Der letzte Engel 14: Federn und Ratten

Story by Highlight on SoFurry

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Während Shakazara in Alyssas Vorstellung gerade dabei war die arme Flora zu quälen, so hatte Alyssa ihren eigenen Kampf zu kämpfen. Am meisten mit ihrer Geduld den auf diese schien es die Ärztin am meisten abgesehen zu haben. Niemand, egal wie fromm konnte ewig die andere Wange hinhalten, Alyssa war keine Ausnahme doch zu was sie sich hinreißen ließ, dass hätte sie selbst nicht für Möglich gehalten. Ihre erste Prügelei. Mehr noch als das jedoch sollte der armen Maus in so kurzer Zeit widerfahren. Von blinder Raserei über Wut und Freude bis Verwunderung und Hoffnung und schlussendlich dem wichtigsten: Verrat.


Alyssa wartete ungeduldig auf etwas was die Schwester ihr als Visite erklärt hatte. Scheinbar kam die Ärztin nur zwei mal am Tag persönlich vorbei um nach ihren Patienten zu sehen. Einmal Morgens und einmal Abends. Am Abend jedoch war es unmöglich gewesen sie zu überzeugen sie gehen zu lassen. Wenn sie es genau betrachtete dann war es vollkommen unmöglich überhaupt vernünftig mit dieser Harpyie zu rede. Zumindest war das Essen hier gut. Das Intermezzo mit dem Nachttopf jedoch müsste sie nicht noch einmal wiederholen. Offensichtlich war der Befehl „Bettruhe“ nicht nur so daher gesagt sondern absolut. Etwas das Alyssa mehr als alles andere frustrierte. Wieder spürte sie das eiskalte Metall welches gegen ihre nackte Brust gedrückt wurde.

„Halt still!“, schimpfte sie die Harpyie sofort. Alyssa knurrte nur wütend. Es war schon Ewigkeiten her dass sie jemanden begegnet war der sie so schnell zur Weißglut brachte.

„Kann ich jetzt endlich gehen?“, fragte Alyssa genervt.

„Du kannst gehen wenn ich es sage du undankbare Kuh!“, schollt sie die Ärztin. Die Krankenschwester begann derweilen den Verband abzunehmen.

„Mir geht es aber wieder gut!“, beschwerte sich Alyssa.

„Das interessiert mich nicht. Ich entschiede wann du dieses Bett verlässt und ich werde dich so lange hier behalten bis du entweder geheilt bist, oder ich dich persönlich umgebracht habe also halt den Arm still oder willst du das die Naht aufreißt?“, schrie sie sie mit ihrer krächzenden Stimme an. Alyssa brodelte. Sie schrie immer. Kaum einen Satz schaffte die Harpyie ohne mit ihrer Schrillen Stimme zu schreien. Es tat weh in den Ohren sie nur zu hören.

„Es sieht gut aus Frau Doktor“, bestimmte die Krankenschwester.

„Das hast du nicht zu entscheiden, zeig her!“, forderte sie die Schwester grob auf. Eindringlich sah sie sich die Naht an. Es waren nur zwei Stiche jeweils wo Liliths Eckzähne sich in ihr Fleisch gebohrt hatten. Die Harpyie jedoch bestand darauf dass sie deswegen das Bett hüten musste. Wären die Wachen nicht gewesen dann wäre sie schon hundert Mal davon gelaufen.

„Glatter Wundschorf, ein paar Haare sind in der Wunde. Kein Wunder bei einem so langem Pelz. Fellpflege scheint ja nicht gerade deine Stärke zu sein!“

Alyssa traute ihren Ohren nicht. Es gab für alles Grenzen und diese wurden gerade überschritten. Meilenweit. Sie war so geschockt von der Anschuldigung, dass sie im ersten Moment wie gelähmt war. Sie konnte einfach nicht glauben was dieses Federvieh gerade zu ihr gesagt hatte.

„Mit einer Pinzette entfernen und bring ihr ein Buch über die Fellpflege von Ratten. Sie hat es dringend nötig“, befahl die Ärztin und wandte sich von ihrem Arm ab.

„RATTEN?“, schrie Alyssa sie an.

„RATTEN? Ich bin keine Ratte du Vogelscheuche und wie ich mein Fell trage geht dich einen Dreck an, hörst du!“, brüllte Alyssa sie an während die beiden Wachen sie aufs Bett drückten. Wären die beiden knochigen Arme der Skelette nicht gewesen, hätte sie ihr sofort den Hals umgedreht.

„Eine Maus könnte sich keine Zöpfe in ihr Fell flechten lassen also gewöhn dich daran eine Ratte zu sein!“, schrie die Ärztin zurück die sofort auf Alyssas Ausbruch einstieg.

„Sieh zu das du diesen verfilzten Zustand in Ordnung bringst bevor noch mehr dieser Haare in die Wunde geraten du Ratte!“

Bevor Alyssa ihr an die Gurgel gehen konnte griffen die beiden Wächter ein und fixierten die tobende Maus auf Bett. Flüche ungeahntem Ausmaßes verließen Alyssas Mund während sie versuchte sich loszureißen um diesem verdammten Vogelhirn den Hals umzudrehen. Die Ärztin lachte nur und ging anschließend einfach. Sie ging einfach. Alyssa schrie vor lauter Wut. Keine Worte, keine Flüche, sie schrie einfach nur. Erschöpft ließ sie sich in das Bett zurück fallen als ihr klar wurde, dass sie nicht zurückkommen würde.

„So geht es ihr mit jedem Patienten. Es war noch kaum ein Krieger zwei mal hier. Die meisten ziehen den Tod vor als noch einmal von ihr behandelt zu werden“, erklärte ihr die Katze mit einem entschuldigendem Lächeln.

„Ich muss die Haare aus der Wunde zupfen, also bitte halt still“, forderte sie Alyssa auf. Noch immer brodelte es in ihr doch die Katze konnte nichts dafür. So gerne sie auch der Harpyie das Gefieder gerupft hätte, die Katze hatte keine Schuld.

„Du findest doch nicht dass mein Fell zu lang ist, oder?“, fragte sie nach einer ganzen Weile. Die Katze schwieg und schien zu konzentriert auf ihre Aufgabe um sie gehört zu haben. Alyssa beließ es dabei bis sie mit ihrer Arbeit fertig war. Als sie ihr Besteck wieder weggeräumt hatte und, wie Alyssa im Nachhinein wusste, einen gewissen Sicherheitsabstand eingenommen hatte, drehte sich die Katze noch einmal zu ihr um.

„Wir haben auch ein Buch für Mäuse“, zwinkerte sie ihr zu und Alyssa kämpfte mit dem Drang erneut aufzuspringen. Die beiden Skelettwächter schienen bereits darauf zu warten. Vor Wut kochend ließ sich Alyssa aufs Bett zurück und verschränkte die Hände vor der Brust.

„Verdammte Katze!“, murmelte sie als diese außer Hörreichweite war. Die Harpyie hatte sie bisher nie berührt. Sie konnte es vermutlich auch gar nicht, schließlich hatte sie nur Flügel und keine Arme. Es war immer die Katze die gearbeitet hatte und daher wollte sich Alyssa nicht mit ihr auch noch auf Kriegsfuß stellen. Die Katze könnte ihr deutlich mehr weh tun. Versehentlich natürlich. Während sie sich geistig darauf einstellte einen weiteren halben Tag auf die nächste Visite zu warten starrte sie das Fell an ihren Armen an. Gut, es war etwas länger als sie es normal trug aber das war nur, weil sie hier drinnen auch keinen Trimmer hatte. Mehr nicht! Es war auch nur eine Nuance länger als sonst, definitiv nicht zu lang. Auf keinen Fall!

Noch bevor Astra wieder zurückkommen konnte zur abendlichen Visite war Alyssa stinksauer. Auf dem Tisch neben ihrem Bett lag ein Buch welches sie versuchte rein durch böse Blicke in Flammen aufgehen zu lassen. Die Katze hatte Wort gehalten und die schiere Langeweile hatte sie schlussendlich dazu gezwungen es tatsächlich zu lesen. Es war Unsinn was dort geschrieben wurde. Sein Fell so kurz zu tragen. Sie dachte nicht einmal im Traum daran. Es hatte jedoch nicht geholfen. Immer wieder starrte sie das Fell an ihren Armen an als könnte sie ihm durch reine Willenskraft befehlen kürzer zu werden. Wo sollte sie hier drin überhaupt das entsprechende Werkzeug bekommen um es zu stutzen? Als die Tür aufschwang und die Harpyie eintrat war Alyssas Laune sofort auf einem neuen Tagestief.

„Zeig mir deinen Arm!“, verlangte diese sofort ohne sie überhaupt zu begrüßen. Mit abgewandtem Blick streckte ihr Alyssa den Arm aus. Die Harpyie begutachtete ihn stillschweigen. Nach ein paar Momenten nickte sie und schob ihn mit einem Flügel wieder weg. Es war das erste Mal dass sie sie direkt berührt hatte. Die Federn fühlten sich seltsam an und was sie am meisten ärgerte, sie kitzelten. Alyssa kämpfte das Schmunzeln welches an ihren Mundwinkeln zupfte mit brachialer Gewalt nieder. Sie wollte sauer sein, nicht lachen!

„Bevor ich dich entlasse wirst du mir ein paar Fragen beantworten!“, befahl diese in strengen Tonfall doch Alyssa würdigte sie keines Blickes.

„Es sei denn du bist morgen Früh gesprächiger, dann können wir es gerne verschieben“, bot sie ihr sarkastisch an. Alyssa stöhnte genervt auf.

„Warum lässt Shakazara dich hier frei herumlaufen?“

„Keine Ahnung!“

„Warum lässt sie zu dass du versuchst Liavannias Gefangene zu befreien?“

„Keine Ahnung!“

„Wieso ist Lilith so an dir interessiert das sie dein Leben auf Spiel setzt nur um deine Seele davor zu schützen zu verderben?“

„Keine Ahnung!“

„Wir sehen uns dann morgen Früh!“, verabschiedete sich die Harpyie mit einem Schnauben.

„Halt!“, rief ihr Alyssa nach als die Harpyie gerade gehen wollte.

„Ich weiß es wirklich nicht, okay!“, seufzte sie.

„Sie hat irgendetwas gesagt dass ich fast meine Existenzberechtigung hier verloren hätte und ich habe keine Ahnung was das bedeutet. Mehr weiß ich wirklich nicht!“, beschwor sie die nervtötende Harpyie.

„Hast du Liavannia schon einmal getroffen?“, fragte die Vogelscheuche sie überraschend ruhig.

„Nur ein Mal. Sie hat mich aber nicht gesehen, ich habe mich damals versteckt.“

Sofort lachte die Harpyie laut auf.

„Du bist naiver als ich dachte wenn du denkst sie hätte dich nicht gesehen. Nun gut, du kannst gehen. Deine Sachen sind in dem Schrank dort. Das Unkraut haben wir weggeworfen. Besorg dir gefälligst richtige Kleidung und sieh zu dass du dieses Gestrüpp welches du Fell nennst in den Griff bekommst bevor du bei Liavannia vorstellig wirst. Es reicht schon dass sie dich am Leben lässt, da musst du nicht aussehen wie eine Kanalratte wenn sie dich sieht!“

„Es geht dich einen Dreck an wie ich aussehe!“, schrie sie Alyssa an.

„Mein Fell ist wunderschön und absolut perfekt im Gegensatz zu du deinen widerlichen Federn! Ich habe schon Kissen gesehen die mit schöneren Federn gestopft waren!“

„Wie kannst du es wagen du undankbare Ratte!“, schrie die Harpyie zurück und stürmte auf das Bett zu. Die beiden Wachen sprangen zur Seite als auch Alyssa sofort aufsprang und sich auf die Harpyie stürzte. Sie trafen sich auf halben Weg doch durch die Wucht mit der Alyssa vom Bett aus auf sie sprang riss sie die Harpyie zu Boden. Mehrmals rollten sie sich auf dem Boden bevor sie zum Stillstand kamen. Alyssa blieb auf dem Rücken liegen während die Harpyie über ihr blieb. Mit beiden Händen hatte sie die Flügel gepackt und versuchte sie auf die Seite zu Rollen um die Oberhand zu gewinnen. In ihrem ganzen Leben hatte sich Alyssa noch nie gerauft und doch gab es in ihrem Kopf im Moment nur den Wunsch dieser Furie die Augen auszukratzen.

„Lass los du Ratte!“, schrie sie Harpyie an doch Alyssa dachte nicht einmal daran. Sie zog ruckartig ihr Knie an und rammte es ihr in den Magen. Der plötzliche Schmerz ließ die Harpyie laut aufschreien und Alyssa nutzte die Chance um sie zur Seite zu rollen. Während sich das Vogelwesen noch erholte hatte Alyssa die Oberhand gewonnen und nagelte sie auf dem Rücken fest. Sie wehrte sich verbissen, schien aber zu Alyssas Glück keine übernatürlichen physischen Kräfte zu besitzen. Alyssa jedoch auch nicht. Sie spürte bereits dass Astra sie vermutlich bald schon wieder wegdrücken würde. Sie war kräftiger als sie und Alyssa musste sich etwas überlegen wie sie diesen Kampf gewinnen konnte.

Astra versuchte den selben Trick wie Alyssa, schaffte es jedoch nicht mit ihren Vogelbeinen die gleiche Wucht in den Kniestoß zu legen wie die Maus. Alyssa wurde zwar die Luft aus den Lungen gedrückt, doch sie behielt noch immer die Oberhand. Mit ihrem eigenen Knie versuchte sie den Fuß von Astra zu fixieren, rutschte jedoch ab und landete mit dem Knie zwischen ihren Beinen.

„Weg da du Miststück!“, schrie sie die Harpyie an doch Alyssa dachte gar nicht daran. Egal was es war, wenn die Harpyie es hasste, dann war es perfekt. Mit aller Kraft drückte sie ihr Knie gegen Astras Schritt und grinste sie diabolisch an. Die Harpyie verzog angewidert das Gesicht doch Alyssa erkannte eine deutliche Röte auf ihren Wangen. Mit einem Ruck zog sie ihr Knie weg und presste es auf ihren Schenkel um diesen zu fixieren. Mit dem anderen blockierte sie Astras anderes Bein und ließ sie mit gespreizten Beinen unter ihr liegen. Es kostete sie alles an Kraft um sich gegen die Harpyie zu wehren doch sie müsste nur noch einen kurzen Moment aushalten. Sie hatte einen Vorteil im Kampf gegen sie. Sie hatte ein Körperteil mehr. Die Happy schrie gellend laut auf als Alyssas dünner Mäuseschwanz sich zwischen Astras Schenkel schob. Der Schrei hätte ihr beinahe das Trommelfell gesprengt. Alyssa drückte so viel sie konnte in das Vogelwesen und wand ihren Schwanz hin und her. Die Zusammengebissenen Zähne von Astra zeigten ihr was diese davon hielt. Eine ganze Minute lang musste Alyssa alle Kraft aus ihren Muskeln hervorholen um die wütende Harpyie unter ihr weiter festzuhalten während ihr Schwanz weiter in sie Stieß. Ohne Vorwarnung erschlaffte die Harpyie und Alyssa fiel auf sie. Ohne den Widerstand landete sie mit dem Bauch flach auf der Brust der Harpyie und hörte deutlich deren lautes Stöhnen.

„Ha!“, triumphierte Alyssa und packte sofort eine Hand in den Schritt der Harpyie. Wenn das die einzige Art war wie sie diesen Kampf gewinnen konnte, dann war es ihr nur recht. Ohne Vorspiel rammte sie zwei Finger in sie und zog ihren feuchten Schwanz aus ihr heraus. Zähneknirschend sah sie die Harpyie mit gerötetem Gesicht an. Diese verzog mehr und mehr das Gesicht bevor sie ohne Vorwarnung ihren Flügel in Alyssas Gesicht klatschte. Benommen rollte Alyssa auf dem Boden ein Stück beiseite bevor sie sich aufraffte und zu der Harpyie sah. Diese stand keuchend vor ihrem Bett, der Blick voller Abscheu. Alyssa stürmte auf sie los doch mit einer überraschend grazilen Pirouette lenkte die Harpyie sie an sich vorbei und Alyssa stieß gegen das Bett. Ihr Schwung ließ sie auf das Bett fallen doch die Harpyie war sofort bei ihr. Ihr Flügel drückte ihren Oberkörper hart auf die Matratze. Vorne Übergebeugt versuchte sie nach hinten auszutreten doch Astra schien damit gerechnet zu haben. Alyssa schrie laut auf als die Flügelkante von Astra plötzlich hart gegen ihre Lippen drückte. Sofort begann die Harpyie sie dort zu reiben und Alyssa stieß ein Keuchen aus als sie spürte wie sich die gefiederte Flügelkante anfühlte.

„Na wie schmeckt dir deine eigene Medizin du Ratte!“, schrie sie die Harpyie an während sie ihr Tempo weiter erhöhte. Vergeblich versuchte Alyssa sich zu befreien doch Astra hatte sie perfekt in der Zange.

„Sag es!“, befahl ihr die Harpyie.

„Niemals!“, schrie Alyssa auch wenn sie gar nicht wusste was die Harpyie von ihr hören wollte.

„Sag das du meine Federn liebst! Sag es du verdammte Ratte!“, schrie sie sie weiter an und rieb ihre Flügelkante fester zwischen Alyssas Lippen.

„Fahr zur Höhle du Vogelscheuche!“, spie ihr Alyssa entgegen. Sie schrie erneut auf als Astra den Winkel etwas veränderte und brutal über ihren Kitzler rieb. Alyssa konnte unmöglich glauben wie feucht sie bereits war doch ihr Körper schien auf die brutale Stimulation eindeutig besser zu reagieren als sie gedacht hätte. Sie würde verlieren und das durfte nicht passieren. In einem Anflug von Verzweiflung peitschte sie mit ihrem dünnen Schwanz nach der Harpyie und erwischte diese mitten im Gesicht. Schmerzerfüllt schrie diese auf und sofort versetzte ihr Alyssa noch einen Hieb. Der dritte Hieb jedoch endete ausgesprochen Schmerzhaft für Alyssa. Mit ihren Zähnen hatte die Harpyie ihren Schwanz gepackt und biss fest zu. Alyssa Schrie lauthals auf, wurde sogar noch eine Oktave höher als die Harpyie den Kopf nach hinten klappte und sie zu sich zog als wolle sie ihn ihr ausreißen. Sofort hob Alyssa ihren Hintern weiter an um den Zug zu entlasten doch es gab Astra nur eine noch bessere Angriffsfläche für ihre Flügelkante. Hilflos schlug Alyssa mit ihren Händen um sich während die Harpyie sie weiter am Schwanz zog. Alyssa setzte alles auf eine Karte, sie wusste das Astra sie voll in ihrer Gewalt hatte, doch das konnte sie nicht lange durchhalten. Mit beiden Beinen stieß sie sich vom Boden ab und schlang sie um die Hüfte der Harpyie. Mit ganzer Kraft zog sie sich an sie heran und stieß sich vom Bett ab. Zusammen fielen sie rückwärts zu Boden und endlich hatte sie ihren Schwanz aus ihrem Mund frei bekommen. Hastig rappelte sich Alyssa auf und sprang auf sie. Noch bevor sich Astra aufrappeln konnte hatte sich Alyssa seitlich auf sie geschmissen. Die Luft wurde ihr genauso aus der Lunge gepresst wie auch Astra als sie auf ihr landete. Ein Knie traf sie seitlich am Körper und schlug sie zur Seite. Astra landete schwer auf ihr anstelle ihres Kopfes sah sie sich ihrem Schritt gegenüber. Alyssa schlang ihre Arme um ihren Unterleib und zog sie fest an sich. Sie drückte ihren Kopf zwischen ihre Beine und riss den Mund auf um sie zu beißen. Astra jedoch blieb nicht untätig und quetschte ihren Kopf mit den Beinen. Ihre Schenkel pressten sich seitlich an Alyssas Kopf und fixierten diesen. Die junge Maus wollte gerade zubeißen als ein lauter Schrei ihr entkam. Astra war schneller gewesen. Ihr Mund lag direkt auf Alyssas Lippen und sie spürte die scharfen Zähne der Harpyie in ihrem Schritt. Alyssa verkohlt es ihr mit gleicher Münze. Astra schrie laut auf als Alyssa ihren Kitzler zwischen die Lippen schloss und heftig daran saugte bevor sich Astra frei wand. Ihr ganzes Gesicht war mittlerweile verschmiert von der Feuchtigkeit zwischen Astras Beinen und Alyssa begann heftig zwischen ihren Lippen zu lecken. Sie hoffte sie so weit abzulenken um frei zu kommen doch Astra hatte den gleichen Plan.

Die junge Maus spürte die Zunge von Astra tief in sich während sie selbst fieberhaft zu lecken. Wenn sie es auf einen Ausdauerkampf anlegen wollte, dann könnte sie das haben, befand Alyssa.

„Seid ihr beide eigentlich vollkommen geisteskrank?“, schrie plötzlich jemand und riss die beiden auseinander. Wild um sich schlagend wurde Astra von ihr gerissen und zwei muskelbepackte Arme hielten sie fest während zwei ähnliche Arme Alyssa vom Boden pflückten und sie von ihr weg zerrten.

„Lass mich los! Ich bringe sie um! Ich bringe sie um!“, kreischte Astra während Alyssa es ihr gleich tat. Aus dem Griff der beiden Wachen konnte sich jedoch keine von ihnen befreien. Keuchend und strampelnd sah Alyssa das Astra von einem Drakoniden festgehalten wurde und sie selbst vermutlich ebenso.

„Schluss jetzt!“, donnerte die Stimme von Lilith und nacheinander gab sie beiden Furien eine schallende Ohrfeige.

„Das reicht!“, befahl sie und beide sahen sie geschockt an. Die beiden Wachen ließen von ihnen ab und wutentbrannt stürmte Astra aus dem Raum. Alyssa ließ sich keuchend auf die Knie fallen und sah sich die Bisswunde an ihrem Schwanz an. Sie war blutig, doch es war nicht tief. Wehleidig strich sie über die schmerzende Stelle während die beiden Wachen sich wieder zur Tür begaben.

„Was bei allen Höllen ist los mit dir?“, schrie sie Lilith ungehalten an.

„Mit mir? Sie hat angefangen!“, beschuldigte Alyssa sofort doch Lilith hob eine Hand um sie zum Schweigen zu bringen.

„Ich lasse dich fünf Minuten alleine du du hast nichts besseres zu tun als dich mit Astra zu … was war das überhaupt? Wolltet ihr euch prügeln oder ficken?“, fragte Lilith als sie auf Alyssa hinab starrte. Diese wandte nur schmollend den Kopf ab. Lilith stöhnte entnervt auf.

„Du bist unmöglich Alyssa! Unmöglich!“, schimpfte sie Lilith und etwas beschämt sah sich Alyssa um. Überall im Raum herrschte das reinste Chaos. Mit einer gewissen Genugtuung sah sie die vielen Federn die am Boden lagen.

„Was willst du überhaupt hier?“, fragte Alyssa sie schärfer als sie eigentlich beabsichtigt hatte.

„Als ich dich das letzte Mal gesehen habe hast du mich fast umgebracht!“, beschwerte sie sich.

„Was ich hier will?“, fragte Lilith und ging bedrohlich auf die am Boden kniende Maus zu. Alyssa bekam es mit der Angst zu tun als sie als sie Liliths Wut sah.

„Erklär du es mir! Habe ich hier gerade eine Prügelei beendet oder den bescheuertsten Versuch zweier Idioten miteinander zu schlafen?“, fragte sie Alyssa scharf.

„Sie hat …“

„Ich will es nicht hören!“, unterbrach sie Lilith scharf. Es kostete die Dämonin sichtlich Kraft ruhig zu bleiben und so wandte sie sich von Alyssa ab und atmete tief durch. Alyssa rappelte sich auf und sammelte eine der am Boden liegenden Mullbinden auf. Sie setzte sich auf das umgekippte Bett und begann ihren Schwanz zu verbinden während Lilith offensichtlich um ihre Fassung bemüht war. Nach einer ganzen Weile drehte sich Lilith wieder zu ihr um.

„Was willst du?“, fragte Alyssa erneut und versuchte so sauer zu klingen wie sie nur konnte. Eine wenig überzeugende Vorstellung wie sie selbst zugeben musste. Sie hatte es Lilith noch immer nicht verziehen, was diese ihr angetan hatte und das sollte sie auch sehen.

„Ich bin gekommen um mit dir über etwas Wichtiges zu reden. Es scheint aber gerade nicht der richtige Zeitpunkt zu sein um vernünftig zu reden“, erklärte ihr Lilith noch immer säuerlich.

„Ich kann vernünftig reden!“, beharrte Alyssa.

„Ich aber nicht!“, blockte Lilith ab bevor sie angestrengt aufstöhnte.

„Du hast keine Ahnung was auf dem Spiel steht und anstatt ein panisches Häufchen Elend zu sein was diese Situation eigentlich aus dir machen sollte, wälzt du dich prügelnd am Boden. Du begreifst nicht wo du hineingeraten bist, Alyssa!“, tadelte sie Lilith.

„Dann sag es mir!“, forderte sie Alyssa laut auf.

„Erklär es mir doch einfach wenn ich es selbst nicht zu verstehen scheine aber fang bitte damit an warum du mich umbringen wolltest!“

Der Vorwurf war scharf und Alyssa wollte es gar nicht anders. Stur verschränkte sie die Arme vor der Brust. Sie wusste nicht ob es das Adrenalin von der Rauferei war welches ihre Zunge so schärfte oder ob es wirklich die Wut auf Lilith war. Im Moment jedoch war die Succubus die einzige die sie als Ventil hatte und sie hatte vor sie auch zu benutzen.

„Wenn dich dich umbringen hätte wollen, dann wärst du schon tot!“, erinnerte sie Lilith kalt.

„Alyssa, können wir bitte wie zwei normale Leute miteinander reden, das ist nämlich wirklich wichtig und ich habe keine Lust erst mit dir zu streiten. Dafür fehlt uns beiden die Zeit und vor allem mir die Kraft“, seufzte Lilith überraschend sanft und Alyssa fühlte sich sofort schlecht.

„Ich habe getan was ich tun musste. Du wirst schon sehr bald erfahren warum und dann wirst du es verstehen, das verspreche ich dir. Wenn du danach noch immer sauer auf mich sein willst, dann nur zu, dann ist es dein gutes Recht aber für den Moment versuch diese Sache einfach zu vergessen. Sie ist im Moment nicht wichtig!“

Alyssa schluckte als sie das Flehen in Liliths Stimme hörte. Beschämt senkte sie den Kopf und sah auf ihren verbundenen Schwanz.

„Ich weiß nicht was in mich gefahren ist. Sie hat mich einfach so unglaublich wütend gemacht und ich habe die Beherrschung verloren. Das ist mir noch nie passiert“, entschuldigte sich Alyssa kleinlaut.

„Ich weiß. Astra hat diese Wirkung auf Andere. Wobei ich noch nie erlebt habe, dass sie wirklich handgreiflich wurde. Es ist auch nebensächlich. Das könnt ihr ein anderes Mal klären. Ich bin gekommen weil ich dir eine Frage stellen muss und ich will das du sie ehrlich beantwortest!“, verlangte Lilith ernst von ihr. Alyssa nickte etwas unsicher.

„Was machst du wenn du Rebecca befreit hast und hier raus bist?“

„Ich … ich weiß nicht“, erwiderte Alyssa ehrlich.

„Du hast mir erzählt das dein Leben bisher nicht gerade ein Zuckerschlecken war. Diese Vampirjägerin hat dich gekauft hast du mir erzählst. Du bist also ihre Sklavin, oder?“, fragte Lilith weiter.

„Nun, sie hat mich vom Kloster gekauft, das stimmt. Ich glaube aber nicht dass sie mich als Sklavin sieht wenn ich sie befreit habe. Vielleicht wird sie mich ja mitnehmen?“, bot Alyssa als Antwort unsicher an.

„Also willst du bei einer Vampirjägerin in die Lehre gehen oder ihre Haushälterin und ihr Packesel sein?“, fragte Lilith weiter ohne ihre Abneigung bei dieser Frage zu verstecken. Sie schien nicht begeistert davon zu sein dass sie mit Rebecca weiterziehen könnte.

„Nein! Wieso ist das wichtig? Du warst immer davon überzeugt das ich hier sowieso nicht lebendig heraus komme, was interessiert es dich also? Du hast mich letztens selbst beinahe umgebracht. Denk ja nicht das ich dir das so einfach verzeihe!“, beschuldigte sie Alyssa und rettet sie sich zu dem einzigen Argument welches sie gegen Lilith noch hatte..

„Es ist nicht deine Vergebung wegen der ich mir Sorgen machte“, murmelte Lilith leise.

„Es interessiert mich weil sich ein paar Dinge geändert haben. Dinge die das alte Gefüge ziemlich aufrütteln können und in der Mitte von alledem stehst du Alyssa. Darum interessiert es mich. Weil du wichtig geworden bist. Was den Biss angeht. Es tut mir nicht leid was ich getan habe. Im Gegenteil, du solltest mir dankbar dafür sein. Aber ich erwarte nicht das du das verstehst, noch nicht. Trotzdem, hier!“

Mit einer Handbewegung beschwor Lilith etwas in ihrer Hand. Lilith hielt ihr einen in Stoff gewickelten Gegenstand hin und wartete darauf dass sie ihn übernahm. Etwas zögerlich griff Alyssa nach dem Stoffbündel und nahm es in die Hand. Vorsichtig wickelte sie den Stoff auf und legte den Inhalt frei. Geschockt sah sie zu Lilith auf.

„Aber …“, mehr bekam sie nicht heraus. Sie musste nicht fragen um zu wissen, was es war. Die geschwungene Klinge des Dolches verriet ihr bereits was sie da in der Hand hielt. Der Dolch war wunderschön, die Klinge schimmerte in einem metallischem Grün während der Griff mit zahlreichen Verzierungen verarbeitet war. Ein Rubin war am Sockel eingearbeitet und schien sogar leicht zu leuchten.

„Alyssa hör mir jetzt gut zu denn die nächsten Stunden in deinem Leben sind vermutlich wichtiger als der Rest deines bisherigen Lebens und das nicht nur für dich, für alle! Wenn die Zeit gekommen ist, dann halte deinen Geist offen! Halte dir vor Augen wofür du stehst aber verschließe dich vor nichts und niemanden! Zieh alles in Betracht! Versprich mir dass du daran denkst wenn die Zeit gekommen ist!“, forderte sie Lilith eindringlich auf. Es machte sie mehr als nervös solch ernste Worte von der sonst so lässigen Lilith zu hören doch es schien ihr todernst zu sein.

„Ich verspreche es. Bei Illias du hast mein Wort“, nickte Alyssa entschlossen. Sie wusste zwar nicht was gerade vor sich ging und warum es so wichtig für Lilith war, doch ihr Versprechen war leicht zu erfüllen. Sie wollte sich ohnehin immer einen offenen Geist halten.

„Lucifer wäre mir lieber aber ich denke besser wird's nicht“, lächelte sie Lilith an und schien ihren Ernst wieder zu verlieren.

„Deine Zeit als Eindringling hier neigt sich dem Ende zu. Pass auf dich auf, okay?“, zwinkerte ihr Lilith zu bevor sie einen Schritt zurück machte und im Schatten der Wand verschwand.

„Das … das war seltsam“, befand Alyssa und sah wieder auf den Dolch. Das lief anders als sie geplant hatte doch besser als sie es sich erträumt hatte. Sie könnte sofort zu Rebecca und sie befreien. Dennoch wollte sie zuerst zu Shakazara und sich etwas zum Anziehen holen. Außerdem musste sie vielleicht noch Flora erlösen. Sie hatte es sich versprochen und sie wollte sie nicht einfach so zurücklassen nur weil sich jetzt eine Abkürzung bot. Sie warf das Laken beiseite in welches der Dolch gehüllt war und steckte ihn in die Scheide die dabei gelegen hatte. Mit einem dünnen Ledergürtel band sie ihn sich um die Hüfte. Eiligen Schrittes machte sie sich wieder auf den Weg. Sie konnte sich nicht helfen doch irgendwie hatte Lilith ihr das Gefühl gegeben nicht mehr allzu viel Zeit zu haben. Sie beeilte sich durch die Gänge und kam bald schon zu dem letzten Treppenhaus welches sie zu Shakazaras Kammer führte. Etwas außer Atem erreichte sie die Tür und drückte sie atemlos auf.

Mit einer Hand lehnte sie sich an den Türstock und atmete einmal tief durch bevor sie den Blick anhob um zu sehen ob die Schlange auf ihrem Kissenberg hausierte. Sie tat es. Erleichterung machte sich aber dennoch nicht in ihr breit denn Shakazara schien beschäftigt zu sein. Sie hatte ihr den Rücke gekehrt und … lachte? Neugierig ging Alyssa näher an den Kissenberg. Der ganze Berg bewegte sich während die Schlange sich darin wand und unkontrolliert kicherte. Sie war sich sicher es war kein Lachen. Es war definitiv ein Kichern. Ein beruhigendes Geräusch wie sie fand. Heute schienen wohl alle hier im Schloss etwas eigenartig zu sein. Sie selbst eingenommen. Sie hatte den Berg gerade umrundet als Shakazaras Blick sie traf. Sofort verstummte sie und fror in der Bewegung ein.

„Hey was soll das? Warum hast du aufgehört?“, hörte Alyssa eine vertraute Stimme und einen Moment später tauchte Floras Kopf aus dem Berg heraus. Sie sah zuerst nur Shakazara an, folgte dann jedoch ihrem Blick zu Alyssa.

„Hey Schwesterherz“, begrüßte diese sie mit einem Zwinkern. Alyssa jedoch konnte kaum fassen was sie da sah.

„Ich … ich dachte ich müsste dich vor ihr retten!“, platzte es aus Alyssa hervor und sie zeigte anklagend mit dem Finger auf Shakazara. Diese rollte nur mit den Augen.

„Du stellst mich wie ein Monster dar“, beschwerte sich Shakazara halbherzig.

„Du hast dich wie eines benommen, wenn ich dich erinnern darf. Die Pflanze wirst du ersetzten, das habe ich dir bereits gesagt!“, fuhr sie Flora sofort an, erreichte damit aber nur ein wissendes Schmunzeln von Shakazara.

„Wie dem auch sei, wir sind trotz anfänglicher Schwierigkeiten zu dem Entschluss gekommen, dass wir es noch einmal versuchen sollten. Das haben wir dir zu verdanken Alyssa. Wir schulden dir etwas“, bedankte sich Flora bei ihr. Es wirkte seltsam sie zu hören obwohl sie nur ihren Kopf aus dem Berg aus Kissen und Schlangenwindungen sehen konnte. Sie wollte vermutlich gar nicht wissen was unterhalb ihrer Schultern gerade passierte. Die gezwungen lächelnden Gesichter der beiden ließen sie nichts Gutes vermuten.

„Was ist mit Lilith?“, fragte Flora sie plötzlich besorgt.

„Was?“, fragte sie Alyssa. Sie hatte Lilith doch gar nicht erwähnt.

„Du hast gerade gedacht, arme Lilith. Was ist mit ihr?“, fragte Flora. Alyssa verzog das Gesicht.

„Das tut nichts zur Sache, beendete Shakazara das Thema. Überrascht sah Alyssa zu der Schlange. Sie wusste es. Sie hatte sofort in ihrem Blick gesehen, dass sie es wusste.

„Was mich mehr interessiert ist, woher du den Kris hast!“, wechselte sie elegant das Thema.

„Lilith hat ihn mir gegeben. Sie hat mich vorhin besucht als ich gerade eine kleine Meinungsverschiedenheit mit Astra ausdiskutiert habe und sich ziemlich seltsam benommen“, erklärte sie.

„Ja das sehe ich“, lachte Flora auf und sah sich Alyssas zerrupftes Fell und den Verband um ihren Schwanz an. „Meinungsverschiedenheit, huh?“, fragte sie mit hochgezogener Augenbraue. Alyssa trat nervös auf der Stelle und vermied es ihr in die Augen zu sehen. Der Versuch nicht daran zu denken erwies sich als äußerst Kontraproduktiv wenn sie das Grinsen auf Floras Gesicht richtig deutete.

„Was meinst du damit, sie hatte sich komisch benommen?“, fragte Shakazara die das Intermezzo mit der Harpyie deutlich weniger interessant fand.

„Sie wollte das ich ihr verspreche, dass ich meinen Geist offen halte wenn der Zeitpunkt gekommen ist. Ich weiß nicht was sie damit meinte aber sie hat mir den Dolch gegeben und gemeint meine Zeit hier würde bald ablaufen. Ich weiß nicht was sie damit meint aber ich muss jetzt so schnell wie möglich zu Rebecca und sie befreien. Ich habe das Gefühl, dass ich nicht mehr lange Zeit habe“, erklärte Alyssa. Flora und Shakazara sahen sich einen Moment lang an, schienen unsicher darüber zu sein wer es ihr sagen sollte. Nach einem kurzen mentalen Gespräch schien die Wahl auf Shakazara gefallen zu sein.

„Liavannia ist seit einer Stunde zurück“, sprach die Schlange und die Augen von Alyssa wurden so groß wie Untertassen. Hastig lief sie in das Zimmer von Shakazaras ehemaliger Dienerin und warf sich einen Umhang über den Körper. Sie kippte sich den Rest von Floras Trank die Kehle hinab und lief los. Sie musste unbedingt weg sein wenn die Fledermaus nach Rebecca sah. So schnell ihre Beine sie tragen konnten lief sie zum Verließ der Hausherrin. Sie hatte kein genaues Gefühl für die Zeit doch sie wusste, dass sie ihr wie Sand zwischen die Finger rieselte. Sie musste sich beeilen und hoffen das der Kris hielt was er versprach. Als sie den Flur zu den Zellen erreichte spürte sie ein Kribbeln auf ihrem Fell und die Wirkung des Trankes löste sich sofort auf. Mist. Vermutlich ein Schutzzauber doch darauf konnte sie jetzt keine Rücksicht mehr nehmen. Letztes Mal waren keine Wachen hier gewesen und auch dieses Mal schien sie Glück zu haben. Sie betrat das Gefängnis von Rebecca und fand sie noch genauso vor wie das letzte Mal. Unsicher nahm sie den Dolch in die Hand und richtete die Spitze auf den Edelstein. Sie stieß vorsichtig auf ihn ein, wollte nicht versehentlich abrutschen und die Hündin dabei aufspießen. Es reichte nur die leiseste Berührung und der Dolch begann zu leuchten. In einem schillernden Farbenspiel glänzte die geschwungene Klinge bevor ein Funken von ihr über Sprang und in den Edelstein flog. Mit einem etwas enttäuschendem Geräusch von brechendem Glas zerbarst der Edelstein und die Ketten erschlafften. Sofort begann sich Rebecca stöhnend zu regen.

„Rebecca! Rebecca! Wach auf, wir müssen weg hier, schnell!“

Während sie noch auf sie einredete nahm sie ihr die restlichen Ketten ab und rüttelte sie anschließend wach.

„Al … Alyssa?“, fragte diese verwundert.

„Ja und jetzt komm, wir müssen hier schnell weg bevor die Fledermaus zurück kommt. Wir müssen los, komm!“, drängte sie sie. Die Hündin setzte sich träge auf, viel zu langsam für Alyssas Geschmack deren Herz immer schneller zu schlagen schien. Sie fürchtete jeden Moment entdeckt zu werden und die Fledermaus vor sich stehen zu sehen. Sie durfte nicht scheitern. Nicht jetzt. Nicht so kurz vor ihrem Ziel. Sie zog Rebecca von dem Stein und diese schüttelte sich kurz bevor sie ihr folgte. So schnell und dabei dennoch so vorsichtig wie sie konnte führte sie Rebecca aus dem Gefängnis. Vor jeder Ecke blieb sie stehen, prüfte ob die Luft rein war und nahm so viele Botengänge wie sie konnte. Die Karte war in diesem Moment bares Gold wert. Sie erreichten den Thronsaal ohne Probleme. Missmutig sah Alyssa auf die Versammlung an Gestalten die dort scheinbar auf Liavannia wartete. Sie müssten einen anderen Weg nehmen. Sofort zog sie Rebecca weg und in einen anderen Seitengang. Es war keine Zeit mehr für Vorsicht und so verzichtete sie auf das Spähen und rannte einfach los. Rebecca war dicht hinter ihr bis sie sie grob mit etwas zusammenstieß. Laut scheppernd verteilten sich die Knochen des Skelettes in dem Flur und Alyssa kam schlitternd am Boden zum liegen. Wehleidig rieb sie sich die Schulter.

„Da lang!“, zeigte sie auf einen Gang und Rebecca erkannte ihn sogar. Es war der Gang den sie ins Schloss gekommen waren. Nur noch ein paar hundert Meter trennten sie von der Freiheit. Alyssa hatte sich wieder aufgerappelt und lief Rebecca hinterher. Keuchend erreichten sie die Tür die sie in die Freiheit führen sollte. Anstatt jedoch einfach hindurch zu laufen blieb Rebecca stehen. Sie drehte sich zu Alyssa um und ehe sich diese versah spürte sie wie ihr die Luft aus den Lungen gepresst wurde.

„Tut mir leid Kleine aber ich kann es mir nicht leisten dass irgendjemand hiervon erfährt!“, sprach sie zu ihr während sie ihre Faust aus Alyssas Magen zog und diese zu Boden gleiten ließ.

„Es ist nichts Persönliches, aber ich muss an meinen Ruf denken“, erklärte sie ihr bevor es vor Alyssas Augen schwarz wurde. Sie sah noch wie Rebecca durch die Tür verschwand und sich diese hinter ihr schloss. Schwärze empfing Alyssas Geist.