{"sf1_id":9272,"sf2_id":"rn6brbEn","title":"Torrap und Sihproma 2 - Die Einöde","author":"Sturmfeder","words":3205,"posted_at":"2006-02-09T17:47:00.000Z","tags":["Dragon","Fantasy","German Language","Raptor"],"url":"https://fse.anthro.fr/stories/9272-torrap-und-sihproma-2-die-einode","original_url":"https://sofurry.com/s/rn6brbEn","image_url":"https://cdn.sofurryfiles.com/submissions/thumbnails/eb/3f/eb3f6fc6-2929-4d0d-993b-44a45ebdc597","description":"#2 of Torrap und Sihproma","content":"Copyright by Sturmfeder 2006  \n  \nDiese Geschichte darf jederzeit privat kopiert und weitergereicht werden, solange das Copyright gewahrt bleibt und die Geschichte in keiner Weise verändert wird. Eine Veröffentlichung oder das Einstellen in Story-Archive ist ohne meine ausdrückliche Erlaubnis nicht erlaubt.\n* * *\n  \n  \nTeil 2 - Die Einöde  \n  \n  \nStill verharrten sie beide nebeneinander am Fenster und spähten hinaus um den Untergang der  \nSonne abzuwarten. Torrap hatte seinen Freund geradezu gedrängt in dieser Nacht  \naufzubrechen um keine Zeit zu verlieren. Zeit die Sihproma eigentlich nichts bedeutete denn  \nihm schien die Aufgabe ihres Versteckes ein zu großes Risiko zu sein. Jedenfalls momentan.  \nZischend rieb er sich die Schnauze und wandte den Blick ab, als seine Augen im Zwielicht  \nerneut ihre Schärfe verloren.  \nNach einer selbstgemachten Karte wollten sie sich richten. Viele Dinge eingezeichnet die  \nsie nur aus Gesprächen und Gerüchten erfahren hatten. Gewiss, Torrap war sehr intelligent,  \nverglich und studierte Tagelang darüber um alle Zweifel auszuräumen, doch ob ihm dies  \nreichte? Er setzte sich neben ihre bescheidene Ausrüstung und blickte zu dem Anthroraptor  \nhinauf. In gewisser Weise gab er stillschweigend zu dass er Angst hatte. Angst die Torrap  \nnicht zu teilen schien, denn man sah ihm deutlich die Spannung und Vorfreude an hier  \nwegzukommen. Wenigstens hielten seine Klauen so manchen Feind auf Abstand, nur war er  \nim Gegensatz zu ihm völlig in Ordnung. Sihproma litt immer wieder unter kleineren  \nKrämpfen und sein Sehproblem kam noch hinzu. All dies redete ihm fest ein dass er nicht für  \ndie Welt da draußen bereit war. Alleine schon gar nicht. Sein zischelndes Seufzen erweckte  \nAufmerksamkeit.  \n  \n\n\u0026nbsp; »Ich kann genau sehen was du denkst, Sihproma«, warf sein Freund leise in den Raum und  \ndrehte den Kopf leicht um ein Auge auf den Anthrodrachen zu richten. »Ich wünschte du  \nhättest etwas mehr Selbstvertrauen, so wie ich es in dich habe. Es wird kein Problem geben  \ndas wir nicht gemeinsam lösen können. Zusammen kann uns nichts passieren.« Seine  \naufrichtige Zuversicht heiterte die nachdenkliche Gestalt einwenig auf. Er hatte ja irgendwo  \nrecht. Bisher kamen sie gut aus mit dem was sie hatten und wie sie lebten, auch  \nSchwierigkeiten hatten sie oft genug zusammen gemeistert. Der einzige Unterschied wäre das  \nsie keine Behausung mehr hätten. Wirklich sicher waren sie selbst hier nicht wenn er sich das  \nehrlich eingestand. Sein Kopf legte sich leicht schräg und funkelte zu dem Anthroraptor  \nhinüber.  \n»Ich versuche etwas optimistisch zu sein, versprochen«, lächelte er und packte eine ihrer  \nvollgestopften Taschen. Überwiegend hatten sie nur Verpflegung dabei. Etwas anderes  \nbesaßen sie nicht mehr. »Meine Augen sehen wieder problemlos, von mir aus können wir uns  \ndurch die Nacht schleichen Torrap.« Nickend deutete er auf die Türe und der Raptor  \nschulterte sich den Rest der Ausrüstung.  \n»Dann wollen wir los, je schneller wir die Stadt verlassen desto besser für uns. Außerdem  \nwerde ich trotzdem nach uns abschließen, wer weiß.« Sie öffneten leise die Türe und spähten  \nhinaus. Ein kühler Luftzug strich durch den Spalt herein und lies sie kurz erschauern bis ihre  \nKörper sich an den Unterschied gewöhnt hatten. Fest zogen sie die dunklen Umhänge um sich  \nund verschwanden in die Schatten hinaus.  \nDie Stadt würden sie ohne Probleme verlassen können, wohnten sie doch ohnehin schon in  \neinem äußeren Bezirk und Torrap hatte die Route kurzerhand schlau geplant. Nicht weit von  \nihrer Wohnung verließen sie die Oberfläche und kletterten in ein stillgelegtes  \nAbwassersystem hinab, welches sie bis an die Stadtgrenze führen würde. Hier lies Torrap  \nklugerweise Sihproma vorausgehen. Als Drache verfügten seine Augen über die bessere  \nSehfähigkeit im dunklen, denn eine Lichtquelle hatte keiner dabei.  \n  \n\n\u0026nbsp; Einige Stunden verstrichen in denen die Beiden still hintereinander gingen bis sie das Ende  \nerreichten und wie erwartet an der Stadtgrenze herauskamen. Neugierig blickten sie in das  \noffene Land hinaus. Von hier aus gab es nichts mehr dass sie jemals mit eigenen Augen  \ngesehen hätten.  \n»Es ist soweit Sihproma. Von hier aus wird uns die Karte leiten. In ein paar Tagen schon  \nsind wir in einer freundlicheren Gegend, weit weg von allen großen Städten und deren  \nGefahren.« Eine dunkle Drachenpfote legte sich in einer anvertrauenden Geste auf die  \nSchulter des Raptors. Keiner wollte zurücksehen denn es gab nichts zu vermissen hier. Rasch  \nfolgten sie einem kleinen Pfad etwas weg von einer verfallenen und aufgebrochenen Straße.  \nDie Nacht schützte sie hier noch einwenig und sie mussten das ausnutzen so gut es ging.  \n»Nach Westen, zu den Bergen mein Freund.« Ihre Krallen und Pfoten hinterließen jene  \ntypischen Abdrücke die recht leicht auf ihre Art schließen ließen, aber da Drachen und  \nRaptoren Jäger waren würden nicht viele versuchen sie zu treffen.  \n  \n\n\u0026nbsp; Bei Tagesanbruch rasteten sie ein einem kleinen Felsversteck welches gerade groß genug war  \num sich hinein zu zwängen. Sihproma beschloss diese für ihn ohnehin nicht nutzbare Zeit des  \nTages etwas zu schlafen während Torrap begann sich intensiver mit Karte und Kompass zu  \nbeschäftigen. Er lehnte ich an den warmen Rücken seines Freundes und warf aus der engen  \nffnung ihres Versteckes einen Blick über das heller werdende Land. Weit und breit war es  \neine teils felsige und sandige Einöde. Nur sehr wenig Bäume und Sträucher zierten die  \nLandschaft und diese sahen nicht wesentlich gesund aus. Der Himmel hatte immer einen  \nsteten Grauschleier aber nichtsdestotrotz fühlten sie deutlich wie die Temperaturen auf ein  \ndurchaus angenehmes Maß anzusteigen begannen.  \nZufrieden schätzte Torrap die Entfernung. Seinen Informationen würden sie in wenigen  \nTagen eine kleine Oaseerreichen, ein Tal welches gut geschützt Wasser und Unterschlupf bot.  \nDas war ihr erstes Ziel, aber zugleich auch ein sehr gefährliches denn alle Wesen der  \nUmgebung würden sich dort versammeln. Nachdenklich sah er seinen Begleiter an und wurde  \nsogleich wieder von dem Farbenspiel seiner Schuppen fasziniert. Das Rot hatte an Intensität  \nnoch zugenommen und harmonierte wundervoll mit dem jetzt eher tiefen Schwarz der glatten  \nSchuppen dazwischen.  \n»Bist du wach?« fragte er leise und musterte etwas überrascht die kleinen Erhebungen auf  \nder Rückseite seiner Schultern die ihm vorher nicht aufgefallen waren. Sihproma funkelte ihn  \nan.  \n»Natürlich, in dieser kurzen Zeit döse ich eher als schlafen. Das wage ich hier nicht  \nwirklich. Gehen wir also weiter wenn du die Richtung bestimmt hast?« Torrap hielt ihm die  \nKarte vor die Nase und bewegte sie dann wieder etwas zur Seite damit er sie auch genau  \nerkennen konnte. Seine Kralle fuhr langsam die geplante Strecke ab. Es sah wirklich nicht  \nsehr weit aus wenn sie sich darauf verlassen konnte. »Dann los, essen wir unterwegs, das  \nspart etwa Zeit«, schlug Sihproma vor und streckte sich so gut es ging. Seltsamerweise fühlte  \ner sich verspannter an als er dachte.  \n  \n\n\u0026nbsp; Die Sonne nahm an Kraft zu. Viel stärker als sie es zuerst angenommen hatten denn in der  \nStadt waren sie während des Tages meist nicht außerhalb ihrer sicheren Unterkunft gewesen.  \nEtwas betroffen trafen sie immer wieder auf die vertrockneten Überreste von Tieren oder  \nAnthrowesen wie sie, die hoffentlich eines natürlich Todes gestorben waren. Das hofften sie  \nzumindest. Immerhin schien die Temperatur einen von ihnen nicht wesentlich zu stören.  \nSihproma schien immer gutgelaunter zu werden, je heißer seine Schuppen wurden. Am  \nliebsten hätte er sich auf einen Stein in der Nähe gelegt und den Rest des Tages nur dagelegen  \nund die Sonne genossen. Torrap warf ihm diesbezüglich auch einen warnenden Blick zu, nicht  \nauf derartige Ideen kommen zu wollen. Ihm selbst gefiel die Wetterlage nicht sonderlich gut.  \nEr konnte zwar gerade noch damit leben aber wäre über einen weniger heißen Tag nicht  \nunglücklich.  \nWenigstens stand ihr Ziel fest vor Augen und die Zeit bis dahin konnte man leicht an den  \nKrallen abzählen. Ungeplante Pausen durften sie trotzdem nicht einlegen denn ihre Vorräte  \nwürden durch derart unnötige Aktionen möglicherweise nicht ausreichen.  \nIn der größten Mittagshitze flüchteten sie schließlich doch in den schützenden Schatten  \neines rauen Felsens und ruhten sich etwas aus. Der Sand unter ihren Pfoten war angenehm zu  \nspüren und das Gefühl von Freiheit motivierte ihre Gedanken.  \n»Wir kommen sehr gut voran«, freute sich Torrap und warf seinem Freund etwas zu Essen  \nzu der es geschickt mit einer Pfote auffing. »Nur sollten wir es nicht übertreiben und ich  \nglaube es ist vernünftig wenn wir hier einwenig bleiben. Auch wenn dir die Hitze ja nichts  \nauszumachen scheint, Drache.« Er grinste den Anthro freundlich an und freute sich das es ihm  \nscheinbar einmal wirklich gut ging.  \n»Ich mag die Wärme sehr«, zischte er und wollte noch etwas sagen, konnte die Worte aber  \nnicht mehr formen und begann stattdessen zu essen. Torrap legte den Kopf fragend schief,  \nging darauf aber nicht näher ein.  \n»Obwohl wir es nicht eilig haben würde ich heute gerne an der kleinen Hügelkette dort  \nankommen.« Seine Kralle reckte sich zum Horizont wo man die Erhebung gut ausmachen  \nkonnte. »Ich campe nicht gerne in freiem Gelände.« In stiller Übereinkunft döste jeder  \neinwenig während der andere die Umgebung im Auge behielt. Sihproma reinigte seine  \nSchuppen vom Sand um sich die Zeit zu vertreiben und begann zu ahnen wie lästig dies auf  \nDauer sein würde. Zwar waren Sandkörner unglaublich klein aber einmal zwischen seinen  \nSchuppen gefangen scheuerte es ständig irgendwo.  \nZischend streckte er sein Bein aus und fuhr dann leicht schmerzhaft zusammen. Ächzend  \ndrückte er die Pfote auf sein Fußgelenk und rieb fest über jene Stelle, die sich einen Moment  \nlang angefühlt hatte als ob jemand einen Nagel hineingestochen hätte. Verwundert bewegte er  \nseine Zehenkrallen etwas und versuchte aufzustehen. Leicht hinkend machte er ein paar  \nSchritte und zischte fragend auf als sein Bein ihm eine leicht andere Haltung aufzwang. Nicht  \nsonderlich schlimm aber doch sehr überraschend für ihn und auf Dauer bestimmt nicht  \nangenehm zu gehen.  \nTorrap gähnte und sah zu ihm auf. »Ist es schon soweit? Ich stehe gleich auf.« Erleichtert  \ndrehte sich der Raptor noch einmal herum und Sihproma konnte sich rasch hinsetzen und  \nmachte eine Lockerungsübung, die ihm jedoch nur mäßig etwas brachte. Immerhin bot sich  \njetzt die Gelegenheit seine Sachen zu packen um nicht gleich dabei aufzufallen. Torrap sollte  \nsich nicht schon wieder Sorgen um ihn machen müssen.  \n  \n\n\u0026nbsp; Mit dem Kompass in der Pfote tappte Torrap sicher voraus. Sein Schwanz bewegte sich leicht  \npendelnd ein gutes Stück über dem Boden hin und her. Ganz anders als Sihpromas der  \naufgrund seiner Länge immer wieder etwas über den Sand streifte. Der Raptor bewies sich  \neindeutig als der bessere Läufer wie sich rasch heraus gestellt hatte. Daher übernahm er  \nfreiwillig die Spitze, ging aber nur wenige Meter voraus. Der Vorteil für den Drachen war  \ndabei, dass sein Freund nicht erkennen konnte wenn er schmerzen beim gehen hatte. Tief in  \nGedanken versunken um Schritt zu halten prallte er fast auf seinen Freund der abrupt vor ihm  \nstehen geblieben war. »Was ist los?« zischte er und folgte den Augen Torraps die sich starr  \nauf den Boden gerichtet hatten.  \n»Sie nur.« Eine deutliche und recht frische Spur kreuzte ihren Weg und verlief ebenfalls in  \nRichtung der Hügelkette. Die Abdrücke waren nicht sonderlich tief, kamen ihnen aber auch  \nnicht bekannt vor. Nachdenklich knieten sie sich davor hin und überlegten etwas. »Was  \nmeinst du? Das sagt mir nichts außer die Richtung.« Seine Augen fixierten einen Punkt an  \nden Hügeln und er suchte nach einer Bewegung.  \n»Ich kann nichts erkennen. Es scheint alles ruhig. Gehen wir ... trotzdem weiter?« fragte er  \nvorsichtig. Die Frage war eigentlich überflüssig denn wollten sie nicht auf freiem Feld  \ncampieren gab es keine andere Wahl.  \n»Nun, falls wir auf denjenigen stoßen ist ja nicht gesagt das er uns feindlich gesinnt wäre.  \nIch würde sagen wir gehen weiter, passen aber eben etwas mehr auf. Jetzt wissen wir ja das  \nwir nicht mehr alleine sind.« Er schulterte seine Tasche wieder und richtete sich auf um  \nweiter zu gehen als ihm ein schmerzhaftes aufzischen herumfahren ließ. Sihproma kniete im  \nSand und rieb sich mit zusammen gebissenen Zähnen ein Fußgelenk. Rasch warf Torrap seine  \nTasche zur Seite und nahm das Bein seines Freundes in die Pfoten. »Hast du dich verletzt?«  \nfragte er erschrocken und suchte hektisch nach einer Verletzung.  \n»Es ist nichts«, zischte er plötzlich wütend und stieß Torrap von sich. »Wahrscheinlich ist  \nes die ungewohnte Anstrengung, mehr nicht.« Mühsam richtete er sich auf um zu  \ndemonstrieren das alles in Ordnung war. Der Anthroraptor musterte ihn zweifelnd.  \n»Bei unserer Freundschaft, sag mir wenn etwas nicht stimmt. Das meine ich ernst. Mir liegt  \nzuviel an dir um mich nicht zu sorgen.« Er richtete sich wieder auf und klopfte den Sand von  \nseiner Haut. Seine Augen funkelten erwartungsvoll während Sihproma prüfend seine Beine  \nstreckte.  \n»Es ist ... es hat schon seit heute morgen angefangen. Ein leichtes stechen im Gelenk, sonst  \nnichts. Bestimmt überanstrengt oder ich bin versehentlich unglücklich aufgetreten«, meinte er  \nleise und machte ein paar Schritte. »Siehst du, es geht schon wieder. Kein Grund zur Sorge.«  \nKommentarlos schnappte sich Torrap beide Taschen und schulterte sie.  \n»Was es auch immer ist, ich trage deine Tasche bis wir dort sind und du passt auf dich auf.  \nHeute Nacht kannst du dich etwas ausruhen und morgen sehen wir weiter.« Er deutete auf die  \nSilhouette der Hügel. »Geh voraus Sihproma, ich will gleich sehen falls etwas passiert.«  \nUnglücklich und zähneknirschend ging er an seinem abwartenden Freund vorbei und bemühte  \nsich so gut es ging normal zu gehen, doch den jetzt wachsamen Augen des Raptors entging  \nnicht der kleinste Fehltritt.  \n  \n\n\u0026nbsp; »Ich habe gehört es gibt einen Anthrodrachen im Westen«, begann Torrap nachdenklich. »Er  \nsoll den Gerüchten zufolge einer der ersten gewesen sein die sich verwandelt hatten.  \nVielleicht kann er uns Auskunft geben warum es dir anders als den anderen ergeht.« Sofort  \nzog er die griffbereite Karte aus einer Tasche und hantierte etwas damit umher bis er sie lesen  \nkonnte ohne ein Gepäckstück zu verlieren.  \n»Ist das mit ein Grund warum du so erpicht darauf bist nach Westen zu gehen oder purer  \nZufall?« Sihproma blickte forschend über die Schulter. Torrap gab ihm keine Antwort  \nsondern tat so als ob er die Frage überhört hatte und blickte weiter auf die Karte.  \n»Ja, dort ist eine große Gebirgskette. Er muss dort irgendwo leben, wir könnten fragen ob  \nihn jemand kennt.« Ärgerlich blieb Sihproma stehen und drehte sich herum, seine Pfote  \nkrallte Torrap etwas fester als gewollt in die Schulter. Überrascht erkannte dieser etwas  \nfremdes in den Augen seines Freundes, keine Spur seiner sonstigen Unsicherheit .  \n»Sag mir schon, was ist der Grund für diese Richtung? Gäbe es nicht auch woanders ein  \nnäheres Ziel für uns?« Mit einem leisen knurren drehte der Raptor die spitzen Krallen aus  \nseiner Schulter. War es ein Fehler von ihm an seinen einzigen Freund zu denken? Natürlich  \ngab es andere Ziele aber gerade dort gab es eben einen der ältesten Anthrodrachen. Was lag  \nalso näher als ein neues Leben zu finden und dabei vielleicht dem Drachen zu helfen etwas  \nüber sich selbst zu erfahren?  \n»Ja, das ist mit ein Grund. Ein sehr wichtiger Grund. Für mich, weil du mein Freund bist  \nund ich nicht will dass dir vielleicht etwas schlimmes geschieht. Für dich, weil du dort ebenso  \nfrei leben könntest aber auch deinesgleichen hast, der dir mit Rat zur Seite stehen kann.  \nRaptoren gibt es viele übertrieben gesagt aber Drachen? Würdest du dich nicht freuen  \nzumindest in der Umgebung jemanden wie dich zu haben?« Sie schwiegen sich eine Weile an  \nbis Sihproma schließlich verzeihend zischte und beschämt den Kopf senkte.  \n»Es ist schon in Ordnung. Ich verstehe dich ja irgendwo. Lass uns aber jetzt nicht weiter  \nanhalten. Wir sollten die Hügelkette erreichen und ein Versteck finden. Das Wetter riecht  \nnicht sonderlich aufbauend.« Lächelnd legte er seine Pfote Sihproma an die Brust und deutete  \nihm an weiter zu gehen.  \n  \n\n\u0026nbsp; Sie näherten sich den Hügeln weiter und konnten bald mehr und mehr Details ausmachen.  \nZumindest für die Nacht war der Platz gut geeignet und selbst die fremden Spuren verloren  \nsich im Sand und schlugen eine andere Richtung ein. Ihre Sorge lies für einen Moment etwas  \nnach doch sie wurden schnell eines besseren belehrt.  \nWind kam auf und begann den Sand über das Land zu treiben. Leise fluchend befürchteten  \nsie dass es schlimmer kommen würde und beeilten sich etwas mehr. Still nahm Torrap zur  \nKenntnis das Sihproma dadurch merklich geschwächt wurde und sich langsam aber sicher  \nmehr schleppte als ging. Sie hatten aber keine andere Wahl und er konnte nichts tun um  \nseinem Freund zu helfen.  \nAls sie endlich den ersten Ausläufer erreichten, konnte er kaum noch gehen und hechelte  \nerschöpft. »Mach jetzt nicht schlapp, siehst du das? Dort ist etwas. Ein kleiner Überhang oder  \nso. Da können wir bis morgen bleiben.« Sein Arm deutete auf eine höher gelegene Stelle die  \ntatsächlich vielversprechend aussah. Müde blinzelte der Drache hinauf und zischte leise vor  \nsich hin. Seine Beine schmerzten und seine Schultern drückten irgendwie. Seine Sinne  \nschwammen einwenig aber sein Geruchsinn hatte in den letzten Stunden unglaublich  \nzugenommen. Leider sagte ihm seine Nase deutlich etwas über das schlechter werdende  \nWetter aus. Sie brauchten rasch Schutz. Fragend sah Torrap ihn an und hielt ihm seine Pfote  \nanbietend hin doch er schüttelte den Kopf und antwortete erneut in einem Zischton, den der  \nRaptor nicht verstehen konnte. Seufzend tappte er dann einfach in die angegebene Richtung  \nweiter um zu zeigen das es für ihn machbar war. Trotzdem hielt sich sein Freund dicht bei  \nihm um ihn notfalls stützen zu können.  \n»Wir haben es geschafft, endlich«, freuten sie sich und ließen sich nebeneinander auf den  \nBoden fallen. Der Sand vor Sihpromas Nüstern stieb auseinander als er erschöpft nach Luft  \nschnappte und die Beine entlastend an seinen Körper zog. Seine Augen funkelten unglaublich  \nhell, so als ob ein inneres Feuer in ihnen brannte und Torrap fragte sich insgeheim wie das  \nmöglich war. Ihm blieb nun nichts anderes mehr übrig als ein kleines Lager aufzubauen und  \nzu warten. Sie drängten sich an die Rückwand des kleinen Überhanges und sahen dem  \nwindigen Treiben zu welches tatsächlich schlimmer wurde.  \nSihproma begann es wenigstens etwas später wieder besser zu gehen und der Drache rollte  \nsich etwas ein, ein Auge wachsam offen und zum düsteren Himmel blickend. Torrap lehnte  \nsich an seinen Freund und legte eine Pfote auf seine Seite. Unbewusst und in Gedanken  \nversunken spielten seine Krallen mit einer kleinen Schuppe dort. Dabei fiel seine  \nAufmerksamkeit wieder auf den Rücken und die beiden Stellen, an denen die Schuppen  \ninzwischen fast völlig verschwunden waren und sich stattdessen lederartige Haut wölbte. Mit  \neinem mal erkannte er was mit ihm los war. Seine Verwandlung war eben noch nicht  \nabgeschlossen! Etwas geschah noch mit ihm und er musste sich halb eingestehen das er Angst  \nhatte was es sein könnte.  \n»Ich passe auf, schlaf etwas ... Drache«, flüsterte er ihm in sein Ohr und wartete bis der  \nhelle Punkt seines Auges sich ebenfalls schloss. Dann zog er eine Decke heraus und legte sie  \nüber ihn. Was sollte er tun wenn dies tatsächlich geschah? Würden sie dann hier festsitzen?  \nKonnte er morgen überhaupt noch gehen? Er schauerte leicht und kauerte sich etwas  \nbequemer neben seinem Freund nieder. Die als verwaschener Punkt erkennbare Sonne begann  \nganz langsam zu versinken und er sah ihrem Untergang wie so oft zuvor alleine zu. Was sagt  \nSihproma immer? Die für ihn uninteressanteste Zeit des Tages, spielte er damit auf seinen  \nSehverlust während des Zwielichtes an und zog sich dann ebenfalls unter die Decke zurück.  \nWas auch geschah. Sie konnten bisher trotzdem zufrieden sein.  \n  \n\n\u0026nbsp; Von etwas weiter oben, aus einem kaum einsehbaren Platz, wurden die beiden währenddessen  \näußerst misstrauisch beobachtet. Ein leises fauchen erklang, aber der Wind trug es nicht hinab  \nzu ihnen.  \n  \n  \nEnde Teil 2 - Die Einöde  \n  \n\n","series":{"name":"Torrap und Sihproma","previous":"https://fse.anthro.fr/stories/9191-torrap-und-sihproma-1-auf-zu-neuen-ufern.json","next":"https://fse.anthro.fr/stories/9722-torrap-und-sihproma-3-freund-oder-feind.json"}}