# The Outer Flame: Kapitel 7 - Aufbruch

Author: -Masamune-
Tags: Character Development, Digimon, Dragon, Flamedramon, Gay, German Language, Hate, Human, Love, Violence (Not In Yiff)

Nach lÃ¤ngerer Zeit als gewohnt ist nun endlich auch Kapitel 7 fertig. Sorry wenn ihr so lange warten musstet aber das Warten hat sich gelohnt!  
  
Wie mittlerweile bekannt, haben mir hier zwei Leute besonders geholfen:  
  
 ![avatar?user=52261&character=0&clevel=2](https://www.sofurryfiles.com/std/avatar?user=52261&character=0&clevel=2) -Lone-Wolf-  
Das Warten hat sich wirklich gelohnt! Dank dir sind die Situationen logischer und besser nachvollziehbar! Danke fÃ¼r die originellen Ideen, die natÃ¼rlich wieder total zutreffend waren!  
FÃ¼hl dich umarmt^^  
[http://www.furaffinity.net/user/-lone-wolf](http://www.furaffinity.net/user/-lone-wolf)-  
  
  
Deep and Dark:  
Auch dir danke ich fÃ¼r deine UnterstÃ¼tzung beim Schreiben der Story und vorallem fÃ¼r die Idee des neuen Charakters. Du kannst dich auch umarmt fÃ¼hlen :D  
[http://www.yiffstar.com/user/Deep%20and%20Dark](http://www.yiffstar.com/user/Deep%20and%20Dark)  
  
  
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The Outer Flame  
Kapitel 07 - Aufbruch  
-By Gray\_Dragon-  
  
  
Die Nacht war angebrochen. Im Licht seiner Schreibtischlampe schrieb Joel einen Brief fÃ¼r seine Oma, da es ihm schwer fiel sie in absoluter Ungewissheit zurÃ¼ckzulassen. Die Ungewissheit, ob er jemals wieder nach Hause zurÃ¼ckkehren wÃ¼rde. Aber er musste und wollte es riskieren, es standen Leben auf dem Spiel. Joel beendete den Brief indem er seine Unterschrift daruntersetzte und schaltete das Licht aus.  
  

&nbsp; Gren stand hinter ihm im Schatten und schloss sich ihm nun an, als er mit dem Papier in der Hand am Schrank vorbeiging - als ihm plÃ¶tzlich etwas am Keigoki auffiel, den er gerade eben noch ausgezogen hatte. Er lag vor ihm auf dem Boden, daneben plÃ¶tzlich ein kleiner Zettel.  
  
Joel schaltete das Licht erneut an und bÃ¼ckte sich. Er musste schon genauer hinsehen um erkennen zu kÃ¶nnen, was auf dem kleinen StÃ¼ck Papier geschrieben stand - die Schrift war schon etwas vergilbt...  
  
Lieber Joel,  
Diesen Keigoki habe ich, dein GroÃŸvater, einst getragen.  
Ich war immer der festen Ãberzeugung, er gÃ¤be Kraft und Selbstvertrauen, selbst in schwierigsten Zeiten. Wenn du das hier liest, dann gehÃ¶rt er dir.  
Nutze ihn weise, dann wird er auch dir in schwierigeren Zeiten Kraft geben, davon bin ich fest Ã¼berzeugt.  
Ich werde nicht mehr lange leben, mein Enkel... daher will ich, dass du ihn erbst.  
Trage ihn stets in Ehre.  
  
Mein Enkel, ich bin stolz auf dich.  
  
  
Mit groÃŸen Augen las Joel die Handschrift seines GroÃŸvaters.  
"Was steht drauf?", fragte Gren ihn neugierig und lugte Ã¼ber seine Schulter.  
"Mein Opa hat das hier kurz vor seinem Tod geschrieben, glaube ich... Er will, dass ich den Anzug von ihm erbe. Er sagt, er gibt mir Kraft und Selbstvertrauen..."  
Gren bemerkte die Skepsis in seiner Stimme und sah ihn an.  
"Nun, ich finde du solltest ihn wirklich tragen. Findest du nicht, dass du dich darin gut bewegen kannst...? Hast du selbst gesagt. Warum also nur beim Training?"  
Joel verzÃ¶g den Mundwinkel kurz zu einem Grinsen. "Schon...", meinte er.  
"Dann trag ihn doch. Und... du siehst echt gut darin aus!", grinste Gren ihm vielsagend blinzelnd zu.  
  

&nbsp; Joel grinste zurÃ¼ck und kratzte sich mit dem StÃ¼ck Papier in der Hand verlegen am Hinterkopf, dann sah er auf den leichten Stoff herab.  
Das was ihnen bevorstand war mit nichts zu vergleichen, was er bisher schon erlebt hatte. Er war bisher nur ein einfacher Teenager gewesen. Ein Teenager der zur Schule ging, der sein Leben fÃ¼r all die Probleme, die es ihm bescherte, immer verflucht hatte. Diese Probleme schienen jetzt jegliche Bedeutung verloren zu haben, sie schienen ihm klein, lÃ¤cherlich und absolut unbedeutend. Denn jetzt musste er gegen eine Terrororganisation vorgehen.  
  
Und diese Gabe, die er von Kyle erhalten hatte... sie hatte eine grÃ¶ÃŸere Bedeutung, dessen war er sich sicher. Sie verlieh ihm einige Eigenschaften der Digimon, doch... war das schon alles...? War das das ganze Geheimnis...? Da war er sich nicht so sicher.  
Joel erinnerte sich an dem Moment, in dem seine geschÃ¤rften Sinne ihm die Kraft gegeben hatten, vÃ¶llig neue Techniken der Selbstverteidigung auszuÃ¼ben. Und es war geschehen, wÃ¤hrend er genau diesen Keigoki trug. Er zuckte mit den Schultern - vielleicht brachte er ihm ja GlÃ¼ck. Besser bewegen konnte er sich allemal darin, also was soll's? Ohne noch lÃ¤nger darÃ¼ber nachzudenken zog Joel sich aus und schlÃ¼pfte in den Anzug, dann nickte er Gren zu. Sie waren bereit.  
  

&nbsp; Ehe die beiden aus der HaustÃ¼r traten, legte Joel noch den eben verfassten Brief an seine Oma auf den KÃ¼chentisch. Er blieb eine Weile stehen - ihn plagte das schlechte Gewissen. Was, wenn er wirklich NIE wieder hierhin zurÃ¼ckkehren wÃ¼rde...? "  
Wahrscheinlich werden wir nie wieder hierher zurÃ¼ckkehren", dachte er seine letzten Gedanken laut. Gren schloss die HaustÃ¼r wieder, ging zu ihm herÃ¼ber und umarmte ihn sanft.  
"Niemand zwingt dich mit mir mitzukommen, Joel...", flÃ¼sterte er beruhigend, doch Joel schÃ¼ttelte energisch den Kopf.  
"Ich habe mein altes Leben schon lÃ¤ngst abgeschlossen. Ich wÃ¼rde vor Angst um dich sterben, wenn du alleine gehst. Ich WILL mitkommen, Gren! Weil... weil ich mich bei dir wohl fÃ¼hle wie nirgendwo sonst... ich kÃ¶nnte es nicht aushalten, von dir getrennt zu sein..." Gren war gerÃ¼hrt. Er sah ihn sanft lÃ¤chelnd und dankbar an. "Joel..."  
Noch einmal kÃ¼ssten sich die beiden, dann verlieÃŸen sie das Haus.  
  
Joel war erleichtert darÃ¼ber, dass die StraÃŸen in dieser Gegend bei Tag sowie bei Nacht wie ausgestorben waren, das erleichterte ihr Vorankommen.  
Nur am Kiosk an der Ecke gab es ein wenig Bewegung, als der Besitzer seinen Laden zumachte. Sie machten einen groÃŸen Bogen darum und versuchten sich so gut es ging im Schutze der Dunkelheit zwischen den StraÃŸenlaternen zu bewegen.  
Als sie schlieÃŸlich einen langen, fast unbeleuchteten Feldweg erreichten, duchbrach Joel flÃ¼sternd die Stille, die sich wie ein schwarzes Leichentuch Ã¼ber alles gelegt hatte. "Der Feldweg hier fÃ¼hrt direkt nach Midtown. Dort angekommen sollten wir versuchen unentdeckt zu bleiben, bis wir West-Midtown und schlieÃŸlich die Towerstreet erreicht haben. Und dann..." Joel verstummte als er erschreckt feststellte, dass er nicht genau darÃ¼ber nachgedacht hatte, wie sie denn nun am besten gegen die AKO vorgehen sollten.  
"Und dann...?", fragte Gren nach einer Weile nach.  
"Ich weiÃŸ es nicht so genau. Wir mÃ¼ssen ihre Forderungen berÃ¼cksichtigen, das macht es schwer, vorauszuplanen... Am besten werden wir erst einmal das tun, was sie von uns verlangen. Aber wie kommen wir nur an Guilmon und Nate heran?"  
Joel sah seinen Freund fragend an, doch der lieÃŸ verzweifelt den Kopf hÃ¤ngen.  
"Ich weiÃŸ einfach nicht, was wir tun sollen... Geiselnahmen und Erpressungen gibt es in der Digiwelt gar nicht. Wir mÃ¼ssen sie doch irgendwie befreien kÃ¶nnen..."  
Doch so einfach war es auch wieder nicht, dachte sich Joel. "Wenn wir nur mehr Hilfe hÃ¤tten...", seufzte er, verschrÃ¤nkte die Arme hinter seinem Kopf und sah in Gedanken versunken hinauf in den klaren Sternenhimmel.  
  

&nbsp; PlÃ¶tzlich konnte er in der Ferne hastige Schritte orten. Alarmiert sah er zu Gren herÃ¼ber, der es ebenfalls bemerkt zu haben schien. Doch noch bevor sie reagieren konnten, sahen sie in der Ferne das Licht einer Taschenlampe auf sich zukommen. Dann ertÃ¶nte eine weibliche Stimme aus der Richtung des Lichtes.  
"Joel und Gren, ich will euch nichts!", rief die Person, die die Taschenlampe trug hastig, wÃ¤hrend sie nÃ¤her kam. Die beiden rÃ¼hrten sich nicht und sahen sich unsicher an. Woher kannte diese Frau ihre Namen? Und was wollte sie von ihnen?  
  
Als sie nÃ¤her herangekommen war, war die Frau genauer zu erkennen. Sie trug einen dunkelblauen Anzug und hatte langes blondes Haar, das zu einem Pferdeschwanz zusammengebunden war. Sie hatte eine schlanke Figur und ihr Gesicht war so makellos, dass selbst Joel ihre SchÃ¶nheit bestaunen musste. Und das, obwohl er sich ja seit kurzem eher zum mÃ¤nnlichen Geschlecht hingezogen fÃ¼hlte...  
Ehe er etwas sagen konnte, ergriff sie das Wort.  
"Ich bin Alexis vom Geheimdienst. Ihr braucht keine Angst zu haben. Ich bin hier um euch zu helfen."  
  

&nbsp; Gren und Joel stand die Verwunderung ins Gesicht geschrieben. "Woher...?", stammelte Joel, dessen Verwunderung ihn kaum Worte finden lieÃŸ.  
"Hey, entgegen aller Vorurteile guckt auch der Geheimdienst mal Nachrichten", zwinkerte sie ihn verschmitzt an, wurde jedoch umgehend wieder ernst.  
"Und... Ihr mÃ¼sst mir nichts erzÃ¤hlen. Ich weiÃŸ alles Ã¼ber euch. Schau dir mal ganz genau Grens Ohr an..." Joel sah ihn verdutzt an.  
  
Ihnen beiden standen die Fragen fÃ¶rmlich auf die Stirn geschrieben, Gren wusste genauso wenig, was los war. Doch er bÃ¼ckte sich etwas, sodass Joel seine Zipfelohren besser inspizieren konnte. Erst konnte er nichts erkennen, doch als er ganz genau hinsah und Alexis ihm mit ihrer Taschenlampe leuchtete, sah er einen winzig kleinen, schwarzen Punkt auf der blauen Haut seines Geliebten. Er hatte ungefÃ¤hr die GrÃ¶ÃŸe eines Muttermals. Bei noch genauerem Hinsehen konnte er erkennen, dass die OberflÃ¤che mit einem winzigmaschigen Netz Ã¼berspannt war...  
"Ach du...", fing er an, als er das winzig kleine Ding mit den FingernÃ¤geln von Grens Haut abkratzte.  
"Was...?", setzte er erneut an und betrachtete das kleine PÃ¼nktchen auf seinem Finger - es klebte wie Kleister an seiner Haut und fiel auch nicht ab, auch als er seine Hand leicht schÃ¼ttelte. Er sah Alexis fragend an, wollte eine ErklÃ¤rung dafÃ¼r, was zur HÃ¶lle das war - obwohl ihm schon etwas dÃ¤mmerte.  
"Dieses Mikrofon haben wir auf deinen Freund geschossen, als er in dem Baumhaus schlief. Seitdem haben wir jedes GerÃ¤usch gehÃ¶rt, was in seiner NÃ¤he zu hÃ¶ren war...", lÃ¤chelte sie ihn an. Joels Augen weiteten sich und ihm stieg die heiÃŸe SchamesrÃ¶te ins Gesicht. Er wollte nicht glauben, was er da gerade gehÃ¶rt hatte. Wussten sie etwa alle, was die beiden getan hatten...? Alles, was sie sich in ihrer Lust einander zugeflÃ¼stert hatten, jedes einzelne, noch so intime Wort...?  
Der Plan der Geheimhaltung war damit auf jeden Fall geplatzt, dachte Joel sarkastisch.  
  

&nbsp; Doch er glaubte GÃ¼te und VerstÃ¤ndnis in Alexis Augen sehen zu kÃ¶nnen, auch wenn sie wusste, dass Joels und Grens Beziehung eine der ganz besonderen Art war. Erstens war es ja schon eine gleichgeschlechtliche. Aber die Tatsache, dass Gren aus einer anderen Welt kam, machte das Ganze auch nicht gerade einfacher. Joel hatte nie geglaubt, die Leute wÃ¼rden mit VerstÃ¤ndnis reagieren oder wenigstens versuchen zu verstehen. So etwas wÃ¼rde zu der Welt, die er kannte, nicht passen. Grens Gesichtsausdruck Ã¤nderte sich nicht, er schien das alles mit Stolz zu nehmen. Er sah Joel einfach nur an - und bemerkte sofort seinen hochroten Kopf. Grinsend wandte er sich an Alexis. "Warum habt ihr das getan?", fragte er sie ganz offen heraus.  
  
Grens warme Stimme schien sie sehr zu Ã¼berraschen - dafÃ¼r, dass sie sie eigentlich schon lÃ¤ngst kennen sollte. Vielleicht wirkte sie in real irgendwie... anders? Joel konnte nur beschreiben, wie seine Stimme auf ihn wirkte... und das konnten nur andere Verliebte verstehen, so glaubte er. Dieser Gedanke trug nicht gerade dazu bei, den Rotanteil in seinem Gesicht zu reduzieren, wie er kurz darauf bemerkte - daher konzentrierte er sich lieber auf ein kontinuierliches, dumpfes Brummen in seinem Kopf und schloss die Augen. Gaaaanz ruhig... Er Ã¶ffnete sie wieder und sah Alexis an. Er wusste, wie sie sich fÃ¼hlen musste - zumindest so ungefÃ¤hr. Immerhin war das ihre erste Begegnung der dritten Art. Und obwohl die Menschheit lange Zeit irgendwelche Aliens erwartet hatte, stellte sich nun die Rasse der Digimon als 'dritte Art' heraus. Joel grinste. So einige BÃ¼cher mÃ¼ssten wohl bald umgeschrieben werden. Sie schien jedenfalls groÃŸen Respekt vor ihm zu haben, was sicherlich auch an Grens stolzem und anmutigen Verhalten gegenÃ¼ber anderen Menschen lag.  
"Wir vom Geheimdienst wussten nur wenig Ã¼ber eure Rasse. Als wir am Tag der EntfÃ¼hrung sahen wie du mit Joel davongeflogen bist, mussten wir etwas tun. Und wir wollten wirklich nur das beste fÃ¼r dich - euch, meine ich."  
"Was wollt ihr denn nun von uns?", fragte Gren sie recht perplex. "Wir wollen euch integrieren, da eure Art doch menschenÃ¤hnlich zu sein scheint und wirklich nur auf ein friedliches Miteinander aus ist, wie wir dank dir jetzt wissen. In Sachen Intelligenz und somit auch Kultur seid ihr uns offenbar ebenbÃ¼rtig... Unter Ophans FÃ¼hrung hat unser Land grÃ¤ssliche Taten gegen euch verÃ¼bt, die wir gerne wiedergutmachen wÃ¼rden, insofern das mÃ¶glich ist..." PlÃ¶tzlich hatte Alexis einen leicht flehenden Unterton in der Stimme. Sie schien wirklich ein groÃŸes Schuldbewusstsein fÃ¼r die Taten des Landes zu verspÃ¼ren. "Wir wollen unsere Fehler wirklich wiedergutmachen", bekrÃ¤ftigte sie noch einmal.  
  

&nbsp; Joel fÃ¼hlte sich hin -und hergerissen. Einerseits fand er es eine UnverschÃ¤mtheit, so in seine, so in IHRE PrivatsphÃ¤re einzugreifen, dass nun wohl der ganze Geheimdienst von ihrer Beziehung wusste - andererseits schienen sie ihnen doch mehr helfen zu wollen als er jemals dachte.  
"Ihr habt also vor die beiden Geiseln zu befreien, nicht?", fragte Alexis mehr rhetorisch als alles andere. Die Beiden nickten einstimmig. "Ich werde euch dabei helfen. Denn ich bezweifle, dass ihr beiden ausreicht, um ein Lager voller bis an die ZÃ¤hne bewaffneter Terroristen zu stÃ¼rmen...", sie sah Gren an, "Selbst wenn deine FÃ¤higkeiten die unseren bei weitem Ã¼bersteigen."  
Sie wandte sich an Joel. "Aber auch du scheinst erfahren im Kampf zu sein, Joel. Wir haben gehÃ¶rt, dass du Ã¼ber etwas verfÃ¼gst, was ihr einfach nur 'Die Gabe' nennt...?"  
  
Joel vertraute Alexis langsam und glaubte ihr, dass sie nur gute Absichten hatte - und das erleichterte ihn ungemein. Er hatte eigentlich keinen Grund ihr zu misstrauen. "Als Kyle von uns ging, war ich bei ihm und habe ihm Beistand geleistet. Mit seinen letzten Worten Ã¼bertrug er mir etwas, was mir einige Eigenschaften der Digimon verleiht. Das glaube ich zumindest..." Alexis nickte interessiert. "Du hast also ebenfalls Ã¼bermenschliche KrÃ¤fte...?"  
Joel sah auf und schÃ¼ttelte den Kopf. "Nein, sie sind nicht mit den Grens zu vergleichen. Sie sind nicht so stark ausgeprÃ¤gt wie bei ihm und ich verfÃ¼ge nur in Notsituationen Ã¼ber sie..." Erst jetzt schien sie seine schimmernd roten Augen bemerkt zu haben, denn sie leuchtete ihm nun mit dem Ã¤uÃŸeren Ring des Lichtkegels ihrer Taschenlampe vorsichtig ins Gesicht. Es schien sie sehr zu faszinieren, als sie Joel nun schamlos und ziemlich neugierig musterte.  
"Ich denke ihr beiden wisst worauf ihr euch einlasst. Aber ihr solltet unbedingt darauf gefasst sein, dass die Terroristen der AKO Schnellfeuerwaffen benutzen werden. Das hier ist kein Spiel, Joel. Trifft dich eine Kugel, ist es mit hoher Wahrscheinlichkeit aus. Das gilt auch fÃ¼r Gren. Das was wir vorhaben ist eine Ã¤uÃŸerst heikle Angelegenheit. Ich selber halte auch nicht viel von Waffen, aber wir haben keine andere Wahl - es wÃ¤re tÃ¶richt, ohne eine wenigstens gerechte Chancengleichheit zu Felde zu ziehen."  
Sie legte ihren groÃŸen Rucksack auf den Boden und zog zwei Pistolen heraus. Dann ging sie zu Joel und hielt ihm die Waffen hin. "Im Wespennest der AKO kannst du keine Gnade erwarten. Also solltest du auch keine Gnade gegenÃ¼ber den anderen walten lassen. Dein Ãberleben ist wichtiger als das derjenigen, die dich tot sehen wollen Joel, begreif das."  
Ohne Worte nahm er eines der todbringenden Eisen entgegen und drehte das blitzende Metall in seinen HÃ¤nden. Doch plÃ¶tzlich konnte er Kyles Worte in seinen Gedanken hÃ¶ren...  
  

&nbsp; "Du brauchst keine Waffen, die von Menschen gemacht worden sind. Das einzige, was du wirklich brauchst, sind dein Wille und deinen Glauben an dich selbst."  
  
Und Kyle wÃ¼rde ihn niemals in eine derart gefÃ¤hrliche Situation entlassen wenn er wÃ¼sste, das Joel machtlos war - da war er sich sicher.  
Joel drehte die Waffe in seinen HÃ¤nden, wog Risiko gegen Vertrauen ab. Doch er brauchte nicht lange, um sich zu entscheiden.  
"Glaube an dich selbst...", murmelte er und Alexis sah ihn fragend an. "Wie bitte?" Joel sah von der Waffe auf und gab sie ihr zurÃ¼ck. "Ich brauche diese Waffe nicht", verkÃ¼ndete er und sein Blick wanderte zu Gren herÃ¼ber, der ihn vielsagend ansah. "Sie behindert mich nur. Was ich habe... ist meine Gabe. Und darauf werde ich vertrauen." Alexis schien allmÃ¤hlich zu verstehen, dass Joel es wirklich bitterernst meinte.  
  
Als sie ihn ansah, konnte sie ein entschlossenes Funkeln in seinen roten Augen erkennen. Sie seufzte leicht und zuckte mit den Schultern. "Na schÃ¶n, ich vertraue auf deine Gabe, wenn du es tust..." Sie sah die beiden abwechselnd mit ernstem Blick an. "Ich denke, wir sollten dann langsam aufbrechen. Die Nacht wird nicht ewig dauern..." Joel nickte. "Hast du einen Plan?", fragte er nach. "Oh ja, den habe ich...", grinste sie und erzÃ¤hlte den beiden von ihrem Vorhaben. Doch eines war Joel jetzt schon klar: Es wÃ¼rde eine lange Nacht werden... so oder so.  
  

&nbsp; Die StraÃŸenlaternen tauchten die StraÃŸenschilder in flÃ¼chtiges Zwielicht und erschwerten das Entziffern der StraÃŸennamen, doch Joel erkannte dennoch, dass sie ihren Zielort erreicht hatten.  
"Wir sind da", flÃ¼sterte Alexis ihnen zu. Sie, Joel und Gren standen im Schutz der Dunkelheit noch versteckt in einer Gasse.  
Sie hatten der Sicherheit halber einen groÃŸen Umweg nehmen mÃ¼ssen, um ihr Ziel zu erreichen. Alexis hatte als beste Option den Weg durch das Armenviertel gesehen - dort waren die StraÃŸen nachtsÃ¼ber nahezu ausgestorben und nur sehr spÃ¤rlich beleuchtet. Hin und wieder musste Gren sich kurzzeitig von ihnen trennen und sich unauffÃ¤llig Ã¼ber die HausdÃ¤cher oder andere unkonventionellere Wege in der Dunkelheit einschlagen, falls ihnen doch mal vereinzelt andere Menschen entgegenkamen. Joel und Alexis gaben sich wie ganz normale Passanten und vermieden den Augenkontakt.  
  
Kurz bevor sie etwas weiter in die ParallelstraÃŸe einbogen, die ihr Ziel darstellte, hielt Alexis an und lieÃŸ die beiden zu ihr kommen. Sie kramte kurz in ihrem Rucksack herum und holte schlieÃŸlich drei GerÃ¤te heraus, von denen zwei sich glichen und die Joel als Headsets erkannte. Das dritte GerÃ¤t hatte allerdings eine eigenartige Form, sodass Joel nicht erkennen konnte, worum es sich dabei handelte.  
"Falls wir getrennt werden, sollten wir immer in Kontakt bleiben. Diese Headsets sind Ã¤uÃŸerst robust und haben eine Reichweite von zehn Kilometern...", flÃ¼sterte sie und verteilte die GerÃ¤te an Gren und Joel - wobei Gren diesen fÃ¼r ihn neuen Gegenstand argwÃ¶hnisch betrachtete. Joel begriff, dass das dritte gerÃ¤t auch ein Headset war, nur war es eigens fÃ¼r Grens Kopfform entwickelt worden. Als Alexis seinen fragenden Blick bemerkte, wandte sie sich ihm zu.  
"Das ist eine Spezialanfertigung. Darf ich?" Sie wartete, bis Gren nickend einwilligte. Langsam nÃ¤herten sich ihre HÃ¤nde mit dem seltsamen Headset in der Hand seinem Kopf, bis sie ihn zum ersten Mal berÃ¼hrte. Joel konnte einen Funken Faszination in ihrem Blick erkennen, als sie ihm das Headset anlegte. "Wenn du hier reinsprichst...", sie richtete das Mikrofon aus, "...dann kÃ¶nnen wir dich hÃ¶ren. Und andersherum."  
Joel schÃ¼ttelte unglÃ¤ubig und verwundert den Kopf - wie konnten sie nur ein GerÃ¤t entwickeln, was sich so perfekt seiner Kopfform anpasste...? Wie viel wussten sie sonst noch Ã¼ber ihn...? Das wurde ihm so langsam unheimlich...  
Gren nickte ihr langsam zu und gewÃ¶hnte sich langsam an das GerÃ¤t - er drehte seinen Kopf um festzustellen, ob ihn das gerÃ¤t in irgendeiner Weise in seiner Bewegungsfreiheit einschrÃ¤nkte, doch als er bemerkte, dass dem nicht so war, nickte er noch einmal zufrieden und sah zu Joel herÃ¼ber und wartete, bis er und Alexis ihre Headsets ebenfalls angelegt hatten.  
"Seid ihr bereit?" Joel hÃ¶rte Alexis laut und klar Ã¼ber sein Headset, obwohl sie nur leise hereingeflÃ¼stert hatte, Gren ging es offenbar genauso als er ganz plÃ¶tzlich leicht zusammenzuckte. Joel konnte nicht anders als in diesem Moment leicht zu lÃ¤cheln - er sah einfach nur zu sÃ¼ÃŸ dabei aus...  
Dann aber entspannte Gren sich wieder und er und Joel antworteten mit einem stummen und ernsten Nicken.  
  

&nbsp; Dann sahen die beiden sich noch einmal an - die Entschlossenheit und Liebe funkelte in ihrer beider Augen. Joel sehnte sich noch nach einem Kuss, ehe es wohlmÃ¶glich - oder mit Sicherheit - gefÃ¤hrlich fÃ¼r sie wÃ¼rde. Er verlor sich in seinen Augen, die in der Dunkelheit ungewÃ¶hnlich hell und rot reflektierten, ihn warm ansahen... Er erwachte erst wieder aus seiner Starre, als Alexis sich leise rÃ¤usperte. SehnsÃ¼chtig sah er ihn an, ehe er ihn flÃ¼chtig in seine Arme schloss und ihn liebevoll auf den Mund kÃ¼sste. Der schÃ¶ne Moment war nicht mehr als nur ein kleiner Augenblick... kaum dass Grens Arme sich schÃ¼tzend und warm um ihn gelegt hatten, mussten sie ihn auch schon wieder loslassen, ihn in die kalte Nachtluft entlassen und eine schmerzhafte Distanz zwischen ihnen schaffen. Joel sah ihn noch einmal warm an - und Gren wusste, was er am liebsten mit ihm getan hÃ¤tte, ihm selbst erging es auch nicht viel anders - und wandte sich dann wieder schweren Herzens Alexis zu, die offenbar nicht genau wusste, wie sie mit der Situation und der Beziehung zwischen den beiden umgehen sollte.  
"Ã„hh... Wir... sollten dann los..." Sie hatte sich mit dem RÃ¼cken an eine Hauswand gedrÃ¼ckt ging nun, nach einem Nicken allerseits, dicht gefolgt von den anderen voran.  
  

&nbsp; Und tatsÃ¤chlich sahen sie in der Entfernung drei bewaffnete und vermummte MÃ¤nner um einen Van herum stehen. Wahrscheinlich wollten sie Joel und Gren darin irgendwohin bringen, vermutete Joel... warum sonst wÃ¼rden sie sich sonst solche UmstÃ¤nde machen...? Wenn sie sie einfach tÃ¶ten wollten, hÃ¤tten sie auch andere, einfachere Methoden dazu gehabt. Sie wussten ja, wo Joel wohnte... sie mussten anderes mit ihnen im Sinn haben. Nur was? Joel schÃ¼ttelte wieder verÃ¤chtlich und langsam den Kopf, wÃ¤hrend sie sich langsam nÃ¤herten. Wer konnte schon verstehen, was im Kopf eines so kranken Menschens vor sich ging...  
"Der Geheimdienst hat dafÃ¼r gesorgt, dass alle Menschen in unmittelbarer Umgebung evakuiert wurden", hÃ¶rte er Alexis' Stimme Ã¼ber sein Headset flÃ¼stern und musste den Drang unterdrÃ¼cken, sich umzudrehen - Alexis war schon lÃ¤ngst auÃŸer Sichtweite. Er bestaunte ihr KÃ¶nnen, vÃ¶llig mit der Dunkelheit zu verschmelzen und sich unerkannt darin fortbewegen zu kÃ¶nnen... sie war wahrlich eine Meisterin ihres Faches, das stand fest. "Die Polizei wird sich auch nicht einmischen, das haben wir auch sichergestellt. Andererseits heiÃŸt das aber auch, dass wir auf uns ganz allein gestellt sind..." Joel Ã¤rgerte sich. "HÃ¤ttest du uns das alles nicht auch vorher sagen kÃ¶nnen?!", regte er sich leise flÃ¼sternd auf und hÃ¶rte ihr verlegenes Drucksen. "Naja, das wollte ich ja auch", gab sie zu, "Aber irgendwas hat mich gerade eben etwas aus dem Konzept gebracht..." Joel errÃ¶tete. Sie wusste, worauf sie anspielte - Grens und seine Umarmung, ihr Kuss. "Entschuldigung, das war nicht unsere Absicht...", hÃ¶rte er nun seinen Geliebten Ã¼ber Funk, der jedoch direkt neben ihm ging und dessen Hand er hielt. Er drÃ¼ckte sie fester zu, wÃ¤hrend sie sich einer StarÃŸenlaterne und somit dem enthÃ¼llenden Licht nÃ¤herten. "Schon gut...", murmelte Alexis und eine kleine Pause entstand. "Und los", schickte sie die beiden in den Lichtkegel der Laterne. Joel und Gren lieÃŸen sich schweren Herzens los und traten Ã¼ber die Schwelle aus Dunkelheit und Licht, Sicherheit und Gefahr...  
  

&nbsp; Sofort kam Bewegung bei den AKO-Terroristen auf, als sie augenblicklich strategische Positionen einnahmen und ihre Waffen auf sie richteten.  
"HÃ¤nde hoch! Dahin, wo wir sie sehen kÃ¶nnen! Das gilt auch fÃ¼r das Digimon!", schrie ihnen einer entgegen und fuchtelte wild mit seiner Waffe herum. Verdammt, was waren das denn fÃ¼r Typen? Die Waffe, die er hielt, war eine kleine Maschinenpistole. Eine von der Sorte, die man nur schief angucken musste, dass sie losgingen. Und er fuchtelte wie ein Epileptiker in seinen schlimmsten fÃ¼nf Minuten damit herum - Joel biss sich auf die Lippen. Der Hass schien fast die Kontrolle Ã¼ber sein handeln und Denken zu Ã¼bernehmen, doch er folgte Alexis' Plan und gehorchte ihnen, wÃ¤hrend er die Terroristen mit einem verÃ¤chtlichen Blick betrachtete. Gren tat auch wie ihnen geheiÃŸen und hob seine HÃ¤nde hoch Ã¼ber den Kopf.  
  
WÃ¤hrend die MÃ¤nner sich den beiden nÃ¤herten, schlich Alexis im Schutz der Dunkelheit planmÃ¤ÃŸig um den Van herum und achtete darauf, nicht ins Blickfeld der Terroristen zu geraten, die glÃ¼cklicherweise total auf Joel und Gren fixiert waren. Vorsichtig ging sie am Van entlang, bis nur noch einige wenige Meter zwischen ihr und den MÃ¤nnern lagen. "Ich greife jetzt ein. Sobald ich den ersten in meiner Gewalt habe, befreit ihr euch", flÃ¼sterte sie in das Mikrofon ihres Headsets.  
Joel und Gren rÃ¼hrten sich nicht und bemÃ¼hten sich, nicht zu nicken. In Joels KÃ¶rper brodelte es voller Hass und Tatendrang und er versuchte sich zu konzentrieren, wie er es schon beim Training getan hatte. Als zwei der Terroristen ihnen dann schwere Handschellen anlegen wollten, schoss Alexis mit rasanter Geschwindigkeit auf den zu, der die beiden mit der Waffe bedrohte. Bevor er auch nur ansatzweise reagieren konnte entwaffnete sie ihn so schnell, dass Joel nur schemenhafte Bewegungen wahrnahm, bis sie dem Terroristen plÃ¶tzlich sein eigenes Gewehr an den Kopf hielt und ihn dann mit einem geschickt plazierten und schnellen Kolbenschlag ausschaltete.  
  

&nbsp; Das war ihr Zeichen! Joel schloss seine Augen und sank in die Tiefen seines Bewusstseins herab, lieÃŸ fÃ¼r sich die Zeit einen Moment lang stillstehen. Dann brannte in ihm mit einem wÃ¼tenden Kampfschrei das Feuer auf, das ihm schon einmal unglaubliche KrÃ¤fte verliehen hatte. Blitzschnell spannten sich seine Beinmuskeln und ein FuÃŸ schoss wie ein Blitz zum Kinn seines Feindes. Ein unschÃ¶nes lautes Knacken verkÃ¼ndete, dass der Terrorist in nÃ¤chster Zeit wohl nichts allzu hartes mehr essen kÃ¶nnen wÃ¼rde - sein Unterkiefer deformierte sich auf eine extrem unnatÃ¼rliche Art und Weise, als Blut und einige ZÃ¤hne aus seinem Mund flogen.  
Der Wucht des Trittes war so groÃŸ, dass der Terrorist einige Meter weit fortgeschleudert wurde, dabei einen Ãberschlag hintenÃ¼ber machte und schlieÃŸlich ziemlich unsanft auf dem Boden aufschlug, wo er dann auch regungslos liegen blieb.  
  
Gren nutzte den Ãberraschungsmoment noch einmal aus und rammte dem anderen, in seiner NÃ¤he befindlichen Terroristen seinen Ellbogen mit voller Wucht tief in dessen Magengegend - er brach keuchend zusammen und Gren schaltete ihn mit einem gezielten Handkantenschlag in den Nacken aus.  
  

&nbsp; Alexis hatte ihren Gegner fest im Griff, wie die beiden erstaunt feststellen mussten. Geschickte Hebeltechnik, dachte Joel wÃ¤hrend er sah, wie sie den viel grÃ¶ÃŸeren und krÃ¤ftiger gebauten Terroristen nahezu MÃ¼helos unter Kontrolle behielt.  
Auf ihre Aufforderung hin nahm Joel ihm seine eigenen Handschellen vom GÃ¼rtel und legte sie ihm an, sodass er fÃ¼r sie ungefÃ¤hrlich wurde.  
  
WÃ¤hrend der ganzen Zeit fluchte der Mann irgendetwas in sich hinein, doch Joel konnte nicht genau verstehen, was.  
Alexis riss ihm mit einem Ruck die schwarze Sturmhaube vom Kopf und enthÃ¼llte das Gesicht des Mannes.  
  
Alexis stellte ihn zur Rede. "Wo habt ihr die Geiseln untergebracht!?" Er sah sie nur verÃ¤chtlich an und schwieg weiter. Doch dann fing er plÃ¶tzlich an, in sich hineinzulachen. Joel spÃ¼rte den Zorn in sich aufwallen. und genau solchen Typen hatten sie Kyles Tod zu verdanken... dieser Gedanke lieÃŸ seine Wut noch weiter aufkochen. "RUHE!!", schrie er ihm wutentbrannt an und er verstummte. Joel atmete einmal tief durch und senkte seine Stimme auf ein bedrohlich klingendes Niveau, das sogar - oder vor allen - Gren besorgniserregend fand. So hatte er ihn noch nie erlebt...  
"Sieh' es endlich ein... du hast keine Chance. Du siehst doch, was wir mit deinen tollen Kollegen gemacht haben... bist du der NÃ¤chste...?" Mit einem verÃ¤chtlichen Blick sah er Joel in die Augen und lachte wieder in sich hinein, jedoch glaubte Joel in seinen Augen einen kleinen Angstschimmer entdeckt zu haben und dass seine Stimme etwas nervÃ¶ser klang als zuvor.  
  

&nbsp; "Wieso sollte ich einem Bastard wie dir sagen, wo der Junge und die andere Brut versteckt ist...? Und du selbst hast Eigenschaften dieser Drecksrasse in dir! Ihr seid Monster... nichts weiter... genau wie Kyle es war..."  
Er spuckte Joel direkt ins Gesicht und er brannte innerlich vor Zorn, als er sich die Spucke von der Backe wischte - aber er wurde hellhÃ¶rig, als Kyle ErwÃ¤hnung fand. "Kyle...?", fragte er mit bedrohlichem Unterton und ballte die FÃ¤uste, "Was weiÃŸt du schon Ã¼ber Kyle..." Der Terrorist sah ihm ins Gesicht. "Ich habe erlebt, wie dieses Monster ihn verÃ¤ndert hat! Wie er selbst zu einem dieser Monster mutiert ist... diese erbÃ¤rmliche, kleine Schwuchtel... ich wollte ihn nie haben... aber ich war ja sein einzig verbliebener Verwandter, nachdem seine Eltern dumm genug waren um diesen Autounfall zu bauen und dabei auch noch umkamen... Idioten..." Er schÃ¼ttelte den Kopf. "Oh, der Kleine ist ja so alleine! Ach guck mal, er hat noch einen Onkel!", Ã¤ffte er nun mit verstellter Stimme nach, bevor er fortfuhr. "Und dann kam diese... diese Drecksrasse...", er redete schon mehr mit sich selbst als mit irgendjemandem sonst, er starrte einfach nur noch ins Leere zu seinen FÃ¼ÃŸen herunter wÃ¤hrend er redete.  
Nun begriff Joel. Das musste Kyles Onkel sein, und so, wie es sich anhÃ¶rte, hatte Kyle es nie gut bei ihm gehabt. "Du... Kyle war dein NEFFE?", fragte er angewidert von dem, was sich ihm hier bot und von der Vorstellung, wie Kyle gelebt haben musste. "Hah!", rief der Terrorist nun, "Nur so lange, bis ich ihm mit einem kleinen explosiven Geschenk seinen Schwanz weggesprengt habe!" Er fing an hÃ¤misch zu lachen, doch bevor er noch etwas sagen konnte, traf Joels Faust so wuchtig in sein Gesicht, dass er jÃ¤mmerlich aufschrie und trotz Alexis' festen Griff erst ungefÃ¤hr drei Meter von seiner ursprÃ¼nglichen Position wieder auf dem Boden aufschlug. Bevor er realisierte was fÃ¼r ein Vierzigtonner ihn gerade Ã¼berfahren hatte war Joel auch schon wieder Ã¼ber ihm und holte erneut aus. "ARSCHLOCH! DU HAST KYLE GETÃ-TET!! GETÃ-TET!!!" Das blanke Entsetzen ergriff von den resten seines entstellten Gesichtes Besitz, als er begriff, in welch eine missliche Lage er geraten war. Als Joels Faust ein weiteres Mal auf ihn herabfuhr, griff Gren ein. Er schlug ihm von der Seite so gegen den Arm, dass Joels Faust den Kopf des Terroristen nur um Haaresbreite verfehlte und sich stattdessen mit lautem Krachen in den Asphalt der StraÃŸe grub, wo sie einen kleinen Krater bildete, von dem mehrere Risse aus durch die StraÃŸendecke schossen und sie in kleine Asphaltschollen segmentierten. Die kinetische Energie, die beim Aufschlag auf und durch den Asphalt freigesetzt wurde reichte aber aus, um die Wange des Terroristen leicht aufzureiÃŸen. "Joel!", rief Gren besorgt um seinen GemÃ¼tszustand und richtete sich neben ihm auf, bevor er ihn etwas ruhiger zu beschwichtigen versuchte. "Wir brauchen ihn noch." Joel funkelte den Terroristen unentwegt bÃ¶se und mit mordlustigen, leicht rot glÃ¼henden Augen an - fÃ¼r einen Moment schien es, als wolle er ungeachtet der Konsequenzen zuende bringen, was er angefangen hatte. Doch dann schloss er seine Augen, atmete tief durch und zog seine unversehrte Faust aus dem dampfend heiÃŸen Gestein der StraÃŸe. Dann schlug er seine Augen wieder auf und packte den Terroristen noch immer von seinem unglaublichen Zorn beflÃ¼gelt am Kragen und hob ihn mÃ¼helos hoch. "SAG UNS WO IHR SIE VERSTECKT HABT!!!", brÃ¼llte er ihn erneut an, doch als der Terrorist schwieg, holte Joel wieder aus und verpasste ihm seinen zweiten Hieb. Er hielt sich noch immer stark zurÃ¼ck, sodass ihm zwar mehrere ZÃ¤hne aus dem Mund flogen und eine Ladung Blut aus seiner Nase schoss, es aber dabei blieb und es nicht etwa zu einem SchÃ¤delbasisbruch oder Ã¤hnlichen Sauereien kam. "SAG ES!!!"  
  

&nbsp; Nun eilte Gren doch noch einmal herbei und schlang seine Arme von hinten um Joel, um ihn davon abzuhalten noch ein weiteres Mal zuzuschlagen - denn das hÃ¤tte sicherlich tÃ¶dliche Folgen, so, wie der Terrorist mittlerweile aussah. Viel wÃ¼rde der nicht mehr machen kÃ¶nnen...  
In den Armen seines Geliebten beruhigte Joel sich schnell, blendete alles andere einfach aus und spÃ¼rte sich wieder schwÃ¤cher werden, als ihm all der Zorn entwich, der ihn eben noch angetrieben hatte. "Ach Gren..." Er lieÃŸ den Terroristen fallen, der am Boden sofort schwer keuchte und drehte sich mit feuchten Augen zu seinem Geliebten um, der sanft auf ihn herabblickte und seine Arme schÃ¼tzend um ihn gelegt hatte.  
Alexis erschien nun auch neben ihnen - sie schien lieber Sicherheitsabstand gehalten zu haben - beugte sich zu dem Terroristen herunter und hielt ihm den kalten Lauf ihrer Waffe an den Kopf. "War das etwa schon alles, was du uns zu sagen hast?", fragte sie ihn schnippisch und dem Terroristen stand die Angst ins Gesicht geschrieben, als er auf die auf ihn gerichtete Waffe schielte. "ScheiÃŸe...", entfuhr es ihm nun doch noch. "Sag uns jetzt endlich wo sie sind und wir lassen dich vielleicht am Leben!", forderte Alexis. "Lieber sterbe ich als dieser Brut zu helfen!!!", schrie er und nickte in Richtung Gren, der das ganze einfach wieder wortlos hinnahm. Alexis seufzte und entfernte die Waffe von seinem Kopf.  
  

&nbsp; PlÃ¶tzlich sprang der Terrorist auf und stÃ¼rmte schreiend auf Joel und Gren zu. Joel bekam einen Anflug von Angst als er sah, dass die Kette zwischen den Handschellen gerissen war und er eine zuvor in seinem Ã„rmel versteckte Klinge zog, wÃ¤hrend er mit einem irren Gesichtsausdruck auf sie zurannte. Doch ehe sich ihm die MÃ¶glichkeit bot zuzustechen oder Gren sich die MÃ¶glichkeit bot Joel zu verteidigen - wozu er durchaus in der Lage gewesen wÃ¤re - war Alexis schon wieder zwischen ihnen und dem nicht minder Ã¼berraschten Terroristen, lenkte die Messerattacke mit dem Lauf der Waffe ab und schlug ihm mit der freien Hand kraftvoll auf die Halsschlagader, was ihn bewusstlos zusammensinken lieÃŸ, wÃ¤hrend der kleine Dolch klirrend zu Boden fiel. Sie war unglaublich schnell...  
  
Erst jetzt schien Joel bewusst zu werden, was er da gerade getan hatte. Sein KÃ¶rper kam langsam wieder zum Normalzustand zurÃ¼ck und mit wachsendem Entsetzen betrachtete er seine blutverschmierte Hand und seinen ebenfalls blutverschmierten FuÃŸ.  
Er realisierte, dass er soeben zwei Personen schwer verletzt hatte - und auch wenn er sie noch so sehr verabscheute, er kam sich unglaublich schuldig und dreckig vor. Sie waren immerhin nur kleine Marionetten, nichtsahnende Figuren auf dem Spielfeld des wahren Drahtziehers. Vielleicht hatten sie sogar eine Familie...? Joel schÃ¼ttelte den Kopf. Er musste unsinniges TÃ¶ten vermeiden, sonst war er auch nicht viel besser als Ophan es war. Es musste Notwehr bleiben.  
Alexis durchsuchte den reglosen KÃ¶rper des Terroristen und fand recht schnell eine Landkarte, auf der offenbar mehrere Punkte markiert waren. Ohne lange zu zÃ¶gern steckte sie sie in ihre Hosentasche. Als sie einen Blick zu Joel warf, bemerkte sie sein Unbehagen. Sie richtete sich auf, kam nÃ¤her und lÃ¤chelte ihn warm an, wie er da in Grens trÃ¶stenden, WÃ¤rme spendenden Armen stand.  
"Ich weiÃŸ es ist nicht leicht fÃ¼r dich solche Mittel anzuwenden. Aber wenn es um Leben und Tod geht, musst du einfach mit allem kÃ¤mpfen, was du hast. Und wenn es das Leben eines engen Freundes ist, dann erst recht. Vergiss nie, wofÃ¼r wir kÃ¤mpfen." Sie lÃ¤chelte ihn frohen Mutes an.  
"Danke...", erwiderte Joel ihr leise lÃ¤chelnd und vergrub sein Gesicht in Grens wÃ¤rmenden und Hoffnung spendenden Armen.  
  

&nbsp; Mit einem kleinen Ruck Ã¶ffnete Alexis die Heckklappe des Vans, um dessen Inhalt mal genauer unter die Lupe zu nehmen. WÃ¤hrenddessen schmiegte Joel sich in Grens Arme, der ungewÃ¶hnlich still geworden war. "Vertraust du ihr...?", fragte er den Drachen leise, der ganz nah hinter ihm stand. "NatÃ¼rlich. Sie ist sehr nett und hilfsbereit. Um ehrlich zu sein gehÃ¶rt sie neben dir wohl zu den wenigen Menschen, denen ich wirklich vertraue." Er sah herunter zu ihm. "Wobei - du bist natÃ¼rlich 'ne ganz andere Liga, mein SÃ¼ÃŸer...", zwinkerte er ihm vielsagend zu und Joel musste lÃ¤cheln. Er sah flÃ¼chtig zum Van herÃ¼ber, in dem Alexis noch immer verschwunden war. "Brauchst du noch lange?", rief er ihr hinterher. "Ein paar Minuten noch!", rief sie aus dem inneren des Wagens zurÃ¼ck, was Joels Herz mit Freude erfÃ¼llte. Er drehte sich in Grens Umarmung, schloss ihn auch in seine Arme und drÃ¼ckte ihn fester an sich. Das GefÃ¼hl tiefen Friedens und Geborgenheit spendender Liebe breitete sich in ihm aus, wirkte wie Balsam auf seinen zuvor von der Gewalt so beschmutzten Geist.  
"Gren...", flÃ¼sterte er und lehnte sich leicht zurÃ¼ck, um ihm in die Augen zu blicken. Er wusste genau was Joel fÃ¼hlte und was er gerade durchmachte. "Ich liebe dich, Joel. Wir werden fÃ¼r immer zusammen bleiben und niemand wird uns jemals trennen kÃ¶nnen... Nichts uns niemand..." Joel wollte ihn wieder ganz nahe bei sich haben, seine Haut auf der seinen spÃ¼ren... Gren tat ihm den Gefallen und kÃ¼sste ihn mit aller Leidenschaft, die er in dieser Situation aufbringen konnte. Joel neigte den Kopf zur Seite, um Grens Zunge tieferen Zutritt zu ihm zu verschaffen und schloss die Augen, um ihren Kuss voll und ganz genieÃŸen zu kÃ¶nnen. Dann trennten sich ihre Lippen langsam wieder voneinander und sie sahen einander tief in die Augen. Sie beide waren fest davon Ã¼berzeugt dass die StÃ¤rke ihres Bandes selbst die schlimmsten Zeiten Ã¼berstehen konnte, ja, es wÃ¼rde sogar Ã¼ber die Zeit an sich hinaus bestehen bleiben...  
Gren schloss seine Arme fester um seinen Geliebten als ein wunderschÃ¶nes GefÃ¼hl alles andere um sie herum verdrÃ¤ngte - ein GefÃ¼hl der Geborgenheit, das GefÃ¼hl endlich den vorgesehenen Platz im Leben gefunden zu haben, die groÃŸe Liebe seines Lebens gefunden zu haben. Er wiegte sie in ihrer Umarmung weich hin und her... der Rytmus dem eines gleichmÃ¤ÃŸig und ruhig schlagenden Herzens Ã¤hnlich... Joel schloss die Augen und spÃ¼rte nur noch Grens warmen KÃ¶rper, strich ihm sanft an den Seiten entlang...  
"Die Kiste lÃ¤uft! Wir kÃ¶nnen losfahren!", rief Alexis vom Steuer des Vans und lieÃŸ sie aufschrecken, als sie sich nun in der RealitÃ¤t wiederfanden. Behutsam lÃ¶sten sie ihre innige Umarmung und sahen sich noch eine Weile verliebt in die Augen, trÃ¤umten davon, was sie jetzt alles miteinander anstellen kÃ¶nnten... wenn die AKO nicht wÃ¤re.  
"Joel? Gren! Wir haben nicht ewig Zeit!" Dieses Mal verlieh sie ihrer Stimme mehr Nachdruck.  
Die beiden seufzten enttÃ¤uscht und fanden sich in der kalten RealitÃ¤t wieder. Sie streichelten sich noch ein letztes Mal gegenseitig mit verliebten und vertrÃ¤umten Blicken, dann lieÃŸen sie einander schweren Herzens los und liefen zum Wagen, dessen Motor bereits lief.  
Alexis bedeutete Gren hinten einzusteigen und sich auf die RÃ¼ckbank zu legen um nicht gesehen zu werden, doch Joel setzte sich auf den Beifahrersitz.  
"Unsere Jungs rÃ¤umen hier gleich auf, ich habe ihnen Bescheid gegeben. Und ich habe einen Plan. Sieh dir das hier hier mal an..." Sie reichte ihm eine Sonnenbrille und eine schwarze Haube, wie auch die AKO-Terroristen sie trugen. "Wir beide werden uns als die ihren ausgeben um besser in die Zentrale zu gelangen. Gren wird unsere Geisel spielen... Wenn sie nach dir, also dem Jungen fragen, sag' ihnen, du seist entwischt." Joel betrachtete sie argwÃ¶hnisch. "Ich glaube zwar kaum, dass sie Gren sofort tÃ¶ten wÃ¼rden, das hÃ¤tten sie bereits tun kÃ¶nnen. Aber ich bezweifle, dass jeder einfach so in den Bereich herein- und herausspazieren kann, in den wir mÃ¼ssten... auÃŸerdem wÃ¼ssten wir nicht einmal, wo wir hinmÃ¼ssen! Wie sieht das denn aus? Und was, wenn sie wissen wollen wer wir sind? Und was ist, wenn die Terroristen innerhalb der Zentrale Ã¼berhaupt keine Masken tragen?" Alexis grinste ihn an und fuhr los. "Nun... wir vom Geheimdienst haben eine der letzten Ãbertragungen der AKO abfangen kÃ¶nnen. Sie haben zwar nur einen klitzekleinen Fehler gemacht, aber der hat es uns ermÃ¶glicht, sie zu orten. Kurz darauf haben wir einen von unseren MÃ¤nnern bei ihnen eingeschleuÃŸt..." Joel keuchte. "Das gibt's doch nicht! Die AKO hat 'nen Maulwurf...?!" Alexis grinste und sah ihn ganz kurz aus dem Augenwinkel an. "Jepp, so sieht's aus", verkÃ¼ndete sie sichtlich stolz, "Und der wird uns auch dabei helfen, unerkannt reinzukommen. Die unwichtigen Handlanger behalten ihre Masken meist auf - AnonymitÃ¤t zÃ¤hlt in den niederen RÃ¤ngen viel. Die AKO braucht Leute, die ohne zu zÃ¶gern ihre eigenen MÃ¤nner umlegen wÃ¼rden - wenn die Situation es verlangt. Ich will jetzt nicht allzu sehr darauf eingehen, aber die AKO will, dass fÃ¼r ihre ZIELE gekÃ¤mpft wird, nicht fÃ¼r ihre Kameraden." Sie schÃ¼ttelte den Kopf. "Krankes Pack. Auf jeden Fall sollen Freundschaften oder gar Beziehungen im kleinen FuÃŸvolk vermieden werden, damit jeder bei der 'wirklich wichtigen' Sache bleibt... unser Mann wird uns auf jeden Fall einschleusen und vor Ort unterstÃ¼tzen, so gut er kann - ohne, dass seine Deckung auffliegt. Okay Gren...?" Bei den letzten Worten lehnte sie sich leicht zurÃ¼ck, um Gren ansehen zu kÃ¶nnen - dieser nickte. "Wenn wir dann an's Befreien eurer Freunde gehen, wird er sich vÃ¶llig auf unsere Seite stellen und uns Feuerschutz geben." Sie sah, dass Joel zwar beeindruckt, aber nicht vÃ¶llig Ã¼berzeugt war. "Hey, wir schaffen das, okay? Sieh mich an."  
Joel sah sie an und konnte nun auch in ihren Augen das entschlossene Funkeln sehen, was er schon von Gren kannte. "Wir schaffen das", bekrÃ¤ftigte sie mit einem Ã¼berzeugten Unterton in der Stimme. Sie nickte noch einmal und richtete ihren Blick wieder auf die StraÃŸe vor ihnen.  
  

&nbsp; Stille kam auf. Alexis beschloss, sie etwas Ã¼ber die allgemeine Lage aufzuklÃ¤ren und holte Luft. "Ihre Basis liegt in den 'Dead Springs', einem abgelegenen Ã-dland einige Stunden entfernt von Midtown", fing sie an. Joel nickte. Er kannte die Dead Springs, aber er war noch nie dort gewesen. "Wie lange werden wir noch ungefÃ¤hr brauchen, bis wir da sind?", fragte er sie. "Noch ungefÃ¤hr... vier Stunden", meinte sie und bog auf den Highway. "Vier Stunden...?", fragte Joel perplex nach. Er hatte nicht geglaubt dass Guilmon und Nate sich irgendwo mitten in Midtown befanden, aber dass sie so weit weg waren behagte ihm gar nicht. "Es tut mir Leid, dass es so kommen musste. Ich versuche wirklich alles aus dieser Kiste herauszuholen, damit wir die beiden so schnell wie mÃ¶glich befreien kÃ¶nnen. Ruht euch doch erstmal ein wenig aus und wÃ¤hrend der Fahrt - ihr werdet all eure KrÃ¤fte brauchen, sobald es ernst wird."  
  
Joel versuchte sich zu entspannen, lehnte sich in seinen Sitz zurÃ¼ck und streckte sich genÃ¼sslich. Und doch fÃ¼hlte er sich nach kurzer Zeit unwohl. Er drehte die Sonnenbrille in seinen HÃ¤nden und warf immer wieder einen flÃ¼chtigen Blick nach hinten, von wo aus Gren ihn sehnsÃ¼chtig ansah. Er wÃ¤re nur zu gerne zu ihm auf die RÃ¼ckbank kommen um in seinen Armen zu liegen, doch Alexis' Anwesenheit wÃ¼rde ihn ohnehin nur stÃ¶ren.  
Gren schien es mittlerweile nicht mehr auszuhalten, denn er lehnte sich vor zu Joels Sitz und schlang seine Arme um Joel und um seinen Sitz, wodurch er aufschreckte und knallrot im Gesicht wurde. "Gren, nicht jetzt", flÃ¼sterte er peinlich berÃ¼hrt, als er Grens warmen Atem an seinem linken Ohr spÃ¼ren konnte. EnttÃ¤uscht legte Gren sich wieder zurÃ¼ck auf die RÃ¼ckbank und starrte Joel weiterhin mit vertrÃ¤umtem Blick an. Joel begannen vor NervÃ¶sitÃ¤t die Knie zu zittern - er hatte im Augenwinkel gesehen, dass Alexis sie interessiert beobachtet hatte. und tatsÃ¤chlich, nach einigen Minuten stellte sie die Frage, die Joel hatte kommen sehen. "Ã„hm... Joel...?"  
"Ja?"  
"Ich wÃ¼rde gerne mal mit dir Ã¼ber eine... gewisse Angelegenheit sprechen...", fing sie an und Joel errÃ¶tete, als seine BefÃ¼rchtungen sich zu bestÃ¤tigen schienen. "Wie kam es dazu, dass du... dich in ein Digimon verliebt hast? Ich finde gleichgeschlechtliche Beziehungen gar nicht falsch, aber wie konntest du dich nur in ein Digimon verlieben...?" Joels SchamesrÃ¶te war nun wohl auch aus grÃ¶ÃŸerer Entfernung erkennbar, aber gleichzeitig stieg in ihm auch der Zorn auf. 'Wie konntest du nur'. Was fÃ¼r ein vÃ¶llig sinnfreier Vorwurf war das denn jetzt...? Um Hilfe flehend sah er zu Gren herÃ¼ber, doch dieser hatte offenbar keinerlei Problem mit Alexis' unverschÃ¤mten Ausdrucksweise. Er richtete sich auf und kam ihm nÃ¤her. "Du brauchst vor ihr nichts zu verbergen. Es macht mir nichts aus wenn du ihr alles erzÃ¤hlst - auÃŸerdem macht es doch ohnehin keinen groÃŸartigen Unterschied mehr, oder nicht...? Denk nur mal an das Mikro..." Seine warme Stimme beruhigte ihn und machte ihn plÃ¶tzlich ganz stolz und selbstbewusst.  
Er wandte sich wieder an Alexis. "Als ich zum ersten Mal in seine Augen sah, habe ich mich in ihn verliebt. Ich konnte und wollte nichts daran Ã¤ndern, ich habe mein Herz einfach an ihn verloren... jedesmal wenn er mich ansah bekam ich dieses seltsame GefÃ¼hl... wollte ihm einfach nahe sein, viel nÃ¤her als es ein normaler Freund jemals sein kÃ¶nnte. Als ich mir das erkannte musste ich mir eingestehen, dass ich mich ernsthaft verliebt hatte... dass es ein Er war und dass dieser Er ein Digimon war, das war mir vÃ¶llig egal, das habe ich einfach... einfach ausgeblendet. Denn ich glaube wenn man seine wahre Liebe gefunden hat ist es egal, welches Geschlecht sie verkÃ¶rpert oder welche Rasse sie vertritt. Ich liebe ihn einfach. Und er liebt mich. ist das denn so schwer zu verstehen...?" Alexis schwieg eine Weile. "Schon, aber... es ist halt seltsam. Gren ist nicht menschlich, wie du auch schon gesagt hast..." Joel unterbrach sie. "Gren ist kein Mensch, genau! Seine GefÃ¼hle sind nicht an die der Menschen gebunden! Sie Ã¼berragen alles, was der Mensch sich auch nur vorstellen kann! Ich kenne keinen einzigen Menschen, der so gutherzig und sanft sein kÃ¶nnte wie er es ist..."  
"Ich...", fing Alexis an, doch Joel lieÃŸ sie gar nicht zu Wort kommen. "Kennst du nicht das Sprichwort 'Liebe kennt keine Grenzen'? Es ist doch absolut egal, aus welch verschiedenen Welten er und ich auch kommen! Das wichtigste ist... wir lieben uns. Was ist daran bitte falsch, Alexis? Darf ich nicht so lieben, wie ich will? Darf Gren nicht so lieben, wie er will?" Alexis lÃ¤chelte ihn an. "Du hast ja Recht. Immerhin wollen wir die Digimon in unsere Welt integrieren. Und das bedeutet wohl auch, dass noch einige Beziehungen dieser Art auf die Menschheit zukommen werden..."  
  

&nbsp; Joel lÃ¤chelte erleichtert und lehnte sich in seinen Sitz zurÃ¼ck. "Alexis? WÃ¼rde es dir was ausmachen, wenn ich mich zu Gren auf die RÃ¼ckbank lege?"  
Sie war anfangs zwar etwas verwundert Ã¼ber Joels Stimmungswandel, doch dann zuckte sie mit den Schultern. "NatÃ¼rlich. Aber geht nicht zu weit", sagte sie zwinkernd, "Und versprecht mir eines: Ich will auch auf der GÃ¤steliste stehen, wenn ihr zwei dann heiratet."  
Joel wurde knallrot. Er nickte stumm und schÃ¼chtern, schnallte sich ab und zwÃ¤ngte sich vorsichtig zwischen den beiden Vordersitzen hindurch nach hinten. Dort wurde er sofort eng von Gren umschlungen, der sehnsÃ¼chtig auf ihn gewartet zu haben schien. Um es gemÃ¼tlicher zu gestalten legte Gren sich auf den RÃ¼cken und Joel legte sich voller Freude Ã¼ber die gewisse Symbolik, die seine Lage ausstrahlte auf ihn. Er hielt seine HÃ¤nde und wollte, dass dieser Moment niemals zuende ging, dass sie eine unendlich lange StraÃŸe entlangfahren wÃ¼rden...  
"Joel?", flÃ¼sterte Gren. "Hm?" Er sah ihn an. "Was ist heiraten...?" Joel wurde noch rÃ¶ter und lieÃŸ seine Frage unbeantwortet - in seiner Welt kannten sie das Heiraten nicht...? Das Ã¼berraschte ihn schon ein wenig... aber vielleicht nannten sie es nur anders...? Gren fragte jedenfalls nicht noch einmal nach und lieÃŸ die Angelegenheit auf sich beruhen. Joel jedoch kam nicht umhin, sich schon Gedanken darÃ¼ber zu machen, wie er ihm den Heiratsantrag machen sollte. Zwar mehr aus SpaÃŸ als alles andere, aber er hatte schon so eine Ahnung... er musste grinsen.  
  

&nbsp; Dann warf er Alexis einen flÃ¼chtigen Blick zu, doch sie schien sie einfach zu ignorieren. Im RÃ¼ckspiegel konnte er aber ihr vergnÃ¼gtes LÃ¤cheln erkennen. Sie schien wirklich nichts dagegen zu haben, dass Joel und Gren zusammen waren. Verliebt rutschte er ein wenig an Gren herunter und legte seinen Kopf etwas tiefer auf dessen Brust, sodass er sein Herz schlagen hÃ¶ren kÃ¶nnte. Ohne Worte legte Gren seine Arme um seinen Geliebten und Joels Seele badete in ihrer grenzenlosen Liebe fÃ¼reinander. Die beiden vergaÃŸen die Zeit vÃ¶llig, kuschelten sich still auf der RÃ¼ckbank aneinander, vernahmen nur noch den Atem des Anderen und spÃ¼rten ihre NÃ¤he...  
  
Ein ohrenbetÃ¤ubender Knall riss sie aus ihrem gemeinsamen Schlaf und schreckte sie gewaltig auf. Doch anstelle sich loszulassen umklammerten sie sich nur noch fester. In der nÃ¤chsten Sekunde hÃ¶rte Joel Alexis schreien, spÃ¼rte, wie ihr Wagen in die Luft geschleudert wurde und seine Angst um Gren wurde grÃ¶ÃŸer. Ihm durfte nichts geschehen! "Gren, ich liebe dich!", schrie er mit TrÃ¤nen in den Augen und umarmte ihn so fest er konnte.  
"ICH LIEBE DICH AUCH, JOEL!", wimmerte dieser, drÃ¼ckte Joel an sich und schloss die Augen.  
Joel hÃ¶rte nur noch wie Glas zersplitterte und ihm ein stechender Schmerz das Bewusstsein entriss. Ihm wurde seltsam warm...  
Er fÃ¼hlte noch Grens KÃ¶rper in seinen Armen, ehe er sich in vÃ¶lliger Dunkelheit verlor.  
"Gren...."  
  

&nbsp; \_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_  
  
Ich werde mich bemÃ¼hen, schneller mit der Story voranzukommen.  
  
Ich danke euch schonmal im Vorraus fÃ¼r eure Kommis oder auch fÃ¼r eure bitte ehrliche Kritik!  
  
Gray\_Dragon

Source: https://sofurry.com/view/74146

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