gebrochen, er ließ seinen Gefühlen   \nfreien Lauf. „So wie es mir passt. Falls es dir entgangen ist, ich bin 18 und DU nicht mein   \nVat e r.\"  \n„Und du meinst, ich werde mich von einem dahergelaufenen Jugendlichen, einer   \nSchwuchtel noch dazu, anmachen lassen? Wie kommst du dazu?\"  \nMarc überlegte, ob das Gespräch mit Kevin im Raum wohl ruhiger abgelaufen wäre,\u0026nbsp;\n\nimmerhin war er eine Großkatze, womöglich hätte er den Nager eingeschüchtert,\u0026nbsp;\n\nkam dann aber zu dem Schluss, dass seine Präsenz den alten Exbiker noch mehr provoziert hätte.  \n„Weil ich die Schnauze voll habe.\" Jeff wirkte jetzt ruhiger, seine Worte waren überlegter.   \nEntsprechend schärfer trafen sie. „Ich bin weder dein Sohn, noch dein Sündenbock, noch   \ndein Druckventil für schlechte Laune! Ob ich INLINE-skate oder was für Musik ich höre,   \nist allein meine Sache!\"  \n„Du wirst ...\"  \n„ICH,\" unterbrach Jeff. „werde machen, was ICH für richtig halte.\u0026nbsp;\n\nUnd alles, was ich erwarte, ist, dass du dich da raus hältst. Lass mich mein Leben leben!\u0026nbsp;\n\nOhne Kommentare und dein ewiges Schlechtgerede. ICH ...\" Er pochte wütend auf seine Brust. „... bin erwachsen   \nund gehe meinen Weg.\"  \n„Erwachsen,\" lachte Roland. „Lächerlich. Dich kann man nicht ernst nehmen. Ich sag dir,   \nwas du bist, du bist 'n Weichei, eine verdammte Schwuchtel, ein Tailanheber, ein ...\"  \n„Rollo?\"  \nAlle drei drehten sich um. In der Schiebetür zur Terrasse standen die beiden Ratten, die   \neben noch am Tisch gesessen haben.  \n„Das geht euch nichts an, is' ne Familienangelegenheit,\" verkündete Roland. Er machte   \neine Geste, dass sie das Trio wieder alleine lassen sollten. „Ich komm' gleich.\"  \n„Vielleicht geht mich das aber doch was an,\" verkündete der Erste.\u0026nbsp;\n\nEr war einige Zentimeter kleiner als Jeffs Stiefvater, hatte hellbraun-weiß geflecktes Fell, trug darüber eine   \nrobuste Anglerhose mit vielen Taschen und ein verwaschenes Metallica Shirt. Körperlich   \nwar er nicht ganz so kräftig wie Roland, dafür hatte er aber auch nicht den Bauch wie er.  \n„Das glaube ich nicht, das hier ist eine Sache zwischen mir und diesem ...\"  \nMarc holte Luft. Er hatte lange genug danebengestanden und sich mit beleidigen lassen.   \nSeine Wut war größer als seine Angst. ‚Bitte', dachte er, ‚bitte beleidige uns noch ein Mal   \nund ich schrei dir ins Gesicht, was für ein primitives, zurückgebliebenes Aas du bist. Marc   \nbereitete sich auf seine Intervention vor, aber dazu kam es nicht.  \n„Diesem was?\" unterbrach ihn der Neuankömmling erneut.  \nRollo behielt angesichts seines Kumpels die Fassung. „... diesem Versager.\"\u0026nbsp;\n\nEr winkte abschätzend in Richtung Jeff. Der wollte etwas erwidern, aber auch er kam nicht zwischen   \ndas Gespräch der beiden Älteren.  \n„Hattest du nicht eben noch etwas ...\" er ließ seine Pfote rotieren. „... etwas anderes gesagt?\"  \n„Hör zu, das ist nicht euer Bier. Dieser Taugenichts ist von seiner Mutter so verhätschelt   \nworden, dass er jetzt mit ... mit ...\" Er wedelte in Richtung Marc. „... mit Typen fickt!\"  \n„Ich bin kein Taugenichts, nur weil ...\"  \n„Schau dich doch an, du bist 18 und hängt noch immer zu Hause rum. Ich in deinem Alter   \nhatte schon einen Job, ich habe ganze Fischladungen ...\"  \n„ICH BIN SCHÜLER!\" schrie Jeff. „Es ist NOR-MA-HAL, dass ich mit 18 noch nicht arbeite,\u0026nbsp;\n\nich mache ABI. Aber das kennst du nicht, du hast ja keine Schulbildung genossen.\"\u0026nbsp;\n\nEs blitzte kampfesmutig in Jeffs Augen.  \n„Rollo!\"  \n„Ich brauche kein Stück Papier, das mir zeigen soll, wie viel besser ich mit eurem tollen   \n‚Abi' bin.\" Er spuckte das Wort förmlich heraus.\u0026nbsp;\n\n„Ich habe gearbeitet und mich nicht den ganzen Tag vor den Bildschirm gesetzt oder auf der Rollschuhbahn vergnügt und mich   \ndann abends unter den Tail grapschen lassen.\"  \n„Rollo!\"  \nSowohl Jeff als auch sein Stiefvater ignorierten den erneuten Einwurf von dessen Skatkumpel.\u0026nbsp;\n\nIn Marcs Freund wuchs der Mut der Verzweiflung.  \n„Für dich ist nur ein Kerl, wer stark und primitiv ist, oder? Hal-loo-hoo, 21stes Jahrhundert?\u0026nbsp;\n\nJa, fahr schonmal vor, ich komm später nach. Das ist armselig und dumm!\"  \n„Ich zeig dir gleich, wer hier dumm ist, dann kann dich dein kleiner Tuckenköter hier dich   \nmal 'ne Weile lang nicht in den Arsch ficken.\"  \n„Du hättest ja nichtmal die Eier, dich ficken zu lassen.\"  \n„Du wagst es ...\" Er ballte die Faust und ging einen Schritt auf Jeff zu.  \n„ROLLO! Alter!\"  \n„Halt dich da raus, Jaro!\"  \n„Rollo, reiß dich zusammen. Lass sie doch machen was sie wollen und halt du stattdessen   \ndich da raus! Is' doch ihre Sache.\"  \n„Sach ma', bissu jetz' auf ihrer Seite, oder was? Das ist mein Haus, und wenn ich kein   \nBock hab, eine Schwuchtel reinzulassen, dann ist das VERDAMMTNOCHMAL meine   \nEntscheidung!\" bollerte Rollo. Er hatte eindeutig die Faxen dicke, waren denn heute alle   \ngegen ihn?  \n„Dann sollte ich vielleicht auch gehen,\" schlug Jaro vor.  \n„Was? Wieso das? Ich schmeiß die beiden raus und gut ist. Wieso solltest du ...?\"  \n„Weil ich auch schwul bin!\"  \nDas saß. Der Raum war schlagartig ruhig. Von draußen hörte Marc das Tschack - Tschack   \n- Tschack - Tschack - tztztztztztztztztztztztztztztztz - Tschack - Tschack eines Rasensprengers und in der Ferne mähte jemand,\u0026nbsp;\n\nungeachtet der Tatsache, dass heute Sonntag war,   \nden Rasen. All das nahm er war, nur die Situation direkt vor seiner Nase konnte er nicht   \nverarbeiten. Eben noch hatte er mit angespannten Unterarmen, die Krallen tief in die eigenen Pfotenballen gegraben,\u0026nbsp;\n\ndagestanden und eine Eskalation gefürchtet, und jetzt war   \nder eigentliche Streit völlig in den Hintergrund gerutscht.\u0026nbsp;\n\nIn Rolands Augen konnten sowohl Jeff als auch Marc die Fassungslosigkeit ablesen, die von ihm Besitz ergriffen hatte.   \n„Und das seit meiner Scheidung!\"  \n„Du verarscht mich!\"  \n„Nein, ganz bestimmt nicht.\"  \n„Tut er nicht, Ro,\" stimmte der Dritte ein, der noch fast draußen stand. Jeffs Stiefvater war   \nsichtlich sprachlos, er brauchte einige Sekunden und fokussierte dann den Letzten, der   \ngesprochen hatte mit wütenden Augen.  \n„KD, du wusstest das?\"  \n„Seit dem ersten Tag.\"  \n„Aber wieso ...\" Roland rang mit sich, das konnten alle Beteiligten sehen.  \n„WIESO?\" warf Jaro ein. „Das fragst du noch? Hast du dich eben mal selbst beobachtet?\"\u0026nbsp;\n\nBevor der Alte antworten konnte, setzte er unvermindert fort: „Weil du genau SO   \nreagiert hättest, wenn ich dir das erzählt hätte. Wir haben befürchtet, dass du unfähig  \nbist, unsere bestehende Freundschaft danach auf die gleiche Weise fortzuführen.\u0026nbsp;\n\nAber ich konnte nicht ruhig bleiben und einfach zusehen, wie du den armen Jungen hier beleidigst,\u0026nbsp;\n\ndas war zu viel. Guck ihn dir an! Er hat bestimmt genug Probleme mit Schule und   \nFreunden und Geld, aber er hat seinen Platz im Leben gefunden und jemanden, mit dem   \ner es zusammen begehen möchte. Das ist gut, das ist selten und wertvoll!\" Er machte ein   \nvorwurfsvolle Geste in Rollos Richtung „... und alles, was du tust, ist es ihm zur Hölle zu   \nmachen. Tut mir leid, aber nicht mit mir!\"  \nRoland verlor mit jedem Wort etwas mehr an Halt. Einer seiner besten Kumpels hatte   \nihm soeben mitgeteilt, dass er schwul ist. Und KD hatte es auch gewusst. Er verstand die   \nWelt nicht mehr. Sie hatten so viel miteinander erlebt, waren gemeinsam durch dick und   \ndünn gegangen, waren vor dreißig Jahren gemeinsam beim Militär gewesen, hatten sich   \ngegenseitig beim Ausstieg aus der Gang geholfen,\u0026nbsp;\n\nihre Freundschaft hatte alles überstanden, Heirat, Umzug, Scheidung,\u0026nbsp;\n\nsogar das Verfahren wegen Körperverletzung, das vor einigen Jahren verspätet aber gerechtfertigt im Raum stand hatten er und KD Jaro durch   \neine einheitliche Falschaussage ersparen können und jetzt das ...  \nEin unangenehmes Schweigen füllte erneut den Raum. Marc und Jeff starrten Roland an,   \nunfähig selber ihrerseits etwas zu dem unerwarteten Gesprächsverlauf beizutragen. KD   \nund Jaro starrten ebenfalls, die Arme verschränkt, bzw. in Fall von Letzterem - die Pfoten   \nlocker in die Hosentaschen gesteckt, wartend, eine Reaktion fordernd.  \nRoland wischte sich verlegen mit der Pfote über die Barthaare. „Jaro, ich ...\" Er stockte.   \nJeff hatte ihn noch nie so gesehen. Er wirkte verletzlich, schuldbewusst. Er war verlegen,   \nauch wenn er es nicht zugeben würde, die ganze Situation war ihm sichtlich ... unangenehm?\u0026nbsp;\n\nNein, mehr noch - sie war ihm richtiggehend peinlich. Jeff schöpfte neue Kraft.   \nSeinen Stiefvater so zu sehen, machte ihn sympathischer, beinahe umgänglich. „Ich hatte   \nkeine Ahnung ...\" stammelte dieser.  \nWieder schwiegen alle. Die Rennmaus hatte eine Idee. Ihre Wut war verflogen, das Gesagte gesagt.\u0026nbsp;\n\nRoland wirkte gefasst und gesprächsbereit. Jetzt schien die Chance da zu   \nsein, um die Wogen zu glätten und - so hoffte Jeff - eine neue Basis zu finden. Vielleicht   \nwaren seine Skatkumpels, so flüchtig er sie selber auch nur kannte, die Richtigen, um   \ndabei zu sein. Gar nicht Marc oder Kevin, auch nicht seine Mutter. Es waren diese harten   \nBurschen, die seine Position stärkten. Der Wüstenrenner holte tief Luft: „Vielleicht sollten   \nwir uns einfach hinsetzen und uns mal aussprechen.\"  \nRoland drehte seinen Kopf ruckartig in Jeffs Richtung. Für einen winzigen Moment meinte   \ndieser, noch immer den anfänglichen Zorn aufblitzen zu sehen, aber in den Sekunden, in   \ndenen die Ratte ihn anblickte, brach ihre Härte auseinander, sie wich einer Mischung aus   \nEinsicht und Resignation.  \n„Kleiner, ich glaube das ist eine richtig gute Idee,\" lächelte KD. Er holte die Bierflaschen   \nvon der Terrasse und stellte sie auf den Wohnzimmertisch. „Aber das tun wir wohl besser   \nhier drinnen.\"  \nMarc schaute durch die große Glasfront hinaus, der Himmel begann sich zu bedecken   \nund die Luft stand. Vermutlich würde es in Kürze die angekündigten Wärmegewitter geben.\u0026nbsp;\n\nEr blieb noch ein paar Minuten, während die vier Nager sich zu einer lockeren Runde   \nauf die Couch setzten, wagte aber nicht, zu Jeff zu gehen, oder gar dessen Pfote zu halten.\u0026nbsp;\n\nEr hätte damit vermutlich die Situation für Jeffs Stiefvater nur unnötig erschwert.\u0026nbsp;\n\nAls Jaro dann anfing, Rollo zu erzählen, wieso er nach der Scheidung von seiner Frau ausgerechnet mit einem männlichen Ozelot zusammengekommen war,\u0026nbsp;\n\nfühlte er sich endgültig fehl am Platz. Rollo stellte schon recht früh Gegenfragen. Einige wirkten logisch, wie ‚Wie   \nist das überhaupt gekommen, dass du dich nach einem Typen umgeguckt hast?' Andere   \nwiederum waren derselben Natur, wie auch schon Davids Kumpel sie gestellt hatten,   \nzeugten von Unverständnis und dennoch Neugier: „Aber das ist doch nix zum Geilwerden,   \nein anderer Kerl. Es geht doch nichts über eine feuchte Möse, oder nicht?\"  \nJaro blieb ruhig und beantwortete die Fragen sachlich. Die Tatsache, dass die drei Ratten   \nsich schon seit Langem kannten, ermöglichte ein lockeres Gesprächsklima. Marc hatte   \nschlucken müssen, als das Wort ‚Möse' so ungeniert in den Raum geworfen wurde. Er   \nwartete, bis sein Mäusefreund ihn ansah, und winkte ihn dann zu sich. Bisher hatte Jeff   \nnoch keine Gelegenheit gehabt, selber an der Gesprächsrunde teilzunehmen, aber es   \nschien, als wäre das nur eine Frage der Zeit. Jaro war anscheinend auf seiner Seite zu   \nsein und auch KD machte einen freundlichen Eindruck.  \n„Du, ich hau besser ab.\"  \n„Hmh,\" Jeff wirkte anfänglich nicht begeistert, als er sich dann aber über die Schulter umblickte,\u0026nbsp;\n\nverstand er die Entscheidung des Fuchses. „Okay. Wir telen morgen? Oder musst   \ndu arbeiten?\"  \n„Ja, leider, nur Freitag ist frei. Aber auch erst nachmittags \"  \n„Gut! Ich ruf an. Danke für's Herkommen.\" Er umarmte Marc flüchtig und drückte ihm   \neinen hastigen Kuss auf die Lefzen.  \n„Hab dich lieb,\" flüsterte Marc.  \n„Hab dich auch lieb. Beeil dich, bevor's regnet.\"  \nMarc schaffte es plötzlich doch nicht, seinen Freund alleine zu lassen. Jeff half nach. Er   \nwuschelte ihm über den Nacken und die Ohren. „Schlaf gut.\"  \n„Du auch. Und lass dich nicht ärgern.\" Er nickte in Richtung der Gesprächsrunde.  \n„Ich doch nicht. Nicht mehr, keine Angst.\"  \nSie gaben sich im Flur noch einen richtigen Kuss und gingen dann auseinander. Marc   \nbeeilte sich, sobald er aus der Haustür war. Der Himmel hatte sich bedrohlich zugezogen.   \nNoch immer stand die Hitze drückend in den Straßen. Er dachte über Jeff nach,\u0026nbsp;\n\nhoffentlich würde sein Freund die richtigen Worte finden und das Verhältnis zu seinem Stiefvater   \ngrade rücken können. Auch wenn dieser sich kurz vor Marcs Weggang gesprächsbereit   \ngezeigt hatte, so würde es vermutlich nicht einfach werden für ihn. Roland war alte Schule,\u0026nbsp;\n\nTyp Hafenratte, ein ganzer Kerl. Aber dieser Jaro und KD waren ja auch noch da. Sie   \nschienen anders mit ihm reden zu können, als er und Jeff - auf einer ganz anderen Ebene.  \nAls er im Bus saß, kam Marc schnell auf andere Gedanken, nicht zuletzt, da es schon nach   \nder ersten Station heftig zu regnen begann. Der Fahrer schaltete die Scheibenwischer ein   \nund durch die Lüftung wehte der typische Duft nach feuchter Fahrbahn hinein. Draußen   \nspannten einige vorbereitete Furs ihre Schirme auf, eine alte Geckodame lief unbeirrt   \nweiter, ihre schuppige Haut glänzte durch die Nässe. Ohne einen bestimmten Gedanken   \nzu greifen, starrte Marc den Rest der Fahrt über nach draußen. Vor seiner schwarzen   \nNase liefen Regentropfen die Scheibe hinab, mal bewegten sie sich dabei nach hinten,   \nmal nach vorne, je nachdem, ob der Bus gerade beschleunigte oder abbremste.\u0026nbsp;\n\nAls der Fahrer in der letzten Linkskurve nach längerer Wartezeit auf der Abbiegerspur stark einlenkte und sich das ganze Fahrzeug nach rechts neigte,\u0026nbsp;\n\nplatschte eine beachtliche Menge Wasser auf die Straße und verwandelte Marcs Aussicht in eine verschwommene,\u0026nbsp;\n\nwabernde Masse aus Farben und dem reflektierenden Leuchten anderer Verkehrsteilnehmer.   \nDer erste Blitz zuckte in der Ferne durch die Wolken und kurz darauf grummelte es bedrohlich.  \nBereits eine Sekunde, bevor er überhaupt ausgestiegen war, verzog er sein Gesicht zu   \neiner Grimasse. Es für ihn war wenig überraschend, dass das überhaupt nichts brachte,   \ndennoch konnte er den Reflex nicht unterdrücken, während er nach Hause rannte. Als   \nhätte er nur auf Marc gewartet, legte der Regen jetzt erst richtig los. Der Fuchs hatte kaum   \ndie Straße überquert und rannte die seichte Steigung in Richtung des schützenden Hauses hinauf,\u0026nbsp;\n\nda war er bereits bis auf die Haut durchweicht. Die Klamotten klebten ihm auf   \ndem nassen Pelz, der wiederum auf seiner Haut. Ein grässliches Gefühl!\u0026nbsp;\n\nAls Marc endlich tropfend den Schlüssel umdrehte und die Tür öffnete, krachte ein zweiter Blitz hinab.   \nDieses Mal war der Donner früher zu hören. Der Fuchs legte die empfindlichen Ohren an.   \nAuch eher ein Reflex, als dass es half.  \nSein Weg führte ihn direkt ins Bad, wo er die nassen Klamotten auszog. Jetzt war ihm   \nauch noch kalt. Warum hatte er eigentlich geduscht, wenn er sich jetzt wieder unter die   \nwarme Brause stellen müsste? Mit einem Mal schreckte er hoch. Er rubbelte fahrlässig   \nüber die oberste Fellschicht und rannte die Treppen hinauf. Die Fenster!\u0026nbsp;\n\nÜber ihm trommelte der Regen wie Dauerfeuer auf die Dachschindeln.  \nDas Fenster in seinem Zimmer hatte er wegen der Mittagshitze zwar geschlossen gehalten,\u0026nbsp;\n\naber das bei seinem Bruder war geöffnet. Zum Glück waren nur einige Spritzer   \nreingeregnet. Er schloss es und überließ die Tropfen sich selbst, sie würden von alleine   \ntrocknen. Gerade als er auf der Treppe auf dem Weg nach unten war, ging das Flurlicht   \naus. Kurz darauf hörte er einen weiteren Donner, gewaltiger als die vorherigen, der das   \nganze Haus unter seinen Pfoten vibrieren ließ. Es war unverkennbar,\u0026nbsp;\n\ndass der dazugehörige Blitz unweit eingeschlagen war.\u0026nbsp;\n\nEr warf einen Blick ins Wohnzimmer, auch das   \nLeuchten an der Stereoanlage war erloschen.  \n„Na großartig!\" fluchte er vor sich hin. Kaum hatte er dies ausgesprochen, wurde ihm klar,   \ndass er ohne Strom auch kein heiß Wasser haben würde. Im Keller stand nämlich ein   \nDurchlauferhitzer. Er trocknete zwar genervt, aber sehr gründlich die Pfoten und Unterarme ab.\u0026nbsp;\n\nDann kontrollierte er die Sicherungen im Keller, sie waren alle noch geschaltet.   \nAlso war tatsächlich der Strom ausgefallen.\u0026nbsp;\n\nEin Blick über die Straße zur gegenüberliegenden Fahrschule bestätigte diesen Verdacht, denn die sonst 24 Stunden blinkende   \nAmpel im Schaufenster, sowie die Neonanzeige darüber waren dunkel.  \nDie Fahrschule - nächste Woche würde seine erste Fahrstunde beginnen. Das hatte er in   \nden letzten Tagen ja völlig vergessen. Er zog die Stecker sämtlicher elektrischer Geräte   \nraus und wickelte sich, da er durch die Feuchtigkeit im Fell jetzt doch fror, in seine Wolldecke ein.\u0026nbsp;\n\nEine Zweite platzierte er unter sich auf dem Bett, bevor er sich hinlegte.  \nSein Zittern legte sich. Nur kurz schweifte er mit seinen Gedanken zu Jeff und den anderen Nagern,\u0026nbsp;\n\nseine restliche Aufmerksamkeit galt schon bald seiner eigenen Felltasche.   \nDurch Feuchtigkeit und Kälte hatten seine Bällchen sich fest zusammengezogen.\u0026nbsp;\n\nEr streichelte, anfangs unbewusst, dann gezielt über das noch immer feuchte Fell und schauderte wohlig.\u0026nbsp;\n\nAuch die Felltasche war geschrumpft und lag eng an seinem Penis darin. Er   \nmochte diesen Zustand, es fühlte sich toll an. Er massierte seinen Schaft durch die Felltasche hindurch.\u0026nbsp;\n\nSchon bald wurde ihm angenehm warm. Er winkelte die Beine an und   \nsteckte auch seinen Kopf unter die Decke. Es roch nach Resten von Fellschampoo, nassem Fuchs,\u0026nbsp;\n\nJeff und Erregung. Er hielt die Felltasche geschlossen, um das angenehme   \nGefühl trotz wachsendem Schaft so lange wie möglich aufrechtzuerhalten. Als sich sein   \ngesamter Unterleib wohlig anspannte und nach mehr verlangte, streckte er den Rücken   \ndurch. Immer wieder drückte er die Felltasche an den deutlich geschwollenen Schaft und   \nrieb sie auf und ab. Mit der anderen Pfote drückte er knapp unterhalb des Knotens, was   \nihn zucken ließ. Er massierte sich schneller. Als er den Griff auch nur für einen Moment   \nlockerte, kam ein kleiner Schwall Precum aus der ffnung und verteilte sich in seinem   \nBauchfell. Marc stellte sich vor, wie sein Schaft nass und flutschig durch die weiche Felltasche glitt.\u0026nbsp;\n\nEr vermisste Jeff; wie gerne würde er den Mäuserich jetzt festhalten, sich   \nan ihn kuscheln. Dann wäre er es, der ihm diese Gefühle bereiten würde. Sie würden   \ngemeinsam kuscheln, Marc würde in ihn eindringen, er stellte sich vor, wie warm und zart   \nsich das anfühlen würde. Gemeinsam würden sie die Welt um sich herum vergessen. Es   \ngäbe nur sie beide und ihre intime Verbindung.  \nMarc zuckte erneut. Das Kribbeln wurde stärker. Absichtlich ließ er erneut los.\u0026nbsp;\n\nSeine Spitze trat hervor und sprühte Precum bis hinauf in sein Brustfell.\u0026nbsp;\n\nDer Rest tropfte auf seinen Bauch und lief seine Finger hinunter.  \nEr rieb die Felltasche gezielt über seine empfindlichen Stellen, kitzelte die Gefühle förmlich aus sich heraus.\u0026nbsp;\n\nErneut spannte er sich an, die Zunge hing ihm aus der Schnauze,   \nals er vor Erregung anfing zu hecheln. Noch ein bisschen mehr! Seine Beine zuckten,   \nsein Tailhole zog sich zusammen und der Tail kringelte sich so dicht es ging an seinen   \nOberschenkel.  \n„Ich liebe dich mein Schatz,\" dachte er, als er seinen Höhepunkt erreichte. Marcs Linke   \nmassierte den Knoten, der die Felltasche jetzt bis zur Gänze ausfüllte. Der Fuchs stöhnte   \nund murrte erleichtert, als sich sein Sperma im hohen Bogen über seine Brust verteilte.   \nHechelnd sank er zurück in sein Kissen. Jeff war eine gute Inspiration.  \nKalt war ihm inzwischen nicht mehr. Der Regen vor dem Fenster hatte nachgelassen.   \nMarc überlegte, ob er seinen Freund heute noch anrufen sollte, entschied sich aber dagegen.  \nSeine Entspannung nach dem Orgasmus währte nur kurz, mit einem Mal schreckte er   \nhoch: Morgen war Montag! Er würde arbeiten müssen. Zwar schlief er wegen der meist   \ngeöffneten Jalousie eh nicht lange, aber so müde wie er war konnte man nie wissen.   \nUm auf Nummer sicher zu gehen, stellte er den Wecker auf Elf Uhr. Etwas Gutes hatte   \ndie Aussicht auf Arbeit aber auch: Er würde Alex treffen und ihn auf den neuesten Stand   \nbringen. Marc brannte drauf, seine Meinung zu Rollo und wie sie die Situation gemeistert   \nhatten, zu erfahren.  \nEs war ein komisches Gefühl, den Abend ganz alleine zu verbringen. Noch dazu ohne   \nStrom. Die Wohnung war still, beinahe unheimlich. Nach dem Pfoten hatte Marc sich   \ngründlich trocken gerubbelt und knusperte jetzt noch etwas Müsli, während er ziellos auf seinem Laptop herumklickte.\u0026nbsp;\n\nEs war sehr unzufriedenstellend, denn ohne Strom kam er   \nnicht ins Internet. Ihm fiel ein, dass er noch gar nicht dazu gekommen war,\u0026nbsp;\n\ndie Kommentare zu checken, die er möglicherweise auf seine Coming-out-Story bekommen hatte.\u0026nbsp;\n\nDas würde bis morgen warten müssen. Er schob sich einen weiteren Löffel in die Schnauze   \nund knusperte vor sich hin, während er den Tag Revue passieren ließ.  \nWie merkwürdig sich doch alles entwickelt hatte. Heute Morgen sah die Welt noch düster   \naus, bedrohlich und hoffnungslos. All das Geplänkel nach dem Aufstehen, der Besuch bei   \nMcD, das gemeinsame Aufräumen, das alles war irgendwie nur geschehen, um die Zeit   \ntotzuschlagen. Es wirkte wie ein schlechter Lückenfüller. Verglichen mit den großen, den   \nwirklich wichtigen Ereignissen, die das junge Paar dieser Tage bewegten, war so etwas   \nunwichtig geworden. Was zählte war nur noch seine zeit mit Jeff.  \nMorgen begann die zweite Woche seiner Ferien, nachdem die Erste so ereignisreich zu   \nEnde ging. Marc fragte sich unwillkürlich, was wohl noch für Überraschungen auf sie warten würden.\u0026nbsp;\n\nHatten sie nicht alles schon erlebt? Eigentlich kam es ihm so vor, aber er war   \nbereits so oft eines Besseren belehrt worden, dass es diese Meinung ganz schnell wieder   \nverwarf. Erst einmal würde er morgen dringend Jeff anrufen, falls dieser sich nicht von   \nalleine meldete. Er musste einfach wissen, wie das Gespräch ausgegangen war.  \nSein Freund hatte gute Chancen, nicht nur sein Outing,\u0026nbsp;\n\nsondern auch ganz andere Aspekte seiner Beziehung zu seinem Stiefvater zu besprechen.\u0026nbsp;\n\nDie Runde, in der er sich befand, schien viel zuzulassen.\u0026nbsp;\n\nAch ja, und er und Marc hatten eine neue Erfahrung gesammelt im Orange,\u0026nbsp;\n\nihr wilder Sex in dem transparenten Raum schien so lange zurückzuliegen,\u0026nbsp;\n\ndabei war es nur knappe 18 Stunden her, seit das junge Paar sich so richtig hatte gehen lassen.  \nIrgendwann stellte er die Schüssel in die Spüle und ging in sein Zimmer. Dort hing er die   \nfeuchten Wolldecken auf und ging einige Male zwischen den verschiedenen Regalen hin   \nund her. Er wusste nichts mit sich anzufangen. Sein Freund fehlte ihm. Sie waren zwar   \nerst seit ein paar Tagen zusammen, aber seine Liebe zu dem Mäuserich fühlte sich so   \nstark an, als währte ihre Beziehung schon Jahre. Irgendwann putzte Marc seine Zähne   \nund legte sich hin.   \nAls er mehr und mehr zur Ruhe kam, merkte er, dass ihm doch eine erhebliche Menge   \nan Schlaf fehlte. Die vergangene Nacht forderte ihren Tribut und den ganzen Tag über die   \nAufregung und Ungewissheit vor Augen zu haben taten ihr Übriges. Noch ein Mal spielte   \ner mit dem Gedanken, sich bei Jeff zu melden, um sich selber zu beruhigen, seinem Kopf   \netwas Ruhe zu gönnen. Doch er schaffte es nicht, sich dazu durchzuringen.   \n„Gute Nacht mein Mausi,\" flüsterte er und zog sich eines seiner alten Plüschtiere, einen   \nWaschbären, heran. Er gab ihm stellvertretend einen Kuss. „Bis morgen.\"  \nAls er sich auf die Seite drehte, pikste ihm etwas ins Bein. Er griff unter sich und holte eine   \nkleine weiße Karte hervor: ‚Robby C' stand darauf, sowie eine ihm unbekannte Mobilfunknummer.  \n‚Kenn' ich nicht', dachte Marc und ließ sie neben das Bett auf den Boden fallen. Dann   \nkringelte er sich um das Plüschi in seinem Arm herum ein und schloss die Augen.\n\n-- Niwo Sapphire, 03.05.2013\n\n  \n  \n\n","series":{"name":"Ein heißer Sommer","previous":"https://fse.anthro.fr/stories/635497-ein-heisser-sommer-tag-7-teil-2-einblicke.json","next":"https://fse.anthro.fr/stories/667283-ein-heisser-sommer-tag-8-montage.json"}}