Akira - Der Kopfgeldjaeger - DE01
Hallo, war eigentlich nur als neben Geschichte geplant, der Fokus liegt allerdings momentan auf dieser Geschichte.
Diese Geschichte wurde vor Heavens Fall 2047 veröffentlicht und diente als sehr grobe Vorlage. Es ist eine Neuauflage der bereits 2013 erschienen Teile und wird diesmal auch zu Ende geschrieben.
Alle meine Geschichten, Konzept Zeichnungen und weitere Ideen findet ihr auf meinem Story Account Saljut
Hier werden künftig alle Bilder zu finden sein.:akira-bounty-huntericon:
Story(c) :linkshane:
Korrektur (c) :linkrendersm:
Thumbail (c) VladHarabagiu
Kapitel 1 Die Stadt unter den Fahnen DE01 Die Straßen der Megastadt waren ein lebendiger Albtraum – erdrückende, zermürbende Geräusche, vermischt mit dem Dröhnen der alten Generatoren, die schwach brummten und die Stadt mit minimaler Energie versorgten. Über den zerfallenen Gebäuden flimmerten flackernde Neonlichter, die japanischen Schriftzeichen in grellen Farben hingen über allem, wie ein letzter, verlorener Hauch von Zivilisation. Sie waren überall: 商売 (Shōbai) – „Business“, 食事 (Shokuji) – „Essen“, 新しい (Atarashī) – „Neu“. Diese Zeichen, die für eine Welt standen, die von den Singarti zerstört worden war, vermischten sich mit dem rückständigen Charme dieser Dystopie. Der Geruch von asiatischem Streetfood vermischte sich mit dem beißenden Gestank von Abgasen und trübem Abwasser. Doch der Himmel, der sich über dieser verfallenen Stadt spannte, war von einer grauen, wolkenverhangenen Decke bedeckt, die sich wie eine ganz natürliche Dunkelheit über alles legte. Hoch oben wehten die Fahnen der Singarti, getrieben von einem kalten Wind, der das Bild von Zerstörung und Unterwerfung in die Herzen der Menschen trieb. Diese Flaggen, schwer und dunkel, flatterten durch die Luft, als Zeichen der ewigen Herrschaft der Singarti. Inmitten des tristen, grauen Himmels prangte die schwarze Fahne, in deren Mitte ein weißer Kreis und ein bedrohlich ausgebreiteter Wolfsschädel zu sehen war. In seinem geöffneten Maul hielt der Schädel einen blutroten Mond, der einen dunklen, düsteren Glanz über alles legte, was noch an Menschlichkeit erinnerte. Der Krieg war nicht lange her – der Krieg zwischen Erde und Mars, der den letzten Funken Hoffnung für die Menschen zerstörte und die Erde verblassen ließ. Die Sonne, der stolze Lebensspender, verlor mit jedem Tag mehr an Bedeutung. Doch auch das war nicht das Ende. Kurz danach wehten die Flaggen der Singarti über den Städten der Erde, der Krieg, der uns den Sonnenhimmel nahm, wurde zu einem längst vergessenen Relikt. In der Vergangenheit hatten wir geglaubt, der Krieg mit dem Mars sei der schlimmste, der uns je widerfahren würde, doch wir irrten uns. Die Singarti kamen – und sie brachten uns den Untergang. Es war nun achtunddreißig Jahre her, dass die ersten Singarti auf die Menschen trafen. Der erste Kontakt – viele hatten ihn als Unfall abgetan, ein Missverständnis der alten Zeiten. Doch als die Singarti dann mit ihrem Angriff die Welt eroberte, wussten wir, dass alles, was wir jemals gekannt hatten, verblasste. Die Zerstörung der Städte war rasant, die Eroberung unaufhaltbar. Sie übernahmen unsere Städte, unsere Ressourcen und uns. Die Menschheit, zur Sklaverei verurteilt, fiel unter die herrschende Hand der Singarti, einer Spezies, die uns weder als gleichwertig noch als wertvoll betrachtete. Sie sahen uns nur als Nahrung, als Sklaven und als Material, um ihre Krieger und Technologien zu stärken. Doch es war nicht nur das, was sie uns antaten. Freiheit war für uns nur noch ein leeres Wort – und die Singarti verschlangen uns langsam. Die Fahnen wehten nun fast überall, über den verlassenen Hochhäusern der einst stolzen Großstädte, an Universitäten und an Fabriken. Ihre Präsenz war nicht mehr zu übersehen. Überall und über allem wehte das Symbol der Unterwerfung: Der Wolf, der den Mond in seinen Zähnen hielt, das Zeichen für den Endpunkt der Menschheit. Jetzt, im Jahr 2173, standen die Überlebenden der Menschheit in der Dämmerung der Zerstörung. Einige kämpften noch, versteckt in den Ruinen der Erde, wo sie versuchten, die Herrschaft der Singarti zu beenden. Doch viele Menschen hatten schon längst die Hoffnung aufgegeben, sie gingen weiter, als ob der Untergang ein Teil des natürlichen Zyklus geworden wäre. Ein paar versuchten, sich mit den Singarti zu arrangieren, da diese die Kontrolle über alles hatten – doch der wahre Widerstand lag in den Gassen der Stadt, in denen die Menschen zusammenkamen, ihre letzten Flammen des Mutes entzündeten. Inmitten dieser vom Krieg gezeichneten Welt schritt eine junge Frau durch die Straßen. Ihr Blick war kühl, fast distanziert, während ihre Augen den Menschenmengen auswichen, die von der Zerstörung und dem Verfall gezeichnet waren. Sie trug eine abgenutzte braune Jacke, deren Stoff von dunklen Rissen durchzogen war, ihre feuerroten Haare fielen in wirren Strähnen in ihr Gesicht. Ihr Körper war beweglich und schnell, fast geisterhaft, als sie durch die belebte Marktstraße zog, ihre Schritte waren beinahe lautlos auf dem schmutzigen Asphalt. Ihre Augen, dunkelgrün und entschlossen, blendeten die Blicke der umherstreifenden Passanten aus, die in ihrem eigenen Kampf ums Überleben gefangen waren. Verfallene Gesichter, abgenutzte Kleidung, einige trugen billige Cyborg-Implantate und der stete Geruch von Abgasen und verfaultem Abfall hing in der Luft. In den Ecken standen Händler, deren Stände von röchelnden Generatoren und flackernden Hologrammen umgeben waren. Ein Mann in einem alten Kittel mit einem zerknitterten Bandana stand dort, die Glut seines Grills rot aufleuchtend, während er das Fleisch an einem Spieß drehte. Im Hintergrund, auf billigen Hologramm-Werbebildschirmen, liefen auf Japanisch Werbeanzeigen für Produkte, die längst unbezahlbar oder unwichtig geworden waren, neben ihm, ein kleiner asiatischer Verkäufer, der mit geübten Händen gebratenes Hühnchen in einem heißen Wok drehte, dessen Dampf sich mit dem Geruch von verbranntem Öl und Metallen vermischte. Das Zischen des Woks und des bratenden Fleisches war fast so laut, dass es die Werbefilme und die schrille Musik, die zu hören war, übertönte. Der viele Geruch war erdrückend, aber er brachte für einen Moment ein Gefühl von Normalität Menschen huschten vorbei, mit gesenktem Blick, in von Faltenschichten bedeckten Kleidern, zwischen denen sich das Glitzern von Lichtern von überall her widerspiegelte. Die junge Frau hatte kein Interesse an den flimmernden Neonschildern oder den schnellen Fastfood der asiatischen Schnellimbisse um sie herum. Ihr Blick war scharf und durchdringend. In ihren Augen lag Entschlossenheit – sie war eine Überlebenskünstlerin, gefangen in einer Welt, die ihre Menschlichkeit verloren hatte. Versteckt in ihrer Jacke trug sie ein Messer, dessen Klinge erst vor kurzem frisch geschärft worden war. Auch eine Schusswaffe trug sie verdreckt, aber immer schnell griffbereit, an ihrem Körper. Sie trug eine schwer wirkende Sporttasche über der Schulter, die ein großes Geheimnis verbarg. Mit jeder Sekunde, die sie weiterging, vertiefte sich ihr Entschluss, die Welt nicht einfach den Singarti so zu überlassen. Der Krieg war längst nicht vorbei, und sie würde nicht der Verzweiflung erliegen, die über diese Straßen kroch. Doch die Menschen, die zwischen den Cyborgs und Essenständen in den Straßen unterwegs waren, ließen sie nicht unbeachtet. Ein Mann, dessen rechte Gesichtshälfte aus einer glänzenden Metallplatte bestand und dessen Augen mit Hilfe grell grüner LEDs funkelten, schob sich plötzlich an sie heran und lächelte schief. „Hey, Schönheit,“ rief er mit einer Stimme, die ebenso rau klang wie der Beat, der aus einem nahegelegenen Laden drang, „Was macht so eine wie du hier allein in der Nacht? Kann ich dir Gesellschaft leisten? Oder was Spaßiges besorgen?“ Er deutete vielsagend auf eine Reihe kleiner Päckchen in seiner Hand, in denen farbige Kapseln lagen, die seltsam schimmerten. Die junge Frau hielt den Blick fest auf die Straße gerichtet, entwich den tastenden Händen des Mannes mit einem schnellen Schritt zur Seite. „Ich habe, was ich brauche,“ entgegnete sie kühl, während sie ohne einen weiteren Blick auf den Mann ihren Weg fortsetzte. Ein anderer, ein Cyborg mit leuchtend violettem Implantat-Auge, das hektisch hin und her zuckte, schüttelte den Kopf. „Die Kleine ist mutig, oder? Hier ganz allein – sie hat entweder einen Freund, der irgendwo lauert, oder sie weiß, was sie tut.“ Die flüsternden Kommentare von Fremden und die tuschelnden Blicke folgten ihr wie ein dunkler Schatten, doch sie ignorierte jede Anspielung, jeden feixenden Blick und die gierigen Blicke, die ihre Gestalt abschätzten. Die schrille Musik aus den Läden entlang der Straße wurde lauter, vibrierte in ihren Ohren, und in einer Ecke sah sie einen halb defekten Lautsprecher, der blinkend und flackernd den neuesten Elektropop durch die Nacht schickte. Sie seufzte und überprüfte abermals die Zeit auf ihrer alten Digitaluhr – der Countdown lief. Sie hatte keine Minute zu verlieren. Die junge Frau atmete tief ein, ihre Brust hob und senkte sich, als sie einen letzten Blick auf die verschwommenen Lichter hinter sich warf, die wie schwache Sterne in der Ferne blinkten – ein schwaches Versprechen von Leben, das längst verflogen war. Doch sie wusste, dass es nichts mehr zu retten gab. Diese Straßen, diese Stadt, gehörten nicht mehr den Menschen. Ihre Gedanken flogen in die Dunkelheit, als sie sich von der letzten Erinnerung an das, was einmal war, abwandte. Plötzlich blockierte ein Mann ihren Weg. Mit einem kratzigen Lächeln und schmutzigen Fingern, trat vor sie. Sein rechter Arm, war durch eine glänzende nach Öl stinkende und völlig zerbeulte Cyborg Hand erweitert worden. Die schmutzigen, verzerrten Tattoos auf seiner Haut und der abgestandene Geruch nach Drogen drangen sofort in ihre Nase. "Hey, schöne Lady", rief er ihr zu, die Stimme rau, als ob sie von jahrelangem Zigarettenkonsum gezeichnet wäre. "Was hältst du von einer kleinen Ablenkung? Habe was, das dich zum Fliegen bringt... oder willst du lieber was anderes? Ich bin sicher, du kannst es gebrauchen." Die junge Frau blieb stehen, ihre Augen rollten leicht, als sie tief durchatmete. Sie ließ den Blick des Mannes kalt abprallen und musterte ihn einen Moment lang, als sei er nicht mehr als eine irrelevante Fliege in ihrem Gesicht. Die Welt war voller Menschen wie ihm – Überreste derjenigen, die zu sehr mit sich selbst beschäftigt waren, um noch eine klare Entscheidung zu treffen. Mit einem fast unscheinbaren Schnauben atmete sie erneut tief ein, ihre grünen Augen hoben sich von dem Mann und sahen auf die schimmernden Hologramme, die im Hintergrund blinkten. Eine weitere Werbung sprang an, diesmal für den Polizeidienst. Die Singarti rekrutierten Menschen, die für sie die Drecksarbeit leisteten. Der Werbespot versprach genug Amerikanische Credits für einen jährlichen Urlaub außerhalb der Megametropole. Ein weiteres verführerisches Angebot seine eigene Rasse zu verraten. Die ironische Werbebotschaft lachte ihr ins Gesicht, während sie das Angebot des Mannes genauso ignorierte. Ihre Lippen verzogen sich zu einem schmalen, fast unmerklichen Lächeln, als sie ohne ein weiteres Wort an ihm vorbeischritt. Ihr Blick hatte sich in den Horizont gerichtet, die Gedanken bereits weit weg von diesem Moment, von diesem Ort. Der Mann rief ihr noch etwas hinterher, doch ihre Schritte wurden nur schneller, ihre Haltung blieb aufrecht, als ob nichts sie je brechen könnte. Sie wusste, mit jeder Sekunde die sie weiterging, vertiefte sich ihr Entschluss, die Welt nicht einfach den Singarti zu überlassen. Der Krieg war längst nicht vorbei, und sie würde nicht der Verzweiflung erliegen, die über diese Straßen kroch. Sie hatte längst gelernt, ihren Platz in dieser zerbrochenen Welt zu finden und sich nicht von der Dunkelheit, die alles umhüllte, verschlingen zu lassen. Schließlich erreichte sie eine enge Seitengasse und trat hinein, die Wände an den Seiten waren alt und zerfallen, ein Spiegelbild des Verfalls, der die ganze Stadt ergriff. Es war ruhiger hier, abgeschirmt von den Geräuschen der lauten, immer hektischer werdenden Hauptstraßen, die schweren Schritte der Menge und das Getöse des pulsierenden Nachtlebens verstummten hinter ihr. Sie ließ die Tasche auf den Boden sinken und kniete sich nieder. Angespannt schaute sie zur Hauptstraße und weiter in die Seitengasse. Sicher, dass sie ungestört blieb und niemand sie beobachte, nicht einmal eine Drohne. Vorsichtig öffnete sie den Reißverschluss und zog drei kompakte Sprengladungen hervor. Es waren drei Haftminen der Singarti, schwer zu bekommen und noch schwerer zu Hacken. Ein kurzes, hartes Lächeln huschte über ihr Gesicht – sie wusste, was diese Ladungen anrichten konnten. Wenn sie sie richtig platzierte, würde die Explosion alles in einem Umkreis von zehn Metern zerschmettern. Der Gedanke, unbeobachtet zu sein, schlich sich in ihren Geist. Für einen Moment fühlte sie sich sicher. Doch ihr Handeln blieb nicht unbemerkt. Weit über ihr, in den Schatten eines maroden Gebäudes, saß eine Kreatur, diese lehnte sich lässig an einer bröckelnden Wand, den Rücken gegen verrottenden Ziegel gepresst. Eine Zigarette glimmte an ihren Lippen, und die weißen, krallenbesetzten Finger waren beinahe das einzige, was aus der Dunkelheit herausragte. Ein Funkeln erhellte kurz das Gesicht: pelzbedeckt, durchzogen von einer schmalen Narbe über dem linken Auge, und kalte, violette Augen, die die Straßen darunter beobachteten. Ein leises Zischen erklang, als ein Getränk geöffnet wurde, und der Rauch der Zigarette stieg in die feuchte Luft. Seine Existenz war kompliziert – weder Mensch noch wirklich Singarti. Ein Experiment, das nach dem Krieg gegen die Singarti in einem Militärlabor erschaffen worden war, halb Wolf, halb Mensch, und im Stich gelassen, als das Projekt scheiterte. Er war ein Schatten, der zwischen den Welten schwebte, abgelehnt von den Menschen, ein Feind für die Singarti. Er spürte die Einsamkeit wie eine Wunde, die niemals verheilte. Einst war ihm die Idee einer Gemeinschaft wichtig gewesen. Sein menschlicher Vater hatte ihm Werte wie Ehre, Loyalität und Menschlichkeit gelehrt. Doch jetzt fühlte sich, dass alles wie ein verflogener Traum an. Die Menschen hatten ihn verstoßen, und die Singarti durften von seiner Existenz nichts wissen. Ein Wolf unter Menschen, ein Mensch unter Wölfen – er passte nirgendwo hin. Selbstzweifel nagten an ihm, der Gedanke, dass es vielleicht keinen Sinn hatte, sich überhaupt noch um diese Welt zu kümmern. Er hatte Versagt, er konnte seinen Vater nicht von den Singarti schützten, noch konnte er den Widerstand der Menschen finde und ihnen wichtige Informationen mitteilen. Wieso überhaupt noch weiterkämpfen? Warum den Widerstand finden? Seine einzige Familie, sein Schöpfer, war längst tot – und seine letzte Hoffnung auf Zugehörigkeit verwischt wie der Rauch seiner Zigarette im Wind. Er nahm einen letzten Zug von seiner Zigarette und warf sie achtlos in die Pfützen zu seinen Füßen. Das Knistern der Glut, als sie im Wasser erlosch, war das einzige Geräusch, das er von sich gab. Der Hybrid war sich nicht sicher, warum er sich von dieser Frau angezogen fühlte, doch ihre wilde Entschlossenheit erinnerte ihn an jene Zeiten, als er selbst noch an eine Sache geglaubt hatte – an Ehre, an Werte, an die Menschlichkeit, die ihm sein Vater, einst eingetrichtert hatte. Wollte sie es wirklich mit den Singarti aufnehmen oder war die Falle für einen Menschen bestimmt? Er war sich sichtlich unsicher was sie genau vor hatte. Sie rückte ein paar alte Müllsäcke zur Seite, schob die erste Mine tief unter den größten der verrosteten Müllcontainer und achtete darauf, dass kein verdächtiges LED Licht oder Draht herausragte. Dann platzierte sie die zweite Mine direkt daneben, verbarg sie erneut unter losen Plastiktüten und zerdrückten Metallbüchsen, so dass sie nahezu unsichtbar war. Ihre Bewegungen waren schnell, präzise, jeder Handgriff durchdacht und unmissverständlich. Die Minen mussten nebeneinander platziert werden, damit die Detonation eine maximale Wirkung hatte – die Druckwelle würde das halbe Straßenende zerschlagen, vielleicht sogar die Patrouille, auf die sie es abgesehen hatte. „Hatte sie sich wirklich dem Widerstand verschrieben? Oder war sie nur eine von vielen, die gegen die Singarti kämpften, ohne zu wissen, dass sie sich dabei in den Ruin stürzen würden?“ fragte sich der Hybride. Ihre Handlungen waren kalkuliert, doch ein Teil von ihm wusste, dass ihr Schicksal untrennbar mit dem seinen verbunden war. Der Krieg, der die Erde in Trümmern hinterlassen hatte, war noch nicht vorbei – er war nur auf eine andere Ebene verschoben worden. Und irgendwo in den Schatten des Widerstands wartete eine Wahrheit, die nur wenige kannten: In dieser Welt aus Schutt und Stahl war jeder Einzelne ein Spieler auf einem Spielfeld, das längst von den Singarti dominiert wurde. Plötzlich hielt sie inne, als ihr Blick auf eine unscheinbare Uhr an ihrem Handgelenk fiel. Die Zeit war knapp. Ein Blick auf die Uhr, dann wieder nach vorne – sie musste sich beeilen. Ihre Augen zuckten zu einem unscheinbaren, abseits gelegenen Eingang einer engen Seitenstraße. Sie atmete tief ein und wandte sich um, als ein Gefühl von Unbehagen sie durchströmte. Wieder prüfte sie das kleine Gerät an ihrem Handgelenk, dann griff sie vorsichtig nach der letzten Mine in ihrer Tasche, bereit, sie zu platzieren, wenn der Moment gekommen war. Ein klirrendes Geräusch der Metallteile durchbrach für einen Moment die Stille. Doch genau in diesem Augenblick wurde sie auf ihrer Strecke gestört. Ein Mann trat aus den Schatten der Seitenstraße und blockierte ihren Weg. Er trug eine schwarze Jacke, sein Blick war hungrig und aggressiv. „Gib mir deine Tasche!“, brüllte er, als er mit einer Hand nach der Tasche griff , wo sie das wertvolle, letzte Mine aufbewahrte, dass sie für ihre Mission benötigte. „Ich will nicht, dass du es dir anders überlegst“, fügte er hinzu, als er ein glänzendes Messer aus seiner Tasche zog und es bedrohlich in die Luft hielt. Die junge Frau reagierte ruhig, fast beiläufig. Sie hatte solche Szenen schon oft erlebt, doch diesmal war sie nicht bereit, sich einfach einschüchtern zu lassen. Langsam, fast wie in Zeitlupe, ließ sie ihre Hand zur Tasche gleiten. Ihre Finger zitterten kaum, als sie die Tasche vorsichtig, sehr vorsichtig, losließ. Ein metallisches Geräusch erklang, als der Inhalt mit einem dumpfen Klang auf den Boden traf. Doch während der Mann sich freute, sie in diesem Moment zu haben, zog sie blitzschnell eine Pistole und richtete sie mit ruhiger Hand auf ihn. Es war eine Schwarze Serrate Mk.III von Fortis Arms Corporation (USA) Eine zukunftsweisende Handfeuerwaffe, die bis ins Jahr 2173 als Maßstab für taktische Präzision und Feuerkraft galt. Sie war mit einem Kaliber 9x25mm ausgestattet, das auf verbesserte kinetische Patronen zurückgriff. Diese Munition bot eine beschleunigte Projektil Abgabe, die durchschlagende Wirkung und unvergleichliche Präzision kombinierte – ideal für Einsätze, bei denen Zuverlässigkeit und Durchsetzungsfähigkeit über lebenswichtig waren. Der Mann, der nun die Pistole vor sich sah, wusste, dass er nicht gewinnen würde. Und so, wie in vielen Szenen, in denen das Leben und der Tod auf dem Spiel standen, begann er, sich zurückzuziehen, doch nicht ohne ein schmutziges, abschätzendes Lächeln zu werfen. „Das war dein letzter Fehler“, murmelte er, als er sich aus der Waffe der Frau entfernte und in die Dunkelheit zurücktrat. Der Hybride trat aus dem Schatten hervor, jetzt konnte man seine ganze Erscheinung sehen, während das meiste Fell an seinem Körper lila-grau farbend war, hatte sein Bauch und Teile des Gesichts und den Beinen einen weichen weißen Ton. Auch trug er anscheinend nur das nötigste. Eine kurze braune Hose, die teilweise zerrissen war. Die Nähte waren aufgeplatzt und Fell schaute aus den Löchern empor. Doch mehr als eine einfache Hose brauchte er auch nicht sein Fell war dicht und die Kälte der Stadt machten ihm nicht viel aus. Er hatte gespannt die Situation beobachtet. Er konnte nicht anders und zündete sich mit einem schnellen Griff seine letzte Zigarette an. Die Junge weit da unten, hatte die Situation auf ihre Art gemeistert. „Ganz schön mutig“ dachte der Hybride. Doch falls die Falle für die Singarti sein sollte, braucht sie mehr als Mut um zu Überleben. Die junge Frau arbeitete hastig, ihre Hände zitterten kaum merklich, während sie die letzte Mine an den feuchten Pflastersteinen fast unscheinbar befestigte, angespannt blickte sie auf ihre Uhr. Dabei rutschte ihr Ärmel ein Stück nach oben, gerade weit genug, um das eingebrannte Symbol zu entblößen, das sich wie ein dunkler Schatten über ihren Unterarm zog. Ihr Herzschlag beschleunigte sich; Erinnerungen stiegen in ihr auf, wild und unkontrollierbar, wie ein Feuer, das in der Kälte dieser Straße lodern wollte. Auch der Hybride auf dem Dach spürte die Veränderung in ihrer Haltung. Es war nur ein winziger Augenblick, doch er sah, wie ihre Hand für einen Sekundenbruchteil zitterte. Er wusste nicht, was sie auf der Uhr gesehen oder was ihren Blick plötzlich so verhärtet hatte. Aber was auch immer es war, die Veränderung blieb nicht unbemerkt. Die Frau jedoch wusste genau, was diesen Moment ausgelöst hatte. Das Zeichen auf ihrem Arm erinnerte sie an eine Zeit, die sie seit Jahren zu vergessen versuchte. Sie konnte das erste Aufbrennen dieser Male noch spüren, wie das heiße Metall auf ihrer Haut, das die Singarti ihr verpasst hatten, als sie gerade mal neun Jahre alt war. Die Hitze, der Schmerz, und dann die Kälte, die folgte, als das Feuer der Erinnerung in ihr einzementiert wurde. Sie atmete schwer, die Vergangenheit flackerte vor ihrem inneren Auge wie ein geisterhafter Film, unfreiwillig, unbarmherzig. Der Moment, als die Singarti ihre Familie in Stücke rissen, war in all seinen grausamen Details in ihr eingebrannt. Ihre Eltern, die ihr Gesicht ein letztes Mal streiften, ihre Hände zitternd, bevor sie verschwanden. Dann das Zeichen, die Markierung auf ihrer Haut, die sie als Eigentum der Singarti kennzeichnete und ihr Schicksal besiegelte. Sie war allein geblieben, ein Kind mit leeren Augen, dass sie zur Sklavenarbeit in ein fremdes Land schickten, weit entfernt, wo sie ihren Hass und ihre Trauer in stummer Einsamkeit schlucken musste. Nun ballte sie die Faust. Sie spürte das glühende Echo von damals wieder in sich aufflammen. Ein abgrundtiefer Hass und eine Verachtung, die so rein und unverfälscht waren wie die ersten Tränen, die sie damals nicht hatte weinen können. „Nie wieder.“ Ihre Stimme war kaum mehr als ein Flüstern, doch es war eine eiserne Verpflichtung an sich selbst. Tränen lief in die Wange entlang, sie wischte sich diese schnell aus dem Gesicht. Die Singarti sollten keinen schwachen weinenden Menschen sehen. Sie musste jetzt stark sein Die letzten Sekunden verstrichen und die Anspannung lag schwer über der dunklen Gasse, in der die junge Frau in geduckter Haltung verharrte. Auch der Hybride spürte das Knistern der Erwartung, das in der Luft hing, und sein Herzschlag beschleunigte sich unwillkürlich. Doch auch ein Summen war seit kurzem zu hören, seitdem die junge Frau ein letztes Mal auf die Uhr starrte, hatte sie eine der vielen Tasten berührt. Der Hybride dachte an ein elektrisches Stör-Geräusch das von einer der Singarti-Drohnen ausging. Doch es war viel mehr als er zu diesem Zeitpunkt begreifen konnte. Das Geräusch war kaum wahrzunehmen und jeder, selbst ein Singarti, würde es auch nur als solches erkennen. Irgendein Geräusch eben. Der Hybride hatte es sich in der Zwischenzeit so bequem gemacht, dass seine Beine über den Rand des Hochhauses baumelten. Hätte die junge Frau zufällig nach oben geschaut, wären ihr wohl seine ungewöhnlichen, menschlich anmutenden Füße aufgefallen – jedoch mit dem entscheidenden Unterschied der kräftigen Tatzen an den Sohlen, die ihn befähigten, außergewöhnlich schnell zu rennen und gewaltige Sprünge zu vollführen. Die schmale Linie zwischen Mensch und Tier, die ihn und seine Art ausmachte, war geradezu greifbar in den Schatten der Nacht. Als er gerade einen weiteren Schluck Bier nehmen wollte, spuckte er ihn unvermittelt aus, der plötzliche Laut hallte schwach durch die Trümmer. Ein tiefes, langgezogenes Heulen zerriss die Stille, rollte über die verfallenen Gebäude und durch die verwinkelten Gassen. Das Heulen war wie ein Signal, eine Warnung, die nur allzu bekannt war. Jeden Abend gegen Siebzehn Uhr zog eine Patrouille von drei Singarti durch diese Viertel, auf der Suche nach allen, was sich gegen das Regime richtete. Aufständische oder Anzeichen von Widerstand, selbst Menschen die die kommende Ausgangsperre ignorieren wurden verhaftet oder schlimmeres. Und nun war es wieder soweit. Der Hybride fühlte, wie seine Muskeln sich instinktiv anspannten. Er kannte die Singarti nur zu gut und wusste, dass auch er, trotz seiner eigenen Fähigkeiten, nicht im offenen Kampf gegen sie bestehen konnte. Seine Augen verengten sich zu schmalen Schlitzen, während er die Straße unten weiter beobachtete, wo die junge Frau zögernd stehen geblieben war. Auch sie schien das Heulen gehört zu haben. Ihre Körperhaltung straffte sich, und für einen Moment schien ihr entschlossener Ausdruck durch eine Spur von Angst getrübt. Der Gedanke, dass diese junge Frau, allein und verzweifelt, gegen die Übermacht der Singarti kämpfte, ließ seine Gefühle zwischen Mitleid und Verachtung schwanken. War sie naiv oder mutig? Der feine Unterschied spielte für ihn längst keine Rolle mehr. Doch ihre Wildheit, der verzweifelte Kampf gegen eine übermächtige Welt – sie rührten etwas in ihm an, das tief in seinen Instinkten vergraben lag. Sie warf einen nervösen Blick um sich, ihre Finger unwillkürlich an der Tasche, die ihre Ausrüstung barg. Die Anspannung in ihrer Haltung verriet, dass das Heulen auch ihr Herz schneller schlagen ließ. Ob sie wusste, wer – oder was – sich ihr näherte? Der Hybride beobachtete aufmerksam, wie die Frau ihre Umgebung sondierte und überlegte. Die Singarti, die die Straße entlang patrouillierten, waren beeindruckende und bedrohliche Gestalten, jeder auf seine eigene Art einzigartig – und doch hatten sie alle etwas Unverkennbares an sich, das ihre Grausamkeit und Macht vermittelte. Die drei Krieger bewegten sich mit einer Präzision, die nur durch jahrzehntelange Kampftrainings und genetische Manipulation zu erreichen war, ihre Körper von grausiger Schönheit und tödlicher Anmut. Der erste, ein Riese von einem Krieger mit tiefbraunem Fell, war oberkörperfrei, was seine massiven Muskeln und das markante Cyberimplantat auf seiner rechten Brust zur Schau stellte. Das Implantat, ein massiver metallischer Balken, verlief diagonal über seinen Oberkörper und zog sich von der rechten Schulter bis zur linken Hüfte. In seiner rechten Hand hielt er eine Singarti-Pistole, deren Lauf bedrohlich in der Dunkelheit glänzte. Die Kanten seines Gesichts waren scharf und von der kalten Härte eines Soldaten gezeichnet, der nie gezögert hatte, das Leben eines Feindes zu nehmen. Der zweite der Krieger hatte ebenfalls braunes Fell, jedoch trug er eine Maschinenpistole, die fest in seiner linken Hand ruhte. Im Gegensatz zu seinem Kameraden war er komplett unverändert – ohne ein einziges Implantat oder mechanisches Zubehör. Doch seine Körperhaltung, die entspannten Bewegungen, verrieten jedem Menschen, dass er trotz seiner Unversehrtheit zu einer tödlichen Waffe geworden war. Jeder seiner Schritte war kalkuliert, jede Bewegung von einer Effizienz, die nur wenige Singarti besaßen. An der Spitze der Patrouille schritt der Anführer, ein Singarti mit tiefrotem Fell. Seine Präsenz allein ließ die Luft schwerer erscheinen, als wäre selbst die Dunkelheit vor ihm zurückgewichen. Um seine Oberschenkel und an den Knien trug er schwere Stachelarmbänder, die in der Dunkelheit zu blitzen schienen. Sein rechter Arm war vollständig mechanisch, aus massivem Metall, das bei jeder Bewegung mit einem bedrohlichen Klirren reagierte. Auf seiner linken Schulter saß eine Panzerung, die mit dem Symbol der Singarti verziert war: Ein Schädel mit geöffnetem Maul, das Zeichen für Zerstörung und Unterwerfung der Singarti. Sein Gesicht war von einer silbernen Maske verdeckt und nur die flammend roten Augen durchblitzen ließ. Der kalte metallene Arm, an ihm, hatte keine Gnade in sich, als er voranschritt – jede Bewegung wirkte wie die eines Jägers, der genau wusste, dass er sein Ziel immer erreichen würde. Eine schwarze Schärpe war um seine rechte Schulter gewickelt und zog sich quer über seinen Körper bis zum linken Hüftgürtel. Auf beiden Armen trug er stachelbesetzte Armbänder, die bei jeder Bewegung in den Lichtern der Stadt blitzen und seine Gewaltbereitschaft noch weiter unterstrichen. Diese drei Singarti-Krieger bewegten sich unaufhaltsam die Straße entlang, ihre Schritte hallten durch die leeren Gassen und die Stille der Nacht. Sie waren der sichtbare Ausdruck der Macht, die die Singarti über diese Stadt und über die Menschheit errichtet hatten. Ein grausames Trio, das weder Mitleid kannte noch Gnade zeigte. Die junge Frau hatte bereits den Zünder in der einen Hand und etwas anderes, zunächst unscheinbar wirkendes, in der anderen. Ihre Miene war entschlossen, während sie das kleine Gerät fest umfasste. Es war eine Hundepfeife – ein simpler, fast banaler Gegenstand, und dennoch trug sie ihn mit der Ernsthaftigkeit eines tödlichen Instruments. Die Kreatur beobachtete die Frau aufmerksam, ihre Augen verengten sich leicht, während sie das kleine, unscheinbare Gerät in ihrer Hand hielt. Eine Hundepfeife? Für einen Moment wirkte die Szene absurd – der Kontrast zwischen der klaustrophobischen Dunkelheit der Gasse, den tödlichen Minen und diesem harmlos wirkenden Gegenstand. Doch der Hybride hielt inne. Sein Verstand, geschärft durch Instinkt und Erfahrung, begann zu analysieren. Für sie war es wahrscheinlich mehr als das, was es zu sein schien. Vielleicht ein getarntes Kommunikationsgerät? Eine Waffe, die er noch nicht kannte? In einer Welt voller technischer Finessen und tödlicher Erfindungen war selbst das Unspektakulärste potenziell tödlich. Er zog an seiner Zigarette, der Rauch wirbelte in die kühle Nachtluft. Ein schmaler Funken Misstrauen blitzte in seinem Blick auf. Was auch immer sie da trug, es war sicher nicht so harmlos, wie es aussah. Die Ernsthaftigkeit, mit der sie das kleine Gerät hielt, ließ ihn vermuten, dass sie etwas Bedeutendes vorhatte – oder jemand Bestimmtem ein Signal senden wollte. Ob Freund oder Feind? Die Kreatur konnte es nicht sagen, aber sie war sich sicher, dass diese Pfeife für die nächsten Schritte eine entscheidende Rolle spielte. Sie holte tief Luft, ballte ihre freie Hand zur Faust, und blies mit all ihrer Kraft in die Pfeife. Der schrille Ton schnitt durch die Luft wie ein unsichtbares Messer und ließ die umgebenden Geräusche der Stadt verblassen. Die Neonlichter und das Prasseln des Regens wurden plötzlich irrelevant, als der ultrahohe Pfeifton die Szenerie beherrschte. Der Hybride, der sich bislang in seiner sicheren Distanz gewiegt hatte, zuckte sichtbar zusammen. Seine Ohren, sensibel für selbst die leisesten Geräusche, wurden von diesem durchdringenden Signal förmlich attackiert. Ein unterdrücktes Knurren entwich seiner Kehle, als er seine Zigarette fast fallen ließ. Die glühende Asche landete direkt auf seinen Zehen, und die leichte Verbrennung fügte dem akuten Schmerz in seinen Ohren ein weiteres Winseln hinzu. Er schüttelte den Kopf und hielt sich beide Ohren zu, um den Klang irgendwie aus seinen Gedanken zu verbannen. Doch es half wenig. Er wusste, was das war – nicht unbedingt die Pfeife selbst, sondern das Prinzip dahinter. Dieses Geräusch war nicht zufällig gewählt; es war ein gezielter Angriff auf die Sinne der Singarti – und auch seiner. Die Frau musste das vorher ausprobiert haben, immer und immer wieder, bis sie die richtige Frequenz gefunden hatte. Doch heute war sie näher an ihm dran, als ihm lieb war. Während er sich wieder fing, zuckte ein Anflug von Respekt über sein Gesicht. „Klug“, dachte er, seine Ohren noch immer dröhnend. „Klug – und tödlich.“ Was immer sie vorhatte, sie war vorbereitet. Doch wie weit reichte ihr Plan? Und konnte sie damit wirklich den Sieg erringen? Die Kreatur riss sich zusammen, versuchte die Ohrenbetäubung auszublenden und konzentrierte sich wieder auf die Frau, die da unten so unerschütterlich stand. Sie hatte mehr in der Hand, als er zunächst angenommen hatte. Die Wirkung auf die Singarti war verheerend und augenblicklich. Die hohen Frequenzen der Hundepfeife trafen sie wie ein unsichtbarer Dolch, der direkt in ihre empfindlichsten Sinne stach. Ihre Köpfe zuckten ruckartig, die Bewegungen wurden unkontrolliert, fast panisch. Sie jaulten und wimmerten, ein erschütterndes Geräusch, das ihren sonst so furchteinflößenden Auftritt ins Gegenteil verkehrte. Die Waffen, die sie zuvor mit tödlicher Präzision führten, entglitten ihren Klauen und schlugen scheppernd auf den Boden. Ihre massiven Körper krümmten sich, als könnten sie der physisch wirkenden Frequenz entkommen, doch der schrille Ton verfolgte sie unbarmherzig. Ihre Köpfe drehten sich instinktiv in die Richtung der Quelle, doch ihre Augen flackerten – verwirrt, geblendet vor Schmerz und unfähig, klar zu denken. Die Neonlichter der Stadt reflektierten auf ihren metallischen Implantaten und verstärkten den Eindruck von Chaos und Desorientierung. Es war, als würde der Stolz, der die Singarti stets wie eine Rüstung umgab, plötzlich von innen heraus zerbröckeln. Diese Kreaturen, die sonst kaum eine Schwäche zeigten, wirkten nun wie wilde Tiere in der Falle, verzweifelt darum bemüht, einen Weg aus der Qual zu finden. Doch der Ton ließ ihnen keine Atempause, und die unbarmherzige Präzision des Angriffs zeigte, dass die Frau genau wusste, was sie tat. Die Szene war beängstigend und faszinierend zugleich – ein unüberwindbarer Feind, in die Knie gezwungen durch etwas so Unscheinbares wie einer Pfeife. Die junge Frau hatte es geschafft – die Aufmerksamkeit der Singarti gehörte nun ganz ihr. Doch in ihrem Erfolg lag auch die Gefahr, die sie nicht ignorieren konnte. Die Singarti, die sich eben noch unter den Qualen des schrillen Tons gewunden hatten, rafften sich auf. Ihre animalische Haltung wich einer aggressiven, fast robotischen Präzision, als sie ihre massigen Körper aufrichteten. Ihre Bewegungen waren schnell, unnachgiebig, und von einem unbändigen Zorn getrieben. Die Schmerzen, die ihnen die Pfeife zugefügt hatte, waren nicht vergessen, sondern hatten nur ihre Wut entfacht. Der Wimpernschlag eines Augenblicks verging, und schon hoben sie ihre Waffen, die zuvor achtlos zu Boden gefallen waren. Ihre Krallen umfassten die Griffe mit einer erschreckenden Festigkeit, und ihre Augen glühten vor Zorn – ein Feuer, das tief in ihrer animalischen Seele brannte. Ein tiefes, kehliges Knurren durchbrach die Luft, als einer der Singarti seine Waffe mit einem lauten Klicken entsicherte. Die anderen folgten, ihre Bewegungen unisono und diszipliniert, doch von einem gefährlichen Hauch Wildheit geprägt. Ihre Wut war wie eine physische Präsenz, spürbar in jeder Faser der Gasse. Die metallischen Geräusche von Ladebewegungen und das bedrohliche Aufblitzen von Laserzielgeräten machten deutlich: Sie waren bereit, ihre Beleidigung zu rächen. Die Frau, die Sekunden zuvor noch die Oberhand gehabt hatte, stand nun einem Rudel gegenüber, das angetrieben von Wut und Instinkt keine Gnade kannte. Ergreift diese Hure!“ schrie der Anführer voller Zorn und fügte hinzu: „Bringt mir ihren Kopf!“ Die Singarti-Patrouille stürmte mit erschreckender Geschwindigkeit durch die engen Gassen, ihre Pfoten klatschten unaufhörlich auf den Asphalt und hinterließen tiefere Abdrücke im feuchten Boden. Sie liefen durch die Pfützen, die das smaragdgrüne Licht der Straßenlaternen reflektierten. Ihre Bewegungen waren präzise und gewaltig, eine Jagdmaschine in voller Fahrt. Während die beiden braunen Singarti auf die junge Frau zurasten, hielt der Anführer plötzlich inne, seine Sinne schärfer als die der anderen. Ein kleines, fast verschwindend kleines Zögern – und dann blickte er aufmerksam auf den Boden vor ihm. „Bei Gott, ich hoffe, es klappt“, flüsterte die junge Frau, als sie sich hastig hinter einer nahegelegenen Fassade versteckte, ihre Augen fest auf das Geschehen vor ihr gerichtet. Ihr Herz pochte heftig in ihrer Brust, doch ihre Hände blieben ruhig, als sie die letzten Feinheiten der Falle überprüfte. Der Anführer der Singarti spürte eine plötzliche Unruhe. Sein Scanner piepte, und Warnsymbole flimmerten in seinem Sichtfeld auf. Er starrte einen Moment lang auf die Anzeigen, seine Instinkte sagten ihm, dass etwas nicht stimmte. Fast wollte er sich umdrehen und zurückweichen, doch dann war es schon zu spät. Er war direkt in die Falle geraten. „Klick!“ Ein gewaltiger Knall durchbrach die Stille der Nacht, als die Minen explodierten. Eine massive Feuerwand schoss in die Höhe, begleitet von einem ohrenbetäubenden Schrei und dem aufleuchtenden Wüten der Flammen. Der gesamte Bereich wurde in grelles Licht getaucht, die Gassen füllten sich mit einem dichten, schier undurchdringlichen Rauch. Die Luft war schwer von verbranntem Metall und der riechenden Asche, die sich auf alles legte, was die Explosion hinterlassen hatte. Die junge Frau hielt sich die Hand vor den Mund, um den beißenden Qualm nicht einzuatmen. Ihre Augen jedoch, fest fokussiert, beobachteten mit eisiger Ruhe das Chaos, das sie entfesselt hatte. Der Hybride, immer noch hoch oben in den Trümmern, war von der plötzlichen Explosion völlig überrascht. Geblendet von der gewaltigen Lichtquelle, hielt er sich instinktiv mit dem Arm vor das Gesicht, als die Explosion die Luft durchbrach. Der Druck der Detonation riss die Luft in tausend Stücke und entlud sich in einer infernalischen Welle aus Feuer und Rauch. Trümmer flogen durch die Straßen, und das dröhnende Krachen hallte in seinen Ohren wider. Er konnte die gewaltige Kraft der Explosion förmlich spüren, wie der Boden unter ihm vibrierte und die Luft heiß wurde. Funken sprühten durch den Rauch, und grelle Lichtblitze zerrissen die Dunkelheit, die sich über der Straße gelegt hatte. Der Hybride blinzelte und versuchte, seine Sicht wiederzuerlangen, während er sich auf den brennenden Schutt konzentrierte. Der Schmerz von der Hitze in der Luft und die knisternde Wärme auf seinem Fell ließen seine Muskeln verkrampfen, doch er wusste, dass er sich jetzt keine Schwäche leisten durfte. Er wartete auf die erste Bewegung, auf den nächsten Schritt – als ein leises Zischen und das Klirren von zerbrochenem Metall die Stille nach der Explosion durchbrach. Die Jagd war noch lange nicht vorbei. Der Hybride starrte gebannt durch den dichten Rauch. Der plötzliche Aufprall der Explosion hatte die Luft in eine heiße, schwüle Wand aus Staub und Trümmern verwandelt. Doch trotz der chaotischen Umstände war seine scharfe Wahrnehmung noch immer intakt. Zwischen den wirbelnden Partikeln und dem dicken Qualm erkannte er eine Gestalt, die sich langsam durch die Trümmer bewegte. Es war die junge Frau. Er war überrascht, dass sie Unverletzt schien, sie hatte zwar rechtzeitig Deckung gesucht, doch war sie nicht sehr weit von der Explosion entfernt gewesen. Doch seine Gedanken wirbelten genauso schnell wie der Rauch um ihn herum. Hatte sie ihr Ziel erreicht? Hatte sie es geschafft, die Singarti zu töten, oder hatte sie zu früh den Zünder ausgelöst. Er beobachtete sie mit gemischten Gefühlen, als sie sich vorsichtig und schnell vorwärtsbewegte. Ihr Blick war fest, entschlossen, und doch sah er auch eine Spur von Erschöpfung in ihren Bewegungen. "Hat sie die Singarti erwischt?" dachte der Hybride, als er ihren Weg weiterverfolgte. War sie hier, um sich zu an den Singarti zu rächen, oder verfolgte sie ein ganz anderes Ziel? War sie Mitglied im Widersand? All das würde sich bald zeigen. „So eine gewaltige Explosion kann niemand überlebt haben, nicht einmal ein Singarti“, dachte sie, als sie sich durch die rauchverhangene Gasse bewegte. Ihre Schritte hallten dumpf auf dem zerstörten Asphalt, während sie die verwüstete Szene betrachtete. Die Seitenstraße, lag nun in Trümmern. Überall brannte es noch, die Flammen züngelten an den Ecken der Gebäude und verbrannten alles, was übriggeblieben war. Der feine, schwarze Rauch stieg in den düsteren Himmel auf, wo die Straßenlaternen längst umgeknickt und verglüht waren. Das Knistern des Feuers und das Peitschen der losen Stromkabel im Wind, war das einzige Geräusch, das die Stille durchbrachen. „Wahnsinn, was diese kleinen Bomben für Schaden angerichtet haben“, murmelte sie und zog ihre Pistole aus der Halterung. Die Singarti sollten tot sein, das war sicher, aber sie konnte sich nicht auf ihren ersten Eindruck verlassen. Im Krieg gab es keinen Platz für Fehler. Sie lief weiter, die Waffe noch immer in der Hand, bis sie die erste Leiche erblickte, die unter den Trümmern begraben war. Der Körper war kaum noch zu erkennen, verbrannt und entstellt. Der Geruch von verbranntem Fell, geschmolzenem Metall und verbranntem Fleisch stieg ihr in die Nase, vermischt mit dem beißenden Staub der Trümmer. Es war der Geruch des Krieges, das Markenzeichen des Zerstörens. „Es ist vorbei“, dachte sie, doch etwas in ihr wollte diese Gewissheit nicht akzeptieren. Etwas flackerte in ihr, ein schales Gefühl, das sie nicht abschütteln konnte. Sie hatte das Gefühl, dass sie nicht ganz allein war, dass der Krieg noch nicht zu Ende war. Aber sie musste weiter vorankommen. Immer einen Schritt weiter. Die junge Frau blickte auf die zerstörte Straße, den Rauch in der Luft, das verheerende Chaos, das sie selbst verursacht hatte. Aber das war noch nicht genug. Sie brauchte mehr – eine Trophäe. Für den Schwarzmarkt, wo solche Dinge viel wert waren. Und was könnte wertvoller sein als der Kopf eines Singarti? Ein grausames Symbol ihres Überlebens und ihrer Entschlossenheit. Einige Menschen dachten, wenn sie Singarti-Fleisch zu sich nehmen, würden die Kräfte der Singarti auf sie übergehen. Mit festen, entschlossenen Bewegungen kniete sie sich nieder und legte ihre Pistole beiseite. Grade soweit entfernt das sie jeder Zeit griffbereit war. Der kalte Wind fuhr durch die zerbrochenen Fenster und zerstreute die Asche. Sie hielt sich die Nase zu, als der beißende Geruch von verbranntem Fleisch und Metall sie fast überwältigte. Der Dreck und der Schmutz vermischte sich mit dem stechenden Geruch von Blut und verbranntem Fell. Sie konnte es kaum ertragen, aber sie wusste, dass sie weitermachen musste. „Was hat sie da bloß in den Trümmern zu suchen?“ Der Hybride hatte sich inzwischen aufgerichtet, stand aufrecht und beobachtete sie aus der Ferne, seine Augen durch die Rauchschwaden hindurch fixiert. Ein Stirnrunzeln, als er sich fragte, ob sie wirklich hoffte, noch etwas Nützliches zu finden. Sein Blick war starr und unnachgiebig, als er die junge Frau weiterhin in ihrer Beschäftigung betrachtete. Was sie vorhatte, konnte er nicht genau sagen, aber sie war ihm zuwider – wie all die anderen Überlebenden dieser Welt. Ihre Zerstörungslust war ihm genauso fremd wie die Grausamkeit, die ihm selbst aufgezwungen worden war. Doch der Blick, den er ihr zuwarf, war mit einer Mischung aus Neugier und Abneigung gefüllt. Die junge Frau hatte inzwischen begonnen, die Trümmer beiseite zu schieben, ihre Bewegungen mühsam, aber zielstrebig. Sie war sich bewusst, dass der Kopf eines Singarti mehr wert war als alles andere, was sie in den Trümmern finden könnte. Ein wertvolles Gut für den Schwarzmarkt, ein Beweis für ihren Überlebenswillen und ihre Fähigkeit, in dieser Welt zu bestehen. „Es muss hier irgendwo sein“, murmelte sie, als sie eine weitere schwere Betonplatte und Betontrümmer zur Seite schob. Ihre Finger bluteten, die Fingernägel zerkratzt, doch sie hielt durch. Sie wusste, dass sie nicht aufgeben durfte – nicht jetzt. „Wäre die verdammte Fassade nicht noch eingestürzt, müsste ich keine Trümmer wegräumen“, grummelte die junge Frau, während sie schwer atmend einen weiteren Betonblock zur Seite schob. Der Hybride, der aus sicherer Entfernung alles beobachtete, Schüttelte den Kopf vor Unverständnis: „Nach was sucht sie da überhaupt. Sie sollte längst weg sein? Die halbe Stadt hat die Explosion gehört.“ Er verstand nicht, was sie vorhatte, konnte sich nicht vorstellen, was sie in diesem Chaos noch finden wollte. Sie war fast wie besessen, grub und scharrte durch den Dreck. Mit jeder Bewegung schickte sie einen weiteren Stein oder Betonbrocken beiseite. Ihre Finger waren inzwischen blutig, aber sie ließ sich nicht beirren. Der kalte Schweiß perlte ihr von der Stirn, während sie sich mühsam weiterarbeitete. Ihre Geduld schien grenzenlos. „Diese ganze Arbeit nur für einen verdammten Kopf“, murmelte sie dann, als sie sich erneut bückte, um ein weiteres Stück Trümmer zu beiseite zu wuchten. „Das war der letzte.“ Ihre Stimme war hart, beinahe verächtlich. Der letzte große Betonblock rollte weg, und unter den Trümmern kam schließlich das zum Vorschein, wonach sie gesucht hatte. Ein Kopf. Ein Singarti-Kopf. Sie blieb stehen, atmete tief ein und zog eine schnelle, missbilligende Miene. „Oh, nein, den Kopf kann ich nicht gebrauchen“, sagte sie schließlich. Der Kopf war völlig zerstört. Der Schädel war mehrfach gebrochen, die Augen, von der Wucht der Explosion und dem Gewicht der Fassade, waren aus den Höhlen getrieben worden. Die Gesichtszüge waren zertrümmert und verzogen, der Kopf war schief und deformiert, eine groteske, unheimliche Verzerrung. „Als wären diese Monster nicht schon hässlich genug“, fügte sie hinzu, ihre Stimme war von Abscheu und Enttäuschung erfüllt, als sie den zermatschten Kopf ignorierte. Da der Kopf unbrauchbar war, setzte sie die Suche fort, als gäbe es kein Zurück. Es war klar, dass ihr Ziel noch nicht erreicht war – sie brauchte einen Kopf, einen intakten, um am Schwarzmarkt den vollen Preis zu verlangen. Mehr als einen konnte sie sowieso nicht in ihrer Tasche tragen. Und so grub sie weiter, unbeirrt und von nichts abgehalten, während der Hybride sich nach wie vor aus der Ferne fragte, was diese junge Frau inmitten all dieses Chaos wirklich suchte. Der Hybride verstand nicht was man von einem toten Singarti erbeuten konnte. Er war in sich selbst gekehrt und dachte nach, dass er sich sogar an den Kopffasste und grübelte. Seine Nervosität sah man an seiner Körpersprache er lief hin und her. Jetzt stand er fast kerzengerade auf den Trümmern, sein Blick noch immer auf die junge Frau gerichtet. Doch nun verschärften sich seine Sinne. Er hatte einen seltsamen Gedanken, der sich immer stärker verfestigte „Sucht sie etwa? Eine Trophäe?“ murmelte er, mehr zu sich selbst als zu jemand anderem. Es war faszinierend, wie sie mit einer fast fanatischen Präzision nach dem richtigen Teil in diesem Chaos suchte. Alles andere machte für ihn keinen Sinn, Plötzlich hörte er sie fluchen. „Scheiße, wieder nichts!“, schrie sie, als sie einen weiteren Block bei Seite schob. Der Frust war ihr deutlich anzumerken, aber sie ließ sich nicht entmutigen. Weiter grabend, weiter suchend, ihre Bewegungen schneller und entschlossener. Doch dann hielt sie inne. Ein Triumph zog über ihr Gesicht. Sie hatte ihn gefunden. Der Kopf des Anführers. Sie begann zu strahlen, als sie ihn freilegte – den Kopf des Singarti, dessen Gesicht noch völlig intakt war. Nur eine Beule in der Mitte war zu sehen, ein paar leichte Kratzer zierten das Gesicht, und eines seiner Augen – das Implantat – war gesprungen, aber der Kopf war insgesamt noch brauchbar. Sie hatte auch eine Singarti Pistole freigelegt, diese wirkte fast unbeschädigt. Doch ohne die passende genetische Übereinstimmung war diese Waffe nutzlos für Menschen. Sie atmete tief ein, prüfte die Uhr auf ihrer rechten Hand: 17:15 Uhr. Der Stress war in ihren Augen zu erkennen. „Verdammt, ich muss mich beeilen“, murmelte sie und schloss die Augen, als sie die Geräusche der noch immer brennenden Stadt um sich herum vernahm. Die halbe Stadt hatte die Explosion gehört, und sie wusste, dass Verstärkung bald eintreffen würde. „Die werden gleich hier sein, ich muss mich beeilen.“ Ihre Hände zitterten, nicht vor Angst, sondern von der drängenden Notwendigkeit, schnell zu handeln. „Das muss jetzt schnell gehen“, sagte sie entschlossen und zog ein Messer aus ihrem ihrer Jacke. Der Hybride, der sie die ganze Zeit aus der Ferne beobachtet hatte, erstarrte als ihm klar wurde, was sie vorhatte. „Will sie... diesen Kopf abschneiden?“ Die Überraschung war deutlich in seinem Gesicht zu erkennen. Er hatte es nicht erwartet, dass sie so weit gehen würde, um sich eine Trophäe zu sichern. Doch ihre Entschlossenheit, dieser dunkle Moment, das Bedürfnis, etwas Greifbares aus dieser Zerstörung zu holen, ließ ihn nicht los. Sie schien keinerlei Zweifel an ihrer Entscheidung zu haben. „Komm schon, Amber, das ist nur ein...“ Die junge Frau stockte, ihre Worte verblassten, als sie in den toten Blick des Singarti starrte. Ihre Hände zitterten, und der Widerstand in ihr war spürbar. Es war, als ob ihre eigene Wut, ihr Hass auf die Singarti und die Erinnerung an die unzähligen Qualen, die sie und ihre Familie durchlebt hatten, sie antrieben, aber gleichzeitig hielt sie etwas zurück. Ein Kopfabschneiden. Das war etwas Anderes. Etwas, das sie noch nie zuvorgetan hatte. Sie ballte ihre Faust um das Messer, ihre Handflächen wurden nass vor Schweiß. Sie hatte das Ziel vor Augen, doch jetzt, in diesem Moment, spürte sie die Schwere ihrer Handlung. Der Gedanke, die Trophäe zu nehmen, was es für sie bedeutete und wie es alles noch realer machte – es ließ sie zögern. Doch dann schüttelte sie den Kopf, versuchte, die Unruhe in sich zu unterdrücken. Es war jetzt kein Moment mehr für Zweifel. Es musste getan werden. Doch gerade, als sie tief durchatmete und den ersten Schnitt zu setzen schien, bemerkte der Hybride etwas, das die junge Frau noch nicht bemerkt hatte. „Da bewegt sich noch etwas...“ Ein tiefes, bedrohliches Knurren stieg in seiner Kehle auf, seine Augen blitzten, als er die Bewegung bemerkte. „Der Singarti hat die Explosion überlebt!“ Der Körper des Singarti, der so leblos schien, begann sich langsam zu rühren. Die Hand, die noch vor wenigen Sekunden wie tot gewesen war, zuckte jetzt, als würde sie sich von der Zerstörung erholen. Die Bewegungen waren langsam, unkoordiniert, aber eindeutig: Der Singarti war noch am Leben. Ein Gefühl der Panik und des Adrenalins überflutete den Hybriden. „Lauf, Mensch!!“, brüllte er mit voller Kraft, als er bemerkte, dass der Singarti sich noch bewegte. Doch in dem Moment, als Amber das Messer in ihrer Hand erhob, um den Kopf abzuschneiden, hörte sie mit Entsetzen eine Stimme, die tief und verzerrt durch die Gasse schallte. „Wer war das?“ Bevor sie reagieren konnte, spürte sie plötzlich eine eisige, kraftvolle Hand, die ihren Arm mit dem Messer festhielt. Der Singarti hatte überlebt – er war noch nicht tot. „Scheiße, er lebt noch“, murmelte Amber entsetzt, als sie sich mit einem geisterhaften Blick dem wütenden Singarti zuwandte, dessen Augen vor Zorn funkelten. Sie war wie gelähmt. Die Panik, die sich in ihr ausbreitete, ließ ihre Züge erbleichen, und ihre Augen spiegelten pure Todesangst wider. Ihre Hand zitterte, während sie versuchte, sich aus dem Griff des Singarti zu befreien. Der Hybride, der die Situation mitwachsender Verzweiflung beobachtete, stieß einen wütenden, enttäuschten Fluch aus. „Zu spät, verdammt...“, sagte er, als er sah, wie der Singarti sich aus den Trümmern befreite. Der Staub, die Asche und einige kleinere Trümmer fielen langsam von seinem massiven Körper zu Boden. Sein Fell war voller Ruß und stellenweise verbrannt, seine Kleidung zerfetzt. Seine Bewegungen waren verzögert, langsam. Der Singarti, der von der Explosion offensichtlich schwer verletzt worden war, hatte sich nicht nur wieder erholt, sondern war nun voller Wut. Amber wusste, dass sie keine Zeit mehr hatte, der Schock stand ihr ins Gesicht geschrieben. Das Messer, das sie in der rechten Hand hielt, war ihre letzte Hoffnung. Doch der Griff des Singarti war zu fest. Aus einem der Augen des Singarti kamen Funken, das rote Glas war zerbrochen, doch das andere leuchtete hell in einem bedrohlichen Glühen. Mit einem Wutschrei packte er Amber am rechten Arm. Er hob Amber mit seiner Cyborg-Hand in die Luft und hielt sie wie eine Puppe, die keine Kontrolle mehr hatte. Amber erschrak, als der Singarti sie nach oben hielt und sie grimmig anstarrte. Sie spürte den Druck seines Metallischen Armes. Abrupt verschwand das seltsame Signal [SM4] und mit einem tiefen Knurren fletschte er die Zähne, und sein großes Maul öffnete sich. Ein lautes, keuchendes Geräusch ertönte, das von einem unbändigen Hass begleitet war. „Du wirst dafür büßen, Mensch“, zischte der Singarti mit kratziger Stimme. „Du und jeder aus diesem Sektor. Ich werde dich zerfetzen.“ Seine Worte klangen wie ein Todesurteil. Bedrohlich streckte er seine linke Hand vor ihr Gesicht, die Krallen scharf und bereit, ihre Haut zu durchbohren. Amber starrte auf die gefährlichen Fangzähne in seinem Kiefer, das Gefühl von Todesangst durchströmte sie. Der kalte Griff des Cyborgs ließ ihr die Luft aus den Lungen entweichen.- Doch in diesem Moment, während sie versuchte, sich zu befreien, ließ Amber plötzlich ihr Messer fallen. „Was?“ Der Singarti war überrascht von der plötzlichen Geste. Doch Amber war schneller – sie fing das Messer mit ihrer freien Hand wieder auf, und in einem einzigen, verzweifelten Moment, packte sie ihre ganze verbliebene Kraft und Wut. „Friss das!“, schrie sie, als sie das Messer mit einem wilden Schlag auf den Arm des Singarti lenkte. Die Klinge schnitt durch die Luft und traf die Cyborg-Hand des Singarti. Die Klinge glitt mit einem lauten metallischen Kratzen an der Metallhand ab, Der Singarti ließ Amber im Schreck fallen, als der Angriff ihn unvorbereitet traf und für einen Moment verlor er den Halt über Amber, die nun zu Boden fiel. Die Situation war noch lange nicht vorbei, doch Amber hatte einen Moment gewonnen. Sie spürte, wie ihre Brust schneller atmete, der Adrenalinrausch noch immer ihren Körper beherrschte. Doch sie wusste, dass die Gefahr noch nicht gebannt war – der Singarti war immer noch gefährlich. Kurz nachdem Amber zu Boden gefallen war, griff sie rasch ihre Pistole, die sie mit einer schnellen Bewegung in die Richtung des Singarti richtete. Ein flackerndes Lächeln huschte über das Gesicht des Cyborgs, als er das Objekt seines Begehrens erblickte – die Singarti-Pistole, die Amber versehentlich frei gelegt hatte. Nun lag diese direkt vor ihm auf dem Boden. In einem reflexartigen Zug streckte er seine Cyborg-Hand aus, um nach der Waffe zu greifen. Doch Amber war schneller. Mit einem entschlossenen Blick feuerte sie, ihr Magazin fast ohne Pause leer. Die Schüsse durchbrachen die Stille der Gasse, hallten in den zerfallenen Wänden wider. Doch der Singarti war schlauer, als er ausgesehen hatte. Mit einer blitzschnellen Bewegung benutzte er seinen rechten Cyborg-Arm, um die Kugeln abzuwehren. Die Projektile prallten mit einem metallischen Geräusch von seinem Arm ab, flogen in alle Richtungen und schlugen in die Trümmer und die Wand der Gasse ein. Es war ein beeindruckender Moment der taktischen Überlegenheit, der die Luft zum Vibrieren brachte. Amber fluchte leise und versuchte, sich schnell in Deckung zu bringen. Doch sie wusste, dass sie keine Zeit zu verlieren hatte. Der Singarti würde sofort zurückschlagen. Der Hybride beobachtete die Szene. Ein Gefühl der Unsicherheit stieg in ihm auf. Doch jetzt stand er vor einer Entscheidung. Sollte er eingreifen und ihr helfen? Oder sollte er sie weiterhin beobachten und abwarten, was sie tat? Er hatte keine Sympathie für die Menschen, und trotzdem... etwas an Amber beeindruckte ihn. Sie war eine der wenigen, die sich überhaupt gegen die Singarti erhoben hatte, und sie kämpfte mit einer Entschlossenheit, die den Hybriden fast herausforderte. In gewisser Weise war sie zu einer von wenigen geworden, die eine echte Bedrohung für die Singarti darstellte – eine Frau, die nicht einfach aufgab. Sie kämpfe und das auch alleine. „Sie kämpft um ihr Überleben“, murmelte der Hybride, als er überlegte, was zu tun war. Doch während er noch zögerte, hörte er die Schüsse, das Klirren von Metall und den abprallenden Schüssen. Amber war noch nicht besiegt – sie kämpfte, und das nicht ohne Grund. Das keuchende Lachen des Singarti erfüllte die Gasse, ein raues Geräusch, das die Spannung in der Luft weiter anheizte. Er hielt die Singarti-Pistole in seiner rechten metallischen Hand und ignorierte die elektrischen Blitze, die um das Gehäuse der Waffe zuckten, kleine Bzzt-Geräusche, die eine Fehlfunktion ankündigten. „Stirb, menschlicher Abschaum!“ knurrte er, seine Augen loderten voller Hass auf Amber, die nun wusste, dass sie in der Falle saß. „Das war’s,“ dachte sie, während sie das kalte, bevorstehende Ende fühlte. Doch dann, aus dem Nichts, hörte sie einen Ruf von oben – ein scharfes „Nein!“ hallte durch die Gasse. Der Singarti zuckte für einen kurzen Moment zusammen und schaute nach oben, doch der Hybride hatte sich schnell wieder in den Schatten verborgen. Ein kleiner Moment der Ablenkung der fiel zu kurz war um ihre wirklich zu helfen. „Ich Idiot! Was habe ich mir dabei gedacht, fast hätte er mich gesehen“, der Hybride wusste, dass der Singarti mit seinem Implantat alles aufzeichnen würde was passiert. Alles was dieser sieht, weißt jeder Singarti. Er konnte ihr nicht helfen. Der Singarti richtete seinen Blick wieder auf sie und drückte mit einem grimmigen Lächeln den Abzug. Ein lautes Klicken ertönte – und im nächsten Augenblick brach die Pistole in einem grellen Feuerball auseinander. Die Waffe explodierte direkt in seiner Hand, als die defekte Elektronik versagte. Die Gewalt der Explosion zerfetzte seinen Cyborg-Arm in einem schrecklichen Blitz aus Metall und Funken, die Splitter flogen durch die Gasse und trafen die Wände mit klirrendem Knall. Amber hielt ihren Arm schützend vor ihr Gesicht und schloss aus Reflex ihre Augen Die Explosion tauchte einen kleinen Teil der Gasse für einen Augenblick in grelles Licht. Der Singarti schrie vor Schmerz, sein Knurren verwandelte sich in einen gequälten Laut, während er die Überreste seiner Hand anstarrte, die nur noch ein verstümmeltes Wrack aus Metall und Fleisch war. Amber hielt für einen Moment den Atem an, nicht fähig zu glauben, dass sie tatsächlich noch am Leben war – und dass der Singarti sich selbst geschwächt hatte. „Verdammte Scheiße...“ keuchte der Singarti und starrte fassungslos auf seine verstümmelte Cyborg-Hand. Ein paar seiner mechanischen Finger fehlten komplett, und der Rest des künstlichen Arms hing nutzlos, scharfkantig und rauchend, an seinem Gelenk herunter. Wut und Schmerz verzerrten sein Gesicht, doch seine Entschlossenheit, Amber zu jagen, flammte nur umso stärker auf." Amber sah ihre Chance. Ohne zu zögern, wirbelte sie herum und rannte um ihr Leben, ihre Schritte hastig und taumelnd. Der Schock der letzten Sekunden saß ihr in den Knochen, und mit jedem Atemzug glaubte sie, die schwere Hand des Singarti wieder spüren zu können. Sie hatte mit ihrem Leben fast abgeschlossen, und ihre Augen – von Tränen und Entsetzen vernebelt – suchten verzweifelt einen Weg nach vorne, irgendwo, wo sie sich in Sicherheit bringen konnte. „Lauf!“ flüsterte sie sich selbst zu, während sie durch die Gasse stürmte, über Trümmer sprang und die verkohlten Reste der Explosion hinter sich ließ. Der Singarti knurrte und stemmte sich, trotz seiner Verletzung, zum Aufholen an – der Hass in seinen Augen loderte ungebrochen. Er stockte kurz, als er das Gewicht seines verletzten Beins spürte und ein Blick darauf genügte, um festzustellen, dass ein offener Bruch und tiefe Verbrennung es unbrauchbar gemacht hatte. Ein animalisches Knurren entwich ihm, ein Klang reiner Wut und Trotz. Für ihn war die Jagd noch nicht vorbei – nicht jetzt und niemals, solange ein Funken Kraft in ihm glühte. Seine Narben zeugten von endlosen Kämpfen, und aufgeben war für ihn keine Option. Der Hybride wagte einen letzten Blick und beobachtete vorsichtig. Weiter aus tiefer Ferne, er kniete nieder und schüttelte leicht den Kopf. „Dieser Mensch muss einen verdammten Schutzengel haben,“ murmelte er mit einem Hauch von Bewunderung. Doch dann bemerkte er, wie der Singarti mit seiner verbliebenen, intakten Hand nach etwas an seinem Gürtel tastete. Eine kleine Ampulle tauchte auf, leuchtend gelb, und das Erkennen blitzte in den Augen des Hybriden auf. „Revatim?“ fragte er sich leise und seine Stirn legte sich in Besorgnisfalten. Es konnte nichts anderes sein – diese Flüssigkeit, dieses Mittel, das die Singarti nur in äußerster Not einsetzten. Es beschleunigte ihre Heilung und verstärkte ihre Kraft, wenn auch nur für kurze Zeit, und hinterließ sie anschließend erschöpft und ausgebrannt. Eine Überdosis oder zu viel Revatim ließ einige Singarti physisch krank werden. „Es ist noch nicht vorbei, Schlampe!“ schrie der Singarti mit einem hasserfüllten Lächeln, bevor er die Nadel in seinen Bauch rammte. Der Inhalt entleerte sich in seinen Körper, und ein fast wahnsinniges Glühen trat in seine Augen. Die leere Ampulle schleuderte er auf den Boden, wo sie klirrend in Stücke zerbarst. Der Hybride knurrte leise. Er wusste, dass Ambers Überlebenschancen nun bedrohlich geschrumpft waren. Der Singarti war kaum wiederzuerkennen. Sein Körper krümmte sich in Qualen, als das Revatim durch seine Adern pulsierte und eine groteske Verwandlung in Gang setzte. Ein schrilles Knacken erfüllte die Luft, als sich sein verletztes Bein mit einem grausamen Geräusch selbst wieder einrenkte. Unter einem Bruchteil eines Moments schien sein Fell zu verschwinden, nur um sich dann, wie aus dem Nichts, in dichterer, glatterer Form neu zu bilden. Sein Körper verstieß das beschädigte Cyborg-Implantat aus seinem Arm, das mit einem metallischen Knirschen von innen heraus zerbarst. Stück für Stück riss er das geborstene Metall von seinem Schädel, schleuderte die Überreste in eine Ecke und offenbarte darunter eine furchteinflößende Fratze, die nun von blanker Wut erfüllt war. Seine Augen glühten gelb, ein unnatürliches, pulsierendes Licht, das tiefe Rache und entfesselten Hass ausstrahlte. Er war wie besessen, angetrieben vom Revatim und der Wut auf den Menschen, der es gewagt hatte, sich gegen ihn und seine Brüder aufzulehnen. „Rache für meine Brüder, Rache für all meine verlorenen Narben!“ brüllte er mit einer Stimme, die wie Donner durch die Seitengasse hallte. Einige Schaulustige hatten sich neugierig von der Hauptstraße aus herangewagt, doch als der Singarti ein unheilvolles, machtvolles Heulen ausstieß, flüchteten sie panisch zurück. Der Klang seines Heulens hallte kraftvoll wider, eine Mischung aus Triumph und Drohung, die niemanden, der sie hörte, unberührt ließ. Der Hybride spürte die Gefahr – das Unbändige dieses Gegners war entfesselt. Der Singarti blickte kurz zu Boden und erblickte die Tasche der jungen Frau. Mit einem gewaltigen Sprung riss er die Tasche an sich und schleife sie mit sich. Er rannte unaufhaltsam los, nichts konnte ihn aufhalten. Amber sprintete verzweifelt durch die nächtliche Gasse, den kalten Wind wie schneidende Nadeln im Gesicht, während ihre Tränen ihr wie kleine, eiskalte Schläge vorkamen. „Verdammt, das ist komplett außer Kontrolle!“ keuchte sie, ihre Panik in einen atemlosen Schrei gepresst. Sie schlängelte sich zwischen Hindernissen hindurch, sprang über Mülltonnen, rannte blindlings durch dunkle Seitengassen und suchte verzweifelt nach einem Versteck, einem sicheren Ort – irgendwo, wo der Singarti sie nicht finden würde. Der Hybride beobachtete das Chaos von seinem Versteck aus, seine Gedanken eine Mischung aus Zögern und Pflichtbewusstsein. Er wusste, dass jede Hilfe für Amber den Singarti auf ihn aufmerksam machen würde. Sein Herz pochte unruhig, während er das Risiko abwog: Wenn er sich jetzt einmischte, könnte er selbst ins Visier der Singarti geraten. Doch ohne sein Implantat, ohne das Netzwerk der Singarti würde er unentdeckt bleiben. Sofern er es schaffte diesen einen Singarti im Kampf zu besiegen. Doch er Hybride hatte noch nie einen Singarti im Kampf besiegt. Und gegen den Gegner in diesem Revatim-Rausch anzutreten bedeutete, dass er vermutlich nicht lebend davonkommen würde. Dennoch konnte er nicht einfach tatenlos zusehen. Die Wahl war qualvoll, und jede Sekunde, die er zögerte, verringerte die Distanz zwischen Amber und ihrem Verfolger. Währenddessen verlor sich Amber in einer Menge von Passanten, die mit schnellen, abweisenden Blicken der rennenden Frau auswichen, als wäre sie einfach eine von vielen unbedeutenden Schatten in der Dunkelheit der Stadt. Als sie das laute Heulen des Singarti hörten, erschraken viele, die Angst stand ihnen ins Gesicht geschnitten. Der Hybrid schob seine Zweifel beiseite und entschied sich, Amber zu helfen. Diese junge Frau könnte der Schlüssel sein, endlich Kontakt zum menschlichen Widerstand aufzunehmen und eine Allianz gegen die Singarti zu schmieden. Mit einem kraftvollen Sprung katapultierte er sich auf nächste Dach und begann über die Gebäude zu rennen. Die Beiden waren längst aus seinem Sichtfeld verschwunden, doch glücklicherweise hinterließ der Singarti in den engen Gassen eine unübersehbare Spur der Zerstörung. Unten in den engen Gassen hinterließ der Singarti ein Trümmerfeld. Sein Zustand ließ ihn wie eine unaufhaltsame Naturgewalt Sein Jagdtrieb ließ ihn wie eine unaufhaltsame durch die Straße pflügen. Holzkisten, Mülltonnen, selbst Passanten – alles und jeder, der sich ihm in den Weg stellte, wurde erbarmungslos zerschmettert. Die Menschen schrien und flohen in Panik, aber der Singarti nahm kaum Notiz von ihnen. Seine einzige Fixierung war der Geruch von Amber, den er in einer tödlichen Spur durch die dunklen Straßen der Stadt verfolgte. Amber hörte erneut ein bedrohliches Heulen, es schien viel lauter und vor allem näher zu sein als das letzte Mal. Sie wusste, dass der Singarti es irgendwie geschafft hatte die Verfolgung aufzunehmen und sich nun dicht hinter ihr befand. Ohne noch einmal stehen zu bleiben, lief sie durch die engen Gassen, bis sie zu einem belebten Platz kam. Dort, zwischen Menschenmengen und einem bunten Essensstand, versuchte sie, inmitten der Geräusche und Gerüche der Stadt unterzutauchen. Doch sie konnte das Zittern ihrer Hände kaum unterdrücken und wusste, dass der Singarti nur Augenblicke entfernt war. Ihr blieb nur eine Möglichkeit sie musste sich verstecken und hoffen das der Geruch der Menschen und des Imbisses es schaffen würde, ihre Spur zu verwischen. Doch Panik überkam sie, als sie wild umherschaute und nur einige Holzkisten fand, die ihr eine Möglichkeit boten, sich zu verstecken. Der Singarti hatte sich seinen Weg durch die engen Gassen gebahnt. Seine glühenden, zornig gelben leuchtenden Augen suchten die Umgebung ab. Die Menschen wichen erschrocken zurück, als sie den massiven, keuchenden Krieger erblickten. Der Anblick dieses wütenden Wesens versetzte alle in Alarmbereitschaft. Ringsum in der Seitengasse standen verschiedene Menschen, die ihrem eigenen Geschäften nachgingen und nun plötzlich wie erstarrt wirkten. Ein Typ in einer schwarzen Lederjacke, der zuvor Amber aufdringlich belästigt hatte, stand nun angespannt und beobachtete den Singarti skeptisch. In seiner Jackentasche versteckte er die Klinge eines Taschenmessers – bereit, aber zögerlich, ob er es riskieren sollte. Eine ältere Frau mit rotem, zerzausten Haar hielt eine elektronische Zeitung fest umklammert, sie hatte ihre Augen durch zwei Cyber Implantate ersetzt und mit ihrer mit zittriger Hand versuchte sie sich vom Singarti nicht einschüchtern zu lassen. Fast unbemerkt ass sie ein Stück Frühlingsrolle. Sie schob sich diese genüsslich in den Mund, ließ den Singarti aber nicht aus ihren Augen. Sie starte ihn sogar etwas fassungslos an. Der Koch des asiatischen Imbisses hatte einen mechanischen linken Arm und ein leuchtendes, grünes Cyborg-Auge. Er war gerade dabei, dampfende Nudelgerichte und gebratenen Reis zuzubereiten. Der mechanische Arm klapperte unruhig, als er den Singarti bemerkte, doch der Koch wirkte gefasst – er hatte in dieser Stadt schon viele seltsame Dinge gesehen und blieb äußerlich ruhig, auch wenn sein Cyborg-Auge aufmerksam jede Bewegung verfolgte. Zwischen diesen stillen, fassungslosen Gestalten blieb Amber in Deckung. Sie hockte hinter einigen Holzkisten, beide Hände fest über ihren Mund gepresst, um auch das leiseste Geräusch ihres Atems zu unterdrücken. „Scheiße, er ist hier...“, dachte sie panisch. „Hoffentlich findet er mich nicht!“ Der Singarti schüttelte frustriert seinen Kopf, schnüffelte in die eine Richtung und dann in die andere, als wäre er ein Raubtier, das sich an die Fährte klammern wollte. Doch die dichten Gerüche von gebratenem Knoblauch, Gewürzen und heißem Öl aus dem asiatischen Imbiss vernebelten ihm den Orientierungssinn. Für einen Moment wirkte er verwirrt, unfähig, Ambers Duft wiederzufinden. Aber sein Zorn kochte weiter, seine Krallen spannten sich an, bereit, jedes Hindernis aus dem Weg zu räumen, sollte sich ihr Versteck auch nur erahnen lassen. „Diese verdammte Schlampe glaubt, mich austricksen zu können“ schrie der Singarti und ließ ein kehliges Knurren ertönen, das die Menge erzittern ließ, während er sich einen Mann mittleren Alters packte. Der Mann hatte eine wettergegerbte Haut, als hätte er Jahre harter Arbeit hinter sich, und eine gedrungene, kräftige Statur. Tattoos rankten sich von seinem Hals bis über seine Unterarme, die aus den hochgekrempelten Ärmeln seiner abgetragenen Lederjacke hervorlugten. Er trug ein einfaches, leicht zerschlissenes T-Shirt und verwaschene Jeans. Sein Gesicht war von Angst gezeichnet, die Augen weit aufgerissen, der Mund bebend, als der Singarti ihn mit einer einzigen Bewegung gegen die Wand des Asia-Ladens drückte. „Wo ist sie?“ schrie der Singarti und ließ seine fletschenden Zähne bedrohlich blitzen. Sabber tropfte von seinen Fangzähnen, und seinen messerscharfen Krallen drückte er nun noch fester gegen den Mann. „Ich… ich weiß nicht, wen du meinst, …Singarti.“ stammelte der Mann mit zitternder Stimme und wich mit dem Kopf zurück, soweit es ging. „Wen wohl, ihr minderbemittelten Primaten!“ Der Singarti schnaubte verächtlich. „Die Rothaarige – die Schlampe!“ fluchte er, der Zorn in seinen Augen lodernd. Er drückte den Mann immer mehr gegen den wagen, sodass sich dieser bereits anhob und ein leichtes Knarzen zu hören war. „Niemand?“ schnaubte der Singarti Obwohl niemand Amber kannte und diese ihnen auch nichts bedeutete, war Verrat das Allerschlimmste. Jeder wusste, dass der Singarti, mit hoher Wahrscheinlichkeit die Frau töten würde, so wie es dutzende Singarti bereits getan hatten. Niemand wollte ein Freund der Singarti sein, es gab schließlich bereits viel zu viele Menschen, die aus ideologischen Gründen oder um wohlhabender zu sein, mit den Singarti kooperierten. Das traf nicht nur Polizisten, oder Geschäftsleute auch einfach Bewohner schlossen sich den Singarti an. Oftmals endete doch dieser Verrat mit dem Tod, auf der Straße. In diesem Moment trat ein junger Mann aus der Menge hervor. Der Kerl, der Amber in der Seitengasse belästigt hatte. Ein dünnes, dreckiges Grinsen lag auf seinem Gesicht, als er die Aufmerksamkeit des Singarti erhaschte. Seine Stimme klang noch schmieriger und durchtriebener als zuvor, als er dem Singarti entgegenkam: „Ich weiß, wen du suchst,“ begann er genüsslich und genoss den Moment der Bedeutung. „Sie kam gerade hier vorbeigelaufen, nicht weit entfernt. Die hat’s wohl eilig gehabt.“" Der Singarti ließ den Mann los, der sackte sofort zu Boden und rang nach Luft. Er keuchte und Huste lautstark, als einige ihm zu Hilfe eilten. Doch niemand sagte etwas alle waren geschockt von dem schmierigen Typen. Die Angespanntheit lag und der Luft und die Aufmerksamkeit des Kriegers verlagerte sich nun voll auf den ehrenlosen Verräter. Der Singarti kam sehr nah und senkte seinen Kopf leicht nach unten, seine Augen glühend vor Entschlossenheit und Blut Lust. Er schrie mit geballter Stimme „Sag es mir, wo ist sie!“ Doch der Kerl blieb standhaft. Mit einem dreckigen Grinsen antwortete er: „Klar sag ich’s dir, aber da muss schon was für mich rausspringen.“ Erst fletschte er die Zähne, als würde er demjenigen gleich umbringen, er hatte keinen Respekt vor dem Singarti, er wollte nur das Beste aus der Situation. Der Singarti überlegte kurz und log kalt: „Natürlich, Primat.“ Das Lügen fiel ihm leicht – in diesem Moment war ihm alles recht, solange es ihn seiner Beute näherbrachte. Amber, die die Szene aus ihrem Versteck heraus beobachtete, erkannte den Verräter von vorhin. „Dieser verdammte Verräter! Was für ein Arschloch,“ dachte sie und begann, sich langsam und unauffällig von den Kisten wegzubewegen. Der Singarti kam noch näher mit seinem Kopf. „Ich will Tausend Amerikanische Credits und alles was in dem Tasche war“ Nur ein Schnauben und das Lecken über seine Zähne reichte, dass der Typ nochmal zu Wort kam „Mir reichen auch die Tasche, das ist fair, stammelte er. Während er auf die gewaltigen Fangzähne des Singarti starte. „Habbbben wir einen Deeal?“ stammelte der Mann und rieb sich erwartungsvoll die Hände. Der Singarti antwortete nur kalt: „Ja, du bekommst, was du verdienst. “ grollte er. Ohne zu zögern zeigte der schmierige Kerl direkt auf Ambers Versteck hinter den Kisten. Seine Hand zitterte „Da! Da hinten!“ entgegnete er „Meine Belohnung bekomme ich dann später nicht wahr?“ verlangte er, noch bevor der Singarti überhaupt reagiert hatte. Der Singarti sschmieß die Tassche vor die Schuhe des Mannes. Er bemerkte schnell dass etwas nicht stimmte. „Hey, die Tasche ist ja leer?“ bemerkte er belüfte. Doch der Singarti, dessen Lippen sich zu einem sadistischen Lächeln verzogen, packte den Mann hart und zog ihn zu sich heran. „Deine Belohnung ist der Tod,“ knurrte er und versenkte seine Zähne mit einem kräftigen Biss in das Gesicht des Mannes. Mit einem einzigen, schrecklichen Ruck trennte der Singarti das Gesicht des Mannes vom Schädel. Blut spritzte, und der sterbende Körper fiel zuckend zu Boden. Die Menge ringsumher brach in Geschrei aus, und die Menschen liefen voller Panik und kreischend in alle Richtungen davon. Oder Kopf abeißen direkt. Amber hörte nur einen kurzen Schrei dann verstummte der Mann. Unter den lauten Geräuschen der brechenden Knochen des Verräters verließ Amber voller Panik ihr Versteck und rannte um ihr Leben Der Hybrid sprang zwischenzeitlich von Dach zu Dach, der Lärm eines gewaltigen Aufklärungsflugzeugs der Singarti übertönte das Aufprallen seiner Füße. Die Turbinen des Flugzeugs zischten ohrenbetäubend und hinterließen eine stickige Spur verbrannter Luft. Der Singarti-Aufklärungsflieger stieg auf, offenbar in Richtung der Explosion in der Seitengasse. Auch winzige Objekte glänzten am Himmel, es waren Drohnen die nur schwer in der Dunkelheit erkennbar waren. Die Dunkelheit wurde von grellen Suchscheinwerfern durchschnitten, die auf die Straßen darunter zielten, wo bereits Dutzende Singarti und Polizisten sich versammelten. Amber blickte entsetzt über die Schulter. Sie konnte den blutverschmierten Singarti sehen, der wie ein Raubtier zwischen der fliehenden Menge hervorstach, die gelben Augen fest auf sie gerichtet, sein Mund noch blutigverschmiert die Zähne entblößt. Ein Schauer lief ihr über den Rücken, und ein Knoten der Panik schnürte ihre Kehle zu. Doch der Singarti spielte mit ihr, mit seinen großen Schwarzen krallen strich er die Wand entlang. Dabei machten die Krallen ein unwirkliches Geräusch. Trotz ihrer Erschöpfung rannte sie weiter, bis ihre Beine zitterten, ihre Lunge brannte, und jeder Atemzug ein schmerzliches Keuchen war. Als sie dann schließlich aufblickte, traf sie die Erkenntnis wie ein Schock: eine Sackgasse. Vor ihr türmten sich Mauern in einem trostlosen, vergessenen Fleck der Stadt. Die alten Wände waren mit Flechten bewachsen, vergilbt und verfallen. Hier sollte wohl einmal ein Gebäude entstehen, doch wurde nie vollendet. Ein paar Abwasserrohre ragten rostig und triefend heraus, das Wasser sammelte sich auf dem sumpfigen, halb betonierten Boden, auf dem einige Büsche und Grasbüschel gediehen. Die Szenerie wirkte wie ein Ort, den selbst die Stadt vergessen hatte. Amber stützte sich keuchend gegen die Wand, versuchte an eines der Abwasserrohre zu gelangen, um ihrer Sackgasse zu entkommen. Doch ihr Körper bebte vor Erschöpfung und das Rohr hing viel zu hoch, um es aus eigener Kraft zu erreichen. Der Puls in ihren Ohren übertönte die Geräusche des Wassers. Doch im nächsten Moment hörte sie das bedrohliche Knurren wieder, und ein eisiger Schauer lief ihr den Rücken hinunter, als sie sich langsam umdrehte. Der Singarti stand vor Amber und fletschte die Zähne, sein massiver Körper eine unüberwindbare Bedrohung. Amber, fühlte, wie ihre Kräfte sie fast verließen, aber der Adrenalinschub hielt sie wach und bereit, zu kämpfen. Sie warf dem Singarti einen trotzigen Blick zu, während dieser sich auf sein genesenes Bein stützte. Amber zögerte nicht, als der Singarti bedrohlich näherkam. Sie hatte panische Angst und merkte wie sie kaum die Pistole in der Hand ruhig halten konnte. Todesangst durchzog ihren gesamten Körper und ihre Nervosität, konnte man deutlich in ihrer Körpersprache erkennen. Ihre Finger drückten fünfmal den Abzug der Serrate Mk.III, und die Waffe spuckte mit einem ohrenbetäubenden Knall einige Projektile aus. Der Rückstoß jagte durch ihre Arme, aber ihr Zielen war unpräzise. Nur eine der Kugeln traf den Singarti an der Schulter und riss ein Stück Fleisch mit sich. Er knurrte, zurückzuckend vor Schmerz, doch es war nicht genug, um ihn zu stoppen. Sein Blick wurde nur noch mörderischer. „Ein Kratzer,“ grollte er mit höhnischem Unterton, während Blut aus der Wunde sickerte. Amber hob die Pistole erneut, doch bevor sie ein zweites Mal schießen konnte, schnellte er mit übermenschlicher Geschwindigkeit nach vorne. Seine Fuß schlug die Pistole mit solcher Wucht aus ihrer Hand, dass diese gegen die Wand der Seitengasse prallte und klappernd zu Boden fiel. Der Schlag riss Amber aus dem Gleichgewicht, und sie stürzte hart auf den Rücken. Noch bevor sie reagieren konnte, war der Singarti über ihr. Ehe sie sich wehren konnte, spürte sie das erdrückende Gewicht der riesigen Pranke des Singarti auf ihrer Brust. Mit kaum sichtbarem Aufwand hielt er sie nieder, sein massiver Körper über ihr aufragend wie ein monumentaler Fels. Amber kämpfte darum, Luft zu bekommen, während sie gegen die Kraft ankämpfte, die sie am Boden fixierte. Der Singarti blickte mit seinen leuchtenden Augen auf sie herab, sein Gesicht war vor Wut verzogen. Sein Knurren durchdrang die Luft wie ein Donnerschlag. „Lächerlich,“ knurrte er kalt, seine Zähne entblößend. „Ein Mensch glaubt, einen Singarti zu Fall bringen?“ Amber fühlte Panik in sich aufsteigen, doch sie ließ sich davon nicht überwältigen. Ihre freie Hand tastete hektisch den Boden ab, während sie unter dem Druck des Singarti nach Luft rang. Dann spürte sie es – den Griff ihres Messers. Mit einem kraftvollen Ruck rammte sie die Klinge in die weiche Stelle seiner Wade. Der Singarti brüllte auf, ein ohrenbetäubendes Geräusch, das von den Wänden der Gasse widerhallte. Sein Griff lockerte sich, als er instinktiv zurückwich, um der Quelle des Schmerzes zu entkommen. Amber rollte sich seitlich ab, keuchend, und rappelte sich auf die Beine. Sie konnte sehen, wie der Singarti versuchte, das Messer aus seinem Bein zu ziehen, das Blut in dicken Tropfen auf den Boden tropfte. Amber stolperte vorwärts, während sie hörte, wie der Singarti hinter ihr das Messer aus seinem Fuß zog. Ein wütender Schrei durchschnitt die Luft, als er die blutige Klinge zur Seite warf. „Du wirst dafür bezahlen!“ donnerte er, seine Klauen bereit für einen finalen Schlag Ihre Flucht schien aussichtslos – seine schweren Schritte kamen immer näher, die Gasse schien sich wie ein Korridor des Schicksals um sie zu schließen. Mit zitternden Händen griff sie in ihre Tasche und zog die Hundepfeife hervor. „Das ist meine einzige Chance“, dachte sie, während sie sich hastig umdrehte. Der Singarti, jetzt auf sie zu stürmend, wirkte wie eine unaufhaltsame Naturgewalt. Seine Augen glühten vor Zorn, seine massiven Krallen blitzten im Licht der Neonreklamen. Amber setzte die Pfeife an ihre Lippen und blies mit aller Kraft hinein. Ein schriller, beinahe unerträglicher Ton erfüllte die enge Gasse, so intensiv, dass Amber selbst das Gefühl hatte, ihre Trommelfelle könnten jeden Moment platzen. Der Singarti stoppte abrupt, sein Gesicht verzerrt vor Schmerz. Er hielt sich die Ohren mit beiden Pranken, sein brüllendes Knurren verwandelte sich in ein gequältes Jaulen. Der Schall schien ihn körperlich zu treffen, er schwankte und stolperte rückwärts. Die mörderische Entschlossenheit in seinen Augen wurde von purer Verwirrung und Schmerz überlagert. „Was für ein Teufelsding ist das?!“ schrie er, seine Stimme übertönt von dem durchdringenden Pfeifen. Amber wusste, dass sie keine Zeit zu verlieren hatte. Während der Singarti sich verzweifelt die Ohren zuhielt, um dem unerbittlichen Lärm zu entkommen, packte sie ihre Chance und rannte los, ihre Beine trugen sie durch die Gasse, als hinge ihr Leben davon ab – was es auch tat. Sie spürte, wie ihr Herz raste, als sie sich einen Moment lang zwischen Kampf und Flucht entscheiden musste. Ihre Pistole war fast leer, die Chance, den Singarti zu besiegen, schien minimal. Doch als sie gerade den Entschluss fassen wollte, sich umzudrehen und zu fliehen, passierte es. In einem Augenblick der Unachtsamkeit, trat der Singarti mit seinem blutverschmierten Fuß mit einem gewaltigen Tritt gegen ihr Gesicht. Die Hundepfeife flog aus ihrem Mund und landete mit einem dumpfen Klang auf dem Boden. Der Singarti hatte sich mit beiden Händen die Ohren fest zugehalten, um den Schmerzen des schrillen Pfeifens zu entgehen. „Du wirst mir nicht entkommen“, knurrte er. Sein Blick wurde grimmig. In seinen gelben Augen funkelte Hass, als er Amber mit einem furiosen Blick fixierte. Amber konnte den heißen Luftzug spüren, als die Krallen ihre Haut nur hauchdünn streiften. Ein stechender Schmerz durchzuckte sie, als eine der Krallen ihre Nasenspitze berührte, die Haut aufriss und Blut hervorbrach. Der Schmerz war scharf und blitzartig, und das Blut lief sofort in einen kleinen Strahl von ihrer Nase. Sie wusste, dass sie knapp dem Tod entkommen war, doch die Wunde brannte heiß. Ihre Augen weiteten sich vor Schock, als sie das bedrohliche, verzerrte Gesicht des Singarti vor sich sah. Der bösartige Ausdruck in seinen Augen sagte alles: Er war wütend, und er hatte Blut gerochen. Amber konnte förmlich spüren, wie er die Luft um sie herum mit seiner schieren Gewalt durchzog. Sie war nicht sicher, ob sie es noch weiter schaffen würde. „Du wirst mich nicht kriegen“, flüsterte sie mit blutiger Nase, als sie versuchte, sich vom Boden zu erheben und auf den einzigen Fluchtweg zu konzentrieren, den sie noch hatte. Der Singarti brüllte vor Wut, seine Stimme ein tiefes, bedrohliches Grollen. „Du kannst nicht fliehen, du elende Hure! Der Spaß ist jetzt vorbei. Ich werde dich in Stücke reißen!“, schrie er, seine Stimme hallte durch die Gassen, die von den restlichen Kämpfen und den fernen Geräuschen der zerstörten Stadt durchzogen waren. Mit einem ruckartigen Griff packte er Amber am Hals, seine übergroßen, klauenartigen Finger schnürten sich wie Eisen um ihren Hals. Sie konnte kaum atmen, die Luft wurde ihr aus den Lungen gepresst, und die scharfen Krallen drückten schmerzhaft gegen ihre Haut. Ihre Wange brannte von der frischen Wunde, das Blut tropfte von ihr herunter, während der Druck an ihrem Hals sie fast ohnmächtig machte. Amber versuchte zu kämpfen, ihre Hände krallten sich verzweifelt in den Griff des Singarti, aber seine Kraft war überwältigend. Sie schlug immer wieder verzweifelt gegen die großen starken Hände der Bestie. Der Schmerz war unerträglich, ihre Sicht verschwamm, und sie konnte kaum einen klaren Gedanken fassen. Der Zorn in den Augen des Singarti war alles, was sie sah. „Lass mich los...“ keuchte sie, doch ihre Stimme war nur ein heiseres Krächzen, das in der Luft verlorenging. Mit einem letzten, verzweifelten Blick versuchte sie, einen klaren Gedanken zu fassen. Sie hatte keine Waffe, keine Chance gegen die überlegene Stärke des Singarti. Doch ihre Entschlossenheit, zu überleben, war immer noch da. Sie kämpfte gegen den Würgegriff, versuchte, sich zu befreien, obwohl jeder Atemzug schwerer fiel. Der Singarti grinste bösartig, als er ihre verzweifelten Bemühungen sah. Doch Amber wusste, dass sie nicht aufgeben konnte. Es gab immer noch einen Funken Hoffnung – sie musste ihn nur finden, bevor es zu spät war. Der Hybrid schaffte es gerade rechtzeitig. Mit einer fast heldenhaften Landung kam er am Boden auf und sah, wie der Singarti die junge Frau in seinen Fängen hielt. Amber zitterte, schlug mit aller Kraft auf den Körper des Singarti ein, doch es schien für ihn nur ein Kribbeln zu sein – wie das Kratzen eines Insekts. Mit widerwärtiger Befriedigung drückte der Singarti Amber fest an sich und leckte ihr langsam mit seiner schleimigen Zunge über die Wange. Er schien schon einmal ihr Blut probieren zu wollen, schon einmal den Geschmack zu haben, er schien es zu genießen. Dann berührte er Amber, er hatte macht über sie und schnitt mit einer seiner Messerscharfen Krallen ein Loch in ihr T-Shirt und faste ihr gewaltvoll an die Brust. „Du weißt was jetzt passiert. Erst werde ich meinen Spaß mit dir haben und dann werde ich dich zerfetzten“ sagte er lustvoll „Du Bastard!“ schrie Amber, das Gefühl der Hilflosigkeit in pure Wut verwandelnd. Ihr Gesicht war verzerrt, von Angst und Ekel gezeichnet, während sie verzweifelt versuchte, sich zu befreien. Ihre Hände krallten sich in den kräftigen Arm des Singarti, aber es war wie gegen einen Felsen zu kämpfen. Der Singarti sabberte unkontrolliert, das scharfe, klappernde Geräusch seiner Zähne verstärkte die grässliche Atmosphäre, die zwischen ihnen lag. „Dein Blut… Es duftet so herrlich… Es schmeckt so köstlich…“ sagte er, seine Augen gierten förmlich vor Lust. Amber konnte seine schiere Vorfreude auf ihr Ende in seinem Blick sehen, der sie wie ein wildes Tier ansah, das kurz davor war, sein Beutetier zu zerreißen. „Ich kann es kaum erwarten, meine Beute zu verschlingen...“ Seine Worte waren wie kalte, messerscharfe Klingen, die in ihre Seele schnitten. Es war offensichtlich, dass er großen Genuss daran fand, sie in dieser hilflosen Lage zu sehen. Amber spürte, wie ihre Kräfte schwanden, ihre Hände begannen, sich langsam von ihm zu lösen, als ihr Körper gegen die Ohnmacht kämpfte. Aber irgendwo tief in ihr brannte noch ein Funken Hoffnung. Dieser Mistkerl würde sie nicht so einfach bekommen. Sie würde nicht kampflos aufgeben. Ihre Finger tasteten an ihren Körper, suchten verzweifelt nach einem letzten Ass im Ärmel. Vielleicht konnte sie noch eine Chance ergreifen, bevor es zu spät war. Sie durfte nicht aufhören zu kämpfen. Der Hybrid, der bisher verborgen auf der anderen Seite der Gasse stand, sah das alles mit wachsender Entschlossenheit. Seine Miene verhärtete sich, und als der Singarti die Zähne fletschte, bereit, Amber weiter an ihrer Wange zu lecken, ertönte das laute Trampeln von schweren Schritten. „Lass sie los!“ donnerte die Stimme des Hybriden, die Wände der Sackgasse widerhallten mit einem dunklen, bedrohlichen Klang. Der Singarti hielt inne, überrascht, und wandte sich abrupt um, ohne Amber loszulassen. Seine Augen musterten den Fremden misstrauisch. „Wer bist du?“ fragte der Singarti, die Stimme vor Verachtung triefend. Der Hybrid stand mit aufrechtem Blick da, keine Spur von Angst in seinen Augen. Er antwortete kühl und ruhig: „Ich bin Akira.“ Der Signarti lachte höhnisch und schüttelte Amber beinahe beiläufig, während er sie wie ein Spielzeug an sich presste. „Oh, und was gedenkst du zu tun, Akira?“ spottete er. „Sie hier ist mein kleiner Snack. Ein bisschen Revanche für meine verletzte Ehre.“ Ein widerliches Grinsen verzerrte sein Gesicht. „Es wird mir Freude bereiten, ihr Leid zuzufügen, direkt vor deinen Augen. Vielleicht willst du auch ein Stück von ihr, ich könnte etwas von übriglassen" Akira reagierte nicht auf das Angebot, er stand ruhig da, doch sein Blick war eisig, und seine Muskeln spannten sich an. „Letzte Warnung: Lass. Sie. Los.“ Seine Stimme war ruhig, aber durchzogen von einer tödlichen Bedrohung. Akira wusste, selbst wenn er die Frau loslassen würde, er müsste Kämpfen. Jetzt hatte er ihn gesehen, einen Hybriden. Das hatte er vorgehabt zu verbergen. Solange der Singarti lebt, würde man von seiner Existenz wissen. Der Singarti lachte nur lauter, doch in seinen Augen flackerte für einen Moment Unsicherheit auf. „Du wagst es, mir zu drohen? Ich bin nicht irgendein dahergelaufener Singarti, sondern Varok der Sohn von Ravik!“ Seine Worte waren voller Überheblichkeit, aber der Name schien Akira zu treffen. Es war die Erinnerung an seinen Vater, der von Ravik getötet worden war – ein unerwarteter Schlag ins Herz. Akira erinnerte sich an das Bild von Ravik, dem brutalen Krieger, gegen den er als junger Hybride gekämpft hatte. Er verlor den Kampf Ravik war ihn damals überlegen. Doch nun, da der Singarti sagte er sei der Sohn von Ravik verstärkte sich Akiras Intension. Das wurde mehr als ein Kampf um Amber. Es wurde nun zu einem persönlicheren Racheakt. „Oh, also bist du ein Bastard von Ravik,“ sagte Akira, seine Stimme kalt wie Eis, „wie schön, dass du dir jetzt zu viel anmaßt. Das macht es nur noch befriedigender, dich in die Schranken zu weisen.“ Seine Zähne blitzten im Dämmerlicht, als er sich auf den bevorstehenden Kampf vorbereitete. Varok spuckte auf den Boden und lachte hämisch. „Du kennst meinen Vater, muss schön gewesen sein. Vielleicht hast du ja Glück und wirst es ein bisschen länger überleben, aber ich verspreche dir, du wirst dein Ende auf eine Weise finden, die du dir nicht vorstellen kannst. Glaub nicht, du kannst mich stoppen. Auch wenn ich nicht weiß was für eine Missgeburt du darstellen sollst.“ Akira war für einen kurzen Moment verblüff, sein Kampf gegen Ravik war vor zwei Jahren. An dem Tag hatte er seinen Vater verloren, was ihn aber stutzig machte. Er wurde gesehen, Ravik und viele andere hatten die Hybriden gesehen. Waren die Hybriden in Vergessenheit geraten oder steckte mehr dahinter? Akira merkte das er unkonzentriert wurde er stand vor einem Kampf und bewegte sich einen Schritt nach vorne, bereit, den entscheidenden Moment zu nutzen. Doch bevor er weiter vorrücken konnte, schallte eine tief grollende Stimme durch die Gasse. „Reicht jetzt!“ Es war der Hybrid. Seine Worte waren nicht nur eine Aufforderung, sondern ein Befehl, der die gesamte Umgebung zu durchdringen schien. Der Satz ist etwas unschön formuliert. Varok konzentrierte sich auf Akira, das tiefe Knurren in seiner Kehle wurde lauter. Der Blick, den er dem Hybriden zuwarf, war voller Hass. „Du warst das,“ zischte er, Du hast mich vorhin beobachtet…“ Akira konnte den Groll in der Stimme von Varok spüren, als der andere seine Zähne entblößte. „Und das wird dir teuer zu stehen kommen!“ Akira knurrte und baute sich vor dem Singarti auf. „Und wenn schon, was ändert das? Jetzt lass sie los.“ Seine Worte waren ein letztes Ultimatum. Der Hybrid spürte den Moment der Anspannung in der Luft. Er war bereit zu kämpfen, doch eine unheilvolle Stille legte sich über die Szene. Akira fühlte, wie die Wut in ihm stieg, doch er konnte nicht zulassen, dass diese hilflose Frau in ihren eigenen Kämpfen alleine zurückgelassen wurde. Sie musste gerettet werden, und dieser Singarti würde ihn nicht davon abhalten. Jetzt würde der Kampf entscheiden, wer überleben würde. Der Singarti funkelte ihn zornig an, dann lachte er wieder mit übertriebener Theatralik. Mit einer einzigen Bewegung schleuderte er Amber wie einen Müllsack zur Seite. Sie prallte hart gegen die Mauer, und das Geräusch des Aufpralls hallte in der Gasse wider. Amber blieb regungslos am Boden, reglos und scheinbar verloren, ihr Körper hing schlaff und verletzlich. Ob sie überhaupt noch lebte konnte Akira von der Entfernung nicht erkennen, er ging vom Schlimmsten aus. Ohne weitere Vorwarnung stürzten sich die beiden Raubtiere aufeinander. Der Singarti schlug als Erster zu, seine riesige Pranke schoss wie ein Vorschlaghammer auf Akira herab. Akira wich seitlich aus, sein schlanker, trainierter Körper schnell wie der Blitz, und konterte mit einem gewaltigen Schlag in die Seite des Singarti. Der Aufprall ließ Varok leicht zur Seite wanken, doch sein Gegenschlag kam blitzschnell: Die Pranke rauschte von der Seite und traf Akira in die Rippen, der Schlag dröhnte wie ein Donnerschlag. Der Singarti heulte triumphierend und stürzte sich auf Akira, doch der Hybrid nutzte seine Geschwindigkeit, duckte sich unter den gewaltigen Arm des Singarti und griff nach dessen Bein, packte es fest und zerrte daran. Der Singarti geriet für einen Moment aus dem Gleichgewicht, taumelte und brüllte zornig. Mit einem brutalen Ruck riss er sich los und schlug mit unbändiger Kraft auf Akira ein, traf ihn in die Schulter und schleuderte ihn hart gegen die Mauer. Steine rieselten zu Boden, und Akira knurrte vor Schmerz. Aber er gab nicht auf. Akira sprang wieder auf, seine Augen voller Feuer, und stürzte sich auf den Singarti. Er tauchte unter den erhobenen Klauen des Singarti hindurch und schlug mit einem kraftvollen Hieb in dessen Brust, dann in die Flanke, schnell und präzise wie die Schläge eines erfahrenen Kämpfers. Der Singarti jaulte wütend, Blut spritzte aus den frischen Wunden auf seiner Brust, aber die Wut in seinen Augen loderte nur stärker. Der Kampf tobte, die beiden Kontrahenten bissen, kratzten und schlugen aufeinander ein, jeder mit dem tödlichen Instinkt eines Raubtiers. Akira duckte sich vor einem weiteren Schlag, dann schnellte er hoch und packte den Singarti am Nacken. Mit einem markerschütternden Knurren verbiss er sich in dessen Nacken, seine Zähne bohrten sich tief ins Fleisch. Varok brüllte vor Schmerz, drehte sich wild und schüttelte sich, bis er Akira schließlich abschüttelte und ihn wie ein Spielzeug zur Seite schleuderte. Akira prallte auf den Boden, ein dumpfes Geräusch, das für einen Moment alle Geräusche in der Gasse erstickte. Akira lag erschöpft und benommen am Boden, während der Singarti zögerte, seine Blicke rastlos zwischen ihm und Amber hin und her wechselnd. Doch der Singarti spürte plötzlich ein ernstes Problem: Akiras Biss hatte ihm mehr Schaden zugefügt, als er zunächst wahrgenommen hatte. Blut rann in Strömen seinen Rücken hinab, seine Bewegungen begannen leicht zu schwanken. Es war die Arteria carotis externa, eine wichtige Hauptschlagader im Nackenbereich, die Akiras Biss gerade eben erwischt hatte. Das stetig strömende Blut ließ den Singarti taumeln, und ein Schwindelgefühl breitete sich aus. Trotz der Schwäche presste Varok ein hasserfülltes Lächeln auf seine blutverschmierten Lippen und sprach mit drohender Stimme zu Akira: „Ich werde erst diese kleine Schlampe töten und dann dich... Aber bevor du stirbst, sollst du noch die wahre Kraft der Singarti sehen!“ Seine Worte klangen höhnisch und selbstsicher, auch wenn sein Gesicht bereits eine Spur von Schmerz und Wut zeigte. Als Akira wieder zu sich kam, sah er neben sich ein kleines Stück abgebrochenes, rostiges Rohr auf dem Boden liegen, halb versteckt im Dreck. Ohne zu zögern griff er danach. Der Singarti suchte unterdessen in aller Eile an seinem Gürtel nach einer seiner Injektionsampullen – dem lebensrettenden Revatim, das ihm schon einmal seine Kräfte zurückgebracht hatte. Doch sein Gürtel war nach der Explosion schwer beschädigt, und die meisten Ampullen waren zerstört. Schließlich fand er eine letzte, intakte Ampulle und wollte sie sich eilig injizieren, als Akira bereits wieder auf den Beinen stand. Mit einem gezielten Tritt schlug Akira dem Singarti die Ampulle aus der Hand. Die kleine Ampulle flog durch die Luft, prallte auf den Boden und zerbarst in tausend Stücke. Der Singarti starrte entsetzt auf das zerbrochene Glas und die verstreuten Splitter am Boden. In diesem Moment nutzte Akira seine letzte Kraft und stürzte sich auf ihn. Mit all seiner Wut und Entschlossenheit warf er den schwer verletzten Singarti zu Boden und rammte ihm das rostige Rohr mitten ins Auge. Der Singarti brüllte auf vor Schmerz, sein Schrei hallte durch die enge Gasse und ließ den Boden unter ihnen erzittern. Er fiel nach hinten, blind vor Schmerzen und Panik, sein Blick flackerte und das gelb glühende Auge erlosch langsam. Blut und Augen-Flüssigkeit strömten aus seiner Augenhöhle, während seine Bewegungen allmählich erstarrten. Akira kniete vor dem sterbenden Singarti, der unter seiner Hand nach Atem rang. Der einst so mächtige Krieger, der Amber in seinen Fängen gehalten hatte, flehte nun um Gnade. „Bitte, Gnade... hilf mir Du kannst einer von uns werden.“ stammelte der Singarti, seine Stimme heiser und voller Schmerz. Akira betrachtete seinen Feind, er merkte seinen Unterschied zu den anderen Hybriden. Er bemerkte das Mitleid mit diesem Monster hatte. Der Stolz des Singarti, der eben noch wie ein unbesiegbarer Riese gewirkt hatte, war nun in den Staub gefallen. Akira konnte sich die unzähligen Gräueltaten des Singarti vorstellen, die er in seinem Leben begangen hatte – der Tod von so vielen Unschuldigen, vielleicht sogar von seinem eigenen Vater, Ravik war nicht nur irgendein Singarti. Es war genau der Singarti, der seinen Vater tötete. Akira hatte seinen Vater durch diesen Singarti verloren, nun sollte auch Ravik spüren wie sich Verlust anfühlen würde. Doch war das richtig, gleiches mit gleichen zu vergelten? „Wie viele hast du getötet?“ fragte Akira. „Wie viele Leben hast du zerstört? Fügte er hinzu. Akira wollte einen Grund haben, dass sein Mitleid überwinden würde und ihm die Kraft geben könnten, diesen Singarti zu töten“. Ravik und seine Brut, waren schlimmer als die meisten Singarti. Selbst unter diesen Monstern gab Individuum die herausstachen in ihrer Brutalität, Grausamkeit und sexuellen gelüsten. Es war kein Zufall das er der Anführer dieser Patrouliere aus Raviks Brut entstammte. Auch die Narben die er vorher trug, ließen keinen Zweifel tragen. Ravik und seine Brut, waren mehr als die Standard-Singarti, vielleicht waren sie die Elite, vielleicht aber einfach nur eine Stufe über dem größten Abschaum der Singarti. Selbst eine strategische Rolle könnten Ravik und seine Brut unter den Singarti innehaben. Akira spürte das Adrenalin in seinen Adern, seine Sinne geschärft bis ins Äußerste, sein Herz raste vor Anspannung. Varok wusste, dass er sterben würde, und in einem letzten verzweifelten Versuch, seine Position zu verraten, setzte er zum Heulen an. Doch Akira war schneller. Sein Instinkt übernahm die Kontrolle, und in einer präzisen Bewegung biss er zu – ein tödlicher Biss direkt in die Kehle des Singarti. Akira hatte keine Wahl, er musste es tun. Das Heulen hätte die Drohnen, vielleicht sogar direkt andere Singarti auf ihre Position aufmerksam gemacht. Akira war körperlich fast am Ende, der Kampf hatte ihn verletzt und viel Ausdauer gefordert. Er konnte und er wollte es mit keinen weiteren Singarti aufnehmen, zumindest vorerst. Die Situation verlangte Eile und Effizienz. Varok durfte keine Zeit haben, Informationen weiterzugeben. Akira wusste auch, dass ein sterbender Feind, der liegen gelassen würde, später seine gesamte Mission gefährden könnte. Die Gewissheit, dass der Singarti ihn gesehen hatte, machte es umso dringlicher, jegliches Risiko auszuschalten. Es war nicht nur notwendig – es war absolut unausweichlich. Auch wenn Akira mit seinen Gewissen kämpfe, immerhin lag der Singarti wehrlos am Boden. Das hatte ihm sein Vater nicht beigebracht. Es widersprach einem Kodex den sein Vater ihn gelehrt hatte. Das war es war ihn von den anderen Hybriden unterschied. Doch es war Krieg und der Kodex galt nicht für Singarti. Das Knacken von Arterien und Fleisch waren von einem dumpfen, erstickten Laut begleitet, als der Singarti versuchte, nach Luft zu schnappen. Blut quoll aus seiner zerfetzten Kehle und seinem Maul, während er noch einige Augenblicke unkontrolliert zuckte. Akira ließ von dem sterbenden Singarti ab, dieser konnte keine Verstärkung mehr herbeirufen. Er blickte ihn an, bis jegliches Leben aus seinem Gegner gewichen war. Sein blutdurchtränktes Fell schimmerte dunkel in der schwachen Beleuchtung, und die Luft war von einem schweren, metallischen Geruch durchzogen. Blut tropfte aus seinem Maul, und einige Spritzer hatten sein Gesicht und seinen Oberkörper befleckt. Mit einer schnellen, groben Bewegung wischte er sich das Blut von der Schnauze, doch vieles war bereits in sein Fell eingezogen, ein stilles Zeugnis seines Handelns. „Das ist für meinen Vater“, murmelte Akira und spuckte das Blut zu Boden Ein gefährlicher Funken in seinen Augen flammte auf, Stolz mischte sich mit einer gewissen Erleichterung. Er hatte es geschafft – den unbesiegbaren Singarti bezwungen. Doch der Moment der Ruhe war kurz. Akira wusste, dass er seine Aufmerksamkeit wieder Amber widmen musste. Auch würden sie die Leiche bald finden, es war schon weit nach Achtzehn Uhr, die Ausgangsperre hatte die Menschen in die Häuser getrieben. Es würde nicht leicht sein, unbemerkt nach Hause zu kommen, selbst für einen Hybriden. Ein Schmerz durchzog ihn, er merkte wie das Adrenalin nachließ. Prellungen, Blutergüsse damit würde er noch einige Wochen zu kämpfen haben. Doch er musste den Schmerz verdrängen, sicher würden die Singarti oder zumindest einige Drohnen sie finden. Die Leiche konnte er nicht verschwinden lassen, aber zumindest alles was auf Amber und ihn hindeutete. Er sammelte alle Gegenstände auf, die auf Amber hindeuteten – die Pfeife, das Messer, die Pistole auch einige Hülsen versuchte er mit unmenschlicher Geschwindigkeit aufzuheben. Es waren die wenigen Besitztümer, die ihr Leben und ihre Geschichte verraten könnten, und er wollte sicherstellen, dass nichts zurückblieb, was sie identifizieren konnte. Als er sich der jungen Frau zuwandte, hielt er das Messer vorsichtig vor ihren Mund, um zu sehen, ob sie noch atmete. Die Klinge beschlug, und ein leises Seufzen entglitt ihm. „Sie atmet noch, wenigstens etwas“, murmelte er. Mit einem letzten Blick auf den leblosen Singarti packte er Amber vorsichtig, aber bestimmt. Sie war überraschend leicht, was ihn mit einem Gefühl von Erleichterung erfüllte. Es war, als trüge er die Last einer Welt auf seinen Schultern. „Goodbye, Singarti. Ich hoffe Ravik freut ich über mein Geschenk“, flüsterte er, als er sich von der Gasse abwandte und in die dunkle Nacht hinaustrat. Er wusste nicht, was die Zukunft für ihn und Amber bereithielt, aber in diesem Moment war es genug, sie in Sicherheit zu bringen. Akira trug Amber vor sich in seinen Armen, seine Schritte ruhig, aber voller Entschlossenheit. Akira hatte nun einen Weg eingeschlagen und diese junge Frau würde ihm sicher helfen, sein Ziel zu erreichen. Vielleicht war ihre Begegnung kein Zufall. Akira hatte die Spur zum Widerstand und den Menschen die ihn verstoßen hatten, lange Zeit verloren. Jetzt gab es noch viel zu tun, und noch viele Feinde zu bekämpfen. Doch für den Augenblick war dies ein Sieg. Ein Sieg für das, was noch übrig war. Die Dunkelheit über der regennassen Stadt verblasste langsam, als Akira mit der ohnmächtigen Frau auf dem nächsten Dach verschwand. Die Lichter der Stadt spiegeln sich in den Pfützen auf den Straßen, während der getötete Singarti-Krieger auf dem Boden lag und sein Blut sich mit dem Regen mischte Akira trug Amber durch die engen Gassen und über verlassene Dächer, fernab von den Gefahren, die in den Schatten lauern. Seine lilafarbenen Augen blitzen im Dunkeln, und sein Herz schlug wild in seiner Brust. Die junge Frau, namens Amber, erwachte langsam und findet sich in den Armen des genetisch geschaffenen Hybriden wieder. Lange blieb sie jedoch nicht wach, vor Erschöpfung schlief sie wieder ein. Akira hatte nicht einmal bemerkt, dass sie kurz die Augen öffnete. Er wollte nur eins, so schnell wie möglich in Sicherheit.