Elvira und Seth - Kapitel 10

Story by SethGodofChaos on SoFurry

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Kapitel 10

Anubis stand immer noch auf der anderen Seite des Platzes und beobachtete die beiden nach ihrem lautstarken Ausbruch.

Schließlich näherten sich Elvira und Seth ihm, standen sich die drei wieder gegenüber.

„Hättest du es nicht noch lauter schreien können“, fuhr Seth ihn an.

„Nein! Aber es hätte sich eh fast jeder denken können“, rechtfertigte sich der Schakal-köpfige.

„Wer wusste es bis dahin nicht?“, erkundigte sich Elvira leicht angeknabbert.

„Die Gorgonen, dann vielleicht zwei Harpyien und der Satyr Dionysos.“

„Entzückend! Dann waren es ja doch mehr als eine Handvoll, die dringend informiert werden mussten.“

„Mit Verlaub. Auch wenn du jetzt eine Göttin sein solltest, weil du durch Seths Geilheit unsterblich wurdest und dazu noch seine Gefährtin bist. Du solltest es genießen, dass es gerade so ist, wie es ist. Auch Götter können in Schwierigkeiten geraten und dringend Hilfe von Innen, aber auch Außen durch Sterbliche, benötigen. Mit Seth hast du persönlich dein bestes Beispiel. Es kann immer eine Falle existieren, jemanden der dir ans Leben will“, erklärte Anubis.

Elvira hob kurz die Arme und nickte schließlich. „Du hast wahrscheinlich Recht.“

„Sicher habe ich recht“, erwiderte Anubis.

„Wir sollten jetzt aber losziehen“, mahnte Seth, „Unsere Pferde sollten gesattelt und bereit sein?“

„Ja, lass uns starten. – Anubis, halt schön die Ohren steif“, sagte die Wolfs-Frau noch und wandte sich ab.

„Mach’s gut Junge“, verabschiedete sich Seth.

Plötzlich umarmte der Schakal-Gott seinen Stiefvater und drückte ihn fest an sich. „Pass auf dich auf Papa“, sagte er und klopfte ihm auf den Rücken.

„Hey, ich komme wieder. Was ist los mit dir?“, wunderte sich Seth.

„Ich weiß nicht. Ich bin gerade irgendwie sentimental.“

„Nun sieh sich einer das Pärchen an. Ich glaube die Sache mit dem Schlangen-Penis hat wohl doch ihre Spuren zwischen euch hinterlassen“, witzelte Elvira.

„Lass diese Witze“, knurrte Seth, „Lass uns hoffen, dass wir den Minotaurus überstehen. Und jetzt los!“

Wenige Minuten später hatten Elvira und Seth die Ortschaft verlassen und ritten am Rande des Gebirges entlang.

Die beiden hatten es nicht eilig und so gingen die Pferde im ruhigen Schritt.

„Was meinst du was uns wirklich erwartet?“, fragte Elvira.

„Das Labyrinth“, erwiderte Seth leicht abwesend.

„Das weiß ich auch. Aber meinst du das wir erfahren wer dich tot sehen will?“

„Ich will es hoffen, sonst können wir uns das alles sparen.“

„Du klingst abwesend, mein Schatz. Was bedrückt dich?“, bohrte die Wolfs-Frau.

„Ich überlege gerade, wie ich mir den Minotaur vom Leibe halte und trotzdem die Informationen erhalte?“

„Eine künstliche Vagina?“, witzelte Elvira.

„Sehr witzig. Du übertriffst dich gerade. Wie soll das funktionieren? Hey, Tauri, ich habe dir eine Kunstmuschi besorgt, da kannst du dein Ding solange reinstecken bis du nicht mehr kannst?“

„Er ist ein Stier“, hub Elvira an.

„Ja und? Er ist ein Halbgott. Ich bin ein Schakal-Muli-Hengst und ein Gott. Du bist eine Mensch-Wolf-Hybridin und eine Göttin. Wir beide ficken wie die Tiere und bis das Hirn mit raus kommt. Er wird seinen Schwanz um nichts in der Welt in etwas Künstliches stecken.“

„Du verstehst mich nicht“, hub Elvira erneut an, „Er ist ein Stier, er ist ausgehungert, er tropft vor Geilheit. Er wird sein Ding in jedes Loch stecken.“

„Nein. Niemals. Das entspricht ihm nicht.“

„Wir könnten es trotzdem versuchen“, beharrte Elvira auf ihrer Idee.

Seth atmete tief durch. „Meinetwegen. Sobald sich Schwierigkeiten ergeben ziehst Du am Faden.“

„Mich haut so schnell nichts um Süßer. Oder hast Du vergessen, dass ich auch dich im Griff habe.“

„Zuweilen hast du das tatsächlich“, erwiderte Seth.

„Siehst du. Dann sollte der Minotaur auch kein Problem werden.“

„Wir diskutieren später nochmal, wenn wir vor dem Labyrinth stehen.“

„Ich werde an meinem Vorhaben festhalten.“

„Das werden wir sehen.“

„Es ist ein Labyrinth und er nur ein Stier“, hielt Elvira wiederholt fest.

„Es ist der Stier der Stiere und außerdem ist das ein ganz besonderes Labyrinth. Es ist das Labyrinth der Labyrinthe“, verkündete Seth unheilvoll.

„Wie melodramatisch“, feixte Elvira und zuckte mit den Schultern.

„Wir sollten am Ende des Felsmassives eine Pause machen. Es ist heiß und der Weg führt noch eine Weile durch unwegsames Gelände.“

„Wie du meinst“, grinste die Wolfs-Frau und deutete in die Ferne, „Da hinten sieht es recht schattig aus.“

„Gut hingesehen. Dort rasten wir“, bestätigte der Muli-Hybrid.

Am Felsvorsprung angekommen, saßen sie ab und führten die Pferde in den Schatten, setzten sich in den Sand und ruhten sich aus.

„Ich werde in das Labyrinth gehen und nicht du“, hub Seth erneut an.

„Du bist ein Sturkopf, dabei bist Du doch gar kein echter Esel“, knurrte Elvira.

„Nein, aber ein kleiner Anteil schon.“

Die Wolfs-Frau verdrehte genervt die Augen.

„Der Minotaur soll wissen wer hinter mir und jetzt auch dir hinterher ist. Ich bekomme die Informationen bestimmt. Du währest eher in Gefahr als ich.“

„Woher willst Du das wissen? Wir haben es ja nochmal nicht versucht“, bohrte Elvira.

„Ich sagte doch bereits, dass er lange, verdammt lange da unten hockt und auch sehr lange kein weibliches Wesen mehr gesehen hat“, mahnte Seth gereizt.

„Das passiert häufig und trotzdem lebe ich noch“, hielt Elvira dagegen.

„Das sind auch keine Minotauren.“

„Da draußen rennt wesentlich schlimmeres herum.“

„Du machst mich fertig“, seufzte der Schakal-Muli-Hybrid.

„Ich weiß und das mache ich gerne.“

„Das meinte ich damit nicht. Die eine Art von dir fertig gemacht zu werden ist sehr angenehm und macht Spaß. Mit der anderen Seite von dir bin ich nicht einverstanden, du bist zu leichtsinnig.“

„Leichtsinnig? Ich? Wer kam denn halbtot zu mir, vergiftet mit einer Klinge die selbst Götter umbringen kann?“

„Touché. Der Punkt geht an dich.“

„Ah ja!“, merkte Elvira schnippisch an.

„Hatte ich dir eigentlich die Geschichte erzählt, als Osiris seine Mumien nicht ins Jenseits schicken konnte, weil Apophis verschwunden war?“

Die Wolfs-Frau überlegte kurz und schüttelte den Kopf.

„Apophis ist sehr wichtig, ebenso wie Ammit. Ammit ist die Fresserin der Herzen, wenn diese auf der Waage versagen, dann wirft Anubis ihr das verlogene Fleisch vor, während Apophis die Körper der Toten frisst. Beide bestrafen die Seelen der Verblichenen, indem sie vor den Augen der Seele Herz und Körper immer wieder fressen und später wieder ausscheiden, dann wieder fressen usw. Die Seele empfindet dabei Höllenqualen und wird nie befreit. Dafür bin ich zuständig, denn die gehört dann mir.“

„Du bist also mit anderen Augen, sowas wie Satan?“, hakte Elvira nach.

„Kann man so sagen. Ich stehle die verlorenen Seelen. Aber zurück zur Geschichte.

Apophis war verschwunden und Ammit schaffte es allein nicht. Somit langweilte sich Anubis, spielte in einer Katakombe mit einer seine Mumien Seneth, während Osiris hilflos war. Isis versuchte sich über alles lustig zu machen und berief eine Frauenrunde mit Selkhet und Hathor ein. Am Ende wurde nur getratscht, vor allem weil alle befanden, dass der Arsch von Ramses II. echt heiß wäre. Mich suchte derweil Sachmet auf …“

„Ah, deine alte Flamme“, merkte Elvira an.

„… nun ja. Da war mal was“, murmelte Seth, räusperte sich und fuhr fort. „Jedenfalls war sie sehr ungehalten, da ich mich in der Nähe einer Oase befand und mir die Sonne auf den Pelz scheinen ließ. Ich erhielt den Auftrag Apophis zu suchen und geriet auf dem Weg ins Nildelta leider schon Mal in die Fänge des Minotaurus, konnte ihm aber rechtzeitig entkommen.“

„Oh, ihr kennt euch?“

„Nicht wirklich. Er kennt mich nur von hinten.“

Die Wolfs-Frau prustete laut: „Von hinten? Also, da kann ich nicht mithalten. Du kannst mich gerne von hinten nehmen, aber ich selbst bei dir? Das geht nicht.“

„So doch nicht. Ich war auf der Flucht, daher sah er mich nur von hinten.“

„Sag das doch gleich. So gierig und dauergeil wie du bist, kann ich ja nicht wissen, ob es dich gelüstete.“

„Nein, nicht wirklich. Jedenfalls konnte ich flüchten, verließ das Labyrinth und erschien im Nildelta, traf mich mit Sobek. Leider tauchte auch Sachmet auf, weil ich einige Zeit mit dem Labyrinth zu tun hatte und Osiris zuvor schon Sobek unterrichtete, dass ich auf dem Weg wäre. Aber als ich nicht erschien, machte sich die Löwin auch auf den Weg, jedoch zur gleichen Zeit hatte Osiris schon den Olymp involviert. So kam es, dass dann auch noch Ikarus im Nildelta erschien. Das war dann die schlechteste Kombination, die man sich vorstellen konnte.“

„Wieso wusste die Löwin vom geflügelten Pferd?“, hakte Elvira nach.

„Nun ja. Ich hatte was mit ihm.“

Die Wolfs-Frau zuckte zusammen und sah den Muli-Hybriden schief an. „Du hast dein Ding tatsächlich in das Pferd gesteckt?“

„Nein, ehm … doch. Aber nicht so. Ikarus ist ein hermaphrodit.“

„Oh, warum nur hätte ich mir das denken können“, entfuhr es Elvira.

„Er machte mir den Hof, flirtete ohne Ende und da kam der Hengst bei mir durch. Sachmet fand das auch nicht gerade berauschend und gab Ikarus die alleinige Schuld und das hält bis heute an. Daher hast du in unserer Stadt fast jeden gesehen, aber den Pegasus wirst du niemals zu Gesicht bekommen.“

„Ist dir schon mal in den Sinn gekommen, dass der Pegasus hinter alldem stecken könnte?“

„Aber nicht doch. Warum sollte er das tun?“

„So wie du von ihm sprichst, definiert er sich als männlicher herm, die weibliche Seite kann rachsüchtig sein und dir das Leben zur Hölle machen.“

„Nein, das glaube ich nicht und die Antwort kennt der Minotaurus“, wiegelte Seth ab und schaute seine Gefährtin leicht verunsichert an.

„Dann sollten wir dringend weiter reiten“, hub Elvira an und stand auf.

„Ja, lass uns weiter ziehen. Ich brauche Antworten“, bestätigte Seth und saß fast augenblicklich im Sattel, ließ sein Pferd drehen und ein paar Schritte voran traben. „Was ist los?“, rief er nach hinten.

„Ja, ich bin gleich da“, rief Elvira zurück und bestieg ihren Hengst, gab ihm ihre Krallen zu spüren und galoppierte an Seth vorbei, gab ihm einen Schlag in die Seite.

Der Schakal-Muli-Hybrid flog förmlich aus dem Sattel, hatte mit dieser Attacke nicht ansatzweise gerechnet.

Laut lachend brachte die Wolfs-Frau ihr Pferd zum Stehen, ließ es drehen und sah ihn im Sand liegen, wollte gerade etwas sagen, da hörte sie ein dumpfes Brüllen.

Ruckartig drehte sie sich um und sah eine hünenhafte Gestalt.

„Verdammt, was soll das? Wo kommt der her?“, schrie Elvira in Panik.

„So ein Mist. Er ist aus dem Labyrinth entwischt“, antwortete Seth und hob sein Schwert, bereit zum Kampf.

Der Minotaurus näherte sich unbeeindruckt, hob die Streitaxt, hielt in ausreichend Abstand plötzlich an. „Seth! Geh zur Seite, trenn dich von dieser Person!“

„WAS? Was soll das?“, rief Seth zurück.

„Sie ist nicht sie!“, schrie der Stier.

„Seth! Hör nicht auf ihn, der spinnt. Dem bekommt die Sonne nicht“, sagte die Wolfs-Frau in Richtung ihres Partners.

„Geh aus dem Weg! Sie ist nicht das was du denkst!“, rief der Minotaurus wiederholt, holte mit der Streitaxt aus und schlug gezielt zwischen Seth und Elvira.

Beide sprangen zur Seite, stellte sich die Entfernung her, die der Angreifer herzustellen gedachte, holte dieser mit einer eleganten Bewegung aus, konnte Seth der Wolfs-Frau nur noch eine Warnung zurufen.

Wenige Sekunden später traf die Streitaxt die Wolfs-Frau am Oberkörper, trennte ihren Torso vom Unterleib.

Seth schrie entsetzt auf, war zu keiner Regung fähig, sah erstarrt auf die beiden zuckenden Körperhälften und dann langsam zum Minotaurus, welcher seinerseits keinerlei Anstalten machte die Attacke fortzusetzen.

Stattdessen sah er den Schakal-Muli-Hybriden erleichtert an. „Wie blöd bist du eigentlich?“, fragte der Stier.

Seth war immer noch versteinert, fand aber wenigstens seine Sprache wieder. „Du widerliches Scheusal. Du hast meine Partnerin getötet.“

„Sicher?“

„Siehst du blödes Vieh noch jemand anderen hier?“

„Ich sehe nur die Wahrheit und wenn du deine rosarote Brille mal absetzen würdest, dann würdest du erkennen, dass das da nicht deine Elvira ist.“

„Woher willst du das wissen?“

„Weil ich nicht blind bin vor Liebe!“, schrie der Stier ihn an.

„Wer soll es dann sein, wenn nicht sie?“, sagte Seth voller Hass und deutete auf die Leichenteile, sah hin und zuckte zurück.

„Ach ne. Siehst du es?“

„Wieso hat der Torso weiße Flügelansätze?“

„Weil es derjenige ist der dich tot sehen wollte. In deiner Liebe ist es dir nicht aufgefallen.“

„Ikarus? Aber wie …?“

„Er ging einen Pakt mit Ares ein. Seine Seele gegen dein Leben. Er hätte dich im Labyrinth ausgesetzt. Auf ewig gefangen, dein Tod wäre angenehmer gewesen.“

„Man kann auch seelisch töten und verdammen.“

„War dir bei euren Unterhaltungen, nachdem ihr an der Oase genächtigt und später, nachdem ihr in Katakomben versagt hattet, diese wieder verließet, nichts aufgefallen?“

„Nein, wenn ich ehrlich sein soll“, stammelte Seth.

„Ist dir wirklich nichts in den Sinn gekommen? Auch den anderen fiel absolut nichts auf?“

„Nein! Warum? … Moment. Elvira kam verzögert zu uns, so als ob sie den Anschluss verloren hatte. Soll das heißen …?“

„Ja, da war Ares im Spiel und er hat selbst Ammit getäuscht. Ihr hättet niemals versagen können, wenn nicht Ares dazwischen gefunkt hätte, um deine Elvira gefangen zu nehmen und dafür Ikarus ins Spiel zu bringen. Von wegen falsch abgebogen.“

„Aber Ikarus war nie ein Gestaltwandler“, wandte Seth ein.

„Bis zum Deal mit Ares.“

„Verdammter Mist. Wo ist jetzt Elvira?“

„Sie ist immer noch in den Katakomben. Ares ließ sie verstummen. Reite zurück und unterrichte die anderen, ich werde mich auch auf den Weg machen. Auf Dauer wird mir das Labyrinth doch zu öde, vor allem, wo ich jetzt den Weg nach draußen fand.“

Seth nickte bestätigend und ritt los, gab seiner Stute seine Hufe zu spüren, galoppierte zurück zur Stadt.

Dort angekommen öffnete Anubis sofort das Tor und erstarrte. „Vater! Was ist passiert? Wo ist Elvira?“

„Lass mich rein. Das war eine Falle. Elvira hat die Stadt nie verlassen.“

„Was? Wie das?“

„Ares steckt dahinter. Daher liefen wir Ammit vor die Füße, daher war Elvira so weit hinter uns als wir die Katakomben verließen. Der Minotaur ist aus dem Labyrinth entkommen und auf dem Weg hierher.“

„Oh nein!“, schrie der Schakalgott, „Wir müssen sofort handeln und ihn aufhalten.“

„Vergiss den Minotaurus, der ist nicht das Problem. Das Problem ist Ares und das Ikarus dahintersteckte. Mir fallen langsam aber sich meine alten Geschichten vor die Beine und das schmeckt mir nicht“, polterte der Muli-Hybrid.

„Was schlägst du vor?“

„Gehe zu Maahes und Sachmet, berichte von den Erkenntnissen, geht schon mal zu den Katakomben und ruft nach Ammit. Sucht nach Elvira, ich komme dazu, wenn der Minotaurus hier ist. Er wird uns helfen.“

Anubis nickte nur und verließ den Platz in Richtung Maahes‘ Behausung, während Seth das Tor bewachte und auf den Stier wartete.

Der brauchte einige Zeit, aber nicht so lange, dass es Seth langweilig wurde.

„So! Grüße Kleiner!“, schrie der Stier bei seiner Ankunft.

„Grüße Großer!“, antwortete Seth.

„Na Kurzer. Wie in alten Zeiten?“

„Mit dem Unterschied das Ikarus zerteilt im Sand liegt, sich an Ares verkauft hatte und mir mit dem Wasser der Auslöschung das Leben nehmen wollte. Warum auch immer der Pegasus plötzlich diesen Sinneswandel hatte“, konstatierte Seth.

„Die Zeit ging nicht gut mit ihm um. Er verlor so ziemlich jeden Fixpunkt der damals noch existierte. Du weißt als die Sache mit Apophis und der Hydra lief. Sachmet hatte ihm im Nachgang übel mitgespielt.“

„Oh, das wusste ich nicht. Aber warum trachtete er mir nach dem Leben und nicht ihr?“

„Wir sollten nach Elvira suchen und auf dem Weg dahin erkläre ich dir alles“, merkte der Minotaurus an und zeigte ins Innere der Stadt.

„Ja, aber natürlich“, hub Seth kurz an und trat beiseite, ließ den Stier eintreten und schloss das Tor.

„Du bist der perfekte Sündenbock, oder besser gesagt Sündenhengst. Du bist als Bastard ein willkommenes Opfer. Osiris zeugte dich und noch nicht mal in Ägypten. Du hast bei deiner Geburt deine leibliche Mutter zerfetzt, hast seelische, geistige und körperliche Merkmale, die anderen Göttern als Strafe entzogen und dir angeheftet wurden. Du bist eine Mischung die von vielen gehasst wird, weil sie nicht sind wie du, weil sie nicht das sein und tun können was du bist und machst. Ebenso hast du aber auch Verehrerinnen, wie Sachmet und auch diese Wolfs-Frau namens Elvira. Aber eines möchte ich dir sagen, diese Elvira ist nichts für dich. Ihr passt nicht zueinander, ihr seid vielleicht sexuell eine Zeit lang kompatibel, aber das war es auch schon.“

Seth blieb stehen und sah den Minotaurus fragend an. „Wie meinst Du das?“

„Du wirst Elvira hier lassen. Sie ist hier besser aufgehoben. Du bist ein Sucher und du wirst auch die Richtige finden, aber es ist nicht Elvira.“

„Woher willst du das wissen?“

Der Minotaurus zeigte in Richtung der Katakomben. „Weil sie auf Dauer besser zu Anubis passt.“

Seth sah in die angedeutete Richtung und erstarrte, sah er dort Elvira mit Sachmet und Anubis zusammen und Osiris und Isis, welche gerade dazu kamen. „Nein! Nein, nein, nein!“, erfuhr es Seth traurig.

„Du siehst. Deine Reise ist noch nicht beendet.“

„Aber ich kann doch nicht ewig auf der Suche sein. Auch ich möchte endlich mal zur Ruhe kommen.“

„Du wirst fündig werden. Auf der kommenden Reise. Du wirst es erst gar nicht merken. Aber die Anubis-Schakalin, welche du treffen wirst …“

„… ich bin ganz Ohr.“

„… Oh. Schon über Elvira hinweg?“

„Nein, aber ich weiß auch, wenn sich jemand entschieden hat.“ Er sah zur Wolfs-Frau hinüber und seufzte. Sie würdigte ihn keines Blickes, fühlte sich in der Gesellschaft von Anubis und Sachmet scheinbar sehr wohl.

„Eine gute Entscheidung. Ihr Name ist Braydeen. Sie ist eine Kämpferin und Abenteurerin. Du wirst sie in einer Taverne treffen und anheuern. Ihr werdet gemeinsam nach einem Schatz suchen und in mein Labyrinth gehen. Sie wird als Partner anfangen, aber sich schnell an dich heften. Sie ist die Richtige und sie wird dir ewig treu bleiben. Bei ihr wird es ein Nehmen und Geben sein, welches euch beide zufrieden stellen wird. Außerdem hat Anubis selbst noch seine Hand im Spiel.“

„Inwiefern?“

„Sie ist seine Tochter.“

„Du machst Witze.“

„Nein, dafür wirst du auch deine göttlichen Attribute ablegen müssen, bist nur ein Schakal-Muli-Hybrid“, sagte der Minotaurus noch und schlug Seth nieder.


Mit einem brummenden Schädel erwachte Seth.

Es war taghell, er lag in seinem Bett und hielt sich den Kopf. „Was für ein verrückter Traum. Der Schatz des Minotaurus, Braydeen, Anubis, Anubis-Schakalin?“, flüsterte er vor sich hin.

Er sah aus dem Fenster und die Gasse hinunter, sah die Taverne …

… würde er heute Abend seine zukünftige Partnerin finden?