Geheime Liebe: Kapitel 5 Des Todes Gesicht
#5 of Geheime Liebe
Ich verzichte mal auf den ganzen Kram hier. Ihr wisst hoffentlich mittlerweile Bescheid. Und wenn nicht: Lest euch erst die anderen Kapitel durch :P
Achja es fiel mir echt schwer, das zu machen, was ich hier gemacht hab... hoffe schrecke ich niemanden ab...
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Geheime Liebe: Kapitel 5 Des Todes Gesicht
„Volltreffer!" hörte Felix nur noch eine dunkle, bösartige Stimme sagen, dann spürte er einen Schlag auf den Kopf und es wurde schwarz um ihn.
Als er wieder aufwachte, fand er sich in einer Art Labor wieder. Er schaute verwirrt umher, bevor ihm einfiel, was geschehen war. Damon war tot und er selber würde es auch bald sein. Dieser Gedanke war das Einzige, was ihn tröstete. Er konnte es kaum erwarten, endlich wieder mit dem Wolf vereint zu sein. Auch wenn es im Tod war.
Schließlich schaute er sich genauer um, in der Hoffnung ihn noch einmal zu sehen. Der Raum war groß und mit vielen Kerzen erleuchtet. Mehrere Tische mit verschiedenen Gebilden aus Phiolen und Zylindern standen im Raum herum und in ihnen blubberten merkwürdig aussehende Flüssigkeiten vor sich hin. Im Zentrum des Raumes stand ein einzelner Stuhl, an dem Fesseln befestigt waren, wohl um denjenigen der auf ihm sitzt, komplett bewegungsunfähig zu machen.
Es dauerte nicht lange, bis Felix begriff, wo er sich befand. Dies war eine der neuen Folterkammer der Königreiche. In ihnen wurden abartige Experimente mit den Gefangenen gemacht und es kam nicht selten vor, dass Abscheulichkeiten und Monstrositäten aus diesen hervorkamen. Ein Schauder lief dem Kater über den Rücken bei dem Gedanken, als Abscheulichkeit zu enden. Auch wenn er mit Folter gerechnet hatte, dass sie ihn direkt in ein Labor schicken würden, kam für ihn unerwartet. Er empfand es als übermäßig brutal und ungerecht, für den Machtkampf von einem Fürsten leiden zu müssen.
Als sein Blick weiter durch den Raum fiel, blieb er bei einem Körper mit schwarzem Fell hängen. Er lag auf einem Tisch und schien aufgeschnitten worden zu sein. Es dauerte ein wenig, bis Felix die ihm vertrauten Formen wiedererkannte. Es war Damon, sein Damon, der dort auf dem Tisch lag.
Tränen stiegen in seine Augen, als er sah wie sie ihn zugerichtet hatten. Seine Bauchdecke war aufgeschnitten und Gedärme lagen über den Tisch verteilt, die wohl untersucht worden waren oder ihnen als nutzlos vorkamen.
Eine Tür fiel ins Schloss und er schaute, woher das Geräusch kam. Dann sah er am Ende des Raumes einen ganz in weiß gekleideten Otter näher kommen. „Ah, er ist wach. Schön, schön." Hastig kritzelte er etwas auf das Blatt Papier, das er mit sich trug. Schließlich ging er rüber zu Damon und schaute sich das Bild an. „Er ist wie dafür geschaffen. Diesmal werden wir nicht versagen!" Felix verstand kein Wort, von dem was der Otter sagte, aber er wusste, es konnte nichts Gutes bedeuten.
Nach kurzer Zeit verließ er wieder den Raum, kam aber sofort mit drei weiteren in weiß gekleideten Wesen wieder. Man konnte nicht erkennen, wer oder was sie waren, da sie bis auf die Augen komplett vermummt waren. Der Otter, der wohl ihr Vorgesetzter war, fuhr sie in einer fremden Sprache an und hastig begannen sie, den Körper von Damon zu zunähen.
Mit Schaudern sah Felix, wie sie ihn auf den Stuhl in der Mitte des Raumes trugen und ihn darauf festketteten. „Was macht ihr mit ihm!", schrie Felix sie in seiner Wut an. Er wollte nicht, dass sie die Leiche seines Freundes, seines Partners schändeten und ihn um seinen verdienten Frieden beraubten.
„Wir machen etwas Besseres aus ihm. Etwas Mächtiges!", antwortete ihm der Otter zu Felix Überraschung, der nicht mit irgendwelcher Resonanz von ihm gerechnet hatte. In seinen Augen lag ein leicht irrer Blick, wie er ihn schon bei den Gefangenen im Keller in seiner Kindheit gesehen hatte. Seine Angst stieg zunehmend. Tränen fingen an sein Gesicht runter zu laufen und Schluchzer entfuhren ihm. Es war zu viel für ihn, zu sehen wie die Person, die als einziges sich um ihn gekümmert hat, um seine Gefühle gekümmert hat und die er liebte, von Leuten misshandelt wurde, auch wenn es nur der tote Körper war.
Erneut schnauzte der Otter seine Untergebenen an und schnell liefen sie zu einer Winde. Als sie anfingen an ihr zu kurbeln, kam ein langer, spitz zulaufender und an der Spitze mit einem Ring versehender Gegenstand von der Decke herunter und positionierte sich Millimeter über Damons Kopf. Felix konnte nicht anders, als die Augen zuzukneifen und seine Ohren flach anzulegen, damit er so wenig wie möglich von dem Ganzen mitbekam.
Doch der Knall, der urplötzlich ertönte, war zu laut um ihn auszusperren und ein weißes Licht blendete ihn selbst durch seine geschlossenen Augen noch. Schließlich blinzelte Felix und sah auf den Körper von Damon voller Angst, was sie mit ihm gemacht hatten.
„Wir haben es geschafft!" schrie der Otter in einem fanatischen Tonfall. Zuerst erkannte der Kater nicht, was er meinte, doch dann sah auch er es. Damon atmete! „Das ist unmöglich!", hauchte er in die Luft und starrte den Wolf ungläubig an. Seine Gefühle spielten verrückt. Es war nicht natürlich, dass man von den Toten wieder aufersteht, daher fürchtete er das, was er da sah. Doch gleichzeitig war er überglücklich, dass er wieder lebte. Wenn er gekonnt hätte und nicht an den Tisch gefesselt wäre, würde er sofort aufspringen und Damon in die Arme fallen.
Damon schaute durch die Gegend. Erst war es Felix nicht aufgefallen, doch nun sah er, dass der Blick des Wolfs leer war. Auch wenn er immer seine Gefühle verborgen hatte, so ausdruckslos hatte er ihn noch nie gesehen.
Die Helfer beeilten sich, die Fesseln von Damon zu lösen und wichen zurück, während der Otter auf ihn zuging. „Du bist jetzt mein ergebener Sklave, Nr.7! Du tust alles was ich von dir verlange und mein erster Auftrag ist es, dass du den kleinen Kater dort hinten zu Tode folterst!"
Bei den Worten zuckte Felix zusammen und sah ungläubig zwischen dem Otter und Damon oder was er mal war, hin und her. Als der Wolf schließlich aufstand und in seine Richtung ging, machte sich Panik in ihm breit. „Nein. Tu das nicht Damon. Erkennst du mich nicht mehr?", war das einzige, das Felix sagen konnte und sah mit größer werdenden Augen, dass der Wolf unbeeindruckt weiterging. Nun musste Felix sich korrigieren. Seine Vergangenheit war schön, im Vergleich zu dem was er nun durchmachen musste. Von der Person die man liebt getötet zu werden... Etwas Schlimmeres konnte er sich nicht vorstellen.
Der Wolf hatte ihn fast erreicht und griff nach einem Messer auf einem der in der Nähe stehenden Tische. Als er bei ihm war, sah Felix in die leeren Augen von ihm und Tränen begannen sich erneut in seinen Augen zu formen.
Als Damon das Messer hochhob, schloss Felix fest die Augen und wartete nur noch auf den Schmerz. Dieser ließ auch nicht lange auf sich warten und mit einem knackenden Geräusch bohrte sich das Messer komplett durch seine Schulter und brach den Knochen. Felix schrie vor Schmerz auf und fing an, wild an den Fessel zu zerren. Er wollte weg. Alles was er wollte, war weg von diesem Alptraum. Er wollte, dass dies alles nur ein böser Traum ist und er nun neben Damon wieder aufwachen konnte.
Doch sein Wunsch erfüllte sich nicht. Der Schmerz ebbte nicht ab und auch die Tatsache, dass die Person die er liebte, ihn töten wollte, änderte sich nicht. Er spürte, wie das Messer aus seiner Schulter gezogen wurde und Blut in einem konstanten Strom aus der Wunde floss. Erneut spürte er einen Schmerz und er schrie wieder auf, als sich das Messer nun in seine andere Schulter bohrte. „Bitte.. B-Bitte hör auf!", schaffte es der Kater zwischen seinen Schluchzern hervorzubringen. Und tatsächlich es wurde kein drittes Mal auf ihn eingestochen. Vorsichtig öffnete er die Augen und sah, wie der Wolf sich krampfhaft den Kopf hielt, als würde er schreckliche Schmerzen haben.
„Was ist los Nr.7? Warum machst du nicht weiter? Ich habe dir befohlen, ihn zu Tode zu quälen!", hörte er den Otter schnauzen. Felix wusste nicht, ob er es sich eingebildet hatte, aber für einen Moment sah es so aus, als wäre wieder Leben in Damons Augen gewesen. Doch dies war nur für den Bruchteil von Sekunden, dann war sein Blick wieder kalt und leer.
Was als nächstes schließlich geschah, überraschte Felix komplett. Die Augen von Damon fingen an blau zu leuchten und eine blaue Aura fing an ihn zu umgeben. „Was geschieht da? Los fesselt ihn wieder!", schrie der Otter seine Lakaien an. Diese liefen ohne zu zögern auf Damon zu. Doch als sie ihn erreichten, hob dieser nur seinen Arm und mit einer nachlässigen Bewegung köpfte er einen von ihnen mit der bloßen Pfote. Den nächsten den Damon mit seinen nun wild leuchtenden Augen anvisierte, berührte er eben mit dieser Hand und dort, wo er ihn berührt hatte, fing an Eis sich auszubreiten. Er schrie vor lauter Qualen auf, bis das Eis seinen Mund überzog und eine perfekte Eisstatue vor Damon stand. Als er sich dem dritten zuwandte, begann dieser bereits panisch zu flüchten, kam jedoch nicht weiter, da innerhalb eines Sekundenbruchteils das Messer, mit dem er Felix gequält hatte ihm aus dem Rücken ragte. Leblos sackte er zusammen.
Der Otter schaute mit Entsetzen auf das, was sich vor ihm abgespielt hatte. Langsam ging Damon auf ihn zu und der Otter bewegte sich keinen Schritt, als wäre er vor lauter Angst erstarrt. „Du wagst es mich töten zu lassen, meinen Körper zu schänden und mir die ewige Ruhe zu verwehren?", sprach Damon mit einer komisch verzerrten Stimme, als ob mehr als nur eine Person durch ihn reden würde. „B-b-bitte t-t-töte m-mich nicht!", wimmerte der Otter und brach auf seine Knie zusammen. Doch Damon erfüllte ihm diesen Wunsch nicht und fasste den Professor am Kopf. Dieser fing an wild zu kreischen und mit einem lauten Krachen und einem platschendem Geräusch zerdrückte der Wolf ihm den Schädel.
Felix sah die Szene sprachlos an. Dies war nicht der Damon den er gekannt hatte. Das war ein Monster. Als er sich schließlich zum Kater wendete, zuckte er unmerklich zusammen und begann zu schluchzen. „Nun wird er es zu Ende bringen.", dachte er sich und wartete auf einen ähnlichen Tod.
Doch als der Wolf ihn erreichte, glitt er nur mit der Hand über das Gesicht vom Kater. Diesem lief ein eisiger Schauer über den Rücken und er fing an unkontrollierbar zu zittern. „Was ist los Felix? Keine Angst ich bin es.", sprach der Wolf nun wieder mit seiner normalen Stimme zu ihm und als der Kater ihm in die Augen blickte, konnte er denselben Blick erkennen, wie er ihn mittlerweile von Damon gewohnt war. Tränen stiegen ihm in die Augen und er fing an, vor lauter Freude zu weinen, da er den einzigen Furry den er liebte wieder hatte.
„Schsch. Wein doch nicht.", versuchte der Wolf ihn zu beruhigen, doch es half nichts. Das Glück überwältigte ihn mit einer Macht, die man nicht beschreiben konnte. Er fühlte noch wie seine Fesseln losgemacht wurden und dann wie der Wolf ihn vorsichtig in den Arm nahm, darauf bedacht seine Schultern nicht zu berühren.
Er konnte es selber nicht fassen. Der Bolzen hatte ihn genau im Herzen getroffen und er war sich sicher gewesen, dass er tot war. Doch diese weiß bekleideten Gestalten hatten scheinbar das Unmögliche möglich gemacht. Zwar fühlte er sich nicht wie Früher, aber das störte ihn nicht, da er nun wieder mit Felix vereint sein konnte. Doch innerlich wusste er, dass seine Veränderung wohl schwerwiegender war, als er es sich vorstellen konnte.
Sein Körper wurde durch von ihm unbekannter Macht durchströmt, die ihn immerzu lockte sie zu nutzen. Er rang permanent um seine Fassung, doch die Anwesenheit von Felix machte es einfach sich auf sein altes Ich zu konzentrieren.
Wie auch schon vor seiner Wiedergeburt hatte der Kater etwas an sich, das ihn anzog und seine Gedanken nur um ihn kreisen ließen und er schwor sich innerlich, dass er den Kater schützen würde, ob vor sich selbst oder vor Feinden konnte er jetzt noch nicht sagen.
Damon hielt Felix eine Armlänge von sich entfernt und betrachtete die Wunden. Als er mit einem Finger über sie strich, begann die Stelle hell aufzuleuchten und er spürte einen Schmerz in seiner eigenen Schulter. Ohne es zu merken, hatte er allein durch den Gedanken, den Schmerz Felix nehmen zu wollen, die Wunde durch seine Berührung von Felix Schulter auf seine eigene übertragen. Doch bei ihm war die Wunde nicht halb so schlimm. Innerhalb kürzester Zeit verheilte sie und es blieb nicht einmal eine Narbe zurück. „Wow. Scheint wohl so als hätte ich ein paar neue Fähigkeiten. Ich kann es gar nicht erwarten die alle auszuprobieren.", sagte Damon und lächelte amüsiert über den Gedanken, dass er nun von sich aus Magie verwenden konnte, etwas was ihm bis zu dem jetzigen Zeitpunkt unmöglich gewesen war.
Er sah den ungläubigen Blick von Felix und die Angst, die wieder in seine Augen zurückgekehrt war. Es machte ihm zu schaffen, dass derjenige den er liebte Angst vor ihm hatte. „Keine Sorge Felix ich bin immer noch der Alte!", versuchte er erneut den jungen Kater zu beschwichtigen und als Friedensangebot hob er ihn von dem Tisch hoch und trug ihn Richtung Tür.
Schweigend traten sie aus dem Raum, der sich als Lagerhalle herausstellte und standen mitten in einem Arbeiterviertel. Als Damon sich umsah, erkannte er sofort, dass sie in der Hauptstadt von Tel'Nevar waren. Stardust! Sofort warf Damon einen Mantel über Felix, um ihn vor den Blicken von potenziellen Feinden zu schützen.
Doch dann fiel es ihm wie Schuppen von den Augen. Er war komplett unbewaffnet. Früher wäre dies das Erste gewesen, das ihm aufgefallen wäre. Aber mittlerweile schien er nur noch Augen für den Kater zu haben und es erschreckte ihn, wie leichtsinnig er dadurch geworden war. Zumindest etwas vorsichtiger musste er sein. „Wir müssen noch an einer Schmiede vorbei. Ohne Waffe möchte ich nicht durch die Stadt deines Feindes gehen.", flüsterte er Felix zu und macht sich langsam auf den Weg zu einer ihm bekannten Schmiede.
Sie gingen durch die Stadt und kamen dabei an einigen Soldaten vorbei. Er wusste nicht, ob es noch nicht öffentlich war, dass der Sohn des Grafen nun ein Staatsfeind war oder ob die Verkleidung von Felix doch gut genug war. Auf jeden Fall hielt keine der Wachen sie an oder griff sie gar an und so kamen sie schließlich ereignislos zur Schmiede.
Als sie eintraten, begrüßte sie direkt die Hitze vom Stahlofen des Schmieds und innerhalb kürzester Zeit fing Damon an zu hecheln. Seine Familie kam aus dem kalten Norden, daher war die Wärme durch sein Fell nahezu unerträglich. Doch er riss sich zusammen und ging in Richtung des Arbeitszimmers vom Schmiedemeister. Diesen kannte er schon seit langer Zeit, daher machte er sich keine Sorgen über dessen Vertrauenswürdigkeit.
Als sie das Zimmer betraten, konnten sie einen stämmigen Bullen sehen, der gerade ein Stück Eisen mit kräftigen Schwüngen mit seinem Schmiedehammer bearbeitete. Er war offenbar so in seine Arbeit vertieft, dass er seinen Besuch nicht bemerkte. Um auf sich aufmerksam zu machen räusperte Damon sich und sprach den Bullen an. „Hallo Isoran, wie geht es dir." Er zuckte kurz und drehte sich zu dem Wolf und dem Kater um und ein breites Lächeln weitete sich über sein Gesicht aus. „Damon! Lange ist es her. Was kann ich für dich und deinen Freund tun?" Mit großen Schritten ging er auf die beiden zu und baute sich vor ihnen auf. „Ich hoffe mal du hast nicht wieder Probleme!?", sagte er zu ihnen und hob dabei eine Augenbraue an.
Damon hatte sich nie sonderlich wohl in der Gegenwart des Bullen gefühlt, aber im Moment blieb ihm nichts anderes übrig, als damit zu Recht zu kommen. „Du kennst mich ich stecke immer in Problemen.", erwiderte er sarkastisch und schaute ihn durchdringen an. „Diesmal brauche ich aber lediglich eine Waffe, die meiner Alten ähnlich oder am besten gleich ist." Isoran sah ihn nachdenklich an, dann ging er zu seinem Waffensortiment. „Zufälligerweise hat jemand genau so ein Schwert vor kurzem erst bestellt. Ich kann es dir verkaufen aber das wird nicht billig, da ich für meinen eigentlichen Kunden dann ein Neues machen muss!", antwortete er Damon und zog dabei ein leicht grünlich schimmerndes Schwert hervor. Er hielt es dem Wolf entgegen, der es in die Hand nahm und untersuchte. „Gute Arbeit wie eh und je. Wie viel würde es kosten?" Sein Blick wurde ernst, da er nicht viel Geld bei sich trug und hoffte, dass er es trotzdem bezahlen konnte.
Langsam ging der Bulle in den Vorraum und durchsuchte die Zettel, die auf seinem Tisch dort lagen. „Eigentlich hatte ich den Preis auf 250 Goldstücke berechnet, aber da ich nun in kürzester Zeit ein neues machen muss und dafür viel Geld für schnelle Materialien ausgeben muss, werde ich wohl leider 400 Goldstücke brauchen.", sagte er und sah den Wolf mit einem fragendem Blick an. Damon schluckte. Mit einem so hohen Preis hatte er nicht gerechnet und er würde sich etwas überlegen müssen, um es zu bezahlen.
„Gekauft.", Felix trat urplötzlich vor und fummelte an einem Beutel herum, den die Laborarbeiter wohl nicht von ihm genommen hatten. Als er ihn auf den Tisch war, hörte man ein lautes Klimpern von Goldmünzen. Dia Augen von Damon weiteten sich, als er den Beutel sah. Es verwunderte ihn, wieso der Kater einen so großen Betrag an Geld frei mit sich herumtrug. Am meisten verwunderte ihn allerdings, dass ihm noch keiner den Beutel abgenommen hat, da sie ja mittlerweile häufig genug in Gefangenschaft waren.
Der Bulle öffnete den Sack kurz schloss ihn wieder und lächelte Felix an. „Ich denke ich kann dir vertrauen, dass dies genug ist." Er zwinkerte ihm zu und wand sich dann wieder an Damon. „Kannst von Glück sagen, dass du so einen Freund hast." Mit diesen Worten holte er eine kunstvoll Verzierte Schwertscheide hervor und schob Damons neues Schwert vorsichtig hinein. Mit einem leisen Klicken verschwand die Klinge komplett und er reichte sie Damon. „Viel Spaß damit.", erneut zwinkerte er und ging schließlich wieder zurück in seine Schmiede, um weiterzuarbeiten.
Felix und Damon verließen die Schmiede und gingen in Richtung des Nordeinganges der Stadt. „Wir müssen einen Plan ausarbeiten, wie wir das Attentat durchführen.", flüsterte der Wolf unterwegs dem Kater ins Ohr. Er hatte sich schon mehrere Gedanken gemacht, bevor er in dem Labor aufgewacht war. Doch seine Erinnerungen an die Zeit bevor er gestorben war, waren verschwommen, so als wenn er durch ein milchiges Glas durchschauen würde.
Immer wenn er versuchte die Erinnerungen hervorzurufen, bekam er unter anderem auch Kopfschmerzen und es verwirrte ihn. Außerdem waren die Erinnerungen verändert. Alles was er selber mal in seinem Leben gesagt hatte, hatte er vergessen. Es war als wenn sein früheres Ich komplett entfernt wurde, wie wenn jemand mit einer Schere nur ihn aus jedem Bild geschnitten hatte.
Er schüttelte den Gedanken ab und konzentrierte sich auf ihre jetzige Situation. Auf dem Weg zum Nordtor kamen sie an einem Gasthaus vorbei, an das sich Damon noch schwach erinnern konnte. Hier würden sie sicher sein vor dem Fürsten und seinen Lakaien. Schnell zog er Felix von der Straße in den Hauseingang und klopfte an die Tür. Es dauerte nicht lange, bis sie sich öffnete und eine zwielichtig dreinblickende Katze vor ihnen stand. „Werdet ihr verfolgt?" „Nicht das ich wüsste.", antwortete Damon und Blickte sie durchdringend an. „Zumindest noch nicht." „Dann schnell rein mit euch!" Sie zerrte ihn und Felix durch die Tür in eine verrauchte Bar.
Nur wenige Tische waren besetzt und die meisten Leute warfen sofort alarmierende Blicke zu den Neuankömmlingen, als hätten sie Angst, dass sie ihre Verfolger sind. „Lange nichtmehr gesehen Damon!", ertönte eine tiefe, dumpfe Stimme hinter dem Tresen. Ein Pferd lief um ihn herum und holte ihn mit einem gezielten Schlag ins Gesicht von den Füßen. Etwas benebelt lag der Wolf auf dem Boden und versuchte seine Sinne wieder zu ordnen. Er spürte wie ihm jemand hoch half und er sah seiner Hilfe entgegen. Es war das Pferd gewesen, der ihn nun sorgenvoll ansah. „Man Damon was ist los? Früher hätte ich dich nie erwischt!"
Blut lief aus seiner Nase und er sah nur verwundert und gleichzeitig verärgert das Pferd an. „Ich glaub, ich bin im Moment etwas abgelenkt, Tylor." Genau Tylor war sein Name. Er konnte sich nur vage an seine früheren Besuche erinnern und auch diese riefen erneut Kopfschmerzen hervor. Seine Schläfen pochten mittlerweile schon vor Schmerz und er rieb sie sich mit seinen Pfoten.
„Scheinst ja echt einiges um die Ohren zu haben. Aber hier kannst du jetzt erst mal etwas abschalten." Sorgenvoll schaute Tylor ihn an und Damon konnte in seinem Blick erkennen, dass es mehr als nur freundschaftliche Sorge war. Aber er konnte sich nicht genau erinnern, wie er zu dem Pferd stand.
„Achja, das hier ist Felix." Er deutete auf den Kater neben ihm. „Wir haben ein paar Probleme mit dem Fürsten und wahrscheinlich werden wir ihn töten müssen.", erklärte der Wolf ihm schließlich mit einem kalten Unterton. Die Begegnung war für ihn immer noch unangenehm, da er sich nicht komplett an die beiden anderen erinnern konnte und es ärgerte ihn, dass seine Erinnerungen scheinbar so zerstückelt waren.
„Nun gut dann bekommst du natürlich den üblichen Raum für zwei Personen.", machte die Katze wieder auf sich aufmerksam und zog die beiden hinter sich her die Treppe rauf. „Komm nachher nochmal runter und trinkt mit mir einen ich will genau wissen wie deine Reisen verlaufen sind!", rief ihnen noch Tylor hinterher, bevor sie auf der nächsten Etage waren.
Es war ein enger Gang, auf dem rechts wie links nur Türen waren. Keine Dekoration oder etwas Persönliches stand auf dem Gang und er wirkte nackt und einsam. Ihm blieb keine Zeit den Gang genauer zu betrachten, da er bereits von der Katze in ein Zimmer gezogen wurde, das genauso leer wirkte. „Braucht ihr zwei Betten oder reicht eins?", sie warf Damon ein verschmitztes Lächeln zu. „Ich denke eins wird reichen.", antwortete Felix für ihn und der Wolf warf ihm verwunderte Blicke zu. Er hatte erwartet, dass der Kater noch ein wenig Zeit bräuchte für mehr körperlichen Kontakt.
„Fein dann lass ich euch beiden mal alleine und geb euch Zeit heimisch zu werden. Oh und Damon mach dir keine Sorge um die Bezahlung. Du hast uns letztens so gut geholfen, dass ich euch zumindest eine Woche für lau hier wohnen lassen kann." Sie schenkte den beiden noch ein Lächeln, bevor sie den Raum verließ. Sofort ließ sich Damon auf das Bett fallen und seufzte laut. Es ging ihm so viel durch den Kopf, dass er nicht wusste wo er Anfangen wollte und lieber erst mal komplett abschaltete.
Nach kurzer Zeit gesellte sich Felix zu ihm und kuschelte sich an ihn. Der Wolf schlang einen Arm um ihn und es dauerte nicht lange, bis die beiden eng aneinander gekuschelt einschliefen.
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So wieder mal danke ich meinem Korekturleser wulfila
Ich hab es dann jetzt doch mal geschafft ein Kapitel etwas länger zu machen (Zumindest eine Seite oO) Ich hoffe euch gefällt das hier, auch wenn es etwas düsterer ist.