{"sf1_id":832211,"sf2_id":null,"title":"Five Dragons: DLvP: Kapitel 9: Schatten am Horizont","author":"Lorddaventry","words":11151,"posted_at":"2015-03-18T20:30:00.000Z","tags":["Clean","Dragoness","Fantasy","Feral","Five Dragons Storyline","Friendship","German Language","Human","Kissing","Love","Magic","Romance","Story Series"],"url":"https://fse.anthro.fr/stories/832211-five-dragons-dlvp-kapitel-9-schatten-am-horizont","original_url":"https://sofurry.com/view/832211","image_url":"https://www.sofurryfiles.com/std/thumb?page=832211\u0026ext=.jpg","description":"","content":"\nFive Dragons: DLvP: Kapitel 9: Schatten am\nHorizont\n \n \n \nMit\nKyndle an seiner Seite schritt er durch den Flüsterwald, immer noch auf der\nSuche nach Ansem. Vollkommen ziellos wanderten sie durch das Dickicht. An einem\nschmalen Bach legten sie eine kurze Pause ein. Den schweren Rucksack auf den\nBoden gestellt, hielt er seinen Trinkschlauch in das fliessende Wasser und\nfüllte ihn erneut. Danach verstaute er ihn im Rucksack und setzte sich in den\nSchatten unter einen Baum nahe des Ufers, wo er seinen Rücken anlehnte. \n \nKyndle\nstand neben ihm und tauchte ihre Schnauze in die schwache Strömung. Mit einer\nschnellen Bewegung schwenkte sie ihren Kopf elegant nach oben, wobei sie einen\nnassen Spritzer auf Roland warf. Das kühle Nass traf sein Ziel und brachte ein\nleichtes Schmunzeln in dessen Gesicht. Roland versuchte sie ernst anzusehen,\nscheiterte aber an ihrem unschuldig wirkenden Blick. Er betrachtete das helle\nFunkeln aus ihren tief blauen Augen und erkannte den Türkishauch darin. \n \nDas\norangerote Weibchen kam langsam näher an ihn heran und gurrte leise. Mit halb\ngeschlossenen Augen sah sie ihren Partner an. Roland erwiderte ihre Geste und\nhielt ihr eine Hand an die Wange. Ein warmes Lächeln lag auf seinem Mund als\nsich Kyndle mehr gegen seine Berührung lehnte. Beide legten verliebt die Stirn\naufeinander und horchten dem leisen Summen des Anderen. Das Weibchen lag leise\nschnurrend neben ihm und rieb mit ihrer Stirn sanft auf seiner, was die, durch\ndie schwachen Vibrationen ihres Summens verstärkte Berührung noch zusätzlich\nverschönerte.\n \n„Ich\nhoffe wir finden diesen Ansem vor Sonnenuntergang.\" dachte er in sich. „Sonst\nmüssen wir zurück und uns in Ascom eine Unterkunft suchen.\" überlegte er\nweiter. Er liess seine Finger über ihren Kopf die Halsschuppen herunterfahren und\nweckte in ihr ein schwaches Schnurren, seinen anderen Arm legte er auf ihren\nRücken. „Im Nachhinein wäre es aber klüger, ein Nachtlager im Wald\naufzuschlagen, als zu diesen Leuten zurück zu kehren.\" dachte er als er ihrem\nsanften Summen horchte. Kyndle schmiegte sich mehr an ihn heran und legte sich\nüber seine Beine. Den Kopf an seiner Brust platziert, schnurrte sie leise vor\nsich hin und hielt geniessend die Augen geschlossen.\n \nDie\nWärme seiner Partnerin spürend begann seine Gedankenstimme leiser zu werden. Die\nUmgebungsgeräusche gerieten mehr und mehr in den Hintergrund, bis sie\nschliesslich ganz verstummten. Nur noch ihr sanftes Atmen und ihre seelische\nNähe waren präsent. Seine Drachin so im Arm haltend verbanden sich ihre Seelen\nmit einander. Ihr Herzschlag war seiner und seiner gehörte ihr. Wie in Trance\nlagen sie im Schatten unter dem Baum, den sinnlichen Kontakt geniessend.\n \nEr\nkam jedoch schnell zu sich, als er fremde Geräusche hörte. Es klang als würde\njemand eine Melodie pfeifen. Verwundert suchte sein Blick den breiteren Bach\nab. Kurz darauf erkannte er eine Person, die ein längeres Stück den Flusslauf\nabwärts am Ufer stand und scheinbar etwas ins Wasser warf. Neugierig stand\nRoland auf und versuchte zu erkennen, was die Person da trieb. Kyndle gab ein\nleises „Meep\" von sich als er sich aus der liebevollen Umarmung löste, doch sie\nhörte die fremden Laute ebenfalls.\n \nLangsam\nschritten beide dem Bachverlauf entlang auf die Person zu. Die Melodie klang\nverträumt und Roland schien es, als würde er sie kennen. Doch noch seltsamer\nwar, dass der unbekannte Mann einen grösseren Holzklotz ins Wasser warf,\nwartete bis er leicht davon trieb, ihn an einem Seil wieder herauszog, und ihn\ndann erneut auswarf. Skeptisch verfolgte Roland eine Weile das seltsame Schauspiel\nund hob verwundert seine Augenbrauen. „Was bezweckt er damit nur?\" fragte er\nsich gedanklich. Kyndle sass neben ihm und schnaubte kopfschüttelnd in die\nRichtung des Fremden.\n \nDas\nHolz erneut ausgeworfen bemerkte der Mann die beiden Zuschauer, welche ihn\nskeptisch beobachteten. Plötzlich verstummte sein klangvolles Pfeifen und der\nMann sah Roland mit grossen Augen direkt an. Einen langen Augenblick stand er\nvöllig regungslos da. Erschrocken zuckte er schnell zusammen und zog Panisch\nseinen Holzklotz aus dem Bach. Das Ding in Händen haltend begann er eilig davon\nzu rennen, machte aber einen unerwarteten Stopp und drehte sich wieder zu\nRoland und seiner Drachin um. \n \nEtwas\nverwirrt sahen beide den Mann an, welcher nun vollkommen gelassen und aufrecht\ngehend auf sie zukam. Sein vorhin so panischer Blick wirkte nun ruhig und seine\nAugen waren auf den Bach gerichtet. Er warf seinen Holzklotz nach vorne ins\nWasser. Anschliessend stiess er mit zusammengehaltenen Händen nach vorne und\nbewegte sie vor sich auseinander. Das Holz im Bach knackte laut und begann\ngrösser zu werden. Es wurde immer länger, bis es schliesslich eine stabile\nHolzbrücke bildete. Verwundert schaute Roland dem magischen Schauspiel zu. Der\nMann stand mit ernstem Gesicht auf der anderen Seite. Seine Miene wandelte sich\nschnell zu einem unsicheren Verhalten. Paranoid wich sein Blick herum, bis er\nschliesslich einen Mann und ein Drachenweibchen erkannte. Erschrocken nahm er\nwieder die Beine in die Hand und lief eilig davon. \n \nRoland\nwarf einen kurzen Blick zu Kyndle, welche ihn ebenfalls ansah. „Das war er\nbestimmt!\" dachte er zuversichtlich in sich. Kyndle gab ein bestätigendes\n„Churr\" von sich. Beide nickten sich zu, bevor sie über die hölzerne Brücke\nschritten und die Verfolgung des Mannes aufnahmen. \n \n„Für\neinen alten Mann ist er noch ziemlich flink auf den Beinen.\" keuchte er schwer\natmende vor sich her. Mit schnellen Schritten folgte Roland dem Mann, kam ihm\naber nicht näher. Kyndle gab ein verspieltes „Meep\" von sich und steigerte mit\nLeichtigkeit ihr Tempo. Und nach nur wenigen Augenblicken hatte sie aufgeholt.\nEin kindliches Kichern kam von dem Mann, der plötzlich stehen blieb, sich\numdrehte und eine flache Hand hoch hielt. Ein bestimmendes „HALT!\" folgte auf\nseine Geste. Die Drachin stemmte alle Beine in den Boden, bevor sie ihn beinahe\numgerannt hätte. Die Hand vor ihrer Nase ansehend schnaubte sie stark dagegen\nund blickte den alten Mann leicht verwirrt an. \n \nDer\nUnbekannte zog seinen Arm zurück und schaute der Drachin mit einem verrückten\nBlick in die Augen. Sein rechtes Augenlied zuckte dabei leicht. „Und Tschüss!\"\nrief er laut und schnippte mit beiden Händen gleichzeitig. Mit einem hallenden\nKnall entstand eine dichte Rauchwolke um ihn. Roland hatte gerade aufgeholt,\nals sich der Schleier verflüchtigte und der Mann verschwunden war. Kyndle\nschnupperte neugierig in der Luft, doch der Geruch des Fremden war ebenfalls mit\nder Rauchwand verschwunden.\n \nNachdenklich\ngriff sich Roland an den Hinterkopf und liess seinen Blick hektisch herum wandern.\n„Wo ist er nur hin?\" fragte er laut vor sich hin. Das Weibchen schloss die\nAugen und konzentrierte sich auf ihre Umgebung. Doch konnte sie keine anderen\nGeräusche hören und auch keine fremden Gerüche lagen in der Luft. Den Blick\nwieder geöffnet beobachtete sie wie ein einsames Blatt auf den Boden schwebte.\nDas seltsame daran war, dass es grün und nicht braun, wie die restlichen war.\nVerwundert hob sie ihren Blick zu der Baumkrone hoch. Roland schritt neben sie\nund warf seine Aufmerksamkeit ebenfalls nach oben. Er legte ihr seine Hand auf\nden Rücken und schaute zwischen die Äste. \n \nEin\nschwacher Schatten war hinter dem dichten Laubdach zu erkennen. Kyndle schaute\nmit einem aufgeweckten Blick zu ihrem Partner. Roland lächelte sie an, als das\nhelle Funkeln ihrer tief blauen Augen ihn traf. Der Türkishauch darin\nschimmerte, während ein leises Gurren aus ihrem Körper kam. Zuversichtlich\nnickte er seiner Drachin zu.\n \nKyndle\nschloss einmal die Augen und holte tief Luft. Den Stamm anvisiert entfesselte\nsie einen kleinen Flammenstoss in ihrem Rachen und schickte ihn zu ihrem Ziel.\nDas Holz knarrte laut bei der enormen Hitze. Schleichend wanderten die Flammen\nden Stamm hoch. Mit verschränkten Armen beobachtete Roland wie das Feuer den\nBaum erklomm. In der Baumkrone machten sich nervöse Bewegungen bemerkbar,\nbegleitet von einem leisen hektischen wimmern. \n \nDie\nBewegungen wurden immer deutlicher, bis schliesslich mit einem leisen Knacken\nein Ast brach und einen älteren Mann zu Boden fallen liess. Kyndle stellte sich\nvor den brennenden Baum und spreizte ihre dunklen Flügel aus. Mehrere Male\nschwang sie ihre Flughäute nach vorne und liess die Flammen verpuffen.\nAnschliessend drehte sie sich zu dem Mann um, der nun vor Roland auf dem Boden\nsass. \n \nLeicht\nzittrig hockte er auf dem Hintern und zuckte leicht mit dem Kopf, während seine\nAugen hektisch hin und her gingen. Roland kniete sich zu ihm runter und legte\nihm eine Hand auf die Schulter. Etwas erschrocken zuckte der Mann mit dem Kopf\nzwischen die Schultern. „Mister Mankey!\" sprach er laut und sah verwirrt zu\nKyndle. Das Weibchen schüttelte schnaubend den Kopf und sah ihn mit\nschräggehaltenem Gesicht fragend an. Roland packte ihn bei den Oberarmen und\nstellte ihn auf die Füsse. „Nur die Ruhe, wir tun dir Nichts.\" versuchte er ihn\nzu beruhigen. „Nein, nein! Wir haben keinen Löffel.\" sprach der Mann und\nblickte geistig abwesend auf den Boden, während er sich am Hinterkopf kratzte. \n \nVerwirrt\nwarf Roland seinen Blick zu Kyndle, welche ihn mit halb geschlossenen Augen\nansah und ein leises „Chirp\" von sich gab. Ein langsames Kopfschütteln fügte\nsie dem hinzu. Roland atmete einmal gelassen aus und wandte sich wieder dem\nMann zu. „Seid ihr Ansem?\" fragte er gerade heraus. Der Blick des Mannes\nweitete sich schlagartig und er liess seinen Mund weit offen stehen. \n \nIm\nnächsten Moment stellte er sich aufrecht hin und wirkte nun völlig gelassen.\nStolz blickte er Roland an. „Ansem, Erzmagier der Drei Türme. Zu euren\nDiensten.\" sprach er bestimmend und machte eine leicht vorgebeugte Geste.\nÜberrascht sah Roland den Mann an. „Der Typ tickt wirklich nicht richtig!\"\ndachte er sich. Kyndle neigte ihren Kopf leicht zur Seite und gab ein\nbestätigendes „Churr\" von sich, was ihrem Partner ein schwaches Schmunzeln\nentlockte. \n \n„Warum\nseid ihr vor uns geflohen?\" wollte Roland wissen. Ansem sah ihn skeptisch an.\n„Geflohen? Nein. Du hast mich verfolgt.\" argumentierte er. „Was willst du von\nmir?\" fragte er ernst. „Ich brauche eure Hilfe um ein Medium anzufertigen.\" erklärte\nRoland und schaute ihn hoffnungsvoll an. Nachdenklich wich Ansems Blick zur\nSeite und zog leicht seine Augenbrauen zusammen. Sich wieder Roland zugewandt\nbegann er leicht zu schmunzeln. Er hielt ihm ein rotes Blatt entgegen und sah\nihn ernst an. „Folge dem Weg bis zum Haus.\" sprach er und legte das Blatt in\nRolands Hand. Skeptisch nahm er es von ihm entgegen und schaute leicht\nüberfordert in seine Augen. „Ich werde da auf dich warten.\" fügte Ansem an und\nwarf seinen Blick wieder auf den Boden. \n \nNervös\nzuckte er mit seinem Kopf und starrte wieder verwirrt in den Himmel. Roland\nbemerkte erneut dieses verrückte Funkeln in seinen Augen wie vorhin. Gebeugt\nnäherte sich Ansem Roland. „Mister Mankey sagt, die Schuppe gehört auf die\nHand.\" flüsterte er ihm zu. Verwirrt blickte Roland den Mann an, welcher sich\nzwischen die Bäume bewegte. „Die Gleichung braucht zwei.\" sprach Ansem vor sich\nhin und zuckte mit dem Kopf nach rechts. „Nein, keine Löffel, sonst läuft der\nTeller über.\" murmelte er weiter vor sich hin. Leicht nervös wuselte er hin und\nher, bis er schliesslich hinter einem Stamm verschwand.\n \nVöllig\nsprachlos blieb Roland stehen und starrte dem Mann hinter her, das rote Blatt\nin seiner Hand haltend. „Moment Mal!\" dachte er laut vor sich. „Wie soll ich\ndamit ein Haus im Wald finden?\" rief er Ansem hinter her und hielt das Blatt\ndabei hoch. Doch es kam keine Antwort. Nachdenklich betrachtete er es genauer.\nEs schien nicht von den Bäumen hier zu stammen. Die Form war dafür zu lang. Vor\nseinem Gesicht entzündete es sich unverhofft, worauf er es erschrocken fallen\nliess. Kyndle hörte sein leises aufstöhnen und sah ihn verwundert an. Ein\nschwaches „Chirp\" fügte sie ihrem fragenden Blick hinzu. Roland schaute sie\nleicht verlegen an. „Nichts passiert.\" sprach er leise und wandte sich dem\nbrennenden Blatt zu. Das Weibchen Gurrte zufrieden und schloss kurz ihre Augen,\nbevor sie ebenfalls die kleine Flamme auf dem Boden ansah. \n \nNeugierig\nschnupperte sie an dem brennenden Blatt. Plötzlich bewegte sich die Flamme auf\ndem Boden. Schnell ging sie einige Male im Kreis herum und hinterliess eine\ndünne leuchtende Spur. Erstaunt beobachteten beide das flinke Feuer. Kurz\ndarauf schnellte die kleine Flamme in den Wald und zog hinter sich diese\nschimmernde Spur nach. Zuversichtlich schaute Roland seine Drachin an. „Wer\nzuerst da ist!\" sagte er fordernd, zwinkerte ihr einmal zu und rannte eilig der\nFlamme hinterher. Kyndle liess sich dies nicht zweimal sagen und sprintete mit\neinem fröhlichen „Meep\" ebenfalls der Spur nach.\n \nSchwer\natmend bewegte er sich zwischen den Stämmen hindurch. Sein Rucksack, mit den\nnicht gerade leichten Objekten darin, machte dies nicht wirklich einfacher.\nKyndle hingegen machte einige elegante Sprünge an ihm vorbei und streckte ihm\ndabei neckisch die Zungenspitze heraus. „Na warte.\" dachte er sich und\nversuchte sein Tempo weiter zu steigern, schaffte es aber nicht. Die Leuchtspur\nmachte eine scharfe Rechtskurve, welche Kyndle mit Leichtigkeit nahm. Sie\nsprang aus dem Sprint heraus an einen Baumstamm und stiess sich kräftig davon\nab. Roland versuchte es ähnlich. Er griff sich einen niederen Ast und schwang\nsein Gewicht so um die Abbiegung ohne viel Tempo einzubüssen. \n \nVor\nihm war eine kleine Lichtung zu erkennen, in welcher die kleine Flamme im Kreis\nwanderte. Kyndle blieb vor dem dünnen Flammenring stehen. Roland wollte seine\nGeschwindigkeit ebenfalls bremsen. Sein linker Schuh rutschte jedoch nach\nvorne, was ihn aus dem Gleichgewicht brachte. Der schwere Rucksack brachte\ngenug Wucht mit sich um Roland nach vorne kippen zu lassen. Innerlich machte er\nsich bereit, unsanft im Dreck zu landen und schloss dabei die Augen. Doch der\nerwartete Aufprall blieb aus. Verwundert öffnete er die Augen und sah vor sich\ndie kleine Flamme, welche immer noch ihre Kreise zog. Den Blick zurück geworfen,\nbetrachtete er Kyndle. Sie hatte sich in dem Rucksack verbissen und hielt ihn\nso davon ab, im Dreck zu landen. Kräftig zog sie ihn zurück und liess dann von\nder Tasche ab. Mit einem hellen Funkeln in ihren tief blauen Augen sah sie\nihren Partner erleichtert an. Roland schaute in den schimmernden Türkishauch\nund lächelte sie dankbar an. Er streichelte ihr mit der Hand über die Nase und\ndrückte ihr einen schnellen Kuss auf. „Das nächste Mal trägst du den Rucksack.\"\nsprach er neckisch und zwinkerte ihr einmal zu. Das Weibchen gurrte leise und\nschnaubte ihn anschliessend mit geschlossenen Augen stark an.\n \nRoland\nschaute sich erst mal auf der kleinen Lichtung um. Nichts war zu erkennen. Kein\nHaus, keine Höhle, nicht einmal ein Loch war hier. Etwas verwirrt wandte er sich\nder kreisenden Flamme zu. Mit einem lauten Knall verpuffte das kleine Licht und\nhinterliess nur einen schwach schimmernden Kreis auf dem Boden. Beide zuckten\nbei dem lauten Geräusch erschrocken zusammen. Fragend blickten sie sich\ngegenseitig an. \n \nDie\nFläche innerhalb des Kreises begann sich zu verändern. Aus dem erdigen\nWaldboden wurde plötzlich eine Kiesfläche. Skeptisch betrachtete Roland die\nFläche. „Hhm.\" murmelte er leise vor sich hin und machte einen mutigen Schritt\ndarauf. As er in dem Kreis stand, weitete dieser sich ein Stück, was auch die\nKiesfläche vergrösserte. „Aha!\" gab er zuversichtlich von sich und sah zu\nseiner skeptisch schauenden Drachin. „Komm. Stell dich neben mich.\" sprach er\nzu ihr und winkte sie zu sich heran. Kyndle hob leicht ihren Kopf und machte\neinen winzigen schritt nach Hinten. „Keine Angst, dir wird nichts passieren.\nVersprochen.\" versicherte er ihr und lächelte seine Drachin warm an. Unsicher\nschnupperte sie einmal an dem schimmernden Ring und machte zögerlich die ersten\nSchritte auf Roland zu. Neben ihm angekommen schmiegte sie sich nahe an ihn und\nlehnte ihren Kopf an seine Brust. \n \n„Kyndle?\"\nhörte sie seine ruhige Stimme. „Du kannst die Augen wieder aufmachen.\" sagte\nRoland gelassen und sie spürte wie seine Hand sanft über ihre Wange strich.\nLangsam öffnete sie ihren Blick und betrachtete nun ein kleines idyllisches\nHäuschen im Wald. Sie stand mit Roland auf einem breiten Kiesplatz vor dem\nkleinen Gebäude. Daneben war ein grosser Unterstand aufgestellt, unter dem sich\nein Ofen befand. Er sah denjenigen, welche in den Schmieden verwendet werden\nsehr ähnlich. Nur war dieser ein gutes Stück kleiner und es befanden sich\nkeinerlei Russspuren darauf. Entweder wurde dieser gerade gereinigt, oder er\nwird nicht als Schmiedeofen verwendet. Ein kleiner Garten befand sich auf der\nanderen Seite des Hauses, in dem sich viele unterschiedliche Kräuter und Beeren\nbefanden. \n \nDie\nTür des Hauses war nicht verschlossen. Sie stand sogar ein Stück weit offen.\nNeugierig gingen Beide darauf zu. Roland stiess sie leicht an und mit einem\nleisen Quietschen fiel die Tür auf. Verwundert betrachteten sie den Raum.\nDieser konnte unordentlicher nicht sein. Niedere Metallständer waren in dem\ngrossen Raum platziert. Die kristallenen Spitzen leuchteten schwach und\nspendeten etwas Licht. Der Schimmer wechselte fliessend von grün zu blau, über\nrot zu gelb. Dann begann es von vorne. \n \nKleidungsstücke,\nKissen und allerlei Krimskrams lagen chaotisch verteilt herum, als hätte ein\nWirbelsturm gewütet. Kyndle schnupperte aufgeregt an den vielen seltsamen\nDingen. Roland nahm unterdessen die Möbel in Augenschein. \n \nEin\nrunder Tisch lag verkehrt herum auf dem Boden, die vier Stühle dazu waren auf\nden Tischbeinen platziert, mit jeweils einem Teller auf der Sitzfläche. Dahinter\nbefand sich anscheinend die Küche. Ein Herd, neben einem breiten Waschbecken.\nDarüber befand sich eine offene Leitung, aus der Wasser in das Becken lief.\nSeltsam daran war nur, dass das Wasser aus dem Becken hoch in die Leitung\nfloss. Auf der Herdplatte stand ein grosser Topf, in dem sich etwas\nSuppenartiges befand. Die Platte war kalt, doch kochte die Flüssigkeit leicht\nvor sich hin.\n \n„Wie\ngeht sowas?\" fragte sich Roland in Gedanken und schaute verwirrt zur Decke\nhoch. Ein grosser Teppich befand sich darauf und direkt über ihm war ein Bett.\n„Ich glaube wir warten besser Draussen.\" sprach er zu Kyndle und schritt zurück\nzum Eingang.\n \nKaum\nhatte er die Tür erreicht fiel sie auch schon zu. Hinter dem Eingang kam Ansem\nzum Vorschein der mit einem leichten Zucken in den Augen auf ihn zukam. „Nicht\nhier, nicht hier.\" stammelte er mit zittrigen Händen vor sich her. Dann\nrichtete er sich wieder auf und sah gelassen zu Roland. „Fragt doch ihn?\"\nsprach er ruhig und zeigte mit einem Finger auf ihn. Verwundert sah Roland den\nErzmagier an und holte Luft um zu antworten. Doch in dem Moment wich Ansems\nBlick wieder hektisch zur Seite. „Warum?\" warf er mit einer mehr keuchenden\nStimme ein und schaute mit einem finsteren Blick zu Roland. „Der ist nicht von\nhier.\" argumentierte er weiter.\n \nAnsem\nrichtete sich wieder etwas auf und Schaute nervös im Raum umher. Seine Hände\nbegannen ebenfalls zu zittern. „Wo nur, wo sind sie?\" fragte er beinahe panisch\nund ging suchend im Raum herum. \n \nKyndle\nbekam davon nicht allzu viel mit. Sie war ganz und gar in die Erkundung der\nHütte vertieft. Einer der Wandschränke war nicht geschlossen, und so konnte sie\nihren neugierigen Blick in sein inneres Werfen. Mit einem leisen verspielten\n„Meep\" zog sie den Gegenstand darin heraus und stellte ihn vor sich auf den\nBoden, wo sie gleich wunderlich daran schnupperte. \n \nDas\nWeibchen hatte ein Stofftier gefunden, welches wie ein Drache aussah. Mit\nschräggehaltenem Kopf sah sie in die kleinen runden Knopfaugen und gab ein\nbegrüssendes „Chirp\" von sich. \n \nRoland\nhörte ihre Laute und sah den kleinen Stoffdrachen vor ihr. Ansem richtete\nseinen suchenden Blick ebenfalls darauf. „Ah!\" gab er laut von sich und stürmte\nauf Kyndle zu. Diese nahm eine etwas aggressivere Haltung ein und demonstrierte\nihre geschlitzten Pupillen als sich dieser Mann ihr näherte. Verwundert wich\nihre Haltung aber einem verwirrten Blick, als sich Ansem das Stofftier\nschnappte und zurück zu Roland ging. \n \nDer\nErzmagier streichelte dem Stoffdrachen über den Kopf. „Mister Mankey.\" sagte er\nzu ihm und hob ihn vor sein Gesicht. „Habt ihr sie gesehen?\" fragte er und\nschaute verzweifelt in die kleinen Knopfaugen. \n \nSkeptisch\nbeobachtete Roland das Ganze und wusste nicht genau, was er davon halten\nsollte. Kyndle stand mittlerweile wieder neben ihm und konnte ihren Blick nicht\nvon dem Stofftier ablassen.\n \nRoland\nerkannte, wie sich Ansems Augen wieder veränderten. Dem verzweifelten Zittern\nwich wieder ein gelassenes Glänzen. Verwundert hob Ansem eine Augenbraue und\nstellte den Drachen auf die Kommode neben ihm. Den Blick zu Roland und Kyndle\ngerichtet hielt er sich die Hände zusammen. „Entschuldigt die Unordnung.\"\nbegann er ruhig. „Meine Mitbewohner sind nicht gerade die Ordentlichsten.\"\nfügte er schmunzelnd an. Kurz wich sein Blick rasch zur Seite und er verzog\nsein Gesicht zu einer finsteren Miene. „Der Dumme hält Ordnung, das Genie\nbeherrscht das Chaos.\" gab er keuchend mit einem breiten Grinsen von sich. Er\nschloss kurz die Augen, atmete tief ein und schüttelte einmal den Kopf. Schnell\nhatte er sich wieder gefangen und sah Roland erneut mit seinen gelassenen Augen\nan.\n \nSkeptisch\nblickten ihn Roland und Kyndle an. Ansem hob eine Hand. „Ich weiss was ihr\ndenkt.\" begann er. „Aber deswegen seid ihr nicht hier. Oder?\" fragte und sah\nden jungen Mann ernst an. „Ja.\" gab Roland zögerlich als Antwort. „Aaros hat\nmir gesagt, ihr würdet mir helfen können ein Medium herzustellen.\" erklärte er\nweiter.\n \n„Aaros?\"\ngab Ansem erstaunt von sich und liess seinen Blick nachdenklich zur Seite\nfallen. „Von dem hab ich seit Hectors Tod nichts mehr gehört.\" fügte er\nlächelnd hinzu. Hektisch wich sein Blick auf die andere Seite. „Das war ein\nFeuerwerk!\" sprach er keuchend und mit zittrigen Augenliedern. Kurz darauf\nblickte er Roland wieder gelassen an. „Ich bin ihm noch was schuldig, also bin\nich dabei.\" sagte er und nickte ihm leicht zu, den Blick geschlossen. Als er\ndie Augen wieder öffnete wandte sich seine Miene ins Gegenteil. Die Augenbrauen\nfinster zusammengezogen sah Ansem zu Roland. „Ich aber nicht.\" keuchte der Magier.\nDann wich seine Aufmerksamkeit wieder zur Seite. „Warum nicht?\" fragte er\ngelassen. Den finsteren Blick wieder aufgesetzt atmete er tief ein. „Ich hab\nHunger. Und solange der andere die Suppe nicht fertig kriegt bleibt das auch\nso!\" meckerte Ansem vor sich her.\n \nRoland\nstand sprachlos vor ihm und sah sich etwas im Raum um. Er beobachtete Kyndle,\nwelche sich wieder langsam dem kleinen Stoffdrachen näherte. „Hey!\" zischte er\nleise zu ihr. Sie schickte ihm ein helles Funkeln aus ihren tief blauen Augen.\nMit einem fröhlichen Gurren hob Kyndle ihren Kopf über die Kommode und\nschnappte sich das Stofftier. Sie legte sich auf den Boden und platzierte es\nzwischen ihren Vorderläufen, wo sie sanft ihr Gesicht daran rieb. Ihr\nvergnügtes Gurren verschaffte Roland ein leichtes Schmunzeln. \n \nAnsem\nwar noch immer mit sich selber beschäftigt. Leicht gebeugt schritt er neben\nKyndle, welche friedlich mit dem Stofftier kuschelte. „Mister Mankey mag dich.\"\nsprach er und schaute die Drachin leicht schmunzelnd an. Kyndle gurrte vergnügt\nweiter und schnaubte den Mann einmal an. Den Kopf gehoben begann Ansem plötzlich\nin der Luft zu schnuppern. „Sie sind da!\" gab er erleichtert von sich. Die Luft\ndurch seine Nase ziehend näherte er sich Roland. Vor ihm blieb er stehen und\nschnupperte weiter. Roland zog seinen Kopf etwas zurück und schaute den Mann\nskeptisch an. „Ja sie sind hier.\" sprach er erneut. „Wer ist hier?\" fragte\nRoland verwirrt. „Hey!\" gab Roland überrascht von sich als ihm Ansem ruckartig\nden Rucksack entriss. \n \nEr\nstellte ihn auf den Boden und suchte neugierig darin. „Was soll das?\" hakte\nRoland nach. Ansem hob bestimmend einen Zeigefinger. „Schscht!\" zischte er\nschnell. „Sonst fliehen sie wieder.\" ergänzte er zittrig und suchte weiter. Mit\neinem nervösen Zucken in den Augen zog er die Zwiebel und die Karotten aus der\nTasche. „Da sind sie ja.\" sprach er erleichtert und schritt mit den Dingen zum\nHerd. „Also  ähm...\" stammelte Roland\nunbeholfen vor sich hin, als Ansem an ihm vorbei ging. \n \nSchnell\nwar das Gemüse kleingeschnitten und landete im Topf. Ansem machte einen Schritt\nvom Herd zurück und öffnete die Klappe unter der Kochfläche. Einmal tief\neingeatmet schloss er kurz die Augen. Er hielt eine Hand zur Seite und\nschnippte einmal laut mit den Fingern. \n \n„Ein\nniedliches „Meep\" war zu hören. Der kleine Stoffdrache sprang aus Kyndles\nUmarmung heraus und rannte zu Ansem. Mit fragendem Blick beobachtete sie das\nStofftier und folgte ihm neugierig. Der kleine Drache stellte seine\nVorderpfoten auf die Klappe und gab einen Flammenstoss in den Herd. Roland\nzuckte kurz zusammen, als das Plüschtier den Ofen entfachte und wollte nicht\nwissen, wie dies jetzt möglich war. Ansem reagierte kaum, als wäre es das\nnormalste auf der Welt. Das Feuer brannte hell und der Magier schloss die\nKlappe ruckartig. Er klopfte dem Stofftier lobend auf den Kopf und es blieb\nwieder regungslos stehen. Kyndle betrachtete es mit schräggehaltenem Kopf\nlange, bevor sie mit einem leisen Gurren wieder danach schnappte und sich damit\nheimlich zurückzog. \n \nRoland\nbeobachtete sie lächelnd und wandte sich dann wieder Ansem zu, welcher fröhlich\npfeifend in der Suppe stocherte. Er stellte sich neben ihn an den Herd und warf\neinen Blick auf den Topfinhalt. Die kleinen Bläschen, welche vorher noch\naufstiegen waren plötzlich verschwunden. Als würde die Suppe nicht mehr kochen.\nAnsem unterbrach sein Pfeifen schlagartig und zuckte erschrocken zusammen, als\ner Roland neben sich entdeckte.\n \n„Ich\nbin auch dabei.\" sprach er etwas nervös. Sein Blick verfinsterte sich erneut.\n„Erst essen, dann Herstellen!\" keuchte er. Erleichtert atmete Roland aus. „Dann\nwären ja jetzt alle einverstanden.\" dachte er vor sich hin. „Du nimmst doch\nauch einen Teller?\" fragte ihn Ansem gelassen. „Warum nicht.\" antwortete Roland\nschulterzuckend. \n \nEs\nzog eine lange Stunde ins Land, während Roland mit Ansem ein Teller Suppe\nlöffelte. Obwohl die Brühe ziemlich dünn aussah, war er nach einer Portion\ndavon satt wie nach einer Henkersmahlzeit. Er versuchte währenddessen etwas\nmehr über die Vergangenheit des Magiers zu erfahren, doch blockte dieser jede\nFrage mehr oder weniger ab. Nach der erfolglosen Fragestunde traten sie aus der\nHütte.\n \n„Ich\nnehme an du hast alles dafür Notwendige dabei?\" fragte der Erzmagier als sie\nauf dem Kiesplatz ankamen. Zuversichtlich nickte Roland und nahm den Rucksack\nin die Hand. Kyndle machte einige Schritte aus dem kleinen Haus und warf einen\nschnellen Blick zu dem kleinen Stoffdrachen zurück. Ein glückliches „Chirp\"\nfügte sie dem starken Schnauben hinzu und wandte sich anschliessend Roland zu. \n \n„Hier\nrüber.\" sprach der Erzmagier und deutete auf einen Tisch unter dem Unterstand,\nneben dem Haus. Langsam ging Roland darauf zu und begann die Sachen aus dem\nRucksack zu holen. Nebeneinander stellte er die Dinge auf den Tisch. Ein\nerstarrter Wasserspeier, einen Lederhandschuh, ein kleiner Beutel mit\nObsidiansplittern, eine Flasche Drachenessenz und einen grösseren, runden\nEdelstein. \n \nPrüfend\nschaute sich Ansem die aufgestellten Gegenstände an. „Scheint alles da zu\nsein.\" sprach er gelassen. Er schloss kurz die Augen und atmete tief ein. Den\nBlick geöffnet, war seine finstere Miene wieder präsent. Skeptisch sah er die\nSachen erneut an und blieb bei dem Edelstein stehen. Mit einem schwachen\nKeuchen hob er ihn hoch. Ihn mit Zeigefinger und Daumen festhaltend drehte er\nihn langsam vor seinen Augen. „Nicht alles.\" gab er keuchend von sich und warf\nden Stein auf die Tischplatte herunter. Leicht erschrocken machte Roland einen\nSchritt auf ihn zu. „Was macht....!\" Seine Worte brachen ab, als er den Stein\nauseinanderbrechen sah. \n \n„War\nalso kein Edelstein.\" dachte er laut in sich und schaute enttäuscht die\nBruchstücke auf dem Tisch an. Ansems finsterer Blick wich zu ihm. „Mit Glas\nfunktioniert es nicht.\" flüsterte er mit einem schwachen, finsteren grinsen.\nRoland warf Kyndle einen leicht traurigen Blick zu. „Was machen wir jetzt?\"\nfragte er sie. Das Weibchen sah ihn mit feuchten Augen an und gab mit halb\ngeschlossenen Augen ein leises Gurren von sich, bevor sie ihren Kopf leicht zur\nSeite neigte. \n \nRoland\nsenkte niedergeschlagen seinen Kopf. „Dann können wir das Ganze ja vergessen.\"\nseufzte er laut. Ansem wandte sich ihm zu und sah ihn gelassen an. „Das würde\nich so nicht sagen.\" sprach der Magier ruhig. „Es gibt noch andere Wege zu\neinem geeigneten Katalysator.\" „Und welche?\" fragte Roland verwundert. „Ich\nbezweifle, dass ein Edelstein so leicht aus dem Nichts fällt.\"\n \nAnsem\nbegann zu lächeln und schaute dabei zu der Drachin. „Eine Schuppe von einem\nWächterdrachen.\" antwortete er. Roland blickte Kyndle ebenfalls an. „Aber sie\nist doch kein Wächterdrache.\" warf Roland unsicher ein. Kyndle hielt ihren Kopf\nleicht zur Seite geneigt und gab ein fragendes „Chirp\" von sich. Mit grossen\nAugen blickte sie den Erzmagier an. \n \n„Diese\nAura lässt sich nicht verbergen.\" sprach er ernst. „Sie ist die direkte\nNachfahrin von Kyleth, welche von dem Jägerorden niedergestreckt wurde.\"\nerklärte er weiter. In seinen geweiteten Pupillen sah Roland ein schwaches\nGlitzern und war sich sicher, ein leichtes Schmunzeln auf seinen Lippen zu\nerkennen. „Aber du hast Recht.\" sprach er weiter als dieses schimmern\nnachgelassen hatte. „Ein Wächter selbst ist sie nicht, doch besitzt sie zu\neinem Teil ihre Gabe.\" Nachdenklich senkte das Weibchen ihren Kopf und blickte\nzur Seite. Tief im inneren wusste sie, dass Ansem die Wahrheit sagte. \n \nRoland\nbeobachtete seine Partnerin, wie sie sich langsam auf den Boden legte und\nvöllig abwesend wirkte. Er schritt zu ihr heran. „Kyndle?\" sprach er leise.\nDoch kam von ihr keine Reaktion. Ein schwaches Wimmern drang aus ihrem Hals,\nals ihr Kopf leicht zuckte. Tröstend hielt er ihr eine Hand an auf die Stirn\nund strich mit der anderen über ihren Hals. Kaum hatte er ihre Schuppen\nberührt, überschwemmten Kyndles Gedanken sein Bewusstsein.\n \nIn\nKyndles Erinnerungen kamen einige verschwommene Bilder zum Vorschein. Sie lagen\nweiter zurück als ihr erstes Zusammentreffen. Roland sah die Eindrücke so klar\nvor sich, als würden sie gerade eben passieren. Wie ein Geist bewegte er sich in\nden Erinnerungen hindurch und beobachtete es als stiller, unsichtbarer Zeuge.\n \n......\n \n \nRoland\nbefand sich in einer Halle. In der Decke war ein rundes Fenster, das einen\nbreiten Lichtkegel auf einen Steinsockel fallen liess. In dem Glas war ein\nmetallenes Symbol eingebettet, welches einen identischen Schatten auf den Boden\nwarf. Vor dem Sockel befand sich ein grosses Mosaikmuster auf dem Boden, das\ndie Form eines Drachens bildete. Fünf silberne Kohlebecken standen symmetrisch\num das Podest angeordnet. Prachtvolle Wandteppiche hingen von den Wänden. Auf\ndem orangeroten Stoff war mit Blauen Fäden ein grosses Symbol aufgestickt.\nRoland sah das Zeichen an und stellte fest, dass es mit dem Fenster und dem auf\nseinem rechten Handrücken identisch war.\n \nDen\nRaum selbst erkannte er ebenfalls. Er blickte zu dem Steinsockel und ging\nlangsam darauf zu. „Hier war das Drachenei, aus dem Kyndle geschlüpft ist.\"\ndachte er vor sich hin. Die Kammer sah anders aus, als er es in Erinnerung\nhatte. Keine Spinnweben oder verwitterte Wandteppiche. Kein Schutt und Staub bedeckte\nden Boden. Der Ort strahlte eine angenehme Wärme aus. Ohne Zweifel war er\nbewohnt. Er ging um den Sockel herum und betrachtete die vielen Gänge, die aus\ndem Raum führten. Vor einem hohen und breiten Eingang blieb er kurz stehen.\n„Aus diesem Gang bin ich gekommen.\" dachte er und legte seine Hand an die Wand.\n„Nachdem ich wieder zu mir kam.\" Kurz darauf schritt er zu dem nächsten.\n \nPlötzlich\nbetrat ein Kämpfer in prunkvoller Rüstung eilig den Raum. Mit gehobenem Schild\nkam er aus einem der Gänge und zog einen zerfledderten Umhang hinter sich her. Leicht\ngebeugt bewegte er sich schwer atmend. Er schritt einfach durch Roland hindurch\nauf den Sockel zu. Roland erkannte die Rüstung. Es war der Krieger, der einmal\nim Traum zu ihm gesprochen hatte. Und er war auch dabei als ihm die andere\nKyndle erschienen war. \n \nDrei\nPfeile steckten in der Schulter des Kriegers und aus dem Visier seines Helmes\ntropfte Blut. Schwer atmend trug er einen grossen ovalen Gegenstand bei sich.\nEr hatte eine orangerote Färbung und glitzerte leicht als er damit in den\nLichtschein trat. Schmerzvoll seufzte er auf als er das Ei auf den Sockel\nlegte. Er liess den Schild auf den Boden Fallen und sank hustend auf die Knie.\n„Sie sind bereits im Inneren!\" keuchte er, den Kopf zu dem Sockel gesenkt. „Die\nletzte Linie ist gefallen! Ich habe versagt Herrin. Nicht mehr lange und sie\nüberrennen uns.\" Verkrampft zitterte der Mann und gab ein leises Schluchzen von\nsich. \n \n„Du\nhast nicht versagt.\" erfüllte eine weiche, weibliche Stimme den Raum. „Alles\ngeschieht so, wie es vom Schicksal vorbestimmt ist.\" Die Stimme kam aus dem\nhohen Gang wo Roland zuletzt stand. Ihr klang brachte ein beruhigendes Gefühl\nmit sich. Zwei tief blaue Drachenaugen leuchteten aus dem Schatten heraus. Ein\nheller Schimmer aus Türkis brannte darin. Eine mächtige Pranke mit scharfen\nschwarzen Klauen trat aus dem Dunkeln ins Licht. Dunkle orangerote Schuppen\nhüllten die Drachin ein und gaben ihr im Lichtschein ein schwaches Strahlen.\nGrosse schwarze Hörner zierten ihren Kopf, wie eine Krone. Dunkelgraue Schuppen\nbedeckten ihre Brust und den Unterleib. Ihre langen Flügel, mit ebenfalls\ndunkelgrauen Membranen hielt sie zusammengelegt auf dem Rücken. Hellblaue\nLinien zogen sich, bei ihren Augen beginnend ihren langen Hals herunter und verteilten\nsich in verwobenen Mustern auf ihren Flanken. Am Ende ihres langen, kräftigen\nSchweifes befand sich eine schwarze, knöcherne Spitze. Sie wirkte wie eine\ndunkle Klinge, auf der hellblaue Symbole schimmerten. Auf ihrer Stirn lag eine\ngoldene Tiara, die sich um ihre Hörner legte. Ein grosser, ovaler Edelstein\nschimmerte mit einer orangeroten Färbung aus der Fassung. Darunter brannte das\ngleiche Zeichen, wie auf Rolands rechtem Handrücken.\n \nSie\nsenkte langsam ihren Kopf zu dem Kämpfer. Der Edelstein in ihrem Kopfschmuck\nblitzte kurz mit einem hellen Schimmer auf. Sie stupste sanft gegen seinen Helm\nund schnaubte ihn stark an. Die Pfeile in seiner Schulter fielen zu Boden und\ner richtete sich langsam wieder auf. „Dann wird es wirklich so kommen wie ihr\nes vorausgesagt habt?\" fragte der Kämpfer schwer atmend, hob seinen Schild\nwieder hoch und stellte ihn an den Sockel heran. \n \nDie\nDrachin sah mit einem leicht traurigen Blick zu dem Ei auf dem Sockel. „Auch\nwenn es mich schmerzt, mein Kind alleine zurück zu lassen, so füge ich mich dem\nLauf des Schicksals.\" Sie senkte langsam ihren Kopf. Ihr Blick fiel in Rolands\nGesicht, als würde sie ihn sehen. In ihre blauen Augen blickend, überkam ihn\nein seltsames Gefühl. „Sie wird nicht lange alleine sein.\" hörte er ihre sanfte\nStimme in seinem Kopf bevor ihr Blick weiterzog. Mit langen Schritten ging die\ngrosse Drachin über den Sockel hinweg auf den Gang zu, aus dem der Kämpfer kam.\nEin schwaches Licht begann am Ende des Weges zu schimmern und das leise Echo\nvon Stimmen hallte heraus. Einen letzten Blick warf sie zu dem Ei zurück, als\neine einzige Träne aus ihrem Auge floss. \n \n„Halte\nsie um jeden Preis von dieser Kammer fern!\" befahl die Drachin, bevor sie die\nAugen schloss und ein bedrohliches Knurren hervorbrachte. Einsam fiel ihre\nTrauer zu Boden, während sich ihr Blick langsam wieder öffnete. Die Pupillen zu\nSchlitzen zusammengezogen stürmte sie fauchend in den Gang hinaus, wo kurz\ndarauf panische Schreie von Menschen zu hören waren. \n \nRoland\ndrehte sich zu dem zurückgebliebenen Kämpfer um. Dieser stand vor dem Gang, zog\nsein Schwert und hielt es senkrecht vor sich hoch. „Für Kyleth!\" sprach er laut\nund schwang die Klinge mit enormer Wucht nach vorne. Die Waffe begann hellblau\nzu glühen und schickte mit seinem Schwung eine Schockwelle durch den Gang. Die\nDecke begann einzustürzen und versperrte den Weg mit zahllosen Trümmern. \n \nMit\nden restlichen Eingängen passierte das gleiche. Nur einen Durchgang liess er\noffen. Schwer atmend blieb er vor dem Sockel stehen. „Das sollte sie fern\nhalten.\" sprach er vor sich hin. Verwundert drehte er sich aber zu einem der\nWandteppiche um. Laute schlagende Geräusche drangen durch den Stoff. Mit einem\nbrechenden Knacken stiess ein langer Speer durch den Teppich und legte, die\nsich dahinter befindende Tür frei. \n \n„Nein!\"\ngab der Kämpfer von sich und schritt eilig an die Tür heran, steckte sein\nSchwert ein und griff nach der Spitze des Speeres. Ihn umgedreht wuchtete er\nihn in das Loch zurück aus dem er gekommen war. Ein schmerzhaftes Stöhnen kam\nvon der anderen Seite, als die Waffe in dem Durchbruch verschwand. Das Klopfen liess\ndarauf augenblicklich nach. „Linie Bilden! Und schafft den Rammbock her!\"\nhallte eine aggressive Stimme herein. Der Kämpfer zog sein Schwert, hob seinen\nSchild wieder vom Boden hoch und stellte sich kampfbereit vor das Tor. \n \nDen\nSchild auf die Tür gerichtet begann eine blau schimmernde Rune auf dem Holz zu\nleuchten. Er festigte den Griff an seiner Waffe und hob seinen Blick fordernd\nzum Eingang. „Ihr werdet mehr brauchen, als einen Rammbock.\" keuchte seine\nStimme aus dem Visier seines Helmes. Genau in diesem Moment öffnete sich die\nTür und er stürmte mit dem Schild voran nach draussen. Kaum hatte er den Raum\nverlassen fiel die Tür mit einem Schlag wieder zu. Die blaue Rune darauf\nschimmerte hell und rahmte den ganzen Eingang in dieses magische Licht ein, bis\nsie langsam schwächer wurde und schlussendlich ganz erlosch. Leise fiel der\nWandteppich wieder über den Eingang.\n \nKampfgeräusche\ndrangen von aussen herein, welche nach und nach immer leiser wurden. \n \nAlleine\nim Raum stehend schaute Roland auf das Ei herab. Plötzlich brach das runde\nFenster in der Decke und die Scherben klirrten auf dem Boden. Ein\nohrenbetäubendes Brüllen hallte durch die Luft und Roland sank auf die Knie,\nhielt sich dabei schützend die Ohren zu. Die enorme Schallwelle schmerzte wie\nNadelstiche, direkt in den Schädel. Der Boden erbebte leicht und das Licht von\nder Decke färbte sich rötlich. Und dann, war alles still. \n \nEine\nunnatürliche Ruhe lag in der Luft. Roland kniete neben dem Sockel und nahm\nlangsam seine Hände von den Ohren. Unter Tränen betrachtete er das Ei, welches\nsich leicht bewegte. In seinem Geiste wusste er, was gerade geschehen war.\n \nDie\nZeit begann schneller zu vergehen. Der Lichtkegel bewegte sich immer wieder\nüber das Mosaikmuster, den Sockel und ihn hinweg. Die Farben der Wandteppiche\nvergilbten zunehmend, bis sich die Stoffe langsam auflösten. Roland konnte den\nSpinnweben und der Staubschicht auf dem Boden beim Wachsen zusehen. \n \nBis\neines Tages der Lichtstrahl stehen blieb und ein Junge aus dem letzten offenen\nGang in den Raum schritt. Verwundet zog dieser sein rechtes Bein hinter sich\nher. Roland kniete immer noch neben dem Sockel und erkannte sein jüngeres Ich. Mit\neinem schwachen Schluchzen und feuchtem Blick beobachtete er erneut, sein\nerstes Zusammentreffen mit Kyndle.\n \nPlötzlich\nbegann der Lichtkegel zu flackern und er wurde fortgezogen. Das Bild wurde\nimmer dunkler und verschwand gänzlich in der Leere.\n \n......\n \n \nEr\natmete tief ein und fiel rückwärts auf den Boden, als er wieder zu sich kam.\nVerwirrt schaute er sich um. Er sass auf dem Kiesplatz neben Kyndle, während\nihn Ansem fragend ansah. Das Weibchen sah ihn mit feuchtem Blick an und\nschickte ein kurzes Funkeln aus ihren blauen Augen zu ihm. Leise gurrend legte\nsie ihre Stirn auf seine und half ihm seine Gedanken zu ordnen. \n \nEs\nwaren nur ein paar Sekunden vergangen. Aber Roland schien es, als wäre er viel\nlänger fort gewesen.\n \n„Dann\nwar Kyleth also ihre Mutter?\" fragte Roland den Magier, als er sich wieder\naufrichtete. „Ohne Zweifel.\" antwortete Ansem gelassen. „Aber.\" begann Roland\nleise und schaute zu seiner Drachin. „Wie kam das zustande?\" begann er unsicher\nund sah leicht traurig zu Kyndle. „Warum musste ihre Mutter sterben?\"\nNachdenklich wich Ansems Blick zu Seite. „Ich weiss nicht, wer den ersten Stein\ngeworfen hat.\" begann er. „Nur, dass das Wächter-Bündnis es blutig beendete.\"\nEin dunkler Schleier legte sich über seine Augen, als seine Stimme düsterer\nwurde. „Die Jägerkriege haben nicht nur den Jägerorden in Ungnade gestürzt.\"\nSchwer atmend verschwand der Schatten in seinen Augen und Ansems gelassener\nBlick war wieder zu erkennen.\n \n„Ok.\"\nsprach er kopfschüttelnd. „Machen wir weiter. Katalysator, ich meine\nDrachenschuppe.\" ergänzte er. Roland legte diese Eindrücke erst einmal beiseite\nund konzentrierte sich auf seine aktuelle Aufgabe. „Ich kann ihr doch nicht so\neinfach eine wegnehmen.\" Mit halb geschlossenen Augen blickte ihn das Weibchen\ngurrend an. \n \n„Nein,\nnein. Wegnehmen ist nicht nett.\" sprach Ansem zittrig und schwenkte sein\nGesicht zur Seite. Eine finstere Miene aufgesetzt sah er zu Roland. „Ist nicht\nso als würdest du Federn von einem Huhn zupfen.\" keuchte er weiter. Die Augen\ngeschlossen atmete der Magier tief ein. Beruhigt öffnete er seinen Blick und\nwar wieder vollkommen gelassen. „Es wird Schmerzhaft für sie, auch wenn sie sie\nfreiwillig geben würde.\" sagte er bestimmend und sah zu der Drachin. \n \nKyndle\nzog kurz ihren Kopf zurück bei seinen Worten. Ihren Partner ansehend schritt\nsie auf ihn zu und stupste mit ihrer Nase gegen seine. Mit einem hellen Funkeln\nin ihren tief blauen Augen machte sie eine nickende Geste mit ihrem Kopf.\nRoland schaute in den schimmernden Türkisrand und hielt ihr eine Hand an die\nWange, was ihr ein leises Gurren entlockte. „Bist du sicher?\" fragte er sie\nleise. „Churr\" gab das Weibchen als Antwort und schmiegte sich an ihren Partner\nheran. Roland schloss beide Arme um sie und drückte sie fest an sich. „Danke.\"\nflüsterte er ihr zu.\n \nBeide\nschreckten leicht auf, als Ansem laut die Hände zusammen klatschte. „Dann\nfangen wir mal an.\" sprach er laut und drehte sich zu dem Tisch mit den\nGegenständen um. \n \nDer\nMagier klappte eine längliche Box auf dem Tisch auf und griff hinein. Einen\nscharfen Metallmeissel und einen Hammer nahm er heraus, welche er neben sich\nauf die Platte legte. Die Hand wieder in die Box gesteckt zog er noch einen\nGegenstand heraus. Zwischen Zeigefinger und Daumen hielt er einen Ring, der aus\neinem grünen Kristall gefertigt war.  \n \nRoland\nstand neben ihm und betrachtete das bereitgelegte Werkzeug. „Muss ich\nirgendetwas machen?\" fragte er verwundert und hob beide Augenbrauen. Ansem\nschaute kurz stur geradeaus bevor er sich ihm zudrehte. „Ja.\" antwortete er\nknapp und einem nervösen Zucken in den Augen. Schnell lag wieder eine finstere\nMiene in seinem Gesicht. „Nicht im Weg stehen.\" keuchte der Magier leise und\nwandte sich erneut seiner Arbeitsfläche zu.\n \nMit\nleicht verzogenem Gesicht nickte Roland langsam und machte einen Schritt von dem\nTisch weg. Etwas enttäuscht setzte er sich neben Kyndle auf den Boden. Leise\ngurrend lehnte sie sich an seine Schulter, legte einen ihrer Flügel um ihn und\ngemeinsam beobachteten sie Ansem bei seinem Werk. \n \nEr\nstellte den erstarrten Wasserspeier vor sich hin und positionierte die Schneide\ndes Meissels auf dessen Stirn. Mit seinem friedlichen Pfeifen hob er den Hammer\nund liess ihn schwungvoll auf sein Werkzeug herabfallen. Ein lautes Knacken\nbildete einen langen Riss auf der kleinen Statue. Nach einem weiteren Schlag\nbrach die Figur auseinander und hinterliess einen Haufen Asche. \n \nGleichgültig\nwarf Ansem die Speierhälften vom Tisch, wischte das schwarze Pulver in eine\nMetallform und stellte diese zur Seite. Nun nahm er den Beutel mit den\nObsidiansplittern in die Hand. Langsam drehte er ihn um und schüttete den\nInhalt auf den Tisch. Wie Glasscherben klirrten die kleinen Bruchstücke auf der\nPlatte. Der Magier griff sich den Mörser und warf einige ausgesuchte Splitter\nhinein. Mit dem Stössel bearbeitete er das Material, bis es zu einem feinen\nPulver zerstossen war. Mit einem aufmerksamen Blick schaute er die Zutat an.\nEin stilles Nicken später schüttete er es zu der Asche in die Schale.\n \nEr\nsteckte sich den Ring auf den Finger und schritt mit der Schale zu dem Ofen\nunter dem Unterstand. Ansem öffnete die Klappe und schob die Metallschüssel\nhinein. Seine Hand zur Faust geballt atmete er gelassen aus, als der Kristall\nzu leuchten begann. Er liess seine Finger auseinander gehen du über seiner\nHandfläche brannte eine grüne Flamme. Die untere Klappe geöffnet warf er das\ngrüne Feuer in den Ofen und schloss die Luke schnell wieder. Kontrollierend\nschaute er zu dem kleinen Schornstein hoch und wartete bis die ersten\nRauchsäulen austraten. Ein leises Knistern war aus dem Inneren zu hören. \n \nAnsem\natmete tief ein und das Leuchten seines Ringes dimmte langsam ab. „Jetzt warten\nwir ein Weilchen.\" sprach er gelassen und warf Roland einen auffordernden Blick\nzu. Der Magier zog ein weiches Tuch aus der Box auf dem Tisch und überreichte\nes ihm. „Für den letzten Schritt brauche ich die Schuppe.\" sagte er leise und\nwarf einen kurzen Blick zu dem orangeroten Weibchen.\n \nRoland\nnahm das Tuch und schaute seiner Drachin warm in die funkelnden blauen Augen.\n„Willst du das immer noch?\" fragte er sie und legte ihr eine Hand an die Wange.\nKyndle schloss kurz die Augen und gurrte leise bei seiner Berührung. Ein\nsanftes „Churr\" fügte sie dem hinzu. \n \nKyndle\nmachte einen Schritt von ihm zurück, legte sich, mit dem Rücken zu ihm gedreht auf\nden Boden und platzierte ihre rechte Pranke auf ihrer Brust. Die gewählte\nSchuppe lag an der Grenze, wo die dunkelgraue Färbung auf ihrer Unterseite\nbegann, in der Nähe ihres Herzens. Eine ihrer scharfen Klauen drückte sie auf\neine der Brustschuppe und fuhr mit kräftigem Druck unter den Rand. Leicht\nzuckend neigte sie ihren Kopf zur Seite als ihr Körper anfing unangenehme\nSignale zu senden.\n \nRoland\nspürte ein schwaches Ziehen auf seiner Brust und wusste genau, was dies zu\nbedeuten hatte. Er machte einen grossen Schritt auf seine Drachin zu, doch in\nseinen Gedanken spürte er ihre Ablehnung deutlich. Mit einem herablassenden\nSchnauben unterstrich sie dies. Roland sah sie einen Moment sprachlos an,\nwollte sie dabei aber nicht alleine lassen und kniete sich, mit abgewandtem\nGesicht hinter sie. Mit geschlossenen Augen legte er seine Hand auf ihren\nRücken und versuchte sie im Geiste festzuhalten. \n \nKyndle\nschnaubte leise gurrend aus, als sie Rolands Hand spürte. Dankbar für seine\nAnwesenheit atmete sie tief ein. Zuversichtlich fuhr ihre Kralle weiter unter\nihre Schuppe und begann sie langsam von ihrer Haut zu lösen. Schmerzvoll\nschloss sie ihre Augen und gab ein leises Wimmern von sich. Sie fühlte kurz\ndarauf ein schwaches Zittern von ihrem Partner. \n \nRoland\nhielt sich tief einatmend seine andere Hand auf die Brust. Die Augen\nzusammengekniffen atmete er hektisch ein und aus. Er spürte ihren Schmerz als\nwäre es sein eigener. Kyndle hielt kurz inne und mit dem leisen Murren von ihr\nverstummte plötzlich sein Stechen in der Brust. Roland konnte es klar in seinem\nGeist sehen. Seine Drachin schottete sich gerade von ihm ab, um ihm den Schmerz\nzu ersparen. Protestierend hallte seine Gedankenstimme gegen ihre mentale\nMauer. „Du musst das nicht alleine tun! Ich bin bei dir!\"\n \nDoch\nsie gab nicht nach. Mit einem leisen Wimmern stemmte sie ihre Klaue erneut\nunter die Schuppe. Ihre Haut darunter riss auf und warmes Blut lief aus der\nschmerzenden Wunde. Eine einzelne Träne stahl sich aus ihrem zusammengepressten\nAugenlid. \n \nSchwer\nschnaubend riss sie einmal mehr an der etwas gelösten Schuppe, als eine weitere\nstarke Schmerzwelle durch ihren leicht zitternden Körper schnellte. Die Lippen\ngehoben zeigte sie mit einem schwachen Knurren ihre scharfen Zähne, während sie\nweiter an der Schuppe zog. Das Blut lief über ihre Brust und färbte ihr schönes\nAntlitz mit dem dunklen roten Ton. \n \nRolands\nHerz riss es buchstäblich entzwei, als er tatenlos zusehen musste, wie seine\nKyndle Schmerzen erleiden musste.\n \nDie\nOhren drohend nach hinten gelegt, gab sie ein schwaches Fauchen von sich. Mit\neinem letzten Ruck riss ihre Haut ab und die Schuppe löste sich ganz. Mit der\nintensiven Schmerzwelle brach auch ihre mentale Mauer zusammen. Roland\nverspürte den stechenden Schmerz noch kurz. Anschliessend herrschte ein unangenehmes\nKribbeln in seiner Brust. Kyndle liess ihren Kopf schwer schnaubend auf den\nBoden sinken und atmete mit langen Stössen ein und aus. \n \nTröstend\nstreichelte er ihr über den Hals und drückte sanft das weiche Tuch auf ihre\nblutende Wunde. Schreckhaft atmete sie ein als sie den Stoff auf ihrer\nverletzten Haut spürte. Das Weibchen hob ihren Kopf zu ihm hoch und sah ihn mit\neinem feuchten Blick an. Mit der freien Hand strich er ihr die Träne aus dem\nGesicht und sah in den funkelnden Türkishauch ihrer tief blauen Augen. „Warum\nhast du mich nur ausgeschlossen?\" fragte er im Flüsterton und sah sie warm an. Kyndle\ngab ein leises „Chirp\" von sich und leckte langsam über seinen Mund. Roland\nlächelte kurz, bevor beide liebevoll ihre Lippen übereinander legten. Er spürte\nihr leises Schnurren und ihren Herzschlag unter dem weichen Tuch. Den\nliebevollen Kuss beendet strich er ihr sanft über die Nase und blickte tief in\nihre blauen Augen. Den funkelnden Türkishauch darin ansehend legte er seine\nStirn auf ihre. „Tu sowas nie wieder.\" flüsterte er leicht traurig zu ihr und\nzog sie mehr an seinen Körper. Sie im Arm haltend horchte er ihrem leisen\nSummen und hielt vorsichtig das weiche Tuch auf ihre Wunde gedrückt. Schnurrend\nrieb sie ihre Nase an seiner und genoss seine tröstende Nähe.\n \n......\n \n \n....unterdessen\nin Ironwing....\n \nMit\nernstem Blick starrte sie aus dem Fenster und hielt sich nachdenklich die Hand\nan ihr Kinn. Eine angespannte Stimmung herrschte im Raum und machte nicht den\nAnschein, als würde sie sich gleich legen. Auf dem Tisch hinter ihr lag ein\ngeöffneter Brief, welcher von einem Drachenreiter zugestellt wurde. \n \n„Ich\nwerde die nötigen Schritte dafür einleiten.\" sprach Aaros gelassen und warf\neinen skeptischen Blick zu Torben, welcher neben ihm stand. „Und noch Etwas!\"\nunterbrach Catherine seine Schritte nach draussen. Aufmerksam drehte sich der\nMagier um und sah sie mit seinen trüben Augen an. „Kein Wort davon zu Roland.\nEr soll nichts davon erfahren, bis ich es für richtig halte.\" Einen langen\nMoment sah er sie schweigend an, als sein rechtes Auge kurz zuckte. Wortlos\nnickte er ihr zu und verliess das Arbeitszimmer. Torben stand leicht nervös im\nRaum. „Du kannst nun auch gehen.\" sprach sie, warf ihren bestimmenden Blick\njedoch immer noch aus dem Fenster. Mit innerlicher Erleichterung machte er die\nersten Schritte zur Tür. \n \n„Ach.\"\nertönte ihre Stimme wieder und er hielt vor dem Eingang an. „Wenn du und Tim\ndas nächste Mal wieder ein Trinkspiel abhalten solltet, dann macht das in der\nKaserne, wo ich die Sauerei nicht sehen muss.\" Mit zusammengekniffenen Augen\nsenkte er seine Stirn, konnte sich sein Schmunzeln aber nicht verkneifen, als\ner den Raum verliess.\n \nIn\nCatherines Gesicht zeigte sich kurz ein schwaches Lächeln, bevor es wieder\neiner angespannten Miene wich. „Schatten am Horizont.\" murmelte sie leise vor\nsich hin.\n \n......\n \n \n....zurück\nim Flüsterwald....\n \nAnsem\nhob die blutige Schuppe vom Boden hoch und sah mit hochgezogener Augenbraue zu\ndem Paar herüber. „Hmm.\" gab er nachdenklich von sich und ging, mit einem\nnervösen Zucken in den Augen zum Tisch zurück.\n \nFriedlich\npfeifend säuberte er die Schuppe von den Hautresten und dem Blut. Roland löste\nsich langsam von ihr und warf einen skeptischen Blick zu dem Magier. „Hoffen\nwir Mal, dass es das wert war.\" sprach er leise vor sich hin und strich seiner\nDrachin über den Rücken. „Ohh, das wird es.\" keuchte Ansem und hielt die\norangerote Drachenschuppe vor seinem Gesicht ins Sonnenlicht. Den leichten\nGlanz darauf ansehend kicherte er leise vor sich hin. \n \nKurz\ndarauf legte der Magier die Schuppe neben den Handschuh und die Flasche mit\nDrachenessenz, wandte sich Roland und seiner Drachin zu und schritt langsam auf\nbeide zu. Nachdenklich schaute er auf die leise gurrende Drachin. „Eure Prägung\nist mächtig, wenn ihr so viele Empfindungen teilt.\" begann er ernst. „Sei\nvorsichtig, andere könnten dies als Schwäche ausnutzen.\" \n \nRoland\nwarf Kyndle einen langen Blick zu und schaute in dieses helle Funkeln, welches\nnur für ihn bestimmt war. Seinen warmen Augenkontakt erwidernd, schnurrte sie\nleise und sah ihn mit halb geschlossenem Blick an. Er hatte ihre Verbindung nie\nals Schwäche angesehen. Viel mehr, gab sie ihm Halt. Er hatte nie das Gefühl\nallein zu sein, immer ist sie an seiner Seite. Ob nun physisch oder seelisch. Und\ner hatte nicht vor an dieser Tatsache etwas zu ändern. \n \n„Ja,\nok.\" erwiderte er etwas unsicher und sah Ansem fragend an. Der Magier blickte\nihn skeptisch an. „Hhm.\" gab er schulterzuckend von sich und schritt zu dem\nOfen zurück. \n \nSchnell\nzog er die obere Klappe auf und warf einen prüfenden Blick in die rötlich\nglühende Schüssel. Ein hellblaues Leuchten war drin zu erkennen. Zuversichtlich\nnickte er der Schüssel zu. „Dann kann es ja losgehen.\" sprach er gelassen und\nklatschte seine Hände zusammen.\n \n„Ich\nhab das seit einer halben Ewigkeit nicht mehr gemacht.\" sagte er leise vor sich\nhin und griff sich die Flasche mit dem Drachenessenz. „Aber, wird schon schief\ngehen.\" \n \nDie\nAugen geschlossen sammelte Ansem seine Konzentration und atmete tief ein. Sein\nKristallring begann erneut in dem grünlichen Licht zu schimmern. Der Magier\nhielt seine Hände offen hoch. Der hellblau leuchtende Inhalt aus der Schüssel\nflog in einer fliessenden Bewegung durch die Luft und umkreiste den angespannten,\nzitternden Mann. Der Lederhandschuh und auch Kyndles Drachenschuppe schwebten\nebenfalls zu ihm. Ansem nahm die kleine Flasche in die Hand und kippte den\nInhalt in einem Schluck herunter. Etwas verkrampft ging er in die Knie und\natmete stark aus. Beide Hände schwenkte er in einer kreisenden Bewegung vor\nsein Gesicht. Die Linke oben und die Rechte unten. Dazwischen schwebte der\nlederne Handschuh und drehte sich langsam um seine Achse. \n \nDie\nhellblaue Flüssigkeit schlängelte sich um dem Mann herum und begann um den\nHandschuh zu rotieren. Das Licht wurde stärker und langsam übertrug sich das\nMaterial auf das Leder. Nun schimmerte der Handschuh mit diesem hellen blauen\nSchein, wirkte beinahe flüssig. Kyndles Schuppe tauchte in den Handrücken ein\nund er begann sich schneller zu drehen. Ansems Ring schimmerte hell. Er liess\nseinen Mund auffallen und seine Augen begannen weiss zu glühen. Kurz darauf\nschnellte eine gewaltige Schockwelle mit einem lauten Knall über den Platz. \n \nSchützend\nwarf sich Kyndle mit ihrem Flügel über Roland und hielt ihn nah an ihrem\nKörper. Mit einem leichten Pfeifen in den Ohren öffnete Roland seine Augen\nwieder und sah in zwei wunderschöne blaue Drachenaugen. Dankend strich seine\nHand über ihre Stirn und er sah lächelnd in das helle Funkeln ihrer blauen\nSaphire. Etwas ausser Atem stand er auf und sah sich auf dem Platz um.\n \nAnsem\nsass auf dem Kiesplatz und kicherte vergnügt vor sich hin. „Hat geklappt.\"\nsprach er mit leicht zittriger Stimme und betrachtete, den nun geschuppten\nHandschuh, der schwerelos vor seinem Gesicht schwebte. Erschöpft liess er sich\nauf den Rücken fallen und atmete gelassen aus. „Habs immer noch drauf.\" keuchte\ner leise als das grüne Leuchten seines Ringes erlosch.\n \n„Mein\nMedium?\" dachte Roland in sich, während er wie gebannt auf den Drachenhandschuh\nstarrte. Zögerlich griff er danach. Er zog den Handschuh über und ballte seine\nHand langsam zur Faust. Erstaunt stellte er fest, dass er sich wie eine zweite\nHaut anfühlte. Als wäre es ein Teil von ihm. Er sah sich die orangeroten\nSchuppen darauf an und atmete tief ein, während ihm ein kräftiger Schauer durch\nden Körper raste. Wie aus einem Reflex heraus stellten sich die Schuppen auf\ndem Handrücken auf und legten sich langsam wieder. „Wow.\" dachte er überrascht\nin sich. Kyndle schmiegte sich eng an ihn und rieb gurrend ihren Kopf an\nseinem. Die Augen geschlossen legte er eine Hand auf ihre Wange und presste sie\nmehr an sich. In seinem Geiste konnte er es deutlich spüren. Sie war nun etwas\nmehr ein Teil von ihm. \n \nMit\neinem zufriedenen Grinsen stand Ansem wieder auf und neigte, mit einem nervösen\nZucken in den Augen, seinen Kopf zur Seite. Schleichend verfinsterte sich sein\nBlick und ein schwaches Keuchen kam aus seinem Mund. Rolands Hand ansehend\nmachte er einen Schritt auf ihn zu. „Der erste Moment ist immer...\" er machte\neine kurze Pause und starrte ihn still an. Leicht nervös erwiderte Roland den\nAugenkontakt. „Magisch!\" fügte er langsam an und machte sich zu dem Tisch auf. \n \nTief\neinatmend schloss er die Augen und sein leichtes Zucken liess nach. Gelassen\nzog er sich den Ring vom Finger und legte ihn zurück in die Box. Beide Hände\nauf die Platte gelegt atmete er erschöpft ein und aus, den Kopf leicht gesenkt.\nMit der Hand rieb er sich über den Nacken, während er sich zu Roland und seiner\nDrachin umdrehte. Ein schwaches Lächeln wuchs in seinem Mundwinkel als er die\nbeiden sah. \n \nFriedlich\ngurrend lag Kyndle mit dem Rücken auf Rolands Beinen. Sie im Arm haltend rieb\ndas Weibchen ihre Nase an seiner, begleitet von dem sanften Summen ihres\nKörpers. Die Augen geschlossen, genossen sie die kleinen Streicheleinheiten von\nihrem Partner. Mit leichtem Druck fuhren Rolands Finger über die, von dem Tuch\nverdeckte Stelle, auf ihrer Brust. Ein schwaches, aber angenehmes Kribbeln\ndurchzog ihren Körper. Roland fühlte diesen Eindruck ebenso und zog sie etwas\nmehr an sich heran. \n \nAnsems\nLächeln verschwand schleichend wieder, als er seinen Blick hob. „Gib gut auf\nsie Acht.\" sprach er leise. \n \nRoland\nhörte seine flüsternden Worte und wandte sich ihm zu. Die Augen geöffnet starrte\ner jedoch nur einen Baumstamm an und sass mit Kyndle im Arm auf erdigem\nWaldboden. Die Hütte, der Kiesplatz und der Unterstand waren Verschwunden,\ngenau wie Ansem. Als wären sie nie da gewesen. Verwundert schaute sich Roland\num. Den Handschuh an seiner linken Hand ansehend, legte er nachdenklich seine\nStirn in Falten. „Dann kann es ja nach Hause gehen. Aaros hat sicherlich noch\neiniges vorbe......\" \n \nSeine\nGedankenstimme riss ab, als Kyndles Zunge seinen Hals streichelte. Die Augen\nzur Hälfte geschlossen blickte er seiner Drachin tief in die Augen. Der helle\nFunke, in dem Türkisrand, ihrer strahlend blauen Augen leuchtete ihm entgegen.\nEr spürte das schwache Vibrieren ihres Schnurrens und fuhr mit seiner Hand über\nihren Hals. Die Augen geschlossen legten sie verliebt die Lippen übereinander\nund teilten eine sinnliche Zungenberührung. \n \nEinige\nZeit verweilten beide, sich gegenseitig ansehend auf der Lichtung. Die Stirn\neng aneinander gelegt horchten sie dem sanften Rhythmus des anderen. Hell\nschimmerte der Funke ihrer Prägung zwischen ihren verliebten Blicken hin und\nher. \n \n......\n \n \nNach\nnur wenigen Stunden standen Kyndle und Roland auf der Strasse, in Richtung\nIronwing. Aus der Ferne erblickten sie den Turm des Anwesens. Zuversichtlich\nlächelnd, sass Roland auf seinem Pferd, neben ihm stand Kyndle und schmiegte\nihren Kopf an sein Bein heran. Er liess seine Hand über ihre Stirn streichen,\nwährend er auf das Anwesen Blickte. Auf einem Hügel dahinter erspähte er zwei\nPersonen. In schwarze Mäntel gehüllt standen sie da, einer schaute zu dem\nAnwesen, der Andere zu Roland. Verwundert wandte sich Roland kurz Kyndle zu.\nSiehst du das auch?\" fragte er sie und deutete mit einer Hand zu dem Hügel.\nVerwirrt legte er seine Stirn in Falten, als er überrascht feststellte, dass\ndie beiden Schatten verschwunden waren. Als wären sie nie dort gewesen. \n \nEin\nkalter Schauer flog ihm über den Nacken, als würde er aus irgendeinem Schatten\nheraus beobachtet werden. Den Augenblick schnell abgeschüttelt, gab er seinem\nReittier die Sporen und ritt geschwind in Richtung Anwesen. Mit einem\naufgeweckten „Chirp\" sprang Kyndle in die Luft und folgte ihrem Partner mit\nwenigen Flügelschlägen. \n \nDas\nTor passiert und bei den Ställen angekommen, übergab er das Pferd an Timmy,\nwelcher zuerst abwesend in den Himmel starrte. Er verzog leicht sein Gesicht\nals er Rolands Handschuh sah, und verschwand sogleich mit dem Pferd im Stall\nals Kyndle ebenfalls dazukam. \n \nRoland\nsah seiner Drachin kurz in die Augen und wandte sich anschliessend Timmy zu.\nStellte jedoch überrascht fest, dass er bereits verschwunden war. Ein\nSchulterzucken später machte er sich mit Kyndle zu der Kaserne auf. Als beide\nauf den Trainingsplatz ankamen, wurden sie bereits von Aaros erwartet.\nAufmerksam musterte der Magier Rolands Medium. „Du hast Ansem also gefunden?\" fragte\ner ihn. „Mehr, oder Weniger.\" entgegnete Roland mit einem schwachen Schmunzeln.\n\n \nNachdenklich\nblickte er auf die orangeroten Schuppen auf Rolands Handrücken. Danach wich\nseine Aufmerksamkeit zu Kyndles verdeckte Stelle auf der Brust. „Ich dachte die\nListe wäre komplett gewesen?\" warf Aaros verwundert ein. „Ich auch.\" antwortete\nRoland und sah seine Drachin warm an. „Der erste Katalysator stellte sich\njedoch unerwartet als falsch heraus.\" Er legte ihr einen Arm um den Hals und\nstrich sanft über das Tuch auf ihrer heilenden Wunde. „Kyndle war so\ngrosszügig, da auszuhelfen.\" Ein helles Funkeln trat aus ihren schimmernden\nAugen zu ihm, während er diesen schönen Sichtkontakt aufrecht hielt. \n \nFür\neinen schnellen Moment sah er wieder das Bild von ihr vor sich, als sie sich\ndie Schuppe ausriss. Den Augenblick schnell abgeschüttelt, wandte er sich\nwieder seinem Lehrer zu. \n \nMit\neinem langen Kopfnicken nahm Aaros es zur Kenntnis. „Wollen wir?\" fragte er mit\ngehobenen Augenbrauen und winkte Roland auf den Platz vor die Strohpuppen. \n \nRoland\nstand auf der Linie, von der er normalerweisen mit dem Bogen geschossen hatte\nund starrte die Trainingspuppe an. Aaros stand mit verschränkten Armen daneben.\nKyndle legte sich unter einen Baum, in der Nähe in den Schatten. Ihren\neleganten Körper mit ihrem Flügel bedeckt beobachtete sie alles neugierig. \n \n„Als\nErstes ziehst du den Handschuh aus.\" forderte Aaros bestimmend. „Hmm? Warum das\ndenn?\" hakte Roland neugierig nach. „Ich will, dass du den Unterschied spürst.\"\nerklärte er. \n \nEtwas\nunsicher zog sich Roland das Medium von der Hand und blickte konzentriert nach\nvorne zu der Puppe. „Versuchen wir es mit etwas Einfachem. Ein Feuerball.\"\nsprach Aaros gelassen. Roland schloss die Augen und atmete gelassen ein und\naus. Er drehte seine linke Handfläche offen nach oben, als ein schwaches\nKnistern zu hören war. Mit einem leisen Rauschen entfachte sich eine kleine\norangerote Flamme über seiner Hand. Den Blick auf das Strohgesicht gerichtet\nstiess er seine Hand nach vorne und schleuderte die Flammenkugel auf sein Ziel.\n\n \nAls\ndas Feuer die Puppe erreichte zwinkerte er der Flamme mit einem starken\nAusatmen zu. Ein lauter Knall hüllte die Puppe mit der brennenden Hitze ein und\nverwandelte sie zu Asche. Spürbar erschöpft, atmete Roland schwerfällig ein.\n„Nicht schlecht.\" ergänzte Aaros lobend und sah seinen Schüler schmunzelnd an.\n„Jetzt mit dem Medium. Nochmal genauso.\" forderte er. Roland zog sich den\nHandschuh über und ballte seine Hand zur Faust. Mit seinem Ausatmen stellten\nsich die orangeroten Schuppen auf dem Handrücken auf und legten sich\nanschliessend langsam wieder. \n \nErneut\natmete er mit geschlossenen Augen ein und drehte seine linke Hand offen nach\noben. Eine helle Flamme loderte kräftig über seiner Hand. Erstaunt betrachtete\ner das Feuer, welches nun viel intensiver brannte. Kyndle warf ihren Blick\nebenfalls verwundert zu ihrem Partner. Mit der gleichen Bewegung schleuderte er\nden Feuerball zu der Zweiten Puppe. Ein Zwinkern später knallte die Kugel auf und\näscherte die Trainingsfigur mit einem blendenden Inferno ein. \n \nAaros\nkniff seine Augen leicht zusammen, während er das Spektakel beobachtete.\nZuversichtlich blickte er seinen Schüler an und nickte ihm lobend zu. Roland\nsah erstaunt sein Medium an, betrachtete es sorgfältig, wie sich die Schuppen\ndarauf mit seinem Atmen hoben und senkten. „Ich hab mich nicht mehr\nkonzentriert als vorher.\" gab Roland erstaunt von sich. „Und doch....\" „Ich bin\nselbst überrascht, was dein Medium zustande bringt.\" unterbrach ihn Aaros.\nNachdenklich schaute er zu Kyndle und begann leicht zu lächeln, als er die\nDrachin ansah. „Eine besondere Freundin hast du da.\" ergänzte der Magier und\nwandte sich wieder Roland zu. \n \nDieser\nblickte ebenfalls zu der Drachin. „Das stimmt.\" dachte er laut in sich. „Meine\nbesondere Prägungspartnerin.\"\n \nMit\nseinen Gedanken sah sie zu ihm rüber und sendete einen hellen Funken aus der\nTürkisfärbung ihrer tief blauen Augen. Roland folgte lächelnd dem Funkeln und\nging langsam auf sie zu. Das leise Gurren von ihr hörend näherte er sich ihr,\nstets den Sichtkontakt haltend. Roland kniete sich zu ihr runter und strich mit\nder Hand ihren Hals hinab, was ihr ein schwaches Schnurren entlockte. Doch\nbevor er etwas sagen konnte gähnte sie ihm mit weit aufgerissenem Maul ins\nGesicht.\n \nRoland\nlächelte nach dem darauf folgenden, leisen Gurren und streichelte seiner\nDrachin über die Stirn. Sie schloss kurz die Augen als sie seine Hand auf ihren\nSchuppen spürte. Den Blick ihrer funkelnden Saphire in seine Augen gerichtet\nschnurrte sie vergnügt vor sich hin. \n \n„Du\nhast einen langen Tag hinter dir.\" sprach Roland leise. „Geh doch schon mal\nvoraus und ruh dich aus.\" fügte er an. Sanft stupste sie ihm mit der Nase gegen\nsein Kinn und strich schnell mit ihrer Zunge über seine Lippen. Mit\nhalbgeschlossenen Augen stand sie auf und warf ihm einen verliebten, funkelnden\nBlick zu. Roland blieb am Boden knien und sah seiner Partnerin lächelnd\nhinterher, folgte ihren eleganten Bewegungen, bis sie hinter der Hecke\nverschwand. \n \nMit\neinem leisen Gurren schritt die orangerote Drachin zum Eingang des Haupthauses.\nSie blieb kurz stehen und horchte in die Luft. Laute Effekte von magischem\nTraining hallten gegen ihre Ohren. Mit einem leisen „Chirp\" setzte sie sich vor\nder Tür hin und klopfte mit ihrer Schweifspitze gegen den Eingang. Kurz darauf\nwurde die Tür von Sasha aufgezogen, welcher sie verwundert musterte und etwas\nan dem rötlich verfärbten Tuch auf ihrer Brust hängen blieb. \n \nMit\neinem Aufgeweckten „Meep\" ging die Drachin an ihm vorbei und sah den alten Mann\nmit halbgeschlossenen Augen an. „Ebenfalls.\" entgegnete er nüchtern und schloss\ndie Tür hinter ihr wieder. „Benötigt die Dame Hilfe dabei?\" fragte Sasha\nvornehmlich, als er sich ihr zuwandte und mit einem Finger auf seine Brust tippte.\nKyndle blieb kurz stehen und blickte zu dem verfärbten Tuch auf ihrer Brust\nherunter. Mit grossen Augen sah sie den Mann an. Mit einem leisen „Chirp\" und\neiner langsamen, kopfschwenkenden Geste antwortete sie ihm.\n \nSasha\nnickte mit geschlossenen Augen einmal und machte mit auf den Rücken gehaltenen\nHänden eine leicht vorgebeugte Haltung. „Natürlich.\" sprach er leise und zog\nsich zurück. \n \nMit\neinem weiteren, weit offenen Gähnen trat die Drachin ins Zimmer ein und schritt\nüber den Teppich im Raum. Vor der verspiegelten Tür des Schrankes blieb sie\nstehen und zupfte an dem Tuch um ihre Brust. Leise gurrend legte sie den Stoff\nauf den Boden und betrachtete sich selbst im Spiegel. Skeptisch schaute sie die\nblosse Stelle ihres schönen Schuppenkleides an. Langsam wich ihr Blick darüber,\nwährend ein unangenehmer Schauer durch ihren Körper schnellte. Leicht zuckte\nsie zusammen, als ihr die Erinnerung an die stechenden Schmerzwellen wieder\nhochkamen. Den Augenblick schnell abgeschüttelt drehte sie sich zu dem Bett um\nund ging langsam darauf zu. \n \nWie\nimmer, schnupperte sie zuerst neugierig an dem Laken, suchte nach Rolands\nGeruch, bevor sie auf das Bett sprang. In ihr gemeinsames Nest. Eng in die\nDecke eingerollt schnurrte sie vergnügt vor sich hin, während sie ihrem ruhigen\nHerzschlag horchte. Das Bild ihres Partners, wie er sie im Arm hält und die\nStirn auf ihre Legt vor dem inneren Auge sehend, döste sie friedlich ins Land\nder Träume. \n \nNach\neinigen Stunden stapfte Roland sichtlich erschöpft die Treppe hoch, auf dem Weg\nzu seinem Zimmer. Leise öffnete er die Tür und bewegte sich so still wie\nmöglich in den Raum.\n \n......\n \n \n...Inzwischen,\nan einem fernen, düsteren Ort.....\n \nMit\neinem leisen, finsteren Kichern blickte ein leicht gebeugter Mann, in eine\nblutrote Robe gehüllt, in einen grossen Spiegel. In der schwimmenden Fläche\nwaren die Gebäude des Ironwing Anwesens zu erkennen. Ein drohendes, violettes\nFunkeln schimmerte aus den leeren Augenhöhlen seiner silbernen Maske. Mit\nseinen knochigen Fingern strich er über das Bild. Hinter ihm standen zwei\nPersonen. In schwarze Mäntel gekleidet, blickten sie aus den Schatten ihrer\nKapuzen ebenfalls zu dem Spiegel. \n \nZwischen\nden beiden Unbekannten schwebte eine geisterhafte Gestalt. Sie trug eine graue\nRobe mit sechs verschiedenen Symbolen darauf. Still schaute sie auch zu dem\nAbbild von Ironwing.\n \n„Der\nSchatten wächst.....\" keuchte der Mann leise. „...und zeigt sich bereits am\nHorizont...\" fuhr er mit einem kalten Lachen fort.\n","previous":"https://fse.anthro.fr/stories/811080-five-dragons-dlvp-kapitel-8-eine-lange-liste.json"}