{"sf1_id":723028,"sf2_id":null,"title":"Five Dragons: DLvP: Kapitel 7: Magie für Anfänger","author":"Lorddaventry","words":12552,"posted_at":"2014-06-27T16:54:00.000Z","tags":["Clean","Dragon","Dragoness","Fantasy","Feral","Five Dragons Storyline","German Language","Human","Kissing","Love","Magic","Romance","Story Series"],"url":"https://fse.anthro.fr/stories/723028-five-dragons-dlvp-kapitel-7-magie-fur-anfanger","original_url":"https://sofurry.com/view/723028","image_url":"https://www.sofurryfiles.com/std/thumb?page=723028\u0026ext=.jpg","description":"","content":"Five\nDragons: DLvP Kapitel 7: Magie für AnfängerDüstere Wolken schoben\nsich vor dem hellen Mond hin und her, und brachten ein schauriges Schattenspiel\nüber eine dunkle Festung. Herrenlose Rüstungen bewegten sich hinter den Zinnen\nund liessen den drohenden Blick ihrer gelben Augenlichter über das Gelände\ngleiten.Durch lange Gänge hallte\ndas leise Echo von schnell aufeinander folgenden Schritten. Die Person hatte\neinen ernsten Gesichtsausdruck aufgesetzt und hielt in der rechten Hand einen\ngeöffneten Brief. Mit einem schweren Ruck war das Tor in den Thronsaal\naufgestossen und er trat in die hohe Halle ein. Zwei Stimmen hallten durch den\nRaum.Eilig schritt er auf den\nsteinernen Stuhl zu, doch er fand seinen Meister nicht wie erwartet allein vor.\nEine fremde Gestalt schwebte neben ihm. Diese war in eine graue Robe gehüllt,\nwelche mit einigen seltsamen Zeichen verziert war. Fünf davon kamen ihm bekannt\nvor, doch es war noch ein weiteres vorhanden. Eines, das er zuvor noch nicht\ngesehen hatte. Das Gesicht des Mannes konnte er im Schatten der Kapuze nicht\nerkennen. Kargesh und der Fremde unterhielten sich angespannt. „Wie schwer kann das denn\nsein Kargesh?\" fragte die Erscheinung energisch. „Es bedarf der richtigen\nLeute, derjenigen mit einer starken Seele.\" antwortete er mit einem tiefen\nschwachen Kichern und hielt sich dabei seine knöchernen Hände zusammen, den\nBlick auf den Unbekannten gerichtet. „Meine Seelengefässe haben enorme\nAnsprüche.\" fügte er amüsiert an. „Was die Auswahl an Opfern leider zunehmend\neinschränkt.\"Der Unbekannte sah die\nsilberne Maske stumm an. Kargesh hielt eine offene Hand nach vorne. „Keine\nSorge.\" begann er. Über seiner Handfläche zog sich eine kleine violett\nschimmernde Wolke zusammen und nahm die Form eines Edelsteines an, eingebettet\nin einen Metallring der das Aussehen einer sich selbst verschlingenden Schlange\naufwies. Der kopfgrosse Stein leuchtete mit zwei Farben. Ein dunkles Feuerrot,\nwelches nahtlos in ein fliessendes Nachtblau wechselte. Ein Schatten bewegte\nsich in dem Gefäss wie ein schlagendes Herz. „Arkas war soo,\nfreundlich.\" begann er langsam mit einem finsteren Kichern. „Und funktioniert\nes auch, wie angekündigt?\" fragte die Erscheinung ernst. „Das. Und noch ein\nwenig mehr, hehehe.\" antwortete Kargesh mit einem violetten Schimmer in den\nAugen. „In wie fern?\" hakte der Fremde nach. „Mit der Hilfe von Arkas Macht\nkonnte ich Mustaine, Broderick, Ellefson und Drover aus ihrer ewigen\nGefangenschaft befreien.\" „Die Untoten Generäle des Nordreichs?!\" fiel ihm der\nUnbekannte überrascht ins Wort. Kargesh näherte sich gekrümmt seinem\nGesprächspartner und sah ihn mit seinem violetten Blick an. „Nicht DIE Generäle\ndes Nordreichs. Jetzt sind es MEINE Generäle des Nordreiches.\" „Deren Schatten wird über\ndas Reich herfallen wie eine faulige Seuche. Gierig wird er das Leben aufsaugen\nund seine Reihen damit stärken.\" sprach er und drehte sich zu seinem Thron um.\n„Sie werden mein Megadeath sein!\" rief er laut zur Decke hoch während er die\nArme auseinander hielt. Sein diabolisches Lachen hallte durch den Raum.„Und die Macht von Kyleth?\"\nfragte die Erscheinung skeptisch. „Einem toten Wächter kann man keine Kräfte\nrauben.\" Kargesh hob seinen Arm hoch und öffnete seine Hand. Über der\nHandfläche begann sich ein weiteres schwammiges Bild aus dunklem Rauch zu\nformen. Ein identisches Juwel war zu sehen. Jedoch mit dem Unterschied, dass\nder Stein keine Farbe hatte. Der dunkle Lord schloss seine Hand und das Bild\ndes leeren Seelengefässes verflüchtigte sich zugleich. „Das Ritual wird\nfunktionieren.\" ein schwaches lachen begleitete seine letzten Worte.„Und wie steht es mit den\nVorbereitungen für dieses?\" hakte der Fremde bestimmend nach. Kargesh warf\nseinen düsteren Blick kurz in die Leere, bevor er sich dem Unbekannten\nzuwandte. „Sind beinahe abgeschlossen.\" antwortete er mit einem boshaften\nFunkeln in den Augen. „Zuletzt fehlt nur noch der Drache und dessen Gefährte. Ich\nhoffe er wird bereit dafür sein?\" fügte er finster an. „Denn, wenn Roland den\nProzess nicht überlebt ist unsere Abmachung hinfällig!\" „Warum ist dir dieser\nRoland so wichtig?\" fragte die Erscheinung neugierig. Kargesh näherte sich ihm\nund hob seinen Blick, was von einem schnellen Funkeln aus seiner silbernen\nMaske begleitet wurde. „Das ist nicht Teil unseres Deals.\" kam ernst als\nAntwort. „Also, hoffentlich ist er dafür bereit?\" wiederholte er seine Worte\nnochmals.Der Unbekannte hob seinen\nKopf. „Oh das wird er, und nach Abschluss des Rituales könnt ihr ihn wie\nversprochen haben, den Drachen und alles Weitere werde ich.....\" er brach seinen\nSatz ab und drehte sich hektisch zu dem dazugekommenen Boten um. Eine schnelle\nHandbewegung, und der Fremde war kurz darauf in einem Flammenring verschwunden.Kargesh blickte den Boten\nmit gekrümmter Haltung an. „Was?!\" warf er ihm leicht wütend vor die Füsse. Der\nMann zuckte erschrocken zusammen und blieb einen kurzen Moment eingeschüchtert\nstehen. Nachdem er einmal leer schluckte machte er die letzten Schritte auf\nseinen Meister zu. „Eine Nachricht aus Sorlacom, Herr.\" sprach er leicht\nzittrig und hielt ihm den Brief entgegen. Gierig schnappte sich der\nMann unter der Silbernen Maske das Schriftstück und las eilig darin. Das\nbedrohliche Funkeln in seinen Augen wurde heller, begleitet von einem düsteren\nKichern. Er wandte seinen Blick auf den Boten. „Weitere Gefässe werden von\nNöten sein.\" Der Bote nickte seinem\nHerren einmal zu und entfernte sich stumm aus der Halle. Das diabolische Lachen\nseines Meisters begleitete ihn......In einem\nBesprechungszimmer in Drakensang herrschte eine angespannte Stimmung. Harkin\nbeugte sich nachdenklich über eine ausgebreitete Landkarte auf dem runden\nTisch. Weitere Männer hielten sich im Raum auf. Alle uniformiert und mit einem\nsehr ernsten Blick im Gesicht. Den Verzierungen auf der Brust nach waren es\nHauptmänner und Generäle. Mardon befand sich ebenfalls unter ihnen. „Die Berichte sind\nbestenfalls wage.\" sprach einer der Männer. „Jedoch keinesfalls ausser Acht zu\nlassen.\" fuhr er fort. Harkin griff sich nachdenklich an sein Kinn. Die weisse\nDrachenklaue um seinen Hals fest umklammert. „Bestenfalls wage?\" murmelte er\nskeptisch vor sich hin. Müde fiel er in seinen Sessel und atmete tief ein.\n„Solche Berichte sind schon seit Ewigkeiten nicht mehr aufgetaucht. Dies war\nnoch lange vor den Jägerkriegen. Die Sorati hatten diese Seuche damals\nausgemerzt.\" Nachdenklich liess er seinen Blick über das Kartengebiet von\nKaladros streifen. „Gibt es Nachricht von den Dragonern aus Tura'an?\" fragte\nder König müde. „Keine. Mein Herr.\" antwortete ein Hauptmann. „Das hatte ich\nnicht anders erwartet.\" sprach Harkin besorgt und blickte dabei auf den\nKartenbereich der mit Tura'an beschriftet war. „Das mächtigste Heer in\nDaracoss, und sie verweilen still in ihren Festungen.\" „Sie hielten sich schon\nimmer bedeckt.\" begann ein weiterer General. Seine Rüstung trug die Standarte\nvon Parem. „Während meiner Dienstzeit ist diese Armee nur einmal in Erscheinung\ngetreten. Und zwar als die Truppen des Jägeraufstandes damals vor ihren Toren\nstanden.\" Er deutete auf der Karte auf den Standort der Tura'anischen Stadt.\n„Die Soldaten der Aufständischen hielten den Verteidigern keinen Tag stand. Und\nnach dem Massaker legte sich wieder Ruhe über die Festung. Als würden sie auf\nirgendetwas warten.\" Er warf einen ernsten Blick in die Runde. „Und wenn dieser\ndunkle Schatten sie nicht zum Handeln bewegt, frage ich mich worauf sie dann\nwarten.\"„Ich weiss nur, dass wir\nnicht länger warten können.\" Mardon schritt an die Kante heran und deutete auf\neinen Punkt auf der Karte, der sich nördlich von Stormwind befand. Der\nHauptstadt von Sullfar. „Ein kleineres Dorf, ungefähr in dieser Region ist ebenfalls\ndiesem Schatten zum Opfer gefallen.\" begann er zögernd. „Die Drachenreiter der\nSturmklippen bestätigen diesen Bericht.\"„Ebenfalls!?\" fiel ihm\neiner der Männer ins Wort. „Wie lange sollen wir noch untätig bleiben?\" warf er\nklagend in die Runde. „Wenn diese Bedrohung Parem erreicht wird es zu spät sein\num eine landesweite Panik zu verhindern. Die Gerüchte brodeln jetzt schon am Anschlag.\nEinen Flüchtlingsstrom von diesem Ausmass können wir nicht ohne Weiteres\nbeikommen.\" Mit einem lauten Knall platzierte einer der Generäle seine Faust\nauf dem Tisch. Das Wappen auf seiner Schulter gehörte zur Garde aus Sullfar. „Wenn\nder Feind Parem erreicht!?\" Sein wütender Blick schweifte zwischen den anderen\nMännern hin und her. „Sullfar steht bereits jetzt an der Front! Wie sollen wir\nuns gegen einen Feind verteidigen, der sich noch nicht einmal gezeigt hat?!\"\nfragte er laut. „Was meint ihr mit einem Feind der sich noch nicht gezeigt\nhat?\" fragte Mardon skeptisch. „Ihr wart nicht dort. Ich habe die zerstörte Siedlung\nselbst gesehen.\" begann der sullfarische General mit Wiederstand. Man sah ihm\nan das es sehr verstörende Bilder waren. „Es gab keine Warnungen. Nur ein\nschwarzer Schatten der sich über die Gebiete legte. Wir sahen nur, dass wir zu\nspät kamen.\" Seine Hand kreiste über einem kleinen Gebiet, südlich des\nGeteilten Berges. „Stonefall war das erste Dorf.\"„Diese erdrückende Aura\nwar kaum auszuhalten. Selbst die Luft die man atmete schien einem die Lungen\neinzufrieren. Das reinste Schlachtfeld, blutige Waffen und abgetrennte\nGliedmassen, aber keine Leichen. Weder von irgendwelchen Angreifern, noch von\nden Verteidigern. Die Türen aller Häuser wurden eingetreten und deren Inhalt\nwar ebenfalls demoliert. Tiefe Schleifspuren prägten den Matsch auf den\nStrassen. Alle führten von den Behausungen zur Kirche.\" „Auf dem Gelände um die\nKapelle schwebte ein düsterer Schleier. Ein niederer Nebel des Todes der über\ndie zahlreichen geöffneten Gräber strich. Alle bestatteten Särge wurden\nentweiht. Den Spuren nach wurde nicht mit einer Schaufel gegraben. Die\nsteinernen Stufen zum Eingang der Kirche hoch wiesen ebenfalls Schleifspuren\nauf. Die braune Färbung des Matsches wich dem tief roten Ton von Blut, welcher\nsich bis vor den geschändeten Sockel in der Halle zog. Das steinerne Podest war\ngetränkt mit dem geronnen Lebenssaft der Opfer. Die verantwortliche Klinge für\ndieses Massaker steckte im gepfählten Schädel des Priesters. Die metallische\nSchlange ragte aus der Stirn des Mannes, dessen leblose Augen trübe von der\nDecke herab blickten. Noch brennende Käfige zeugten als Letztes von der\ngrausigen Tat, welche sich hier abgespielt hatte. Um den Sockel herum standen\neingetrocknete Symbole geschrieben. Diese Zeichen glichen keiner mir bekannten\nRiten oder Beschwörungen. Sowas habe ich noch nie gesehen. Als hätte sich\nWyverex selbst von diesem Ort abgewandt.\" Kopfschüttelnd beendete er seinen\nBericht. „Im Norden von Sullfar existieren nur noch leblose Ruinen.\" „Was gedenken wir\ndiesbezüglich zu unternehmen?\" fragte ein weiterer General. Sein Banner zeigte\ndie Farben von Moredhel. „Nun.\" begann Harkin leise. Er erhob sich aus seinem\nStuhl und warf einen fordernden Blick in die Runde. „Es ist an der Zeit....\"......Eine warme Sonne kletterte\nbeständig den Horizont hoch. Nur vereinzelt kreuzten einige Wolken ihren hellen\nSchimmer.Roland hatte gerade eine\nschöne, wenn auch nicht unbedingt erholsame Nacht, und wollte den darauf\nfolgenden Morgen gemütlich mit seiner Drachin verbringen. Jemand hatte jedoch\neinen anderen Ablauf für ihn geplant, denn an seiner Tür Klopfte dieser\nungeduldig.Mit etwas Widerstand\ndrehte er den Schlüssel und entriegelte seine Zimmertür. In einer hektischen\nBewegung zog er sie auf und blickte in ein leicht skeptisch schauendes Gesicht.\nTimmy stand vor dem Türrahmen und musterte Roland mit schräggehaltenem Kopf. Er\nbetrachtete dessen zerzauste Frisur und warf einen schnellen Blick ins Zimmer. Kyndle\nlag friedlich dösend auf dem Bett. Seine fragende Miene verwandelte sich\nlangsam in ein müdes Grinsen. „Hab mich schon gefragt was das Gestern wohl gewesen\nsein könnte.\" murmelte er leise vor sich hin. „Was?!\" hakte Roland überrascht\nnach. „Lange Nacht gehabt? Huh?\" fragte Timmy amüsiert. Roland liess seinen\nBlick etwas verlegen zur Seite wandern und kratzte sich am Hinterkopf. „So\nungefähr.\" argumentierte er müde.Tim sah ihn einen kurzen\nMoment regungslos an. Anschliessend zuckte er rasch mit dem Kopf. „Ähm, ja.\"\nbegann er. „Frühstück ist fertig. Und das schon seit. Äh, lange.\" fügte er\netwas unbeholfen an. Roland zog skeptisch die Augenbrauen zusammen. „Ok.\"\nantwortete er langsam. „Bin gleich soweit.\" ergänzte er und stiess die Tür\nwieder zu.Einen Schritt rückwärts\nins Zimmer gemacht, drehte er dem Eingang den Rücken zu. Erleichtert atmete\nRoland aus und liess dabei seine Stirn nach vorne sinken. „Oh, man!\" dachte er\nlaut in sich hinein. Timmy blieb vor dem geschlossenen Eingang stehen und\nstarrte verwundert an die Decke, während er gelassen ausatmete. „Oh, man.\" kam\nleise über seine Lippen.Fünf schweigsame Minuten\nspäter trat Roland angezogen aus seinem Zimmer. Leise schloss er die Tür und\nblickte danach skeptisch den noch immer wartenden Timmy an. Dieser starrte\netwas unbeholfen in die Leere. Roland stellte sich neben ihn hin und blickte,\nwie auch er in die obere Ecke des Ganges. „Was ist denn da?\" fragte er Tim im\nFlüsterton. Dieser zuckte etwas erschrocken mit dem Kopf zwischen seine\nSchultern. Einmal das Gesicht geschüttelt begann er voraus zu gehen. „Ähm gar\nnichts.\" kam noch schnell als Antwort. Skeptisch hinterherblickend folgte ihm\nRoland.......Auf einer Lichtung im\nWitwenwald sassen zwei Männer im Gras. Einer hielt die Arme verschränkt\nzusammen und betrachtete seinen Kollegen. „Meinst du der findet den Weg\nhierher?\" fragte Torben müde. Aaros schmunzelte in seiner Meditation leicht.\n„Ohne Zweifel.\" antwortete er leise. „Er würde vielleicht schon früher hier\nsein, wenn du mir nicht geraten hättest die Nachricht von Timmy überbringen zu\nlassen.\" fügte er amüsiert an. „Jaja, jetzt ist es wieder meine Schuld. Was?\"\nmeckerte Torben. Aaros lächelte still vor sich hin und widmete sich wieder\nseiner Meditation. Sein Kollege betrachtete ihn angespannt.Er schritt näher an ihn\nheran und blickte in seinen Kragen. Mürrisch verzog Aaros sein Gesicht. „Was\nist los?\" fragte er ihn. Torben weitete erstaunt die Augen. „Was ist mit deinem\nTattoo passiert?\" wollte er neugierig wissen. „Was soll damit sein?\" hakte sein\nKamerad skeptisch nach. „Naja. Es ist verschwunden.\" antwortete er und zeigte\nmit seinem Finger darauf. Ein breites Lächeln machte sich in Aaros Gesicht\nbemerkbar. „Genau wie deins.\" sprach er gelassen. „Warum das denn?\" fragte\nTorben erneut mit einem leicht überforderten Gesichtsausduck. „Ganz einfach.\"\nbegann sein Kollege. „Als wir unsere Entscheidung trafen an der Seite des\nGefährten zu stehen liessen wir unsere Vergangenheit zurück. Alle Eide und\nZeichen daraus sind nun Geschichte.\" „Hmm.\" kam nachdenklich von Torben, als\nwüsste er mit diesen Worten nichts anzufangen. „An der Macht der Gefährten ist\nmehr dran als du dir eingestehen magst. Und es grenzt an ein Wunder das du es\nüberhaupt bemerkt hast.\" fügte Aaros schmunzelnd hinzu. Torben schloss schwach\nlächelnd die Augen und schüttelte dabei seinen Kopf.......Tim stiess die Tür in den\nSpeisesaal mit viel Schwung auf, was ihm sogleich die Aufmerksamkeit aller im\nRaum einbrachte. Daniel sah ihn ernst an und schüttelte dabei den Kopf. Timmy\nblieb einen schnellen Moment im Türrahmen stehen und schaute lässig in die\nvielen Gesichter. Anschliessend neigte er den Kopf zur Seite und stolzierte in\nden Saal, dabei warf er Daniel einen *Ich muss dir dringend was erzählen* -\nBlick zu. Roland trat ebenfalls in den Raum ein und nickte den Anwesenden\neinmal müde zu. Er sah noch kurz skeptisch zu Tim bevor er sich an den Tisch\nsetzte. Dieser zerrte nämlich Daniel etwas nervös in die Küche. „Kann das nicht warten?\"\nschnauzte Daniel etwas genervt. Tim sah ihn mit grossen Augen an und holte\neinmal tief Luft, während er einen Zeigefinger hochhob. „Ähm, nein.\" fügte er\ndem hinzu. „Du weisst doch noch, dass ich gestern Nacht diese Geräusche gehört\nhabe.\" Daniel sah ihn ernst an. „Natürlich!\" begann er genervt. „Und wegen\ndeiner Störungen um diese kleine Einbildung hab ich die halbe Nacht kein Auge\nzugemacht.\" ergänzte er mürrisch. Tim sah ihn mit grossen Augen an. „Keine\nEinbildung.\" argumentierte er aufgeregt. „Du wirst es mir nicht glauben,\naber.....\"......Ein grosser Mann lehnte\nsich über den Bartresen und blickte nachdenklich nach unten in ein halb volles\nGlas. Mürrisch schaute er auf den sanft schwappenden Inhalt. Bei einem leisen\nRäuspern leuchtete kurz ein violetter Funke in seinen roten Augen auf. Langsam\nausatmend griff er nach dem Glas und hob es langsam zum Mund. „Na wenn das\nnicht mein grosser aufbrausender Freund ist.\" klang eine verführerische Stimme\nin seinem Rücken. Eine langhaarige Frau bewegte sich in ihrem blutroten Kleid\nelegant an ihm vorbei. Ihr ebenfalls roter Handschuh glitt sanft über die\nSchultern des Mannes. „Ich bin hier Liz. Was\nhast du also für mich?\" fragte er die Dame ernst und blickte sie skeptisch an.\nLizbeth lehnte sich zu seiner rechten an den Bartresen und stellte dabei ihr\nrückenfreies Kleid demonstrativ zur Schau, was ihr einige angeregte Blicke von\nden anderen Gästen einbrachte. „Nicht so stürmisch mein Grosser.\" sagte sie\nsanft. Die Frau legte dem Mann eine Hand auf die Schulter und lehnte sich an\nihn heran. Mit der anderen Hand strich sie ihm über den kahlen Kopf. Der Mann\nzuckte einmal mit der Schulter, um sich von ihrer Berührung zu befreien. Er\nignorierte den tiefen Einblick in Lizbeths Ausschnitt und warf ihr einen\nfordernden Blick zu. „Zur Sache, Mädchen!\" sprach er laut. Sie sah ihn leicht\nenttäuscht an. „Ohh, wir haben es aber eilig heute mein Hübscher.\" flüsterte\nsie in sein Ohr, während sie ihm mit einem Finger über die Wange strich. „So\nhastig habe ich dich gar nicht in Erinnerung.\" sprach sie mit einem\nzwielichtigen Lächeln.Er packte ihre Hand und\nzog sie ruckartig nach unten, dabei sah er sie bestimmend an. „Nochmal. Zur\nSache, Mädchen!\" sprach er mit einem violetten Funkeln in den Augen. Die feine\nDame setzte sich leicht enttäuscht auf den Hocker und warf ihrem grossen Gast\nein schwaches Lächeln zu. „Ohh Larzarus, keine Zeit für die kleine Lizbeth.\"\nsprach sie langsam. „Aber wenn du unbedingt so willst.\" fügte sie leicht\nklagend an. Ihr vorhin so verspielter Blick kehrte sich schlagartig in ein\ngeschäftlich ernstes Gesicht. „Das Versteck deines\nFlüchtlings ist Ironwing.\" sprach sie bestimmend und sah den Mann nüchtern an.\n„Geht doch.\" sagte er ernst. Lizbeth stand auf und ging hinter ihm vorbei. Auf\nhalber Strecke blieb sie aber stehen und sah ihn fragend an. „Was hast du\neigentlich mit ihm zu schaffen?\" Er schaute stur geradeaus und leerte sein\nGlas. Nachdem er aufgestanden war warf er ihr einen kurzen Blick zu. „Das brauchst\ndu nicht zu wissen.\" sprach er mit einem schwachen violetten Funkeln in den\nAugen und schritt nach draussen. Liz stand am Tresen, die Arme skeptisch\nverschränkt und misstrauisch zur Tür blickend. \nHinter ihr stellte sich eine kräftige Frau hin und verschränkte ihre\nArme ebenfalls. „Wie hast du ihn eigentlich gefunden?\" fragte sie Lizbeth.\nSie schenkte ihr einen kurzen Blick. „Oh Patricia du wärst überrascht, worüber\nMänner so alles plaudern.\" Ein verstohlenes Lächeln zeigte sich auf ihren\nLippen. „Wenn sie in der Gesellschaft einer schönen Frau sind.\"„Und nun los.\" ergänzte\nsie mit einem ernsteren Ton. „Ich halte es immer noch für eine schlechte Idee.\"\nsprach Patricia mit einem schwachen Kopfschütteln mürrisch. „Aber ich bin es\nihm schuldig.\" fügte sie an bevor sie Larzarus aus dem Lokal folgte.......Timmy wuselte etwas\nunbeholfen in der Küche hin und her und wedelte leicht nervös mit den Armen.\n„Geht das denn überhaupt? Ich meine mit, ähm, Drache und so?\" er warf Daniel\neinen völlig überforderten Blick zu. Sein Kollege atmete einmal mit geschlossen\nAugen aus und schaute entgeistert nach oben zur Decke. „Das kann doch nicht\nwirklich sein Ernst sein?\" dachte er in sich hinein als er sich mit der Hand an\nder Stirn rieb. Er hob beide Hände und sah\nTim ernst an. „Jetzt atme erst mal tief durch und setzt dich hin. Du machst\nmich nur nervös mit deinem hektischen Getue.\" Daniel zog einen Stuhl unter dem\nTisch hervor und stellte ihn vor Timmy ab. Dieser schaute ihn etwas verdutzt\nan. „Ich mein doch nur. Ähm, ich kann mir nicht so richtig vorstellen wie...\"\n„Musst du auch nicht.\" fiel ihm Daniel ins Wort. „Das ist allein Rolands\nSache.\" Er hob bestimmend den Zeigefinger in seine Richtung. „Und du tätest gut\ndaran es dabei zu belassen.\" Tim hob beide Arme hoch und setzte einen leicht\nverstörten Blick auf. „Aber ich kann doch nicht....\" „Doch, kannst du!\" fuhr ihm\nDaniel erneut ins Wort. „Und du wirst.\" fügte er bestimmend an. Sein nervöser\nKollege sah ihn mit grossen Augen an. Er stellte sich aufrecht hin, schloss die\nAugen und atmete gelassen aus. „Gut. Mach ich.\" sprach er mit gehobenem\nZeigefinger. Er griff in seine Tasche und zog ein gefaltetes Stück Papier\nheraus und hielt es Daniel entgegen. „Dafür gibst du Roland dann diesen\nZettel.\" argumentierte Tim und übergab ihm das Schreiben, bevor er die Küche\nverliess. „Ich brauch jetzt erst mal was zur Beruhigung.\" murmelte dieser noch\nleise vor sich hin.Daniel ging ebenfalls aus\nder Küche, den Brief in der Hand. Roland sass etwas nachdenklich auf seinem\nStuhl. Seine Gedanken schwirrten im Moment aber nur um Kyndle. Dieser kleine\nTagtraum brach aber ab als Daniel seine Hand auf Rolands Schulter platzierte.\nEr hielt ihm ausserdem den Brief entgegen. „Ich weiss nicht seit wann er euch\ndas geben sollte, aber hier.\" sagte er mit einem kleinen Schmunzeln. „Wer Tim?\"\nfragte Roland müde nach. „Genau der.\" antwortete Daniel während er sich auf den\nStuhl nebenan setzte. Roland sah ihn leicht\nneugierig an. „Was musste er dir denn so dringend sagen?\" wollte er wissen.\nDaniel senkte mit geschlossenen Augen leicht die Stirn nach vorne. „Dabei\nkönntet ihr mir vielleicht helfen.\" begann er. „Ich weiss das Kyndle jede Nacht\nbei euch verbringt.\" Er sah Roland etwas verlegen an. „Ja das stimmt so.\"\nargumentierte er langsam. „Nun.\" fuhr Daniel fort, dabei schwenkte er seine\nHände etwas herum. Es bereitete ihm leichte Schwierigkeiten die richtigen Worte\nzu finden. „Er scheint nun davon überzeugt zu sein, dass sie nun eine Nacht mit\neuch verbracht hat.\" Er sah den jungen Mann kurz ernst an. „Und da ich nun mal\nnicht gleich Alles was Tim von sich gibt für wahre Münze halte, wollte ich gerne\neure Version dazu hören.\" Er blickte ihn für einen weiteren stillen Moment an.\n„Vorausgesetzt ihr wollt überhaupt darüber reden.\" Roland zog sich schreckhaft\nin seine Gedanken zurück. „Oh man!\" dachte er laut in sich hinein. Genau solch\neiner Unterhaltung wollte er gezielt aus dem Weg gehen. Er war hin und her\ngerissen. Was sollte er jetzt tun? „Lügen, es wäre alles beim Alten, bis zum\nnächsten peinlichen Moment? Oder reinen Tisch machen und die vielen geschockten\nBlicke in Kauf nehmen? Werden sie wirklich geschockt reagieren? Was alle wohl\ndavon halten werden, dass der Gefährte mit dem Drachen an den er geprägt ist im\nBett war? Die Lachnummer von Ironwing? Zum Aussenseiter degradiert?\" Am liebsten\nhätte er laut geschrien, doch in dem gedanklichen Durcheinander hörte er ein\nunverkennbares „Meep\" heraus. Roland kam aus dem inneren Schlachtfeld seines\nKopfes zurück und blickte in das skeptisch schauende Gesicht von Daniel. Dieser sah überrascht zum\nEingang des Speisesaales, wo gerade ein orangerotes Drachenweibchen die Tür\naufgestossen hatte und zu ihrem Begleiter schritt. Sie schob ihren Kopf unter\nRolands Arm hindurch und blickte ihn mit ihren tief blauen Augen an. Deren\nTürkisfunkeln war nicht zu übersehen. Er erwiderte den warmen Sichtkontakt und\nplatzierte seine Hand auf ihrer Stirn, was dem Weibchen ein sanftes Gurren\nentlockte. In seinem Geist konnte er\nes deutlich fühlen, als würde sie ihm die Hand reichen und ihm auf die Füsse\nhelfen. In der Wirklichkeit stand nun eine orangerote Drachendame an seiner\nSeite. „Hatte sie meine leichte Panik mitbekommen?\" fragte er sich. Kyndles\nkleiner Stups mit der Nase bestätigte schnell seinen Verdacht. In Rolands\nGesicht erschien darauf ein schwaches Lächeln. Er griff mit beiden Händen nach\nihrem Kopf und zog ihn sanft zu sich. Kyndle schloss gurrend die Augen, als sie\nseine Stirn auf ihrer spürte. „Soll ich es ihm sagen?\"\nflüsterte er ihr zu. Die Drachin gab ein leises „Churr\" von sich, lehnte sich\netwas mehr an ihn heran und begann anschliessend sanft zu schnurren. Er löste\nseine Berührung und strich ihr mit einer Hand langsam über die Wange. Der helle\nTürkisschimmer ihrer Augen strahlte regelrecht. Tief in seinem Inneren konnte\ner es fühlen. Roland hob seinen Blick zu\nDaniel, welcher ihn zuversichtlich ansah. Nach einem langen Luftholen blickte\ner ihn ernst an. „ Nun. Es ist.\" begann er zögerlich. „Ja, ich hab jetzt eine\nPartnerin.\" sagte er und liess bei den letzten Worten seinen Blick in zwei\nwunderschöne blaue Drachenaugen sinken. Kyndle gurrte leise, legte ihre\nVorderläufe auf seine Beine und hob ihren Kopf zu seinem hoch. Roland legte ihr\neine Hand an die Wange. Vergnügt schloss sie die Augen und schnurrte sanft. Das\nGesicht leicht zur Seite geneigt trafen sich die Lippen eines jungen Mannes und\neines orangeroten Drachenweibchens. Daniel weitete erstaunt\ndie Augen, musste dabei aber leicht verlegen schmunzeln. Nach der liebevollen Lippenberührung\nstand er auf und nickte den beiden zu. „Schön für euch beide.\" sprach er und ging\nan ihnen vorbei aus dem Raum. Die beiden verliebten sahen sich tief in die\nAugen, Nasenspitze an Nasenspitze. Das leise Schnurren der Drachin lag in der\nLuft. Die anderen Personen im Saal, welche ihre etwas neugierigen und zugleich\nverwunderten Blicke auf beide lenkten schienen das Paar dabei in keiner Weise\nzu stören.......In einem aufreizenden\nLokal mit dem Namen Kriegsschwester sass ein mürrisch wirkender, aber gut\ngepanzerter Zwerg am Tresen und schob sein Glas immer wieder von der einen Hand\nin die andere. „Was führt denn ein\nsolches Prachtstück wie dich an einen solch schönen Ort?\" fragte ihn eine Dame\nvon hinten. Sie setzte sich elegant neben den Gast und legte reizvoll ihre freien\nBeine übereinander. Sie trug ein enges grünes Kleid mit einem weiten einschnitt\nim dazu passenden Rock. Das Oberteil schien der prächtigen Oberweite der Dame\nkaum standzuhalten. „Ich bin Sandra.\" flüsterte sie ihm verspielt zu und lehnte\nsich dabei weit nach vorne. Was ihren Ausschnitt wunderbar zur Schau stellte.„Schön für dich.\" grunzte\nder Zwerg. „Und jetzt verpiss dich wieder.\" fügte er mürrisch an und nahm einen\nweiteren Schluck aus seinem Glas. Die Dame winkte einmal herablassend zu dem\nunfreundlichen Gast und stolzierte zur nächsten Gelegenheit. „Kumash Gor. Schön.\" kam\neine monotone Stimme aus seinem Rücken. Mit einem skeptischen Gesichtsausdruck\ndrehte er sich zu der Quelle um. Überrascht blickte er in zwei dicke runde\nBrillengläser eines weiteren Zwerges. „Ist das n`Witz!?\" warf er ihm vor die\nFüsse und schwenkte seinen Blick im Raum herum. „Ich hab der ersten schon\ngesagt, kein Interesse.\" fügte er mit einem zornigen Blick an. „Also  los. Abgang!\" sagte er mit dem Kopf zur Seite\ndeutend. Der zweite Zwerg hob verneinend die Hände. „Sie missverstehen. Nachricht.\nVon mir. Name. Barnabas.\" sprach er trocken. Kumash hob überrascht seine\nAugenbrauen und kratzte sich unter dem Bart am Kinn. „Der grosse Drachenexperte\nwas?\" sagte er und musterte die Gestalt von seinem Barhocker herab. „Naja,\ngross würd ich das nicht nennen.\" fügte er amüsiert an und griff nach seinem\nGlas. Anstossend hob er es hoch. „Was willst du von mir?\" fragte er mit\nhochgezogener Augenbraue neugierig. „Soweit ich mich erinnere wolltest du mich\nbereits am Geteilten Berg aufsuchen.\" fügte er schmunzelnd an. Barnabas schob sich die\nBrille zurecht und stellte sich aufrecht hin. „Wollte. Ja. Begegnung leider\nverpasst.\" „Was ist also jetzt so wichtig, dass meinen weiten Weg hierher\nrechtfertigt?\" fragte Kumash Gor erneut, diesmal aber mit einem ernsten\nGesichtsausdruck. Der Drachenexperte machte einen Schritt auf Kumash zu. „Keine\nZeit. Erklärung zu lang. Tatsache. Sie. Gefährte.\" sprach Barnabas nüchtern. Kumashs Augen weiteten\nsich überrascht. Leicht nervös blickte er dem Zwerg durch die dicken\nBrillengläser. „Was willst du damit andeuten?\" warf er ihm angespannt vor die\nFüsse. „Zeichen. Eindeutig.\" begann Barnabas monoton. „Waffe. Von Garde des\nTempels. Geteilter Berg. Symbol am Hals. Arkas. Keine Zweifel.\" Leicht\ngeschockt über die Angaben des Drachenexperten liess er seinen Kopf\nnachdenklich sinken und legte sich ein Hand auf das Zeichen an seinem Hals.„Setzen. Jetzt!\" forderte\nKumash den anderen Zwerg auf. Barnabas tat wie ihm geheissen und platzierte\nsich auf dem Hocker neben ihm. Mit einem mürrischen Blick sah er zu dem\nBrillenträger. „Ich habe keinen Schimmer warum du dich so sehr dafür\ninteressierst.\" Ernst starrte er ihn an. „Von dieser sogenannten Prophezeiung\nwill ich nichts mehr wissen.\" bestimmend hob er einen Finger. „Ich will\nlediglich das Arschloch finden, dass meinen Vater getötet hat. Und Arkas bot\nmir eine Chance.\" Barnabas sah ihn verwirrt an. „Also.\" begann Kumash\nerneut. „Da du schon mal hier bist.\" Auffordernd sah er den Zwerg an. „Der\nDrache sagte mir, dass mir ein gewisser Roland helfen kann diesen Drecksack zu\nfinden. Kennst du so jemanden?\" fragte er mit einem leicht verrückten Blick.\nBarnabas atmete einmal stark aus. Die beunruhigenden Geschichten, welche um\ndiesen Kumash Gor kursieren werden seiner Gegenwart nicht wirklich gerecht.\n„Nun. Eigentlich...........\"......Im Witwenwald streiften\nzwei Seelen durch das Dickicht. Ein junger Mann, welcher nachdenklich einen\nBrief vor sich her trägt. Hinter ihm stolzierte ein orangerotes Drachenweibchen\nherum. „Das ist doch... Hhm.\" skeptisch drehte Roland das Papier vor sich herum.\nDie Wegbeschreibung gesenkt blickte er zwischen den Stämmen und Büschen hin und\nher. Er liess den Zettel jedoch unverhofft fallen als er von etwas in den\nRücken gestossen wurde. Ein amüsiertes „Chirp\" erfüllte die Luft während er\nsich mühselig bückte um das Schriftstück wieder aufzuheben. „Das findest du\nalso komisch?\" fragte er seine Partnerin mit einem breiten Grinsen im Gesicht.\nDas amüsierte Gurren der Drachin war die Antwort darauf. Ein türkisfarbener\nFunke wechselte zwischen ihren Blicken.Hinter ihr erkannte er die\nForm eines grösseren Steines. Prüfend hob er die Wegbeschreibung in sein\nBlickfeld. „Da!\" sprach er laut und deutete auf den Trampelpfad neben dem\nStein. Kyndle gab ein fröhliches „Chirp\" von sich und machte einige Schritte\nvoraus. Sie blieb stehen und warf ihm einen verspielten Blick zu während er an\nihr vorbeiging. Lächelnd sah er ihr in ihre schönen blauen Augen, wo er ihren\ntürkisfarbenen Funken entdeckte. „Wir..\" PENG!Mit einem dumpfen\nZusammenstoss brach sein Satz ab. Erschrocken nahm das orangerote Weibchen eine\naggressive Körperhaltung ein und knurrte den dazu gestossenen Mann an. Roland\nkam schnell zu sich. Wie aus einem Reflex heraus griff er an sein Schwert und\nstreckte dem Fremden die Klingenspitze entgegen. Der Unbekannte wurde durch den\nZusammenstoss auf den Boden geworfen und verharrte in seiner sitzenden\nPosition. Unterwürfig hob er seine Hände. „Nicht Roland!\" rief er ängstlich.\nKyndle nahm unverzüglich wieder eine friedliche Haltung an, als sie die Stimme\nerkannte. „Conrad?\" fragte Roland überrascht. Der Mann zog die Kapuze seines\nUmhangs zurück und zum Vorschein kam Conrads Gesicht. „Was bei den Fünf machst\ndu denn hier draussen?\" fragte der Gefährte während er seine Waffe einsteckte\nund ihm eine Hand zum Aufhelfen reichte. Conrad griff nach der offerierten\nHilfe und richtete sich wieder auf. „Ich breche ein Versprechen.\" sagte er\nnüchtern als er sich den Staub aus der Hose klopfte.„Was für ein Versprechen?\"\nwollte Roland wissen. „Eines, das ich meiner Mutter gegeben habe.\" begann\nConrad und zeigte mit einem Finger auf ihn. „Ich musste ihr nach einer langen\nDiskussion versprechen, bei deinem Magietraining nicht beiwohnen zu wollen.\"\nRoland merkte an seiner Tonlage, dass es ihm sehr unangenehm war, sich den\nWorten von Catherine zu wiedersetzen. Doch die Verlockung der Magie war in dem\nMoment stärker. Sein Blick verriet es unbestreitbar. Conrad legte Roland eine\nHand auf die Schulter. „Erlaubst du mir deinem Training beiwohnen zu dürfen?\"\nfragte er ihn hoffnungsvoll. „Ich werde dir auch nicht im Weg sein, ehrlich.\"\nfügte er eifrig an. Roland sah es in seinen Augen. Er wollte, nein verlangte es\nregelrecht dabei zu sein. „Ich bin mir da nicht so ganz sicher.\" warf er\nskeptisch ein. „Was ist mit deiner Mutter?\" hakte er nach. „Sie muss es ja nicht\nerfahren.\" argumentierte Conrad schnell. Nachdenklich warf Roland einen Blick\nzu Kyndle, welche ihm sogleich zustimmend und mit einem sanften Gurren\nzunickte. „Schön.\" begann er zuversichtlich und hob einen Finger vor Conrads\nGesicht. „Aber du erklärst alles, falls sie Wind davon bekommt.\" „Was sie mit\nSicherheit wird!\" dachte er für sich. Conrads Erleichterung zauberte ein\nbreites Grinsen in sein Gesicht. „Gut.\" sprach Roland und\nstrich seiner Drachin über den Kopf. Was ihr ein sanftes Schnurren entlockte.\nMit schräggehaltenem Gesicht betrachtete er die Wegbeschreibung erneut. Conrad\nstellte sich neben ihn und hielt seinen Kopf ebenfalls zur Seite geneigt\nwährend er das Papier ansah. Kyndle setzte sich auf den Boden und betrachtete\ndie Beiden, wie sie in ihrer komischen Haltung ein Stück Papier anstarrten. Die\nAugen zur Hälfte geschlossen entwich ein amüsiertes Gurren ihrem Körper. Conrad zog ihm schnell die\nWegbeschreibung aus der Hand, drehte sie um 90 Grad und steckte sie ihm wieder\nzwischen die Finger. „So sollte es besser gehen.\" sagte er trocken.\nAnschliessend deutete er mit einer Hand in die Richtung aus der Roland herkam.\n„Da lang übrigens.\" fügte er leicht schmunzelnd hinzu. „Schön.\" murmelte er\nleise vor sich hin, drückte Conrad das Papier in die Hand und winkte Kyndle zu\nsich um voraus zu gehen.Unterwegs begann Conrad\nausführlich über seine Faszination zur Magie zu sprechen. Er kannte zahlreiche\nZauberformeln und konnte sogar vollständige Beschwörungen auswendig aufsagen.\nMit enttäuschtem Gesichtsausdruck erzählte er auch von seinem nicht vorhandenen\nZugang dazu. Roland lauschte aufmerksam seinen Worten. Es war eine neue\nErfahrung ihn so gesprächig zu erleben, da er sonst nie über sein alltägliches\nRäuspern hinauskam. Er dachte sich noch was ein Magier mit seiner Kenntnis\nalles vollbringen könnte. Doch das Schicksal schien für ihn einen anderen Weg\nbestimmt zu haben.Es verging noch eine\nweitere Stunde bis die kleine Gruppe den Zielort erreichte. Roland trat um den Baumstamm\nauf eine Lichtung zu. In der Mitte sass Aaros meditierend auf dem Boden. Weiter\nabseits lehnte sich Torben an einen Felsen an und hob seinen Blick den\nAngekommenen entgegen. „Hat ja lange genug gedauert.\" sprach Aaros als er\naufstand und auf Roland zuging. Er hob überrascht die Augenbrauen als er seinen\nBegleiter bemerkte. „Ah, Conrad. Dann hat es sich eure Mutter anders überlegt?\"\nfragte er ihn mit seinem trüben Blick. „Ja hat sie.\" antwortete er leicht\nzittrig. „Sicher nicht.\" fügte Aaros kopfschüttelnd und mit einem Lächeln auf den\nLippen hinzu. „Aber gut. Sie muss es ja nicht erfahren, oder?\" Mit einem\nerleichterten Seufzen vernahm Conrad seine Worte.Aaros setzte sich wieder\nauf den Boden in der Mitte der Lichtung. Mit etwas Abstand zu ihm nahm Roland\nPlatz. Kyndle legte sich neben ihrem Gefährten hin und blickte angespannt zu\ndem Magier. Zwischen ihnen lag etwas auf dem Boden, was von einer Stoffdecke\nverhüllt war. „Fangen wir einmal mit der Grundlage an.\" begann Aaros\nzuversichtlich. „Magie funktioniert im Wesentlichen viel einfacher, als du es\ndir vielleicht vorstellen magst.\"„Die Geschichten über alte\nZauberwörter, welche enorme Mächte freisetzen sind alle falsch. Die einzige\nbekannte Magie mit Worten ist die Beschwörung, diese bedarf aber umgehende\nKenntnisse der dafür erforderlichen Sprachen und Formeln. Es reicht für\ngewöhnlich, wenn du dir den Effekt, welchen du erzielen willst vorstellst.\"\nAaros hob eine Hand vor sein Gesicht, mit der Handfläche nach oben. Gelassen\natmete er aus und zuckte leicht mit seinen Fingern. Mit einem leisen Knistern\nflackte eine kleine Flamme über seiner Hand auf, und brannte schwebend wie eine\nFackel. „Wenn du dich an diesem Gedanken festhältst erledigt dein Zugang den\nRest.\" Schmunzelnd schwenkte er das kleine Feuer herum. „Einige Zauberer sprechen\nes aber dennoch leise vor sich aus um sich besser darauf konzentrieren zu\nkönnen.\" Wieder atmete er ruhig aus. Er begann leise einige unverständliche\nWorte zu murmeln. Die kleine Flamme gewann an Intensität und begann wie eine\nFlüssigkeit über seine Finger zu laufen. Sei bedeckte seine ganze Hand, als\nhätte er einen Feuerhandschuh übergezogen. Den Blick auf die Flammen gerichtet\npustete er schwach dagegen. Wie vom Winde verweht erlosch das Licht. „Ob es\nwirklich einfacher geht ist dem Zaubernden überlassen.\"Er machte eine kurze\nPause, in der seine angeheiterte Miene ernster wurde. „Lasse dich aber von\nsolchen Spielereien nicht täuschen. Jede Anwendung zehrt an der Willenskraft\ndes Wirkers. Und diese ist bei jedem begrenzt.\" fordernd blickte er Roland an.\n„Du weisst dass du einen Zugang zur Magie hast.\" begann der Lehrer ruhig. „Wann\nhast du ihn zuletzt benutzt?\" wollte er von seinem Schüler wissen. Roland musste nicht lange\nnachdenken. „Vor Fünf Jahren. Als....\" begann er zögerlich und warf einen kurzen\nBlick zu seiner Drachin. „Als Kyndle von solchen Banditen gefangen wurde. Ich\nhab es damals aber nicht bewusst getan. Ich hatte einfach Angst.\" Wieder\nkreuzte er den Blick mit seiner Partnerin. „Angst?\" hakte sein Lehrer\nnachdenklich nach. „Angst um sie.\" argumentierte Roland. „Ich war einfach\nwütend auf diese Männer. Der Rest geschah wie von selbst.\" „Wut. Aha.\" sprach\nAaros leise und zog die Decke von dem Gegenstand herunter.Vor ihm auf dem Boden lag\nein langer Stab mit einer kristallenen Spitze. In Rolands Gedanken formte sich\nein schwammiges Erinnerungsbild. Kyndle warf einen schnellen Blick zu ihrem\nPartner und schloss darauf leise gurrend die Augen.Diesen Stab sah er nicht\nzum ersten Mal. Einer seiner Verfolger aus jener Nacht hatte einen solchen\ndabei. Mit dem Rücken zur Klippe stand er an der Kante. Er sah das bedrohliche\nLeuchten des violetten Kristalles deutlich vor sich. Bevor er von seinem\nAnführer gestoppt wurde.Aus der Erinnerung\nzurückkommend blickte er seinen Lehrer ratlos an. „Das warst du  damals? Oder?\" warf er ihm klagend entgegen.\n„Diese Blitze waren dein Werk!\" Aaros atmete mit geschlossenen Augen aus und\nblickte seinen Schüler danach mit seinen trüben Augen an. „Ich will dich nicht\nbelügen.\" begann er ernst. „Ja, es waren meine Blitze. Und ja, ich war in jener\nNacht mit dir an dieser Klippe. Torben war der zweite Mann unter dem Mantel.\"\nOhne seinen Blick von Roland abzuwenden sprach er weiter. „Wir hatten zusammen\nmit Larzarus den Auftrag dich zurückzubringen.\" „Larzarus!\" wiederholte er\nden Namen mehrere Male in seinen Gedanken. Endlich hatte der Mörder seiner\nMutter einen Namen. Sein Zorn diesem Mann gegenüber brannte nun stark. Er\nspürte eine mächtige Kraft in sich. Sie fuhr durch jede Faser seines Körpers. Seine\ngeballten Hände zitterten leicht.„Zurückzubringen? Warum?\"\nhakte Roland leicht wütend nach. Kyndle spürte seine aufgescheuchten\nErinnerungen an diese Nacht, doch diese wurden von seiner Wut überschattet und\nverwehrten ihr den Zugang zu ihm. Viel mehr griff sein Zorn auf sie über. Mit\nangehobener Lippe zeigte sie mit einem leisen Knurren ihre spitzen Zähne. Die\nzu Schlitzen zusammengezogenen Pupillen ihrer tief blauen Augen ebenfalls auf\nAaros gerichtet. Der Magier sass ohne eine\nReaktion darauf da und sprach gelassen weiter. „Das wussten wir nicht. Und\nmussten wir auch nicht wissen. Es war ein einfacher Lieferjob den uns Larzarus\nverschafft hatte. Wir kannten den Namen der Zielperson und den Ort der\nAblieferung.\" „Nur ein einfacher Lieferjob!?\" wiederholte Roland die Worte. Die\nLuft um ihn herum begann zu pulsieren, und ein starker Windstoss scheuchte die\nBaumkronen um die Lichtung herum auf. Torben blickte zum Himmel und richtete\nsich auf, er löste seine verschränkten Arme und packte Conrad am Kragen. Ohne\nein Wort zu verlieren zog er ihn hinter den Felsen. Conrads nervöses\nHerumfuchteln konnte daran auch nichts ändern.„Claires Tod war nicht\nvorgesehen.\" sprach Aaros gelassen weiter, seinen trüben Blick stets auf Roland\ngerichtet. „Erwähne nicht ihren Namen!\" sagte er voller Zorn. In seiner Stimme\nhallte etwas Düsteres nach, als sprach etwas Böses durch ihn. „Wenn das nicht\nvorgesehen war, warum starb sie dann in dieser Nacht?!\" hakte Roland finster\nnach. Ein starker Windstoss zog sich aus den Baumwipfeln herab und umkreiste\ndas angespannte Gespräch. Kyndle stellte sich auf alle Viere und fauchte den\nMagier drohend an. Ein schwaches Leuchten in ihrem Rachen warnte vor dem\nlauernden Flammenstoss. Roland sah das Bild seiner verletzten Mutter vor sich.\nEr spürte die flüchtige Wärme ihrer Hand an seiner Wange. Ihre verzweifelten Tränen\nin den Augen als sie ihr Kind fortschickte in die Dunkelheit. Aaros atmete einmal kurz\nein. „Larzarus fragte sie nach deinem Verbleib.\" begann er erneut. Diesen Namen\nwieder zu hören heizte seine Wut weiter an. Die Kraft des Windstosses nahm\nebenfalls zu. Genauso wie das feurige Leuchten im Rachen der Drachin heller\nwurde. Ihr drohendes Knurren gesellte sich zu dem dumpfen Brummen in der Luft. „Und\nals Claire ihm keine Antworten gab, nahm er ihr das Leben.\" „NEIN!!!\"Mit verkrampfter Haltung\nentfesselte er die angestaute Kraft. Kyndle demonstrierte zeitgleich, ihren\nsengenden Feueratem. In einem flüchtigen Augenblick dachte Roland, die Gestalt\neines Mannes vor sich zu sehen. Die schattigen Umrisse wandten sich aber von\nihm ab und verschwanden schliesslich in der Leere. Eine gewaltige, brennende\nSchockwelle fegte über die Lichtung. Die Bäume in unmittelbarer Nähe hielten\nder Hitze nicht stand. Das Feuer schrumpfte die dicken Stämme zu schwarzen\nKohlesäulen, welche unter dem darauf folgenden Druck in sich zusammenfielen. Die\ndichte Staubwolke schwebte über der qualmenden Lichtung, welche langsam zu\nBoden sank. Conrad zog seinen Kopf\nerschrocken zwischen seine Schultern, als die heisse Druckwelle über seine\nDeckung fegte. Nach einem kurzen Moment der Stille wagte er einen neugierigen\nBlick auf die Lichtung. Er verbrannte sich die Hand an dem heissen Stein als er\ndarum herum ging. Erschrocken und staunend zugleich betrachtete er das Bild, welches\nunter dem staubigen Vorhang entstand. Aaros stemmte den violett schimmernden\nStab vor sich in den Boden. Von dem Kristall aus, in Richtung des Magiers,\nerstreckte sich ein keilförmiger Bereich, welcher als einziger von der\nFlammenschneise verschont blieb. Auf Händen und Knien stützend hustete Roland\nstark und rang verkrampft nach Luft. Kyndle gab ein besorgtes „Meep\" von sich\nund legte schützend einen ihrer Flügel über ihren Gefährten. Ihren Kopf an\nseinen geschmiegt gurrte sie sanft. Der Lehrer fiel erschöpft nach hinten und\nliess seinen Stab los, was den violetten Schimmer verschwinden liess. Schwer\natmend blickte er erstaunt um sich. „Meine Fresse!\" hallte\nTorbens Stimme laut durch die Luft, als er ebenfalls hinter dem schützenden\nStein hervor trat. „Dagegen ist ein Vulkanausbruch ja der reinste\nKindergeburtstag!\" fügte er mit geweitetem Blick an. „Das war knapp.\" sprach\nAaros erschöpft. „Zu knapp für meinen Geschmack!\" fügte Torben dem hinzu.......Im Garten von Ironwing lag\nein Mann gemütlich im Liegestuhl und lies seinen verträumten Blick über die\nLandschaft gleiten. Ein leises Knistern drang aus der aufleuchtenden Glut und\nzog sich weiter durch den trockenen Tabak. Genüsslich den dichten Rauch\nausatmend erfasste eine Windböe seine schulterlangen Haare und riss den Qualm\nin Richtung des Waldes. Entspannt das Windspielbeobachtend fiel im auf wie sich\ndie Baumkronen im Inneren stark neigten. Die Augen geschlossen nahm er einen\nweiteren tiefen Zug von seinem Beruhigungsmittel. Im selben Moment fegte ein\nkräftiger Windstoss vom Wald her. Die Beine des Liegestuhles klappten ein und\nder Mann fiel rückwärts hin. Unsanft am Boden liegend öffnete er erstaunt seine\nAugen. Eine hohe pechschwarze Wolke schoss mitten im Wald in den Himmel. Die\nHand hochgehalten wich sein Blick prüfend zwischen dem gedrehten Tabak in\nseinen Fingern und dem dunklen Schatten hin und her. Mit geweitetem Blick\npustete er stark aus. Ein langsames „Ok.\" drang aus seinem Mund. ......Roland legte seiner\ndrachischen Partnerin die Hand auf die Wange und drückte sie sanft an sich.\nSchwer atmend horchte er ihrem leisen Schnurren. Kyndle lehnte sich eng an\nihren Gefährten. In Gedanken versuchte sie zu ergründen, wie es geschehen\nkonnte, dass ihr Bewusstsein von seiner Wut verdrängt werden konnte. Sie bekam\nalles mit, hatte jedoch keinerlei Kontrolle mehr. Eine Tatsache die ihr enorme\nAngst bereitete. Für einen flüchtigen Moment hatte sie die Befürchtung, den\nKontakt zu ihm verloren zu haben. Mit Tränen zwischen ihren geschlossenen\nLiedern schmiegte sie sich mehr an Roland heran. Aaros richtete sich\nschwerfällig auf und schaute sich angespannt um. Die Rauchenden Überreste\nbetrachtend wich sein Blick zu seinem Schüler. Dieser hob müde seinen Kopf und\nsah seinen Lehrer verwirrt an. „Du trägst mächtige Magie mit dir herum.\" sprach\ner nüchtern und ging auf ihn zu. „Nun wissen wir deinen Zugang zu öffnen.\"\nfügte er mit einem schwachen Lächeln an und reichte ihm eine helfende Hand. ......„Es wird wohl langsam zur\nGewohnheit, dass er mich immer wieder verblüfft.\" sprach sie als sie den Mann\nschwach lächelnd ansah. Ihr blick kehrte sich jedoch in eine skeptische Miene.\n„Aber ein Drache?\" Daniel warf ihr einen verständnisvollen Blick zu. „Fürchtet\nihr um das Ansehen eures Namens?\" wagte er vorsichtig zu fragen. „Hectors Ruf\nwar stark angeschlagen, als seine Partnerschaft mit Katara ans Licht kam.\" Das\nGesicht von ihrem Gesprächspartner abgewandt seufzte sie angespannt aus. „Ich\nweiss nicht.\" In einem flüchtigen Moment erkannte Daniel einen Schimmer der\nAngst in ihren Augen. Er war jedoch so schnell verschwunden, wie er aufgetaucht\nwar. „Es ist wahrscheinlich nichts.\" fügte sie gelassen an. „Ist alles in\nOrdnung Herrin?\" hakte Daniel ernst nach. Die Augen geschlossen schwenkte sie\nmit einem Lächeln ihr Gesicht verneinend hin und her. Catherine warf ihren\nnachdenklichen Blick aus dem Fenster und schritt langsam an das Glas heran.\n„Ich werde das Gefühl einfach nicht los von etwas beobachtet zu werden. Etwas\nbösem.\" ......Roland sah ihn weiter\nstumm an. „Das alles nur um meinen Zugang zu öffnen?!\" dachte er laut in sich\nhinein. „Diese schmerzenden Erinnerungen ein weiteres Mal zu durchleben diente\nnur einem Experiment?\" Er ignorierte die offerierte Hilfe und richtete sich bei\nseiner Drachin abstützend auf. Mit einem gemischten Blick aus Wut und\nVerwirrung sah er Aaros an. Kyndle lehnte sich immer noch an Roland, tat es ihm\naber gleich und sah den Lehrer ebenfalls mit gemischten Emotionen an.\nEntschuldigend hob er seine Hände. „Tut mir leid, dass es auf diese Art sein\nmusste.\" begann er leise. Er drehte sich um und schritt zu dem verschont\ngebliebenem Flecken Erde. Den Stab aufgehoben setzte er sich auf den Boden und\nlegte ihn vor sich ins Gras. „Der Weg zur Magie ist schwer.\" erklärte er\nweiter, den trüben Blick auf Roland gerichtet. „Und für einige schmerzhaft.\"\nfügte er bestimmend an.Der Schüler lauschte\naufmerksam seinen Worten. Doch dafür gab es im Moment keine passende\nEntschuldigung. Wiederwillig setzte er sich zu ihm. Seine Drachin legte sich\ndich an seine Seite, ständig den Körperkontakt haltend. Mit einem warmen\nLächeln zu ihr legte er seinen Arm über ihre Schultern, was ihr ein leises\nSchnurren entlockte.Conrad konnte es immer\nnoch nicht fassen was Rolands Wutanfall hervorgebracht hatte. Fragen überschwemmten\nseine Gedanken, doch war er im Moment nicht in der Lage auch nur eine davon zu\nStellen. Torben klapste ihm leicht auf den Hinterkopf. „Mach den Mund zu.\"\nsprach er leise und stellte sich mit verschränkten Armen wieder an den nun\nabgekühlten Stein. Ein verwirrtes Kopfschütteln später gesellte sich Conrad\nstill zu ihm.Aaros atmete mit\ngeschlossenen Augen einmal tief ein. „Über einen Zugang zu verfügen bedeutet\nnoch lange nicht, diesen auch ohne Weiteres nutzen zu können.\" begann er ernst.\n„Jeder Magier hat seinen eigenen Weg diesen zu wecken. Meiner liegt zwischen\nGelassenheit und Konzentration. In der Meditation sammle ich die Kraft um sie\nnutzbar einsetzten zu können. Bei anderen ist der Auslöser Schmerz, oder wie in\ndeinem Fall Wut.\" Still den Erklärungen lauschend weitete Roland überrascht\nseine Augen. „Schmerz und Wut sind mächtige Wege, aber auch die am schwersten\nzu kontrollierenden.\" fuhr Aaros fort und deutete mit einer Hand über die\nverbrannte Erde. „Mit steigender Intensität fällt auch der schwächende Aspekt\nstärker aus.\"In Rolands Gedanken formte\nsich sogleich das Bild aus der Gasse vor fünf Jahren. Er schleuderte den\nAngreifer mit einer Schockwelle an die Wand und sank anschliessend ohnmächtig\nzu Boden. „Jede Anwendung, sei es auch nur zum Feuer machen, zehrt an deiner\nKraft. Übernimmst du dich, wie gerade eben, erleidest du einen fatalen\nSchwächeanfall, was dich schutzlos zurücklässt.\" „Woran erkenne ich die\nGrenze?\" unterbrach Roland die Worte seines Lehrers. „Das ist der heikle Teil\ndes Ganzen. Diese Grenze erkennt man nur selbst. Doch in einem Wutanfall wie\ndem Vorherigen verschwinden jegliche Gedanken daran.\" Er warf seinem Schüler\neinen weiteren ernsten Blick zu. „Diese Art der Magie ist in der Lage seinen\nWirker zu töten.\"Roland warf einen\nerschrockenen Blick zu Kyndle, welche das Gesicht senkte und ein ängstliches\nWimmern von sich gab. Der Gedanke an Rolands Tod gefiel ihr nicht im\nGeringsten. Mit dem gekrümmten Finger unter ihrem Kinn hob er ihren Kopf hoch\nund blickte in ihre feuchten blauen Augen. Der sonst helle Türkisring um ihre\nIris zog sich zurück. Er spürte ihre Gefühle so deutlich, als wären es seine\nEigenen. Mit tränenden Augen presste er seine Stirn auf ihre. „Ich werde dich\nnie verlassen.\" kam leise über seine Lippen.Roland wich ein leichtes\nStück zurück und legte seine Hand an ihre Wange. Mit einem Finger strich er ihr\ndie Tränen aus dem Gesicht. Kyndle legte ihren Kopf leicht zur Seite und\nnäherte sich ihm langsam. Sanft zog er seine Partnerin zu sich und legte seine\nLippen auf ihre. Mit geschlossenen Augen hielten sie ihre Körper zusammen. Aaros liess ihnen diesen\nMoment und sprach kein Wort.Conrad blickte etwas\nfassungslos auf die beiden. Bis Torbens Hand erneut auf seinen Hinterkopf traf.\n„Ich sagte Mund zu.\" grunzte er leise.Nach dem tiefen Kuss\nstrich er Kyndle sanft über die Stirn. In ihrem starken Blick schimmerte kurz\nein vertrautes Funkeln auf, gefolgt von dem hellen Türkishauch in ihren blauen\nAugen. „Ich liebe dich.\" flüsterte er ihr zu. Mit einem glücklichen Murren\npresste sie ihren Kopf an seine Brust und schnurrte leise vor sich hin. „Es gibt aber eine\nMöglichkeit, diesem Effekt entgegen zu wirken.\" begann Aaros erneut. Mit der\nDrachin in seinen Armen wandte Roland sich seinem Lehrer zu. „Welchen?\" wollte\ner neugierig wissen. Aaros Blick fiel deutend auf den Stab vor ihm. „Hast du\ndich nie gefragt, weshalb alle Magier mit einem solchen ding durch die Welt\ngehen?\" Er antwortete mit einem verneinenden Kopfschütteln. „Dies ist\nzweifelsohne keine Gehhilfe.\" erklärte der Magier. „Man nennt es ein Medium!\"\nfiel Conrad überraschend ins Wort. „Dabei muss es sich nicht Zwingend um einen\nStab handeln. Bei der älteren Generation hat sich der Stab aber zweckmässig als\nGehhilfe durchgesetzt.\" sprach er mit leicht verzogenem Gesicht. Aaros sah ihn\nverwundert an. Roland war ebenfalls überrascht, dass er dies wusste.„Und jetzt soll ich mir\nauch so eine Gehhilfe anschaffen?\" warf Roland skeptisch ein. Conrad schüttelte\nverneinend den Kopf. „Nein nein. Ein Medium kann alles Mögliche sein. Eine\nWaffe, ein Schild, Ring, Halskette, sogar ein Kleidungsstück.\" Die Finger an\neiner Hand abzählend listete er die Möglichkeiten auf. „Das heikle daran ist\naber ein solches anzufertigen.\" Einen kontrollierenden Blick zu Torben werfend\nzog er seinen Kopf zwischen die Schultern. Dieser sah ihn aber nur skeptisch an\nund zuckte, die Arme verschränkt mit den Achseln.„Und wie soll ich das\nanstellen?\" hakte Roland auffordernd nach. „Aaros begann zu schmunzeln. „Das\nwird deine nächste Aufgabe sein.\" sagte er bestimmend. „Aber dazu später mehr.\"\nPrüfend blickte er zum Himmel. „Wir sollten diesen Ort jetzt verlassen.\"......Zwei Zwerge schritten,\nsich unterhaltend über den Gehsteig. Zusammen gingen sie auf den grossen\nMarkplatz zu. Einer trug eine schwere Plattenrüstung mit sich herum. Ein\nmächtiger Streithammer war ihm auf den Rücken gebunden zusammen mit einem alten\nSchwert. Der Griff der Klinge war abgenutzt und mit verkrustetem Blut bedeckt.\nSein Gesprächspartner spazierte mit hinter den Rücken gehaltenen Händen\naufrecht neben ihm her. Eine Brille mit dicken runden Gläsern lag auf seiner\nNase. „Fünf Gefährten. Einen für\njeden Wächterdrachen.\" sagte Kumash Gor. „Hmpf\" grunzte er anschliessend und\nkratzte sich an dem Symbol an seinem Hals. „So ein Blödsinn!\" fügte er laut an.\nBarnabas schüttelte entrüstet über das Desinteresse des Gefährten den Kopf. „Dieser\nRoland gehört also auch zu diesem Club? Und wo wohnt der Typ gleich nochmal?\"\nfragte er ernst. Sein Kollege hob eine offene Hand hoch. „Tarnung. Zu wichtig.\nWerde nicht preisgeben. Moment falsch. Zu früh.\" antwortete er monoton.\nVerstimmt über die verwehrte Information runzelte er die Stirn. „Für einen\nsolch gelobten Experten hast du ne beschissene Art dich auszudrücken.\" meckerte\nKumash weiter. Barnabas Bart hob sich leicht mit seinem leichten Schmunzeln.\nAnschliessend rückte er noch seine Brille zurecht.Sich weiter unterhaltend\ntauchten die beiden Zwerge in der belebten Menge der Stadt unter. ......Zwei Männer standen vor\neinem grossen Spiegel. In der schwimmenden Fläche war deutlich eine Gruppierung\nvon Gebäuden zu erkennen. Neben dem Grössten der Häuser erstreckte sich ein\nprachtvoller Garten.  Einer der beiden\nstand gekrümmt vor dem Bild. Ein bedrohliches Funkeln stach aus den leeren\nAugen seiner silbernen Maske. „Gut gemacht, Larzarus.\"\nkeuchte er leise. „Ich hoffe ihr seid zufrieden?\" wagte der Diener vorsichtig\nzu fragen. Darauf drehte sich Kargesh schnell um. „Zufrieden?\" sprach er mit\ndem Gesicht zur Seite geneigt. Eine leichte Wut lag in seinen Worten. „Wenn\nRoland und dessen Drache in Gewahrsam sind. Dann werde ich mir überlegen ob ich\nzufrieden sein werde.\" Er ballte seine rechte Faust und hob sie in Larzarus\nRichtung. Der Mann sank verkrampft in die Knie. Ein violettes Leuchten stach\naus seinen Augen hervor. Kargesh bewegte seine Hand\nzu sich. Um seinen Diener baute sich eine schwarze Wolke auf, welche ihn vor\nseinen Meister zog. Die Finger leicht gespreizt und Larzarus wurde darauf\nhochgehoben. Der finstere Lord hob den Untergebenen vor sein Gesicht. Das\nbedrohliche Leuchten seiner violetten Augenlichter wurde heller. „Es wird Zeit\nden nächsten Schritt einzuleiten.\" sprach Kargesh fordernd. Er senkte seine\nHand und liess seinen Diener aus dem finsteren Griff frei. Hustend fiel er auf die\nKnie. Verkrampft nach Luft schnappend richtete er sich auf und sah seinen\nHerren zornig an. Der violette Schimmer in seinen sonst roten Augen verblasste\nlangsam. Schwer atmend stand er auf und wandte sich seinem Meister zu. „Soll\ndas heissen...?\" „Nein, noch nicht!\" fiel ihm Kargesh laut ins Wort. „Du wirst\nihn weiter beobachten.\" fügte er ernst an und richtete seine knöcherne Hand auf\nihn. Larzarus atmete einmal\nstark aus. In seinen Augen blitzte kurz ein violetter Schimmer auf. „Für wie\nlange?\" fragte er skeptisch nach. Sein Meister blickte ihn mit einem drohenden\nLeuchten in den Augen an. „Das hängt von seinen Fortschritten ab.\" er wandte\nsich gebeugt dem Spiegel zu. „Er muss bereit dafür sein.\" sprach er Laut. Den Arm zur Seite ausgestreckt\ndeutete er seinem Diener an sich zu entfernen. „Geh jetzt!\" befahl er\nbestimmend. Larzarus nickte seinem Herren stumm zu und schritt anschliessend\naus dem Raum. „Ironwing also? Wie erfreulich!\" hallte die finstere Stimme durch\nden Raum gefolgt von einem diabolischen Lachen.......Auf dem Übungsplatz neben\nder Kaserne in Ironwing traf eine kleine Gruppe mit einem orangeroten\nDrachenweibchen ein. „Und wie geht es jetzt mit meinem Medium weiter?\" fragte\nRoland neugierig. Aaros blickte ihn gelassen an. „Es gibt hier in Parem nur\nzwei Leute, die in der Lage sind ein solches anzufertigen.\" Er machte eine\nunverhoffte Pause, als er ein Mädchen erblickte, welches auf sie zukam.\n„Rebecca?\" kam überrascht von Conrad und lief ihr etwas entgegen. Rebecca blieb stehen und\nsah ihn nüchtern an. „Mutter will mit dir reden.\" sagte sie auffordernd. Ihr\nBruder liess niedergeschlagen seinen Kopf nach vorne sinken. „Wie hat sie denn\nbloss?\" dachte er in sich hinein. Mit einem mürrischen Gesichtsausdruck drang\nein leises „Hmpf.\" aus dem Hals, bevor er sich auf den Weg zum Haus machte. Roland sah dem wortkargen\nMann hinterher. Sein Blick blieb jedoch bei Rebecca hängen, welche ihn\nskeptisch ansah. „Noch was?\" fragte er misstrauisch. Das Mädchen stemmte die\nHände in die Hüften und neigte ihren Kopf leicht zur Seite. „Stimmt das, was\nTimmy erzählt?\" hakte sie neugierig nach. Roland weitete überrascht seine\nAugen. „Ich ähm, also.\" stammelte er etwas unbeholfen vor sich hin und blickte\nhektisch zu Kyndle. „Bei den Fünf!\" dachte er\nlaut in sich hinein. Wie sollte er es Rebecca erklären, ohne dass sie es falsch\nversteht. Sie ist noch nicht in dem Alter, um über solche Dinge nachzudenken,\ngeschweige denn darüber zu sprechen. Roland kratzte sich nachdenklich am\nHinterkopf und dacht intensiv über die richtige Wortwahl nach. „Hast du diese riesige\nWolke über dem Wald gemacht?\" warf ihm Rebecca vor die Füsse. Er liess für\neinen kurzen Moment den Mund auffallen. Diese Frage hätte er jetzt nicht\nerwartet. Völlig sprachlos stotterte er vor sich hin. „Ich dachte, ich hab,\nohh.\" „Ja das war er.\" antwortete Aaros gelassen und brach die peinliche Pause.\n„Es gab eine grosse Reaktion als er seinen Zugang weckte.\" „Kannst du mir das\nmal zeigen.\" fragte das Mädchen neugierig nach. „Ich werds auch nicht Mamma\nerzählen.\" argumentierte sie hoffnungsvoll mit auf den Rücken gehaltenen\nHänden. Aaros schüttelte langsam den Kopf. „Das wäre keine gute Idee.\" sprach\ner und schmunzelte dabei Roland an. Roland beugte sich zu dem\nenttäuschten Mädchen runter. „Ich kann dir erst was zeigen wenn ich es besser\nunter Kontrolle habe.\" Rebecca verzog mürrisch ihr Gesicht und hielt dabei den\nKopf zur Seite geneigt. „Versprochen?\" sagte sie ernst und streckte ihm die\nHand entgegen. Roland griff danach und lächelte sie an. „Versprochen.\"\nantwortete er. Aus dem ernsten Gesicht des Mädchens stach plötzlich ein\nglückliches Lächeln. Sie ging zum Schluss noch zu Kyndle, streichelte dem\nWeibchen über die Flanke und machte sich auf den Weg zum Haus zurück.Roland blickte dem Mädchen\nhinterher, bis sie hinter der Hecke verschwand. „Von welchen zwei Männern hast\ndu gesprochen?\" fragte er Aaros und wandte sich wieder seinem Lehrer zu.\n„Diesbezüglich komme ich später darauf zurück.\" begann er. „Als erstes brauchst\ndu zwei Dinge, welche unentbehrlich für die Herstellung eines Mediums sind.\" Er\nsah seinen Schüler bestimmend an. „Einen Edelstein der als Katalysator dient,\nund einen Wasserspeier.\" „Wozu denn ein Wasserspeier?\" hakte er skeptisch nach.\nSchmunzelnd hob Aaros eine Hand hoch. „Nun du brauchst nicht den Speier direkt,\nsondern mehr die Asche von so einem Kerlchen.\" „Wie soll ich denn an die\nAsche eines Wasserspeiers herankommen? Diese Kreaturen verwandeln sich doch\nimmer in Stein wenn sie getötet werden.\" Torben hob überrascht seine\nAugenbrauen. „Da hat einer wohl ein Buch zu diesem Thema gelesen?\" warf er in\ndas Gespräch ein. Roland nickte stumm und lächelte etwas verlegen. „Da hast du\nrecht.\" pflichtete ihm Aaros bei. „Aber es reicht, wenn du einen zu Stein\ngewordenen Wasserspeier fängst.\" „Und der Edelstein? Gibt es da Unterschiede\nwelche Sorte oder Grösse ich wähle?\" hakte Roland nach. „Nicht wirklich.\"\nantwortete Aaros. „Sorte und Grösse liegen allein bei dir. Das Medium eines\nWirkers soll diesem schliesslich auch gefallen. Oder?\" „Und wo finde ich einen\nWasserspeier?\" fragte der Schüler. Torben stellte sich neben Aaros auf und\nverschränkte seine Arme, während er Roland fordernd ansah. „Stand darüber\nnichts in deinem Buch?\" Roland warf einen kurzen beschämten Blick zur Seite und\nkratzte sich am Hinterkopf. „Ich habs nicht zu Ende gelesen.\" antwortete er. „Ok.\" räusperte sich\nTorben. „Diese Biester werden auch Peiniger der Reisenden genannt.\" begann er\nzu erklären. „Vorwiegend wegen ihrer Vorliebe zu dummen Sprüchen, um über\nReisende herzuziehen. Diese sind meistens eher nervtötend als amüsant, was für\ndiese gescheiterten Komiker aber nicht tragend ist. Ihren Namen haben sie\nerhalten, weil sie einen gerne Anspucken. Meistens wenn man sie entdeckt hatte,\noder auf ihre dämlichen Kommentare nicht einging.\" „Das sagt mir aber nicht wo\nich einen finden kann.\" warf Roland in die Erzählung. Torben atmete etwas\nmürrisch aus und hob ihm einen ausgestreckten Finger entgegen. „Dazu wollte ich\ngleich kommen.\" warf er ihm bestimmend an den Kopf. „Also. Diese Viecher halten\nsich für gewöhnlich in felsigen Umgebungen auf. In Ordenary findet man sie\ngelegentlich auch in grösseren Wäldern. Aber hier in Parem würde ich mein Glück\nin der Nähe des Grauen Passes versuchen, an der Grenze zum Darkwinter.\"Aaros blickte zur Sonne.\n„Noch ist Zeit. Wenn du Glück hast findest du noch einen vor Einbruch der\nNacht.\" Roland deutete mit einem Daumen über die Schulter. „Sollte ich Catherin\nnicht....?\" „Ich werde ihr alles erklären was sie drüber wissen muss.\" unterbrach\nihn sein Lehrer. „Na los, schnapp dir deinen Bogen und jage dir einen\nWasserspeier.\" sprach er mit einem zuversichtlichen Nicken. Roland sah\nschmunzelnd zu seiner Drachin. „Na wie wärs?\" fragte er sie mit einem warmen\nBlick. Das Weibchen gab ein bejahendes „Churr\" von sich während sie ihren\nPartner mit grossen Augen ansah. Ein helles Funkeln trat aus dem Türkishauch\nihrer Pupillen hervor und Reflektierte sich in Rolands.......Koris und Catherine\nhielten sich im Arbeitszimmer auf. Die Frau stand vor dem geschlossenen Fenster\nund warf einen angespannten Blick nach draussen. „Wie lange geht das schon so?\"\nfragte sie den Mann. Koris sah sie mit einem nachdenklichen Blick an. „Den\nMeldungen der Wache zufolge schon seit einigen Tagen.\" „Und wissen wir, wer\ndiese Fremden sind?\" hakte sie besorgt nach. James liess kurz seinen Blick zur\nSeite weichen. „Nein.\" antwortete er. „Es machte jedes Mal den Anschein, als\nwürden sie das Gebiet auskundschaften. Und immer wenn sie entdeckt wurden\nverschwanden sie so plötzlich, wie sie aufgetaucht waren.\" Catherine hielt sich\nnachdenklich die Hand unter ihr Kinn und drehte sich zu dem uniformierten Mann\num. „Die Wache am Tor soll verdoppelt werden und veranlasst Patrouillen um das\nAnwesen.\" Koris sah angespannt ihren ernsten Gesichtsausdruck. Er sagte aber\nkein Wort. Die Hand gehoben salutierte er vor seiner Herrin und schritt aus dem\nRaum.......Nach wenigen Stunden\nerreichte Roland die Grenze zum Darkwinterwaldes. Er stand mit seinem Pferd an\nder Kreuzung zur Strasse über den Grauen Pass. Kyndle landete elegant neben ihm\nund gab ein begrüssendes „Chirp\" von sich. Eine seltsame Aura lag über dem\nBlätterdach. Er hatte schon einige Geschichten über den Darkwinter gehört. Und\njetzt, so alleine in diesem verwunschen Gehölz zu sein, rief eben diese wieder\nwach. Er schüttelte den Kopf. „Wer könnte ihm, einem Gefährten und dessen\nDrache schon gefährlich werden?\" dachte er spöttisch in sich hinein. Doch seine\nschwache Zuversicht konnte ihn nicht über dieses erdrückende Gefühl, beobachtet\nzu werden hinwegtäuschen. Roland stieg von seinem\nPferd ab und band es an dem Wegweiser am Strassenrand fest. Er packte sich\nseinen Bogen und warf sich den Pfeilköcher über die Schulter. Sich dem Dickicht\nzugewandt legte er seiner Drachin die Hand auf die Schulter. Gurrend blickte\nihn Kyndle mit ihren blauen Drachenaugen an. Der helle Türkisfunke darin nahm\nihm das unbehagliche Gefühl aus der Magengegend. Er griff mit der Hand unter\nihren Kiefer und zog ihren Kopf sanft zu sich. Mit geschlossenen Augen gab er\nihr einen langen Kuss. Kyndle schnurrte leise bei der liebevollen\nLippenberührung. „Danke.\" sagte Roland\nanschliessend zu ihr. Er blickte seine Partnerin mit einem Zwinkern an. „Holen\nwir uns einen Wasserspeier.\" Die Drachin gab ein aufgewecktes „Meep\" von sich\nund ging einige Schritte voraus. Vor den Baumstämmen blieb sie stehen und warf\nihrem Partner einen fordernden Blick zu. Roland schloss die Augen und atmete\ntief ein. Er konzentrierte sich auf Kyndle. Ihren Körper, ihre Wahrnehmung,\nihre Seele. Die leisen Geräusche aus dem Wald nahmen an Lautstärke zu. Auch die\nSchattenspiele im Dickicht der Bäume schienen einfacher zu durchdringen. Mit der Hilfe ihrer\ngeschärften Sinne bewegte er sich durch das Unterholz. Und so vergingen die Stunden.\nDoch bei jeder Bewegung im Wald war die Quelle leider nie erhoffter\nWasserspeier. Ein Hirsch floh erschrocken in die Büsche als Roland hinter dem\nBaum hervorkam. „Oh man!\" dachte er müde in sich hinein. Er setzte sich auf\neinen Stumpf und löste sich von seiner Verbindung zu Kyndle. Das Weibchen\nstupste ihn mit der Nase in die Brust und gurrte ihn leise an. Mit einem\nfragenden Blick hockte sie sich vor ihn hin. „Keine Sorge.\" beruhigte Roland\nsie und lächelte die Drachin warm an. „Ist nur ein wenig anstrengend es über so\nlange Zeit aufrecht zu erhalten.\" Das Weibchen nickte einmal Gurrend und fügte\ndem ein leises „Chirp\" hinzu. Nach einer kurzen Pause stand\nRoland wieder auf. Er wollte seinen Fuss nach vorne ziehen, blieb aber an einer\nWurzel des Stumpfes hängen. Da sich nichts um sich fest zuhalten in seiner Nähe\nstand, fiel er etwas unsanft in eine feuchte Matschpfütze. Seine Drachin drehte\nsich überrascht zu ihm um. Die Augen zur Hälfte geschlossen Gurrte sie amüsiert\nvor sich hin. Roland richtete sich auf und wischte sich den Dreck aus dem\nGesicht. „Das findest du wohl witzig, was?\" warf er dem Weibchen leicht klagend\nentgegen. Kyndle nickte ihm mit einem verspielten „Churr\" zu. Roland trat\neinmal mit voller Wucht in die Pfütze und erzielte damit einige grosse braune\nSpritzer auf Kyndle, welche ihn nun nüchtern ansah. Er hielt seinen Kopf leicht\nschräg während er ihren Blick erwiderte. „Nicht so lustig wie gedacht, hä?\"\nsagte er. Das Weibchen näherte sich\nihm mit langsamen Schritten und warf ihm einen verspielten Blick zu. Roland hob\nschnell eine Hand hoch. „Schscht!\" zischte er. „Hörst du das?\" fragte er sie\nund schloss seine Augen, den Kopf leicht zur Seite gedreht. Kyndle sah ihn kurz\nverwundert an, tat es aber ihm gleich und horchte in den Wald hinaus. Tatsächlich. Ein leises\nKichern war nicht weit entfern zu hören. Roland zog einen Pfeil aus dem Köcher\nund legte ihn an der Bogensehne an. mit vorsichtigen Schritten näherte er sich\ngebeugt dem leisen Echo. Vor einem hohen Baum blieb er stehen und warf einen\nprüfenden Blick zwischen die Äste. Ein kleiner Schatten bewegte sich mit\nrasanter Schnelligkeit unter den Blättern. „Matsch im Gesicht und Matsch im\nGehirn, hihihi.\" Mit einem kindlichen Lachen drang die Stimme von oben herab.\nDas Wesen liess sich Kopfüber von einem niederen Ast herabhängen und zeigte\nsich kurz im Licht der untergehenden Sonne. Es war ohne Zweifel ein\nWasserspeier. „Was hat sechs Beine und\nschaut richtig blöde aus der Wäsche?\" fragte das Wesen und zog sich an seinem\nSchwanz zum Ast hoch. Es setzte sich hin und deutete mit seinen kleinen Krallen\nauf Roland und Kyndle. „Das seid ihr zwei! Hahahaha!\" Roland warf einen\nnüchternen Blick zu Kyndle. „Torben hatte Recht was deren Humor betrifft.\"\ndachte er vor sich hin. Den Bogen angespannt visierte er den Speier an. Das\nGeschoss verliess die Sehne und stoppte im Holz des grossen Stammes. Sein Ziel\nhat er nicht getroffen. Das Wesen tänzelte über\ndie Äste und hielt sich winkend die Hände an die Ohren, während es die Zunge\naus dem Maul streckte. „Daneben! Daneben! Nana nana nana!\" witzelte es amüsiert\nvon oben herab. Der Speier liess sich wieder an seinem Schwanz von einem Ast\nherab und spritze Roland einen gezielten Wasserstrahl ins Gesicht. „So geht das\ndu Armleuchter! Hihi!\" Es zog sich so schnell wie es herunter kam wieder nach\noben. Roland wischte sich wütend das Gesicht trocken. „Dieser kleine Wicht geht\nmir langsam tierisch auf die Nerven.\" murmelte er zornig vor sich hin. Einen\nweiteren Pfeil gespannt zielte er erneut auf den springenden Schatten. Das\nGeschoss schnellte durch die Baumkrone ohne sein Ziel zu treffen. „Wenn du zu\nviele Luftlöcher schiesst bleibt dir keine mehr zum Atmen. Hahaha!\" Kyndle gab ein leises\nKnurren von sich und atmete einmal tief ein. Die geschlitzten Augen auf den\nSpeier gerichtet entfesselte sie einen Flammenstoss aus ihrem Rachen. Die Hitze\nbrannte sich hell durch die Blätterwand und entblösste den kleinen Störenfried.\n„Oh ihr seid wohl ganz heiss darauf mich zu fangen, was?\" sprach er amüsiert\nund ergriff die Flucht aus dem verbrannten Versteck.Roland und seine Drachin\nnahmen unverzüglich die Verfolgung auf. Kyndle wuchtete sich mit einem\nkräftigen Abstoss in die Luft und beförderte sich mit wenigen Flügelschlägen\nüber die Baumkronen. Roland folgte dem schnellen Schatten zu Fuss, welcher sich\neilig von Baum zu Baum bewegte. Die zahlreichen Äste gaben ihm kein freies\nSchussfeld und auch Kyndle hatte aus der Luft so einige Schwierigkeiten den\nkleinen Flüchtling im Auge zu behalten. Das Weibchen gab einen\nFeuerstoss in das Blätterdach voraus, was den Flüchtling dazu zwang zur Seite\nauszuweichen. Roland beobachtete das Wesen, wie es für einen kurzen Moment\nstill stand und panisch in die Flammen starrte, bevor es weitersprang. „Das ist\nes!\" hallte es durch seinen Kopf. „Mit dem richtigen Timing sollte es klappen.\"\nDem Speier nacheilend konzentrierte er sich auf seine Partnerin in der Luft.\nKyndle spürte die Gegenwart von Roland, als würde er direkt zu ihr sprechen. Sie\nerkannte seine Absicht in seinen Gedanken und wusste was sie zu tun hatte. Kyndle näherte sich dem\nBlätterdach und legte mit ihren Flügeln etwas an Geschwindigkeit zu. Sie\nüberholte den Flüchtling und zog ihre Fluglinie kreisförmig nach aussen. Das\nWeibchen erblickte Roland zwischen den Bäumen. Dieser hob seinen Arm hoch und\nsie konnte seine Stimme deutlich in ihrem Kopf hören. „Jetzt!\" hallte es durch\nihre Gedanken. Tief eingeatmet drang ein\nbedrohliches Leuten aus ihrem geöffneten Maul. Kurz darauf entfachte sie einen\nsengenden Feuerstrahl, welchen sie in ihrem Flug kreisförmig um den flüchtenden\nWasserspeier schloss. Von den lodernden Flammen eingeschlossen blieb das Wesen\nwie erstarrt stehen und blickte panisch umher. Das gab Roland genug Zeit\nsein Ziel anzuvisieren. Zischend verliess das Geschoss die Bogensehne. Der\nSpeier wich mit seinem Blick hektisch hin und her. Doch bemerkte er den\nheranschnellenden Pfeil zu spät. Die metallene Spitzte drang in die Brust des\nWesens, welche sich sogleich verhärtete. Das Gesicht schmerzend verzogen\nverwandelte es sich in Stein und blieb mit dem Pfeil in der Brust auf dem Ast\nstehen. „Jawoll!\" rief Roland\nerleichtert in die Luft. Kyndle fegte mit schnellen Flügelschlägen über die\nFlammen und brachte diese zum Schweigen, bevor sie elegant neben ihrem Partner\nlandete. Mit einem fröhlichen „Chirp\" fiel sie Roland um den Hals, was ihn\nschwungvoll auf den Rücken warf. Im weichen Matsch gelandet hielt er seine\nDrachin fest, welche ihn mit ihren wunderschönen blauen Augen ansah. Der\nTürkisschimmer darin leuchtete ihm hell entgegen. Ein kurzer Funke wanderte\nzwischen ihren verliebten Blicken hin und her, bevor sie die Augen schlossen\nund sich ihre Lippen in einem liebevollen Kuss trafen. Er hielt ihren Kopf mit\nbeiden Händen fest und lächelte sie nach der schönen Berührung warm an. „Du\nhast alles verstanden?\" fragte er sie leise. Kyndle gab ein sanftes „Churr\" von\nsich während sie sich schnurrend auf ihn legte. Einen kurzen Moment blieben sie\neng aneinander gekuschelt liegen. Ein tiefes Gefühl der Zufriedenheit machte\nsich in ihm breit. Es schien ihm mit jedem weiteren Mal einfacher zu sein, den\nKontakt zu ihr herzustellen. Obschon er wusste, dass sie auf einer gewissen\nEbene immer verbunden sind, war es für ihn eine schöne Erfahrung diese nun auch\ngezielt zu ihr zu nutzen. ......In Ironwing war eine\nheftige Diskussion zwischen Catherin und ihrem Sohn Conrad entbrannt, da er\nsich ihrer Anordnung wiedersetzte und ohne ihr Einverständnis Rolands\nMagieeinführung beiwohnte. Ihre Wut darüber verstärkte sich noch zusätzlich,\nals sie von dem Zwischenfall auf der Lichtung erfahren hatte.„Was bei den Fünf hast du\ndir dabei gedacht?!\" warf sie ihm klagend vor die Füsse. Conrad stand ohne ein\nWort zu sagen da, den Blick mürrisch zur Seite gewandt. „Ich hatte dir doch\nausdrücklich verboten an dieser Aktion teilzunehmen.\" Sie sah ihn mit einem\nbesorgten Blick an. „Du hättest dabei verletzt werden können.\" In dem Moment\nlichtete sich seine Miene als er in das Gesicht seiner Mutter blickte.Er sah es in ihren Augen.\nSie sorgte sich zurecht um ihn, da er blind vor Begeisterung sich völlig\nunbewusst in Gefahr begeben hatte. Was wäre geschehen wenn ihn Torben nicht in\nDeckung gebracht hätte, wenn er etwas früher hinter dem Felsen hervorgekommen\nwäre?Niedergeschlagen liess er\nseine Stirn nach vorne sinken. „Es tut mir leid Mutter.\" Mit feuchten Augen sah\ner sie an. Catherine ging auf ihn zu und schloss ihn liebevoll in die Arme.\n„Ich will doch einfach, dass dir nichts Schlimmes wiederfährt.\" Mit\ngeschlossenen Augen hielt sie ihren Sohn fest. Etwas zögernd erwiderte er ihre\nGeste. Sie blickte ihn\nanschliessend aufmunternd an. „Du darfst ja dabei sein. Versprich mir\nwenigstens, dass du dich raus hältst, wenn solche Experimente anstehen.\" Mit\ntränenden Augen sah er sie lächelnd an und nickte ihr einmal still zu.......Roland war aufgestanden\nund starrte von unten den Ast an, auf dem der versteinerte Wasserspeier lag.\nSeine Stiefel versanken bis zum Schienbein in der feuchten Erde. „Gut.\" dachte\ner laut vor sich hin. „Wie kriegen wir den von da oben runter?\" fragte er\nKyndle. In seinem Wortklang hörte sie deutlich heraus, dass er gerade keine\nLust hatte auf den Baum zu klettern. Das Weibchen schnaubte einmal stark in\nseine Richtung und sprang mit einem kräftigen Abstoss an den Stamm. Die\nschwarzen Krallen in das Holz geschlagen kletterte sie nach oben zu dem Speier.\nSie stieg auf den Ast, welcher sich schon stark unter dem zusätzlichen Gewicht\nneigte, um der kleinen Statue einen Schubs zu geben. Mit der Nase stiess sie\nden Speier herunter. Roland stand mit hochgehobenen Armen bereit und fing die\nJagdtrophäe auf. Er sah in das steinerne Gesicht des Wesens und schmunzelte es\nan. „So geht das du Armleuchter.\" sagte er amüsiert zu der kleinen Statue.Er vernahm ein lautes\nKnacken, gefolgt von einem überraschten „Meep\" über sich. Er schaute aber nicht\nnach oben, sondern richtete seinen Blick stur geradeaus. Verwundert drehte er\nsich um als Nichts darauf folgte. Doch genau in diesem Moment landete ein\nbreiter Ast mit einem orangeroten Drachenweibchen darauf im feuchten Matsch.\nEine braune Welle erfasste ihn und die Drachin. In einer stillen Pause sahen\nsich beide stumm an. Kyndle schüttete den Kopf\nund Roland wischte sich den Dreck aus dem Gesicht. Beide sahen sich für einen\nweiteren Moment still an. In Rolands Gesicht wuchs ein breites Lächeln, während\nKyndle ihren verspielten Blick nicht weiter unterdrücken konnte. Er schritt auf\nsie zu und strich ihr sanft über den Kopf. „Komm. Zeit nach Hause zu gehen.\"\nsagte er amüsiert und schaute danach den Wasserspeier nochmals an. Das Weibchen\nstellte sich wieder auf alle Viere und schritt ihrem Partner zufrieden gurrend\nhinterher.Der Mond brachte bereits\nseine weissen Strahlen über den Nachthimmel als Roland mit Kyndle bei den Toren\nvon Ironwing ankam. Er blickte die Wachen etwas verwundert an, da sich nicht\nwie gewohnt zwei vor dem Tor aufhielten. Dieses Mal waren sie zu viert. Er\ndachte aber nicht weiter darüber nach, denn er wollte schleunigst aus den\ndreckigen Sachen raus und ins Bett. Das Pferd in die Ställe\nzurückgebracht ging er mit eiligen Schritten auf den Eingang des Haupthauses\nzu. Die niederen Stufen überwunden griff er nach der Tür. Wie von alleine\nöffnete sich der Eingang. Dahinter kam ein aufrecht stehender Mann mit einem\nmüden Blick im Gesicht zum Vorschein. Sasha musterte Rolands Erscheinung, sowie\nauch die von Kyndle genau. Der dreckige junge Mann grinste ihn etwas verlegen\nan. Sasha machte eine begrüssende vorgebeugte Geste und lud sie mit\nausgestrecktem Arm zum Eintreten ein. „Das Wasser läuft\nbereits.\" sprach er gelassen während Roland und seine Drachin an ihm\nvorbeigingen. Roland hielt dem Butler den versteinerten Wasserspeier entgegen.\n„Kannst du den bitte auf mein Zimmer bringen?\" fragte er ihn mit einem schwachen\nLächeln im Gesicht. Der Butler hielt die Statue wie einen schmutzigen Lappen\nvon sich weg. „Wie ihr wünscht.\" antwortete er. „Danke Sasha.\" sagte Roland und\nmachte sich auf den Weg zum Badezimmer, dicht gefolgt von einem\nbraunorangeroten Drachenweibchen. Der Butler nickte ihm still zu bevor er mit\ndem Speier weiterging. ......Die Sonne warf ihre ersten\nStrahlen über den Horizont und verkündete den Beginn des neuen Tages. Der lange\nSchatten von fünf Türmen zog sich über die Häuser der Stadt Sorlacom. Der helle\nKlang von silbernen Glocken hallte von den Spitzen der Kathedrale herab. Im Inneren kniete eine\nPerson in einer grauen Robe vor fünf steinernen Sockeln. Die Augen zum Gebet\ngeschlossen murmelte er leise vor sich hin. Vier Symbole schwebten mit ihrem\nhellblauen Leuchten vor den steinernen Abbildern von Sorathis, Arkas,\nGalvatros, sowie vor den zerfallenen Überresten der Statue von Kyleth. Einzig\nder Gefährte von Wyverex schien sich nicht zeigen zu wollen, was die Priester\nzunehmend verunsicherte. Zumal sie ebenfalls von den seltsamen Vorkommnissen in\nKaladros hörten. Ein weiterer Mann kam\ndazu. „Meister Atlas!\" hallte dessen Stimme durch den offenen Raum. Der kniende\nMann hob seinen Kopf und warf seinem Kollegen einen müden Blick zu. „Was gibt\nes mein Bruder?\" fragte er gelassen. „Die Generäle des Nordreichs wandeln wieder\nunter den Lebenden! Eine finstere Macht hat sie aus ihren Verliessen befreit!\"\nDie panische Angst in den Worten des Priesters war unverkennbar. „Meister.\nKönnte dies der dunkle Schatten sein, von dem die Prophezeiung spricht?\" er\nblickte Atlas mit einem skeptischen Gesichtsausdruck an. „Wie soll sich diese\nerfüllen? Die Gefährten sind nicht vollzählig.\" Atlas erhob sich und\nschritt auf seinen Bruder zu. „Verliere nicht den Glauben mein Freund. Die\nWächter werden uns zur Seite stehen.\" Er drehte sich zu den fünf Sockeln um.\n„Wenn wir den Glauben verlieren, so ist auch jegliche Hoffnung für Daracoss\nverloren.\"******„Moment mal, Moment mal!\"\nfiel ein Zuhörer in die Erzählung ein. „Ich glaube ich hab den Faden verloren.\"\nRoland sah den Mann skeptisch an. „In wie fern?\" hakte er nach. „Wenn ich das\njetzt richtig verstanden habe bist du mit 14 Jahren nach Parem gekommen?\" Der\nErzähler nickte einmal bestätigend. „Und dann wärst du jetzt beim aktuellen\nStand 19?\" Roland schwenkte mit leicht verzogenem Gesicht eine Hand über der\nTischplatte. „Ungefähr 20.\" antwortete er. „Die Zeit ist während des Trainings\nja nicht so einfach stehen geblieben.\" „Aha!\" kam erleichtert von dem Zuhörer. „Ich\nwollte nur sicher sein, dass ich den zeitlichen Ablauf richtig mitkriege.\"Roland legte beide Hände\nauf den Tisch und sah den Mann mit hochgezogener Augenbraue skeptisch an. „Dann\nkann ich jetzt weiter erzählen?\" fragte er ihn. Dieser nickte ihm\nzuversichtlich zu. „Gut.\" begann Roland\nerneut. „Ich hab mir also einen Wasserspeier besorgt, doch konnte ich nicht\nerahnen was ich damit am nächsten Tag tun sollte. Doch zunächst brauchte ich\nein schönes warmes Bad.........\"******","previous":"https://fse.anthro.fr/stories/677820-five-dragons-dlvp-kapitel-6-hartes-training.json","next":"https://fse.anthro.fr/stories/811080-five-dragons-dlvp-kapitel-8-eine-lange-liste.json"}