Wolfsblut - Teil 2 Kapitel 42: Eine seltsame Erscheinung
Teil 2: Eis
Kapitel 42: Eine seltsame Erscheinung
Geräuschvoll stieß Sesuke seinen Atem aus, während er mit den Händen schneidende Bewegungen ausführte. Das Holz des Baumstückes knackte und zerbrach in kleine Stücke. Er stapelte die Holzstücke ordentlich in einen Korb und brachte diesen in das Schloss.
Entgegen Taus Anweisungen arbeitete Sesuke wieder für Xyon. Es waren zwar nur kleine Hilfen, die Sesukes Regenerationsprozess nur geringfügig beeinflussten, doch es half Sesuke, sich nicht mehr nutzlos zu fühlen.
Er legte das Holz in den alten Kamin und hielt somit das Feuer am Leben, welches die Halle in den kalten Jahreszeiten gemütlich warm hielt. Für einen Moment wollte er sich auf das Sofa setzen und verschnaufen.
Sesuke nahm Platz, gönnte sich einen Schluck kaltes Wasser und sah auf die große steinerne Statue in der Mitte der Halle. Sie stellte einen großen Wolf mit gesenktem Körper, gesträubtem Fell, aufgerichtetem Schweif und gefletschten Zähnen dar. Auf dem Rücken hatte er riesige Engelsflügel.
Die aggressive Haltung stand im Kontrast zu den Engelsflügeln, die scheinbar symbolisierten, dass es sich um ein erhabenes und gütiges Geschöpf handelte. Zumindest wurde angenommen, dass es keinen gewöhnlichen Wolf darstellte.
Wen genau die Statue darstellen sollte, wusste Sesuke nicht, doch er bewunderte die Arbeit dieses Kunstwerks mit großem Respekt. Xyon hatte ihm erzählt, dass die Statue von einem seiner Ahnen geschlagen wurde. Nachdem die Statue angefertigt wurde, hatte Xyons Ahne das Schloss um die Statue errichtet. Deshalb trug das Schloss einst den Namen Stone-Wing-Castle. Es wurde nach den steinernen Engelsflügeln der Statue benannt. Damit erschöpfte sich Sesukes Wissen über die Geschichte dieser Statue aber auch wieder.
Es gab nie Gemälde, Aufzeichnungen oder ähnliches, die die Existenz von Xyons Ahnen bestätigen. Daher konnte Sesuke die Geschichte über seine Ahnen nie studieren, er bekam lediglich Sagen erzählt, über die Xyon von seinen Vorgängern unterrichtet wurde.
Sesuke konnte Xyons jüngsten Ahnen kennenlernen. Er hieß Xyano und war seinerzeit der Wächter des Xyonits. Xyano hatte sich an Sesukes Ausbildung in der Welpenzeit beteiligt, während er selbst noch Xyon unterrichtete. Einige Monate vor Sesukes Volljährigkeit starb Xyano an Altersschwäche und Xyon übernahm seinen Posten als Wächter des Xyonits.
Sesuke wusste nicht viel über die Ausbildung zum Wächter des Xyonits. Er wusste nur, dass Xyon sie begonnen hatte, bevor er geboren wurde. Aber nicht jeder beliebige Bewohner Xornias konnte zu solch einem Wächter werden. Es waren auserwählte Personen, bei denen die Gene und Fähigkeiten des Wächters des Xyonits schon vor der Geburt vererbt wurden. Jedoch waren die jeweiligen Wächter nicht blutsverwandt. Xyon war nicht Xyanos Sohn und sie waren auch nicht anderweitig miteinander verwandt. Lediglich die Tatsache, dass sie die Gene des ersten Wächters des Xyonits in sich trugen, verband sie.
Über den ersten Wächter des Xyonits wusste Sesuke nichts, da Xyon ihn darüber nicht aufklärte, wenn er ihn danach fragte.
Jeder Neugeborene konnte der neue Wächter des Xyonits sein und die Aufgabe des gegenwärtiges Wächters war es, den neuen Wächter zu unterrichten und auszubilden.
Das wohl auffälligste Zeichen des Wächters ist die sonderbare Haarfarbe, welches ein Farbverlauf der Regenbogenfarben war. Das zweite Zeichen waren die silbernen Augen.
Sesuke lehnte sich zurück und seufzte. Das war alles, was ihm damals zu dem Wächter des Xyonits erklärt wurde. Die Geschichte seiner eigenen Ahnen und deren Rolle als Wächter interessierte ihn mehr, doch er wusste nur wenig davon. Entweder sie wurde ihm teilweise verschwiegen oder Xyon hatte wirklich keine Ahnung.
Zu viele Fragen standen noch offen: Woher kamen die damaligen Wächter, die nach Xornia geschickt wurden, um Ez'quil zu verbannen? Warum werden die neuen Wächter auch in der Welt des Lichts geboren, so wie Hakku und Tau? Woher kommen die Steine mit deren Hilfe sich die Wächter verwandeln können? Wie können die Kraftspender, die ihnen die elementaren Fähigkeiten verleihen, weitervererbt werden?
,,Hey."
Die Stimme holte Sesuke aus seinen Gedanken. Der blonde Wolf setzte sich neben den Collie auf das Sofa.
Sesuke schaute verwundert auf den Arm des Wolfes, an dem sich ein tiefer Kratzer durch das Fell zog.
,,Hatte dir Tau nicht Bettruhe verordnet?", erkundigte sich Leo vorsichtig. Sesuke schüttelte den Kopf.
,,Das ist schon fünf Tage her. Ich bin wieder fit und will nicht nur untätig rumsitzen."
,,Verstehe."
Sesuke deutete auf Leos verletzten Arm und fragte: ,,Was ist passiert? Hat sich der Zustand nicht verbessert?
Leo strich sich die Haare aus dem Gesicht und blinzelte Sesuke an.
,,Nein, leider. Ein Rudel Kojoten haben völlig den Verstand verloren. Wir haben es geschafft, sie etwas zu beruhigen. Hakku hat sich dabei ein Bein gebrochen, da er gebissen wurde."
Sesuke starrte mit abwesendem Blick auf den leeren Tisch. ,,Der arme Kleine. Ist er schwer verwundet? Tau hat sowieso schon alle Hände voll zu tun."
Leo schüttelte den Kopf. ,,Du kennst ihn. So leicht haut ihn nichts aus den Socken. Aber Xyon hat ihm verboten, weiterzumachen, bevor er geheilt ist."
,,Und wie geht's den anderen?", hakte Sesuke nach.
,,Gut. Ein paar Kratzer, sonst sind wir alle recht unversehrt davongekommen. Mariku macht sich nur etwas Sorgen um Xyon. Weil er nicht aufhört, die Kämpfe schlichten zu wollen, wenn er selbst verletzt ist."
Sesuke verschränkte die Arme.
,,Ja, das ist mir auch aufgefallen. Aber Xyon ist in dem Punkt stur. Wenn es um sein Land geht, berücksichtigt er seine eigene Gesundheit nicht. Hoffentlich übertreibt er es nicht irgendwann."
,,Ja, sonst könnte es problematisch werden. Wie sieht es eigentlich mit Mazaru aus? Geht es ihm schon besser?"
,,Sein Zustand ändert sich ständig. Mal geht es besser, mal schlechter. Tau kann nicht genau sagen, ob und wann er aus dem Koma erwachen wird", antwortete Sesuke trocken.
Leo war erstaunt, dass Sesuke dies scheinbar so leicht über die Lefzen brachte, immerhin schien Sesuke den Dingo sehr zu mögen und ihm sehr nahe zu stehen.
Er sah ihm in die Augen und erkannte, dass er seine Traurigkeit nur zu verbergen versuchte.
,,Nur nicht die Hoffnung aufgeben", sagte Leo aufmunternd und lächelte dem Collie dabei an.
Der Wolf stand auf, zupft sein Gewand zurecht und verabschiedete sich wieder, um den anderen draußen zu helfen.
Als sich das Tor wieder schloss, legte Sesuke noch einmal Feuerholz nach und beschloss, Mazaru einen Besuch abzustatten und sich nach seinem Gesundheitszustand zu erkundigen.
Er klopfte und wartete, bis jemand die Tür öffnete.
,,Ah hallo Sesuke"
Die junge Wölfin bat den Collie ins Zimmer und schloss anschließend wieder die Tür. Im Behandlungszimmer lag nun nicht mehr Mazaru, denn der wurde in ein anderes Zimmer gebracht. Auf dem Bett saß nun ein Kater mit auffälliger Fellfarbe und langen, weißen Haaren. Er trug einen Gips um das linke Bein und beobachtete die Wölfin skeptisch.
Sesuke trat näher an das Bett, sodass er die Aufmerksamkeit des Katers auf sich zog.
,,Leo hat es mir erzählt. Wie geht's dir?"
,,Ging mir schon mal besser", antwortete der Kater Hakku trotzig. Sesuke rollte mit den Augen und sah Tau zu, wie sie eine Kräutermischung zubereitete.
,,Ignorier' seine schlechte Laune, er ist schon den ganzen Tag so", sagte sie, ohne Sesuke anzusehen.
,,Bin ich nicht!", entgegnete Hakku
Der Collie sah wieder zu Hakku, der seinen Blick wütend erwiderte. ,,Gute Besserung, Kleiner."
Hakku schaute weg, während sich Sesuke an Tau wandte.
,,Hast du Neuigkeiten?", fragte er vorsichtig.
Tau knetete die Mischung durch und sagte: ,,Im Moment kann ich dir nichts sagen. Ich habe getan, was ich konnte. Seine Wunden heilen nur sehr langsam und ich kann nicht sagen, ob er bald aufwachen wird."
Sesuke nickte und verabschiedete sich wieder von ihr. Er wollte nochmal selbst nach ihm schauen.
Leise quietschend öffnete sich die Holztür und Sesuke trat in das Zimmer, welches Hakku dem im Koma liegenden Dingo zu Verfügung gestellt hatte. Der Kater musste momentan sowieso im Krankenflügel bleiben, sonst würde er sich die Gemächer mit Sisco teilen, was vermutlich weder ihm noch dem Geparden zusagen würde.
Sesuke schloss die Tür und betrat das Innere des gemütlich eingerichteten Raumes. Im Gegensatz zu dem Collie hielt Hakku sein Zimmer mittelalterlich, wie der Rest des Schlosses.
Die Möbel erinnerten sehr an die alte Zeit. Sesukes Gemach war dagegen ein krasser Kontrast. Er hatte sich mit der Hilfe des Marktes in einem großen Dorf, welches in der Nähe des Schlosses war, eine moderne Einrichtung geschaffen. Das Dorf gehörte zu denen Dörfern, die den anderen in der Zeit voraus waren. Die Behausungen waren moderner und erinnerten stark an die gewöhnlichen Dörfer in der Welt des Lichts. Es gab aber auch Dörfer in Xornia, die traditionell waren und eher an die mittelalterliche Zeit erinnerten.
Sesuke trat vor das Bett, in dem der Dingo lag. Er sah aus, als würde er friedlich schlafen, doch Sesuke wusste, dass er mit dem Tod ringen musste.
Er schnappte sich einen Stuhl und setzte sich, während er Mazaru aufmerksam beobachtete.
Sesuke schloss die Augen, knickte die Ohren nach unten und ließ den Kopf hängen.
Das Feuer in dem kleinen Kamin erwärmte den Raum und nur durch das Knacken des Holzes wurde die Stille gebrochen.
An Mazarus Körper war ein Gerät angeschlossen, mit dem sein Herzschlag überprüft werden konnte.
Das Gerät kannte Sisco aus den Krankenhäusern der Welt des Lichts und er fertigte ebenfalls solch ein Gerät an. Tau hatte es somit viel leichter, den Zustand ihrer Patienten zu überprüfen.
Sesuke öffnete die Augen wieder und betrachtete die Linie auf dem Bildschirm, die in regelmäßigen Abständen Wellen schlug.
,,Weiß du, ich habe die Zeit mit dir sehr genossen", flüsterte der Collie leise und schenkte seine volle Aufmerksamkeit wieder dem Dingo.
,,Noch nie war jemand so zu mir. Du bist etwas ganz besonderes für mich."
Er verstummte wieder und lauschte dem Knacken des Feuerholzes. Der Kamin befand sich im Nebenzimmer und warf Schattenspiele durch die Tür an die Decke. Die Vorhänge waren geschlossen, die Kerzen aus und es gab kein künstliches Licht, sodass das Feuer die einzige Lichtquelle war. Sie schaffte eine angenehme Atmosphäre in die Zimmer und tauchte sie in ein dunkles orange-rotes Licht.
,,Vielleicht...", begann Sesuke wieder. ,,Vielleicht lag es daran, dass ich nach meinem ersten Besuch in der Welt des Lichts nie wieder auf mein Herz gehört habe."
Er seufzte und verschränkte die Arme.
,,Damals war ich zehn. Ich wollte nie wieder eine innige Zuneigung zu jemanden aufbauen. Zwar habe ich einige Freunde hier in Xornia gefunden, doch das ist etwas ganz anderes."
Sesuke stellte die Ohren wieder auf und sah Mazaru mit glänzenden blau-grünen Augen an.
,,Und dann kamst du in mein Leben. Alles änderte sich. Du bist mir so sehr ans Herz gewachsen, dass es mich zerstören würde, falls du nicht aufwachen solltest."
Er blinzelte und schüttelte den Kopf.
,,Aber ich glaube fest daran, dass du wieder gesund wirst und aufwachst. Das zwischen uns ist etwas besonderes. Nicht weil wir das gleiche Schicksal teilen, ich dich seit deiner Geburt kenne oder mir dieser Auftrag erteilt wurde. Nein, es ist etwas anderes. Ich habe einfach dieses Gefühl, dass ich sonst bei niemanden hatte."
Er schloss wieder die Augen und konzentrierte sich auf das tiefe Schwarz. Aber er sah nicht nur die Schwärze, es war, als wäre da noch etwas ganz anderes, etwas farbiges und leuchtendes.
,,Wie ein geistiges Band, das zwischen uns ist."
Er stand auf.
,,Mazaru."
Sein Blick ruhte auf den geschlossenen Lidern des jungen Dingos.
,,Ich wollte es dir sagen, aber dann haben sie dich entführt und beinahe getötet, sodass ich keine Chance mehr dazu hatte. Aber das hole ich jetzt nach."
Sesuke beugte sich etwas vor, bis seine Nase fast Mazarus Ohr berührte.
,,Ich liebe dich", hauchte er und verlor eine Träne. Langsam rann sie seine Wange herab, bis sie schließlich auf Mazarus Nase fiel.
Sesuke spürte, wie ihn die Stille einhüllte. Er konnte seinen Herzschlag hören und fühlte die Erleichterung. Endlich war er den Satz losgeworden und er war sich sicher, dass er ihn wiederholen könnte, wenn Mazaru aufwachte.
Erst nach zwei weiteren Augenblicken nahm Sesuke seine Umgebung wieder wahr. Seine Ohren zuckten. Es fiepte sehr laut.
Er erschrak und fuhr herum. Die Linie auf dem Bildschirm war zum Stillstand gekommen und das Gerät gab einen hohen Ton von sich.
Panik kam in Sesuke auf. Er brüllte nach Tau und drückte im Sekundentakt mit aufeinandergelegten Pfoten auf Mazarus Brust.
Plötzlich schmerzten seine Augen. Ein grelles Licht stach in sie und konnten sich nicht schnell genug an die plötzliche Helligkeit gewöhnen.
Sesuke taumelte blind zurück und riss den Stuhl mit sich zu Boden. Für eine Sekunde lag er perplex am Boden, doch dann rührte er sich wieder und hob den Kopf. Durch zusammengedrückte Augenlider beobachtete er das Geschehen.
Verwundert begriff er, dass es Mazaru selbst war, dessen Körper plötzlich so viel Licht ausstrahlte. Etwas weißes schwebte über dem Dingo. Der Collie konnte nicht genau erkennen, was es war, doch es schien ein Tier zu sein. Vielleicht war es auch ein Geist oder eine Sinnestäuschung.
Das Wesen schien in Mazarus Körper einzudringen. Sesuke wollte dies natürlich verhindert und versuchte sich aufzurichten, doch irgendetwas schien ihn am Boden zu halten.
Irgendein kleiner Gegenstand flog durch die Luft und landete vor Sesukes Füßen. Er konnte nicht erkennen, um was es sich handelte. Als er wieder zu Mazaru blickte, erkannte er, dass das Wesen wieder über Mazaru schwebte und Sesuke anzusehen schien.
Das Wesen wurde transparent, nur in seinem Körper schien sich noch etwas zu befinden, das sich nicht auflöste. Sesuke konnte nicht sagen, was es war, dafür war er fiel zu fixiert auf die Augen des Wesens. Es waren eindeutig tierische Augen. Ein Tier, welches er schon öfters gesehen hatte, doch sein Kopf war leer. Er konnte sich nichts denken, als wäre er körperlich und geistig paralysiert.
Die Augen leuchteten in einem grellen Türkis auf und verschwanden kurz darauf. Nur der seltsame Gegenstand schwebte noch über Mazarus Körper.
Das Licht wurde schwächer und Sesuke fiel es schwer, die Augen offen zu halten. Er erkannte, dass sich der blau-grüne Gegenstand hinabsenkte und sich auf Mazarus Brust zu legen schien.
Sesukes Augen fielen zu und er verlor das Bewusstsein.
Mit einem Blinzeln fand sich Sesuke an einem schwarzen Ort wieder. Er dachte, dass es Nacht wäre, doch er erkannte keinen Sternenhimmel. Dort war nichts. Alles war farblos und ohne irgendeine Lichtquelle.
Sesuke sah sich um. Sein Gefühl verriet ihm, dass er irgendwo hin musste. Er rannte, in die Richtung, in die ihn sein Gefühl führte.
Er erkannte etwas kleines in der Ferne und rannte darauf zu. Trotz des unbehaglichen Gemüts rannte er weiter.
Schließlich verlangsamte er sein Tempo und blieb kurz vor dem Ding stehen. Er betrachtete den Gegenstand aus der Nähe. Es war ein rechteckiges, graues Ding, welches in der Luft schwebte.
Sesuke runzelte verwundert die Stirn. Er war sich sicher, dass er dieses Teil irgendwo schon mal gesehen hatte.
Sesuke blinzelte und zuckte erschreckt zusammen. Die Schwärze war plötzlich weg und an der Stelle, an der sich das graue Ding befunden hatte, stand nun jemand. Dieser Jemand hatte sandfarbenes Fell und seine Augen glühten wie Bernstein.
,,Mazaru?"
Sesuke trat näher, plötzlich schossen Stäbe aus dem Boden, die Sesuke von Mazaru trennten. Der Dingo wurde von den kalten Stahlstäben eingeschlossen, wie in einem Käfig.
Erst jetzt bemerkte Sesuke, dass Mazaru einen schwarzen Anzug trug, den er bisher nur an Zàhngs gesehen hatte.
Sesuke registrierte auch, dass sich die Umgebung verändert hatte. Er befand sich auf einer grasgrünen Wiese mit wolkenlosem Himmel. Es erinnerte Sesuke an die riesigen idyllischen Wiesenflächen, die es überall in Xornia gab. Nur der Boden im Käfig des Dingos war nicht grasgrün, er war ausgetrocknet und tot.
Mazaru trat an das Gitter, schaute hinaus und lächelte. Verwundert folgte Sesuke Mazarus Blick.
Seine Augen wurden groß bei dem, was er sah. Ein Border-Collie mit dreifarbigem Fell und langen, blonden Haaren tollte mit einem Dingo auf der Wiese herum. Es war unschwer zu erkennen, dass es sich bei den beiden um Mazaru und Sesuke handelte, aber das konnte nicht sein!
Ungläubig beobachtete Sesuke die beiden, die sich im Blumenmeer austobten und scheinbar viel Spaß hatten.
Sesuke sah wieder zu Mazaru im Käfig und erkannte, dass sich dieser schmerzerfüllt krümmte. Gequälte Schreie drangen an Sesukes Ohr und es lief ihm kalt den Rücken runter.
Je mehr der Dingo auf der Wieder Spaß hatte und lachte, desto lauter und gequälter waren die Schreie des Dingos im Käfig.
Plötzlich erinnerte sich Sesuke an den Gegenstand, den er vorher gesehen hatte und wusste, was dieser bewirkte. Und er wusste auch, was er jetzt zu tun hatte.