{"sf1_id":811080,"sf2_id":null,"title":"Five Dragons: DLvP: Kapitel 8: Eine Lange Liste","author":"Lorddaventry","words":12980,"posted_at":"2015-01-24T14:04:00.000Z","tags":["Clean","Dragon","Dragoness","Fantasy","Feral","Five Dragons Storyline","Friendship","German Language","Human","Love","Romance","Story Series"],"url":"https://fse.anthro.fr/stories/811080-five-dragons-dlvp-kapitel-8-eine-lange-liste","original_url":"https://sofurry.com/view/811080","image_url":"https://www.sofurryfiles.com/std/thumb?page=811080\u0026ext=.jpg","description":"","content":"\nFive Dragons: DLvP: Kapitel 8: Eine lange\nListe   Langsam\nöffnete er die Augen und blickte in die dunkle Leere. Ein schwaches Knistern\nentfachte helle Flammen in fünf silbernen Schalen, welche um Roland aufgestellt\nwaren. Er stand auf einem schwarzweissen Mosaikmuster, dass ein drachisches\nAbbild zeigte. Verwundert schaute er sich in dem Raum um. Er konnte nur so weit\nsehen, wie es das warme Licht zuliess. Sonst herrschte nur Dunkelheit um ihn\nherum. Ein\ntiefes langes Atmen drang aus dem endlosen Schatten und kam beständig näher.\nDie leicht flackernden Flammen schreckten in einem starken Impuls auf und\nschossen in die Höhe. Roland hielt sich seine rechte Hand schützend vor das\nGesicht und liess seinen Blick schreckhaft zwischen den dünnen Flammensäulen\nhin und her schnellen. Er bemerkte wie das Symbol auf seinem Handrücken in\neinem schwachen blauen Licht zu glühen begann. Über ihm zogen sich die dünnen\nFeuerpeitschen zusammen, wirbelten im Kreis und schossen vor ihm in den Boden. Die\nFlammen türmten sich erneut auf und gaben einen Spalt in der Leere preis.  Aus\ndem geöffneten Portal trat eine zierliche Gestalt in einer orangeroten Robe.\nDie Kapuze über den Kopf gezogen trat sie langsam mit zusammengehaltenen Armen\nvor Roland. Sie trug eine goldene Kette um den Hals. Das funkelnde Symbol\nwelches daran hing war mit dem Zeichen auf Rolands Handrücken identisch. Hinter\nder Person trat eine weitere Gestalt aus dem Riss. Er trug einen prunkvollen\nHarnisch, der die gleiche Farbe aufwies, wie die der Robe. Auch darauf war das\ngleiche Symbol zu entdecken.  Er\nstellte sich neben die unbekannte Person, lehnte seinen Arm auf den Griff\nseines Schwertes und blickte Roland mit den leeren Augen seines Helmvisiers an.\nRoland erkannte den Ritter, doch schien er nicht an einem Gespräch\ninteressiert. Stattdessen trat die Person in der Robe näher.  „Hallo\nRoland.\" drang eine weiche weibliche Stimme durch den Raum. Roland blickte\netwas verwirrt den Schatten in der Kapuze an. „Du hast dich bisher richtig gut\nentwickelt.\" sprach die Stimme weiter. „Kenne ich dich?\" fragte Roland direkt.\nDie Person warf ihre Kapuze zurück und zeigte ihr helles Gesicht. Lange\ndunkelbraune Haare fielen wie ein glatter Schleier über ihre Schultern. Eine\ngoldene Tiara schmückte ihre Stirn mit einem ovalen orangeroten Edelstein. Ein\nleicht blau glühendes Symbol war über ihrem linken Auge eingebrannt, wie es mit\nRolands Handrücken der Fall war. Sie Blickte ihn mit zweifarbigen Augen aus\nihren halb geschlossenen Lidern an. Das rechte tief blau, und das linke türkis.\nEin warmes Lächeln lag auf ihren schmalen Lippen.  Sie\nwar etwas kleiner als Roland und schaute zu ihm hoch in seine Augen. Er\nerkannte überrascht ein kurzes helles Funkeln in ihren Pupillen. „Das will ich\nhoffen.\" antwortete sie lächelnd und begann um ihn herum zu schreiten. Roland\nhielt sich gedanklich an dem Funkeln ihrer Augen fest. „Kyndle?\" fragte er\nunsicher. Daraufhin räusperte sich der Ritter mit einem dumpfen „Hmpf\". Die Frau\nwarf diesem einen ernsten Blick zu, wandte sich danach aber gleich wieder an\nRoland. „Nicht\nganz.\" begann sie gelassen. „Kyleth trifft es da eher. Aber sagen wir, ich war\nKyndle.\" Roland hob überrascht die Augenbrauen und blickte sie ganz verwirrt\nan. „Ich wurde Kyndle genannt, bevor ich zum Wächter aufgestiegen bin.\"\nerklärte sie. Nachdenklich fiel sein Blick langsam zu Boden. „Vor ihrem\nAufstieg zum Wächter?\" dachte er vor sich hin.  Sie\nlegte ihm eine Hand auf die Schulter und sicherte sich seine Aufmerksamkeit. „Zerbrich\ndir jetzt nicht den Kopf darüber.\" begann sie zuversichtlich und lächelte ihn\ndabei warm an. „Sie unbesorgt. Alles wird sich aufklären. Dein nächster Schritt\nist dein Medium.\" Sie hob ihre linke Hand hoch und zeigte ihren Handschuh. Er\nwar aus stabilem Leder gefertigt. Auf dem Handrücken war ein runder orangeroter\nEdelstein in eine bronzene Fassung eingebettet. Kleine Metallplättchen\nbedeckten das Leder um den Stein und lagen übereinander wie Drachenschuppen.  „Du\nkannst deinen Zugang ohne ein Medium nicht bändigen.\" sprach sie und sah ihn\ndabei ernst an. Roland atmete einmal ein und rief sich das Bild der verkohlten\nBäume ins Gedächtnis, welche sein Wutanfall im Wald zurückgelassen hatte.  Sie\nschritt langsam zu dem Riss zurück und nickte dem Ritter einmal zu. Dieser\nmachte eine leicht vorgebeugte Geste und ging wortlos durch den Spalt. Die Frau\nblieb stehen und drehte sich zu Roland um. „Achte gut auf deine Partnerin.\"\nsprach sie lächelnd und zwinkerte ihm einmal zu, was Roland mit einem\nverlegenen Schmunzeln konterte. „Und sieh zu, dass Daniel seine Ruhe bewahrt.\" Er\nerkannte noch einen hellen Funken aus ihren Augen, bevor sie die Kapuze wieder\nüber ihren Kopf zog und sich dem Riss in der Leer zudrehte. Roland sah ihr\netwas ratlos hinterher. „Daniel?\" dachte er zunächst vor sich hin, bevor es ihm\nwieder einfiel. Zuversichtlich beobachtete er sie wie sie langsam in dem Spalt\nverschwand. „Ja werde ich\" murmelte er leise vor sich hin. Der\nRiss schloss sich und das Licht der Flammen begann abzudimmen. Wieder allein in\nder Leere stehen vernahm er ein schwaches Gurren, das seine sanften\nSchwingungen auf seinen Rücken übertrug und die angenehme Wärme eines anderen\nKörpers, der neben ihm lag. ......  Die\nSonne ging rasch auf und legte ihren weckenden Schein über die vereinzelt\nschwebenden Wolken hinweg. Das helle Licht fiel durch breite Glasscheiben und\nflutete den Raum mit einer angenehmen Wärme.  Eine\nkleine Statue, mit einem Pfeil in der Brust stand auf dem Fensterbrett. Sie\nwarf einen kurzen Schatten, der bis zu dem Symbol auf dem Teppich reichte.  Roland\nkam langsam zu sich. Verschlafen auf dem Bauch liegend döste er vor sich hin\nund dachte an das geträumte Gespräch mit dieser anderen Kyndle. Seine\ndrachische Kyndle lag eng an seine Seite gekuschelt zu seiner Rechten. Den Kopf\nauf seinen Rücken gelegt hob und senkte er sich mit seinen langsamen\nAtembewegungen. Mit einem leisen Gurren horchte sie seinem Herzschlag und\nschmiegte ihre Schuppen sanft an seiner Haut. Müde\nöffnete er seine Augen und blickte in das erstarrte Gesicht des Wasserspeiers.\nNachdem er ausgiebig gähnte drehte er sich zur Seite und schaute in zwei\nwunderschöne, erwachende Drachenaugen. Ein friedliches Gurren begleitete den\nhellen Funken aus ihren Saphiren. Der dünne Türkishauch darin schimmerte\ndeutlich daraus hervor.  Auf\nihren schnellen Zungenstreich über seine Lippen folgte ein sanftes „Chirp\". „Morgen.\"\nentgegnete Roland darauf mit einem warmen Lächeln und strich ihr mit der Hand\nüber die Wange. Ein leises Schnurren drang aus ihrem Körper während sie sich\nerneut an ihn anschmiegte. Nach\ndem morgendlichen Kuscheln kroch Roland unter der Decke hervor und setzte sich erneut\ngähnend auf die Bettkante. Ein genüssliches Ausstrecken der Arme später fiel\nsein Blick wieder zu der kleinen Figur auf dem Fensterbrett. Nachdenklich\nschaute er in das steinerne Gesicht. „Was es wohl mit .....\" Kyndle\nstupste ihn mit der Nase leicht in die Schulter und bekam darauf seine erhoffe\nAufmerksamkeit. Mit einem Lächeln im Gesicht wandte er sich ihr zu. Den Blick\nkaum in ihre funkelnden Augen geworfen spürte er sogleich ihre Lippen auf\nseinen. Die Drachin lehnte sich stark gegen ihn, bis er mit dem Rücken wieder\nauf der Matratze lag. Ihr intensives Schnurren im Kopf zu fühlen warf seine\nGedanken vollkommen über den Haufen. Mit einer Hand strich er ihr über die Wange,\nwährend die liebevolle Zungenberührung anhielt. Das\nWeibchen legte sich über ihn und brach den Kuss ab. Roland hielt die Drachin\nüber sich fest und blickte in die funkelnden Saphire seiner Partnerin. Der\nTürkishauch darin schimmerte hell daraus hervor. Ein leises „Chirp\" entwich\nihrem Hals, bevor sie ihren Kopf schnurrend wieder sinken liess. Er wusste\ngenau, was dieser Blick zu bedeuten hatte. Ein\nlautes Klopfen an der Tür erwies sich aber als regelrechter Stimmungskiller,\nwas Kyndle mit einem herablassenden Schnauben bestätigte. Das Weibchen stieg\netwas widerwillig von ihm runter und liess ihn aufstehen. Roland hielt einen\nkurzen Moment die Stirn mit geschlossenen Augen gesenkt, bevor er aufstand. Er\ndrehte sich zu ihr um und griff ihr unter ihr Kinn. Ihren Kopf sanft in sein\nBlickfeld gezogen sah er direkt in ihre Augen. „Fortsetzung folgt.\" flüsterte\ner ihr zu und drückte ihr noch einen Kuss auf die Nase. Kyndle schloss die\nAugen und gab ein leises „Churr\" von sich. Die\nTür geöffnet blickte er in das Gesicht von Aaros, welcher ihn sogleich musterte\nund einen schnellen Blick in den Raum warf. „Dafür ist später noch Zeit.\" begann\ner mit einem kaum bemerkbaren Lächeln auf den Lippen. „Zieh dich an, du hast\neinen langen Tag vor dir.\" Mit diesen Worten liess er Roland an der offenen Tür\nstehen und ging wieder.  Wortlos\ndrehte er sich zu Kyndle um und deutete mit dem Daumen Aaros hinterher. Mit\neinem fragenden Gesichtsausdruck holte er Luft, doch es kamen keine Worte\nheraus. Kyndle hielt ihren Kopf schräg und schnaubte Roland mit geschlossenen\nAugen an. Nach einer langen Minute des Schweigens begann er sich schliesslich\nanzuziehen. ......  Ein\ngrosser glatzköpfiger Mann stand vor einem grossen Spiegel. Die Arme\nverschränkt warf er seinen zornigen Blick in die schwimmende Fläche, auf der\ndas Anwesen von Ironwing zu sehen war. „Hmpf!\" räusperte er sich laut. „Wir\nwissen wo er ist, und das schon seit einer halben Ewigkeit.\" sprach er laut vor\nsich hin. „Warum holen wir ihn uns nicht jetzt? Weshalb diese elende Warterei?!\". Ein\nfinsteres violettes Leuchten überschattete für einen schnellen Moment seine\nAugen und er sank verkrampft auf die Knie. Ein schmerzhaftes Stöhnen entwich\nseinem Mund, gefolgt von einem trockenen Husten.  „Dies\nobliegt nicht deinem Urteil.\" drang eine finstere Stimme aus seinem Rücken.\nEine Gestalt in einer roten Robe schritt gebeugt an ihm vorbei. Zwei violette\nLichter schimmerten aus seiner silbernen Maske hervor. Mit einer Handbewegung\nliess er den schmerzenden Griff von seinem Diener ab, welcher sich mühsam und\nschwer atmend wieder aufrichtete.  „So\nwar das nicht gedacht Lord Kargesh.\" sprach er untertänig. „Das wird sich\nzeigen.\" entgegnete der finstere Herrscher. Kargesh schritt vor den Spiegel und\nwischte mit seiner knochigen Hand über das Bild. Die Fläche begann zu\nverschwimmen und das Abbild von Ironwing verschwand.  „Aber\num dir die Wartezeit etwas zu verkürzen habe ich eine neue Aufgabe für dich,\nLarzarus.\" Der grosse Mann stellte sich aufrecht hin und warf seinem Herrn\neinen aufmerksamen Blick zu.  In\nder Fläche des Spiegels formte sich ein neues Bild, während aus dem Schatten\nein Knochendiener trat. In seinen Händen hielt er einen kopfgrossen Edelstein,\neingebettet in eine sich selbst verschlingende Schlange. In der tief schwarzen\nFarbe des Steines war der schwammige Umriss eines leblosen Herzens zu sehen.\nLarzarus warf einen schnellen Blick zu dem Skelett, anschliessend wieder auf\nden Spiegel. Das\nBild einer prachtvollen Stadt kam zum Vorschein, die in der Luft schwebte.\n„Haven?\" fragte Larzarus leise. „Ganz recht.\" sprach Kargesh und drehte sich zu\nihm um. Mit einer Hand deutete er auf den schwarzen Stein. „Bring das Gefäss zu\nDrover nach Haven.\" befahl er seinem Untergebenen und warf ihm ein drohendes\nFunkeln aus seiner Maske entgegen. „Weitere Anweisungen folgen, sobald du\nangekommen bist.\" Larzarus\nstellte sich aufrecht hin und zog die rechte Faust zur linken Schulter hoch.\n„Ich werde nicht versagen!\" sagte er laut. Kargesh drehte sich um. „Nein.\" begann\ner keuchend. Larzarus hustete einmal stark als der violette Schimmer erneut\nüber seine Augen schnellte. „Wirst du nicht.\" sprach Kargesh weiter. ......  Roland\nstand mit Kyndle auf dem Trainingsplatz. Den versteinerten Wasserspeier\nansehend wartete er auf seine Ausbilder, welche kurz darauf auch erschienen.\nEin wortloses Nicken der beiden war die Begrüssung.  „Sagt\ndir der Name Ansem etwas?\" fragte Aaros direkt. Roland zog fragend die\nAugenbrauen zusammen. „Anscheinend nicht.\" entgegnete Torben darauf nüchtern.\n„Nun gut. Und die Gilde der drei Türme?\" fragte Aaros weiter. „Conrad hat sie\nmal erwähnt, aber was hat diese Magiergilde mit meinem Training zu tun?\" warf\nRoland ein. „Kurz gesagt.\" begann Aaros erneut. „Ansem ist, ich meine war der\nErz-Magier der Gilde, und er ist derjenige der dir dein Medium herstellen kann\nund hoffentlich auch wird.\" Roland\nwarf Kyndle einen fragenden Blick zu. Diese hielt den Kopf leicht schräg und\ngab mit geschlossenen Augen ein sanftes Gurren von sich.  „Aber\ndazu später mehr.\" fuhr Aaros fort. „Ich hab mir erlaubt dir alles dafür noch Notwendige\nauf diese bescheidene Liste zu schreiben.\" sprach er und hielt seinem Schüler\ndas genannte Schriftstück entgegen. Roland griff neugierig danach und hob\nerstaunt die Augenbrauen.  „Das\nist aber eine lange Liste!\" sagte er etwas sarkastisch, als sein Blick schnell\nüber die sechs aufgeschriebenen Zeilen wich. Kyndle hob ihren Kopf und warf\nebenfalls einen Blick auf das Papier. Sie stupste ihren Partner leicht in die\nSeite und gab ein aufgewecktes „Meep\" von sich.  Aaros\nsah ihn einen kurzen Moment lächelnd an. „Es sollte dir eigentlich keine allzu\ngrossen Schwierigkeiten bereiten diese Dinge aufzutreiben.\" Er schritt auf ihn\nzu und hielt ihm einen Zeigefinger vor das Gesicht. „Wenn du es schaffst, mit\nallen Dingen auf dieser Liste vor Einbruch der Nacht hier zu sein.\" Mit einem\nbestimmenden Blick sah er ihn ernst an. „Gibt's noch einen kleinen Bonus.\"\n„Bonus?\" hakte Roland verwundert nach. „Das war Torbens Einfall.\" antwortete er\nund schaute zu seinem Kollegen, welcher bestätigend seinen Daumen nach oben\nstreckte. „Ok.\"\nentgegnete Roland darauf und warf einen nachdenklichen Blick auf die lange\nListe. Er schaute zu Kyndle und begann zuversichtlich zu lächeln. „Das packen\nwir schon.\" sagte er laut und steckte das beschriebene Papier ein.  Es\ndauerte nicht lange, da hatte Roland ein Pferd gesattelt, seiner Drachin ihr markiertes\nTuch umgebunden, einen Rucksack gegriffen, etwas Geld eingesteckt und war bereits\nmit schnellem Tempo in Richtung Hauptstadt unterwegs. Kyndle schwebte mit\neleganten Flügelschlägen über ihm. Mit einem erwartungsvollen Gesichtsausdruck\nritt er der Stadt entgegen und dachte an eine Person, die ihm möglicherweise\nbei einigen der Dinge helfen könnte. Nach\neiner knappen Stunde erreichte er die mächtigen Stadttore. Vor dem hochgezogenen\nFallgitter blieb er stehen, um seinem Reittier eine verdiente Verschnaufpause\nzu gönnen und zog das gefaltete Stück Papier heraus. Kyndle landete unterdessen\nneben ihm und gab ein begrüssendes „Chirp\" von sich, bevor sie ihren Kopf\nschnurrend an seinem Oberschenkel rieb. Mit der freien Hand strich er ihr über\ndie Wange, hielt seinen Blick aber stets auf das Schriftstück gerichtet.  Nachdenklich\nlas er die Worte darauf. -       1 Fläschchen\nDrachenessenz (flüssig oder Pulver)-       Eine Hand voll\nObsidiansplitter-       Ein grösserer\nEdelstein, Art egal, je reiner desto besser (Katalysator)-       Gegenstand für die\nForm des Mediums (du hast die freie Wahl)-       Eine Flasche\nstronischer Branntwein-       !Ganz Wichtig! Zwei\nKarotten und eine Zwiebel Leicht\nverwirrt warf er seinen Blick zur Seite in Kyndles Augen. „Wozu den zwei\nKarotten und eine Zwiebel?\" dachte er laut vor sich hin. Die Drachin hielt\nihren Kopf leicht schräg und gab ein fragendes „Meep\" von sich. Den\nZettel wieder verstaut, betraten sie die Grossstadt. ......  In\neiner Taverne mit dem Namen „Einsame Fackel\" unterhielten sich zwei Frauen\nangespannt. Die Dame hinter dem Tresen trug ein rotes Kleid, mit einem langen\nRock, welcher in einer Seite eingeschnitten war. Ihre Gesprächspartnerin legte\nein eher abenteuerliches Erscheinungsbild an den Tag. Eine massgefertigte\nLederrüstung verbarg meisterhaft ihre eher zierliche Körperstatur. Und der\nwuchtige Streithammer auf ihrem Rücken reichte ohnehin vollkommen aus, um\neinige der anderen Gäste einzuschüchtern.  „Was\nwill er denn in Haven?\" fragte die Frau hinter dem Tresen. „Keine Ahnung Liz.\"\nantwortete die Kämpferin darauf. „Ich weiss nur, dass es in Athellion Probleme\ngeben soll. Gerüchte über wandelnde Tote und so weiter.\" fuhr sie fort und schwenkte\nerklärend eine Hand herum. „Aber weshalb er dahin unterwegs ist kann ich dir\nnicht sagen.\"  Lizbeth\nhielt sich nachdenklich die Hand vor den Mund und senkte ihren Blick auf den\nTresen. „Soll ich ihm nachreisen?\" fragte die gut gerüstete Frau. Liz hob ihr\nSichtfeld. „Nein Patricia. Dein Auftrag bleibt bestehen.\" „Gut.\"\nantwortete Patricia mit einem langsamen Nicken. Ich halte dich auf dem\nLaufenden fügte sie an bevor sie aus dem Lokal ging. Liz erwiderte ihre\nwinkende Geste nicht, sondern blickte nachdenklich an die Wand. „Irgendetwas\nist da faul.\" murmelte sie leise vor sich hin. ......  In\nder Eisernen Jungfrau stand Tamara hinter dem Tresen und hielt sich einen\nZettel vor ihr Gesicht. Fragend zog sie eine Augenbraue hoch und warf einen\nflüchtigen Blick zu ihrem Gast. „Und\nwenn ich alles auf der Liste vor Sonnenuntergang aufgetrieben habe, gibt's von\nihm einen Bonus.\" erklärte dieser. Neben ihm streckte ein orangerotes\nDrachenweibchen ihren Kopf über den Tresen und nickte mit einem bestätigenden\n„Churr\".  Tamara\nkonnte sich ihr Lächeln nicht verkneifen. Langsam liess sie das Schriftstück\nauf den Tresen sinken. Oben angefangen strich ihr Zeigefinger über die sechs\nkurzen Zeilen. „Das Erste klingt für mich nach einer alchemistischen Zutat.\"\nbegann sie. „Möglicherweise weiss dieser Barnabas mehr. Das Zweite scheint für\ndie Schmiedekunst zu sein. Frag da am besten den Waffenschmied im Schloss.\nEdelsteine? Hmm?\" nachdenklich hielt sie sich die Hand vor den Mund. „Die\nSteinchen die man gewöhnlich auf dem Markt findet sind bestenfalls von minderer\nQualität. Ich würd mein Glück daher ebenfalls beim königlichen Schmied\nversuchen. Der hat ja schliesslich auch des Königs Schmuck gefertigt, also\nsollte er am besten wissen wo du solche bekommst.\" Roland\nsah sie mit hochgezogener Augenbraue an. „Und das ist dir alles einfach so\neingefallen?\" stichelte er mit einem breiten Grinsen. Kyndle hielt ihren Kopf\nschräg und warf ihm einen leicht skeptischen Blick zu. Die Wirtin stemmte ihre\nHände in die Hüften und konterte mit ihren ernsten Augen. „Als Besitzerin einer\nKneipe hört man so einiges.\" begann sie mit einem leicht verstohlenen Lächeln.\n„Und ich kann sehr gut zuhören.\" fuhr sie betonend fort. „Also.\"\nerklärte sie weiter. „Bei dem vierten Punkt liegt es an dir. Eine Flasche\nBranntwein hätte ich sogar noch hier, die gibt's aber nicht umsonst. Und\nKarotten mit Zwiebeln findest du auf dem Markt reichlich.\" „Was\nwillst du für die Flasche haben?\" fragte Roland direkt. „15 Goldmünzen.\"\nantwortete sie nüchtern. Rolands Blick weitete sich erstaunt. „15?!\" gab er\nlaut von sich und sah zu der Flasche hinter Tamara. „Was ist denn da drin, was\ndiesen Preis rechtfertigt? Hat da etwa der König reingepisst oder was?\" Er warf\nKyndle einen leicht verwirrten Blick zu, diese schloss einmal gurrend die Augen\nund sah darauf hin wieder zu Tamara.  Die\nWirtin zuckte mit beiden Schultern. „Kauf sie oder kauf sie nicht. Wie du\nwillst.\" Roland schüttelte einmal den Kopf. Widerwillig holte er seinen\nGeldbeutel hervor und warf einen Blick auf dessen Inhalt. „Das ist aber mehr\nals ich bei mir habe.\" sprach er mit einem verzogenen Gesicht. „Und ich denke\nich werde noch was für die anderen Dinge auf der Liste benötigen.\" erklärte er.\n Tamara\nverschränkte die Arme und sah Roland mit einem zwielichtigen Lächeln an. „Wie\nwärs damit? 5 Münzen und einen Gefallen.\" Der junge Mann sah kurz zu seiner\nDrachin, welche ihm zuversichtlich zunickte und wandte sich anschliessend\nwieder der Wirtin zu. „Deal.\" sprach er laut und reichte seine Hand über den\nTresen. Tamara schüttelte mit einem breiten Lächeln seine Hand und nahm fünf\nGoldmünzen von ihm entgegen. „Und was für ein Gefallen wäre das?\" fragte Roland\nneugierig. Tamara stellte die Flasche vor ihm hin. „Darauf komme ich später\nzurück.\" antwortete sie mit einem schnellen Zwinkern. „Sieh zu, dass du zuerst\ndeine Liste komplett bekommst.\" Roland\nstarrte einen Moment nachdenklich auf die Flasche mit dem Stronischen\nBranntwein. Mit einem zuversichtlichen Lächeln steckte er seinen Ersten\nGegenstand in den Rucksack. Den Blick zu seiner Drachin geworfen hielt er die\nListe hoch. „Na, wohin als nächstes?\" Kyndle schickte ihm ein helles Funkeln\naus ihren saphirblauen Drachenaugen zu. Der schimmernde Türkishauch leuchtete\ndarin hervor. Ein leises Gurren begleitete den Blick ihrer halbgeschlossenen\nAugen. Lächelnd schaute er wieder die Liste an. Langsam flog seine\nAufmerksamkeit über die erste Zeile, als er ein bestätigendes „Meep\" neben sich\nhörte.  Warm\nschaute er zu seiner Drachin. „Also dann zu Barnabas?\" fragte er mit einem\nschwachen Schmunzeln. Ein leises Gurren drang aus ihrem Hals als sein Blick sie\ntraf. „Oder eher zu Clara?\" fügte er an. Kyndle gab mit einem Nicken ein\nbejahendes „Churr\" von sich. „Na dann.\" sprach Roland und stand von seinem\nHocker auf. Er strich seiner Drachin mit der Hand über die Stirn, was sie mit\neinem leisen Schnurren und geschlossenem Blick erwiderte. „Auf zur\nDrachenfarm.\" sagte er laut. Roland\nwandte sich Tamara zu und hob seinen Arm. „Wir sehen uns.\" sprach er winkend.\nDie Wirtin hielt ihre Hand ebenfalls hoch. „Komm morgen wieder wegen des\nGefallens.\" sagte sie lächelnd. „Und viel Glück mit der Liste!\" fügte sie an.\n„Danke!\" rief Roland, bevor er aus dem Lokal trat.  ......  „So\nist es brav.\" sprach sie gelassen und blickte lächelnd auf den kleinen Drachen\nherunter. Clara kniete in einem kleineren Gehege nahe des Haupthauses zwischen\nsechs Jungtieren. Die jungen Drachen gehörten zu der Gattung Klingenflügel und\nrannten verspielt herum. Einer lag vor Clara auf dem Rücken und liess sich von\nihr den Bauch kraulen. Prüfend schaute sie auf die vernähte Wunde auf seiner\nBrust und die beiden Riemen, welche seine Flügel fixierten. Geniessend hielt er\ndie Augen geschlossen und schnurrte leise vor sich hin. Ein vergnügtes „Meep\"\nfügte er dem hinzu.  Clara\nzog ihren Stift hervor und notierte sich schnell einige Zeilen auf ihrem\nNotizblock. Lächelnd beobachtete sie das Jungtier, wie es schnell aufstand und\neilig zu seinen Artgenossen rannte. Mit einem kurzen Sprung und einem\nverspielten „Chirp\" landete es auf dem kleinen Drachenhaufen. Clara stand auf\nund betrachtete mit schräg gehaltenem Kopf und einem breiten Grinsen im Gesicht\ndas vergnügte Treiben der niedlichen Jungdrachen. Sie warf anschliessend einen\nkontrollierenden Blick auf ihre Liste. „Das wärs dann hier.\" dachte sie vor\nsich hin und schritt langsam zum Tor des Geheges. Der\nkleine Drache beobachtete sie ungeduldig und rannte in dem Moment los, als sie\ngerade das Gittertor aufzog. Clara konnte nicht schnell genug reagieren. Kaum\nhatte sie den kleinen Ausreisser bemerkt, war er schon draussen und sprang\nfreudig auf dem Vorplatz der Farm herum. Clara\nschloss das Gehege hinter sich und drehte sich hektisch um. „So ein Mist!\"\ndachte sie laut vor sich hin, während ihr Blick leicht überfordert auf dem\ngrossen Platz herumging. Die fünf verbliebenen Jungtiere lehnten alle ihre\nKöpfe an das Gitter und gaben verspielte Laute von sich. Clara stemmte ihre\nfreie Hand in die Hüfte und warf den Drachen einen leicht verärgerten Blick zu.\n„Das ist nicht witzig.\" zischte sie schnell, worauf die kleinen Drachen sofort\nverstummten und neckisch die Zungenspitzen aus dem Maul streckten. Mit\ngeschlossenen Augen atmete sie einmal tief durch. Den Blick wieder geöffnet\nerspähte sie einen kurzen Schweif, der schnell hinter einigen Kisten\nverschwand. Die Kiste im Blick ging sie darauf zu, doch versteckte sich kein\nAusreisser dahinter. Nachdenklich schritt sie zurück auf den Platz. „Wo ist er\ndenn jetzt....?\" Ihre gedankliche Frage brach ab, als sie den Kleinen davonrennen\nsah. Er war dabei auf der Landstrassen unterwegs, welche zur Stadt führte. „Ohh\nnein!\" sprach sie laut und begann dem Jungtier nachzurennen.  ......  Die\nSonne stand hoch zur Mittagszeit und schien von einem wolkenlosen blauen Himmel\nherab. Auf der Landstrasse, welche zu Barnabas Farm führte waren ein junger\nMann und ein orangerotes Drachenweibchen unterwegs. In\nGedanken versunken lag sein Blick auf einem kleinen Stück Papier, auf dem\neinige Zeilen notiert waren. Nachdenklich warf er seine Aufmerksamkeit in den\nHimmel zur Sonne hoch. „Hoffentlich verlieren wir hier nicht auch so viel\nZeit.\" sprach er etwas müde. Kyndle schritt leise gurrend neben ihm her und\nstupste mit ihrer Nase kurz in seine linke Schulter, gefolgt von einem\nzuversichtlichen „Churr\". Roland blickte ihr dabei lächelnd in ihre\nwunderschönen blauen Augen. Der dünne Türkishauch darin war nicht zu übersehen.\nEin kurzweiliges Funkeln darin beendete den angenehmen Sichtkontakt. „Wir\nwerden sehen.\" fügte er dem hinzu und lenkte seine Aufmerksamkeit wieder nach\nvorne, wo bereits die Gebäude der Farm zu sehen waren. Roland\nerkannte die lange Brücke, welche über ein weitläufiges braunes Gehege führte.\nIn der Hälfte des Überganges bewegte sich etwas eilig auf ihn zu. Roland blieb\nstehen und starrte konzentriert nach vorne. Die orangerote Drachendame schaute\nihn zuerst etwas verdutzt an, richtete ihren Blick dann aber ebenfalls nach\nvorne.  Ein\nkleiner Drache rannte vergnügt auf sie zu. Die Flügel waren mit zwei\nLederriemen auf dem Rücken fixiert, weshalb er eilig zu Fuss unterwegs war. Er\ngab ein fröhliches „Meep\" von sich als er auf Kyndle zuhielt. Das Weibchen\nsenkte gurrend ihren Kopf um den Kleinen zu begrüssen, doch er schnellte\neinfach an ihr vorbei. Zwischen ihren Beinen durchgerannt sprang er Roland an.  Roland\nliess hektisch seine Liste los, um den kleinen Drachen aufzufangen. In der Luft\nschnappte dieser nach dem Papier. Roland schaffte es zwar ihn festzuhalten,\ndoch warf ihn die Wucht dennoch zu Boden. Unsanft auf dem Hintern gelandet\nverzog er sein Gesicht und warf seiner Drachin einen etwas verwirrten Blick zu.\nKyndle legte sich neben ihm auf den Boden und leckte ihm sanft gurrend über die\nWange. Anschliessend blickte sie auf den kleinen Jungdrachen und schnupperte\nneugierig an ihm. Er schmiegte sich eng an Rolands Brust und schnurrte leise\nvor sich hin. Roland versuchte seine Liste aus dem Maul des Drachens zu ziehen,\ndoch konnte er sie nicht aus seinem Kiefer bekommen ohne sie zu zerreissen.\nDeshalb liess er sie ihm für den Moment.  Mit\neinem warmen Lächeln auf den Lippen blickte er auf den schnurrenden Drachen\nherunter. Eine vernähte Wunde war zu entdecken. Mit leichtem Druck liess er\nseine Finger über seine Brustschuppen streichen. Die sanften Vibrationen seines\nkleinen Körpers fühlten sich angenehm an, ebenso wie die Schwingungen seiner\nPartnerin, welche sich hinter ihm platziert hatte und ihren Kopf an seinen\nanlehnte. Ihre körperliche Wärme spürend wanderte sein Blick von dem Jungtier\nhoch in ihre funkelnden saphirblauen Drachenaugen. Der Türkishauch darin\nleuchtete hell daraus hervor.  Kyndle\nlegte einen ihrer Flügel um Roland und den kleinen Drachen, rieb sanft mit\nihrer Nasenspitze an seiner und schnurrte leise. Durch ihre halb geschlossenen\nAugenlieder betrachtete er sein Spiegelbild in ihren Pupillen. Dabei strich er\nmit seiner freien Hand über ihre Wange. Das Weibchen vertiefte ihr Schnurren\nund lehnte sich gegen seine Hand. Den Kopf leicht zur Seite geneigt legten\nbeide verliebt die Lippen übereinander. Das intensive Summen ihres Schnurrens\nim Kopf zu spüren war einfach traumhaft. Den liebevollen Kuss beendet, sahen\nsich die Beiden noch lange an, bevor sie die Augen schlossen und die Stirn\naufeinanderlegten.  „Das\nnenne ich doch mal ein romantisches Bild.\" sprach Clara lächelnd während sie\nRoland und Kyndle mit dem kleinen Drachen sah. Roland stand hektisch auf, als\nwäre er aus gerade aus einem Tagtraum aufgewacht. Kyndle schnaubte etwas\nverdutzt in seine Richtung, als er sich aus ihrer liebevollen Umarmung löste.  Roland\nsah Clara etwas verlegen an und schmunzelte leicht vor sich hin. „Ich...habe,\nalso...\" stotterte er unbeholfen. Clara hielt ihre Hände hinter dem Rücken\nzusammen und lächelte Roland mit zur Seite geneigtem Kopf an. Langsam ging sie\nauf ihn zu. „Danke fürs Einfangen.\" sprach sie gelassen, während sie ihm den\nkleinen schnurrenden Drachen aus dem Arm nahm.  Roland\nsah schnell zu Kyndle, welche langsam aufstand und sich ebenfalls Clara\nzuwandte. Diese streichelte dem Kleinen über die Brust und stupste schnell\neinmal in seine Bauchregion. Mit einem verspielten „Meep\" öffnete er kurz sein\nMaul. Lange genug, sodass sie ihm den Zettel aus dem Mund ziehen konnte. „Das\ngehört wohl dir?\" sprach sie grinsend und hielt ihm das Schriftstück entgegen.\nRoland griff etwas Gedankenverloren danach und faltete es zusammen, bevor er es\nin der Manteltasche verschwinden liess. Unterdessen ging Clara an ihm vorbei\nund hielt Kyndle eine offene Hand zur Begrüssung entgegen. Mit einem fröhlichen\nGurren schnaubte sie Clara an und lehnte sich anschliessend mit geschlossenen\nAugen gegen ihre Hand. Sie\nfuhr mit ihrer Hand unter das Kinn der Drachin und schaute ihr in die feuchten\nAugen. „Hast es ihm also gesagt?\" fragte sie leise, aber immer noch laut genug\nsodass es Roland mitbekam. Bei ihrer Frage wich ihr Blick langsam zu ihm.\nKyndle schloss bei ihren Worten die Augen und begann leise zu schnurren.  Roland\nholte einmal tief Luft. „Du weisst....\" „Ja ich weiss es.\" unterbrach ihn Clara\nmit einem warmen Lächeln. „Ich wusste es bereits vor dir.\" fügte sie dem hinzu\nund streichelte Kyndle über die Nase. „Was\nkann ich also für dich tun, ausser dir den kleinen Ausreisser hier abzunehmen?\"\nfragte sie ihn und begann voraus zu gehen. Roland schüttelte einmal den Kopf\nmit geschlossenen Augen und atmete gelassen aus. Als er von Kyndle gestupst\nwurde fiel sein Blick erneut in ihre Augen. Die Hand an ihrer Wange platziert\nschloss sie kurz ihren Blick und gurrte leise.  „Wollen\nwir?\" fragte er leise. Mit einem schnellen „Churr\" beantwortete sie seine Frage\nund schritt Clara hinterher, stets den Blick auf den kleinen Drachen gerichtet.\nRoland schmunzelte vor sich hin und folgte ihnen ohne weitere Worte zu\nverlieren. ......  In\nSorlacom kniete ein Mann in einer grauen Kutte vor fünf Steinsockeln. Die\nsteinernen Abbilder von Arkas, Kyleth, Gal`Vatros, Sorathis und Wyverex hatten\nauf diesen einen Platz. Nur die Statue von Kyleth war zusammengefallen. Die\nBruchstücke lagen unberührt um den Sockel, der Kopf lag noch darauf und warf\neinen leeren Blick zu dem betenden Priester. Vor Vier der Fünf Steindrachen\nschwebte ein hellblau schimmerndes Symbol, welche sich langsam schwerelos um\ndie eigene Achse drehten. Wyverex\nhatte noch kein Symbol, was die Priester nach und nach unruhiger werden liess.\nMeister Atlas?\" drang eine Stimme in den Raum. Der betende Priester hob langsam\nseine Stirn. „Ja?\" fragte er mit geschlossenem Blick. Mit einer schwachen Eile\ntrat der Mann an ihn heran. „Es geht um die jüngsten Ereignisse in Haven.\"  Atlas\natmete gelassen aus und verneigte sich vor den Fünf drachischen Abbildern,\nbevor er sich aufrichtete und sein Gesicht dem Boten zuwandte. „Die letzten\nBerichte waren nicht ganz ausführlich.\" begann dieser leise. „Aber es lässt\nalles darauf schliessen, dass.....\" Er brach ab als Atlas hektisch seine Hand hob\nund sich den Fünf Stauen zuwandte. „Mein\nHerr?\" fragte der Bote etwas verwirrt. „Schscht!\" zischte Atlas schnell und\nhorchte aufmerksam in den Raum. Mit gespitzten Ohren schritt er an den\nschwebenden Symbolen vorbei, bis er an der Statue von Wyverex ankam. Ein\nschwaches Knistern war von dem Steindrachen zu hören. Die leeren Augenhöhlen\nbegannen in einem schwachen blauroten Schimmer zu leuchten, während dünne\nRauchfäden aus den Nasenlöchern stiegen. Es wirkte als würde ihn der Drache\nanknurren.  Atlas\nhob erstaunt die Augenbrauen. Kurz darauf senkte er seinen Blick und fiel vor\ndem Sockel auf die Knie. Die Stirn zum Gebet gesenkt murmelte er leise Worte\nvor sich hin.  Der\nRauch begann vor dem steinernen Drachenkopf zu rotieren und verdichtete sich\nzunehmend. Gleichzeitig erwachte darin ein helles blaues Leuchten. Das\nSchimmern der blauroten Augen strahlte heller. Ein lauter Knall schickte eine\nSchockwelle durch die Halle und löschte sämtliche Kerzen im Raum. Atlas wurde\ndie Kapuze vom Kopf gerissen und nach hinten geworfen.  Erschrocken\nden Blick nach oben gerichtet betrachtete er das nun schwebende Symbol vor\nWyverex. „Mein Herr. Ist alles in Ordnung?\" fragte der Mann, während er Atlas\nzu Hilfe kam. „Mir fehlt nichts.\" sprach er etwas ausser Atem als er sich an\nseinem Helfer abstützte. „Ruf sofort die Ratsmitglieder zusammen.\" fügte er\nbestimmend an. Der Priester verlor kein weiteres Wort. Er nickte still und\nschritt mit eiligen Schritten zum Ausgang. Atlas\nblieb gebeugt in der Halle stehen und blickte zu den fünf Statuen. „Erheben\nwerden sie sich.....\" sprach er leise vor sich hin. ......  „Und\nnun bist du hier und fragst mich nach Drachenessenz?\" fragte Clara mit einem\nbreiten Grinsen von ihrem Stuhl aus. Roland sass ihr gegenüber in dem\nArbeitszimmer von Barnabas, die Liste seiner Besorgungen auf dem Tisch liegend.\n Ein\nfriedliches Gurren lag in der Luft. Roland warf einen warmen Blick zu Kyndle,\nwelche auf dem Teppich in der Mitte des Raumes lag. Zwischen ihren Vorderläufen\nlag ein kleiner Jungdrache. Dieser schmiegte sich eng an ihre Brust und\nschnurrte leise vor sich hin. Die Augen halb geschlossen stupste sie den\nNestling sanft an, was ihm ein niedliches „Meep\" entlocken konnte. Mit einem\nfröhlichen Gurren wich ihr feuchter Blick in Rolands Augen, begleitet von einem\nhellen Türkisfunken und einem glücklichen „Chirp\".  „Ihr\nseid übrigens ein hübsches Paar.\" sagte Clara leise. „Was?\" warf Roland etwas\nverwirrt ein und blickte zurück zu Clara. Diese lächelte ihn zuversichtlich an.\n„Du hast mich schon verstanden.\" fügte sie leise an und betrachtete sein\nverlegenes Grinsen.  „Nochmal\nzum Grund meines Hierseins.\" begann Roland erneut. „Ok.\" antwortete Clara\ngelassen. „Drachenessez, ja?\" „Eigentlich hatte ich gehofft dies mit Barnabas\nbesprechen zu können.\" fuhr er fort. „Er hält sich momentan in Athellion auf.\"\nerklärte Clara. „Was macht er denn dort?\" hakte er neugierig nach. „Kann ich\ndir nicht sagen. Alles was ich mitbekommen habe war, dass er es sehr eilig\nhatte nach Haven zu kommen.\" Nachdenklich blickte sie auf den Tisch. „Sein\nBegleiter war zunächst dagegen.\" Roland zog verwundert die Augenbrauen\nzusammen. „Was für ein Begleiter?\" dachte er sich, hörte aber weiter zu. „Doch\nsie trafen eine Abmachung, worauf er ihn begleitete.\" sprach Clara. Barnabas\nAssistentin zuckte schnell mit den Schultern und warf ihren Blick zur Decke\nhoch. „Ist auch nicht so wichtig.\" begann sie mit einem leichten Lächeln. „Du\nbrauchst also Drachenessenz?\" fragte sie erneut. Roland nickte bestätigend und\nsah sie mit grossen Augen an. Clara neigte leicht ihr Gesicht zur Seite und sah\nihm in die Augen. „Du hast keine Ahnung was das ist, oder?\"  Roland\nschmunzelte etwas verlegen. „So ungefähr.\" fügte er dem hinzu. Clara atmete mit\ngeschlossenen Augen einmal gelassen aus. „Ok.\" begann sie. „Drachenessenz gibt\nes in flüssiger Form oder als Pulver. Verwendet wird es meistens als\nWillenskraftstärkung.\" erklärte sie. „Und wie das?\" fragte er. „Im Normalfall\nwird es als Trank getrunken. Es verleiht der Willenskraft des Trinkenden einen\nSchub und wirkt dem Kräfte zehrenden Prozess beim Anwenden von Magie entgegen,\ndoch zu viel davon erzielt den entgegengesetzten Zweck.\" Mit einem ernsten\nGesichtsausdruck sah sie Roland an. „Es blockiert den Zugang für gewisse Zeit.\"\n Nachdenklich\nlauschte Roland ihren Worten. „Und wie viel ist zu viel?\" wollte er wissen.\nClara lächelte ihn an und stand von ihrem Stuhl auf. Sie ging zu einem Schrank\nan der Wand und zog eine der Türen auf. Prüfend wanderte ihre Hand von einem\nEtikett zum nächsten, bis sie das gesuchte Fläschchen gefunden hatte. Sie griff\ndanach und schloss die Schranktür wieder. Auf ihrem Stuhl Platz genommen\nstellte sie den durchsichtigen Behälter auf den Tisch. Roland\nbetrachtete verwundert die kleine Flasche. Sie war mit einer dunkelblauen\ntrüben Flüssigkeit gefüllt. Der Menge selbst gab in etwa einen grosszügigen\nSchluck her. „Das ist die übliche Menge.\" begann Clara mit einem etwas\nernsteren Gesichtsausdruck. „Alles darüber würde sich negativ auswirken. Es ist\ndaher bei vielen Magiern als Notration eingeplant, vorausgesetzt sie haben das\nnötige Kleingeld.\" Roland machte grosse Augen, als er die Worte „nötige\nKleingeld\" vernahm. „War ja klar.\" dachte er sich sarkastisch und verdrehte\nleicht seine Augen. Seine\nAufmerksamkeit wurde aber erneut zu Kyndle gezogen. Verspielte Laute lockten\nseinen Blick nach hinten. Das orangerote Weibchen lag friedlich gurrend auf dem\nTeppich, während der kleine Drache mit leicht tapsigen schritten ihren Rücken\nhochkletterte. Sein vergnügtes „Chirp\" begleitete seine Bewegungen. Kyndle\ndrehte ihren Blick zu dem Kleinen und schnaubte leicht in dessen Gesicht. Mit\neinem niedlichen „Meep\" platzierte er seine Vorderläufe auf ihrem Kopf. Er warf\nseinen unschuldigen Blick in ihre funkelnden Augen.  Sie\nspürte das sanfte summen seines leisen Schnurrens im Kopf und schloss gurrend\nihre Augen zur Hälfte. Sie hob langsam ihr Gesicht, worauf sich der Jungdrache\nmehr festhielt. Kyndle platzierte ihn so wieder zwischen ihren Vorderläufen und\nversuchte ihn leicht abzuschütteln, doch er hielt sich erfolgreich fest. Sie\nstreckte ihre Zunge heraus und liess sie mit einem sanften Gurren über seinen\nBauch streichen. Mit einem niedlichen „Meep\" liess er unerwartet los und\nlandete zwischen ihren Pfoten auf dem Rücken. Kyndle hielt ihren Kopf leicht\nzur Seite geneigt und sah den Kleinen mit ihren funkelnden Augen an. Verspielt\nbewegte er sich auf ihren Vorderläufen und streckte neckisch seine Zunge aus\ndem Maul. Gurrend stupste sie ihm mit der Nase in den Bauch und schnaubte ihn\neinmal an. Roland\nbetrachtete lächelnd das niedliche Schauspiel und sah seine Drachin mit einem\nwarmen Blick an. Kyndle bemerkte den Beobachter und erwiderte den Sichtkontakt\nmit dem hellen Funkeln aus ihren Saphiraugen. Er spürte deutlich ihren\nSeelischen Kontakt. Am liebsten wäre er jetzt aufgestanden um ihr einen langen\nKuss auf die Lippen zu drücken. Claras Anwesenheit hielt ihn jedoch zurück. Den\nBlick nachdenklich auf den Boden gesenkt trat plötzlich ein Jungdrache in sein\nBlickfeld. Mit zur Seite geneigtem Kopf schaute er zu dem Mann hoch. Roland sah\ndem Kleinen in die Augen und streckte seine Hand nach ihm aus. Sanft strichen\nseine Finger über seine Wange, was er mit einem leisen Schnurren beantwortete.\nEin fröhliches „Chirp\" kam aus seinem Hals während er sich verspielt auf den\nRücken drehte. Dabei bemerkte Roland wieder die vernähte Wunde auf der Brust\ndes Nestlings.  „Was\nist mit ihm passiert?\" fragte er Clara mit einem verwunderten Gesichtsausdruck.\nKyndle hatte sich neben dem kleinen Drachen platziert und schmiegte ihren Kopf\nsanft an Rolands. Bei seiner Frage an Clara wandte sie sich ebenfalls ihr zu.\nBarnabas Assistentin blickte im ersten Moment etwas ratlos, fand ihre Gedanken\naber schnell wieder. „Vor\neinigen Tagen hat eine Patrouille Soldaten auf der Königsstrasse eine\nSchmugglerbande aufgegriffen.\" begann sie leise. „Die Schmuggler waren unweit\nder Grenze nach Sullfar erwischt worden. Neben einigen gestohlenen Gütern haben\nsie auch einen Käfig sichergestellt.\" Ihr Blick wich etwas traurig auf den\nTisch. „In dem Käfig waren drei verletzte Nestlinge eingepfercht.\" Roland\nbeobachtete sie angespannt. Er war sich sicher eine Träne in ihren Augen zu\nerkennen, doch sagte er nichts dazu.  Clara\nholte tief Luft. Ein kaum bemerkbares Schluchzen war zu hören. „Er hier ist\neiner von ihnen.\" Mit einer leicht zittrigen Hand deutete sie auf den Kleinen\nDrachen, der sich schnurrend an Kyndles Flanke anlehnte. „Und die anderen\nbeiden?\" fragte Roland vorsichtig. Clara senkte mit einem schwachen ausatmen\nihr Gesicht und wischte sich eine Träne aus den Augen. „Jedenfalls hat er es\ngeschafft.\" antwortete sie ausweichend und lächelte den Nestling an.  In\nRoland kam gerade wieder die Erinnerung hoch, als Kyndle entführt wurde. „Was\nwollten diese Schmuggler denn mit dem kleinen Drachen?\" fragte er neugierig.\nUnd versuchte das schmerzende Bild von der gefesselten und verwundeten Kyndle\nzu verdrängen. Er griff sich an die linke Schulter, welche gerade einen\nleichten Schmerzimpuls ausstrahlte. Seine Drachin warf ihm einen warmen Blick\nzu. Sie spürte deutlich seine niedergeschlagenen Emotionen und leckte ihm\ntröstend über die Wange. Er griff mit seiner Hand an ihre Wange und presste\nihren Kopf mehr an seinen. Clara\nwartete einen kurzen Moment und sah die beiden schweigend an. „Vermutlich wegen\nihrer Schuppen.\" begann sie mit ernstem Gesicht. „Drachenschuppen, insbesondere\nsolche von Jungtieren haben auf dem Schwarzmarkt einen hohen Wert. Der Zustand\nder Drachen ist diesen Verbrechern aber meistens egal.\" Sie warf ihren Blick\netwas verloren in den Raum. „Eigentlich will ich gar nicht wissen, was sie\nalles mit den Kleinen machen.\" sprach Clara und atmete gelassen aus. Roland\nholte einmal Luft und schluckte dieses traurige Bild runter. Barnabas\nAssistentin schloss kurz die Augen um ihre Gedanken neu zu ordnen. Einen\nAugenblick später war wieder ihr freundliches Lächeln zu erkennen. „Ich sag dir\nwas.\" begann sie schmunzelnd. Roland hob erwartungsvoll die Augenbrauen. „Du\nkannst die Flasche Drachenessenz haben.\" sagte sie und zeigte auf die trübe\nblaue Flüssigkeit auf dem Tisch. „Einfach so?\" hakte Roland etwas misstrauisch\nnach. Clara stand von ihrem Stuhl auf und ging um den Tisch. „Nennen wir es ein\nDankeschön für das Einfangen dieses kleinen Ausreissers hier.\" antwortete sie\nlächelnd während sie den Nestling vom Boden aufhob und ihm sanft den Bauch\nstreichelte.  Roland\nsah seiner Drachin schnell in die Augen und legte seine Stirn auf ihre. „Zwei\nPunkte erledigt, bleiben noch Vier.\" flüsterte er leise. „Und übrigens danke\nfür vorhin.\" fügte er an und legte liebevoll seine Lippen auf ihre. Kyndle\nfügte der sinnlichen Berührung ihr sanftes Schnurren hinzu.  Clara\nsah beide lächelnd an. Sie hatte immer noch den kleinen Drachen im Arm. „Siehst\ndu?\" flüstere sie neckisch dem Jungtier zu und zeigte dabei zu Roland und\nKyndle. „Liebe ist etwas wunderbares.\" sprach sie leise weiter, hob ihn höher\nund rieb mit ihrer Nase an seiner Schnauze. Ein leises Gurren fügte er ihrer\nGeste hinzu. Kurz darauf verliess sie mit dem Nestling leise den Raum. ......  In\nIronwing sass Catherine nachdenklich in ihrem Arbeitszimmer. Müde wich ihr\nBlick über die Berichte der Nachtwache. Plötzlich öffnete sich unerwartet die\nTür und Daniel kam aufgeregt in den Raum. In seiner Hand hielt er einen\nVersiegelten Brief. Catherine stand von ihrem Platz auf und holte Luft für ihre\nFrage, bekam von Daniel aber nicht die Gelegenheit sie zu stellen.  „Es\nist ein Brief mit eurem Namen drauf eingetroffen.\" begann er etwas nervös.\nSeine Herrin blickte ihn beruhigend an. „Das ist doch noch kein Grund für eine\nsolche Aufregung.\" sprach sie lächelnd und ging um den Tisch herum auf ihren\nBoten zu. Daniel schwenkte langsam verneinend den Kopf. „Er wurde von einem\nDrachenreiter zugestellt.\" sprach er mit grossen Augen. „Einem Drachenreiter\naus Sorlacom.\" fügte er ernst hinzu. Catherines Blick fuhr schlagartig zu\nBoden. Nachdenklich schaute sie aus dem Fenster und schritt langsam an das Glas\nheran. „Leg den Brief auf den Tisch.\" sprach sie monoton und ernst. Daniel\nschluckte einmal leer und blickte seine Herrin etwas ratlos an, tat aber wie\nihm geheissen und platzierte den Umschlag auf der Tischplatte. „Danke Daniel.\nDu kannst nun gehen.\" fügte sie dem hinzu. Er machte mit dem Oberkörper eine\nvorgebeugte Geste und verliess wortlos den Raum. Die Tür schloss er hinter sich\nwieder. Catherine stand an dem Fenster und liess ihre Augen über das Anwesen\ngleiten. Kurz darauf schloss sie sie und senkte nachdenklich ihre Stirn. Daniel\nblickte noch eine Weile nachdenklich zu der Tür. Drehte sich dann aber um und\nschreckte leicht auf. Mit einem hektischen aufatmen bemerkte er Tim, welcher\nihn mit seinem leeren Blick ansah. „Was stand denn da drin?\" fragte er. Daniel\nschüttelte den Kopf. „Ich weiss es nicht.\" antwortete er leicht gereizt. „Ich will\nes glaube ich auch nicht wirklich wissen.\" fügte er ernst an. Timmy tippte ihm\neinmal auf die Schulter. „Nochmal wegen deines Stresspegels.\" Daniel sah ihn\nverwirrt und zornig zugleich an. Anschliessend ging er kopfschüttelnd an ihm\nvorbei. „Bei den Fünf das kann doch nicht sein Ernst sein, jetzt für sowa.......\"\nmurmelte er vor sich hin. ......  Die\nSonne legte eifrig ihren Weg über den Himmel fort.  Mit\nder Hand vor dem Gesicht blickte Roland zu ihr hoch. „Wenn wir in dem Tempo\nweitermachen sind wir übermorgen noch nicht fertig.\" meckerte er vor sich hin.\nKyndle stupste ihm leicht in den Bauch und holte seine Aufmerksamkeit wieder\nauf den Boden zurück. Ein verkrampftes Zucken später hielt er sich die Liste\nvor sein Gesicht. Nachdenklich legte er seine Stirn in Falten. „Hmm. Ich denke\nwir gehen jetzt zum Schmied.\" sprach er zuversichtlich zu seiner Drachin,\nwelche ihn mit halbgeschlossenen Augen ansah. „Da können wir hoffentlich gleich\nzwei Punkte von dieser Liste streichen.\" Kyndle mache mit einem starken Schnauben\neine nickende Kopfbewegung, gefolgt von einem schnellen „Churr\". Lächelnd sah\ner seine Drachin an und rieb mit seiner Hand über ihre Stirn, bevor er die\nListe zusammenfaltete und in seiner Manteltasche verschwinden liess. ......  Angestrengt\nhob er den Griff des Blasebalgs an und zog ihn wieder nach unten. Ein tiefes\nZischen begleitete den kräftigen Luftstoss in den brennenden Kohleofen. Die\nHitze drang in einer grossen Welle aus der Glut. Schweissperlen glänzten auf\nseiner Stirn als er den glühenden Stahl aus dem Feuer zog. Die unfertige Waffe\nauf dem Amboss platziert holte er mit seinem Schmiedehammer aus. Ein helles\nKlirren begleitete den Funkenflug als das Werkzeug auf den weichen Stahl\nniederging. Schlag um Schlag bearbeitete er das Material.  Prüfend\nblickte er seine Arbeit an. Er legte den Hammer zur Seite und wischte sich den\nSchweiss von der Stirn. In einer schnellen Bewegung tauchte er den heissen\nStahl in ein gefülltes Wasserbecken. Dampfend zischte das Metall in dem kalten\nWasserbad. Die noch stumpfe Klinge herausgezogen schwang er sie einmal vor sich\nhin. Sein kontrollierender Blick schweifte über die gerade Kante während er das\nWerkstück vor seinem Gesicht vorbeiführte. Mit einer gekonnten Bewegung stiess\ner es in Richtung Eingang.  „Hoppla!\"\nsprach Roland erschrocken und hob beide Hände hoch, als ihm der Schmied die\nSpitze der unfertigen Waffe ins Gesicht hielt. „Was wollt ihr denn?\" fragte er\nmit seiner tiefen rauen Stimme. Fordernd sah er den jungen Mann mit seinen\ngelben Augen an. Die auffällige Farbe seiner Pupillen stach regelrecht unter\nseinen Buschigen Augenbrauen hervor. Roland\nschluckte einmal leer und senkte seine Hände wieder. „Ich suche jemanden der\nsich mit Obsidiansplitter auskennt.\" antwortete er. Der Schmied hob verwundert\neine Augenbraue. „Warte draussen, bin gleich da.\" sprach er gelassen und drehte\nsich um. Roland nickte einmal wortlos und machte dabei grossen Augen. Etwas\nunsicher ging er wieder nach draussen und wartete auf den Besitzer der\nSchmiede. Kyndle schnupperte neugierig an den Waffen und Schilden, welche auf\ndem schmalen Verkaufstand aufgereiht waren. „Ah!\" gab Roland laut von sich\nbevor sie einen der Schilde beinahe von dem Tisch gestossen hätte. Das Weibchen\nzuckte kurz und blickte ihren Partner verspielt an. Neckisch streckte sie ihre\nZungenspitze aus dem Maul und gurrte leise.  Der\nSchmied kam mit schweren Schritten aus der Werkstatt und warf Roland einen\nkleinen Lederbeutel zu. Er fing die kleine Tasche auf und schüttete sie in\nseiner Hand. Es fühlte sich an, als währen kleine spitze Steine darin. Den\nBeutel geöffnet betrachtete er den Inhalt. Zahlreiche Gesteinssplitter waren\ndarin. Sie wiesen eine matte schwarze Färbung. Beim Schütteln des Beutels\nklangen sie wie Glasscherben.  „3\nGoldmünzen.\" sprach der Schmied nüchtern. Roland hob verwundert die Augenbrauen\nund blickte dem Handwerker in seine auffälligen gelben Augen. „Ähm, ok.\" sagte\ner leicht verwirrt und zog seinen Geldbeutel heraus.  Kyndle\nschnupperte unterdessen aufgeregt an einer Plattenrüstung, welche auf einer\nHolzfigur aufgestellt war. Die Nase kurz an dem Metall angelehnt kippte die\nRüstung um. Das Weibchen schreckte mit einem überraschten „Meep\" auf, bevor das\ngeräuschvolle Scheppern über die Strasse flog.  Roland\nwar gerade dabei drei Goldmünzen in die Hand des Schmiedes zu legen. Als die\nAufmerksamkeit der Beiden zu der umgefallenen Rüstung und einem verlegen\ndreinschauendes Drachenweibchen. Roland neigte sein Gesicht leicht zur Seite\nund schwenkte ihn verneinend hin und her. Der Schmied sagte ebenfalls nichts.\nEr zog nur seine Augenbrauen zusammen und atmete tief ein.  „Hübsche\nSchuppen.\" gab der Handwerker überraschend von sich. Kyndle gurrte leise und\nblickte den Mann mit fragenden Augen an. Roland atmete erleichtert aus und\nwandte sich wieder dem Schmied zu. „Ihr kennt euch nicht zufällig mit\nEdelsteinen aus?\" fragte er hoffnungsvoll. „Der Schmied schwenkte sein Gesicht\nlangsam in seine Richtung und sah ihn ernst an. „Nein.\" sprach er trocken und\nverschwand wieder in seiner Werkstatt. Kurz darauf war wieder das klirren von\nStahl zu hören.  Roland\nblieb wortlos vor der Schmiede stehen und warf einen leeren Blick zu Kyndle.\n„Ok.\" gab er von sich und verstaute den Beutel mit Obsidansplittern in seinem\nRucksack. „Dann ab zum Markt, hoffentlich finden wir dort einen Stein, der\ngross genug ist und in meiner Preisklasse liegt.\" Kyndle hüpfte über die am\nBoden liegende Rüstung und stupste ihrem Partner leise Gurrend an die Nase. Er\nlächelte sie an und fuhr mit seiner Hand langsam über ihre Wange. Ihr sanftes\nSchnurren gesellte sich zu dem hellen Funkeln ihrer tiefblauen Augen. Der\nTürkishauch darin war nicht zu übersehen. „Gehen wir.\" flüsterte er ihr zu und\nlöste sich aus dem angenehmen Sichtkontakt. ......  „LOS,\nLOS, BEEILUNG!\" rief ein Mann schwer atmend zu seinem Kollegen und winkte ihn\nhektisch in seine Richtung bevor er weiter rannte. „Jaja!\" meckerte der Zweite\nwütend. „Ist ja nicht so als würde ich die Typen dahinten nicht sehen!\" fluchte\ner weiter und hielt sich erschöpft die Hand an die Seite. Hinter den Beiden\nfolgten vier Wachen mit eiligen Schritten, und waren dabei aufzuholen.  Die\nbeiden Männer verliessen die enge Seitengasse und bogen auf den Marktplatz ein.\nAuf dem belebten Platz herrschte das übliche bunte Treiben der zahllosen Händler\nund Käufer. Die vielen Verkaufsstände bildeten mit den verteilten Gruppierungen\neinen verwinkelten menschlichen Irrgarten. In der Menschenmenge untergetaucht\nversteckten sie sich unter einem abgedeckten Tisch. Die Wachen blieben vor dem\nBrunnen in der Mitte stehen und überflogen den Platz mit prüfendem Blick. Nach\nschnellen wortlosen Gesten verteilten sie sich und begannen dem Markt\nsystematisch nach den Dieben abzusuchen.  Vollkommen\nausser Atem hechelten die Beiden Männer in ihrem Versteck und blickten sich\ngegenseitig grinsend an. „Verdammt! Ich hab dir gesagt, nur die Schatulle auf\ndem Tisch!\" meckerte er seinen Kollegen an und schlug ihm die Faust in die\nSchulter. „Aber nein! Der Herr musste sich noch über den bescheuerten\nWandschmuck hermachen. Was unseren ganzen Zeitplan über den Haufen warf!\" fügte\ner wütend an. „Jetzt reg dich doch nicht so auf Harrison.\" versuchte er ihn zu\nbeschwichtigen. „Wir sind doch noch rechtzeitig weg gekommen.\" argumentierte er\nund griff sich in die Hosentasche. „Rechtzeitig!? Wenn du dich an den Plan\ngehalten hättest, dann wären wir von diesen beschissenen Wachen nicht entdeckt\nworden!\" warf er ihm vor.  Harrisons\nKollege zog einen ovalen geschliffenen Edelstein aus der Tasche und sah ihn wie\nverzaubert an. „Was glaubst du ist der Wert?\" fragte er ihn. Harrison\nbetrachtete das Diebesgut. Der Stein hatte eine orangerote Farbe und glänzte\nmakellos. Keine Kerbe oder andere Beschädigung war zu sehen. „Weiss nicht.\"\nantwortete er. „Könnte sich aber noch als schwierig herausstellen den wiederlos\nzu werden.\" sagte er etwas erwartungslos und warf einen schnellen Blick unter\nder Deckung hervor.  Er\nzog seinen Kopf wieder unter den Tisch und sah seinen Kollegen ernst an. „10\nSekunden, dann folgst du mir nach links.\" sprach er bestimmend und hielt ihm\neinen Zeigefinger vors Gesicht, dann rollte er sich unter dem Tisch hervor und\nverschwand hinter einigen Körben auf der linken Seite des Tisches. Er war\ngerade verschwunden, als eine Wache an dem Tisch vorbei ging und suchend seinen\nBlick herumgehen liess. Nach wenigen Sekunden ging der Uniformierte weiter.  Harrisons\nKollege rollte sich darauf auch unter dem Tisch hervor und mache die ersten\nSchritte auf die Körbe zu, wo sein Kollege in Deckung sass und ihn hektisch zu\nsich winkte. Er wollte sich den Edelstein wieder in die Hosentasche stecken,\ndoch fiel er ihm dabei zu Boden und rollte auf dem Boden zwischen die Leute.\n„Oh, Scheisse Scheisse Scheisse!\" murmelte er vor sich hin und folgte gebückt\ndem rollenden Stein. Harrison sah im völlig entgeistert hinterher und griff\nsich kopfschüttelnd an die Stirn. „Nicht schon wieder!\" seufzte er genervt und\nlief ihm hinterher. „Komm\nher du kleines Stück.\" sagte er als er den Stein wieder in der Hand hielt. Mit\neinem zufriedenen Grinsen im Gesicht stand er auf lächelte den Mann vor sich\nan. Verwundert blickte er seine Uniform an. Der silberne Brustpanzer glitzerte\nim Schein der Nachmittagssonne. Ein blauer Umhang fiel von den Schultern\nherunter. Durch das offene Visier des Helmes starrten ihn zwei wütende Augen\nan. „Ähm. Oh!\" stotterte er vor sich hin, da wurde er auch schon von der Wache\ngepackt.  Mühelos\nhob ihn die Wache von den Füssen. „Nicht in meiner Schicht.\" sagte er zu ihm.\n„Achtung Links!\" drang eine Stimme von der Seite. Die Wache wandte sich der\nQuelle zu und wurde kurz darauf zu Boden geworfen. Harrison sprang von einer\nKiste her auf ihn zu und stiess dem Soldaten mit beiden Füssen in den\nBrustpanzer. Harrison richtete sich wieder auf und schaute schnell zu dem\numgeworfenen Wächter, bevor er seinen Kollegen auf die Füsse stellte. „Beweg\ndich!\" brüllte er ihm in die Ohren und rannte los. Sein Kollege folgte\nunverzüglich, als er die anderen Wachen in der Menschenmenge sah. Die Soldaten\nhalfen ihrem Kollegen hoch und nahmen sofort wieder die Verfolgung auf. ......  Auf\nder Hauptstrasse in Richtung Marktplatz waren ein junger Mann und ein\norangerotes Drachenweibchen unterwegs. „Zwei Karotten und eine Zwiebel.\" Begann\ner und legte seiner Drachin die Hand auf den Rücken, während sie sich weiter\ndem Marktplatz näherten. Kyndle schloss gurrend die Augen und gab ein\nbestätigendes „Churr\" von sich.  Lächelnd\nwarf Roland seinen Blick nach vorne, wo bereits der lebhafte Markt zu sehen\nwar. Plötzlich bog ein Mann schnell um die Ecke und rannte auf ihn zu. Nach\neinem kurzen Augenblick erkannte er Harrisons, welcher es sehr eilig zu haben\nschien. Begrüssend hob Roland seine Hand und holte Luft für einen Satz. „Keine\nZeit!\" hechelte Harrison als er schnell winkend an ihm vorbei ging.  Roland\nund Kyndle blieben stehen du blickten ihm etwas verwirrt hinterher. Ein\nwortloses Schulterzucken später sahen sich die beiden einmal an und wandten\nsich wieder der Marktstrassen zu. „Peng!\"\nmachte es als Roland mit einem fremden Mann zusammenstiess. Die Wucht des Zusammenstosses\nwarf Roland unsanft zu Boden, während der Unbekannte überrascht den nun\nliegenden Mann anstarrte. Kyndle sah ihren zu Boden geworfenen Partner und\nfauchte den Fremden mit gesenktem Kopf und angewinkelten Flügeln an. Der\nunbekannte schreckte auf als er die messerscharfen Zähne der Drachin erblickte.\nPanisch nahm er seine Beine in die Hand und überholte Harrison bevor beide in\neiner weiteren Seitenstrasse verschwanden.  Roland\nrichtete sich mit verzogenem Gesicht auf und rieb sich sitzend den Hinterkopf.\n„Autsch.\" gab er mit einem schwachen Grinsen von sich. Kyndle platzierte sich\nneben ihm und legte schützend einen ihrer dunklen Flügel um ihn. Gurrend\nschmiegte sie ihren Kopf an seinen heran und leckte ihm tröstend über die\nWange. Ihre sanfte Berührung brachte seinen schmerzenden Hinterkopf\naugenblicklich zum Schweigen. Mit seiner Drachin im Arm beobachteten beide eine\nWächtergruppe, welche den gleichen Weg nahm wie Harrison und dieser andere\nKerl.  „Den\nBlick in ihre funkelnden Augen geworfen rieben beide die Nase an einander. Der\nTürkishauch darin schimmerte hell heraus. „Wo waren wir?\" flüsterte er ihr zu.\nKyndle gurrte sanft und antwortete mit einem leisen „Chirp\". Er lächelte sie\nwarm an und strich ihr mit der Hand über die Wange. Sie schloss die Augen und\nlehnte sich leicht gegen seine Berührung. „Genau. Zwei Karotten und eine\nZwiebel.\" fügte er hinzu. Kyndle stupste mit ihrer Zungenspitze sein Kinn an\nund löste ihre liebevolle Umarmung. Roland\nstand auf und wollte gerade den ersten Schritt machen, als er etwas Glänzendes\nauf dem Boden sah. Verwundert griff er danach und hob überrascht einen ovalen\nEdelstein auf. Zwischen Zeigefinger und Daumen haltend drehte er ihn im\nSonnenlicht. „Wenn das mal nicht ein merkwürdiger Zufall ist?\" dachte er sich.  Kyndle\nblickte den orangerot leuchtenden Stein wie verzaubert an und schwenkte\naufgeregt ihren Schweif hin und her. Roland schielte zu der Drachin und\nzwinkerte ihr einmal zu. „Fast so schön wie du.\" fügte er seinem verliebten\nBlick hinzu. Das Weibchen schloss gurrend die Augen und schmiegte ihren Kopf\neng an Rolands Brust heran. Kurz darauf hob sie ihren Blick und schickte ein\nhelles Funkeln aus der Türkisfärbung ihrer tiefblauen Augen zu ihm. Die Lippen\nverliebt übereinander gelegt teilten sie eine Sinnliche Zungenberührung. Mit\nden sanften Vibrationen ihres leisen Schnurrens fühlte er deutlich ihre\nseelische Verbindung. Die\nfeuchte Berührung beendet nickte er ihr zuversichtlich zu und verstaute den\nStein bei den anderen Dingen im Rucksack. „Nur noch ein Punkt auf der Liste.\"\nbegann er leise. „Und dann geht's wieder nach Hause.\" sprach er mit einem\nLächeln auf den Lippen. Kyndle schloss gurrend die Augen und begann eilig\nvoraus zu gehen. Roland beobachtete sie und schritt ihr hinterher.  Die\nNase in die Luft gestreckt schnupperte die Drachin suchend umher. Mit einem\nbestätigenden „Meep\" verschwand sie in dem Marktchaos. Roland hatte einige\nMühe, seine Drachin in der Menge nicht aus den Augen zu verlieren. Vor einem\nStand blieb das Weibchen glücklicherweise stehen. Zu seiner drachischen\nPartnerin aufgeholt warf er einen Blick auf die ausgelegte Ware auf dem Tisch.\nKohlköpfe, Kartoffeln, Tomaten und Zwiebeln lagen in grossen Mengen auf dem\nTresen. Karottenbündel hingen von dem Balken des schmalen Daches herunter.  Roland\nzupfte zwei einzelne Karotten aus einem der Bündel und warf Kyndle ein\nschwaches Lächeln zu. „Na, hast du eine Zwiebel gefunden?\" fragte er sie. Das\nWeibchen schnupperte neugierig in der grossen Auswahl. Mit einem hektischen\neinatmen zog sie leicht zuckend ihren Kopf zurück und schloss die Augen. Ihr\nniedliches Niesen entfachte eine kleine Stichflamme, welche über die Zwiebeln\nhinwegfegte. Der Gemüsehändler konnte sich gerade noch rechtzeitig hinter\nseinen Stand ducken. Mit\neiner rauchenden Mütze streckte er vorsichtig seinen Kopf wieder hoch und fand\nseine Zwiebeln als rauchende Aschehäufchen vor. Roland konnte sich sein\nSchmunzeln nicht verkneifen als Kyndle ihren Kopf schüttelte und ihn mit ihren\nunschuldigen Augen ansah. Nur eine Zwiebel hatte die Flammen unbeschadet\nüberstanden. „Die da.\" sagte er grinsend zu dem Verkäufer und deutete auf die\nnicht verkohlte Zwiebel.  „Und\ndie anderen!?\" fragte ihn der Händler leicht wütend und verschränkten Armen.\n„Schon klar.\" Sprach Roland und hob entschuldigend die Hände. „Wie viel?\" hakte\ner nach. Der Verkäufer warf seinen Blick schnell über die zerstörte Ware und\nrechnete schnell zusammen. „40 Silberlinge.\" sagte er trocken. „Gut.\" gab\nRoland von sich und zahlte den Betrag ohne weiteres Grinsen.  Das\nGemüse im Rucksack verstaut schlenderten er und Kyndle durch die Stände. „Was\nfür ein Medium soll ich bloss wählen?\" fragte er sich gedanklich und liess\nseinen Blick suchend über die vielen Gegenstände wandern. Kyndle streckte ihren\nKopf über die breite Auslage und schnupperte an den vielen verschiedenen\nGegenständen. Halsketten, Ringe, Kopfbedeckungen und allerlei anderer\nKleidungstücke. „Bloss keine Gehhilfe.\" dachte er sich sarkastisch. Mit einem\naufgeweckten „Chirp\" schnappte die Drachin mit dem Maul nach einem Gegenstand\nund hielt ihn Roland entgegen. „Was\nhast du denn da?\" fragte er neugierig und hielt seine offene Hand unter ihren\nMund. Mit ihrem leisen Gurren liess sie einen linken Handschuh aus ihrem Maul\nfallen. Er war aus stabilem Leder gefertigt, wies einige\nAbnutzungserscheinungen auf und hatte abgeschnittene Fingerspitzen. „Sicher?\"\nfragte er die Drachendame. Genau in diesem Moment fiel ihm das geträumte Bild\nwieder ein, in dem ihm diese andere Kyndle ihr Medium zeigte. „Du hast den\nTraum also auch gesehen?\" fragte er, obwohl er sich sicher war dass es so war. Die\nDrachin schloss gurrend die Augen und machte eine langsame nickende\nKopfbewegung. „Dachte ich mir schon.\" sprach er leise und lächelte seine\nPartnerin warm an.  „Den\nhier.\" sprach Roland zu dem Verkäufer und hielt ihm den Handschuh entgegen,\ndenn Blick jedoch stets in Kyndles funkelnde Augen gerichtet.  Den\nMarktplatz verlassend schaute Roland zur Sonne hoch. „Das schaffen wir noch\nrechtzeitig.\" sagte er zuversichtlich zu seiner Drachin und zog sich den\nRucksack zurecht. Wieder\nbei den Ställen bei dem Stadttor angekommen warf Roland einen letzten Blick in\nden Rucksack. Als er sich von dem Vorhandensein aller gelisteten Gegenstände\nüberzeugt hatte warf er ihn sich wieder über die Schulter und stieg auf den\nSattel seines Pferdes. „Und los.\" Sagte er zu Kyndle welche freudig mit den\nFlügeln schlug und ein glückliches „Chirp\" zu ihm schickte. Mit einem schnellen\nGalopp verliess Roland die Hauptstadt und blickte zuversichtlich nach vorne. Kyndle\nrannte ihm mit sprunghaften Schritten hinterher, bevor sie Flügel spreizte und\nsich elegant in die Lüfte erhob.  ......  In\nIronwing standen Aaros und Torben auf dem Trainingsplatz neben der Kaserne und\nwarfen einen nachdenklichen Blick zur untergehenden Sonne hoch, welche ihren\nrötlichen Schimmer über den Horizont warf. „Ihm bleibt nicht mehr viel Zeit.\"\nsagte Aaros zuversichtlich. „Nur nicht so voreingenommen mein Freund.\"\nentgegnete Torben. „Noch scheint die Sonne.\" argumentierte er. Aaros\nsetzte sich auf den Boden und schloss ruhig atmend die Augen. „Was für einen\nBonus hast du eigentlich für ihn? Vorausgesetzt er ist rechtzeitig wieder\nhier.\" Wollte er wissen. Torben drehte sich zu ihm um. „Das wirst du früh genug\nerfahren.\" antwortete er bestimmend. „Wie du meinst.\" fügte Aaros dem hinzu und\nwidmete sich seiner Meditation.  „Übrigens,\nhast du von dem Drachenreiter gehört?\" fragte Torben seinen Kollegen. „Dieses\nGeschöpf war nicht zu überhören.\" antwortete Aaros und rief sich das unverkennbare\nGeräusch von mächtigen Drachenflügel in Erinnerung. „Was der wohl für ne\nNachricht überbracht hat?\" dachte Torben laut vor sich. „Das hat Catherine\njedoch völlig aus der Fassung gebracht. Sie hat seit seinem Auftauchen ihr\nArbeitszimmer nicht mehr verlassen.\" fügte er nachdenklich an. „Wir haben im\nAugenblick andere Prioritäten, also eins nach dem anderen.\" entgegnete Aaros\ndarauf.  Torben\nsenkte mit geschlossenen Augen seine Stirn und atmete gelassen aus. „Hast\nRecht.\" sagte Torben und ging in zurück in die Kaserne. Die\nSonne brannte noch mit letzter Kraft am Horizont als Roland eilig auf seinem\nPferd in die Zufahrt von Ironwing einbog. Über ihm schwebte ein orangerotes\nDrachenweibchen mit eleganten Flügelschlägen hinweg. Vor dem geschlossenen Tor\nstemmte sein Reittier kräftig die Beine in den Boden und legte eine\nVollbremsung hin, die ihn beinahe abgeworfen hätte. Kyndle flog leise über das\nTor und schickte Roland ein vergnügtes „Chirp\" hinunter. „Hast es ja richtig\neilig Roland!\" begrüsste ihn einer der Wächter. Roland schwang sich vom Sattel\nund schritt an das Tor heran. „Kann man so sagen.\" antwortete er und blickte\nden Mann hoffnungsvoll an. „Komm ich mach dir auf.\" sprach der Wächter grinsend\nund zog das quietschende Tor langsam auf. „Danke!\" rief Roland und spurtete\nzwischen dem geöffneten Durchgang und hielt auf die Kaserne zu.  Die\nbeiden Wachen sahen dem jungen Mann hinterher bevor ihre Aufmerksamkeit wieder\nzur Strasse gezogen wurde. Schnaubend schüttelte das abgestellte Pferd den Kopf\nstampfte mit einem Huf auf dem Boden. „Ich bring den nicht zum Stall.\" Sprach\neiner und verzog sich wieder auf seinen Posten an der Strasse. Der übrige\nWächter atmete lange aus und sah etwas genervt zu dem Pferd. Aaros\nsass noch immer in seiner Meditation vertieft auf der Wiese neben dem\nTrainingsgelände. Er öffnete langsam die Augen als er das Schlagen von\nDrachenflügel vernahm. Geschmeidig schwebte ein orangerotes Drachenweibchen auf\ndie Grashalme nieder und setzte elegant zur Landung an. Einige letzte Schritte\nbremsten ihr Tempo zuletzt und sie hob mit ausgestreckter Brust stolz den Kopf.\nDen Blick zu Roland geworfen, welcher in dem Moment hinter der Hecke hervor kam\nzauberte ein helles Funkeln in ihre blauen Augen und sie ging zufrieden gurrend\nauf ihn zu.  Er\nstrich ihr im Vorbeigehen über die Nase und hielt auf Aaros zu. Er stellte den\nRucksack vor ihm auf den Boden und zeigte provokativ zum Horizont. „Vor\nSonnenuntergang!\" sprach er laut und sah seinen Lehrer zuversichtlich an. Aaros\nschmunzelte mit geschlossenem Blick vor sich hin, bevor er aufstand und nach\ndem Rucksack griff. Mit der Tasche ging er zum Tisch mit den Trainingswaffen\nund warf einen kontrollierenden Blick auf dessen Inhalt.  „Wusst\nichs doch, dass du es packst!\" rief Torben lobend zu Roland als er aus der\nKaserne trat. Kräftig schlug er ihm mit der Faust in die Schulter und klopfte\nihm auf den Rücken. „Aaros?\" warf er seinem Kollegen fordernd entgegen. Dieser\ngriff in den Rucksack und holte die Flasche mit dem stronischen Branntwein heraus.\nSchmunzelnd sah er die Flasche an, bevor er sie über die Schulter zu Torben\nwarf. „Schön, du hast gewonnen.\" sagte er leicht enttäuscht und wühlte weiter\nin der Tasche herum. Torben hielt grinsend die Flasche hoch und zwinkerte\nRoland einmal zu. Dieser stand da wie bestellt und nicht abgeholt. „Was wird\ndas denn hier?\" fragte er sich gedanklich und blickte verwirrt seine\nLehrmeister an. Kyndle konnte mit der Szene ebenfalls nicht viel anfangen und\nschaute auch fragend zu den Männern. Torben\ngrinste weiter vor sich hin und machte sich auf den Weg zum Anwesen. „Was wird\njetzt aus dem Bonus?\" fragte Roland neugierig. „Bekommst du morgen.\" Antwortete\ner schnell und winkte ihm kurz zu ohne ihn anzusehen. „Jetzt zeige ich Tim was\nein richtiges Beruhigungsmittel ist.\" murmelte er vor sich hin und verschwand\nhinter der Hecke des Gartens. „Scheint\nalles da zu sein.\" sprach Aaros gelassen und wandte sich seinem Schüler zu.\n„Ehrlich gesagt war ich gänzlich davon überzeugt, dass du zu spät kommen\nwürdest.\" Begann er nachdenklich und blickte ihn mit seinen trüben Augen an.\n„Aber du hast mich wieder einmal eines besseren belehrt.\" fügte er lobend an.\nRoland schmunzelte leicht verlegen und warf seinen frohen Blick zu Kyndle,\nwelche zufrieden gurrend auf ihn zu kam und ihren Kopf an seine Brust\nschmiegte. Mit geschlossenen Augen umarmte er seine Drachin und hielt sie fest.\n„Ohne dich hätte ich es nicht geschafft.\" flüsterte er ihr zu. Aaros\nverkniff sich sein Schmunzeln und legte Roland die Hand auf die Schulter. „Jetzt\nsie zu dass du was isst und eine Mütze voll Schlaf bekommst.\" erklärte er mir\nernster Stimmlage. „Der morgige Tag wird sicher lang werden.\" fügte er an und\nschritt in die Kaserne zurück. Roland sah seiner Drachin fordernd in die Augen.\n„Wer zuerst da ist?\" fragte er sie und rannte auch gleich los. Kyndle gab ein\nüberraschtes „Meep\" von sich und nahm unverzüglich die Verfolgung auf. ......  Die\nNacht brach herein und Roland hatte einige Mühe seinen Schlaf zu finden. Zu\nnervös und angespannt war er wegen des folgenden Tages. Nachdenklich starrte er\nzur Decke hoch, daran denkend was ihn am nächsten Morgen alles erwarten würde. Nicht\nmal Kyndles leises Schnurren an seiner Seite vermochte seine Müdigkeit zu\nwecken. Sie im Arm haltend lag er deshalb den Grossteil der Nacht wach. Bis\nschliesslich die ersten Sonnenstrahlen am Horizont zu sehen waren. Der\nwarme Schein der Sonne traf auf Kyndles Nase und kitzelte sie sanft aus ihrem\nSchlaf. Leise gurrend öffnete sie die Augen und stellte überrascht fest, dass\nsie alleine im Bett lag. Leicht nervös schnupperte sie herum und kroch unter\nder Decke hervor. Die Tür zu der schmalen Terrasse heraus war halb geöffnet und\nliess einen warmen Luftstoss ins Zimmer. Mit dem Kopf drückte sie die Tür\nweiter auf und erblickte ihren Partner. Roland stand halb angezogen am Geländer\nund stützte sich mit den Armen darauf ab, während sein Blick nachdenklich über\nden Garten des Anwesens flog.  Das\nWeibchen stellte sich mit ihren Vorderläufen auf das Geländer und rieb mit\nihrem Kopf sanft an Rolands. Er fühlte ihre samtenen Schuppen an seinem Gesicht\nund spürte ihr leises Schnurren. Lächelnd griff er mit einem Arm unter ihrem\nKopf hindurch und presste sie etwas mehr an sich. „Morgen.\" sagte er leise und\nrieb mit seiner Hand über ihre Wange. Sie schloss kurz die Augen und gab ein\nzufriedenes „Chirp\" von sich.  Den\nBlick wieder gehoben schaute er zu der Kaserne. Aaros und Torben standen\nbereits auf dem Trainingsplatz. „Dann wollen wir mal.\" sprach Roland und ging\nzurück ins Zimmer. Kyndle warf ihren Blick auch einmal zu der Kaserne und\nfolgte Roland kurz darauf mit einem aufgeweckten „Meep\" hinein. Bei\ndem Trainingsplatz angekommen winkte Roland seinen Lehrern gähnend zu. „Pass\nauf dass du keine Fliege verschluckst.\" Begrüsste ihn Torben mit einem breiten\nGrinsen im Gesicht. Roland schloss bei seiner Bemerkung schmunzelnd die Augen\nund nickte einmal still. Kyndle schnaubte stark in Torbens Richtung und gab ein\nbegrüssendes „Churr\" von sich, was ihm ein schwaches Schmunzeln ins Gesicht\nzauberte. „Komm ich hab was für dich.\" sprach Torben laut und winkte Roland zu\nsich an den Tisch mit den Trainingswaffen. Verwundert schritt er an den Tisch\nheran, und auch Kyndle war neugierig und musterte die Platte genau.  Auf\ndem Tisch lag ein längerer Gegenstand, welcher von einer dünnen Decke abgedeckt\nwar. Mit gehobener Augenbraue blickte er zu seinem Lehrer. Torben begann zu\nlächeln und griff nach der Decke. „Da du mir geholfen hast die gestrige Wette\nzu gewinnen.\" Er machte eine kurze Pause und räusperte sich einmal. „Ich meine,\nda du es geschafft hast vor Sonnenuntergang zurückzukommen bekommst du nun\ndeinen Bonus.\" Mit diesen Worten zog er die Abdeckung von dem Gegenstand und\nzum Vorschein kam ein Langbogen.  Überrascht\nstarrte Roland auf die meisterhaft gearbeitete Distanzwaffe. „Nur zu.\" sagte\nTorben, sah seinen Schüler zuversichtlich an und hielt ihm einen Pfeil\nentgegen. Roland griff zögerlich nach dem Bogen und strich einmal mit der Hand\nüber das Material. Er war im Vergleich zu seinen anderen Bögen sehr leicht.\nLeicht zog er die Sehne und stellte fest, dass sie eine kräftige Spannung\nhatte. „Den\nhab ich in früheren Zeiten benutzt.\" begann Torben und sah sich den Bogen an.\n„Er wurde aus Drachenknochen gefertigt und die Bogensehne hat ebenfalls eine drachische\nHerkunft.\" Ein schwaches Schmunzeln wuchs in seinem Gesicht. „Was diesem Ding\neinen höllischen Stoss verleiht wenn man ihn ganz spannt.\" erklärte er. „Aber\nmach dir selbst ein Bild davon.\" fügte er an und reichte ihm den Pfeil. Roland\nnahm das Geschoss von seinem Lehrer entgegen und legte es an der Sehne an. Die\nStrohpuppe, welche an einem Holzpflock aufgehängt war angepeilt hob er den\nBogen und begann ihn zu spannen. Überrascht stellte er fest dass diese Waffe\nwesentlich mehr Kraft für das Spannen benötigte. Dies hielt ihn aber nicht\ndavon ab sein Ziel ruhig anzuvisieren. Weiter zog er den Pfeil zurück bis die\nSpitze an seinen Fingern ankam. Zusammen mit seinem langsamen Ausatmen lösten\nsich seine Finger und befreiten den Pfeil. Mit enormer Geschwindigkeit raste\ndas Geschoss zischend auf die Strohfigur zu.  Mit\neinem lauten Knacken durchschlug der Pfeil den Kopf der Puppe und brach die\nSpitze des Holzpflockes mit ab. Erstaunt die Augenbrauen gehoben schaute er zu\nder Figur, welche Kopflos zusammensackte. „Wow.\" Gab er leise von sich. Kyndle\ngab ein lautes „Meep\" von sich und machte einen kleinen Freudensprung. „So ist\nes recht!\" sprach Torben lobend und schlug ihm mit der Hand auf den Rücken.  Roland\nsah den Knochenbogen an und warf Torben danach einen leicht skeptischen Blick\nzu. „Und den willst du mir geben?\" fragte er. „Na klar. Du stellst dich damit\nohnehin besser an als ich.\" sprach er und zwinkerte ihm einmal zu.  „Da\ndas nun geklärt ist können wir uns nun den wichtigen Dingen widmen.\" sprach\nAaros ernst und stellte einen schweren Rucksack auf den Tisch. „Dein Ziel ist Ansems\nHaus im Flüsterwald.\" begann er. „Wo genau kann ich dir aber nicht sagen. Das\nmusst du selbst herausfinden. Vermutlich kann dir jemand in Ascom\nweiterhelfen.\" „Ascom? Ok.\" Antwortete Roland zuversichtlich. „Gut, es ist\nalles hier drin.\" begann Aaros erneut und reichte ihm den vollen Rucksack. „Ich\nsag es gleich direkt heraus. Ansem ist verrückt, was die Sache mit dem Medium\nleicht verkompliziert.\" Roland sah ihn verwirrt an. „Und wie gehe ich dann\nvor?\" hakte er nach. „Dafür hast du ja die Karotten und die Zwiebel besorgt.\"\nErklärte Aaros und warf seinen Blick kurz zur Seite. „Zumindest hat es bei mir\nso funktioniert.\"  „Und\nwie funktioniert es?\" wollte Roland wissen. Aaros lächelte ihn an und sah ihm\nmit seinem trüben Blick in die Augen. „Das wirst du schon noch selbst\nherausfinden.\" antwortete er schmunzelnd. „Und warum soll der verrückt sein?\"\nhakte Roland nach. Aaros\natmete einmal durch und sah nachdenklich zum Himmel hoch. „Ansem war der\nErzmagier in der Gilde der drei Türme.\" begann er. „Er verfügte über einen\nmächtigen Zugang und genoss im ganzen Land einen guten Ruf. Er verbrachte einen\nGrossteil seines Lebens auf Reisen, um die Geheimnisse des Landes zu lüften. Den\nGerüchten nach trieb ihn seine Gier nach Wissen selbst über die Grenzen der\nsterblichen Welt. Es hiess, dass er es vollbracht hatte das Drachendogma zu\nbetreten, wo er dem Chroniker begegnete. Er fragte den Wächter der Zeit um\nEinsicht in die allwissende Bibliothek. Doch war sein sterblicher Geist diesem\nSturm an Wissen nicht gewachsen und er verfiel dem Wahnsinn.\"  „Und\nnun soll mir ein Wahnsinniger mein Medium herstellen?\" fragte Roland skeptisch.\n„Wenn du es so formulierst? Ja.\" entgegnete Aaros gelassen. Mit diesen Worten\nim Kopf warf er sich den schweren Rucksack über die Schulter und blickte\nangestrengt zu seiner Drachin. „Dann auf nach Ascom.\" Sprach er zu ihr. Kyndle\nhob ihren Kopf leicht und gab mit halb geschlossenem Blick ein bestätigendes\n„Churr\" von sich.  ......  Die\nSonne brannte von einem wolkenlosen Himmel herunter und verteilte ihre\nsengenden Strahlen über das Land. Schweissperlen rannten von Rolands Stirn als\ner nach der langen Reise mit dem Pferd vor den ersten Häusern von Ascom stand.\n„Phuu!\" seufzte er angestrengt. Seine Drachin landete elegant neben ihm und\nblickte ihn friedlich gurrend an. Langsam bewegte er sein Reittier zu den\nStällen. Das Pferd untergebracht machte er die ersten Schritte auf der\nHauptstrasse durch die Stadt.  Ascom\nwar ursprünglich ein Arbeiterdorf, welche von den Holzfällern im Flüsterwald\nund den Steinbrüchen des Kaladrosgebirges gegründet wurde. Als dann aber im\nGebirge eine Goldader entdeckt wurde fiel die kleine Siedlung auch\neinflussreichen Kaufleuten auf, worauf es zu einem explosionsartigen Wachstum\nkam. Nun floriert die Stadt mit dem Vertrieb von fein gearbeitetem Goldschmuck\nund dient vielen Händlern als sicherer Zwischenstopp.  Roland\nstand vor einem Gasthaus und schaute nachdenklich zu dem Schild hoch, das über\ndem Eingang hing. „Goldrausch\" war mit goldenen Buchstaben eingearbeitet.\n„Versuchen wir es hier.\" sprach Roland zu seiner Drachin und blickte sie\nzuversichtlich an. Leise gurrend machte sie eine nickende Geste und schloss\nkurz die Augen. Er lächelte sie warm an und rückte noch schnell ihr Tuch um den\nHals zurecht. Danach betrat er das Lokal, gefolgt von seiner drachischen\nPartnerin.  Das\nInnere des Wirtshauses war mit langen blauen Tüchern geschmückt, welche in\ngrossen hängenden Kurven an den Wänden angebracht waren. Auf jeder Seite des\nRaumes brannte ein grosses Feuer in einem prunkvollen Marmorkamin. Roland liess\nseinen Blick über die verteilten Tische schweifen. Ein leiser Lärmpegel\nherrschte in der Luft, doch verstummte dieser plötzlich als Kyndle aufgetaucht\nwar. Skeptisch warfen ihr die Gäste ihre erstaunten Blicke zu. Alle tuschelten\nüber die auffällige Schuppenfarbe der Drachin. Roland schaute verwundert die\nvielen Gesichter an und schluckte einmal leer. Frischen Mut eingeatmet schritt\ner zum Tresen, wo er sogleich von einem mürrisch dreinschauenden Mann\nangestarrt wurde. Kyndle folgte ihm zögerlich und blickte leicht nervös hin und\nher.  „Ich\nbrauche ein paar Informationen.\" sprach Roland ernst. „Wir alle brauchen\netwas.\" entgegnete der Mann. Er hob beide Augenbrauen bei der scharfen Antwort\nvon dem Wirt. „Trink was oder zieh Leine.\" fügte der Barmann leicht zornig an. „Und\nnimm das da mit.\" ergänzte er und zeigte provokativ auf die orangerote Drachin.\nKyndle sah den Mann darauf sehr misstrauisch an und schnaubte herablassend in\nseine Richtung. Roland zog verärgert die Augenbrauen zusammen und ballte seine\nlinke Hand zur Faust. „Das da?!\" wiederholte er die Worte des Wirtes. Kyndle\nzeigte ihre Zähne und knurrte leise.  „Heyhey!\nNur keinen Stress!\" kam ein fremder Mann dazwischen. „Wir wollen doch nichts tun\nwas wir alle bereuen könnten.\" Etwas nervös blickte dieser zu dem Barmann. „Und\nmal ganz ehrlich. Mit den beiden würde ich mich nicht anlegen wollen.\" sprach er\nund deutete auf Roland und Kyndle. Der Wirt verzog mürrisch sein Gesicht und\ngab ein gleichgültiges „Hmpf!\" von sich. Mit einem Schulterzucken drehte er\nsich um verschwand im Hinterzimmer. „Du musst ihn entschuldigen.\" sprach der\nUnbekannte. „Er hat was gegen Drachen. Du brauchst also ein paar Infos?\" fragte\ndieser und führte Roland zu einem nahen Tisch. Roland\natmete einmal durch und lockerte seine Hand wieder bevor er seiner Drachin\nberuhigt über die Stirn strich. Anschliessend warf er dem Streitschlichter\neinen verwunderten Blick zu. „So könnte man es sagen.\" sprach er und setzte\nsich zu ihm an den Tisch. „Ich bin übrigens Roland, und das ist Kyndle.\" fügte er\nan und streichelte seiner Drachin über den Nacken. Leise gurrend schloss sie\nkurz die Augen und gab ein schnelles „Churr\" von sich.  „Freut\nmich. Ich bin Walter.\" entgegnete der Mann mit einem Grinsen im Gesicht. „Also\nwas für Infos brauchst du?\" Roland stützte seine Ellbogen auf der Tischplatte\nab und hielt sich die Hände zusammen. „Ich bin auf der Suche nach einem Mann\nnamens Ansem.\" begann er und senkte seine Hände. „Der soll im Flüsterwald hier\nin der Nähe leben.\" ergänzte er. Walters Augen zuckten schnell, als er den\nNamen des Waldes hörte. „Einen\nAnsem kenne ich nicht, aber es gibt einen Mann, der im Flüsterwald leben soll.\"\nerklärte Walter. „Wirklich?!\" hakte Roland nach. „Ja, so ein älterer Kerl. Der\nschneit so zwei bis drei Mal im Jahr hier rein und labert irgendetwas von Wächtern,\nMagie und Suppe.\" sagte Walter und rotierte mit seinen Händen. Verwundert hob Roland\nseine Augenbrauen. „Das klingt nach dem Mann den ich suche.\" sprach er und\nnickte bestätigend. „Was\nwillst du und dein Haustier denn von dem?\" fragte Walter neugierig. Kyndle warf\ndem Mann bei dem Wort Haustier einen leicht verärgerten Blick zu und schnaubte\neinmal stark. Roland atmete ebenfalls tief durch. „Sie ist kein Haustier.\" antwortete\ner ernst. „Nein?\" hakte Walter nach. „Nein. Sie ist meine Partnerin.\" sprach Roland.\nKyndle lehnte ihren Kopf an seine Schulter als er es aussprach und begann leise\nzu Schnurren.  Walters\nBlick wich schlagartig einer finsteren Miene. „Raus hier!\" schimpfte er und\nstand ruckartig auf, was ihm die Aufmerksamkeit der anderen Gäste einbrachte.\nRoland und Kyndle sahen den Mann überrascht an. „Hast du nicht gehört du Freak.\nPack deine Missgeburt und verzieh dich!\" fügte er wütend an und zeigte zum\nAusgang. Roland stand auf und sah ihn verärgert an. „Pass auf was du....\" Er brach\nseine Drohung ab als er bemerkte, wie alle anderen Gäste ebenfalls aufgestanden\nwaren und finster in seine Richtung blickten. Kyndle\nzeigte ihre Zähne und fauchte mit geschlitzten Pupillen die vielen Gesichter an.\nRoland hielt beruhigend seine offene Hand in ihr Blickfeld, was ihr leises\nKnurren verstummen liess. Etwas verwirrt sah sie ihren Partner an. Roland sah\nernst die vielen wütenden Personen an. Einige scheuten sich nicht ihre Meinung\nzu äussern. „Das ist wieder die Natur! Was für ein Freak! Fahr zur Hölle! Sowas\nwie euch brauchen wir hier nicht!\" schimpften sie durcheinander.  Roland\nwarf einen flüchtigen Blick zu Kyndle. Er bemerkte eine schwache Träne in ihren\nAugen und ihr Blick senkte sich langsam zu Boden. Mit Geschlossenen Augen\natmete Roland tief ein und hielt seiner Drachin eine Hand an die Flanke. „Wir\nsind hier fertig.\" sprach er angespannt und führte Kyndle zum Ausgang.\nMisstrauisch beobachteten sie alle, bis sie unter dem Türrahmen standen. „Ein\nzweiter Hector, sowas bescheuertes!\" hallte Walters Stimme in seinen Rücken.\nRoland blieb stehen während Kyndle mit gesenktem Blick nach draussen ging.\nAufrecht stehend starrte er zu ihm und ballte seine rechte Hand zur Faust. Ein\nschwaches blaues Glühen entstand auf seinem Handrücken und er fühlte ein\nschwaches Pulsieren in seinem Arm. „Tu uns endlich einen Gefallen und verpiss\ndich!\" fluchte Walter erneut und zeigte auf die Tür.  Kyndle\nbrachte etwas Abstand zwischen sich und dieses unfreundliche Lokal.\nNiedergeschlagen setzte sie sich unter einen Baum und blickte zu der Taverne.\nEin lauter Knall war zu hören und eine dichte Staubwolke trat aus der Tür\nheraus. Roland kam mit langsamen Schritten aus der dichten Wolke und wischte\nsich die Hände ab. Etwas erschöpft blieb er vor seiner Drachin stehen und\natmete tief ein. „Arschlöcher.\" Dachte er in sich und warf Kyndle einen warmen\nBlick zu. Leise gurrend sah sie zu ihm hoch und schloss die Augen zur Hälfte. „Können\nwir?\" fragte er sie und deutete mit seinem Kopf in Richtung Wald. Sie gab still\nein langsames Kopfnicken von sich und stand auf.  Roland\nstand vor den ersten Bäumen des Flüsterwaldes und warf einen müden Blick zur\nSonne hoch. Die Hand zwischen die hitzigen Strahlen und sein Gesicht gehalten\natmete er stark aus. Den Rucksack zurecht gezogen schaute er zu seiner Drachin,\nwelche leicht niedergeschlagen hinter ihm her trottete.  Er\nverspürte ein flaues Gefühl in seiner Magengegend. „Das kann ja heiter werden.\"\ndachte er sich und senkte seinen Blick zu Boden.  Unsicher\nbetrat er mit Kyndle den Flüsterwald. Die herablassenden Kommentare aus Ascom\nim Gedächtnis machte er einen Schritt nach dem Anderen zwischen die Bäume, auf\nder Suche nach einem wahnsinnigen Magier und einem niedergeschlagenen\nDrachenweibchen im Schlepptau.","previous":"https://fse.anthro.fr/stories/723028-five-dragons-dlvp-kapitel-7-magie-fur-anfanger.json","next":"https://fse.anthro.fr/stories/832211-five-dragons-dlvp-kapitel-9-schatten-am-horizont.json"}