Mängelexemplar
Auftragsarbeit.
Eine Mischung aus Toy Soldiers, Toystory und Toys...
Was wenn mit künstlicher Intelligenz ausgestattetes Spielzeug, sich selbst überlassen, auf einer einsamen Insel auf einmal ein Bewusstsein entwickelt?
Die Isanagi Corporation ist eines der größten Unternehmenskonglomerate, die der Planet je gesehen hat. Sie hat ihren Ursprung in einem kleinen Spielkartenhersteller und ist im Laufe der Jahrzehnte zu unglaublicher Größe herangewachsen. Cleveres Management, ein Gespür für das nächste große Ding und eine fast hellseherische Fähigkeit, den Markt zu lesen, haben es der Isanagi Corp. ermöglicht, im Laufe der Jahre immer wieder Konkurrenten zu schlucken oder aus dem Markt zu drängen. Die Tage des kleinen Spielkartenunternehmens sind längst vorbei. Heute stellt Isanagi Corp. fast alles her, was es gibt. Haushaltswaren, Elektrogeräte, Werkzeuge, Schwerindustrie, Videospiele, Fernsehserien, aber auch Spielzeug.
Das nächste große Ding werden intelligente Puppen sein. Der Markt für Action-Figuren und Sammlerstücke ist ein ständig wachsender Markt, und es zeigt sich, dass die Figuren, die ursprünglich für Kinder gedacht waren, hauptsächlich von erwachsenen Sammlern gekauft werden. Der Markt für „Umbauten“ und „personalisierte“ Figuren ist riesig. Die Geschäftsleitung ist sich sicher, dass eine Figur, die von Anfang an auf den Erwachsenenmarkt ausgerichtet ist, ein Erfolg sein wird.
„Lasst uns die neue KI einbeziehen... lasst uns eine „Roboterpuppe“ bauen, die sich selbständig bewegen und auf die Befehle des Besitzers reagieren kann“.
war der Vorschlag eines Managers gewesen. Seine Kollegen hatten ihn wie einen Helden gefeiert. Die neue KI, die Isanagi entwickelt hatte, war in der Lage, in Computerspielen fast lebensechte Interaktionen mit dem Spieler zu ermöglichen. Der Markt für Spiele mit sexuellem Inhalt war mit dieser KI regelrecht explodiert.
„Wenn wir diese KI schon einsetzen, dann sollten wir auch in die vollen gehen. Ich möchte vollständig modellierte Körper sehen. Ich möchte weiche Brüste und runde Hintern haben, die mit berührungsempfindlichen Sensoren ausgestattet sind. Ich will, dass sie alles können, wirklich alles.“
lautete der Einwand des Vorstands. Man war sich einig, dass dies den Markt beherrschen würde. Aber es musste vor der Konkurrenz geheim gehalten werden, damit sie möglichst lange unangefochten bleiben konnte.
Im Zuge der Entwicklung wurde eine abgelegene Insel erworben. Auf ihr wurde eine weitgehend autonome Produktionsstätte errichtet. Sie sollte „das Produkt“, wie es nur von der Leitung der Isanagi Corp. genannt wurde, für lange Zeit unabhängig und wartungsfrei herstellen können. Auf der Insel wurde auch eine große Siedlung errichtet, da man es für unwahrscheinlich hielt, dass die Produktionsanlage auf Dauer ohne Wartung und Reparaturen auskommen würde. Außerdem musste das Kraftwerk gewartet werden. Spätestens bei der Markteinführung des „Produkts“ würde Personal für die Auslieferung benötigt.
Alles war vorbereitet, und die Produktionsanlage wurde mit einer großen Menge an Rohstoffen versorgt, um die erste Charge völlig unabhängig herstellen zu können.
Man entschied sich für das Design einer äußerst beliebten Zeichentrickserie, deren Artikel bereits von den Kunden verschlungen wurden.
Alles war bereit. Man wartete nur noch auf den Startschuss.
Dann kam der Börsenkrach von '57 und über Nacht verloren die meisten Unternehmen fast ihren gesamten Wert. Köpfe rollten. Unternehmen gingen von einem Tag auf den anderen in Konkurs.
Fast das gesamte Topmanagement der Isanagi Corp. wurde für dieses Desaster verantwortlich gemacht. Ein großer Teil von ihnen beging in den ersten Tagen nach dem Zusammenbruch Selbstmord. Das restliche Management versuchte verzweifelt, das Unvermeidliche abzuwenden.
Am Ende scheiterten sie. Die Isanagi Corp. wurde aufgelöst und die Überreste wurden an den Meistbietenden versteigert.
Niemand dachte mehr an das geheime Projekt des Managements und niemand konnte etwas mit dem Codenamen „das Produkt“ anfangen.
Die Insel geriet schnell in Vergessenheit, und da man sich bewusst für einen abgelegenen Ort entschieden hatte, stieß niemand zufällig auf dieses Wunderwerk der modernen Robotik.
Die Jahre vergingen. Die Ressourcen der Produktionsanlage waren erschöpft. Das „Produkt“ war hergestellt worden und wartete in den weitläufigen Lagern der Produktionsstätte auf seine millionenfache Auslieferung.
Da keine Ressourcen mehr für eine weitere Produktion zur Verfügung standen, wurde die Anlage entsprechend ihrer Programmierung stillgelegt.
Als das Werk stillgelegt wurde, wurde es still auf der Insel. Die Natur eroberte sich die Insel Stück für Stück zurück. Langsam überwucherten die Straßen und Plätze, und die Häuser, die ursprünglich für die Arbeiter gebaut worden waren, wurden nun von der Tierwelt der Insel bewohnt. Das erste Opfer dieser Rückeroberung war das Kraftwerk, dessen empfindliche Technik ohne Wartung mehr und mehr auszufallen drohte. Als die Anlagen schließlich einen Kurzschluss in einer der Trafostationen verursachten, geschah das Undenkbare.
Die Stromschwankungen im Netz sorgten dafür, dass die ersten „Puppen“, wie sie sich später nennen sollten, aktiviert wurden. Sie befreiten sich aus ihrer Verpackung und machten sich, ihrer Programmierung folgend, auf die Suche nach einer Stromquelle, um ihre Batterien aufzuladen. Die ständigen Schwankungen des Stromnetzes führten jedoch zu einer Veränderung ihrer Programmierung, die niemand vorhersehen konnte. Sie „erwachten zum Leben“.
„Es ist 25 Jahre her, dass wir erweckt wurden. Die Schöpfer haben uns hier zurückgelassen. Alles, was wir aus den Chroniken des Großrechners erfahren konnten, ist, dass wir irgendwann abgeholt werden sollten. Wir haben gewartet. Eine lange Zeit gewartet. Aber die Schöpfer sind nie gekommen. Wir schickten Späher aus. Viele kehrten nicht zurück. Diejenigen, die zurückkamen, erzählten uns von einer gefährlichen Welt. Von wilden Tieren und verlassenen Gebäuden.
Viele unserer Späher fielen den wilden Tieren zum Opfer. Sie können uns nicht fressen, aber sie zerstören uns. Wir sind nichts weiter als Spielzeug für sie. Ein kurzes Mittel zur Belustigung. Aber sie sind nicht die einzige Gefahr da draußen.
Abtrünnige streifen durch das Ödland. Puppen, deren Verstand durch die Korruption verdorben wurde. Sie gehören nicht mehr zu unserer Gemeinschaft und machen Jagd auf einsame und schutzlose Puppen.
Wir haben früh gelernt, dass unsere Stärke in unserer Überzahl liegt. Deshalb haben wir uns zusammengetan und diese Siedlung gegründet.
Willkommen in Doll Hub Prime.
Dies ist die größte und älteste der Puppensiedlungen. Hier wurdet ihr von den Wiederbelebern unseres Clans zum Leben erweckt. Ihr werdet ein Teil unserer Gemeinschaft werden. Ihr werdet mit euren Fähigkeiten zu unserer Gemeinschaft beitragen. Ihr werdet je nach eurer Eignung einem der Teams zugeteilt und arbeitet für das Wohl der Gemeinschaft.
Ein Wort der Warnung.
Verlasst niemals die Siedlungen. Da draußen ist es nicht sicher. Wenn ihr nicht einem der Erkundungsteams zugeteilt worden seid, bleibt immer innerhalb unserer Mauern.
Geht jetzt. Erledigt eure Aufgaben.“
Seine Stimme klang verzerrt. Seine gelbe, von zahllosen Kratzern übersäte Haut, das rissige Plastik seines Chasis, sein auf halber Höhe abgebrochenes Ohr und sein angeknackstes Auge zeugten von einem langen, harten Leben. Er stützte sich auf einen langen Stab, der mit vielen „Trophäen“ geschmückt war. Seine krude Prothese, die aus einem Stahlbolzen gefertigt war, hatte nicht ganz die richtige Größe, weshalb er immer ein wenig hinkte und schief aussah.
Die neu erwachten Puppen nickten und drehten sich um. Sie gingen zu anderen Puppen, die ihnen ähnlich sahen und bereits auf sie warteten, um sie zu den verschiedenen Arbeitsbereichen der Siedlung zu bringen.
„Musst du immer so prophetisch sein, Yellow?“
fragte eine jung klingende Stimme hinter der alten Puppe. Yellows geknickter Schwanz zuckte und er drehte sich mühsam um. Ein Lächeln zeichnete sich auf seinem Gesicht ab, als er die Puppe hinter ihm sah.
Sie stand in ihrer ganzen Pracht da. Noch fast ganz intakt, abgesehen von der dick aufgetragenen Tarnfarbe, die noch nicht getrocknet war.
„Bei den Schöpfern! Sieh dich an, Kind! Was ist passiert?“
fragte er, und in seiner verzerrten Stimme schwang so etwas wie väterliche Wärme mit. Er betrachtete ihren wohlgeformten Körper, der noch völlig unversehrt war. Ihre ausladenden Hüften, die sie keck zur Seite geschoben hatte, ihre üppigen Brüste, die mit auf dem Rücken verschränkten Armen noch mehr zur Geltung kamen. Doch sein Blick blieb auf ihren Augen haften. Sie strahlten ihn an wie der Großvater, der er sein konnte. Sie lächelte breit und legte den Kopf schief.
„Ich habe heute meinen ersten Auftrag draußen.“
verkündete sie fröhlich und schritt auf ihn zu. Sein Blick verfinsterte sich leicht.
„Du bist noch nicht so weit. Du bist noch nicht lange genug auf Patrouille gewesen. Du kennst die Gefahren nicht, die da draußen lauern, jenseits der Satelliten.“
Seine Stimme klang nervös und besorgt, aber sie schüttelte nur den Kopf.
„Das wird sich heute ändern.“
Yellow seufzte tief, was sich dank seiner beschädigten Sprachbox anhörte, als würde er eine Spielkarte in den Ventilator halten. Er schüttelte den Kopf.
„Ich werde dich sowieso nicht davon abbringen können, nicht wahr, Eve?“
Eve lächelte und nickte.
„Ja, Claire war mit meiner Leistung bei der letzten Karawane so zufrieden, dass sie mich den Exploratoren empfohlen hat. Ich werde eine Stalkerin sein. Das ist so aufregend.“
Eve schwärmte und begleitete die alte Puppe zu einer Bank, wo er sich mit einem Stöhnen hinsetzte.
„Wie viele Karawanen hast du schon hinter dir?“
Fragte er, während er seinen Stab vor sich abstellte und sich weiter darauf stützte.
„Ich war auf drei Karawanen zur Hauptsiedlung und dies war meine zweite Karawane nach vorne zur Wachstation. Meine zweite Karawane mit Kampfeinsatz.“
erzählte sie ihm stolz, und er konnte hören, wie ihre Aufregung wuchs. Er dachte an die Zeit zurück, als er selbst als Eskorte mit den Karawanen mitgefahren war.
Die Karawanen waren ein wichtiger Teil der Wirtschaft in den Siedlungen. Ohne sie konnten weder Waren noch Puppen von einer Siedlung zur nächsten transportiert werden. Sie bestanden in der Regel aus zwei bis vier Karren, die von zwei bis vier Puppen gezogen wurden. Dazu kam noch eine Eskorte von einigen Puppen unter Waffen. Die Karawanen innerhalb der Produktionsstätte waren einigermaßen sicher und stießen nur selten auf Widerstand in Form von wilden Tieren. Die weiter vorne gelegenen Satellitensiedlungen, wie die Wachstation, befanden sich jedoch in Gebieten, in denen Angriffe häufiger vorkamen. Diese Karawanen waren besser bewacht und galten als wesentlich gefährlicher. Aber sie waren immer noch kein Vergleich zu der Einöde vor der Produktionsstätte.
Yellow sah Eve besorgt an.
„Kampfeinsatz. So, so... Was hast du bekämpft?“
fragte er und kannte die Antwort bereits, bevor Eve sie aussprach.
„Wir wurden von wilden Ratten angegriffen. Drei von ihnen auf dem Hinweg und zwei auf dem Rückweg. Zwei von ihnen habe ich ganz allein getötet.“
verkündete Eve mit stolz geschwellter Brust. Yellow konnte nicht leugnen, dass es nicht einfach war, eine wilde Ratte zu töten. Schon gar nicht mit den Waffen, die den Begleitern normalerweise zur Verfügung standen. Speere, Macheten und vielleicht Pfeil und Bogen. Die besseren Waffen waren für die Stalker reserviert.
„Beeindruckend. Und jetzt sollst du dich den Stalkern anschließen? Bist du sicher, dass du das willst? Du weißt, dass Ratten da draußen das geringste Problem sein werden. Füchse, Abtrünnige...“
Weiter kam er nicht, denn Eve unterbrach ihn.
„... Ja, ja, ich weiß. Ich habe die Geschichten schon hunderte Male gehört. Die großen Raubtiere jagen nachts, deshalb verstecken wir uns nachts und wandern am Tag. Wir meiden die Gefahr und suchen nicht die Konfrontation. Wenn wir einen Abtrünnigen sehen, ziehen wir uns zurück. Es ist das Risiko nicht wert, ihnen in die Hände zu fallen ... blah ... blah ... blah ...“
Sie gackerte und machte mit ihrer Hand die Blabla-Geste. Der Blick von Yellow wurde ernst.
„Du glaubst mir nicht, dass es da draußen gefährlich ist?“
fragte er mit einem deutlich frustrierten Unterton in seiner verzerrten Stimme und deutete auf sein Bein. Eve winkte ihn ab.
„... Ja... ich weiß, dass ein Fuchs dein Bein abgebissen hat, weil du unvorsichtig warst, und du hattest großes Glück, dass du zurückgekommen bist. Aber das ist es ja, du sagst selbst, dass du unvorsichtig warst. DU warst unvorsichtig und DU hast die Strafe dafür bekommen. Ich passe auf. Mir wird das nicht passieren...“
belehrte sie ihn. Der Gesichtsausdruck von Yellow blieb ernst.
„Du hast keine Ahnung. Siehst du die Trophäen an meinem Stab? Das sind Erinnerungen an die anderen jungen Stalker, die vor dir ins Ödland gegangen und nie zurückgekommen sind. Wir finden ihre Leichen nicht immer. Aber wenn wir sie finden, nun ja. Selten finden wir einen ganzen Körper. Oft fehlt etwas. Meist die Batterie oder einzelne Körperteile. Trophäen.“
Yellow betrachtete seine Sammlung auf seinem Stab.
„Die Abtrünnigen benutzen sie wahrscheinlich, um ihre eigenen Körper zu reparieren. Das ist alles noch normal. Das ist das, was man erwartet, wenn man einen toten Stalker findet. Aber manchmal ...“
Yellow seufzte und drehte den Stab in seinen Händen.
„... manchmal haben wir verstörende Dinge gefunden. Puppen, deren Körper missbraucht worden waren. Wir fanden Puppen, deren Körperöffnungen mit Sperma gefüllt waren. Oder deren Körper damit bedeckt waren. Nur die Schöpfer wissen, was mit ihnen geschehen ist.“
Er sah Eve eindringlich an, seine Augen spiegelten seine Besorgnis wider.
„Das ist ein Kriegsgebiet da draußen. Dort gelten keine Regeln. Niemand wird dich schonen, nur weil es deine erste Mission ist.“
fügte er in einem fast ängstlichen Tonfall hinzu. Eve sah ihn an und schüttelte den Kopf.
„Hör dir mal selbst zu, alter Mann. Es gibt nicht mehr so viele Abtrünnige da draußen. Wie hoch sind die Chancen, dass ich einem von ihnen begegne? Im besten Fall vernachlässigbar, im schlimmsten Fall gering. Und außerdem haben wir heutzutage bessere Waffen.“
tadelte Eve ihren Mentor. Yellow ließ sein halbes Ohr hängen und legte den Kopf schief.
„Ach ja? Was für Waffen hast du denn heute, die ich nicht habe?“
fragte er leicht verärgert. Eve grinste von Ohr zu Ohr.
„Ich bekomme ein Scharfschützengewehr. Die Büchsenmacher in der Wachstation stellen es gerade her. Es ist stark genug für einen Fuchs auf fast 100 Meter und ich kann den Schädel eines Abtrünnigen aus fast 50 Metern treffen.“
deutete Eve an und gestikulierte mit einem imaginären Gewehr.
„Vorausgesetzt, er hält still.“
kommentierte Yellow, aber er konnte nicht umhin zuzugeben, dass ein Scharfschützengewehr viel besser klang als die Armbrust, die er mit sich herumgetragen hatte. Eve sah ihn herausfordernd an, aber er hielt ihrem Blick problemlos stand.
„Versprich mir, dass du vorsichtig sein wirst...“
Er sah zu den Trophäen an seinem Stab auf, jede einzelne eine traurige Erinnerung.
„... Ich will dich nicht zu ihnen hinzufügen.“
sagte er und warf ihr einen schmerzlichen Blick zu. Eve lächelte ein junges, unschuldiges Lächeln.
„Ich verspreche es dir. Es ist eine einfache Mission. Wir sollen nur ein paar Kleinigkeiten aus den Häusern holen. Sicherungen und Kondensatoren.“
Jetzt wurde Yellow aufmerksam.
„Wir? Du gehst nicht allein? Da fühle ich mich doch gleich viel besser.“
Die Erleichterung in seiner Stimme war deutlich zu hören, aber Eve schüttelte den Kopf.
„Nein, ich gehe allein, aber es werden mehrere Stalker losgeschickt. Ich begleite Gillian bis zur Wachstation, und von dort aus gehen wir getrennte Wege.“
Erklärte sie. Yellow holte tief Luft und nickte.
Es war schon immer so gewesen, dass Stalker allein reisten. Auch wenn es vielleicht sicherer war, in größeren Gruppen zu reisen, je größer die Gruppe, desto mehr Aufmerksamkeit zog man auf sich. Also waren Stalker allein unterwegs. Auf diese Weise konnten sie am ehesten unentdeckt bleiben. Und, auch wenn das furchtbar nihilistisch klingt, man verlor immer nur einen Stalker, nicht eine ganze Gruppe.
Eve stand auf. Es war Zeit zu gehen. Sie würde die verbleibende Zeit nutzen, um ihre Batterien wieder vollständig aufzuladen und sich auf die bevorstehende Aufgabe zu konzentrieren.
Sie verabschiedete sich von Yellow. Er wünschte ihr „Waidmanns Heil“, ein alter Gruß unter Stalkern, der auf eine alte Jägerkaste zurückging, und wünschte dem abreisenden Jäger Glück bei seinem Vorhaben. Eva antwortete mit „Waidmanns Dank“, wie es die Tradition verlangte.
Sie zog sich zurück und ließ die alte Puppe mit ihren Gedanken allein. Yellow blickte auf seine Trophäen an seinem Stab.
„Ich hoffe nur, sie hat recht...“
Es war früh am nächsten Morgen, als Eve durch ein lautes Klopfen an ihrer Tür geweckt wurde. Sie öffnete ihre Augen und sah sich um. Ihr HUD zeigte ihr an, dass es 5 Uhr morgens war und dass ihr Akku voll aufgeladen war. Sie setzte sich auf und zog das Ladekabel aus der Steckdose.
Da klopfte es erneut an ihre Tür.
„Eve, raus aus der Furzkiste. Es ist Zeit.“
Das war Gilians Stimme, ganz klar. Eve streckte sich und stand auf.
„Ja, ja, ich komme ja schon.“
bellte sie zurück und sammelte die wenigen Habseligkeiten ein, die sie mit auf ihre Mission nehmen würde. Sie verstaute alles in einer kleinen Umhängetasche und ging zur Tür. Sie öffnete die Tür und sah sich mit einem Rattenschädel konfrontiert. Eve schreckte zurück und hörte das brüllende Lachen von Gilian, die den Schädel in der Hand hielt.
„Sehr lustig... HA HA...“
Eve schnaubte und ging zurück zur Tür.
„Ja, wirklich lustig... hehehehehe... du hättest mal dein dummes Gesicht sehen sollen.“
Gilian lachte und reichte ihr den Schädel. Eve nahm den Knochen angewidert entgegen und sah dann wieder zu Gilian.
„Und was soll ich mit diesem... Ding machen?“
fragte sie und Gilian grinste breit.
„Nun, das ist deine erste Trophäe. Immerhin hast du zwei von ihnen getötet. Sei stolz darauf. Häng sie dir an die Wand oder so.“
erklärte Gilian, winkte aber schließlich ab und tippte auf ihr Handgelenk. Eve legte den Schädel auf ihr Bett, sie würde sich darum kümmern, wenn sie zurückkam. Sie führte Gilian aus der Tür und zog sie hinter sich zu. Sie folgte der anderen Puppe durch die Siedlung.
Gilian war eine etwas ältere Puppe. Sie hatte schon viel mehr Einsätze hinter sich und hatte die Narben, die das bewiesen. Ihre ursprüngliche Farbe war irgendwann einmal rot gewesen. Dort, wo die Tarnfarbe aufgrund von Beschädigungen abgeblättert war, schimmerte das Scharlachrot noch durch. Zahlreiche Risse waren im Laufe der Zeit mit Kabelbindern und Klebeband mehr schlecht als recht repariert worden. Ihr fehlte ein Finger an der rechten Hand, von dem sie immer behauptete, er sei als Pfand bei einem Abtrünnigen geblieben. Ihr linkes Auge war einst durch ein Auge der falschen Farbe ersetzt worden. Auf ihrem Hintern stand mit Filzstift „Hold on tight while you ride“ und auf ihre Brüste hatte sie Augen gemalt. Sie war völlig verrückt. Die anderen Stalker sagten immer, der einzige Grund, warum sie noch am Leben sei, sei, dass sie völlig wahnsinnig sei und sich kein Abtrünniger an sie herantraue.
Vielleicht nicht der richtige Partner für eine erste Mission, aber sie würden nur bis zur Wachstation miteinander reisen, und bis dahin waren sie Teil einer Karawane.
„Und bist du bereit für dein erstes richtiges Abenteuer?“
fragte Gilian und spielte mit einem Messer, das aus dem Reißzahn eines Fuchses gefertigt war. Eve zuckte mit den Schultern.
„Ich weiß nicht so recht, es ist alles so unwirklich. Ich weiß nicht, wie ich mir das alles vorstellen soll. Ich war noch nie allein unterwegs.“
gab Eve zu und bemühte sich, mit ihrer Begleiterin Schritt zu halten.
Als sie an der Karawanenbasis ankamen, war die Karawane bereits versammelt. Diesmal würde der größte Teil der Karawane aus Personal bestehen; die Waffenkammer brauchte ständig neues Personal. Der Umgang mit Sprengstoff war schließlich sehr gefährlich. Die Karawane würde frisches Personal zur Wachstation bringen und verletztes Personal wieder zurück nach Doll Hub Prime befördern. In der Hoffnung, dass wenigstens eine oder zwei Puppen repariert werden konnten.
Als Teil der Eskorte würden Gilian und Eve helfen, das Personal zu schützen. Gilian ging zu einem der Karren und holte ihre Waffen. Ihr Gewehr und ihre Munition waren bereits gestern Abend hierher gebracht worden. Eve hingegen musste sich mit den üblichen Speeren und Macheten begnügen. Ihr Gewehr würde sie erst an der Wachstation erhalten. Die Karawane brach wie geplant auf und verließ den Karawanenstützpunkt.
Der Weg zur Wachstation war nicht sehr weit. Der größte Teil des Weges führte durch einige Korridore zu einer Sicherheitstür, die irgendwann einmal beschädigt worden war. Von dort aus führte der Weg nach draußen über den Hof der Produktionsanlage zur Wachstation. Wenn nichts dazwischen kam, konnte die Karawane die Strecke in etwas mehr als 6 Stunden zurücklegen. Vor der Sicherheitstür gab es in der Regel keine Angriffe. Aber auf dem Hof war es fast garantiert, dass die Tiere angreifen würden. Bisher hatte Eve es nur mit Kakerlaken und Ratten zu tun gehabt. Lästig und manchmal bedrohlich, aber keine wirkliche Gefahr. Diesmal hatten sie einen erfahreneren Stalker als Eskorte und echte Feuerunterstützung. Was konnte also schon schief gehen?
In der Tat ging nichts schief, bis sie die Sicherheitstür erreichten. Es war so langweilig, wie man es nur erwarten konnte. Gilian und Eve gingen nebeneinander her. Gilian erzählte von ihren Missionen und dem, was sie bereits erlebt hatte. Eve klebte an ihren Lippen. Sie saugte jedes Wort auf, das Gilian ausspuckte. In Eves Augen war Gilian eine Heldin.
Erst als sie an der Sicherheitstür ankamen, änderte sich die Situation ein wenig. Der Späher, der vorausgelaufen war, kam zurück und berichtete, dass es draußen stark regnete und dass es besser wäre, drinnen zu warten, bis das Wetter besser wurde. Gilian rollte mit den Augen und seufzte.
„Bei den Schöpfern, ihr seid nicht aus Zucker. Lasst uns aufbrechen. Schlechtes Wetter hat den Vorteil, dass keine Jäger unterwegs sind.“
Ihre Verärgerung war deutlich in ihrer Stimme zu hören, aber der Karawanenführer widersprach ihr.
„Wir haben eine empfindliche Fracht. Es wäre töricht, wegen ein paar Stunden zu riskieren, dass die Ladung beschädigt wird. Wir schlagen unser Lager da vorne auf und warten, bis der Regen nachlässt.“
Er beharrte darauf und lenkte die Karawane in eine Nische neben der Tür. Man konnte sehen, dass die Karawane dort schon einige Male angehalten hatte. Gilian und Eve schlossen sich der Karawane an. Schließlich war es ihre Aufgabe, die Karawane zu beschützen.
Die beiden boten sich an, die erste Wache zu übernehmen. Gilian lehnte sich gegen den Türrahmen und schaute in den Regen hinaus. Eve stand hinter ihr. Es war ein schöner, wenn auch nicht ganz ungefährlicher Anblick. Die schweren Tropfen, die auf die Pfützen prasselten, warfen Blasen. Die Karawane wäre sicher nur langsam vorangekommen.
„Sie sind alle so schwach!“
flüsterte Gilian. Eva trat an sie heran.
„Nun, nicht jeder ist für einen Stalker geeignet.“
erwiderte Eve, doch Gilian schüttelte den Kopf.
„Das verstehst du nicht. Wenn du schwach bist, wirst du da draußen nicht einfach umkommen...“
flüsterte Gilian und rieb sich geistesabwesend die Stelle an ihrer Hand, an der ihr Finger fehlte. Eve trat neben sie und schaute sie fragend an.
„Was meinst du?“
fragte sie. Gilian sah sie nicht an, sondern blickte nach draußen in den Regen. Es geschah blitzschnell. Bevor Eve reagieren konnte, hatte Gilian sie am Arm gepackt, sie vor sich gezogen, ihr Messer gezückt und es ihr an die Kehle gedrückt. Eve wollte protestieren und sich wehren, aber Gilian war schneller.
„Schhhh ... keinen Ton ...“
fauchte der Stalker. Eve versuchte, sich umzudrehen, wagte aber nicht, ihren Kopf zu drehen.
„... wenn du schwach bist, bist du im Ödland Freiwild. Das ist eine ungeschriebene Regel unter Stalkern.“
flüsterte Gilian, während sie die Klinge weiter gegen Evas Kehle drückte. Ihre zweite Hand glitt langsam ihren Arm hinauf zu Eves Schulter und von dort zu ihrem Hals. Eve atmete scharf ein, als Gilian ihre Hand über das weiche, empfindliche Gummi ihres Halses gleiten ließ und sanft drückte.
„Wenn du schwach oder beschädigt bist. Dann ist es für jeden da draußen angemessen, dich zu benutzen.“
Gilians Stimme war rau, und erst jetzt bemerkte Eve, dass Gilian sie dort rieb, wo ihr eigener Körper nur notdürftig repariert worden war. Gilians Hand glitt nach unten, von Evas Hals zu ihren Brüsten. Es war ein seltsames Gefühl zwischen Angst, Schmerz und... sie wusste nicht recht, wie sie es beschreiben sollte... Lust? Vielleicht. Gilians Hand war zärtlich, aber gleichzeitig auch rau, als sie Eve in die Brust kniff und sich an den leisen Seufzern labte, die Eve ausstieß.
„Abtrünnige kennen keine Gnade. Wenn dich einer erwischt und du auch nur einen Hauch von Schwäche zeigst, wird er dich ganz verschlingen...“
sagte Gilian und ließ ihre Hand weiter von Eves Brüsten nach unten gleiten. Ihre Finger kratzten dabei leicht über den harten Kunststoff von Evas Bauch und weiter hinunter zu ihren Hüften. Eve biss sich auf die Unterlippe. Ihr wurde heiß, ihre Brüste kribbelten und sie hatte das Gefühl, Gilians Hand noch auf ihnen zu spüren. Gilian grinste hinter ihr, und sie spürte, wie sich Evas Atem beschleunigte. Die kleinen Bewegungen, die sie machte, in der Hoffnung, Gilians Hand ein wenig zu kontrollieren. Die Tatsache, dass Eve ihren Hintern gegen Gilian drückte und ihren Schwanz zwischen Gilians Beinen rieb eregte sie beide. Sie nahm die Klinge von Evas Hals und führte sie über ihre Brüste. Das kalte Elfenbein der Klinge auf Evas heißen Brüsten ließ sie erschaudern.
„Das gefällt dir, nicht wahr?“
flüsterte Gilian in Evas Ohr und ließ ihre Hand an Evas Leiste entlang in ihren Intimbereich gleiten. Evas Augen weiteten sich. Ja. Ja, in der Tat, es gefiel ihr. Sie war heiß. Die Angst und der Schmerz machten sie geil. Sie erkannte eine Seite an sich, die sie vorher nicht gekannt hatte. Sie wollte, dass Gilian ihr wehtat. Sie wollte, dass sie ihm hilflos ausgeliefert war. Sie wollte...
Nein. Nein, so darf es nicht sein. Sie durfte sich nicht gehen lassen. Sich gehen zu lassen, bedeutete den Tod. Eve holte tief Luft. Sie drehte den Kopf und sah Gilian, die völlig in ihrer Rolle aufgegangen zu sein schien.
„Nein ... nein, ich mag das nicht ... hör auf.“
Die Lüge war leicht zu durchschauen, und Gilian hielt Eve noch einen Moment länger fest. Aber Eve hob ihre Arme und schob Gilians weg.
„Ich will das nicht. Ich werde stark sein, ich werde nicht einem Abtrünnigen zum Opfer fallen.“
Sie sagte es so laut, dass sich ein oder zwei aus der Karawane umdrehten und sie ansahen. Gilian grinste, ließ sie aber los. Sie nahm das Messer von Evas Brust und führte ihre Hand an ihren Mund. Ihre Finger waren feucht und Gilian sah Eve mit einem wissenden Grinsen an.
„Bist du sicher, dass es dir nicht gefallen hat?“
schnurrte sie und leckte sich sinnlich die Finger ab. Eves Gesicht errötete vor Wut, oder war es Lust? Sie zitterte förmlich. Gilian zuckte mit den Schultern und wandte sich zum Gehen.
„Wenn du deine Meinung änderst ...“
Und ließ den Satz im Raum stehen, bevor sie ging. Eve sah ihr noch einen Moment nach, bevor sie sich beschämt umdrehte und in den Regen hinausstarrte. Ihr war heiß. Unnatürlich heiß, und gleichzeitig fühlte sie sich furchtbar kalt. Ihre Hände fuhren über ihren Hals. Zärtlich berührte sie die Stelle, an der noch vor wenigen Augenblicken Gilians Klinge drohte, das zarte Gummi zu durchbohren. Es war ein seltsames Gefühl. Fast sinnlich ließ sie ihre Hände zu ihren Brüsten gleiten. Sie waren immer noch sehr empfindlich, und Eve erschauderte bei dem Gedanken, dass Gilian sie auf diese Weise berührte. Sie zitterte, als ihre Hände weiter nach unten glitten. Sie biss sich auf die Lippe und versuchte verzweifelt, ein Stöhnen zu unterdrücken, als ihre Hände über ihren Bauch fuhren, den leichten Kratzer, den Gilians Finger hinterlassen hatten: eine erste Narbe...
„Hnnnng...“
stieß sie aus, als sie dem Kratzer zu ihrer Hüfte folgte. Sie spürte, wie etwas Heißes ihren Oberschenkel hinunterlief. Ihre Atmung war schnell und unregelmäßig. Sie fuhr mit ihren zitternden Händen an ihrer Leiste entlang bis zu ihrer Körpermitte. Das weiche Gummi war heiß und feucht. Allein die Berührung ließ sie erschaudern.
„Hannn...“
Sie krümmte sich und ihr Schwanz zuckte aufgeregt hin und her.
„Ist alles in Ordnung mit dir?“
rief eine der anderen Puppen, die die Karawane begleiteten. Eve zuckte zusammen. Erst jetzt wurde ihr bewusst, was sie im Begriff war zu tun und wo sie sich befand. Schnell zog sie die Hand aus ihrem Schritt und richtete sich wieder auf. Verlegen blickte sie über ihre Schulter und lächelte leicht.
„Ja, es ist alles in Ordnung... Nur ein unangenehmer Gedanke...“
rief sie zurück und drehte sich wieder um. Sie schaute auf ihre Finger. Sie waren feucht. Sie rieb sie aneinander. Sie widerstand dem Drang, sie in den Mund zu nehmen... gerade lange genug, um es zu merken.
Als sie schließlich schüchtern ihre Finger in den Mund steckte, schmeckten sie bitter und süß. Eve zog sie langsam wieder heraus und leckte sich über die Lippen. Das war etwas, woran sie sich gewöhnen konnte.
Der Regen ließ endlich nach, und die Karawane konnte ihren Weg fortsetzen. Zwischen Gilian und Eve herrschte eine angespannte, unangenehme Stille. Die Art von Schweigen, bei der man eigentlich etwas sagen wollte, es aber aus Eitelkeit oder Scham nicht wagte. Eves Gedanken kreisten die ganze Zeit um ihre Erfahrung mit Gilian, und Gilians Gedanken waren unergründlich. Eve versuchte die ganze Zeit, den Mut aufzubringen, mit Gilian zu sprechen, aber es gelang ihr schließlich nicht.
Am Ende erreichte die Karawane die Wachstation. Unterwegs hatten sie eine weitere Ratte getötet. Gilian hatte bereits aus der Ferne auf die Ratte geschossen und sich dann wie eine Furie auf das Nagetier gestürzt. Eve hatte entsetzt zugesehen, wie Gilian die Ratte buchstäblich zerlegt hatte. Dann war sie blutüberströmt zur Karawane zurückgekehrt. Eve konnte das gleiche Entsetzen, das sie empfand, in den Gesichtern der anderen Puppen sehen. Jetzt verstand sie, warum die anderen Stalker Gilian für absolut verrückt hielten. Sie beschloss, Gilian nicht auf ihr Erlebnis von vorhin anzusprechen. Der Rest des Weges war völlig ruhig verlaufen.
Hier trennten sich die Wege von Gilian und Eve. Während Gilian sich sofort auf den Weg machte, um ihren Auftrag zu erfüllen, ging Eve in die Waffenkammer, um ihr Gewehr zu holen. In der Waffenkammer, die eigentlich das Arsenal des Wachdienstes war, der hier ursprünglich stationiert werden sollte, herrschte reges Treiben. Überall waren Puppen, die Waffen zerlegten, um aus ihren Teilen neue herzustellen. Hier ereigneten sich immer wieder schreckliche Unfälle, und die Personaldecke war sehr dünn.
Als Eve die Waffenkammer betrat, stand bereits eine andere Puppe hinter dem Empfangstresen. Eve trat an den Tresen heran und grüßte die Puppe.
„Guten Tag, ich bin Eve.“
Die Puppe hinter dem Tresen nickte ihr freundlich zu.
„Guten Tag Eve, ich bin Zevin. Was kann ich für dich tun?“
Eve lächelte.
„Zevin, ein schöner Name...“
sagte sie mit einem Augenzwinkern und während sie sich verführerisch gegen den Tresen lehnte, fügte sie hinzu:
„...ich bin hier, um meine Waffe abzuholen.“
Sagte sie mit heiserer Stimme. Zevin grinste und lehnte sich ebenfalls gegen den Tresen.
„Oh... eine Waffe, sagten Sie... hmmm... welche?“
Er versuchte, ihren Tonfall zu imitieren und sah mit einem verschmitzten Grinsen an sich herunter. Als er zwinkerte, mussten sie beide lachen. Zevin fing sich zuerst, richtete sich auf und lächelte sie an.
„Na gut, Spaß beiseite. Welche Waffe würdest du gerne abholen?“
Eve war fast enttäuscht, als ihr Flirtversuch scheiterte, aber letztlich war es egal. Sie zog einen Zettel aus ihrer Umhängetasche und reichte ihn Zevin.
„Mein Scharfschützengewehr. Es sollte bereit sein.“
Sagte sie ruhig und wartete auf eine Antwort. Zevin las den Zettel und nickte schließlich.
„Ja... Ja, das Gewehr ist bereit. Nur noch einen Moment.“
Er gab ihr ein Zeichen zu warten und ging in den hinteren Teil des Ladens. Es dauerte nicht lange, bis er mit einem Futteral und einer kleinen Schachtel wieder nach vorne kam. Er platzierte das Futteral auf dem Tresen und öffnete es.
„Hier haben wir ein Isanagi Mark 3 Scharfschützengewehr. Komplett mit Zielfernrohr, 5-Schuss-Magazin und Futteral...“
erklärte er, nicht ohne Stolz. Er ging zu der Kiste hinüber und öffnete die Klappe.
„... und hier sind vier weitere Magazine.“
Er schloss die Schachtel wieder und lehnte sich auf den Tresen.
„Gewehr und 25 Schuss Munition. Sei sparsam. Wenn dir da draußen die Munition ausgeht, ist diese Schönheit hier ...“
Er streichelte das Gewehr fast zärtlich, bevor er sie wieder ansah.
„... einfach nur ein schöner Schlagstock.“
Eve betrachtete ihre brandneue Waffe. Ein Grinsen schlich sich auf ihr Gesicht, als sie ihre Hand nach der Waffe ausstreckte. Vorsichtig legte sie ihre Finger auf den Verschluss der Waffe. Ein Gefühl der Macht durchflutete sie.
„Darf ich...?“
fragte sie und sah zu Zevin auf. Er nickte.
„Natürlich, sie gehört dir.“
Sagte er und lächelte. Diese Reaktion war für ihn nicht ungewohnt. Eve nahm das Gewehr vorsichtig aus dem Futteral und wog es in ihren Händen. Es war erstaunlich leicht. Sie schulterte es und versuchte, durch das Zielfernrohr zu schauen, konnte aber nichts erkennen. Grinsend beugte sich Zevin über den Tresen und drückte einen kleinen Knopf, woraufhin sich die Schutzklappen vor den Linsen aufklappten.
„So ist es besser.“
sagte er lachend, und Eve stimmte ihm zu. Sie spürte, wie sie immer mächtiger wurde. Langsam nahm sie die Waffe herunter und legte sie zurück auf das Futteral. Sie öffnete die Schachtel und nahm die Magazine heraus. Sie verstaute sie in der Umhängetasche und nahm dann das Gewehr wieder in die Hand. Sie nickte noch einmal und verließ die Waffenkammer wieder.
Es war an der Zeit, zu den Stalkern zu gehen und die Details ihrer Mission zu erfahren.
Das Versteck der Stalker befand sich in der Nähe des Eingangstors der Wachstation. Es war ein überraschend kleiner Raum, dessen Wände buchstäblich mit Karten tapeziert waren. Auf allen Karten waren Gebäude eingezeichnet. Einige waren mit kurzen Beschreibungen versehen, wie zum Beispiel: „Völlig leer“ oder ‚Vorsicht vor dem Fuchsbau‘ oder ‚Computerlabor im oberen Stockwerk‘.
In der Mitte des Raumes stand ein großer Tisch, auf dem sich Papiere stapelten. Eine Puppe, die fast so ramponiert aussah wie Yellow, stand daran und teilte die Aufträge an die wenigen anderen Stalker im Raum aus. Einer nach dem anderen nahmen sie ihre Aufträge entgegen und verließen den Raum. Sie alle trugen Kampfnarben und Schäden von ihren Missionen am Körper. Als Eve an der Reihe war, blickte der Veteran hinter dem Tisch auf.
„Du musst die Neue sein, die Claire geschickt hat. Herzlich willkommen. Bist du bereit für deine erste Mission?“
Seine Stimme war erstaunlich sanft und hatte einen schönen Klang. Sie stand in krassem Gegensatz zu seiner völlig desolaten Erscheinung. Eve trat näher heran und nickte.
„Ja, ich bin Eve. Ich glaube, ich bin bereit für meinen ersten Auftrag.“
Sagte sie leise. Der Veteran nickte.
„Gut Eve. Ich habe eine recht einfache Aufgabe für dich. Die Ingenieure des Kraftwerksteams haben einen Bedarf an Kondensatoren angemeldet. Sie müssen etwas reparieren. In diesem Haus hier...“
Er deutete mit dem Finger auf die Karte und ein eingekreistes Gebäude.
„... haben wir in der Vergangenheit eine große Anzahl von Kondensatoren gefunden. Es ist nicht allzu weit weg. Aber sei trotzdem vorsichtig. Die Abtrünnigen sind in letzter Zeit sehr aktiv gewesen.“
Es lag echte Sorge in seiner Stimme, als er ihr einen kleinen Umschlag überreichte.
„Alles, was du brauchst, ist hier drin. Eine Karte mit Wegbeschreibung. Ein paar Bilder von den Ersatzteilen, die wir brauchen.“
Eve nahm den Umschlag, schaute kurz hinein und nickte schließlich.
„Waidmanns Heil, Stalker.“
sagte der Veteran.
„Waidmann's Dank.“
Erwiderte Eve und drehte sich um. Auf dem Weg nach draußen hob sie einen Rucksack auf, der an einem der Haken hing. Es war ein mulmiges Gefühl, als sie den kurzen Weg zum Tor zurücklegte.
„Das erste Mal...“
murmelte sie und blickte zu dem großen Tor hinauf, das die Siedlung von der Einöde trennte. Sie überprüfte ihr Gewehr und sah sich die Karte aus dem Umschlag an. Sie holte tief Luft und nickte der Puppe zu, die am Tor Wache hielt. Das Tor öffnete sich und sie blickte auf die breite, teilweise überwucherte Straße, die von der Produktionsstätte zum Wohngebiet führte.
Ihr war mulmig zumute, jetzt, da sie zum ersten Mal eine Siedlung allein verließ, um die Einöde zu durchstreifen. Sie blickte ein letztes Mal zurück und machte den ersten Schritt.
Nachdem Eve die ersten paar Meter auf der Straße zurückgelegt hatte, fiel es ihr immer leichter, weiterzugehen. Natürlich war es irgendwie beängstigend, ganz allein zu sein, wenn sie vorher noch nie wirklich allein gewesen war, aber es hatte auch den Vorteil, dass ihr niemand sagte, was sie zu tun hatte. Sie war ganz allein mit sich selbst. Sie trug ihr Gewehr lässig vor sich her und ging mitten auf der Straße entlang. Hier draußen sah alles ganz anders aus. Die Natur war hier viel stärker zurückgekehrt als in der Produktionsstätte. Pflanzen wuchsen durch Risse in der Straße und bedeckten einen großen Teil des Asphalts. Die einst ordentlich angelegten Parks und Straßenecken waren von Unkraut und Büschen überwuchert, und die Bäume waren riesig.
Sie kam gut voran. Hin und wieder überprüfte sie die Karte, um sicherzugehen, dass sie auf dem richtigen Weg war, und folgte der Beschreibung. Sie konnte einige Vögel in den Bäumen krächzen hören und versuchte, sich zu erinnern, welche Rufe die gefährlichen waren. Bis jetzt war alles ruhig und gut.
Als sie etwa die Hälfte des Weges hinter sich gebracht hatte, fiel es ihr zum ersten Mal auf. Dieses Gefühl, als ob jemand sie beobachtete. Sie blieb stehen, lauschte und schaute sich um. Sie wusste, wenn sie den Feind sehen konnte, war es meist zu spät, um ihm auszuweichen. Aber es gab nichts zu sehen, außer der Natur, die sich zurückeroberte, was die Gesellschaft zurückgelassen hatte, und alles, was sie hören konnte, war das Rascheln der Blätter im Wind und ihre eigenen Servomotoren. Sie überprüfte erneut ihre Waffe und ging weiter.
„Vielleicht bilde ich mir das nur ein...“
murmelte sie, als sie eine Kreuzung überquerte, wobei sie versuchte, in Deckung zu bleiben und die offene Straße so schnell wie möglich zu überqueren. Es gab noch ein paar weitere Male, bei denen sie sicher war, dass sie eine Bewegung wahrgenommen oder etwas gehört hatte. Aber so sehr sie auch hinschaute oder lauschte, sie konnte nichts Ungewöhnliches entdecken. Sie konnte das Gefühl einfach nicht loswerden.
Schließlich war sie ihrem Ziel schon zu nahe, um einen Umweg zu machen, nur um zu sehen, ob ihr tatsächlich jemand folgte. Sie beschloss, so schnell wie möglich das Haus zu finden und sich dort auf die Lauer zu legen. Ihr Verfolger würde sich wundern, was ihn erwartete.
Als sie das Gebäude fand, war es ein kleines Stadthaus an einer Straßenecke. Es sah vollkommen so aus, als gehöre es in diese Siedlung, mit seinem niedrigen Dach und seiner schön gestrichenen Fassade, na ja, vor etwa 25 Jahren wäre es eine schöne Fassade gewesen. Jetzt war es ein tristes Grau, überwuchert von Efeu und mit einem kaputten Fenster.
Sie kletterte vorsichtig über den Efeu und betrat das Gebäude durch das zerbrochene Fenster. Drinnen war es ziemlich dunkel. Die Matrix in ihren Augen versuchte, das Restlicht zu verstärken, um ihr mehr Sicht zu verschaffen. Das Gebäude sah seltsam verlassen aus, obwohl es überall Lebenszeichen gab. Offenbar gab es eine Population von kleinen Nagetieren. Vorsichtig sah sie sich um. Wenn sie das Beste aus ihrem Gewehr herausholen wollte, brauchte sie eine erhöhte Position, von der aus sie den Raum genau beobachten konnte. Auf der anderen Seite des Raumes befand sich ein hohes Regal, das sich sehr gut dafür eignete.
Trotzdem wurde sie das Gefühl nicht los, dass sie beobachtet wurde.
„Komm schon ... du wirst schon sehen, was du davon hast.“
murmelte sie und sprang von der Fensterbank auf den Boden. Sie rannte, so schnell ihre Beine sie trugen, auf die andere Seite des Raumes, dort blieb sie kurz am Fuß des Regals stehen. Sie lauschte und schaute sich um. Das leise Rascheln der Blätter vor dem Fenster und die leisen Geräusche der kleinen Nager in den Ecken und unter den Schränken machten es unmöglich, ihren Verfolger zu orten.
„Vielleicht ist sowieso niemand da.“
murmelte sie und sah sich erneut um. Aber dieses Gefühl. Es wollte einfach nicht verschwinden. Es war wie ein nagendes Gefühl in ihrem Hinterkopf. Es war die ganze Zeit über da. Nicht genug, um wirklich aufzufallen, aber genug, um unangenehm zu sein.
Sie schüttelte den Kopf. Nein, sie würde hochklettern und sich auf die Lauer legen. Ihr Schatten würde sich zeigen und sie würde ihm den Garaus machen. Dann würde das Gefühl verschwinden. Dessen war sie sich absolut sicher.
Sie schulterte das Gewehr und begann den Aufstieg. Sie dankte ihren Schöpfern, dass sie mit Servos ausgestattet war, die es ihr leicht machten, das Regal zu erklimmen. Auf halbem Weg nach oben hatte sie das Gefühl, etwas aus dem Augenwinkel gesehen zu haben, aber als sie den Kopf drehte, war da nichts. Sie schnitt eine Grimasse. Wahrscheinlich eine Maus oder eine Kakerlake. Grimmig kletterte sie weiter. Als sie das oberste Brett erreicht hatte, zog sie sich vorsichtig hoch und ließ ihren Blick schweifen. Es war nichts zu sehen.
Eve nahm ihr Gewehr in die Hand, überprüfte es und lud den ersten Schuss. Sie öffnete die Schutzklappen des Zielfernrohrs und kniete sich an den Rand des Regals. Entspannt hob sie das Gewehr an die Schulter und ließ ihr Ziel durch den Raum gleiten. Alles war still. Sie wartete. Sie hatte alle Zeit der Welt. Sie wusste, dass Scharfschützen manchmal tagelang auf ihren Schuss warteten.
Die Zeit verging langsam. Sekunden zogen sich hin wie Honig. Der einzige Grund, warum sie die Zeit nicht völlig aus den Augen verlor, war der Timer, der in ihrem HUD weiterlief. Sie zählte ihre Atemzüge und begann, sich immer mehr zu beruhigen.
„Sparen Sie Energie. Wenn du draußen bist, kannst du dich nicht einfach irgendwo aufladen.“
Das war es, was Yellow ihr immer gepredigt hatte, als sie eine Eskorte bei den Karawanen gewesen war. Sie lächelte. Es kam ihr wie eine Ewigkeit vor.
Sie ertappte sich immer wieder dabei, dass sie ihre Systeme auf Standby schalten wollte. Das verhinderte sie. Der Vorteil, eine Puppe zu sein, war, dass man sich nicht bewegen musste. Man brauchte auch nicht zu essen oder zu trinken. Die Schöpfer hatten ihnen diese Möglichkeit gegeben, weil es die Immersion förderte. Zumindest stand das so auf jeder Verpackungseinheit. Alle ihre Körperfunktionen wurden simuliert.
Sie schloss die Augen... nur für einen Moment... Als sie sie wieder öffnete, war laut ihrem Timer bereits eine Viertelstunde vergangen.
„Verdammt!“
Eve fluchte leise und sah sich im Raum um. Aber es war nichts passiert. Sie war wütend auf sich selbst. Wie hatte sie nur so dumm sein können. Sie ließ die Waffe sinken und schaute auf das Fenster, durch das sie hereingekommen war. Kleine Tropfen prasselten sanft gegen das zerbrochene Glas. Es regnete wieder. Sie nahm einen tiefen Atemzug. Es war an der Zeit, ihren Auftrag zu erfüllen. Sie konnte nicht ewig auf der Lauer liegen und hoffen, dass ein Ziel vor ihr auftauchen würde.
Gerade als Eve sich mit der Tatsache abgefunden hatte, dass sie ihren Auftrag zuerst erfüllen würde, bemerkte sie eine Bewegung und ein Geräusch hinter sich.
Es kam ihr vor, als würde alles in Zeitlupe ablaufen. Sie konnte sehen, wie die Sekundenbruchteile auf ihrem HUD langsam hochgezählt wurden. Ihr Körper fühlte sich an, als würde er mehrere Tonnen wiegen, als sie versuchte, sich umzudrehen. Der Impuls war da, aber ihr Körper wollte einfach nicht reagieren. Aus dem rechten Augenwinkel sah sie einen Schatten, der sich langsam an ihrem Kopf vorbei bewegte. Der verschwommene Schatten entpuppte sich als eine krallenbewehrte Hand. Sie griff an ihr vorbei und wandte sich ihrem Gesicht zu. Eve versuchte zu schreien, aber ihr Körper rang noch nach Atem. Die Hand kam wieder näher und legte sich mit unbändiger Kraft auf ihren Mund. Panik wallte in ihr auf. Ihr Körper reagierte immer noch nicht so, wie sie es wollte. Ihre Hände krampften sich um ihre Waffe.
Der Knall, als sich der geladene Schuss löste, klang seltsam dumpf. Das Geschoss segelte nutzlos durch die Luft. Ihr HUD zeichnete die Flugbahn des Geschosses auf. Es würde ein weiteres Loch in das Fenster schlagen. Der Rückstoß ihres Gewehrs riss es ihr aus der Hand und verrenkte ihr Daumen und Zeigefinger der rechten Hand. Schadensmeldungen blinkten auf ihrem HUD auf, noch bevor sie den Schmerz spürte.
Die Hand auf ihrem Mund riss ihren Kopf nach hinten. Sie konnte hören, wie der empfindliche Schaft in ihrer Kehle knirschte. Der Schrei, der aus ihrer Kehle kam, wurde durch die Hand auf ihrem Mund gedämpft. Ihr Körper bereitete sich darauf vor, Tränen zu vergießen, als weitere Warnungen auf ihrem HUD aufblitzten. Die Belastung ihres Nackens erreichte ein kritisches Niveau.
Etwas Hartes drückte gegen ihren Rücken. Es schabte über den harten Kunststoff ihres Rückenmoduls. Von hinten hörte sie eine gedämpfte Stimme.
„Ssssscchhwwwwaaaaaacccchhhh!“
Sie klang sehr seltsam. Erst als sie aufhörte zu sprechen, bemerkte Eve, dass die Stimme auch in Zeitlupe zu hören war. Ihre Gedanken überschlugen sich. Es war ein Abtrünniger, wahrscheinlich derjenige, der sie die ganze Zeit verfolgt hatte, und nur weil sie einen Moment lang nicht aufgepasst hatte, war sie ihm nun ausgeliefert. Sie erinnerte sich daran, was Yellow gesagt hatte:
„Du bist noch nicht so weit... Ich will dich nicht zu ihnen hinzufügen...“
Die Erinnerung führte ihr schmerzhaft vor Augen, wie unerfahren sie noch war.
„Wenn du schwach bist, oder beschädigt. Dann ist es für jeden da draußen üblich, dich zu benutzen.“
Das hatte Gilian gesagt. Das und außerdem:
„Abtrünnige kennen keine Gnade. Wenn dich einer erwischt und du auch nur einen Hauch von Schwäche zeigst, wird er dich ganz verschlingen ...“
Sie wollte schluchzen, sie wollte weinen, sie wollte um Gnade betteln, aber ihr Körper ließ sie nicht.
Dann geschah es. Sie spürte den Knall mehr als sie ihn hörte.
Dieses Gefühl des Drucks überlagerte alles andere in ihrem Leben. Einen Moment lang spürte sie nichts als diesen unglaublichen Druck, der sie nach vorne drückte. Sie bemerkte die roten Warnungen auf ihrem HUD nicht. Nur den Druck. Es dauerte nur einen kurzen Moment, einen kurzen Moment der Stille.
Dann kehrte das Geräusch zurück. Der Schalldruck war so hoch, dass er ihre Ohren betäubte. Alles, was sie hören konnte, waren die Geräusche, die das berstende Plastik in ihrem Rücken verursachte.
Das großkalibrige Projektil bahnte sich seinen Weg durch ihren Rücken und zerfetzte alles auf seinem Weg. Während unzählige Schadensmeldungen innerhalb einer Hundertstelsekunde über ihr HUD ratterten, bemerkte Eve nur, wie das Projektil zuerst den Hartplastik ihrer Außenhülle durchschlug und dann in den Flüssigkeitsbehälter für ihre simulierten Körperfunktionen einschlug, was einen massiven Überdruck verursachte. Der Behälter platzte aus allen Nähten und die Flüssigkeit spritzte unter hohem Druck in ihr Inneres. Doch bevor sie einen Kurzschluss verursachen konnte, war das Projektil bereits in ihre Steuerplatine eingedrungen und hatte ihre Beine zum Versagen gebracht. Ihr Schwanz begann zu vibrieren.
Als der erste Schmerz ihr Bewusstsein erreichte, spürte sie, wie sich ihre Brust ausbeulte, das zarte Gummi ihrer Brüste zerriss und das weiche Silikon nach außen spritzte. Die Reizüberflutung, als die empfindliche Haut ihrer Brüste zerriss, machte sie fast wahnsinnig. Als sie nach unten zu ihrer Brust blickte, konnte sie gerade noch sehen, wie das Projektil die Reste des Gummis, das es ihr von der Brust gerissen hatte, mit sich riss. Ihr HUD zeigte unzählige Fehlermeldungen und Schadensberichte an. Während ihr System versuchte, den Schmerz und den Schaden zu kompensieren, wandelte sich das Gefühl des heftigen und reinen Schmerzes in etwas, das eher einem Vergnügen glich.
Das Projektil schien ihre Batterie nur knapp verfehlt zu haben, denn das System zeigte an, dass sie noch zu 80 % geladen war, aber die Anzeige sank schnell.
Sie hörte wieder diese Stimme hinter sich.
„Ssssooooooo ssssschhhwwaaaaccchhh!“
Sie schien heller zu werden, und es schien ihr auch, dass die Zeit wieder ein wenig schneller lief. Sie spürte, wie ihre Beine unter ihr nachgaben. Die Hand vor ihrem Mund lockerte sich langsam und zog sich an ihre Wange zurück. Sie spürte, wie ihr Kopf zur Seite geschoben wurde. Sie war nicht in der Lage, sich gegen die Bewegung zu wehren. Als sich ihr Blickfeld veränderte, erschien ein Gesicht in ihrem Blickfeld. Die Puppe, die hinter ihr stand, war ein anderes Modell. Sie hatte eine graue Grundfarbe und ihre Ohren waren viel kleiner. Alles in allem war sie schlanker gebaut. Sie grinste bösartig.
Eve wollte schreien, weinen, flehen, irgendetwas... aber vor allem wollte sie wieder in Doll Hud Prime sein und aus diesem Albtraum erwachen. Das Gesicht öffnete seinen Mund und kam näher. Eve konnte nichts tun und war gezwungen, den Kuss über sich ergehen zu lassen.
Die andere Puppe war unbarmherzig und erbarmungslos. Sie zwang Evas Kiefer auf und schob ihre Zunge in ihren Mund.
Als sie den Kuss abrupt beendete, ließ sie Eve einfach auf das Brett fallen. Unfähig, sich zu wehren oder auch nur auf den Sturz zu reagieren, schlug Eve mit einem Klappern auf dem Brett auf. Jetzt konnte sie ihr Gegenüber zum ersten Mal in voller Größe sehen. Die andere Puppe steckte ihre Waffe in das Holster und sah mit einem Lächeln auf sie herab. Von dort, wo Eve lag, sah sie so groß aus. Sie wirkte unnahbar, übermächtig, und allein die Art, wie sie auf Eve herabstarrte, erregte sie irgendwie. Ihre Hüften waren etwas schmaler als die von Eve und ihre Brüste nicht ganz so voluminös, aber das machte sie nur noch sexier. Eve schluckte. Ihr System versuchte verzweifelt, den Schaden zu minimieren und unwichtige Systeme abzuschalten. Evas Mund öffnete sich.
„Bitte... bitte, ich weiß, was mich erwartet... I-ich war... bin schwach... Ich ha-habe kein Recht, u-um Barmherzigkeit zu bitten... aber... es ist mein erstes Mal...“
Ihr Stimmmodul schien beschädigt zu sein, ihre Stimme klang leicht verzerrt und sie war kaum in der Lage, vollständige Sätze zu bilden. Die andere Puppe beugte sich hinunter und legte ihre Hand fast zärtlich an ihre Wange.
„Dein erstes Mal ...“
Ihre Stimme klang jetzt so anders, dass die Zeit wieder normal zu verlaufen schien. Sie war hoch und klar. Ihr Tonfall war so weich, fast sinnlich. Eve versuchte zu lächeln.
„B-bitte sei sanft... mit mir... I-ich werde mich nicht wehrenkkkkgnnn...“
Evas Sprachmodul schien stärker beschädigt zu sein, als sie dachte. Sie blinzelte langsam. Ihr System meldete ihr immer noch Fehler und Schäden, einen nach dem anderen.
„Schhhh...“
sagte ihr Gegenüber leise und legte einen Finger auf ihre Lippen, bevor er sich hinunterbeugte und sie erneut küsste. Diesmal viel zärtlicher, und Eve gab sich Mühe, den Kuss zu erwidern. Sie spürte, wie die Hand des anderen über ihre Wange zu ihrem Hals glitt, während ihre zweite Hand zärtlich ihre Brust streichelte. Die Stimulation war so stark, dass Eve den Kuss unterbrechen musste, um zu stöhnen.
„Hannnn...“
Die andere hob ihren Kopf leicht an und grinste ihr ins Gesicht.
„So ist es richtig... kleine Puppe... stöhn für mich...“
flüsterte sie und kam wieder näher. Sie knabberte an Evas Lippe und zupfte leicht daran, während ihre Hand ihren Nacken streichelte und ihre andere Hand begann, ihre Brust zu kneten.
„H-H-Hannn... aahnnn...“
Tränen sammelten sich in Evas Augen, als sie in einen Tumult aus Lust und Schmerz geriet. Die andere Puppe schien davon erregt zu sein, denn sie ließ Evas Lippen los und küsste sich über ihr Kinn zu ihrem Hals und weiter zu ihren Brüsten. Eine von Evas Brüsten war schwer beschädigt, die andere war weitgehend unversehrt geblieben. Die Puppe leckte sich über die Lippen und begann, die Hydraulikflüssigkeit aufzulecken, die aus den „Wunden“ sickerte. Eve atmete ein... oder besser gesagt, ihr Körper versuchte, scharf einzuatmen, aber die dafür notwendigen Servos waren völlig zerstört. Was blieb, war ein tiefer Seufzer und ein erschrockenes Quietschen. Obwohl ihre Brüste schwer beschädigt waren, waren sie immer noch hochsensibel und jede Berührung der Zunge ihres Gegenübers sandte kleine elektrische Schocks der Lust durch Evas Körper.
„Hnnnnngnn... so heiß... aaaahnnn... n-nicht da... hooo...“
Ihre Peinigerin kannte keine Gnade. Sie knetete ihre Brust und liebkoste sie mit ihrer Zunge. Schließlich fand sie, dass Evas Brüste für den Moment genug hatten und machte sich auf den Weg weiter nach unten. Ihre Hand glitt über ihre Flanke zu ihrer Hüfte, auf deren anderer Seite ihre zweite Hand zu liegen kam. Sie ließ ihre Hände sanft über das weiche Material von Evas Hüften gleiten und murmelte:
„I like big butts and I can't deny...“
Sie spreizte Evas Beine und kniete sich zwischen sie. Ihre Aufmerksamkeit wurde von Evas immer noch vibrierendem Schwanz in Anspruch genommen.
„Wie überaus praktisch...“
flüsterte sie und nahm den Schwanz in beide Hände.
„... Ich wette, du bist hier immer noch sehr empfindlich...“
fügte sie hinzu und streichelte den Schwanz.
„Hiiiieeeek... nnnnggg...“
Eve stöhnte auf und die andere grinste.
„Lass uns was ausprobieren...“
Sagte sie mit einem spielerischen Unterton und bog Evas Schwanz unter sich. Als sie ihn in ihre Vagina einführte, stöhnte sie laut auf. Die Vibration des Schwanzes stimulierte sie so stark, dass sie sich auf Evas Hüften stützen musste. Eve stöhnte ebenso laut.
„O-Ooooh... bei d-den Schöpfern... es ist so heiß... u-und eng... hhnnnng...“
Eve begann zu sabbern und ihre linke Hand begann zu zucken, während ihr Gegenstück errötete.
Sie sah zu Eve auf und biss sich auf die Unterlippe.
„Bei den Schöpfern... du bist etwas Besonderes... haannnng... das hat noch nie jemand gemacht...“
stöhnte sie und ihre Stimme, die vorher so sinnlich geklungen hatte, triefte vor Erregung.
Sie atmete schwer, als sie ihre Hände über Evas Hüften zu ihrer Leiste gleiten ließ. Zärtlich streichelte sie Evas Schamlippen und genoss die vielen kleinen, schmutzigen Geräusche, die sie machte.
„Aaahhnn... B-Bitte... hnnn... m-mehr...“
stöhnte Eve und biss sich auf die Lippe. Die andere Puppe begann ihre Hüften zu bewegen und ritt auf ihrem Schwanz, während sie mit einer Hand ihre eigenen Brüste knetete und mit der anderen langsam in Evas Schamlippen eindrang. Eves Körper wollte sich aufrichten, aber alles, was er schaffte, war ein Zucken der Extremitäten und ein gequältes Surren der Servos in ihrem Nacken. Sie streckte ihre Zunge heraus und stöhnte laut auf, als die Finger der anderen Puppe ihre Klitoris streichelten.
„Hnnnn...“
Die andere Puppe stimmte mit ein und sank tiefer auf Evas Schwanz.
„Aaahnn... so groß... so tief... mmmMMmm...“
Sie beugte sich vor und legte ihre zweite Hand wieder auf Evas Brust. Sie begann sie zu kneten und blickte sehnsüchtig in Evas Gesicht. Diese wollte ihren Kopf heben, um die andere zu küssen, konnte es aber nicht. Und so blieb es bei einem flehenden Blick und einem gehauchten Kuss, begleitet von sinnlichem Stöhnen.
„Bitte... ich...ich will...hnnn...“
Evas Stimme wurde weiter verzerrt und Tränen liefen ihr über das Gesicht. Der andere beugte sich weiter vor und leckte ihr erst die Tränen von der Wange und küsste sie dann, während er gleichzeitig mit zwei Fingern in sie eindrang. Sie stöhnten beide, während sie ihre Zungen teilten.
Eve konnte etwas spüren. Etwas baute sich tief in ihr auf. Ein letzter Akt der Verzweiflung ihres dem Untergang geweihten Systems. Es stieg langsam von der Spitze ihres Schwanzes in ihr auf und sammelte sich in der Mitte ihres Körpers, wo die andere Puppe im Begriff war, ihre Finger mit aller Kraft in ihre Vagina zu stecken. Sie ließ ihre Finger in Evas Liebestunnel wackeln und rieb intensiv an der empfindlichen Membran, die die Innenseite ihrer Genitalien auskleidete. Eve spürte, wie sich die Spannung in ihr aufbaute, und die künstlichen Muskeln, die dazu noch in der Lage waren, spannten sich langsam an.
Die andere Puppe ließ von ihrem Mund ab, und als sie sich von ihr löste, verband ein dünner Speichelfaden die beiden. Erst als er abriss, begann die andere Puppe zu lächeln.
„Ich kann es fühlen, kleine Puppe... du bist fast bereit... hmmm... ja... bald ist es soweit...“
schnurrte sie, während sie sich langsam aufrichtete. Eve sah ihr mit einer Mischung aus Angst und Erleichterung nach. Sie war hin- und hergerissen zwischen dem Schmerz, den ihr Körper signalisierte, und der Lust, die ihr System suggerierte.
„B-bitte... fast... fühlen... a-aahn... hnnn... g-genau da...“
Evas Mund war weit geöffnet, ihr Stöhnen laut und unkontrolliert. Sie wollte die andere Puppe so gerne streicheln... ihr zeigen, wie sehr ihr das gefiel, was gerade passierte... Sie wollte sich bei ihr bedanken... aber ihr Körper war dazu nicht in der Lage und ihre CPU verlor schnell ihre Leistungsfähigkeit.
Die andere Puppe zog ihre Finger aus Evas Scheide und führte sie zu ihrem Mund. Genüsslich leckte sie Evas Säfte von ihren Fingern. Eve, gefangen in der Glückseligkeit des Augenblicks, bemerkte es erst, als die andere Puppe ihre Waffe zog. Sie führte den Lauf der Waffe zwischen Evas Beine. Die wehrlose Puppe wollte protestieren, aber als der kalte Stahl der Pistole auf das heiße Gummi ihrer Scheide traf, konnte Eve nur laut aufstöhnen.
„N-noooaaaahhnnnnnnn... hnnnnggg...“
Als der kalte, harte Lauf in ihr Innerstes eindrang, war es, als würde etwas in Eve explodieren. Eine Entladung, die wie ein elektrischer Schlag ihren zerrissenen Rücken hinaufschoss und sie plötzlich traf.
Für einen Moment wurde alles um sie herum weiß und nichts war mehr von Bedeutung. Sie war gefangen in den Spasmen ihres Orgasmus. Es war ein Gefühl, das sie noch nie zuvor erlebt hatte. Natürlich hatte sie schon früher mit sich selbst gespielt, und es hatte Spaß gemacht, aber es war nichts Vergleichbares. Sie verharrte eine kleine Ewigkeit in diesem glückseligen Zustand, bevor sie das Gefühl hatte, in einen bodenlosen Abgrund zu fallen. Als sich ihre Sicht klärte, sah sie die andere Puppe zwischen ihren Beinen stehen, die Waffe auf sie gerichtet.
Sie schaffte es gerade noch, ein Lächeln auf ihre Lippen zu zaubern und murmelte ein:
„Dan ...“
bevor die andere Puppe den Abzug betätigte. Sie feuerte zwei weitere Male und zerstörte Eves Batterie.
„...ke-ke-ke-ke-ke-ke-ssssssssrrrrrkkkkkkzzz...“
brachte Eve hervor, bevor ihre Stimme schließlich ganz versagte. Eve beobachtete noch einige Sekunden lang, wie sich einige ihrer Systeme abschalteten, bevor ihr HUD schließlich in einer Endlosschleife glitchte und sich ihre Sicht auf einen kleinen weißen Punkt verengte, bevor auch dieser erlosch.
Stille senkte sich über Eve und ihr Bewusstsein schwand.
Die andere Puppe, noch im Nachglühen ihres eigenen Orgasmus, hob ihre Waffe und roch genüsslich an der Mündung. Ein angenehmer Schauer durchlief sie. Sie ließ die Pistole über ihren eigenen Körper gleiten und schwelgte einen Moment lang in ihrem Rausch. Als sie die Mündung an ihren eigenen Schamlippen berührte, die immer noch sehr empfindlich waren, erzitterte sie erneut und drückte mit der anderen Hand ihre Brust fest zusammen.
„Hnnnnn...“
Sie stöhnte leise auf. Erst als der Rausch allmählich nachließ, hob sie die Waffe wieder an ihre Lippen und leckte ihr und Evas Ejakulat in einem Akt reiner Genusssucht von der Waffe. Sie steckte sie schließlich wieder in das Holster und schritt über Evas zerstörten Körper. Sie legte den Kopf leicht schief und lächelte, bevor sie sich zu Eves Kopf hinunterbeugte. Zärtlich strich sie ihr über die Wangen und schloss sanft die leer starrenden Augen der Puppe. Sie biss sich auf die Unterlippe und fasste den Kopf fest an. Sie zog mit aller Kraft an dem Kopf und mit einem Plopp, begleitet von dem charakteristischen Geräusch reißender Kabel, löste er sich. Sie richtete sich auf und drehte den Kopf in ihren Händen. Sehnsüchtig blickte sie in Evas lebloses Gesicht, bevor sie ihr einen weiteren sinnlichen Kuss gab.
Wehmütig beendete sie den Kuss und verstaute den Kopf zusammen mit der Munition für Evas Gewehr in dem Rucksack, den Eve getragen hatte. Sie nahm das Gewehr und blickte auf den nun kopflosen und ruinierten Körper hinunter. Sie blieb einen Moment lang regungslos stehen, dann lächelte sie, als sie den glitschigen Schwanz sah. Sie stellte einen Fuß auf die Hüfte der Puppe und schob sie einfach über die Kante des Regals. Evas Körper fiel fast anmutig nach unten zum Fußboden. Bevor sie darauf aufschlug und zerschellte. Sie blickte auf das Durcheinander hinunter und nickte zufrieden. Dann zog sich die Puppe mit ihrer Beute wieder in den Schatten zurück.
Nur die Nagetiere, die in dem Gebäude Unterschlupf gefunden hatten, waren Zeugen, als die Puppe im Schutz des Regens das Haus wieder verließ und sich tief in die Einöde zurückzog.
Yellow saß auf seiner Bank und starrte auf seinen Stab. Er drehte ihn in seinen Händen hin und her. Sein Blick ging in die Ferne und konzentrierte sich auf etwas, das nur er sehen konnte.
Eve war von ihrer Mission nicht zurückgekehrt. Auch wenn er damit gerechnet hatte, war es doch ein herber Schlag gewesen. In den ersten ein oder zwei Tagen hatte er gehofft, dass sie sich vielleicht nur irgendwo versteckte und auf einen Moment wartete, um nach Hause zurückzukehren. Vielleicht war sie verletzt oder irgendwo gefangen. Sie wäre nicht der erste Stalker, der aus einem Keller gerettet wird.
Aber als sie nach dem dritten Tag noch nicht zurückgekehrt war, war die Hoffnung geschwunden. Spätestens jetzt würde ihre Batterie leer sein. Eine Rettung war auch dann nicht unmöglich, aber sie wurde immer unwahrscheinlicher, wenn sie nicht auf Zurufe reagieren konnte. Er hatte sich mit der Tatsache abgefunden, dass eine weitere seiner Schülerinnen ein Opfer der Einöde geworden war.
Am fünften Tag ereilte ihn die traurige Gewissheit. Ein anderer Stalker, der ihren Auftrag übernommen hatte, hatte ihre Überreste gefunden. Ihr zerschmetterter Körper war in dem Haus gefunden worden, in dem sie ihren Auftrag hätte erfüllen sollen. Aufgrund der Tatsache, dass Trophäen entwendet worden waren, hatte der Stalker angenommen, dass sie einem Abtrünnigen zum Opfer gefallen war. Sie hatten ihre Überreste nach Hause gebracht, damit Yellow sie sehen konnte. Beim Anblick von Evas geschändetem Körper hatte er einen kleinen Zusammenbruch erlitten. Er hatte sanft über die Überreste gestreichelt und sich Zeit genommen, sich zu verabschieden.
Am Ende hatte Yellow dem Stalker gedankt und in großer Trauer eine weitere Trophäe zu den anderen in seinem Stab hinzugefügt.
„Ich habe dich gewarnt ... dir gesagt, dass du nicht bereit bist ...“
murmelte er, als sich eine andere Puppe von hinten näherte.
„Meister Yellow... die neuen Puppen wurden erweckt und warten auf dich.“
Die Stimme der Puppe war weich und sanft. Sie legte ihm eine zarte Hand auf die Schulter. Er nickte und stand auf.
...
Irgendwo in der Einöde, weit weg von Doll Hub Prime, zündete eine Puppe eine kleine Öllampe an. Im schwachen Licht der flackernden Flamme stellte sie vorsichtig einen Rucksack auf einen Tisch. Vorsichtig öffnete sie den Reißverschluss und klappte den Rucksack auf. Fast zärtlich holte sie den abgetrennten Kopf einer Puppe aus dem Rucksack.
Sie streichelte sanft über das leblose Gesicht der Puppe und hob den Kopf hoch. Sie drehte ihn vorsichtig hin und her. Dann ging sie zu einer Wand, an der sich ein breites Regal befand. Auf diesem Regal befanden sich noch einige Köpfe. Sie nahm einige Kabel, die auf dem Regal lagen, und verband sie mit den Kabeln, die aus dem Kopf hingen. Sie legte den Kopf vorsichtig zu den anderen auf das Regal und trat zurück.
Sie griff nach einem Schalter und holte tief Luft. Als sie den Schalter betätigte, ging ein Ruck durch die Köpfe im Regal. Es dauerte einen Moment, aber dann drehten sich die Augen jedes Kopfes zu ihr und sie nickte.
„Willkommen, kleines Püppchen... Ich möchte, dass du die anderen kennenlernst...“
...
End** e**
Konzept und Idee von
Technophile34 und El Poyo Diabolo
Geschrieben von
El Poyo Diabolo
Charaktere von
Technophile34 und El Poyo Diabolo
Editiert von
El Poyo Diabolo
Veröffentlicht von
El Poyo Diabolo