WH40k vs. Furries

Story by elpoyodiabolo on SoFurry

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Im 41. Jahrtausend gibt es nichts als Krieg.

Ein Trupp Spacewolves lernt am eigenen Körper, dass es Dinge im Universum gibt, die selbst das Verstänbdnis eines Spacemarines überschreitet


Diese Geschichte ist rein fiktiv und steht in keiner Weise mit Games Workshop in Verbindung oder wird von Games Workshop befürwortet.

Die erwähnten Fraktionen, die Schauplätze und einige der Charaktere unterliegen dem Copyright von Games Workshop und werden ohne Erlaubnis verwendet.

Als FanFiction fällt diese Geschichte unter den Begriff Fair Use.

Es ist das 41. Jahrtausend. Seit mehr als hundert Jahrhunderten sitzt der Imperator regungslos auf dem goldenen Thron zu Terra. Nach dem Willen der Götter ist er der Gebieter der Menschheit und durch die Macht seiner unerschöpflichen Armeen der Herrscher über Millionen von Welten. Er ist ein verwesender Leichnam, durchdrungen von unverstandenen Kräften aus dem dunklen Zeitalter der Technologie. Er ist der verwesende Herrscher des Imperiums, für den täglich tausend Seelen geopfert werden, damit er nie wirklich stirbt.

Doch selbst in seinem unsterblichen Schlaf wacht der Imperator ewig weiter. Mächtige Kriegsflotten durchqueren das von Dämonen heimgesuchte Miasma des Warp, die einzige Verbindung zwischen den fernen Sternen, ihr Weg wird vom Astronomican, der psionischen Manifestation des Willens des Imperators, erleuchtet. Riesige Armeen ziehen in seinem Namen auf zahllosen Welten in die Schlacht. Die mächtigsten unter ihnen sind die Adeptus Astartes, die Space Marines - biotechnisch gezüchtete Superkrieger. Ihnen zur Seite stehen Tausende und Abertausende von Soldaten der Imperialen Armee, zahllose planetare Verteidigungsstreitkräfte, die stets wachsame Inquisition und die Tech-Priester des Adeptus Mechanicus. Doch ihre Taten reichen kaum aus, um die allgegenwärtige Bedrohung durch Xenos, Ketzer, Mutanten und Schlimmeres in Schach zu halten.

In dieser Zeit zu leben bedeutet, einer unter vielen Milliarden zu sein. Es bedeutet, unter einem unvorstellbar grausamen und blutigen Regime zu leben. Dies ist die Geschichte dieser Zeit. Vergessen Sie die Macht der Technologie und der Wissenschaft, denn vieles ist vergessen und wird nie wieder gelernt werden. Vergessen Sie das Versprechen von Fortschritt und Aufklärung, denn in der dunklen Zukunft gibt es nur noch Krieg. Es gibt keinen Frieden zwischen den Sternen, nur ewigen Kampf und das Lachen blutrünstiger Götter.

In der großen Halle war es still. Nur das Knistern des Feuers in den Schalen an den Wänden war zu hören. Er stand an dem großen Schreibtisch, man könnte ihn eher als Tafel bezeichnen, auch wenn niemand an ihm aß. Der Schreibtisch war alt. Er stand schon seit vielen hundert Jahren in dieser Halle und hatte schon den einen oder anderen Meister kommen und gehen sehen. Dieser hier war seit etwas mehr als 300 Jahren der Herr dieser Hallen. Ein großer Mann. Seine Haut war blass, seine Augen eisblau und sein Haar schneeweiß, und doch strotzte er nur so vor Energie.

Doch die letzten Jahre waren nicht einfach gewesen, und die Berichte, die sich auf seinem Schreibtisch stapelten, verhießen nichts Gutes. Er las einen weiteren Bericht, verarbeitete die darin enthaltenen Informationen und legte ihn anschließend ebenfalls auf den Stapel.

Sein nachdenkliches Brummen wurde durch das kratzende Geräusch seiner Finger an seinem Kinn unterstrichen. Er drehte sich um und ging zu einem der großen Sichtfenster. Die Welt außerhalb der Hallen war unwirtlich, kalt und karg. Rund um die Klosterfestung erstreckten sich hohe Bergpässe, deren Gipfel das ganze Jahr über mit meterhohem Schnee bedeckt waren. Aufgrund ihrer abgelegenen Lage galt die Festung als praktisch uneinnehmbar. Ein Angriff vom Boden aus war de facto unmöglich. Zu unwegsam war das Gelände und zu gefährlich die Gletscher, deren Gletscherspalten unsichtbar unter dem Schnee verborgen waren. Nur die wenigen Einheimischen, die hier lebten, kannten die geheimen Pfade in die Täler. An einen Angriff aus der Luft war nicht zu denken. Die Schilde der Festung waren so stark, dass eher der ganze Planet auseinanderbrechen würde als diese Festung.

*Ein sicherer Hafen...*

Sein Vorgänger hatte das immer gesagt. Der gesamte Orden war hier stationiert. Die wenigen Außenposten, die auf dem Planeten verteilt waren, waren meist nicht von den Astartes besetzt. Auch die Verteidigungsplattformen im Orbit wurden in der Regel nicht von ihnen betreten. Dies waren die Domänen der Untergebenen. Alle paar Jahre wurden Inspektionen durchgeführt. Die Besatzungen wurden ausgetauscht und ihr Glaube getestet. Aber in 10.000 Jahren hatte es keine Probleme gegeben. Das Volk von Fenris war loyal... und das war eine grobe Untertreibung.

Jeder wusste, was auf ihn zukam, wenn man ihn auch nur im Entferntesten der Illoyalität bezichtigte. Gleichzeitig wusste jeder, was ihn erwartete, wenn er einen Sohn von Fenris fälschlicherweise der Illoyalität beschuldigte.

Das machte diese Welt zu einem wunderbaren Ort, um neue Anwärter für den Orden zu rekrutieren. Dies und die Tatsache, dass das, was auf diesem Planeten überlebte, durch nichts so schnell getötet wurde.

Im Vergleich zu anderen Orden war die Ausschussquote unter den Anwärtern recht niedrig, und ihre Astartes fielen seltener im Kampf.

Das System hatte 10.000 Jahre lang einwandfrei funktioniert. Und auch heute noch gab es keinen Zweifel an der Loyalität der Bewohner dieses Planeten.

Er war froh über diesen Umstand. Nicht alle Welten hatten so viel Glück.

Er dachte wieder an den Schreibtisch und die Berichte, die sich dort stapelten.

In ihrem Überwachungsbereich waren gleich mehrere Welten in Bedrängnis geraten. Eine Sekte schien sich auszubreiten und auch die grüne Bedrohung war wieder auf dem Vormarsch.

Mehrere Kompanien waren bereits im Einsatz.

Der Widerhall von Schlägen an seinen Pforten riss ihn aus seinen Gedanken und er wandte sich vom Fenster ab.

„Herein!“

Seine Stimme war trotz seines Alters fest und laut. Ihre raue Qualität verbarg ihren Wohlklang. Wäre er nicht dem Orden beigetreten, hätte er vielleicht ein guter Sänger werden können.

Die Pforte wurde geöffnet und ein Diener trat ein. Sobald er die Halle betrat, sank er ehrfürchtig auf die Knie und blickte auf den Boden. Der Meister sah ihn einen Moment lang an. Er nahm alle Informationen auf.

Die Uniform deutete auf einen Diener des Adeptus Astra Telepathica hin. Der Herzschlag deutete auf seine Eile hin. Die Pheromone deuteten auf großen Stress hin.

*Eine neue Hiobsbotschaft...*

„Erhebe dich.“

Langsam und mit gesenktem Blick erhob sich der Diener. In seinen Händen hielt er eine weitere Nachricht.

„Yarl Erik. Der Chor schickt mich. Es gibt ein Kommuniqué.“

Er reichte die Nachricht weiter, als Erik mit lauten, hallenden Schritten auf ihn zukam. Er war fast einen Meter größer als der Diener, und dabei trug er noch nicht einmal seine Servorüstung.

Noch einmal sah er den Mann an, der eindeutig Respekt zeigte, aber keine Angst zu haben schien. Ein weiterer hervorragender Sohn von Fenris. Erstaunlich sanft nahm er die Nachricht entgegen.

„Richtet dem Chor meinen Dank aus.“

Seine Stimme war sanfter, jetzt, da er direkt vor ihm stand. Der Diener verneigte sich tief und wandte sich zum Gehen, während Erik die Nachricht las. Er hatte es noch nicht bis zu den Pforten zurückgeschafft, als er wieder Eriks Stimme hörte.

„Wann ist das eingetroffen?“

Der Diener blieb wie angewurzelt stehen und drehte sich um. Er verbeugte sich und antwortete.

„Astropath Eskiel hat mich beauftragt, Euch direkt nach dem Empfang zu informieren. Ich bin auf direktem Weg zu Euch gekommen, Yarl. Fünfzehn Minuten, höchstens, mein Yarl.“

Eriks eisblaue Augen funkelten dunkel.

„Führe mich zum Chor. Unverzüglich.“

Der Diener verbeugte sich tiefer, machte auf dem Absatz kehrt und lief davon. Der schnelle Laufschritt des Dieners reichte gerade aus, um vor Eriks ausladenden Schritten zu bleiben. Natürlich brauchte Erik die Anweisungen des Dieners nicht, um zum Chor zu gelangen. Keiner kannte die Festung besser als er selbst. Keine Kammer, kein Geheimgang, keine Nische war ihm unbekannt. Die Pläne waren seit seiner Kindheit in sein Gedächtnis eingebläut worden. Er würde seinen Weg blind durch die Festung finden. Aber es war ein Zeichen des Respekts für seinen Untergebenen, dass er sich von ihm führen ließ, zumindest dem Anschein nach. Das würde seinem Vorgesetzten in Erinnerung bleiben und ein gutes Licht auf ihn und seine Familie werfen.

Mit diesen kleinen Gefälligkeiten bewahrte man sich die Loyalität der Dienerschaft.

Der Weg war weit, die Kammern der Astropathen befanden sich in den höchsten Spitzen der Festung. Eriks Begleiter ließ sich nicht anmerken, dass er mit dem überlegenen Körperbau des Yarl nicht mithalten konnte. Nur im letzten Aufzug war sein schweres Atmen zu hören. Erik blickte wohlwollend auf den Diener herab.

„Wie ist dein Name?“

Seine Stimme klang sanft, und sein Atem ging ruhig und tief.

„... Olaf ... mein Yarl ...“

Der Diener gab sein Bestes, um dem Yarl in nichts nachzustehen, auch wenn das absolut unmöglich war, aber es war das Ziel eines jeden Dieners, eines jeden Bewohners von Fenris, immer in bester körperlicher Verfassung zu sein. Das rigorose Trainingsregime, dem sich praktisch jeder auf dem Planeten unterwarf, um überhaupt zu überleben, sorgte dafür, dass es niemanden gab, der nicht zumindest mithalten konnte.

„Du machst deine Familie stolz, Olaf.“

Erik legte eine schwere Hand auf die Schulter des Dieners und konnte spüren, wie er unter seiner Hand zu wachsen schien. Als der Aufzug sein Ziel erreichte und sich die Türen öffneten, lag ein von Statuen gesäumter Korridor vor ihnen. An seinem Ende befand sich ein großes Protal, an dessen Seiten zwei Astartes in Servorüstungen Wache standen. Sie standen schon den ganzen Tag regungslos vor dem Portal, das einzige Lebenszeichen war das ständige unterschwellige Summen ihrer Rüstungen. Jetzt, wo sie Erik sahen, richteten sie sich zu ihrer vollen Größe auf und präsentierten ihre Waffen vor der Brust. Das kurzzeitige Anschwellen des Brummens, wenn die Motoren der Rüstungen nach mehr Kraft riefen, und das Knirschen der Stiefel auf dem Steinboden klangen unheimlich in der Stille des Korridors.

„Mein Yarl.“

erklang es unisono von beiden Astartes, wobei ihre Stimmen durch die Vox-Einheiten ihrer Helme verzerrt wurden.

Erik verließ den Aufzug hinter dem Diener und erkannte sofort, wer in diesen Rüstungen steckte. Für die meisten der Diener sahen alle Astartes gleich aus, sobald sie in ihren Rüstungen steckten. Nur die Artificer, die persönlichen Diener eines jeden Astartes, die sich täglich mit den Rüstungen und Waffen der Astartes beschäftigten, kannten die kleinen Details und Eigenheiten der Ausrüstung der ihnen zugeteilten Astartes. Aber Erik kannte jeden einzelnen seiner Brüder. Das Summen jeder Rüstung war anders. Servorüstungen waren manchmal mehrere tausend Jahre alt, unzählige Male repariert und geflickt. Jede hatte ihre eigenen Merkmale, Narben, aber auch Verzierungen, die sich ihre Besitzer in einem langen Leben im Dienst des Ordens verdient hatten.

Es waren Bruder Mardok und Bruder Signus, beide Veteranen der dritten großen Kompanie.

Bruder Mardok war erst vor fünf Jahren von der Deathwatch zurückgekehrt. In jedem anderen Orden wäre das eine Ehre, hier unter seinesgleichen war man sich da nicht ganz so sicher.

Erik erkannte den „Ausflug“, wie Bruder Mardok ihn genannt hatte, an dem veränderten Brustpanzer.

Bruder Signus war nach einem langen Einsatz gegen die Tyraniden zurückgekehrt und war hier, um sich an die neue Kybernetik zu gewöhnen, nachdem eines dieser Ungeziefer sein Bein abgenagt hatte. Die Narben auf seiner Rüstung waren deutlich sichtbar.

„Brüder, rührt euch.“

Wieder bewegten sich beide in absoluter Synchronität, um in die entspannte Wachhaltung zurückzukehren.

In ihrer Rüstung überragten beide ihren Ordensmeister noch einmal um zwei Köpfe, und Olaf sah neben ihnen aus wie ein Zwerg. Jedes Mal, wenn er an ihnen vorbeiging und ihre Augen seinen Bewegungen folgten, lief es ihm eiskalt den Rücken hinunter. Trotz ihrer Größe, trotz ihrer schweren Rüstung würden sie schneller, wendiger und tödlicher sein, als er es je sein könnte. Er hatte Astartes beim Training für den Kampf beobachtet. Es war im wahrsten Sinne des Wortes atemberaubend gewesen.

Erik und Olaf schritten an den Wachen vorbei und der Yarl legte jedem eine Hand auf die Schulterpanzerung. Eine Geste des Respekts unter Brüdern. Ein Diener, wenn er den übergroßen Schulterpanzer überhaupt erreichen konnte, würde diese Geste wahrscheinlich mit seinem Leben bezahlen.

Das Portal wurde geöffnet, und dahinter erstreckte sich ein undurchsichtiges Gewirr von Gängen und Kammern. Überall liefen Operatoren herum, die Nachrichten, Datenblätter und andere Gegenstände trugen. Als sie Erik erblickten, fielen sie auf die Knie und richteten ihre Blicke auf den Boden.

Erik ließ sie gewähren. Dieses Zeichen des Respekts war wichtig. Nicht direkt für Erik, aber für die Beziehung zwischen den Halbgöttern, die die Astartes des Ordens waren, und den einfachen Menschen, die die Diener waren. Er nickte.

„Erhebt euch. Der Chor wartet nicht gern.“

Es lag eine gewisse Gutmütigkeit in seiner Stimme.

„Bring mich zu deinem Meister.“

Olaf brauchte keine weitere Aufforderung und machte sich auf den Weg in eine bestimmte Richtung. In den Gemächern des Chores musste Olaf nicht mehr laufen. Hier herrschte so viel „Verkehr“, dass mehr als ein schnelles Gehen nicht möglich war. Sie erreichten eine reich verzierte große Tür, vor der zwei Diener Wache hielten. Sie waren in die Roben des Adeptus Astra Telepathica gekleidet und trugen die für ihren Posten üblichen kunstvollen Hellebarden. Es war eher symbolischer Natur, als dass sie mit denen in den beengten Quartieren hätten kämpfen können. Aber Traditionen mussten gepflegt werden. Als Erik sich ihnen näherte, nahmen sie ihre Haltung ein. Sie würden sich nicht verbeugen, aber sie würden ihren Respekt erweisen, so war es Brauch.

„Der Meister erwartet Euch, Yarl Erik.“

Die Stimme des Wächters klang respektvoll und ruhig.

„Es ist mir eine Ehre.“

Erik nickte leicht, mehr Anerkennung würde es nicht geben. Auch wenn das Adeptus Astra Telepathica eine der wichtigsten Institutionen des Imperiums war, würde sein Orden lieber sterben, als diese Mutanten auf eine Stufe mit sich selbst zu stellen.

Aber auch das war üblich und musste, wenn auch widerwillig, akzeptiert werden.

„Deine Dienste werden nicht mehr benötigt. Gehen Sie zurück an Ihre Arbeit und richten Sie Ihrem Vorgesetzten meine Anerkennung aus. Ich bin mit deiner Leistung sehr zufrieden.“

Olaf schien fast vor Stolz zu platzen, als er sich tief verbeugte.

„Mein Yarl.“

Und dann war er verschwunden. Als Erik sich der Tür zuwandte, wurde sie geöffnet. Die Kammer dahinter war geräumig und mit geschmackvollen Möbeln eingerichtet. Es gab keine Fenster, die Wände waren von allen möglichen äußeren Einflüssen abgeschirmt, und in der Mitte des Raumes stand ein seltsam aussehender Thron, auf dem etwas saß, das im weitesten Sinne ein Mann war.

Dieser Mann, ein Astropath, oder genauer gesagt der Meister dieses Chors von Astropathen, war eine hagere, verschrumpelte, leichenblasse Kreatur. Seit er vor über 150 Jahren dieses Amt übernommen hatte, hatte er diese Räumlichkeiten nicht mehr verlassen. Er hatte nie den Himmel über Fenris gesehen. Er hatte nie die raue Schönheit dieses Planeten gesehen und nie die stechend kalte Luft geatmet, die die Atmosphäre dieses Planeten ausmachte. Alles, was dieser Halbmensch je getan hatte, war, auf seinem Thron zu sitzen, dem Geflüster der astropathischen Kommunikation zu lauschen und die Nachrichten zu filtern.

Als Erik eintrat, drehte sich der Astropath zu ihm um.

„Aaaah, der Yarl ist hier. Willkommen.“

Erik nickte, als sich die Tür hinter ihm schloss.

„Hochwürden.“

Das Lächeln auf den Lippen des Astropathen wirkte bizarr, runzelte sein Gesicht und ließ die Haut des alten Mannes noch mehr so aussehen, als wäre sie für jemanden bestimmt, der mindestens doppelt so groß war wie er.

„Worum geht es in dieser Nachricht?“

Der Astropath brauchte nicht auf die Nachricht zu schauen, er wusste, worum es ging.

„Eine Fregatte der Gladius-Klasse bittet um Erlaubnis, an der Oribal-Plattform andocken zu dürfen.“

Erik nahm einen tiefen Atemzug.

„Alter Freund, ich kann lesen. Wir erwarten keine Schiffe, nicht vor dem nächsten Frühjahr.“

Das Lächeln des Astropathen verschwand.

„Es ist die Russ' Suspicion.“

Eriks Augen weiteten sich einen Moment lang.

„Magnus' Schiff?“

„Ja.“

Erik schritt um den Thron herum, die Hand am Kinn.

„Sie sollten eigentlich noch nicht zurück sein. Der Einsatz war für fast fünf Jahre geplant. Selbst wenn der Warp ruhig ist, dauert die Reise nach Caprianus vier über ein Jahr.“

Der Astropath folgte Erik mit seinem Blick.

„Sie sind vor zwei Stunden aus dem Warp ausgebrochen und befinden sich im Anflug. Es sind noch ein paar andere Nachrichten eingetroffen, die alle ... besorgniserregend sind.“

Erik drehte sich um.

„Welche?“

Der Astropath deutete auf einen Stapel neben seinem Thron. Dort schrieb der Skriptservitor fleißig weiter.

„Die Mission scheint nicht zur Zufriedenheit des Ordens verlaufen zu sein. Das Rudel ist zerschlagen und die Überlebenden scheinen...“

Der Astropath stockte und Eriks Augen funkelten dunkel. Er wusste, was für eine Mission die Russ' Suspicion gewesen war. Der Erzfeind hatte versucht, in ihrem Sektor Fuß zu fassen. Auf mehreren Planeten waren Kulte entdeckt worden. Wo die planetaren Streitkräfte der Sache nicht Herr werden konnten, wurde der Orden zu Hilfe gerufen. Caprianus vier war einer dieser Planeten gewesen.

„Was...?“

Seine Stimme war eisig, fordernd.

„... korrumpiert.“

Erik konnte verstehen, warum der Astropath gezögert hatte. Es war unmöglich, dass Astartes des Ordens korrumpiert werden konnten. Das war noch nie vorgekommen. Sein Orden schmückte sich mit der Tatsache, dass sie als unbestreitbar loyal galten.

„Das ist unmöglich.“

Der Unglaube in Eriks Stimme war nicht zu überhören.

„Sie werden andocken. Die Astartes werden sofort hierher kommen. Ich möchte, dass Bruder Ignatius sich diese 'Korruption' ansieht. Und Bruder Ishmael soll auch zu ihnen stoßen.“

Erik wandte sich zum Gehen.

„Möge dein Wille geschehen.“

Der Astropath war an die widerspenstige Art der Astartes des Ordens und das Fehlen bestimmter Umgangsformen gewöhnt. Es ärgerte ihn, aber er wusste auch, dass es wenig Sinn machte, mit einem Sohn von Fenris zu streiten und noch weniger mit einem Sohn von Russ.

Erik stürmte aus den Hallen des Chors. Er hatte die Astartes am Eingang bereits passiert, bevor sie Stellung beziehen konnten. Seine Stimme war angestrengt und der Zorn und die Wut waren deutlich zu hören, als er in sein Vox-Gerät brüllte.

„Ich will drei Rudel auf der Landeplattform fünf. Ich will auch die Wolfspriester dort haben, alle, die nicht mit dringenden Angelegenheiten beschäftigt sind. Volle Bewaffnung.“

Die beiden Astartes sahen sich an, aber sie würden niemals einen Befehl ihres Yarls in Frage stellen, geschweige denn ihren Posten verlassen.

Erik wartete nicht auf den Aufzug, sondern lief auf die Treppe zu, die zu den Landeplattformen hinunterführte.

Landeplattform fünf befand sich in einer Höhe von fast zehn Kilometern. Die dünne Luft auf der Plattform erforderte ein Atemgerät, und die Temperaturen erreichten hier oben selten mehr als minus 40 Grad Celsius. Die Winde waren hier so stark, dass normale Menschen die Plattform überhaupt nur mit Sicherungsleinen betreten durften. Unter normalen Umständen waren die Schilde ausgefahren und die Plattform zumindest vor dem Wind geschützt, aber wenn eine Landung bevorstand, mussten die Schilde heruntergelassen werden, damit die Flugzeuge landen konnten.

Nur wenige Piloten außerhalb des Ordens wagten es überhaupt, auf einer dieser Plattformen zu landen. Die meisten „Gäste“ wurden auf die niedrigeren Plattformen verwiesen, die einen einfacheren Anflug und eine dichtere Atmosphäre boten und somit für unerfahrene Piloten leichter zu navigieren waren.

Erik hatte sich nicht umsonst für diese hohe Plattform entschieden. Sie war leichter zu verteidigen. Zum einen waren die Flugabwehrbatterien nicht weit entfernt, zum anderen würden die besonderen Umstände dieser Plattform einen Hinterhalt im Keim ersticken.

Als Erik die Landeplattform erreichte, wurde er bereits von zwei bewaffneten Trupps und Ignatius erwartet.

„Mein Yarl.“

Der Gruß, den alle Anwesenden unisono aussprachen, donnerte über die Plattform. Selbst über den heulenden Wind hinweg war er gut zu hören gewesen.

Zwanzig Waffenbrüder, schwer bewaffnet und in Servorüstungen, präsentierten ihre Bolter. Die Plattform bebte unter den schweren Schritten. Ignatius stand schweigend neben Erik und nickte nur.

Der Wolfspriester war über 200 Jahre älter als Erik. Er hatte wirklich alles gesehen, was es in dieser Galaxie zu sehen gab. Er hatte gegen jeden Feind gekämpft, jede Form der Ketzerei und alle Abscheulichkeiten des Warp gesehen.

Niemand sonst würde die Korruption früher erkennen als er. Ignatius galt als ein absoluter Hardliner. Er hatte mehr Häretikern den Frieden des Imperators gebracht als jeder andere hier.

„Bruder Ignatius, es liegt ein freudloser Dienst vor uns.“

Ignatius nickte stumm. Seine Hand ruhte auf einer mächtigen Energieaxt, die an seiner Hüfte hing.

„Wenn die Brüder tatsächlich korrumpiert sind, werde ich ihnen den Frieden gewähren, den sie verdienen.“

Ignatius' Stimme klang seltsam verzerrt durch das Vox-Gitter seines Helms. Die Maske, die seinen Helm schmückte, war einem der fenrisianischen Wölfe nachempfunden und verstärkte seine Stimme noch zu einem tiefen, aber durchdringenden Knurren.

„Bruder, ich will hoffen, dass unsere Brüder nicht dem Chaos verfallen sind. Ich verstehe, dass wir Korruption in keiner Form dulden dürfen, aber wir sollten zuerst herausfinden, wie sie korrumpiert wurden.“

„Erik, du bist noch jung. Ich habe die Korruption gesehen. Da gibt es kein Zurück mehr. Und wenn Caprianus Vier gefallen ist, müssen wir es säubern. Keine Gnade mit den Verrätern!“

Ignatius legte eine schwere, mit Ceramit und Adamantium gepanzerte Hand auf Eriks Schulter.

Die Verantwortung auf seiner Schulter wog schwer, aber in manchen Situationen wog die Hand des Wolfspriesters noch schwerer.

„Du hast recht, alter Freund.“

Sein Gesicht war grimmig. Seine verbesserte Physis ermöglichte es ihm, die Bedingungen hier zu überleben, aber es war trotzdem nicht einfach. Der Sauerstoffmangel forderte alles von seinen drei Lungen. Die Kälte drohte seine Glieder zu erfrieren. Der Wind zerrte an seinem Gewand und lockte ihn in die Tiefe.

Hinter ihm öffnete sich der Aufzug und gab den Blick auf die dritte Gruppe frei. Die Elitewache des Yarls.

Fünf Veteranen in schweren, taktischen Dreadnought-Rüstungen. Bewaffnet mit Angriffsschilden und Donnerhämmern. Als sie die Kabine verließen, beugten sie das Knie vor ihrem Herrn. Keine Selbstverständlichkeit in dieser Rüstung.

„Mein Yarl.“

Die Stimmen der fünf waren ein Grollen, das an eine nahende Apokalypse erinnerte. Erik nickte und gab ihnen ein Zeichen, sich zu erheben.

„Meine Brüder.“

Die schwerfälligen Schritte der Terminatoren dröhnten an Erik vorbei, als sie sich am Rand der Plattform aufstellten. Ihre Rüstungen waren massiv, selbst im Vergleich zu ihren Brüdern in Servorüstungen. Während ihre Brüder Kraft und Geschwindigkeit verkörperten, schrie die Rüstung der Elitewache vor Brutalität. Sie würden noch aufrecht stehen und kämpfen, wenn die Schlacht bereits verloren war.

„Wo ist Ishmael?“

In seiner Frage steckten eindeutig Wut und Ungeduld, als Erik sich an Ignatius wandte.

„Er arbeitet an seinem Serum. Du weißt, dass er dann nicht mehr ansprechbar ist.“

Erik holte tief Luft und schluckte seine Wut hinunter. Der bittere Nachgeschmack der Enttäuschung blieb.

„Wie oft muss er noch versagen, bevor er es endlich akzeptiert. Er wird nie in der Lage sein, das Wulfen auszumerzen. Bei Russ, noch ein einziges Mal und ich werde ihn persönlich an die Spitze des Reißzahns zerren und ihm dort Manieren beibringen.“

Ignatuis' Gesichtsausdruck unter dem Helm war unergründlich, aber selbst durch die Verzerrung des Vox-Gitters konnte Erik seine Belustigung hören.

„Das würde ich gerne sehen ... wie er den Boden mit deinem Arsch wischt. Du weißt, dass du ihm nicht gewachsen bist.“

Erik holte noch einmal tief Luft, aber Ignatius hatte recht.

Ishmael war ein begabter Duellant. Noch nie hatte eine Klinge seine Haut berührt. Selbst die besten von ihnen, die ältesten und kampferprobtesten Krieger, waren mit Narben übersät, alten und neuen. Alle außer Ishmael. Und es war nicht so, dass er Konflikten und Auseinandersetzungen aus dem Weg ging, er verursachte sie. Wo Ishmael war, gab es Ärger. Ishmael hatte eine Art an sich, die andere zermürbte. Irgendwann würde er zu seinem Herrn kommen.

Der einzige Grund, warum Erik Yarl war und nicht Ishmael, war, dass jeder wusste, dass Ishmael den Orden in einen nicht enden wollenden Kreuzzug geführt hätte, von dem es keine Rückkehr geben würde.

„Thunderhawk im Anflug.“

Erik wurde durch die Lautsprecherdurchsage aus seinen Gedanken gerissen. Seine Brüder waren im Anflug. Ursprünglich waren 30 Brüder geschickt worden, um die Sekte zu vernichten. Wenn der Trupp zerschlagen war, wie viele waren dann noch übrig?

Erik blickte hinauf in das stahlblaue Firmament und suchte nach dem Landungsfahrzeug. Er wusste, dass der Auspex das Fahrzeug erfassen würde, lange bevor er es sehen konnte.

Hinter ihnen gingen die Flugabwehrkanonen in Position und das Dröhnen der großen Servomotoren erfüllte für einen Moment die Plattform. Als er sich an den Geschützrohren der Batterien orientierte, entdeckte er schließlich einen dunklen Fleck weit oben in der Atmosphäre, der rasch an Größe zunahm.

Es dauerte noch ein paar Sekunden, bis der Fleck Gestalt annahm und die Farbe von einem nicht identifizierbaren Grau in das helle Blaugrau des Ordens überging.

Es war einer der ihren. Eindeutig. Als der Pilot in den Endanflug überging und die Geschütze in ihre Ausgangspositionen zurückkehrten, konnte Erik auch die Wappen auf den Flügeln des riesigen Vogels erkennen.

*Ja, das ist einer von Magnus' Thunderhawks.*

Ohne einen Befehl zu benötigen, gingen die Truppen in Position, um im Falle eines Angriffs sofort das Feuer zu eröffnen.

„Achtung... Achtung... Landeplatz räumen...“

dröhnte es aus den Lautsprechern. Noch etwa zwanzig Meter trennten den Thunderbird von der Plattform.

*Wenn sie einen Hinterhalt planten, wäre jetzt der richtige Zeitpunkt...*

Doch so weit kam es nicht, denn der Pilot setzte den Thunderhawk zielsicher und erstaunlich sanft auf der Landeplattform ab.

Als die Triebwerke abschalteten, konnte Erik sehen, wie der Pilot das Atemgerät anlegte und sich aus dem Cockpit entfernte.

„Brüder, niemand schießt ohne Befehl.“

Nicht, dass es nötig gewesen wäre, Erik war sich der Disziplin seiner Brüder bewusst.

Es dauerte einen Moment, bis sich die Luken mit dem Fauchen der entweichenden Druckluft entriegelten.

Auf der Rampe stand der Pilot, allein. Als er Erik erblickte, sank er sofort auf die Knie.

„Mein Yarl.“

ertönte es aus der Vox-Einheit in Eriks Ohr.

„Erhebe dich.“

Der Pilot erhob sich langsam.

„Habe ich die Erlaubnis zu sprechen?“

Die Frage war berechtigt, denn zum einen stand er in Abwesenheit des großen Wolfes seinem obersten Befehlshaber gegenüber. Und seiner Leibwache unter Waffen.

Erik nickte.

„Sprich. Berichte mir.“

Der Pilot gab die Rampe frei.

„Ich eskortiere die Überlebenden und zwei Leichen des dritten Trupps der Blood Wolves unter Magnus Bloodfang. Nachdem sie den Kult auf Caprianus Vier gesäubert hatten und siegreich zurückgekehrt waren ... gab es ... Komplikationen.“

Erik machte einen Schritt nach vorne, hielt aber inne, als Ignatius seine Hand immer noch nicht von seiner Schulter nahm.

„Was für Komplikationen?“

Ignatius' Stimme war sanft. Über das Vox war sie weniger verzerrt, aber sie hatte nichts von ihrer Schärfe verloren. Der Pilot blickte zu Boden.

„Die Mitglieder des Trupps sind einer ... einer ... Korruption zum Opfer gefallen.“

Ignatius trat vor, an Erik vorbei. Seine Hand schloss sich um den Griff seiner Axt.

„Das sind ernste Anschuldigungen. Wo sind die Brüder jetzt, warum kommen sie nicht heraus und stellen sich?“

Der Pilot hob abwehrend die Hände.

„Das können sie nicht ... wir mussten sie in Stasis versetzen. Bruder Corius von der Dritten Gruppe hat das angeordnet ... bevor ... bevor er den Frieden des Imperators erhielt.“

Ignatius blieb stehen, die Hand noch immer um die Axt geschlossen.

„In Stasis? Warum?“

Der Pilot trat zur Seite und verneigte sich tief in Demut.

„Überzeugt Euch selbst.“

Ignatius schritt an dem Piloten vorbei in den Thunderhawk, dicht gefolgt von Erik. Draußen hörte man das Entsichern von zwanzig Boltern und das charakteristische Heulen von Energiehämmern, wenn sie aktiviert wurden.

Im Inneren des Thunderhawk war alles still. Der gesamte Laderaum war mit den zehn Stasiskapseln gefüllt, die der Pilot an Bord hatte. Keine andere Besatzung war an Bord.

Was man durch die Sichtfenster der Kapseln sehen konnte, war sowohl erschreckend als auch abstoßend.

„Was ist das?“

Erik schaute ungläubig zu Ignatius hinüber. In den Containern befanden sich eindeutig die Mitglieder des dritten Trupps... zumindest ihre Rüstungen... was aber in ihnen war....

Ignatius schüttelte den Kopf.

„In all meinen Jahren... hätte ich nie gedacht, dass ein Sohn von Fenris jemals...“

Er griff nach seiner Axt, doch Erik legte seine Hand auf den Unterarm des Wolfspriesters.

„Wir müssen zuerst wissen, was genau passiert ist. Bringt sie ins Apothecarium. Dort werden wir herausfinden, was passiert ist. Der Pilot soll mit dir kommen.“

Ignatius zögerte. Er wusste, dass Erik ihm ohne seine Servorüstung nicht gewachsen war, aber er war der Yarl. Ungehorsam, auch wenn es im Orden nicht immer ganz so streng gesehen wurde, aber gegenüber dem Yarl und einem direkten Befehl wäre das gleichbedeutend mit Selbstmord.

„Wie Ihr wünscht, Yarl.“

Der Mismut in seiner Stimme war unüberhörbar. Erik konnte ihn verstehen, aber er musste auch wissen, was genau geschehen war, denn nur so konnte er verhindern, dass so etwas in Zukunft noch einmal passierte.

Erik verließ den Thunderhawk. Seine Anweisungen waren bereits über das Vox-Netzwerk weitergeleitet worden. Die Brüder auf der Plattform hatten ihre Waffen gesenkt und warteten auf weitere Anweisungen.

„Brüder, zurück in eure Quartiere. Die Wache versammelt sich im Apothecarium. Mein Artificer in mein Quartier, ich brauche meine Rüstung.“

Mit diesen Worten verließ Erik die Plattform und ließ Ignatius mit seiner Wache und einer Handvoll Servitoren zurück.

Als Erik in seiner Kammer ankam, erwartete ihn dort bereits sein Artificer. Seine Kammer war karg. Wie die aller anderen Brüder auch. Er sah einfach keinen Sinn darin, seine Kammer prunkvoll zu dekorieren. Er verbrachte kaum Zeit hier. Nur für seine kurzen Ruhepausen und wenn er seine Ausrüstung an- oder ablegte.

„Mein Yarl.“

Sein Artificer kniete vor dem Reliquienschrein, in dem seine Ausrüstung verstaut war.

„Erhebe dich.“

Erik war aufgebracht, geradezu außer sich. Sein Bediensteter erhob sich und öffnete den Reliquienschrein.

„Mein Yarl. Welche Rüstung wird benötigt?“

„Die Mark Sieben.“

Erik entledigte sich seines Gewandes und stand völlig nackt vor seinem Artificer. Letzterer war an diesen Anblick gewöhnt. Es spielte keine Rolle. Erik kannte so etwas wie Scham nicht. Es war eines dieser unnützen Gefühle, die er abgelegt hatte, nachdem er quasi ein Halbgott geworden war.

Der Artificer nahm den hautengen Anzug aus dem Reliquienschrein, begutachtete ihn, sprach die Beschwörungsformeln und Segenssprüche, die nötig waren, um ihn zu benutzen. Erik sprach im Stillen jedes Wort mit. Er kannte sie auswendig. Er hatte sie schon viele tausend Male gesprochen. Nach dem Segen kam er näher und Erik stieg in den Anzug, der ihm angeboten wurde. Die Anschlüsse an seinem ganzen Körper wurden mit den entsprechenden Anschlüssen am Anzug verbunden, und nachdem sein Artificer den Anzug hinten geschlossen hatte, wandte er sich wieder dem Reliquienschrein zu. Er öffnete einen Käfig und zog einen nach dem anderen die schweren Schuhe der Servorüstung heraus. Wieder segnete er die Ausrüstung und sprach die Beschwörungsformeln. Ein langwieriger Prozess, aber absolut notwendig, um das reibungslose Funktionieren der Rüstung zu gewährleisten. Als ihm die Schuhe präsentiert wurden, trat Erik in sie hinein, und die Verschlüsse wurden mit den Anschlüssen an seinem Anzug verbunden.

Als nächstes kamen die Unterschenkelschienen. Die Halbschalen waren sperrig und schwer. Die künstlichen Muskelfasern im Inneren waren totes Gewicht, bis das Powerpack im Rückenmodul montiert war. Es dauerte eine Weile, bis der Techniker alle Verbindungen hergestellt hatte. Normalerweise würde die Rüstung im Einsatz von einem Team aus mindestens zehn Personen angelegt. Normalerweise waren Servitoren und Eisenpriester anwesend, um den Prozess zu beschleunigen. In diesem Fall war er mit dem Anlegen der Rüstung durch einen Artificer völlig einverstanden, auch wenn es länger dauerte. Das gab ihm etwas Zeit zum Nachdenken.

Als sein Artificer mit dem Lastenheber kam, um das Torso-Exoskelett anzulegen, half Erik ihm, es richtig zu positionieren. Normalerweise würde ein Bruder so etwas nicht selbst tun, aber es war nur fair, seinem Bediensteten zu helfen. Wenn er schon allein dafür zuständig war, dann sollte er ihm wenigstens helfen, die „unmöglichen“ Dinge zu erledigen. Sobald die Verbindungen zu den Beinen hergestellt waren, konnte Erik sich kaum noch bewegen. Die Rüstung war verriegelt, solange das Rückenmodul nicht installiert war.

Das Rückenmodul beherbergte die Energiequelle für die Rüstung. Ein kleiner Plasmareaktor lieferte genug Energie, um die Rüstung etwa 4 Wochen lang mit voller Leistung zu betreiben. Es beherbergte auch die Lebenserhaltungssysteme und die medizinischen Notfallsysteme. Es handelte sich um ein sperriges, schweres Rüstungselement, das jetzt eingebaut werden musste, so dass der Artificer in der Lage sein würde, den Rest der Rüstung anzulegen. Die Beschwörungen und Segnungen waren hier viel umfangreicher als bei den bisherigen Rüstungselementen. Als auch diese abgeschlossen waren und das Modul am Lastenheber hing, kam er zu Erik hinüber. Die Verbindung der Rüstung mit dem Energiemodul war eine schwierige Prozedur und würde darüber entscheiden, ob Erik es an diesem Tag ins Labor schaffen würde oder nicht.

Es gelang ohne weitere Zwischenfälle. Als Erik die Rüstung mit einem Gedankenimpuls aktivierte, erfüllte das charakteristische Brummen der Servorüstung seine Kammer. Endlich konnte er sich wieder bewegen. Er kniete sich hin, um seinem Artificer die Möglichkeit zu geben, ihm die restlichen Module anzulegen.

Zuerst kam der Brustpanzer, der zusammen mit dem Rückenmodul den Kern der Rüstung bildete. Danach folgten die Schultern und Arme. Dann kamen die Handschuhe und die Schulterpanzerung. Schließlich der Kragen und der Helm. Erik überlegte kurz, ob er auf den Helm verzichten sollte, entschied sich dann aber dagegen, weil er nicht wusste, ob das, was die Brüder des dritten Trupps befallen hatte, nicht vielleicht ansteckend war.

Mit einem Zischen versiegelte er die Siegel des Helms und führte eine vollständige Diagnose seiner Rüstung durch. Es dauerte nur einen Moment, aber alle Runen waren grün. Keine Schwachstellen.

„Meine Waffen.“

Seine Stimme klang seltsam fremd durch das Vox-Gitter seines Helms. Sein Artificer trat zur Seite und machte den Weg frei zu einem anderen Reliquienschrein. Erik öffnete es mit einem Gedankenbefehl und begutachtete die Auswahl seines Arsenals.

„Mein Yarl, alle Waffen sind gereinigt und gemäß den Vorschriften gesalbt worden. Die Maschinengeister sind dir wohlgesonnen und dürsten nach Blut.“

Erik nickte und griff nach einem Kampfmesser, dessen Länge für einen Normalsterblichen eher wie ein Schwert aussah. Dann griff er nach einer Plasmapistole und einer kunstvoll verzierten Energieaxt.

Er arretierte alles an seiner Rüstung und wandte sich zum Gehen.

„Warte nicht auf mich. Es wird länger dauern.“

Sein Artificer verbeugte sich tief.

„Mein Yarl.“

Mit schweren Schritten verließ Erik seine Kammer. Die blaugraue Rüstung brummte zornig bei jedem Schritt. Er hatte eine Rüstung gewählt, die nicht zu kunstvoll verziert war. Die wenigen Talismane, die sie schmückten, waren schon über 100 Jahre alt. Sie hatten ihm noch immer Glück gebracht. Auf dem Weg durch den Korridor zu dem großen Aufzug begrüßten ihn viele Diener. Jeder von ihnen fiel ehrfürchtig auf seine Knie. Er schenkte ihnen keine Beachtung. Die beiden Brüder, die am Aufzug Wache standen, nahmen Haltung an, als er sich ihnen näherte.

„Mein Yarl.“

Er nickte.

„Brüder.“

Er wiederholte die Geste gegenüber den Wachen vor dem Chor der Astropathen und berührte ihre Schulterpanzer.

„Es wird ein dunkler Tag werden.“

„Bei Russ.“

Erik nickte.

„Bei Russ.“

Er betrat den Aufzug und fuhr zu den Laboren hinunter. Die beiden Wachen nahmen wieder ihre entspannte Haltung ein.

Das Apothecarium war ein großes Gewölbe tief in den Eingeweiden der Festung. Es erstreckte sich kilometerlang unter dem Berg. Es war in den Granit gemeißelt worden, um der Zeit selbst zu trotzen. Trotz der Tiefe in der es unter dem Berg und der Nähe zu den Schild- und Plasmageneratoren war es hier immer unnatürlich kalt. Das lag wahrscheinlich daran, dass es nur in den Katakomben mehr Geister gab als hier. Die vielen Kammern und Laboratorien waren zwar mit modernster Technik ausgestattet, wirkten aber dennoch archaisch. Die Wolfspriester und Schamanen des Ordens hatten die Wände, Decken und Böden mit Runen bedeckt. Überall hingen alte Talismane und Ausrüstungsgegenstände aus einer Zeit, als es den Orden noch nicht gab. Die Diener, die hier arbeiteten, waren mit Runen tätowiert. Im gesamten Gewölbe herrschte rege Betriebsamkeit. Nicht nur, weil die zehn Brüder, die sich in Stasis befanden, gerade angekommen waren und darauf vorbereitet wurden, in der Quarantänestation der Apotheke aus der Stasis geweckt zu werden, sondern auch, weil es hier immer viel zu tun gab. Neue Rekruten wurden auf ihr Leben im Orden vorbereitet und erhielten ihre Implantate. Verletzte wurden zusammengeflickt, gefallenen Brüdern wurden die Gensaat entnommen, und dann wurden sie für die Beerdigung vorbereitet.

Im Apothecarium war es nie still.

Als Erik den Aufzug verließ, wurde er bereits erwartet. Zwei Dienerinnen knieten vor dem Aufzug. Wie es hier unten üblich war, trugen sie nur eine Art Schürze, waren aber ansonsten nackt, ihre blasse Haut war über und über mit Runen tätowiert. Die Runen auf ihren kahlgeschorenen Köpfen wiesen sie als persönliche Diener von Ishmael aus.

„Mein Yarl.“

Ihre geflüsterten Stimmen erklangen unisono.

Erik legte seine Hände sanft auf ihre Köpfe, bevor er ihnen die Erlaubnis gab, sich zu erheben. Dies war eine Geste der Anerkennung. Die Diener des Apothecariums wurden respektiert. Und die Anerkennung durch den Yarl brachte ihren Familien sozialen Aufstieg und Ehre, und sie stärkte die Position desjenigen, dem sie zugeteilt waren.

So sehr Erik auch mit Ismael und seinen Gewohnheiten hadern mochte, Ismael war ein hervorragender Wolfspriester.

„Erhebt euch.“

Beide Dienerinnen erhoben sich gleichzeitig und elegant. Ihr Atem hinterließ Wolken von Kondenswasser in der Luft. Aber das war auch das Einzige, was auf die Kälte in den Gängen hinwies. Ein weiteres Zeichen für die Unnachgiebigkeit ihres Volkes. Ein Sohn, oder in diesem Fall eine Tochter, von Fenris würde sich niemals anmerken lassen, dass es zu kalt war.

„Unsere Herren warten bereits auf euch. Alles ist vorbereitet.“

Erik nickte.

„Bringt mich zu ihnen.“

Die beiden Frauen drehten sich um und gingen auf die Apotheke zu. Die Gänge waren nicht hell erleuchtet. Nur ein paar Lumen-Kugeln waren an der hohen Decke angebracht worden, um den Weg zu beleuchten. Nicht, dass es Erik gestört hätte. Zum einen kannte er die Gänge, und zum anderen regulierte der Auspex seines Helms die Helligkeit so, dass er genau sehen konnte, wohin er ging. Die beiden Frauen vor ihm hingegen tappten buchstäblich im Dunkeln. Aber jeder ihrer Schritte war sicher. Erik sah sich in dem Gang um. Er war vor 10.000 Jahren in den nackten Fels gehauen worden. Die Wände waren nie geglättet worden. Der Boden war im Laufe der Jahrtausende von Abermillionen von Füßen berührt worden und war vollkommen glatt. Der Granit unter seinen Füßen war dunkelrot. Auf diesem Boden war so viel Blut geflossen, dass selbst der Granit die Farben angenommen hatte.

Vor dem Apothecarium standen vier Wachen. Die beiden üblichen Brüder in Servorüstungen und zwei Elitewächter in Terminator-Rüstungen. Alle vier grüßten Erik gleichzeitig.

„Mein Yarl.“

„Meine Brüder.“

erwiderte Erik und wiederholte das Ritual, auch diesen Wachen Respekt zu zollen.

Die Stille in den Gängen wurde jäh unterbrochen, als sich die Tore zum Apothecarium öffneten.

Das helle weiße Licht im Lazarett des Ordens wurde begleitet von den Schreien der Verwundeten, den Geräuschen der Maschinen und den Rufen der Diener, die sich in ihrem seltsamen Dialekt gegenseitig sagten, welches Gerät und welche Medizin sie für welchen Patienten benötigten.

Auf den Tischen lagen Diener, Einheimische, Aspiranten, aber auch Brüder und Gefallene.

Erik stapfte hinter den beiden Frauen her. In dem grellen Licht konnte er die dicken Schwielen sehen, die sich unter den Füßen der Dienerinnen gebildet hatten, da sie immer barfuß waren.

Er konnte nicht umhin, eine tiefe Wertschätzung zu empfinden, denn nicht jeder würde dies auf Dauer ertragen können. Im Apothecarium selbst fielen die Diener nicht auf die Knie, um Erik zu begrüßen. Eine tiefe Verbeugung war jedoch angebracht, und sie machten ihm und seinen Begleitern den Weg frei. So viel Respekt musste sein, auch wenn es ein unausgesprochenes Gesetz war, dass die Diener hier „wichtigere“ Dinge zu tun hatten, als vor dem Yarl auf die Knie zu fallen. Sollte sich ein Diener jedoch als respektlos erweisen, würde er auch hier unten einen schnellen, wenn auch nicht schmerzlosen Tod finden. Die Regeln waren klar und wurden jedem Fenrisianer von Kindheit an eingebläut.

Sie durchquerten das Apothecarium, bis sie den Quarantänebereich erreichten. Auch hier standen zwei Elitewächter vor den Schleusen Wache. Dies war normalerweise nicht der Fall. Aber die „Insassen“, die diese Abteilung derzeit bevölkerten, gehörten auch nicht zu den üblichen Patienten der Wolfspriester.

„Mein Yarl.“

Ihre Stimmen donnerten durch das Lazarett, als sie auf die Knie sanken.

„Erhebt euch, meine Brüder.“

Erik berührte die Schulterpanzerung seiner Leibwache, und sie erhoben sich wieder auf ihre Wachposten.

Die Luftschleusen wurden geöffnet. Eine Art Nebel waberte aus dem Luftschleusenraum. Ein Desinfektionsmittel, wie ihm sein Helmauspex bestätigte. Erik folgte den Frauen in die Luftschleuse. Einen Moment lang fragte er sich, warum sie keine Schutzkleidung trugen, dann wurde es ihm klar. Ihr Glaube an die Runen war so stark, dass sie keine Schutzkleidung tragen würden. Und wenn sie korrumpiert würden ... nun, es gab immer Ersatz für Diener.

Als sich die Luftschleusen mit einem hydraulischen Zischen schlossen, erwachte ein Servitor in der Ecke der Luftschleusenkammer zum Leben.

„Desinfektion ... wird eingeleitet ...“

Die abgehackte, mechanische Stimme des Servitors hallte in dem kleinen, sterilen Raum wider, als er einen Schlauch mit einem Sprühaufsatz anhob. Erik spürte die eiskalte Flüssigkeit nicht, als er von Kopf bis Fuß besprüht wurde. Die Tatsache, dass die beiden Bediensteten regungslos dastanden, während sie durchnässt wurden, verstärkte nur noch seinen Respekt vor ihnen. Die Sensoren an seiner Rüstung zeigten an, dass die Flüssigkeit etwa 4°C betrug.

„Desinfektion ... abgeschlossen ...“

Gab er dem Servitor zu verstehen und ging zurück in seine Nische. Die Geruchssensoren seiner Rüstung filterten den Geruch, aber Erik nahm immer noch den stechenden Geruch des Desinfektionsmittels wahr. Er war froh, seine Rüstung zu tragen. Kurze Zeit später öffnete sich die innere Luftschleuse und gab den Blick auf die Quarantäneeinheit frei.

An einer Wand standen 6 Terminatoren seiner Elitewache und gingen auf die Knie, als Erik die Schleuse verließ.

„Mein Yarl.“

donnerte es durch die Halle.

„Erhebt euch, meine Brüder.“

Erik gab seinen Brüdern ein Zeichen, sich zu erheben, und drehte sich zu den anderen um. Ignatius und Ishmael waren anwesend, beide in leichten, aber versiegelten Rüstungen. So konnten sie sich freier bewegen, was bei medizinischen Eingriffen von Vorteil war, ohne die Sicherheit zu sehr zu beeinträchtigen. Es waren immer noch einige der Diener anwesend. Erik fiel auf, dass es alles Frauen waren. Sie alle trugen die Runen von Ishmael.

*Bruder Ismael ist, wie immer, ein Rätsel.*

Er schüttelte langsam den Kopf und ging zu den beiden Wolfspriestern hinüber, die die Stasiskapseln untersuchten. Ohne sich abzuwenden, grüßte Ishmael seinen Bruder.

„Mein Yarl. Es ist faszinierend und bizarr, aber warum holst du mich dafür von meinen Experimenten und Forschungen weg?“

Er gestikulierte über die Kapseln hinweg. Bevor Erik antworten konnte, fügte er hinzu.

„Die Gesetze sind klar. Tötet den Ketzer, verbrennt den Xeno und läutert die Verräter. Oder willst du mir sagen, dass dies alles nicht der Fall ist?“

Eriks tiefer Seufzer klang durch das Voxgrid wie ein Knurren.

„Bruder Ishmael, wir müssen erst einmal verstehen, wie es dazu kommen konnte, damit wir verhindern können, dass so etwas noch einmal passiert.“

Ishmael drehte sich um, das Datenblatt in seiner Hand listete ständig neue Daten auf und piepste ab und zu.

„Wir haben die Daten des medizinischen Teams der Russ' Suspicion erhalten. Sie begannen spontan zu mutieren. Bruder Crenadus starb, weil seine Rüstung nicht schnell genug entfernt werden konnte. Er ist erstickt. Bruder Corius gab den Befehl, seine Brüder in Stasis zu versetzen, und bat dann um den Frieden des Imperators, um für sein Versagen zu büßen. Der Frieden wurde vom Sergeanten der Schiffswache Hrunt Romanus durch einen Bolterschuss in den Nacken gewährt.“

las Ishmael vor, bevor er über das Datenblatt wischte.

„Den gesammelten Daten zufolge versuchte der Kult, einen Herrscher des Wandels zu beschwören, als unsere Brüder eingriffen. Der Kult wurde vollständig ausgelöscht und die Kultstätte komplett gesäubert. Höchstwahrscheinlich wurden unsere Brüder während des Angriffs von einem Psioniker verflucht“.

fuhr Ishmael fort und wischte erneut über das Datenblatt.

„Erstaunlich ist, dass die Brüder nicht zu den für Tzeench typischen Mustern mutiert sind. Wir sehen keine Federn, keine Schnäbel. Sie scheinen eher zu einer Form zu mutieren, die an einen Wolf erinnert.“

Er klang fast nachdenklich. Er wandte sich wieder den Containern zu. Ignatius ergriff als nächster das Wort.

„Alles ist bereit. Wir können jetzt die Brüder aus der Stasis erwecken. Ich würde vorschlagen, dass wir mit Bruder Ivar beginnen, er scheint noch weitestgehend seine ursprüngliche Gestalt bewahrt zu haben.“

In diesem Moment brach eine der Dienerinnen neben Ishmael zusammen und hielt sich den Kopf. Ihr Körper war verkrampft und sie hatte Schaum vor dem Mund.

Ohne zu zögern, zog Ishmael seine Boltpistole und erschoss die Dienerin. Die massereaktive Geschoss verteilte den größten Teil ihres Oberkörpers und Kopfes in dem sterilen Raum. Hinter ihnen waren die Terminatoren zu hören, die ihre Waffen wieder senkten. Es war erstaunlich, dass Ishmael schneller gezogen hatte als eine der Elitewachen.

„Du musstest ihn erwähnen. Du musstest seinen Namen erwähnen.“

Wut schwang in Inatius' Stimme mit. Natürlich waren Diener ersetzbar, aber trotzdem war gutes Personal nicht immer leicht zu finden.

Erik trat an die Seite der beiden und hob beschwichtigend die Hände. Er betrachtete noch einmal die Stasiskapseln, bevor er nickte.

„Ich bin einverstanden. Fangt jetzt an.“

Ignatius nickte und die Diener begannen die Prozedur. Zuerst wurden die Hüllen der Stasiskapseln entfernt. Jetzt, da man das ganze Ausmaß sehen konnte, war der Anblick noch verstörender. Bruder Ivars Rüstung war entfernt worden und lag zu seinen Füßen in der Stasiskapsel. Sein Körper war deformiert. Seine Gliedmaßen waren länger und über und über mit Fell bedeckt, und seine Hände und Füße waren mit Krallen verziert. Sein Oberkörper war noch weitgehend menschlich, aber auch hier konnte man bereits den Fellwuchs erkennen. Sein Gesicht war zu einem Ausdruck von Schmerz und Wut verzerrt, wirkte aber immer noch menschlich.

Die Diener schlossen Schläuche und Kabel an die Kapsel an und beschworen die heiligen Riten, um den Maschinengeist nicht zu verärgern. Als sie endlich fertig waren, traten sie zurück und warteten.

„Die Messwerte sind im normalen Bereich. Er ist am Leben.“

sagte Ignatius ruhig und drückte einige Knöpfe auf seinem Narthecium, woraufhin das Stasisfeld um Bruder Ivar erst zu flackern begann und schließlich mit einem Plopp ganz verschwand. Es dauerte noch einen Moment, bis der Kampfbruder seinen durch die Stasis unterbrochenen Schrei fortsetzte. Es klang wie eine neu gestartete Aufnahme.

Während er schrie, rollte er aus der Kapsel und schlug unkontrolliert auf dem harten Boden auf. Er hielt sich den Kopf und schrie noch einen Moment lang weiter. Ishmael griff gerade nach seiner Boltpistole, als der Bruder aufhörte zu schreien. Seine heisere Stimme klang, als würde er jedes Wort herauswürgen.

„Bruder ... warte ... Ich ... muss ... berichten ...“

Ishmael behielt seine Hand auf der Boltpistole, während Ignatius kühl die Lebenszeichen überprüfte.

„Sein Adrenalinspiegel ist im Moment extrem hoch. Seine Herzfrequenz ist jenseits der Skala. Wir werden ihn nicht töten müssen, sein Herz wird von selbst explodieren.“

Erik trat vor.

„Bruder Ivar, was ist passiert?“

Ivar fletschte die Zähne; man konnte sehen, wie seine Reißzähne wuchsen.

„Das Wulfen ... es ... ist ... das ... Wulfen... bei Russ... Aaaaarrgh...“

Erik sah Ishmael an, der den Kopf schüttelte. Das Wulfen war ein bekanntes Problem ihrer Gensaat. Es führte dazu, dass einige der Rekruten ihren Verstand verloren und zu Berserkern wurden. Unkontrollierbare, blutrünstige Wahnsinnige... die nur für den Kampf lebten und gewöhnlich an der Front eingesetzt wurden, um im Kampf zu sterben. Aber für gewöhnlich mutierten sie nicht. Sie waren wahnsinnig, ja. Mehr Tier als Mensch, ja. Aber sie blieben Menschen, zwar Halbgötter, aber Menschen, keine Bestien.

Das, was sich da auf dem Boden wälzte und vor ihren Augen in ein Monster verwandelte, das war kein Wulfen!

„Bruder Ivar, beruhige dich. Erkläre dich.“

Ivar zwang sich auf die Knie, während sein Oberkörper in wenigen Augenblicken mit Fell bedeckt war und sein Gesicht sich zu verlängern begann. Seine Stimme veränderte sich, wurde mehr zu einem Knurren und Heulen.

„... Reue ... Sühne... Scheitern... Chance... Bitte...“

Er streckte seine Arme, deren Hände nun eher wie Pfoten waren, nach vorne und legte sie mit den Handflächen nach oben auf den Granit.

Ishmael zog seine Boltpistole, aber Erik hielt seinen Arm unten.

„Er bittet um die Möglichkeit, für seine Sünden auf dem Schlachtfeld zu büßen. Die Tradition verlangt, dass man ihm diese Chance gibt.“

Eriks Stimme klang gezwungen ruhig, und man konnte seine Zähne durch das Vox-Gitter knirschen hören.

Ishmael stemmte sich gegen die Hand seines Bruders, aber er war der überlegenen Stärke der Servorüstung nicht gewachsen.

„Bruder ...?!?“

Ignatius blickte auf den schwer atmenden Ivar hinunter, dessen Atem in schweren, rasselnden Stößen ging, der sich aber ansonsten nicht weiter bewegte. Nachdem er die Gestalt eines Wolfes angenommen hatte, hatte sich sein Kopf nicht weiter verändert. Ignatius' Finger ruhte immer noch auf dem Knopf seines Nartheciums, mit dem er dem Kampfbruder am Boden eine tödliche Menge eines Nervengifts verabreichen konnte.

„Bruder Ivar. Hast du mich verstanden?“

fragte Ignatius. Ivar senkte den Kopf, gurgelte ein wenig, brachte aber keine verständlichen Worte hervor.

„Nicke, wenn du mich verstehst.“

Ivar zögerte, nickte dann aber.

„Du sprichst auch für deine Brüder?“

Ivar zögerte, sein Blick wanderte kurz hinter ihn, dann nickte er erneut.

„Ihr wisst, dass Korruption durch die Mächte des Chaos ein Grund für die sofortige Hinrichtung ist?“

Ivar nickte erneut.

„Du bittest uns, dieses heilige Dekret, das von unserem Vater erlassen und bisher von jedem großen Wolf erneuert wurde, zu übergehen, damit du und dein Rudel eure Sühne im Kampf erfahren und den Ruf unseres Ordens beflecken könnt?“

Ivar zögerte. Er zitterte. Langsam zog er seine Arme zurück. Erik nahm seine Hand von Ismaels Arm, aber es brauchte nicht gesagt zu werden, dass Erik den Frieden des Imperators gewähren würde. Langsam griff er nach seiner Axt. Doch bevor er sie ziehen konnte, hob Ivar den Kopf und sah ihnen in die Augen. Seine blassblauen Augen, die allen Söhnen Fenris' eigen waren, blickten direkt durch die Linsen der Helme von Erik, Ishmael und Ignatius. Es lag so viel Traurigkeit, Wut, aber auch Verständnis und... Menschlichkeit in ihnen, dass Erik zögerte.

Ivar senkte den Blick und reckte den Hals.

Erik zog seine Axt und trat einen Schritt vor. Er holte tief Luft, bevor er sie hob. Einen Moment lang stand er neben seinem Bruder Astartes und begriff, dass er der erste Yarl war, seit Russ sie verlassen hatte, der einen der ihren als Verräter, als Ketzer hinrichten würde. Er aktivierte die Axt und sah, wie sich Ivar unter ihm völlig entspannte. Er hatte das Urteil akzeptiert, ohne sich zu wehren.

„Für Russ.“

flüsterte Erik und schlug zu.

Die Axt glitt fast lautlos durch die Luft, und der Schlag, als sie auf den Granit aufschlug und fast fünfzehn Zentimeter tief eindrang, hallte donnernd in der Quarantänestation wider. Die Axt blieb nur wenige Millimeter vor Ivars Kopf im Granit stecken. Einige seiner Haare befanden sich auf der anderen Seite der Klinge.

Eriks Kiefer krampfte, als er zu sprechen versuchte.

„Bruder Ivar. Deine Hinrichtung und die deiner Rudelmitglieder ist vertagt. Vorausgesetzt, deine Brüder haben wie du ihren Verstand behalten, werde ich dafür sorgen, dass du deine Chance auf Sühne bekommst.“

Er ließ seine Axt los und richtete sich auf. In seinem Vox konnte er den Widerspruch von Ignatius und Ishmael hören, die ihm zwar nicht offen, aber über den geschlossenen Kanal widersprachen.

„Genug davon. Ich habe meine Entscheidung getroffen.“

Eriks Stimme klang laut und seine schneidende Geste unterbrach jeden Widerspruch.

Ivar kauerte immer noch vor der Axt. Sein Atem hatte sich inzwischen beruhigt.

„Erhebe dich, Ivar. Du wirst für deine Sünden auf dem Schlachtfeld büßen, und wenn Russ es will, wirst du zu ihm nach Vallhalla aufsteigen.“

sagte Erik leise. Es dauerte einen Moment, bis Ivar sich langsam erhob. Sein Anblick war beunruhigend. Er war über drei Meter groß, auch wenn er sich nicht ganz aufrichtete. Sein Körper war immer noch stämmig, muskelbepackt, wie es sich für einen Astartes des Ordens gehörte, aber er war auch gestreckt. Seine Arme und Beine waren in die Länge gewachsen, und die veränderte Anatomie seines Körpers machte es ihm unmöglich, sich ganz aufzurichten. Sein Körper war vollständig von einem dichten grauen Fell bedeckt. Er sah aus wie auf den alten Abbildungen in den Gruselgeschichten, die man den Kindern erzählte, damit sie nachts nicht in den Wald gingen. Ja, man nannte diese Ungeheuer in der Sage die Wulfen. Aber das hier war etwas ganz anderes.

Ivar stand völlig still da. Seine Arme hingen neben seinem Körper herab. Seine Augen folgten den Bewegungen der Diener.

„Sie sind kein Essen.“

erhob Ishmael Einspruch, da er Ivars Blick erkannte.

„Wir müssen ihn irgendwo unterbringen ... bis wir ihn in die Schlacht werfen können.“

fügte er hinzu und blickte sich zu den Terminatoren um.

„Hier kann er nicht bleiben.“

Ignatius nahm schließlich den Finger vom Knopf und blickte zu Erik.

„Der Kerker ist im Moment leer. Dort können er und die anderen ... warten.“

Erik nickte. Er zog seine Axt aus dem Stein und blickte zu Ivar auf.

„Bruder Ivar. Tritt zurück. Wartet dort hinten. Wir werden den Rest des Rudels wecken.“

Während Ivar sich langsam in die Ecke der Halle zurückzog, folgten ihm die Augen der Terminatoren. Er blieb im Schatten stehen, und einen Moment lang waren nur seine funkelnden Augen zu sehen.

Ignatius blickte auf sein Narthecium.

„Die anderen sind vielleicht nicht mehr so... berechenbar.“

Erik befestigte seine Axt an seiner Rüstung und nickte.

„Können wir sie bewegungsunfähig machen, bis wir ihre Lage geklärt haben?“

Ignatius' Blick traf den von Ishmeal. Beide antworteten zur gleichen Zeit.

„Ja.“ „Nein.“

Es dauerte einen Moment.

„Vielleicht ...“

Ishmael ergriff das Wort.

„Ihr Organismus hat sich verändert, aber sie haben immer noch die Implantate. Wir können sie kontrollieren, zumindest bis zu einem gewissen Grad.“

Ignatius schüttelte den Kopf.

„Die Hypovegetationsmembran ist nicht dazu gedacht, einen Astartes zu betäuben... Missbrauch kann tödlich sein.“

Ishmael zuckte mit den Schultern.

„Sie werden sterben ... auf die eine oder andere Weise ...“

Er schwenkte seine Hände in der Luft. Erik hob die Hände.

„Ich gebe es nur ungern zu, aber Ishmael hat recht. Sie werden sterben, so oder so, wir werden ihnen eine Chance geben, sich friedlich zu verhalten, wenn sie es wünschen, ansonsten werden sie... Frieden erfahren.“

Damit sah er zu Ivar hinüber, der nur stumm nickte.

"Weckt sie auf."

Erik hatte sich in seine Kammer zurückgezogen. Er wollte ein paar Minuten zum Nachdenken haben, bevor er sich wieder dem Problem mit seinem entarteten Astartes zuwandte. Er hatte seinen Helm abgenommen und saß auf seiner Bank. Er stützte seinen Kopf auf seine Hand. Das war alles so kompliziert. Wenn sie ihre Korruption offen gezeigt hätten, wäre es einfacher gewesen. Dann wären sie einfach Verräter gewesen. Natürlich wäre das ein Schock gewesen, aber dann wäre die Hinrichtung völlig ohne inneren Widerspruch verlaufen. Aber jetzt, jetzt waren sie im Grunde tragische Märtyrer, gefallene Helden, unschuldig an ihrem Zustand, der nicht rückgängig gemacht werden konnte.

Es half nichts. Er atmete tief durch, hob seinen Helm auf und stand auf. Es war Zeit für ihn, in den Kerker zu gehen und den Eisenpriestern ihre Aufgabe zu erklären. Sie würden sie in die Schlacht schicken, um zu sterben, ja; aber das bedeutete nicht, dass sie ihnen nicht die Werkzeuge geben würden, um dabei den größtmöglichen Schaden anzurichten. Erik setzte seinen Helm auf und versiegelte ihn, dann verließ er seine Kammer. Sein Weg führte ihn denselben Weg hinunter, den er zuvor genommen hatte, und am Aufzug warteten wieder dieselben Wachen auf ihn.

„Mein Yarl.“

Erik nickte.

„Meine Brüder.“

Doch bevor er den Aufzug betreten konnte, meldete sich eine der Wachen zu Wort.

„Mein Yarl, ist es wahr?“

Erik nahm den Finger von der Ruftaste und trat einen Schritt zurück, um beide Astartes anzusprechen. Er legte beiden eine Hand auf die Schulterpanzerung.

„Ja, meine Brüder, es ist wahr. Eines unserer Rudel wurde im Kampf vom Erzfeind mit einem Fluch belegt. Sie können nicht gerettet werden.“

Der Astartes des Ordens, ein Blutwolf, der noch nicht lange auf den Beinen war, sackte buchstäblich ein paar Zentimeter in sich zusammen.

„Wie, wie ist das möglich?“

Erik richtete den Astartes mit beiden Händen auf.

„Bleib standhaft, Bruder. Die Wege des Warp sind unergründlich. Die verlorenen Brüder werden ihre Sühne im Kampf finden und dann, so Russ will, aufsteigen, um sich ihm in Vallhalla anzuschließen. Aber wir müssen standhaft bleiben, im Angesicht des Feindes und im Angesicht unserer Schwäche, wir werden nicht fallen.“

Er klopfte dem jungen Blutwolf auf den Schulterpanzer, das Geräusch war hohl und hallte im Korridor wider.

Beide Astartes nickten.

„Für Russ.“

Erik nickte und erwiderte.

„Für Russ, für den Allvater.“

Dann betrat er den Aufzug. Der Weg in die Kerker war auf einer Seite lang, sie befanden sich in den tiefsten Teilen der Festung. Noch wesentlich tiefer als die Generatoren. Im Falle eines Aufstandes würden sie einfach den einzigen Zugangsschacht sprengen und alles da unten unter Granit begraben. Auf ewig. Andererseits war es nicht weit genug, denn je näher er den Kerkern kam, desto näher rückte der Moment, in dem Erik sich wieder mit dem Problem befassen musste. Es ärgerte ihn, dass die Nachricht über Corius' Rudel so schnell die Runde gemacht hatte, aber andererseits war er auch nicht überrascht. So etwas hatte es noch nie gegeben. Noch nie.

Und solange er das Sagen hatte, würde es auch nie wieder passieren.

Mit einem sanften Ruck hielt der Aufzug an und die Türen öffneten sich in die Dunkelheit der Kerkerebene.

Hier unten hingen keine Lumen- Sphären, hier gab es kein Licht. Sie befanden sich fast 10 Kilometer unterhalb des Berges, der selbst fast 8 Kilometer hoch war. Was erst einmal hier unten war, erblickte nur in den seltensten Fällen wieder das Licht der Welt. Erik konnte die Schatten spüren. In diesen Tiefen lebten die Schatten ihr eigenes Leben. Schon die Vorfahren hatten diesen Berg als den Ort verehrt, an dem die Geister zu ihnen sprachen. Als Russ die Herrschaft übernahm, hatte er diesen Berg als Standort für seine Festung gewählt, weil er hier mit den Geistern von Fenris kommunizieren konnte. Geister, die nicht immer gut gelaunt waren. Es waren brutale, primitive Geister. Naturgeister. Es wurde als eine eindrucksvolle Mutprobe für junge Aspiranten angesehen, eine oder zwei Nächte unbewaffnet in den Tiefen der Festung zu überleben. Oft genug wurden grausam verstümmelte Leichen gefunden, wenn wieder einmal ein Kandidat von seiner Mutprobe nicht zurückgekehrt war.

Nun streiften die Geister um ihn herum. Er wusste, dass sie ihn nicht angreifen würden. Er war ein Sohn von Russ, er war ein rechtmäßiger Vertreter des Wolfskönigs. Und selbst wenn einer der Schatten ihn angreifen würde ... es wäre nicht der erste, den er besiegt hätte. Er genoss es fast, von den Geistern umgeben zu sein. Es lenkte ihn von seiner Aufgabe ab.

Er ging los. Das Auspex seines Helms erlaubte es ihm, selbst in dieser Dunkelheit zu sehen. Nach kurzer Zeit bog er um eine Kurve und sah in der Ferne den Schein von einigen Lampen. Da waren die anderen. Er wappnete sich für die nächste Begegnung mit den Wulfen.

„Mein Yarl.“

grüßten ihn seine Garde und die drei anwesenden Eisenpriester.

„Meine Brüder.“

Erwiderte er, als er aus dem Schatten trat. Vor ihm standen alle zehn Terminatoren seiner Leibgarde, drei seiner Eisenpriester und eine Handvoll von Ishmaels Dienerinnen. Ihnen gegenüber, in einem der Verliese, hockten die Wulfen. Ivar, der sich inzwischen die Runen der Sühne in den Oberkörper geschnitten hatte, stand vor den anderen.

„Mein Yarl, was sollen wir mit ihnen machen?“

Fragte einer der Eisenpriester und hob seinen Hammer in Richtung der Wulfen.

„Ihr werdet sie auf ihre letzte Schlacht vorbereiten. Sie werden für ihr Versagen büßen, indem sie in der Schlacht fallen. Aber bis es soweit ist, möchte ich, dass sie dem Feind den größtmöglichen Schaden zufügen.“

Die Eisenpriester schwiegen eine Weile. Erik wusste, dass sie über einen geschlossenen Kanal kommunizierten. Es störte ihn, aber er konnte es ihnen nicht verbieten.

„Mein Yarl, Ihr wollt, dass wir diese... Kreaturen mit Waffen und Rüstungen ausstatten? Wer garantiert, dass sie sie nicht gegen uns einsetzen?“

Als er seine Stimme erhob, klang darin eine deutliche Drohung.

„Niemand wird euch das garantieren, niemand muss das. Wir geben unseren Berserkern Waffen und schicken sie an die Front, im Vertrauen darauf, dass sie in der Hitze des Gefechts Freund von Feind unterscheiden können. Ivar hat uns sein Wort gegeben. Das Wort eines Bruders, eines Sohnes von Fenris, eines Sohnes von Russ!“

Seine Hand schloss sich fest um den Knauf seiner Axt.

„Aber vielleicht reicht uns das Wort eines Sohnes von Russ nicht mehr aus!!!“

Die Eisenpriester hoben ihre Hände.

„Mein Yarl, wir wollten nicht respektlos sein, es ist nur ... die Traditionen ...“

„Die Traditionen werden gewahrt werden.“

Die Eisenpriester fielen auf die Knie und verneigten sich.

„Wie Ihr wünscht, mein Yarl.“

Erik ließ seine Axt los und berührte jeden seiner Eisenpriester.

„Erhebt euch, meine Brüder. Eure Entschlossenheit, die Traditionen aufrechtzuerhalten, verdient Ehre.“

Erik blickte zu den Wulfen, Ivar und die anderen waren ebenfalls auf den Knien.

„Erhebt euch.“

Die Eisenpriester erhoben sich, ebenso wie die Wulfen in der Zelle. Einer der Priester zog einen Scanner aus einer seiner Taschen und begann, Ivar zu scannen. Als er fertig war, deutete er dem nächsten an, vorzutreten. Währenddessen nahm Erik einen der Priester zur Seite.

„Ihre Rüstungen wurden geborgen. Sie sind praktisch irreparabel beschädigt. Benutzt, was ihr könnt. Fertigt ihnen Rüstungen an. Besorgt ihnen Nahkampfwaffen. Äxte, Klauen, was immer möglich ist. Wir werden sie auf Furia einsetzen.“

Der Eisenpriester nickte.

„Orks...“

bekräftigte Erik. Die Horde würde sich hervorragend für eine Sühne eignen. Orks waren immer auf der Suche nach einem Kampf. Nahkampf war ihre Spezialität, also würden die Wulfen eine Menge zu tun bekommen.

„Wie lange werdet ihr brauchen?“

Der Eisenpriester blickte zu seinen Brüdern.

„Gebt uns drei Tage. Es muss ja nicht für eine Parade sein ... oder?“

Erik klopfte seinem Eisernen Priester auf die Schulterpanzerung.

„Hervorragend.“

Erik drehte sich zu den Wulfen im Kerker um. Ivar stand am äußersten Rand des Verlieses, um den anderen Platz für die Scans zu lassen. Sein Blick wanderte immer wieder hin und her. Bis auf den letzten Wulfen waren nun alle gescannt worden. Die Prozedur würde bald abgeschlossen sein. Erik konnte an Ivars Gesichtsausdruck erkennen, dass er unglücklich war. Wer konnte es ihm verdenken. Ivar und sein Rudel waren stolze Krieger. Die besten und härtesten des Imperiums. So behandelt zu werden und schließlich auf diese Weise zu sterben. Natürlich würde ihre Ehre wiederhergestellt werden, aber das war nicht die Art, die ihnen vorbestimmt war. Ihr Schicksal war ein jahrhundertelanger Dienst im Namen des Imperators, im Namen von Russ. Ivar war noch keine hundert Jahre alt, er war noch nicht einmal einer der Graumähnen. Er war immer noch einer der Blutwölfe.

„Mein Bruder, sag mir, belastet es dich?“

Eriks Stimme war tief und eindringlich. Ivar nickte. Er versuchte zu sprechen, aber die Worte wollten sich nicht bilden. Frustriert schlug er gegen die Wand. Ein blutiger Fleck an der Stelle, an der seine Pfote gegen die Wand geschlagen hatte, blieb zurück.

Erik nickte stumm.

„Ich würde dich in die Kammern lassen, aber ich glaube, nicht einmal du selbst weißt, ob das eine gute Idee wäre.

Ivar schüttelte den Kopf. Seine Pfote hatte bereits wieder aufgehört zu bluten. Die Physis des Astartes war also noch da, nur die Form hatte sich verändert.

„Ich werde nach Met und Fleisch schicken. Ihr sollt in den Tagen vor der Schlacht nicht hungern.“

Ivar nickte.

„Braucht ihr sonst noch etwas?“

Ivar schüttelte den Kopf. Erik nickte. Hinter ihnen beendeten die Eisenpriester das Packen.

„Mein Yarl, wir haben, was wir brauchen. Wir werden sofort mit der Arbeit beginnen. Für Russ.“

Erik nickte und klopfte seinem Eisenpriester erneut auf die Schulterrüstung.

„Für Russ. Arbeitet schnell.“

Die Eisenpriester nickten und gingen. Erik wandte sich an seine Leibgarde und Ishmaels Dienerinnen.

„Meine Brüder. Ihr könnt gehen. Die Wulfen sind hier sicher untergebracht. Und Ihr... Ishmael erwartet sicher Euren Bericht. Geht mit ihnen.“

Seine Ehrengarde erwachte zu einem regen Treiben. Die schwere Terminator-Rüstung, fast unzerstörbare Belagerungsmaschinen, wandte sich dem Ausgang zu.

„Wie Ihr wünscht, mein Yarl.“

Die Antwort kam unisono von allen zehn Wächtern, und die stampfenden Schritte ließen den Boden erbeben, als sie an Erik vorbeimarschierten. Die Dienerinnen blieben jedoch stehen.

„Ihr könnt auch gehen.“

wiederholte Erik sich.

„Meister Ishmael hat befohlen, dass wir hier bleiben und alle Veränderungen und Verhaltensweisen der Wulfen dokumentieren, mein Yarl. Wir sind uns bewusst, dass dies hier unten nicht ungefährlich ist, aber Meister Ismaels Anweisungen waren eindeutig.“

Eine der fünf Dienerinnen hatte sich Erik zugewandt und verbeugte sich tief, wobei sie tiefe Einblicke hinter ihre Lederschürze gewährte. Erik hatte es schon vorher bemerkt. Alle Dienerinnen Ishmaels waren weiblich, und alle waren sie nackt. Er musste sie irgendwie genetisch verändert haben, damit sie überhaupt so lange unter diesen Bedingungen überleben konnten. Erik war sehr jung gewesen, als er vom Orden als Aspirant ausgewählt worden war, wie alle anderen Astartes auch. Er hatte es auch nie bemerkt, da sein Sexualtrieb, wie der seiner Brüder, durch die tägliche Konditionierung fast vollständig ausgelöscht worden war, aber alle Dienerinnen Ishmaels waren in außergewöhnlich guter körperlicher Verfassung. Alle waren, gewöhnliche Sterbliche würden es so nennen, hübsch. Erik grinste unter seinem Helm. Ishmael war ein Buch mit sieben Siegeln, aber es machte ihm nichts aus, von „hübschen“ Dingen umgeben zu sein. Als Wolfspriester war er mehr oder weniger den ganzen Tag mit Blut, Tod, Verstümmelung und dergleichen beschäftigt.

„Also gut. Ich werde dir ein paar Lumen- Sphären bringen lassen und ihr sollt auch etwas zu essen bekommen. Braucht ihr sonst noch etwas?“

Die Dienerin blickte starr zu Boden.

„Nein, mein Yarl. Wir kommen schon zurecht.“

Sie wandte sich wieder ihren Studien zu. Erik hingegen wandte sich an Ivar, der die Dienerin mit mehr als nur beiläufigem Interesse ansah.

„Das ist kein Essen.“

Erik ahmte Ishmaels Stimme nach, und Ivars Blick sprang zu ihm zurück. Er konnte den entschuldigenden Blick in Ivars Augen sehen, und die Haltung seiner Ohren verriet, dass er sich ertappt fühlte.

„Mein Bruder. Um deines und meines Seelenheils willen, mach mir hier keinen Ärger.“

Ivar schüttelte den Kopf und versuchte, seinen Speichelfluss durch Schlucken zu unterdrücken.

„Die Instinkte werden immer stärker.“

Es war keine Frage, sondern eine einfache Feststellung. Erik hatte genug Zeit mit Fenris-Wölfen verbracht, um ihre Verhaltensweisen zu kennen. Ivar nickte. Jetzt, wo sein Körper der eines Tieres war, würde sein Verstand langsam folgen.

„Ich vertraue auf deinen Verstand. Bleib standhaft, Bruder.“

Ivar nickte und streckte ihm einen Arm durch die Gitterstäbe entgegen. Erik ergriff den Arm knapp oberhalb des Handgelenks, und Ivar tat dasselbe mit ihm. Ein Händedruck zwischen Kriegern war mehr als ein einfacher Gruß. Es war ein Versprechen. Erik nickte und Ivar tat das Gleiche ihm gegenüber.

Erik nahm sein Kampfmesser von seiner Hüfte und legte es Ivar in die Pranke.

„Wenn es nötig wird, gewähre ihnen und dir selbst den Frieden.“

Ivar nickte.

„Achtet auf die Menschen. Ihr wisst, was sich hier unten aufhält, und wir wissen, dass diese Gitterstäbe euch sowieso nicht aufhalten würden.“

Ivar legte eine Pfote auf das Gitter, sah zu den Menschen hinüber und dann wieder zu Erik. In seinem Blick lag etwas Unergründliches, aber er nickte.

Erik holte tief Luft und wandte sich zum Gehen.

Als Erik ging, wurde es sehr still. Ivar und sein Rudel zogen sich für eine Weile in die hintersten Ecken des Kerkers zurück. Sie konnten sich nicht wirklich verständigen. Sie verständigten sich mit Handzeichen, die sie normalerweise im Kampf verwenden würden. Ein Rudel kämpfte von Anfang an gemeinsam. Sie waren gemeinsam als Aspiranten aufgenommen worden, sie hatten die Initiation gemeinsam überstanden und danach immer gemeinsam gekämpft. Sie verstanden sich auch ohne Worte. Die Stimmung war getrübt. Einige der Überlebenden waren wütend darüber, dass sie keine Schuld an dieser Misere trugen und nun dafür leiden und sterben mussten. Ivar konnte sie verstehen. Auch er war wütend, aber er wusste auch, dass Erik weit über die Grenzen des Gesetzes hinausgegangen war, um ihnen wenigstens die Möglichkeit zu geben, ihre Ehre wiederherzustellen. Ivar erkannte auch, dass nur er und ein anderer Astartes, Brannan, noch bei klarem Verstand waren. Die anderen drifteten immer weiter auf die wilde Seite ab. Sie konnten sich zwar beherrschen, aber ihre Stimmung wurde allmählich immer aggressiver und sie begannen, Stimmen in den Schatten zu hören. Stimmen, die ihnen zuflüsterten, sie sollten sich ihren Instinkten hingeben, um wieder eins mit Fenris und der Wildnis zu werden. Sie wussten von der Klinge, die Ivar von Erik erhalten hatte, und von der Mission, der er zugestimmt hatte. Ivar hatte keine Geheimnisse vor seinem Rudel, und sie stimmten zu.

Nach einer Weile hörten sie Schritte auf dem Korridor, der vom Aufzug wegführte. Einige Diener kamen, begleitet von einigen Gardisten der Planetarischen Verteidigungsstreitkräfte. Sie brachten die versprochenen Vorräte.

Als die Leute die Wulfen sahen, gerieten sie fast in Panik. Da half es auch nicht, dass sich einer von ihnen knurrend dem rostigen Eisengitter ihrer Zelle näherte. Einige der Wachmänner hoben ihre Waffen. Es war jedoch zweifelhaft, ob einfache automatische Gewehre ausgereicht hätten, um einen von ihnen zu töten. Ivar erhob sich, trat hinter seinen Bruder und zerrte ihn lässig nach hinten weg und warf ihn gegen die gegenüberliegende Wand. Der dumpfe Aufprall wurde von einem Knurren untermalt, das eher genervt als schmerzhaft klang.

Ivar gefiel das überhaupt nicht. Er imitierte eine beschwichtigende Geste mit seinen Pfoten und blieb in seiner nicht ganz aufrechten Haltung. Seine Augen leuchteten leicht im Halbdunkel. Er wirkte bedrohlich, dunkel, undurchschaubar, obwohl er das wahrscheinlich gar nicht beabsichtigte. Seine Statur und Haltung, gepaart mit seinem Aussehen, das so sehr an die Monster aus den Kindergeschichten erinnerte, ließen ihn einfach einschüchternd erscheinen. Er wartete, bis die Gardisten sich beruhigt und ihre Waffen gesenkt hatten. Ivar nickte, streckte langsam eine Krallenpfote durch das Gitter und deutete auf den Met und das Fleisch.

Die Dienerinnen, die die Krüge mit Met trugen, näherten sich Ivar sehr zögerlich. Mit einem möglichst großen Abstand zu den Wulfen reichten sie ihm den ersten Krug. Ivar nahm ihn vorsichtig und zog ihn zu sich in den Kerker. Hinter ihm stand einer der Wulfen auf und nahm den Krug an sich. Ohne den Blick von den Dienerinnen abzuwenden, steckte Ivar seine Pfote wieder durch die Gitterstäbe. Der zweite Krug wurde ihm gereicht. Diesmal schon mit weniger Zurückhaltung. Etwas in seinen Augen schien sie anzuziehen. Ivar reichte auch diesen Krug weiter.

Währenddessen reichten die anderen Diener die Vorräte an die anderen Dienerinnen weiter, die Ishmael eingeteilt hatte.

„Habt ihr keine Angst, mit diesen... Monstern?“

fragte einer der Träger, als er seine Tasche neben eine der Frauen stellte. Er starrte auf die spärlich bedeckten Körper der Frauen, die dort kauerten. Eine von ihnen nickte ihm dankend zu, richtete ihren Blick aber direkt wieder auf die Wulfen, die sich bereits am Met labten.

„Nein, warum sollten wir? Sie sind wahrscheinlich zivilisierter als einige der anderen Männer hier.“

Die Spitze hatte getroffen, und der Träger zog sich verlegen zurück. In der Zwischenzeit befestigte einer der Gardisten einige Lumensphären an den Wänden, nahm dann wieder seine Wachposition ein und starrte in die Dunkelheit. Hatte sich etwas bewegt?

Ivar nahm den vierten und letzten Metkrug, streichelte die Hand der Dienerin und ließ ein leises Knurren hören. Die Berührung löste etwas in ihm aus. Ein Verlangen schien tief in ihm zu erwachen. Vorsichtig zog er den Krug aus den Händen der Frau und reichte ihn seinen Brüdern zurück. Die Frau strich mit ihrer anderen Hand über die Stelle, die er berührt hatte. Auch sie hatte es bemerkt. Sie schaute ihm tief in die Augen, bevor sie sich umdrehte und einen der Schinken von dem Brett nahm, das die Träger hinter ihnen hielten. Sie trat näher an den Kerker heran.

„Vorsichtig, Inka.“

Warnte einer der anderen Träger. Doch Inka war wie gebannt von der riesigen Kreatur, die nur durch ein tausend Jahre altes Gitter von ihr getrennt war. Ivar senkte langsam den Kopf, während er vorsichtig seine Pfoten durch das Gitter schob. Unglaublich sanft umklammerte er die Hände der Dienerin und wartete ab, was geschehen würde. Die Frau sah zu ihm auf und zog ganz langsam eine ihrer Hände unter der seinen hervor. Vorsichtig hob sie ihre Hand und streckte sie zu seinem Kopf. Doch bevor sie ihn erreichen konnte, ergriff einer der Wachmänner ihre Hand.

„Nicht. Das sind Tiere. Es ist zu gefährlich.“

Ivar zog den Schinken vorsichtig in den Kerker. Ihm entging nicht, dass Ishmaels Dienerinnen sehr aufgeregt wirkten. Auch er reichte den Schinken weiter. Als er sich wieder umdrehte, stand der Gardist vor ihm und hielt den Schinken.

„Ich weiß, dass du mich verstehst. Ich weiß, was du bist. Ich weiß, was du willst.“

Es lag unverhohlener Hass in seiner Stimme. Ivar richtete sich so weit auf, wie es der Kerker und sein Körper zuließen. Seine Lippen bebten, als er auf den Menschen herabblickte. Der Gardist wich nicht zurück. Auch er war ein Sohn von Fenris. Furcht gehörte nicht zu seinen Eigenschaften. Ivar sah den Menschen einen Moment lang an, bevor er nickte und langsam seine Pfoten durch die Gitterstäbe schob. Der Wächter reichte ihm den Schinken und Ivar nahm ihn. Als er versuchte, ihn zu sich zu ziehen, ließ der Wächter nicht los. Ivar holte tief Luft, das Rasseln seiner Atemzüge schien unheimlich laut in der angespannten Stille des Kerkers. Ivar legte den Kopf leicht schief und schloss die Augen, es schien, als würde er etwas oder jemandem zuhören, dann ließ er den Schinken los. Als er die Augen wieder öffnete, deutete er auf den dunklen Korridor, der zum Aufzug führte. Der Wachmann grinste vor sich hin, nickte ihm zu und blickte in die Dunkelheit.

Von dort blickten ihn zwei rot glühende Augenpaare an. Der Wachmann ließ den Schinken fallen und tastete nach seinem Gewehr, die Frauen gerieten in Panik und auch die anderen Wachmänner und Träger versuchten, ihre Waffen auf den Feind zu richten.

Alles geschah gleichzeitig so unglaublich schnell, und doch kam es Ivar vor, als geschehe es in Zeitlupe. Als der Schinken den Boden berührte, sprang eine schwarze Gestalt aus der Dunkelheit. Ihre Gestalt war unergründlich, sie schien das Licht einfach zu absorbieren. Der erste Gardist wurde einfach von den Füßen gefegt, und die Gestalt stürzte sich auf ihn, ohne auch nur auf eine Reaktion der anderen zu warten. Als die zweite Gestalt aus dem Schatten trat, flog die Tür des Kerkers bereits durch den Gang. Sie durchbohrte die Gestalt, als wäre sie aus Rauch. Ivar trat aus der Zelle, hielt Eriks Kampfmesser in seiner Pfote und stürzte sich ohne zu zögern auf die zweite Gestalt. Anders als bei der Tür durchdrang das Kampfmesser den Körper der schattenhaften Gestalt nicht, deren Augen kurz aufblitzten.

Die Gardisten eröffneten das Feuer auf die erste Gestalt, und der Lärm der automatischen Waffen erfüllte den Gang. Die Schreie der schattenhaften Gestalten waren weniger zu hören als zu spüren. Die Gestalt wich von der Leiche des Wachmanns zurück und drehte sich zu den anderen um, die sie unter Beschuss nahmen. Sie schritt einfach langsam durch den Kugelhagel. Das Einzige, was man an ihr erkennen konnte, waren die Augen. Gerade als es einen weiteren Sprung machen wollte, stürzten sich zwei weitere Wulfen auf die Gestalt und zwangen sie zu Boden. Während sich die Gardisten weiter zurückzogen und versuchten, auf ihre Ziele zu schießen, ohne die Wulfen zu treffen, versammelten sich die Frauen um eine der Lumen- Sphären. Ishmaels Dienerinnen waren außer sich und konnten mit der Dokumentation nicht Schritt halten.

Ivar verhedderte sich in der Gestalt und stach mit dem Kampfmesser auf sie ein. In diesem Kampf verwendete er keine Finesse, er massakrierte sie einfach. Es dauerte nicht lange. In einem Augenblick war alles vorbei. Die schattenhaften Gestalten verschwanden einfach. Ivar richtete sich auf. Er war mit einer schwarzen Flüssigkeit bedeckt, die langsam verschwand. Er blutete aus einigen oberflächlichen Wunden, die aussahen wie Einschusslöcher. Seine Brüder sahen ähnlich aus, als sie aufstanden. Die Gardisten luden hektisch ihre Gewehre nach, als Ivar langsam auf sie zukam, das Kampfmesser in seinem Dolchgriff, während sein Blut träge von der anderen Pfote tropfte. Seine Brüder standen einfach nur da. Sie atmeten nicht einmal schwer. Einer von ihnen wischte sich die letzten Reste der schwarzen Masse aus den Mundwinkeln.

Einer der Wachmänner hob sein Gewehr, aber Ivar ignorierte ihn einfach. Er drehte den Kopf zur Seite und ein lautes Knirschen war zu hören, bevor er mit einem erleichterten Gesichtsausdruck an den Gardisten vorbeiging. Vor den Frauen hockte er sich hin und wartete.

„Was macht ihr da ...“

Weiter kam der Gardist nicht, als einer der Wulfen sich ihm von hinten näherte und ihm eine schwere Pfote auf die Schulter legte. Die anderen Gardisten hoben gerade ihre Waffen, als die übrigen Wulfen durch die Tür des Kerkers in den Gang traten.

Sieben gegen drei, nicht die geringste Chance, nicht in tausend Jahren.

„... Scheiße...“

Versuchte ein weiterer Gardist, nur um durch einen Fingerzeig eines anderen Wulfen zum Schweigen gebracht zu werden.

Ivar hockte sich vor die Dienerin, die ihm vorhin sehr nahe gekommen war. Langsam streckte er seine Pranke nach ihr aus und hielt kurz davor an, ihre Wange zu berühren. Sein Blut tropfte nicht mehr, aber seine Pfote war immer noch mit Blut verschmiert. Er wollte sie gerade zurückziehen, als die Frau nach ihr griff und sie an ihre Wange drückte. Ivar schloss die Augen, und nach einem kurzen Moment der Anspannung schien die ganze Last von ihm abzufallen.

Als er die Augen wieder öffnete, standen die anderen Frauen mit offenem Mund um die beiden herum, während die Frau, deren Wange er streichelte, mit geschlossenen Augen dasaß und den Moment zu genießen schien. Nach einem Moment, der sich für Ivar wie eine Ewigkeit anfühlte, erhob er sich wieder und zog seine Pfote vorsichtig zurück. Sie hinterließ einen pfotenförmigen Abdruck auf der Wange der Dienerin. Seine Brüder hatten bereits die restlichen Schinken genommen und waren in den Kerker zurückgekehrt. Ivar folgte ihnen. Die Gardisten waren außer sich. Vor Wut, vor Neid, vor Verbitterung ... Die Dienerinnen Ismaels waren außer sich. Vor Freude, vor Neugierde, vor Neid... Auch die Frauen waren außer sich. Vor Angst, vor Neid, vor Wut... Nur die Wulfen waren ruhig, zumindest nach außen hin. Sie kauerten im Kerker und labten sich an Schinken und Met. Die beiden, die die Schattenbestie besiegt hatten, prahlten mit ihrer Heldentat.

Ivar stand an der Tür zum Kerker und sah zu den Leuten hinüber. Die Gardisten waren die ersten, die ihre Fassung wiedererlangten. Während einer von ihnen jede Seite des Ganges absicherte, versuchte der letzte, die Frauen zu beruhigen. Die Träger waren die nächsten, die sich beruhigten. Aus dem aufgeregten Geplapper war zu entnehmen, dass sie extrem aufgeregt waren und so schnell wie möglich aus dem Kerker herauswollten, dass sich jemand Inkas Wange ansehen musste, nicht dass sie auch noch mutierte und dass die Männer wirklich absolut nutzlos waren. Die einzigen, die mit der Zeit noch aufgeregter zu werden schienen, waren Ishmaels Dienerinnen. Sie überschlugen sich förmlich bei dem Versuch, das soeben Geschehene in Worte zu fassen und für Ishmael zu dokumentieren, und sie waren einerseits äußerst interessiert an der Wange der Trägerin und wollten es selbst ausprobieren.

Als der Gardist die Frauen schließlich beruhigt hatte, kam er zu dem Schluss, dass es besser sei, jetzt zu gehen. Zum einen mussten sie Bericht erstatten, und zum anderen musste Inka dringend einen der Wolfspriester aufsuchen. Am besten, bevor eine weitere Schattenbestie auftauchte. Als sich der Trupp in Bewegung setzte, sah Ivar ihnen nach. Als sie schließlich gingen, fiel sein Blick auf die verbliebenen Dienerinnen.

Ein dunkles Lächeln malte sich auf sein Gesicht.

Er schaute sich noch einmal bei seinen Brüdern um, die weiterhin genüsslich schmatzten. Langsam und leicht geduckt verließ er den Kerker. Die Frauen bemerkten ihn zunächst nicht, sie waren so sehr damit beschäftigt, zu dokumentieren, was geschehen war, dass sie ihn erst bemerkten, als er vor ihnen hockte. Der anfängliche Schock über seine Anwesenheit war schnell überwunden, denn er bewegte sich nicht. Er saß einfach da und beobachtete die fünf Dienerinnen bei dem, was sie taten.

Sie waren furchtbar aufgeregt und flüsterten untereinander. Ivar legte den Kopf leicht schief und wollte gerade seine Pfote ausstrecken, als sein Blick auf das getrocknete Blut fiel, das seine Pfote bedeckte. Geistesabwesend leckte er es ab. Es schmeckte vertraut, nach Eisen, nach Kupfer und nach Leben. Die Frauen sahen ihm fasziniert zu, und diesmal war es tatsächlich eine von ihnen, die als Erste die Hand nach ihm ausstreckte. Ivar hielt inne und betrachtete die junge Frau, die vor ihm stand und ihm ihre Hand auf Höhe seines „Gesichts“ entgegenstreckte. Er setzte seine eigene Pfote ab und seine Nase schnupperte.

In ihm kämpften sein Verstand, der ihn zurückhalten wollte, und seine Instinkte, sein Drang, der endlich die Oberhand gewinnen wollte. Er sehnte sich danach, sie zu berühren, sie zu schmecken, zu... Er stützte sich auf seine Pfoten und schob seinen Kopf langsam vor, bis seine Schnauze die Hand der Frau berührte.

Sein Fell war erstaunlich weich, auch wenn es nicht so aussah. Es fühlte sich warm und geschmeidig an. Sein Atem, der ihren Unterarm streifte, war in der umgebenden Kälte brennend heiß. Er hatte die Augen geschlossen und genoss offensichtlich die Berührung. Als er sich nicht weiter bewegte, nahm die junge Frau all ihren Mut zusammen und machte einen Schritt auf den Wulfen zu. Ihre zweite Hand wanderte zögernd und zitternd zu seinem Kopf und berührte seine Schnauze auf der anderen Seite. Er ließ sie gewähren, ohne eine Regung zu zeigen. Ihre Kollegen waren außer sich und ihre Finger flogen über die Datentafeln, um alles zu dokumentieren. Sie jedoch ließ sich nicht ablenken und begann, den Kopf der Kreatur sorgfältig zu untersuchen. Langsam und sanft streichelte sie seine Schnauze und seine Wangen, dann glitten ihre Hände zu seinem Kopf hinauf und sie spürte, wie sich die Muskeln unter ihren Fingern bewegten, während seine Ohren sich bewegten, um weiterhin die Umgebung zu überwachen.

„Er ist so weich ...“

entfuhr es ihr mit einem Kichern und als Ivar sich weiterhin nicht bewegte, wurde sie mutiger.

Sie befühlte seine Ohren und fuhr mit den Händen durch das dichte Fell an seinem Hals. Sie schien die richtige Stelle gefunden zu haben, denn Ivar neigte den Kopf und legte mehr Gewicht auf ihre linke Hand. Sie lächelte unbewusst, als sie begann, den Wulfen hinter seinem rechten Ohr zu kraulen.

„... ähnlich wie einer der Wölfe...“

sagte sie träumerisch. Ivar knurrte leise, es war weniger ein Warnlaut als ein Grunzen der Entspannung. Sie ließ ihre Hände an seinem Hals hinuntergleiten und spürte die starken Muskelstränge unter seinem Fell. Sie zog ihre Hände vorwärts zu seiner Brust. Die Runen, die in seine Brust geschnitten waren, heilten bereits deutlich. Es würden Narben zurückbleiben, aber sie würden durch das dichte Fell überhaupt nicht zu sehen sein. Sie spürte das Muskelspiel seines Atems und die kleinen Bewegungen, die ihn in Position hielten. Sie fuhr mit den Fingern über seine enormen Brustmuskeln und verlor sich in den kleinen Fellwirbeln, die hier und da auftauchten. Die Atmung des Wulfen vertiefte sich langsam, je länger sie seinen Körper erforschte.

Gerade als sie einen der Arme untersuchen wollte, richtete sich Ivar ganz langsam auf und verlagerte sein Gewicht auf seine Hinterbeine. Ganz langsam hob er seine Pfote und legte sie unendlich sanft auf ihre Wange. Er ließ sie einfach dort liegen, während die junge Frau ihre Hände auf die seine legte. Seine Pfote war weich und ihre Berührung so unglaublich zärtlich, etwas, das man einem Monster, das vor weniger als einer Viertelstunde ein Schattenwesen auf brutalste Weise getötet hatte, niemals zutrauen würde. Sie tat es ihm gleich, schloss die Augen und legte ihren Kopf in seine Pfote. Ivar strich ihr sanft mit seinem Daumen über die Wange und senkte den Kopf. Unmerklich zog er sie zu sich heran. Sie war sich nicht bewusst, dass sie sich auf den Wulfen zubewegte. Erst als er seine zweite Pfote auf ihre andere Wange legte und sie die Augen öffnete, bemerkte sie, dass sein Kopf nur noch wenige Zentimeter von ihrem entfernt war. Für einen kurzen Moment wollte sie zurückweichen, doch als sie ihm in die Augen sah, entspannte sie sich wieder. Ivar schloss die Augen, neigte den Kopf nach vorne und berührte mit einer uralten Geste ihres Volkes ihre Stirn mit seiner. Diese Geste wurde auf Fenris schon immer verwendet, um große Zuneigung auszudrücken. Aufgrund der harten Bedingungen, die auf der Oberfläche herrschten, hatte sich dieser Ausdruck gegenseitiger Liebe gegenüber dem Kuss durchgesetzt. Zu viele Fenrisianer waren bereits an den Lippen des anderen festgefroren.

„... Bei Russ, sieh dir das an...“

quietschte eine der anderen Frauen und hämmerte förmlich auf ihre Datentafel ein. Die anderen Frauen sahen mit offenem Mund zu, wie der Wulfen seine Stirn noch zwei- oder dreimal an der ihrer Kollegin rieb, bevor er den Kopf zurückzog und seine Augen wieder öffnete.

Die junge Frau war völlig überwältigt und blinzelte einige Male, während sie versuchte, ihre Gedanken zu ordnen.

Die Astartes waren nicht dafür bekannt, ihre Zuneigung so intensiv zu zeigen, und bei einem Normalsterblichen schon gar nicht. Bei ihnen waren es meist eher martialische Ausdrücke. Schläge auf die Schulter, gegenseitiges Festhalten an den Unterarmen, und wenn es besonders intensiv war, war vielleicht eine freundschaftliche Umarmung fällig. Sie hatte noch nie einen der Astartes diese Geste anwenden sehen. Sie holte tief Luft und ließ die Pfoten des Wulfen los. Sie folgte den Armen des Tieres bis zu seinem Körper und zog es dann zu sich heran. Ivar fügte sich ihrer Umarmung ohne jeden Widerstand. Sie drückte sich fest an seinen Körper und zog ihn an sich, krallte sich mit ihren kleinen Händen in sein Fell und ließ ihn nicht los. Er seinerseits legte seine riesigen, langen Arme um ihre zierliche Statur.

Sie verschwand fast in seiner Umarmung. Sanft legte er seinen Kopf auf den ihren und seine Hände streichelten ihren Rücken. Ihre Haut war kalt, und unter seinen warmen Pfoten konnte er spüren, wie ihre Muskeln zitterten. Ob das von der Aufregung oder der Kälte herrührte, konnte er nicht recht deuten, aber als seine Pfote über ihr Becken auf ihren Po glitt, konnte er dieses Zittern sehr wohl deuten. Ivar lief das Wasser im Mund zusammen. Seine Triebe und Begierden gewannen mehr und mehr die Oberhand. Er würde ihnen nachgeben müssen, bevor das Verlangen zu groß wurde und er vielleicht noch etwas tat, was er nicht wieder gutmachen konnte. Seine Krallen waren unglaublich scharf und als er sie vorsichtig über den Rücken der jungen Frau zog, hinterließen sie feine rote Linien. Sie zitterte und eine Gänsehaut bildete sich auf ihrem ganzen Körper. Dabei zerriss er die Lederriemen, die die Schürze der Dienerin hinter ihrem Rücken zusammenhielten. Als das Leder zu Boden fiel, spürte die Frau, wie etwas sehr Heißes und Feuchtes gegen ihren Bauch drückte.

Nein, nein, das konnte nicht sein.

Während sie sich vorsichtig aus der Umarmung löste und ein Stück zurücktrat, wanderte ihr Blick nach unten. Ihre Augen weiteten sich, als sie den riesigen Phallus sah, der sich ihr entgegenstreckte.

Als dann der heiße Speichel auf ihren Hals tropfte, wäre sie fast zurückgesprungen.

Ivar stand im Flur, sein Atem kam in langen, tiefen Atemzügen, die Zunge hing ihm seitlich aus dem Mund. Speichelfäden hingen an ihr. Seine Männlichkeit war noch nicht ganz erigiert, aber sie hoffte insgeheim, dass er nicht wesentlich größer werden würde.

„... Bei Russ, was hat er vor ...?“

Fragte eine der Frauen, die sich hinter ihrer mutigen Kollegin hockte und weiterhin versuchte, alles zu begreifen, was sich vor ihnen abspielte.

Es war offensichtlich, was in Ivars Kopf vor sich ging. Als er langsam einen Schritt auf sie zuging, wurde der jungen Frau erst jetzt richtig bewusst, dass ihre Schürze unter Ivars Pfoten lag und sie nun völlig entblößt vor ihm stand. Sie versuchte, sich mit den Händen zu bedecken und überlegte, wie sie sich aus dieser Situation befreien könnte. Sie war sich völlig im Klaren darüber, dass Widerstand völlig zwecklos war. Er war größer, schneller, stärker und wahrscheinlich frei von allen Skrupeln, die ein normaler Sterblicher in einer solchen Situation haben könnte.

Ein Geräusch ließ sie ihren Blick von Ivar abwenden. Hinter den Gittern des Kerkers stand sein Rudel. Sie waren in der gleichen Verfassung wie er und kamen ebenfalls langsam aus dem Käfig, um sich hinter ihm aufzustellen.

Jetzt wurden auch die anderen Frauen nervös. Für einen Wulfen und eine ihrer Kolleginnen war diese Rechnung einfach und offensichtlich. Ein ehrliches und ehrenvolles Opfer für die Wissenschaft. Und wenn Ivar mit ihr fertig wäre, wäre sein Hunger sicher gestillt. Oder etwa nicht? Nicht?

Aber acht Wulfen und eine Frau, diese Rechnung ging nicht auf. Acht Wulfen und fünf Frauen, diese Rechnung war... zumindest nicht unmöglich. Sie schluckten, als sie aufstanden und ihre Datentafeln schützend vor sich hielten. Sie würden gerne, sogar ohne zu zögern, ihrer mutigen Kollegin den Vortritt lassen. Als sie weiter zurücktraten, stellten sie jedoch fest, dass sie sich in eine Sackgasse an die Wand des Flurs manövriert hatten.

„... Was jetzt...?“

Fragte eine der Frauen, Panik und Angst schwangen in ihrer Stimme mit. Da die Wulfen jedoch keine Anstalten machten, sich unkontrolliert auf sie zu stürzen, fasste sich die junge Frau, die schon bisher Mut bewiesen hatte, ein Herz.

„... Wir werden dieser Situation nicht entkommen können... und wenn wir uns wehren, wird es nur noch schlimmer...“

Sie ließ die Hände sinken und ging einen Schritt auf Ivar zu. Ivar überragte ihre zierliche Gestalt um mehr als eineinhalb Meter. Seine Brust hob und senkte sich hypnotisch, und seine Männlichkeit schien im Takt zu pulsieren. Als sie vor ihm stand und zu ihm aufblickte, legte er wieder seine Pfote auf ihre Wange und streichelte sie zärtlich. Ein leises Wimmern verließ seine Kehle, als er seinen Speichel herunterschluckte. Sie nickte und ging vor ihm in die Hocke, bis sich sein Glied etwa auf Augenhöhe mit ihr befand. Seine Lippen verzogen sich zu einer grausamen Version eines Lächelns. Zögernd, mit zitternden Händen, griff sie nach seiner Männlichkeit. Er war fest, heiß und feucht, und er pulsierte in ihren Händen. Ivar schloss die Augen und sein Atem beschleunigte sich leicht. Sie begann, ihn sanft und langsam an seinem Schaft entlang zu streicheln. Sein Duft war wild und animalisch, würzig und moschusartig. Sie widerstand dem Drang, ihn sofort zu küssen. Sie hoffte, ihn vielleicht damit befriedigen zu können, wenn sie ihm nur auf diese Weise dienen würde. Diese Hoffnung wurde jedoch jäh zerschlagen, als sich sein Pack um sie herum positionierte. Von einem Moment auf den anderen war sie mit acht Wulfen konfrontiert, die alle mehr oder weniger intensiv um ihre Aufmerksamkeit buhlten.

Als Ivar dies bemerkte, öffnete er zuerst die Augen und einen Moment später sein Maul.

Was nun folgte, war wahrscheinlich die Mutterschelte seines Lebens, gefolgt von einer Reihe von Schlägen und Bissen, die sein Rudel in die Schranken wiesen.

Ivars Fell stand zu Berge und seine Augen, die bis dahin völlig ruhig gewirkt hatten, glühten.

Seine Haltung machte es auch ohne Worte unmissverständlich klar:

„Diese Beute gehört mir, sucht euch eure eigene!“

Sein Pack kauerte am Gitter des Kerkers, während Ivar sich wieder der jungen Frau zuwandte, die zwar dankbar war, aber auch unsicher, ob sie mit dem, was sie begonnen hatte, fortfahren sollte. Ivar war in der Lage, seinen Gemütszustand von einem Moment auf den anderen zu ändern. Sobald er wieder vor der jungen Frau stand, war seine ganze Körperhaltung wieder völlig ruhig. Er stellte sich vor sie und wartete, sie sah zu ihm auf und erkannte das Verlangen in seinen Augen. So leicht würde sie nicht davonkommen. Sie leckte sich über die Lippen und konzentrierte sich auf die Aufgabe, die vor ihr lag, oder besser gesagt, vor ihr stand.

Diesmal zögerte sie weniger, sie war sich sicher, dass er sie verteidigen würde, sollte sein Pack wieder versuchen, sich einzumischen. Sie packte sein Glied, diesmal fester, und begann, den Schaft mit ihren Händen zu streicheln und zu massieren. Ivar begann leicht zu hecheln und legte den Kopf in den Nacken. Speichel tropfte von seiner Zunge. Seine harte Männlichkeit und sein Geruch überwanden jede Zurückhaltung in der jungen Frau. Bevor sie sich überhaupt zurückhalten konnte, hatte sie seine Spitze geküsst. Sie schmeckte salzig, würzig und es war so unglaublich heiß. Sie konnte sich nicht mehr zurückhalten und so nahm sie die Spitze seines Gliedes in den Mund und begann daran zu saugen. Das Gefühl war unglaublich. Es war so falsch und doch so richtig zur gleichen Zeit. Sie spürte Ivars Pranke, die sich sanft auf ihren Kopf legte und sie daran hinderte, seine Männlichkeit wieder freizugeben. Ihre Hand glitt von seinem Schaft zu seinen Eiern und fühlte sanft deren Bewegung, während ihre andere Hand weiterhin seinen Schaft massierte.

Sie spürte den sanften Druck, den Ivar auf ihren Kopf ausübte, und ließ ihn tiefer in ihren Mund gleiten. Langsam, aber nicht ohne Nachdruck, zwang er ihren Kopf, sich an seinem Schaft entlang zu bewegen. Die junge Frau wusste, dass sie nicht widerstehen konnte, seine Kraft übertraf ihre um Längen, und so übernahm sie die Bewegung und führte sie selbst fort. Mit jedem Herausziehen saugte sie fester und ließ ihre Zunge an der Unterseite seines Gliedes spielen. An seinem Zucken konnte sie erkennen, dass ihm das sehr zu gefallen schien. Sie packte seine Männlichkeit fester, damit sie sich nicht bewegen konnte, und verstärkte ihre Bemühungen. Gleichzeitig packte sie seine Hoden noch etwas fester.

Sie wurde mit einer Mischung aus Knurren, Wimmern und schwerem Hecheln belohnt. Ihr Kopf glitt schnell an seinem Schaft entlang, so weit wie sie es konnte. Er war eindeutig zu groß für sie, um auch nur im Entferntesten zu versuchen, ihn ganz hinein zu bekommen.

Als sie merkte, dass die Muskeln in seinen Beinen zu zittern begannen, zwang sie ihren Kopf gegen den Druck seiner Pranke zurück, um sein Glied aus ihrem Mund zu bekommen. Einen Moment lang war sie erstaunt, dass er es zuließ. Sie bewegte ihren Kiefer kurz durch, während sie sein Glied mit ihrer Hand massierte.

„Nein, nein, nicht so schnell...“

sagte sie leise. Sie rutschte ein wenig näher und begann, seinen gesamten Schaft zu lecken. Ivar ballte die Pfoten zusammen und fletschte die Zähne. Die junge Frau verstand, was sie tat, sie wusste, dass sie ein gefährliches Spiel spielte. Ihn zu reizen konnte unvorhersehbare Folgen haben, aber sie war sich sicher, dass er es so wollte, sonst hätte er sie nicht gelassen.

Sie spielte mit ihrer Zunge um die Spitze seines Gliedes, um es nur ab und zu zu küssen und die Basis seiner Männlichkeit weiter zu kneten. Ivar war kurz davor, er spannte sich an, um das Gefühl noch ein wenig länger aufrechterhalten zu können. In diesem Moment nahm sie sein Glied wieder in den Mund und saugte unglaublich intensiv daran. Das trieb Ivar zum Äußersten und er explodierte förmlich in ihrem Mund.

Innerhalb eines Augenblicks füllte er ihren Mund. Seine Ejakulation war so plötzlich und so heftig, dass sie sich daran heftig verschluckte. Sie zog sein Glied aus ihrem Mund und hustete, während er seinen Samen überall auf ihr verteilte. Es war eine erstaunliche Menge.

Es dauerte einen Moment, bis sie sich wieder gefangen hatte und den Rest seines Samens aus ihrer Luftröhre herauswürgen konnte. Ivar stand schwer atmend vor ihr. Als er auf sie herabblickte, spiegelten seine Augen Zufriedenheit, Neugier und Verlangen wider. Dies war sein erstes Mal gewesen. Nie zuvor hatte er dieses Gefühl empfunden. Es war glorreich gewesen. Sein Verlangen wurde durch diese neue Erfahrung nur noch mehr angeheizt.

Mit einem Seitenblick konnte er sein Rudel sehen, dem diese Entwicklung natürlich nicht entgangen war. Er fletschte leicht die Zähne. Er war noch nicht fertig mit seiner Beute. Sein Rudel orientierte sich am Rest der Frauen, die in einer Mischung aus Faszination und Panik zwischen ihrer Kollegin, Ivar und seinem Rudel hin und her blickten.

Es war mehr als offensichtlich, was als nächstes passieren würde.

Erst zwei Tage später wurde bekannt, was Ivar und sein Rudel mit Ishmaels Dienern im Kerker angestellt hatten. Als ein weiterer Versorgungstrupp in die Tiefen der Festung hinabstieg, hatten sie sie gefunden.

In unheiliger Eintracht vereint, hatten die Dienerinnen mit den Wulfen verkehrt. Die Details, mit denen der Träger Erik die Ereignisse im Kerker beschrieben hatte, waren mehr als nur beunruhigend. Es hatte nicht nur Geschlechtsverkehr zwischen den degenerierten Astartes und den Frauen stattgefunden, sie schienen es auch genossen zu haben. Ishmael hatte die Frauen sofort in sein Labor bringen lassen und würde nun weiß der Imperator was für Dinge mit ihnen anstellen.

Erik war wutentbrannt in die Kerker hinabgestiegen. Er war kurz davor, Ivar einfach umzubringen. Wer weiß, was sie da unten alles hätten heraufbeschwören können. Es war schon schlimm genug, dass er die acht am Leben gelassen und damit die Missbilligung einer ganzen Großkompanie auf sich gezogen hatte, jetzt hatten sie in ihrer Entartung auch noch Teile der Festung geschändet.

Der Flammenwerfer in seinen Händen wog beruhigend schwer und würde jede Schändung „seiner“ Festung beseitigen. Als er um die letzte Biegung kam, waren Ivar und sein Rudel nicht mehr zu sehen. Eriks Augen weiteten sich.

„... Sie werden nicht...“

sagte er mehr zu sich selbst, als dass er jemanden damit ansprechen wollte. Er beschleunigte seinen Schritt erheblich. Als er schließlich im Kerker ankam, saßen Ivar und sein Rudel im Kerker. Sie schienen entspannt zu sein und blickten völlig gelassen zu ihm auf.

„Was zum...? Habt ihr eigentlich eine Ahnung, in was für einen Schlamassel ihr mich da hineingezogen habt?“

Schrie Erik, als Ivar sich langsam erhob.

„Wisst ihr überhaupt, was Ishmael mit diesen Frauen anstellen wird?“

Erik entzündete die Pilotflamme seiner Fackel. Ivar kam langsam auf ihn zu.

„Ich sollte dich gleich mit ihnen verbrennen, das wäre eine einfache und schnelle Lösung. Für den Moment eine völlig zufriedenstellende Lösung.“

Erik war völlig außer sich, seine Stimme überschlug sich. Obwohl er keinen Helm trug, um seine Stimme zu verstärken, schmerzte die Lautstärke in ihren Ohren. Ivars Ohren legten sich zurück, als er vor Erik zum Stehen kam. Er zog das Kampfmesser heraus und reichte es Erik. Dieser betrachtete die Klinge mit einer Mischung aus Wut und Abscheu. Sie war nun beschmutzt. Wahrscheinlich würde es zerstört werden müssen.

„Weißt du nicht, welche Folgen diese Ausschweifung haben könnte? Was wäre geschehen, wenn ihr irgendwelche Dämonen beschworen hättet. Slaneesh wartet nur auf eine solche Gelegenheit.“

Er warf die Arme in die Höhe.

„Aaaarrghhh...“

Sein Schrei hallte noch eine Weile nach, als er sich wieder zu Ivar umdrehte. Der stand unbeweglich vor ihm, das Kampfmesser immer noch in seiner Pfote.

„Raus da... Ihr alle... Sofort...“

Er wies auf eine Stelle etwas weiter oben im Korridor in Richtung des Aufzugs. Ivar und sein Rudel folgten seinem Befehl ohne zu zögern. Sie stellten sich an die Wand und warteten auf das Unvermeidliche. Erik entriegelte den Flammenwerfer und drückte ab.

Ivar und sein Rudel sahen schweigend zu, wie Erik ihre Zelle und den Korridor mit Flammen überflutete. Das Feuer des Flammers war so heiß, dass das Gitter fast augenblicklich zu Schlacke schmolz und der Granit zu glühen begann. Erst als der gesamte Tank der Waffe geleert war, ließ Erik den Abzug los. Der Gestank des Prometheums erfüllte den Gang und die Temperatur war unerträglich. Schweigend drehte sich Erik zu den Wulfen um. In seinen Augen spiegelte sich sein Zorn.

Mit einer Wucht, die einem Normalsterblichen wahrscheinlich alle Knochen gebrochen hätte, rammte er den Flammenwerfer in Ivars Magengrube. Der Wulfen brach zusammen wie ein nasses Handtuch. Doch während er sich auf dem Boden krümmte, kam kein Laut über seine Lippen, er nahm die Strafe mit Demut hin und hielt den Blick auf den Boden gerichtet.

„Ihr habt unverschämtes Glück. Die Eisenpriester sind mit euren Waffen und Rüstungen fertig. Sonst wärt ihr in dieser Zelle gewesen. Aber ich will nicht, dass die Arbeit der ehrbaren Eisenpriester umsonst war. Außerdem habe ich dir mein Wort gegeben, dass du für deine Sünden büßen darfst. Bete zu Russ, dass er deine Buße auf dem Schlachtfeld anerkennt.“

Erik wandte sich zum Gehen und schulterte den Flammenwerfer.

„Hebt ihn auf. Ihr brecht in vier Stunden auf. Die Garde wird euch bald abholen.“

Als er in Richtung Aufzug ging, begrüßte die Dunkelheit die Wulfen.

Die Thunderhawk war bereits aufgetankt und startbereit. Die Fregatte der Gladius-Klasse, die Russ's Suspicion, war aufgetankt und für den Flug zum Furia-System aufmunitioniert worden. Zusätzlich zu den Wulfen würde ein Kontingent von Blutwölfen, einige Fahrzeuge und einige von Ishmaels Dienerinnen die Reise antreten.

Erik stand in seiner Rüstung auf der Plattform und bellte dem Personal Befehle zu. Innerlich kochte er noch immer. Die ganze Operation war eine Katastrophe.

Als sich der Lastenaufzug am anderen Ende der Plattform öffnete und seine Elitewache zum Vorschein kam, war er erleichtert. Bald würde es dieses Problem auf seinem Planeten nicht mehr geben. Im Kampf würde sich dieses Problem schnell lösen lassen. Seine Wache verließ den Aufzug mit den typischen schwerfälligen Schritten der Terminatoren und bildete einen Kordon auf beiden Seiten des Aufzugs. Dann fiel sein Blick auf die Wulfen. Schon vorher hatten sie brutal ausgesehen, ohne Rüstung und ohne Waffen, doch jetzt waren sie Albträume auf zwei Beinen. Die Eisenpriester hatten gute Arbeit geleistet.

Ivar war der erste, der den Aufzug verließ. Er trug eine unmotorisierte Rüstung aus Ceramit und Adamantium. Sie war scharfkantig und grob, aber sie deckte die wichtigsten Schwachstellen ab. Erik erkannte in ihr Teile von Ivars alter Servorüstung. Was die Bewaffnung anging, hatten sich die Eisenpriester für zwei Kettenäxte entschieden. Geeignet für eine unkontrollierbare Bestie, die so viel Schaden wie möglich anrichten wollte, bevor sie starb.

An Ivars Hals waren mehrere Schläuche angebracht. Erik erkannte in ihnen Injektoren. Sie führten zu Behältern auf seinem Rücken. Sein Rudel war ähnlich ausgerüstet. Entweder mit Energieklauen oder Äxten.

Ivar ging vor Erik auf die Knie und senkte den Kopf, sein Rudel hinter ihm tat es ihm gleich. Erik erkannte die Behälter auf ihren Rücken. Frenzon, Adrenox, 'Slaught und Psychon ... Kampfdrogen. Sobald sie sich in den Kampf stürzten, würden sie unaufhaltsame Tötungsmaschinen sein, die weder Schmerz noch Angst kannten. Wahrscheinlich würden sie, selbst wenn sie den Kampf überlebten, an den Auswirkungen dieses Cocktails sterben. Erik nickte grimmig.

„Erhebt euch.“

Ivar und sein Rudel erhoben sich langsam. Erik machte einen Weg zum Thunderhawk frei.

„Euer Tod wartet auf euch. Sterbt aufrecht, büßt für eure Sünden, und Russ mag euch gnädig sein.“

Ivar nickte stumm.

„Es gibt viele Grünhäute auf Furia. Gute Jagd.“

fügte Erik hinzu und deutete auf das Landungsschiff.

Ivar fletschte die Zähne, es war eine sehr bizarre Variante eines Lächelns. Etwas, das entfernt wie ein Lachen klang, entrang sich seiner Kehle. Er packte die Äxte fester und stapfte zum Landungsschiff, gefolgt von seinem Rudel. Als sie den Thunderhawk betraten, schloss sich die Rampe hinter ihnen und der Pilot startete die Triebwerke. Als der Thunderhawk langsam von der Plattform abhob, spürte Erik eine große Erleichterung, als wäre eine tonnenschwere Last von ihm abgefallen. Erik öffnete einen Kanal in seinem Vox.

„Sagt der Russ' Suspicion Bescheid, die Fracht ist unterwegs. Gute Jagd.“

„Wie Ihr wünscht, mein Yarl.“

Erik nickte stumm und sah sich um.

„Reinigt alles gründlich, ich will die Wolfspriester hier haben. Jegliche Korruption muss beseitigt werden. Ich will, dass alle, die Kontakt mit den Wulfen hatten, befragt und auf Korruption überprüft werden. Ich will nicht, dass noch jemand hier den Kräften des Chaos zum Opfer fällt.“

In der Thunderhawk herrschte angespanntes Schweigen. Nachdem der Transporter die Atmosphäre verlassen hatte und alle Geräusche im Vakuum des Weltraums verstummt waren, war nichts mehr zu hören. Ivar und sein Rudel saßen im Frachtraum und warteten auf den Moment, in dem sich die Frachtschleuse öffnete und sie wieder auf der Russ' Suspicion ankamen.

„ETA zehn Minuten.“

Kam die roboterhafte Ansage aus dem Lautsprecher an der Wand. Genug Zeit, um sie einfach auf dem Transport zu „verlieren“. Aber Ivar vertraute auf das Wort seines Yarl. Warum sollte er sie jetzt, nachdem er so viel auf sich genommen hatte, auf diese unehrenhafte Weise töten lassen?

Ivar untersuchte seine Kettenäxte. Martialische Werkzeuge des Todes. Normalerweise benutzte der Orden solche Waffen nicht, sie bevorzugten Energiewaffen. Aber er konnte verstehen, dass sie ihm und seinem Rudel diese ehrwürdigen Waffen nicht anvertraut hatten. Kettenäxte hingegen würden sich gut eignen. Sie würden sich durch die Reihen der Feinde pflügen wie glühende Messer durch Butter.

Grünhäute. Orks. Wunderbare Gegner für eine Buße. Sie würden sich Ivar mit allem, was sie hatten, entgegenwerfen, und Ivar würde sie mit dem Zorn des Imperators konfrontieren.

*Für Russ, für den Allvater.*

dachte er. Wie schade, dass sie nicht den ehrwürdigen Schlachtruf schreien konnten, wenn sie sich in die Schlacht stürzten. Ein gutturales Heulen würde genügen müssen.

Er betrachtete die beiden Runen an den Griffen der Äxte. Die eine würde den Motor der Axt starten, die andere die Einspritzpumpen auf seinem Rücken. Der Eisenpriester hatte ihm gesagt, dass der Cocktail aus Kampfdrogen dafür sorgen würde, dass er und sein Rudel auch dann noch kämpfen würden, wenn sie in Stücke geschossen würden.

„Genug Frenzon, um einen Crox in einen Primarchen zu verwandeln.“

Das waren seine Worte gewesen.

„ETA eine Minute, bereit zum Andocken.“

Die Durchsage riss ihn aus seinen Gedanken und er blickte auf das rote Licht, das neben der Tür des Frachtraums zu leuchten begann. Langsam standen er und sein Rudel auf. Auch wenn sich ihr Geist in den letzten 72 Stunden eindeutig von den Astartes des Ordens weg und hin zu den primitivsten Bestien entwickelt hatte, so wussten sie doch, dass eine gewisse Disziplin an der Tagesordnung war.

Also positionierte sich Ivars Rudel in zwei Reihen hinter ihm und wartete geduldig. Das laute Krachen der Andockhilfen, die sich an den Rumpf der Thunderhawk klammerten, und die daraufhin hörbaren Geräusche der Servomotoren verrieten ihnen, dass sie an der Russ' Suspicion angedockt hatten. Jetzt wurde das Landungsfahrzeug in den Hangar der Fregatte gezogen, und sobald die Atmosphäre dort wiederhergestellt war, würden sich die Luftschleusen öffnen und den Wulfen den Zugang zu ihrem Transportschiff ermöglichen. Es dauerte eine kurze Weile und der Pilot sagte durch, dass zuerst die Eskorte in den Hangar kommen musste.

Als sich die Rampe schließlich mit einem lauten Zischen absenkte, herrschte im Hangar rege Betriebsamkeit. Das Flottenpersonal war überall und schleppte Munition und Ersatzteile herum. Offiziere arbeiteten Listen ab und Servitoren trugen schwere Lasten zwischen den einzelnen Thunderhawks hin und her.

Am Fuß der Rampe standen zwei Astartes ihres Ordens in voller Rüstung und unter Waffen. Ohne ein Wort zu sagen, deuteten sie mit einer Kopfbewegung an, dass Ivar und seine Brüder ihnen folgen sollten. Die Diener der Flotte waren nicht ganz so erpicht darauf, sich vor jedem Astartes des Ordens auf den Boden zu werfen, aber sie machten ohne zu zögern den Weg frei, auch wenn sie gerade mit etwas Wichtigem beschäftigt waren. Ein Servitor war nicht schnell genug und wurde mit einem rücksichtslosen Schlag mit dem Kolben eines Bolters aus dem Weg geräumt. Das Wrack, das einst ein Mensch gewesen war, bevor es lobotomiert und seine Gliedmaßen durch Greifarme ersetzt worden waren, lag nun in einem umgestürzten Stapel Munitionskisten und gab nur noch seine letzten Zuckungen von sich, während seine Roboterstimme verzweifelt Schadensmeldungen herunterratterte.

„Ha ha ha... hast du das gesehen...?“

Kam die verzerrte Stimme aus dem Helm eines der Astartes. Ivar schloss die Augen. Corius hätte ihn für ein solches Verhalten wochenlang in den Trainingskäfigen geschunden. Natürlich standen die Untergebenen nicht auf der gleichen Stufe wie der Orden als solcher, und die Servitoren waren noch weniger als das. Einige waren der felsenfesten Überzeugung, dass Servitoren im Grunde nicht einmal Lebewesen waren. Aber trotzdem, ein solches Verhalten führte zu Verzögerungen im Zeitplan, und vielleicht befand sich in diesen Kisten die Munition für die Bolter des Ordens, und wenn nun einige Blindgänger aus diesem „Unfall“ resultieren würden, könnte das Leben kosten. Leben von Astartes aus ihrem Orden. Er hörte ein leises Lachen hinter sich, und bevor er überhaupt darüber nachgedacht hatte, war sein Ellbogen schon in der Magengrube eines seiner Rudelmitglieder gelandet.

Sein Bruder sackte zusammen, und bevor einer der anderen ihm wieder auf die Beine helfen konnte, ließ Ivars Blick sie wie angewurzelt stehen bleiben.

*Er kann selbst aufstehen, er weiß, wofür das war...*

Sein Rudel nickte nur, als Ivar sich wieder den Astartes zuwandte. Zügig verließen sie den Hangar. In den engen Gängen der Fregatte wurde einem wieder einmal bewusst, dass diese Schiffe nicht für die Astartes, sondern für das „normale“ Volk gebaut wurden. Der Orden benutzte normalerweise Angriffskreuzer. Diese Schiffe waren viel geräumiger und für Besatzungen gebaut, die zu einem viel größeren Teil aus Astartes bestanden. Hier hingegen war es für die menschliche Besatzung notwendig, den Astartes aus dem Weg zu gehen, sonst würden sie nie aneinander vorbeikommen.

„Ihr Quartier befindet sich im Frachtraum 3. Ishmaels Dienerinnen warten dort bereits auf euch. Erik hat drei Artificer hierher geschickt, die sich um eure Waffen kümmern werden. Die Trainingskäfige auf Ebene 4 sind für euch reserviert. Ihr werdet euch mit euren Waffen und Rüstungen vertraut machen wollen.“

gab einer der beiden Astartes zu verstehen. Trotz der verzerrten Stimme konnte man so etwas wie Mitgefühl in seinem Tonfall hören.

„Der Flug wird nur etwa zwei Wochen dauern. Wir werden innerhalb einer Stunde aufbrechen.“

Er fügte hinzu, als sie ein großes Tor erreichten, auf dem „Cargo-Hold 3“ stand.

„Der Kapitän möchte keine Zwischenfälle mit der Besatzung. Dieser Frachtraum ist direkt mit dem Vakuum verbunden. Ein Knopfdruck...“

Der Astartes machte die vertraute Halsabschneider-Geste.

Ivar nickte, und als er über die Schulter blickte, konnte er sehen, wie sein Rudel nickte.

Das Tor wurde geöffnet und gab den Blick auf einen großen Lagerraum frei. Mehrere Container waren geöffnet und beschriftet. Die Artificer hatten ihre eigenen, ebenso wie Ishmaels Dienerinnen. Und auf der anderen Seite standen vier weitere Behälter, die wohl für sie bestimmt waren. Ivar neigte den Kopf und schritt durch das Tor. Die Höhe der Decke erlaubte es ihm, aufrecht zu stehen. Sein Rudel betrat ebenfalls nacheinander das Lager. Hinter ihnen wurde das Tor geschlossen und verriegelt. Ivar grinste. Sie vertrauten ihnen nicht. Das war nicht verwunderlich.

Einer der Artificer kam auf sie zu. Er blieb ein paar Meter vor Ivar stehen und verbeugte sich tief.

„Meine Herren, ich bin Hendrik, meine Kollegen und ich wurden beauftragt, uns um eure Waffen und Rüstungen zu kümmern. Wenn ihr mir bitte folgen würdet, würde ich euch gerne euer Quartier zeigen.“

Seine Stimme schien warm zu sein, aber das Tremolo in ihr zeigte Ivar, dass er Angst hatte. Ivar nickte langsam und folgte Hendrik zu den vier Containern auf der anderen Seite des Lagerraumes.

„Wir hatten wenig Zeit, etwas vorzubereiten, aber Ihr seid ja an wenig Komfort gewöhnt, nicht wahr?“

plapperte Hendrik weiter, es schien ihn zu beruhigen. Er zeigte ihnen die Kammern, die sie für die nächsten zwei Wochen bewohnen würden. Sie waren spärlich, selbst für Ordensverhältnisse. Ein Schlafquartier aus drei zusammengeschobenen Kisten, über die einige Felle gelegt worden waren. Ein Wasserspender und eine kleine Lumensphäre, das war alles, was es in einem der kleinen Abteile gab. Es würde genügen. Sie hatten schon Schlimmeres erlebt. Ivar nickte.

„Wir können euch gleich eure Waffen und Rüstungen abnehmen. Außerdem werden Bruder Ishmaels Dienerinnen sicher noch einige Nachforschungen anstellen wollen. Wenn ihr mir also bitte noch einmal folgen würdet?“

Hendrik sprach schnell, aber klar, das Tremolo in seiner Stimme war inzwischen fast ganz verschwunden. Sie durchquerten noch einmal den Lagerraum und kamen zu den Containern der Kunsthandwerker und der Dienerschaft Ishmaels. Es waren andere Frauen, nicht die aus dem Kerker, die dort neben ihnen knieten. Ivar konnte die Gerüche nicht einordnen; er war diesen Frauen noch nicht begegnet. Er knurrte leise und gab ihnen ein Zeichen, sich zu erheben.

„Oh, das stimmt. Der Yarl hatte mich informiert, dass ihr die Fähigkeit zu sprechen verloren habt. Wir werden eine Lösung finden. Ganz sicher. Ja... Ja...“

Hendrik nickte eifrig mit dem Kopf, als die Frauen sich erhoben. Sie waren genauso spärlich bekleidet oder gar nicht bekleidet wie ihre Kameradinnen auf dem Planeten.

Er konnte bereits ein leichtes Keuchen von einem seiner Rudelmitglieder hinter ihm hören. Ivar legte den Kopf schief und blickte über seine Schulter. Seine Augen blitzten und sein Rudelmitglied schien fast seine Zunge zu verschlucken. Als Ivar sich wieder dem Artificer zuwandte, reichte er ihm seine Äxte und wandte sich dann seinem Rudel zu.

Mittels Zeichensprache machte er ihnen unmissverständlich klar, dass er hier und jetzt keine Übergriffe auf Ishmaels Stab dulden würde, auch wenn sein Körper durchaus Anstalten machte, ihn zu verraten. Ivar fixierte zwei seiner Rudelmitglieder ganz besonders. Er würde ein Auge auf sie haben.

Der Artificer übergab die schwergewichtigen Äxte an einen seiner Kollegen und wies auf eine große Kiste vor ihrem Container.

„Bitte, mein Herr, nehmt Platz, wir werden euch eure Rüstung abnehmen, es gibt viel zu tun.“

Ivar nickte und machte sich auf den Weg zu der Kiste. Sie war recht groß, aber er konnte problemlos darauf sitzen und wartete geduldig darauf, dass die Diener ihn aus der Rüstung schälten. Es war nicht so, dass er es nicht auch allein hätte schaffen können, aber es war eine nette Geste, dass man ihm dabei half. Es dauerte nicht sehr lange, ihm die Rüstungsteile abzunehmen, da sie zu dritt arbeiteten und seine Rüstung im Grunde nur aus einzelnen Elementen bestand, die mit Riemen an seinem Körper befestigt worden waren. Vielleicht konnten die Kunsthandwerker sogar noch einige Verbesserungen vornehmen.

Als auch die letzte Beinschiene entfernt war, nickte Hendrik zufrieden und gab den Weg frei.

„Mein Herr, unsere Arbeit ist für den Moment getan. Ihr werdet nun von Ishmaels Damen erwartet. Wenn wir bereit sind, werden wir Euch benachrichtigen.“

Hendrik verbeugte sich und folgte den Seinen kurz in den Container. Ivar erhob sich von der Kiste und blickte zu Ishmaels Dienerinnen. Er ging langsam auf sie zu, während Hendrik hinter ihm die Äxte der nächstgelegenen Wulfen in Empfang nahm. Er wurde bereits von einem von Ishmaels Dienerinnen erwartet.

„Mein Herr, Ihr müsst Bruder Ivar sein.“

Er nickte und ließ sich in den Container führen, in dem die vier Frauen ihr Quartier aufgeschlagen hatten.

„Meister Ishmael hat uns befohlen, noch einige Nachforschungen anzustellen, bevor Ihr für immer verloren sein werdet.“

Ivar nickte erneut und setzte sich auf den Thron, der in der Mitte des Containers stand. Zwei weitere Frauen gesellten sich zu ihm. Jede hielt ein Tablett mit verschiedenen medizinischen Geräten in der Hand.

Ivar betrachtete die verschiedenen Injektoren und Behälter. Aus dem Augenwinkel blickte er zu der Frau hinüber, die ihn hereingeführt hatte. Er hob eine Augenbraue.

„Meister Ishmael möchte erneut Proben aller Körperflüssigkeiten sowie Gewebeproben. Außerdem sind wir angewiesen worden, die Reaktionen auf verschiedene Reize noch einmal zu überprüfen.“

sagte sie, als sie mit einem Lächeln zu ihm zurückkehrte. Das Wiegen ihrer Hüften, das ihren Gang begleitete, und die subtilen Andeutungen in ihren Bewegungen blieben von Ivar nicht unbemerkt. Auch dem Monitor neben ihm entging nicht die Reaktion seines Körpers, der eine Beschleunigung seines Herzschlags, einen Anstieg des Blutdrucks und die Ausschüttung mehrerer Hormone registrierte. Ihr Lächeln wurde breiter und ihre blassblauen Augen funkelten im Halbdunkel des Containers. Sie beugte sich näher zu ihm und flüsterte ihm ins Ohr.

„Schwester Brunhild hat mir erzählt, dass du ziemlich zärtlich bist.“

Ivars Ohren zuckten und sein Herz machte einen kleinen Sprung. Als er sie wieder ansah, konnte sie den Ausdruck in seinen Augen nicht recht deuten. Es war eine Mischung aus Überraschung, Neugier, Scham und... Verlangen. Sie wandte sich an ihre Kolleginnen.

„Männer sind alle so einfach... sogar Halbgötter.“

Das traf ihn tief, aber Ivar konnte die Richtigkeit ihrer Aussage nicht leugnen. Die Worte, ihr Geruch, ihre Freizügigkeit, das alles hatte seine Wirkung nicht verfehlt. Die Augen ihrer Kolleginnen waren auf Ivars Unterleib gerichtet, als sie wieder vor ihm stand. Ivar versuchte ein Lächeln, das jedoch mehr einem Zähnefletschen glich, als er eigentlich wollte.

„Schwester Ingrid, die Nadel bitte.“

„Ja, Schwester Freya.“

Eine der Frauen trat vor, das Gesicht errötet. Sie reichte der Frau vor ihm eine Art von Spritze, deren lange Nadel bedrohlich groß aussah. In einem extrem übertrieben gutmütigen Ton wandte sich Schwester Freya an Ivar.

„Das wird jetzt einen Moment lang pieksen.“

Ohne auf Zustimmung zu warten, stieß die Frau die Nadel in Ivars Arm. Dieser zuckte nicht einmal mit der Wimper, sondern sah nur fasziniert zu, wie sie in seinem Arm herumrührte. Nach ein paar Sekunden verkündete sie stolz.

„So ist es gut.“

Begleitet von einem Rinnsal aus rotem Blut, das aus dem Ende der Spritze lief. Schwester Freya füllte einen nach dem anderen die kleinen Behälter, die Schwester Ingrid ihr reichte. Als sie fertig war, zog sie die Nadel wieder aus Ivars Arm. Die Blutung hörte fast augenblicklich auf. Sie legte die Spritze zurück auf Ingrids Tablett und lächelte Ivar an.

„Jetzt brauchen wir noch eine Speichelprobe. Das sollte nicht allzu schwer sein.“

Ivar nahm den Behälter, der ihm gereicht wurde, und hob ihn an seine Schnauze. Nachdem er etwas Speichel in den Behälter gegeben hatte, reichte er ihn zurück. Freya nahm das Gefäß entgegen und hob ein weiteres auf.

Sie hielt es wie einen Preis vor ihre Brust und ihr Lächeln wurde noch breiter. Langsam stieg die Röte in ihr Gesicht. Sie leckte sich über die Lippen.

„Die nächste Probe wird ein wenig spezieller sein...“

Sie drehte das Glas in ihren Händen und ihre Augen wanderten an Ivars Körper hinunter. Ivar entspannte sich. Wenn Ishmael „diese“ Probe wollte, dann sollten seine Dienerinnen sie sich doch holen. Das war nicht sein Werk, er und sein Rudel würden nicht dafür gescholten werden. Er lehnte sich zurück und präsentierte sich mit einer einladenden Geste seiner Pfoten.

Schwester Freya hatte den Kopf gesenkt und sah ihn aus den Augenwinkeln an. Ivar legte den Kopf leicht schief und hob eine Augenbraue.

*Nimm dir, was du willst...*

Am liebsten hätte er es ihr gesagt, aber er war nicht in der Lage dazu. Aber Freya verstand, was er andeuten wollte. Sie kniete sich vor ihm hin. Seine Männlichkeit war noch nicht ganz erwacht, aber es fehlte nicht allzu viel. Dennoch hatte er eine nicht zu unterschätzende Größe, vor allem im Vergleich zu einem Normalsterblichen. Im voll erigierten Zustand würde sein Glied den meisten Männern wahrscheinlich als Unterarm dienen. Er konnte die Faszination in Freyas Augen sehen, jetzt, da sich seine Spitze fast auf Augenhöhe mit ihr befand. Mit zitternden Händen griff sie nach seinem Glied. Es war rot, heiß, schon leicht feucht von seiner Erregung, und es pulsierte mit jedem seiner Herzschläge. Sie konnte spüren, wie es unter ihrer Hand härter wurde. Das Gefühl hatte etwas unendlich Wildes und Animalisches an sich. Und sein Geruch war unbeschreiblich. Die Astartes des Ordens hatten immer einen ziemlich stechenden, sauren Geruch an sich, aber dieser hier war anders. Er roch nach Mochus, nach frischem Schweiß und nach etwas anderem, das sie nicht genau zuordnen konnte. Vorsichtig umschloss sie den Schaft mit ihrer Hand. Selbst an der Spitze schaffte sie es kaum, ihre Finger ganz um ihn zu legen. Ein leises Grummeln war von Ivar zu hören, als er die Augen schloss und den Kopf in den Nacken legte. Freya stellte den Behälter neben sich auf den Boden und wandte sich an ihre Kolleginnen.

„Dokumentiert alles, wir verbinden die Flüssigkeitsentnahme mit Experiment 3.“

Dann konzentrierte sie sich wieder auf Ivar. Sie nahm ihre zweite Hand zur Hilfe und begann, ihre Hände vorsichtig an seinem Schaft auf und ab zu bewegen. Die Tatsache, dass er bereits genügend Gleitmittel produziert hatte, half ihr dabei ungemein. Ihre anfänglich zögerlichen Bewegungen gewannen schnell an Vertrauen, als Freya bemerkte, dass Ivar sich weiter entspannte und die Berührungen sichtlich genoss. Ivars Atemzüge wurden tiefer und das Grollen in seiner Kehle wurde lauter. Ihre Hände begannen, sich zielgerichteter zu bewegen. Freya versuchte es mit mehr Druck und drehenden Bewegungen, während sie seinen Schaft rieb. Jedes Mal, wenn sie seine Spitze erreichte, umkreiste sie sie und ließ ihre Handfläche die Spitze polieren. Sie konnte spüren, wie sich seine Muskeln langsam anspannten und unter seinem Fell bewegten. Seine Pfoten schlossen sich um die Armlehnen des Throns und das Material knarrte unter dem Druck seiner Krallen. Freya nahm eine ihrer Hände von seinem Glied und griff vorsichtig nach seinen Hoden.

„Macht euch bereit, Schwestern.“

sagte sie und blickte auf den Behälter zu ihren Füßen. Schwester Ingrid hob das Gefäß auf und hielt es für den Moment bereit, in dem Ivar seinen Samen vergießen würde. Sie brauchte nicht mehr lange zu warten. Freyas Bemühungen wurden belohnt, denn Ivars Körper schien sich langsam in einer Welle zu verkrampfen, bis er sich regelrecht aufbäumte und schließlich mit seinem Orgasmus und dem Herausspritzen seines Samens wieder in sich zusammensackte. Währenddessen stieß Ivar eine Mischung aus Wimmern und Heulen aus, gefolgt von einem entspannten Hecheln. Ivar öffnete die Augen und blickte in drei sehr entsetzte Gesichter, von denen eines vollständig mit einer weißlichen, zähflüssigen Substanz bedeckt war. Schwester Ingrid stand neben Freya und war so geschockt, dass sie nicht in der Lage war, den Behälter mit einer Probe zu füllen. Der Dritte im Bunde sah sich hektisch um und schien etwas zu suchen. Freya saß einfach nur da, hielt Ivars Glied immer noch in der einen Hand und die andere hing etwas deplatziert in der Luft zwischen Ivar und ihrem Gesicht. Sie hatte ihren Mund geöffnet, aber das muss nach dem Abspritzen geschehen sein, denn es befand sich kein Sperma darin. In ihren Augen spiegelten sich im schnellen Wechsel die folgenden Ausdrücke: Beim Imperator!... Oh mein Gott- Imperator!... Wow!... Oh nein!... Ekelhaft!... Hilfe!... Die Probe?... Wie das wohl schmeckt?

Geistesabwesend ertappte sie sich dabei, wie sie mit ihrer Zunge nach einem Faden Ejakulat fischte, während ihr dritter Kollege schließlich mit einer Art Spachtel kam, um eine Probe im Behälter zu sichern.

Ivar war sich nicht sicher, ob er Mitleid empfinden sollte oder ob es erlaubt war, in dieser Situation zu lachen. Der Gesichtsausdruck von Schwester Freya, als sie zum Entsetzen ihrer Kolleginnen endlich etwas von seinem Sperma zu fassen bekam und feststellte, dass der Geschmack nicht ganz dem entsprach, was sie sich erhofft hatte, brachte ihn dann doch in eine Art Lachen.

Es dauerte nicht lange, bis Schwester Ingrid mit Hilfe des Spatels eine Probe entnommen hatte und Freya mit einem Tuch vom Rest des Ejakulats befreit werden konnte. In ihrem Gesicht lag so etwas wie Wut, aber in ihren Augen war etwas ganz anderes zu sehen. Sie blieb einen Moment zu lange regungslos, und so hob Ivar seine Pfote zu ihrem Gesicht. Er beugte sich vor, stützte den linken Ellbogen auf sein Knie und legte seine rechte Pfote auf ihre Wange. Seine Pfote war so groß, dass sie fast die gesamte linke Seite von Freyas Kopf bedeckte, und seine Krallen reichten weit bis zu ihrem Hinterkopf. Er war Auge in Auge mit ihr, und sie spürte seinen heißen Atem auf ihrem Gesicht. Mit der gleichen Geste, die er vor ein paar Tagen mit Brunhild gemacht hatte, senkte er den Kopf und berührte ihre Stirn mit seiner. Sein warmes, weiches Fell auf ihrer Stirn beruhigte sie. Ivar strahlte eine unglaubliche Ruhe und Selbstsicherheit aus. Freya schloss die Augen und gab sich dem Wulfen hin. Nicht, dass sie in der Lage gewesen wäre, sich zu wehren. Ivar beendete die Berührung, indem er seinen Kopf langsam von ihr wegbewegte. Sie machte die Bewegung einen Moment lang mit, bevor sie merkte, dass seine Hand sie zurückhielt. Seine eisblauen Augen waren stechend, als er wieder in die ihren blickte. Nach einem Moment schaute er auf ihre Brüste hinunter und dann wieder in ihre Augen. Seine Lippen zuckten und ein dumpfes Knurren entrang sich seiner Kehle. Langsam richtete er sich auf und zog Freya sanft auf die Beine. Als er sich aufrichtete und sie stand, ließ er ihre Wange los und seine Klaue strich zärtlich ihren Hals hinunter zu ihren Schultern. Erneut wanderte sein Blick zu ihren Brüsten und er neigte den Kopf. Sie wirkten einladend, lieblich.

*Komm schon, spiel mit mir.*

schien er zu sagen. Als er sich zurück auf die Lehne des Throns sinken ließ, fiel Freyas Blick auf sein Gemächt. Es war bereits wieder voll einsatzbereit. Sie schluckte und wusste nun, was Ivar wollte. Was sollte sie tun. Sie hatten es begonnen, nun lag es an ihnen, es zu beenden. Insgeheim hoffte sie, dass sein Rudel weniger anspruchsvoll sein würde, sie waren nur vier, Ivars Brüder waren acht, und keiner von ihnen war kleiner als er.

„Schwester, das steht nicht im Protokoll. Das ist nicht richtig.“

Schwester Ingrid versuchte, Freya aufzuhalten.

„Bist du in der Lage, dich gegen eine Astartes des Ordens zu behaupten?“

fragte Freya, während sie die Riemen ihrer Lederschürze löste. Als das Leder fiel, stand sie nackt vor ihm. Anders als Brunhild empfand sie keine Scham. Sie war stolz auf ihren Körper. Sie hatte viel Zeit und Arbeit in ihren Körper gesteckt. Sie wusste, dass Bruder Ismael ein Auge für wohlgeformte Körper hatte, und die Aufnahme in sein Gefolge brachte für sie und ihre Familie einige Vorteile mit sich. Die Runen, die auf ihre schneeweiße Haut tätowiert waren, waren messerscharf und äußerst präzise platziert. Jeder Muskel war perfekt trainiert und jede Ziernarbe war genau dort, wo sie hingehörte. Sie war in jeder Hinsicht perfekt. Nur die Tatsache, dass sie sich ihr rotes Haar hatte abrasieren müssen, hatte sie gestört, wenn auch nur kurz. Ivar musterte sie ruhig von oben bis unten. Er nahm sich Zeit, ihr Angebot zu studieren. Ihm gefiel, was er sah. Sie war stark, sie zeigte keine Angst, zumindest nicht mehr. Er senkte den Kopf ein wenig, während sich seine Lefzen zu einem Grinsen verzogen. Freya stand etwas breitbeinig vor dem Wulfen, der sie mit aufgerichteten Ohren angrinste. Er sah aus wie ein Teufel, ein Dämon, der sie dazu verführen wollte, sich der dunklen Seite zuzuwenden. Seine ganze Körperhaltung spiegelte seine absolute Überlegenheit wider. Seine Selbstsicherheit hatte einen gewissen Charme, und die Art, wie er ihr seine Pfote entgegenstreckte, wirkte fast arrogant. Sie verliebte sich völlig in ihn.

Sie nahm seine Pfote und ließ sich von ihm führen. Sie kletterte zu ihm auf den Thron. Sie stellte ihre Füße neben seine Beine auf den Sitz und stand nun über ihm. Wobei sich seine Augen immer noch etwa auf Höhe ihrer Brüste befanden. Er war einfach riesig. Er hielt weiterhin ihre Hand, während er mit der zweiten nach ihrer Hüfte griff. Zärtlich aber bestimmt legte er seine Pfote um ihre Hüfte und hielt sie fest. Freya legte ihre Hand auf seine Pfote und wartete darauf, was nun passieren würde. Würde er sie hier und jetzt einfach vergewaltigen, wild wie ein Wolf? Nein.

Ivar hatte andere Dinge im Sinn. Ihre Brüste vor Augen öffnete er seinen Mund und begann, ihr Dekolleté zu lecken und an ihren Brüsten zu saugen. Seine Liebkosungen waren zärtlich, aber es lag ein wildes Temperament in ihnen. Einige Male knabberte er an ihren harten, erregten Brustwarzen und manchmal saugte er sehr intensiv daran. Es war schmerzhaft, aber es war die Art von Schmerz, die einen nur noch mehr erregte. Freya stöhnte auf und ihre Muskeln zuckten jedes Mal, wenn er wieder in ihre Brustwarzen biss. Sie spürte, wie ihr die Erregung heiß über die Oberschenkel lief. Sie wollte ihn so sehr. Es spielte keine Rolle, ob er ein Tier, ein Dämon oder ein Astartes war.

In ihrer Welt gab es für diesen Moment nur ihren Körper, der von innen heraus brannte und diesen Phallus, der ihr Erlösung für ihre Qualen versprach.

War es bei Brunhild genauso gewesen? Sie hatte nicht lange mit ihr sprechen können, bevor Ismael sie und die anderen weggeführt hatte. Er hatte diesen verrückten Blick gehabt, den er immer hatte, wenn es neue Experimente zu machen gab.

Sie biss sich auf die Unterlippe und schaute nach unten, wo sich ein Wulfen an ihren Brüsten gütlich tat. Er ließ ihre Hand los und legte seine zweite Pfote auf ihren Oberschenkel. Seine Krallen gruben sich leicht in ihre weiche Haut, während er sie fester umklammerte. Seine Schnauze wanderte langsam von ihren Brüsten über ihren Bauch hinunter. Sie legte ihre freie Hand auf seinen Kopf und drückte ihn, ohne selbst Kontrolle darüber zu haben, weiter nach unten. Ihr Atem ging schnell, immer wieder unterbrochen von kurzen Stöhnen oder kurzen Schreien, wenn Ivar sie an empfindlichen Stellen berührte. Sie machte sich auf das gefasst, was als Nächstes passieren würde, aber nichts hätte sie auf das vorbereiten können, was dann geschah.

In einer fließenden Bewegung fuhr Ivar zuerst mit seiner Zunge über ihre Falten, um danach in sie einzudringen.

„Haaaaa... nnnghh... Oh mein... sie ist so lang...“

Es brach aus ihr heraus. Ihre Beine drohten nachzugeben, aber Ivar hielt sie aufrecht, während er sich an ihr satt trank. Ihre Hand vergrub sich im Fell auf seinem Kopf und ihre Beine zitterten. Ivar war erbarmungslos. Immer wieder leckte er über ihre Lippen und immer wieder drang er in sie ein. Sie schmeckte köstlich. Süß, sauer, salzig und mit einem Hauch von Schärfe. Er schmeckte jeden Winkel, jede Falte und jeden Millimeter ihres Geschlechts. Als er ihren Lustknopf ins Visier nahm, war für sie alles vorbei. Er umkreiste ihre Klitoris, nahm sie zwischen seine Lippen und saugte daran.

Freya hatte die Augen geschlossen und lag zusammengerollt über dem Wulfen. Ihre Muskeln gehorchten ihr nicht mehr und die Laute, die sie von sich gab, waren nur noch teilweise menschlich. Doch als der Wulfen in ihre Klitoris biss, brachte sie das Fass zum Überlaufen. Sie öffnete die Augen und bäumte sich gegen die Bestie auf. Sie drückte ihren Rücken durch, schrie ihren Orgasmus in den Container und riss dem Wulfen unter ihr fast ein Fellbüschel vom Kopf. Ihre Muskeln zuckten und bebten, während Ivar sie weiterhin festhielt. Er trank alle Säfte, die sie von sich gab, und erst als ihre heftigen Zuckungen nachließen, ließ er langsam von ihr ab.

Als er seine Schnauze zwischen ihren Schenkeln hervorzog, war sie tropfnass und er leckte sich genüsslich über die Lippen. Er blickte zu ihr auf. Sie atmete schwer und hielt sich weiterhin an seinem Kopf fest. Sein Lächeln kehrte als erstes zurück, ihr eigenes folgte, als sie an seiner Schnauze vorbei zu seinem pochenden Glied blickte.

Freya schluckte. Dies würde nun eine viel schwierigere Aufgabe sein. Den Wulfen zu befriedigen, indem sie ihm einen Handjob gab, war eine Sache, sich ihm hinzugeben und einem Cunnilingus zuzustimmen, war etwas anderes, aber mit ihm zu korpulieren, war eine ganz neue Ebene. Allein seine Größe würde sie an ihre Grenzen bringen. Ivar ließ keinen Widerstand zu. Seine Pfoten packten ihr Becken und zwangen sie in die Knie. Sie stützte sich auf seinen Schultern ab, als sie seinem Drängen nachgab. Als die Spitze seiner Männlichkeit sie berührte, rebellierte sie noch einmal kurz. Ivar sah ihr in die Augen. Die Angst stand ihr ins Gesicht geschrieben. Seine Augen schienen wie tiefe, ruhige Bergseen. Unendlich tief, blau und voller Frieden. Sie schienen zu sagen: „Hab keine Angst, alles wird gut, vertrau mir...“ Sie stemmte sich weiter gegen seine Pfoten, aber sie hatte keine Chance, seine Kraft übertraf die ihre bei weitem. Er schien sich nicht einmal anzustrengen, als er sie weiter nach unten auf seinen Phallus drückte. Als seine Spitze in sie eindrang, stockte ihr der Atem. Das Gefühl, auf diese Weise gedehnt und ausgefüllt zu werden, war überwältigend. Ihre Augen weiteten sich und sie zwang sich, weiter zu atmen. Es war nicht so sehr der Schmerz, der sie zu überwältigen drohte, es war eine Mischung aus Schmerz, Erregung, Lust und Verlangen. Ivar knurrte leise, während er nach einer kurzen Pause damit fortfuhr, ihren Körper auf sich zu spießen. Freya traten Tränen in die Augen und ihr Atem ging in kurzen, unkontrollierten Stößen. Sie biss die Zähne zusammen und versuchte, sich zu entspannen, aber ihr Körper wehrte sich gegen dieses ungebetene Eindringen. Sie schüttelte den Kopf und versuchte, Ivar leicht auf die Schultern zu klopfen, unfähig, sinnvolle Worte zu formulieren. Ivar hielt inne und legte den Kopf schief. Das Gefühl, dass sie sein Glied umschloss, das Pulsieren ihrer Muskeln um ihn herum war herrlich, das musste es auch für sie sein. Ihre Schwester hatte es ja auch genossen. Zumindest später... Freyas Gesicht verzerrte sich.

„M-mein H-Herr ... bitte ... Chance ...“

Tränen kullerten über ihr Gesicht und ihre Stimme schien gepresst. Sie krallte sich in das Fell an seinen Schultern und drückte sich gegen seine Pfoten. Ivar wartete, aber als Freya ihn flehend ansah und sich weiter gegen ihn wehrte, gab er ein wenig nach. Er erlaubte ihr, ihre Knie ein wenig zu strecken und sich so ein wenig von seinem Phallus zu heben. Die Erleichterung in ihren Augen war deutlich zu sehen. Sie keuchte und schluckte schwer. Ivar blieb ungerührt und hielt sie weiterhin in seinem Griff gefangen.

„... nur einen... einen Mo-Moment... mein Herr...“

presste Freya hervor und versuchte krampfhaft, ihre Muskeln zu entspannen und sich seiner Größe hinzugeben. Sie wusste, dass Astartes nicht unbedingt für ihre Geduld bekannt waren, und Ivar und sein Rudel konnte man kaum als zivilisierter bezeichnen als einen der Astartes des Ordens. Sie war schon froh, dass er nicht einfach seine Kraft ausspielte und seinen Willen durchsetzte. Sie war sich durchaus bewusst, dass er sie allein durch den sexuellen Akt töten konnte. Ihre Atmung beruhigte sich langsam und sie merkte, wie sich ihre Muskeln langsam anpassten. Sie schluckte erneut und sah an sich herunter.

„... Mein Herr... lasst mich Euch zu Diensten sein... lasst mich das Tempo vorgeben...“

Ivar sah sie an und seine Augen verengten sich. Freya bekam es mit der Angst zu tun. Hatte sie ihn verärgert? Hatte sie seine Autorität untergraben? Sie wollte sich gerade entschuldigen, als Ivar sich sichtlich entspannte und seine Augen schloss. Langsam nickend öffnete er seine Pfoten und hielt den Kontakt zu ihren Hüften aufrecht, aber es war mehr ein Stützen als ein Halten. Er öffnete die Augen und schaute ihr tief in die Augen.

*...nun Sklavin, dann beweg dich oder ich werde dich bewegen...*

Es lag eine gewisse Gutmütigkeit in seinem Blick, aber sie war sich bewusst, dass sie diese nicht strapazieren durfte. Mit zitternden Knien begann sie sich zu bewegen. Vorsichtig glitt sie an seinem Glied auf und ab. Langsam versuchte sie, mehr von seiner Länge in sich aufzunehmen.

Es war ziemlich schmerzhaft, aber jetzt, da sie die Bewegung kontrollierte und so bestimmen konnte, wie weit sie bei diesem Versuch gehen wollte, begann es sich langsam gut anzufühlen. Sie hatte nicht viele Erfahrungen gemacht, bevor sie Ivar begegnet war, und keine davon war auch nur im Entferntesten mit dem Wulfen vergleichbar, der im Begriff war, sie zu pfählen. Sie stöhnte jedes Mal auf, wenn sie ihm erlaubte, tiefer in sie einzudringen. Jedes Mal füllte er sie mehr aus. Würde sie es überhaupt schaffen, ihn bis zum Ende in sich aufzunehmen? Sie versuchte, im Takt ihrer Bewegungen zu atmen, atmete bei jedem Eindringen aus und bei jedem Heben der Hüften ein. Es entwickelte sich ein zunächst langsamer, aber stetiger Rhythmus. Ivar stimmte mit ein. Sein genussvolles Knurren wurde mit jedem Mal, das er in ihre Untiefen glitt, ein wenig lauter. Jedes Mal, wenn sich ihre Hüften auf ihn senkten, griff er ein wenig fester zu und lenkte ihre Bewegung noch ein wenig weiter nach unten. Sie beugte sich vor und legte ihren Kopf auf seine Schulter, ihr Stöhnen wurde von seinem Fell gedämpft. Ihre Hände gruben sich fester in seine Schultern, als sie das Tempo erhöhte. Es war ein göttliches Gefühl. Ihr Inneres pulsierte um sein Glied und jedes Mal schien sie ihn tiefer in sich hineinzuziehen. Er spürte einen Druck in seinen Eingeweiden, der langsam aber stetig zunahm, es war schwer, sich nicht einfach gehen zu lassen, sondern der kleinen Frau die Kontrolle zu überlassen. Als sie sich wieder aufrichtete, war sie schweißgebadet, und ihre Brüste hüpften im Takt ihrer Bewegungen. Als Ivar zu ihr aufsah, war ihr Gesichtsausdruck völlig verändert. Sie hatte sich hemmungslos der Lust hingegeben, und der Schmerz war für sie kein Schmerz mehr, er war einer Lust gewichen, einer Lust auf mehr....

„... Tiefer mein Herr...“

Sie stöhnte auf, als sie sich tiefer auf seinen Schaft fallen ließ. Das Gefühl, so plötzlich in ihre Tiefen vorzudringen, überraschte ihn völlig unvorbereitet. Ivar konnte einen Widerstand spüren, als er tiefer eindrang. Es war, als ob er gegen eine Wand stieß. Sie hatten das Ende ihres Liebestunnels erreicht und mit jedem Stoß rammte er sein Glied gegen ihren Gebärmutterhals. Ein Feuer brannte in ihren Augen.

„... Ja... jaaaa... genau so... schneller...“

Es war keine Erlaubnis, es war keine Bitte, es war ein Befehl. Ivar kam ihr in seinem Eifer nur zu gerne nach und unterstützte sie mit seiner rohen Kraft. Sie ließ seine Schultern los und griff nach ihren Brüsten. Mit aller Kraft drückte, zog und massierte sie ihre Brüste und schrie ihre Lust förmlich in den Raum, während sie weiter auf seiner Lanze ritt.

Ihre Kolleginnen hatten sich zurückgezogen. Mit so etwas hatten sie nicht gerechnet. Während Schwester Ingrid sich in die hinterste Ecke zurückgezogen und zum Gottimperator betete, versuchte ihre andere Kollegin zumindest, das Geschehen so gut es ging zu dokumentieren.

Ivar hatte die Zähne gefletscht und sein Atem kam in kurzen, von einem Grunzen begleiteten Atemzügen. Er spürte, wie sich Freyas Muskeln immer mehr anspannten und ihre Bewegungen immer unkontrollierter wurden. Als sie ihre Brüste losließ und sich an Ivars Kopf festhielt, waren tiefrote Handabdrücke auf ihnen zu sehen. Das würde Spuren hinterlassen. Sie zog seinen Kopf zu sich und drückte ihn an ihre Brust.

„... leck mich... verschlinge mich...“

Sie schrie, während ihre Knie schließlich nachgaben und Ivar ihr ganzes Gewicht tragen musste. Er begann frenetisch an ihren Brüsten zu lecken und es fiel ihm unsagbar schwer, nicht in sie hineinzubeißen. Er spürte, dass sie kurz davor war, und so versuchte er, seine Anstrengungen noch ein wenig zu steigern. Auch er war kurz davor, zu explodieren.

„...haa...haa...hnnn...“

Sie krümmte sich über ihm und er spürte, wie es in ihm aufstieg. Er spannte seine Muskeln an und versuchte, es noch ein wenig hinauszuzögern. In diesem Moment zuckte Freya heftig auf ihm, ihre Zuckungen waren so stark, dass sie ihm fast wehtaten. Ihre Beine stießen völlig unkontrolliert aus und ihre Finger krallten sich um seine Ohren und gruben ihre Fingernägel in sie. Gleichzeitig verließ ein lautloser Schrei ihre Lunge und für einen Moment schien es, als würde ihr Herz stehen bleiben. Alles um sie herum erstrahlte und ihr Gehirn setzte aus. Zur gleichen Zeit ergab sich Ivar seinem Höhepunkt und kam heftig in ihr. Er pulsierte mehrmals in ihr und hielt sie fest auf seinem Glied verankert. Er spürte, wie sein Sperma an ihm vorbei nach außen gepresst wurde. Es lief brennend heiß an seinem Glied herunter und bildete eine kleine Pfütze zwischen seinen Beinen. Das Gefühl breitete sich in Wellen in ihm aus und eine angenehme Wärme erfüllte ihn. Erst jetzt bemerkte er das tote Gewicht auf seinen Schultern. Freya hatte das Bewusstsein verloren, aber Ivar konnte deutlich ihren Herzschlag hören und ihren heißen Atem an seinem Hals spüren.

Vorsichtig hob er sie von sich herunter. Das Klatschen seiner Männlichkeit, als sie schlaff auf den Thron plumpste, wurde von einem feuchten Geräusch begleitet, als der überschüssige Samen aus ihr herausquoll und auf den Boden tropfte. Ivar lehnte sich zurück und legte die junge Frau auf seine Brust. Ihr Gesichtsausdruck spiegelte völlige Entspannung und Glückseligkeit wider.

Sie war völlig entspannt, alles um sie herum schien bedeutungslos zu sein. Das Licht, das sie umgab, war gleißend hell, aber es schien sie dennoch nicht zu blenden. War es das, was in alten Schriften als „La petite mort“, als „der kleine Tod“ bezeichnet wurde? Wenn ja, dann war sie dafür, ihn öfter zu erleben. Aber das Gefühl hielt nicht lange an, das Licht wurde schwächer und sie hatte das Gefühl, zu fallen. Kurz bevor sie das Bewusstsein wiedererlangte, war es ihr, als höre sie eine ferne Stimme. Sie war süß, einnehmend, aber auch fordernd.

„Nicht genug ... mehr ...“

Aber das war alles, was sie hören konnte. Als sie die Augen öffnete, überkam sie eine unglaubliche Sehnsucht. Sie wollte das Gefühl wieder erleben, sie brauchte mehr. Es musste noch intensiver werden. Sie schaute sich um. Ihre Kollegin stand immer noch in der Nähe und tippte wütend auf ihrer Datentafel. Schwester Ingrid konnte sie nicht sehen. Was sie sehen konnte, war ein riesiger grauer Wulfen, der mit einem sehr zufriedenen Gesichtsausdruck auf sie herabsah. Seine Zunge hing seitlich aus der Schnauze und er atmete leise und tief. Sie konnte seinen doppelten Herzschlag hören, der sich bereits völlig beruhigt hatte. Sie hob ihren Arm und legte ihn auf seine Wange. Sie schloss für einen Moment die Augen und versuchte mit einem leichten Stöhnen, noch etwas von seinem Sperma aus sich herauszupressen. Als sie die Augen wieder öffnete und der Rausch langsam abklang, begannen die Nachwehen. Sie hatte ihrem Körper eine Menge zugemutet. Ihr Unterleib fühlte sich an, als hätte ihn jemand mit einem Dampfhammer bearbeitet. Ivar blickte auf Freya hinunter. Sie hatte sich wacker geschlagen, aber sie würde definitiv eine Pause brauchen. Als er sich umsah, standen seine Rudelmitglieder im Eingang des Containers, zusammen mit einer völlig schockierten vierten Dienerin. Diese Situation war erklärungsbedürftig. Er überließ Freya den fähigen Händen ihrer Kolleginnen und stand auf. An ihm klebte eine ganze Reihe von Beweisen, und es war auch völlig klar, dass ein Leugnen des Geschehenen völlig unmöglich war. Er atmete tief durch und gab dann seinem Pack ein Zeichen.

„Sie hat angefangen... Ich bin unschuldig...“

Es dauerte einen Moment, aber als der Groschen fiel, brach sein Rudel in Gelächter aus. Es war eine raue Mischung aus Knurren, Bellen und Heulen. Ivar rollte mit den Augen und machte eine drängende Geste, gefolgt von einigen Zeichen.

„Raus hier, ich muss hier noch etwas zu Ende bringen.“

Das Grinsen in den Gesichtern seiner Rudelmitglieder war unbeschreiblich und einer seiner Brüder konterte:

„Oh, ich denke, du hast genug von ihnen erledigt, lass uns noch etwas übrig.“

Ivar legte den Kopf schief. Sie hatten nicht unrecht, er hatte seinen Spaß gehabt. Mehrmals. Sie hingegen nicht. Aber das war jetzt nicht der Punkt.

„Ihr werdet eure Chance bekommen, wenn ihr es nicht übertreibt, aber ich muss hier noch etwas erledigen.“

Seine Haltung änderte sich unmerklich, aber spürbar.

„Und ... jetzt ... raus!“

Der Spaß war vorbei. Augenblicklich. Sein Rudel nickte und verließ schweigend den Container. Ivar drehte sich zu den Schwestern um, die sich immer noch um Freya kümmerten. Sie war unverletzt, im weitesten Sinne des Wortes. Wahrscheinlich würde sie in der nächsten Stunde nicht laufen können und schon gar nicht irgendwelche Untersuchungen durchführen, aber ansonsten ging es ihr körperlich gut. Geistig war es eine andere Sache. Sie sprach immer wieder von einer Person, die Durst hatte, oder so etwas in der Art, und sie wollte Ivar unbedingt wiedersehen. Ivar und sein göttliches Anhängsel. Ja, das auch, aber sie meinte eindeutig das andere.

Ivar hockte sich neben die Schwestern und sah die kleine Frau an, die zu lächeln begann, als der Wulfen in ihr Blickfeld kam.

„Mein Engel...“

schnurrte sie und streckte ihm eine Hand entgegen.

„... Nimm mich wieder... jetzt...“

Ihre Stimme klang seltsam verklärt. Ivar blickte zu den anderen Dienerinnen.

„Es wird ihr gut gehen, ihre Symptome entsprechen denen von Schwester Brunhild, nur stärker. Mein Herr, ich möchte nicht unhöflich erscheinen, aber wir würden gerne von dieser letzten Aktivität absehen. Wir sind uns bewusst, dass wir Proben nehmen müssen, und wir werden unser Möglichstes tun, um dies so effizient und zufriedenstellend wie möglich für Euer Rudel zu gestalten, aber dies...“

Schwester Ingrid zeigte auf Freya....

„... Das hier können wir nicht verantworten. Wir sind nur zu viert.“

Ivar nickte, er konnte das verstehen. Er würde es seinem Rudel erklären.

Natürlich war Ivars Rudel nicht gerade glücklich darüber, dass er den ganzen Spaß gehabt hatte, eine der Schwestern kaputt machen durfte, und jetzt mussten sie sich mit den Resten begnügen, die er übrig gelassen hatte. Aber sie akzeptierten es schließlich. Immerhin bekamen sie auch etwas von dem, was er gehabt hatte. Aber vielleicht würde sich im Laufe der Reise noch die eine oder andere Gelegenheit ergeben. Als schließlich alle Proben gesammelt waren und alle Wulfen als zumindest im Wesentlichen befriedigt angesehen wurden, begaben sich die einzelnen Parteien zur Ruhe. Für die Dienerinnen brannte die Lumen-Sphäre am längsten. Schwester Ingrid kümmerte sich lange Zeit um Schwester Freya, die sich nur langsam zu fangen schien.

Warp-Reisen waren nie einfach. Sich in das Herz des feindlichen Territoriums zu wagen, in der Hoffnung, unbeobachtet hindurchzusegeln, war selbst im besten Fall eine Herausforderung für die dunklen Mächte. Aber es war die einzige Möglichkeit, auf irgendeine Weise von einem Sternensystem zum anderen zu gelangen. Sogar die Eldar reisten mit ihren Netzwegen und Portalen durch den Warp. Wenn auch auf „sichereren“ Wegen. Die Russ' Suspicion war dank ihres Geller-Feldes vor den direkten Einflüssen des Warps und der Dämonen darin geschützt, aber die indirekten, psionischen Einflüsse, die entstanden, wenn man sich über einen längeren Zeitraum in dieser Dimension aufhielt, konnten nie ganz ausgeschlossen werden. Das Imperium hatte seine eigene Methode, diese Einflüsse auf ein Minimum zu beschränken. Unwichtiges Personal wurde in der Regel in Stasis versetzt, benötigtes Personal wurde ständig mit Litaneien der Reinigung und Propaganda bombardiert. Außerdem waren die Kleriker ständig unterwegs und reinigten das Schiff mit Weihrauch und segneten die Besatzung unablässig. So sollten die unheiligen Einflüsse des Warp bei den Bewohnern der Russ' Suspicion nicht Fuß fassen können. Für Außenstehende mochte dies etwas übertrieben erscheinen, doch wer jemals einen Einfall der Mächte des Chaos in einen so engen Raum wie einen Raumkreuzer und das daraus resultierende unvorstellbare Gemetzel erlebt hatte, war sich sicher, dass diese Maßnahmen, wenn überhaupt, nur knapp ausreichten. Die Warp-Reise zum Furia-System würde nur etwa zwei Wochen dauern, vorausgesetzt, die Warp-Strömungen waren der Russ' Suspicion wohlgesonnen, aber zwei Wochen voller Alpträume und ständiger Einflüsterungen ins Unterbewusstsein konnten einem wie eine Ewigkeit vorkommen.

Die Astartes des Ordens waren von diesen Eingebungen unbeeindruckt. Zum einen schliefen sie nur wenig, zum anderen war ihr Geist durch die jahrzehntelange Indoktrination im Orden gegen diese Art der Verführung gewappnet. Bei den Normalsterblichen war das jedoch anders. Selbst auf diesen kurzen Reisen war es die Regel, dass die Besatzung „Verluste“ erlitt. Sklaven, die durchdrehten, niedere Besatzungsmitglieder, die Selbstmord begingen oder ihre Kameraden angriffen, waren keine Seltenheit. In der Regel waren es nie so viele, dass eine echte Gefahr bestand, aber es kam vor, und es war jedes Mal aufs Neue ein Weckruf, dass die Reisen durch den Warp Reisen ins Herz des Wahnsinns waren. Das Auge des Schreckens trug seinen Namen nicht ohne Grund.

Es war in der zweiten Woche, als es passierte. Kurz bevor sie wieder in den realen Raum aufbrechen sollten. Der Kapitän der Russ' Suspicion hatte verkündet, dass die Reise angenehm schnell, ohne größere Zwischenfälle und in ruhigen Strömungen verlaufen war und dass er damit rechnete, in etwa 12 Stunden am Rande des Furia-Systems wieder in den realen Raum eintreten zu können. Ivar und sein Rudel hatten die letzten 10 Tage intensiv genutzt, um in den Trainingskäfigen mit ihren Waffen zu trainieren. Auch ohne die Unterstützung der Powerrüstung waren ihre Bewegungen so schnell und kraftvoll, dass sie nach kurzer Zeit aufhörten, mit Trainingsservitoren zu trainieren, weil diese keine Herausforderung mehr darstellten. Jetzt schlugen sie sich gegenseitig mit Trainingswaffen. Die Dienerinnen von Ishmael standen auf den Rängen und dokumentierten den Trainingsfortschritt der Wulfen genau. Sie hatten auch die anderen Astartes des Ordens beim Training beobachtet, um einen Vergleich zu haben, wenn sie die Trainingseinheiten der Wulfen beobachteten. Die Geschwindigkeit, die Brutalität der Schläge und die schiere Unerbittlichkeit im Kampf waren bei beiden Gruppen vergleichbar. Was jedoch überhaupt nicht vergleichbar war, war der Stil. Während die Astartes Angriffe mit teilweise raffinierten Paraden und unter Zuhilfenahme ihrer Rüstung abwehrten, um anschließend auf die Schwachstellen des Gegners zielen zu können, kämpften Ivar und sein Rudel mit einer ganz eigenen Wildheit. Ihre eigene Sicherheit war ihnen egal, es ging nur darum, den Feind so schnell und brutal wie möglich auszuschalten. Sie nahmen Verletzungen in Kauf, wenn sie dem Gegner einen tödlichen Treffer zufügen konnten. Diese nihilistische Sichtweise überraschte die Zuschauer nicht. Schließlich ging es bei dieser Sühne darum, im Kampf zu sterben. Keiner der Wulfen würde die kommende Schlacht überleben, und mit ihrem Tod im Kampf würden sie ihre Ehre wiederherstellen und, wenn Russ es wünschte, nach Vallhalla aufsteigen, um dort mit ihm bis zum Jüngsten Tag zu feiern.

In den Reihen befanden sich drei der Dienerinnen. Schwester Ingrid und zwei ihrer Kolleginnen, Schwester Freya war im Lager geblieben. Ihr Zustand hatte in den letzten Tagen der Reise teilweise bizarre Züge angenommen. Schwester Ingrid hatte sich bereits mit dem medizinischen Personal der Fregatte in Verbindung gesetzt. Sie waren sich nicht einig, was diese völlig unnatürliche Sucht nach ständiger sexueller Stimulation verursacht hatte, aber man schloss einen Einfluss aus dem Warp nicht aus. Es würde nachlassen, sobald sie wieder im realen Raum waren, so die Aussage des Leiters des Apothecariums. Es war schwierig gewesen, Freya davon abzuhalten, die Artificer in ihrem Wahn anzugreifen oder sich wiederholt... in Ermangelung eines anderen, passenderen Wortes: mit den Wulfen zu paaren... Aber auch ohne diese Versuche der sexuellen Befriedigung hatte Freya begonnen, immer bizarrere Hilfsmittel für diese Aktivitäten zu finden. Schwester Ingrid und die anderen waren dazu übergegangen, sie zu fesseln, wenn sie nicht anwesend waren, um sie notfalls aufzuhalten.

Im Frachtraum 3 lag Freya im Container der Schwestern. Es war ihr gelungen, sich von den Fesseln zu befreien. Zuerst hatte sie sich mehrmals mit Hilfe ihrer Finger befriedigt. Aber das war schon vor Tagen nicht genug gewesen, um ihr die Befriedigung zu geben, die sie jetzt brauchte. Es half für kurze Zeit, den Kopf so weit frei zu bekommen, dass sie über andere Möglichkeiten nachdenken konnte. Schließlich hatte sie den Container der Artificer betreten und hatte sich nach einem oder mehreren Werkzeugen umgesehen. Als sie schließlich fündig wurde, kehrte sie mit ihrer Beute zum Container der Schwestern zurück. Sie kniete sich auf eine der Matratzen in der Schlafecke des Containers und breitete das Sortiment der „geliehenen“ Werkzeuge vor sich aus. Neben einigen langen, dünnen Werkzeugen, die vermutlich dazu gedacht waren, tief im Inneren eines Werkstücks verborgene Verschlüsse und Schrauben zu öffnen, lagen zwei Hämmer in verschiedenen Größen und ein Ersatzteil für eine der Rüstungen der Wulfen vor ihr. Sie war sich nicht ganz sicher, wie sie die Werkzeuge verwenden würde, aber sie schienen alle in irgendeiner Weise für ihre Zwecke geeignet zu sein. Sie fuhr mit der Hand über den Griff des einen Hammers. Er war leicht gebogen und sein Durchmesser war angenehm. Man würde ihn sehr gut am Kopf halten können, während man den Griff benutzte... Sie griff nach dem Werkzeug und legte sich hin. Sie wartete nicht lange, sondern fuhr mit dem Stiel zwischen ihre Schenkel. Allein die Berührung ihres Unterleibs verursachte schon kleine Höhenflüge, aber das war nicht genug. Es musste mehr sein. Noch intensiver. Sie rieb mit dem Stiel des Hammers ein paar Mal über ihren Intimbereich, bis er schön feucht und glitschig war, dann suchte sie ihren Eingang. Mit einer langsamen, aber fließenden Bewegung führte sie den Hammer in sich ein. Es fühlte sich wunderbar an. Er war hart, „hammerhart“ sozusagen, aber er war auch kalt... Die Kälte würde bald verschwinden, sie konnte bereits spüren, wie ihre eigene Hitze den Stahl des Griffs erwärmte. Schnell begann sie sich mit dem Hammer zu ficken.

„Haaa... hmmm... ja... schneller...“

Sie sprach mit sich selbst, aber ihre Stimme klang seltsam fremd. Da war etwas in ihr. Wie ein Echo. Sie klang fordernd. Freya kam der Aufforderung nach. Sie steigerte das Tempo. Schmatzende Geräusche erklangen aus ihrer Mitte, als sie den Stiel des Hammers immer wieder in sich hineinstieß. Sie begann zu stöhnen. Ja, das Gefühl war nicht schlecht, es war eindeutig besser als mit ihren Fingern. Aber es war nicht genug. Es würde ihr nicht „die“ Befriedigung geben, die sie brauchte. Sie verlangte mehr. Sie betrachtete die anderen Werkzeuge mit Tränen in den Augen. Ohne ihre Bemühungen zu unterbrechen, griff sie nach dem zweiten Hammer. Sein Hammerkopf war viel größer, der Stiel hatte einen größeren Umfang und das Ende war gerillt, um besser greifen zu können. Sie biss die Zähne zusammen und zog den ersten Hammer aus ihrer Vagina. Sie fuhr mit der Hand über den glitschigen Griff und übertrug so viel Gleitmittel auf den neuen Hammer, wie sie konnte. Sie atmete schwer, aber ihr Stöhnen klang eher wütend als angestrengt. Als ob es nicht schnell genug gehen würde.

Sie kniete sich hin und platzierte den Hammer zwischen ihren Knien. Der Stiel ragte gut 40 Zentimeter in die Luft. Hektisch stellte sie sich über den Stiel und ließ sich auf ihm nieder. Das Gefühl war deutlich intensiver und der Stiel füllte sie mehr aus.

„Hnnn... huuu... yesss... genau... sehr gut...“

Sie fletschte die Zähne und holte scharf Luft, während sie sich am Griff auf und ab bewegte. Das war schon eher das, was sie brauchte. Sie steigerte das Tempo und etwas in ihr verlangte, dass sie sich tiefer setzte. Der Schmerz, den sie sich selbst zufügte, steigerte nur ihre Erregung. Sie biss sich auf die Lippe, bis sie ihr eigenes Blut schmeckte. Ihr Stöhnen erfüllte den Container und bald auch den Lagerraum.

„Jaaaa ... JaaAAaa ... mehr ... ich brauche mehr ...“

Während sie auf und ab hüpfte, knetete sie ihre Brüste. Ihre Fingernägel gruben sich in das weiche Gewebe ihrer Brüste und an der einen oder anderen Stelle war bereits Blut geflossen. Ihr Blick fiel auf den ersten Hammer und ein Verlangen wuchs in ihr. Ihr Verstand sträubte sich, aber ihr Fleisch war schwach. Sie hielt einen Moment inne und fischte nach dem Hammer. Sie hielt ihn in den Händen und glitt langsam auf dem Schaft des anderen, während sie den ersten streichelte. Liebevoll leckte sie den Schaft ab und saugte an der Spitze.

*Nein... nein... Gottimperator nein...'

Aber ihr Körper gehorchte ihr nicht mehr.

„Das wird ein Festmahl...“

Ihre Stimme klang nun nicht mehr wie sie selbst. Das Echo, das zuvor ihre eigene Stimme unterstrichen hatte, herrschte nun vor und das Verlangen darin war stark.

Freya legte den Hammer hinter den anderen und verlagerte ihren Körper ein wenig. Das Ende des Griffs befand sich nun direkt an ihrem Anus. Sie schüttelte den Kopf und öffnete den Mund, doch statt eines Schreis entkam ihr nur ein wollüstiges Stöhnen, als sie sich setzte. Das Gefühl, nun von beiden Seiten penetriert zu werden, war überwältigend. Tränen liefen über ihr Gesicht und ihr Verstand hämmerte hinter ihren Augen gegen die goldenen Stäbe, die ihn davon abhielten, die Kontrolle über ihren Körper zu erlangen.

„Ja... Jaaahahahahahaha... genau so... kämpf nicht dagegen an... hnnn... du wolltest es so...“

Die Stimme überschlug sich fast, als sie das Tempo wieder anzog und das schmatzende Geräusch zwischen ihren Schenkeln sich wieder mit ihrem Stöhnen verband. Sie griff wieder nach ihren Brüsten. Sie griff so fest zu, dass sich das Gewebe, das zwischen ihren Fingern hervorquoll, blau färbte.

„Genieße den Schmerz... Schmerz ist rein... Schmerz zu fühlen, bedeutet zu leben...“

lachte die Stimme. Freyas Augen rissen auf und sie stieß einen völlig unmenschlichen Schrei aus. Ihre Augen begannen lila zu glühen und Teile ihrer Tätowierungen schienen zu schmelzen.

„Haaaaaahahahaaa... du hast doch nicht geglaubt, dass diese lächerlichen Runen dich schützen würden, oder? Nicht hier! Nicht in meinem Reich!“

Ihre Fingernägel wurden länger und bohrten sich in die Haut ihrer Brüste. Rote Haare begannen auf ihrem Kopf zu sprießen. Und ihre Stimme wurde noch schriller.

„Sie, die Durstige, hat sich deines Körpers bemächtigt... gib dich ihr hin. Widersetze dich nicht, und ich werde dich in eine Welt des Exzesses führen, wo du jeden Tag, jede Stunde, jeden Augenblick Glückseligkeit und Qualen erleben wirst, wie du sie noch nie erlebt hast.“

Ihre Zunge verlängerte sich und spaltete sich am Ende. Sie leckte sich das Blut von den Brüsten und hob beide Arme zur Decke, ohne die wogende Bewegung ihrer Hüften auf beiden Hämmern zu unterbrechen.

Ivar und sein Rudel waren auf dem Weg zurück in den Lagerraum. Sie würden ihre Waffen und Rüstungen noch einmal den Artificern übergeben und sich noch einmal ausruhen, bevor sie im Furia-System landen würden. Danach würde ihr letzter Kampf beginnen. Es war notwendig, sich vor dieser Schlacht wiederzufinden und mit allem abzuschließen. Doch dazu kam es nicht.

Als sie die Türen zum Laderaum öffneten, hörten sie bereits die unnatürlichen Geräusche, die aus dem Container der Schwestern kamen. Bevor Ivar reagieren konnte, waren die Dienerinnen bereits auf dem Weg dorthin. Die Wulfen folgten ihnen, aber in einigem Abstand, ihre Waffen bereits zum Kampf gezogen. Ivar und seine Brüder hatten schon gegen viele Feinde gekämpft und wussten, dass diese Stimme nicht mehr zu Schwester Freya gehörte, sie gehörte zu keinem Menschen mehr. Der Schrei des Entsetzens, als die Dienerinnen die Tür des Containers erreichten, war nur eine endgültige Bestätigung dessen, was die Wulfen bereits wussten.

Ohne einen einzigen Befehl schwärmten die Brüder aus und bereiteten sich auf den Kampf vor. Ivar umklammerte seine Äxte fester und legte seine Daumen auf die Aktivierungsrune. Die drei Frauen wichen zurück, als sich ein violettes Leuchten in dem Behälter ausbreitete und eine eindeutig nicht-menschliche Stimme etwas über Schafe, Schlachtung und Lust murmelte. Die acht Wulfen hatten den Behälter fast vollständig umzingelt, als die Tür der Metallbox buchstäblich aus den Angeln gerissen wurde. Die Dienerinnen krochen rückwärts auf die Wulfen zu, als das, was einmal Freya gewesen war, den Container verließ. Die Deamonette war wesentlich größer als Freya und ihre Brust war mit sechs Brüsten geschmückt. Ihr Kopf wurde von Hörnern und rotem Haar umrahmt, und ihre Füße waren zu Klauen deformiert.

Sie hielt sich die Tür des Containers über den Kopf und schleuderte sie einfach zur Seite.

„Oooohh ein Mann ... na ja ... eher ein Schwanzträger.“

Ihre Stimme war schrill, aber irgendwie schmeichelhaft. Aber sie klang abschätzig.

„Sag mal... bist du es, der die arme kleine Freya dazu gebracht hat, mich anzurufen?“

Sie fuhr sich mit beiden Händen lasziv über den Körper, während sie dies sagte.

„Weißt du, wenn du ihr nicht so einen verdammt guten Spaß gemacht hättest, wäre ich wahrscheinlich gar nicht gekommen.“

Ihre erstaunlich lange Zunge fuhr um eine ihrer Brüste, bevor sie mit einem „Schlürfen“ wieder in ihrer Fratze verschwand. Ivars Augen verengten sich. Er wusste genau, dass dies nur dazu diente, ihn zu verunsichern, damit er sich zu einem unüberlegten Angriff hinreißen ließ. Seine Brüder waren bereit, und er auch.

„Oooh... hmmmm... jaa... ich kann sie immer noch hier drin spüren...“

Die Kreatur packte ihren Kopf.

„... Sie würde es nie zugeben, aber sie will dich immer noch... wie wär's?“

Sie machte eine einladende Geste und öffnete ihre Beine ein wenig.

Dann ging alles sehr schnell. Einer von Ivars Brüdern schoss nach vorne. Natürlich bemerkte der Dämon dies und drehte sich zu ihm um, in diesem Moment schossen auch alle anderen Wulfen vor und griffen an. Es war einer von Ivars Brüdern, der schließlich mit einem gekonnten Schlag Freyas Kopf von ihrem Körper trennte.

Als ihr Körper leblos zu Boden sank und ihr Kopf mehrere Meter entfernt mit einem hohlen Geräusch auf dem Boden des Laderaums aufschlug, veränderte sich die Atmosphäre im Raum merklich. Es schien, als ob sich das Licht veränderte und die Temperatur merklich sank. Nicht, dass es vorher im Laderaum warm gewesen wäre, aber jetzt war es geradezu eisig. Ivars Rudel wich von der Leiche zurück und stellte sich in einer Verteidigungslinie auf, die Dienerinnen hockten neben Ivar, der sich langsam um die eigene Achse drehte, um alle Seiten im Auge zu behalten.

Dann hörten sie ein geradezu dämonisches Lachen.

„Mwuahahaaaa... Glaubt ihr Kakerlaken wirklich, dass mich so etwas aufhalten kann...?“

Ivars Kopf ruckte herum und blickte auf Freyas abgetrennten Kopf, der sich langsam vom Boden hob und in der Luft schwebte. Der Halsstumpf glühte violett, die Haare standen wie elektrisiert.

„... Ich bin der Abgesandte von Slaneesh... meine Meisterin dürstet... und sie wird sich laben...“

Die Motoren in Ivars Äxten heulten auf, als er die Aktivierungsrunen drückte. Er fletschte die Zähne und sprang auf den Kopf zu. Seine Brüder wirbelten herum und sahen, wie sich Freyas Körper erhob. Der Kopf von Freya wich seinen Schlägen mit unglaublicher Präzision aus und lachte mit dämonischer Stimme. Freyas Körper hatte nicht so viel Glück. Ivars Brüder hackten die Leiche in Stücke und badeten in unheiligem Blut. Ivar verfolgte den Kopf weiter, der seinen Schlägen immer wieder auswich und dabei hysterisch lachte.

„... hahahahaa... ja komm Wölfchen... spring... verausgab dich... ich will in deiner Verzweiflung baden... ich will mich in deinem Zorn läutern und mich an deiner Kampfeslust laben... ohooo fast getroffen... aber knapp daneben ist auch vorbei.“

Die Wulfen verhöhnend, schwebte der abgetrennte Kopf immer noch leicht außer Reichweite vor Ivar. Keiner von ihnen hörte, wie sich die Laderaumtüren wieder öffneten. Der Kopf wollte gerade zu einer weiteren Tirade ansetzen, als ein einzelner Schuss ertönte und der Kopf buchstäblich explodierte. Noch während die einzelnen Teile auf den Boden regneten, ertönte bereits eine verzerrte Stimme:

„Was ist hier los?“

Es war einer der Astartes aus ihrem Orden, die den Transport begleiteten. Langsam senkte er seinen Bolter, während sein Begleiter den Flammenwerfer entriegelte und die Überreste von Freyas Leichnam in Brand setzte. Ivar hielt inne und drehte sich langsam zu den beiden Astartes um. Sein Rudel war bereits auf den Knien. Die Dienerinnen waren der Panik nahe und sahen entsetzt zu, wie die Überreste ihrer Schwester in den Flammen tanzten.

„Erklärt euch ...!“

donnerte der erste Astartes und hob erneut seinen Bolter. Der zweite Astartes richtete seinen Flammenwerfer auf die Schwestern. Ivar sank auf ein Knie und signalisierte, dass er sprechen musste. Im Laderaum wurde es noch kälter, trotz des Prometheumfeuers, in dem Freyas Körper brannte. Die Stimme des Dämons kehrte zurück. Diesmal ertönte sie von überall und nirgends.

„Oooohohohoo... Du denkst also, nur weil du den Wirt getötet hast, ist meine Macht gebrochen?“

Die Tätowierungen auf Schwester Ingrids Körper begannen zu leuchten und ihre Muskeln spannten sich an. Ihre Schwestern sahen Ingrid mit aufgerissenen Augen an, doch bevor sie etwas anderes tun konnten, drückte die Astartes den Abzug des Flammenwerfers. Alle drei Frauen wurden augenblicklich von Flammen umhüllt. Ihre Schreie dauerten nur einen kurzen Moment. Das Lachen des Dämons hingegen blieb in der Luft hängen. Ivar fletschte die Zähne, er wusste, dass er im Moment machtlos war, wenn er jetzt aufstand, würden die Astartes ihn und sein Rudel wahrscheinlich einfach töten.

Dann ertönte die Schiffssirene und der Lautsprecher verkündete die Überfahrt der Russ' Suspicion in den realen Raum. Mit einem Mal war die dämonische Präsenz verschwunden. Im realen Raum war er machtlos. Die Manifestation dämonischer Energie im realen Raum erforderte weit mehr als ein paar Perversitäten und eine gewisse Neigung. Jetzt war auch die Hitze der Flammen spürbar. Es war eine Erinnerung an das, was vor wenigen Augenblicken geschehen war. Die Astartes traten vor und senkten ihre Waffen.

„Erhebt euch ... Brüder.“

Die Stimme klang seltsam verzerrt, wie immer durch das Vox-Gitter der Helme. Aber etwas anderes schwang mit. Ivar und sein Rudel erhoben sich. In Ivars Blick auf die vier noch brennenden Leichen lagen Trauer und Zorn. Er wusste, dass die Astartes das Richtige getan hatten, aber es war trotzdem eine Schande. Vor allem, weil sie umsonst gestorben waren. Der Dämon war ungeschoren davongekommen. Ivar wusste, dass sie einen Dämon ohnehin nicht töten konnten, aber sie waren nicht einmal in der Lage gewesen, ihn zu bannen. Seine Kiefer mahlten und er knirschte mit den Zähnen.

„Könnt ihr mir das erklären?“

Der Astartes mit dem Bolter ließ seine Hand über das Chaos im Frachtraum schweifen.

„Wie konnte das passieren?“

Ivar schüttelte den Kopf und begann, mit seinen Händen die alten Zeichen zu formen, mit denen sie sich im Kampf verständigen konnten. Er versuchte zu erklären, dass Schwester Freya schon seit einigen Tagen seltsame Symptome zeigte, dass die Dienerinnen sich darum gekümmert hatten und dass die Schiffsmediziner glaubten, es würde verschwinden, sobald sie den Warp verlassen hatten.

Der Astartes nickte stumm und blickte auf den Container der Schwestern.

„Versiegelt ihn, ich weiß, Bruder Ishmael wird ihn untersuchen wollen, aber wir müssen ihn isolieren.“

Der Astartes sah sich um, als ob er etwas suchte.

„Wo sind eigentlich die Artificer?“

Ivar sah sich um und zuckte mit den Schultern. Es dauerte eine Weile, bis sich der Astartes wieder den Wulfen zuwandte.

„Wir werden in etwa zwölf Stunden ankommen. Der Orbit um Furia ist umkämpft. Die Grünhäute sind noch nicht besiegt. Unsere Truppen werden bei Enterangriffen eingesetzt. Macht euch bereit, ihr werdet per Landekapsel auf dem Planeten abgesetzt. Die Artificer werden zu euch gebracht, sobald wir sie gefunden haben.“

Mit diesen Worten drehten sich die Astartes um und verließen den Frachtraum. Ivar blickte zu seinem Rudel, die alle in die Flammen starrten. Das war kein gutes Zeichen für den bevorstehenden Kampf. Frustriert kickte er einen Stuhl weg, der weit durch den Laderaum segelte, bevor er gegen den Container der Wulfen prallte.

Ivar legte den Kopf zurück und heulte seinen Frust in den Frachtraum. Es war ein langes, lautes, klagendes Heulen. Er hatte wieder versagt. Es war gut, dass die Schlacht bevorstand. Dann konnte er endlich seine Schuld begleichen und dieser Schande ein Ende setzen. Sein Rudel schaute schweigend zu ihm herüber. Nicht, dass sie nicht auch frustriert gewesen wären, aber sie wollten ihre Gefühle nicht so offen zeigen. Ivar sah zu ihnen hinüber und gab ihnen ein Zeichen:

„Ich brauche Hilfe.“

Einer seiner Brüder kam auf ihn zu.

„Die Runen müssen erneuert werden.“

Seine Rudelmitglieder nickten. Sie gingen zum Behälter der Schwestern und suchten nach etwas, mit dem sie die heiligen Runen in die Haut des Wulfen schneiden konnten. Als sie ein geeignetes Messer fanden, ließen sie die Klinge in den Flammen des brennenden Leichnams glühen.

Ivars Kampfgefährte Brannan begann, die Runen der Sühne in den Rücken des Wulfen zu ritzen. Es war ein schmerzhafter Prozess. Das war beabsichtigt. Der Schmerz war Teil der Sühne und sollte den Sünder reinigen, bevor er für seine Taten Buße tun konnte. Es dauerte eine ganze Weile, und Ivars Bruder musste die Klinge mehrmals erneut erhitzen, bevor er fertig war. Es roch nach verbranntem Fell und verbrannter Haut. Der Gestank vermischte sich mit dem Gestank des Promethiums und der brennenden Leichen. Ivar atmete ihn tief ein. Es würde ihn an sein Versagen erinnern.

Als die Leichen langsam erloschen waren und Ivar mit seinem Rudel den Laderaum fast wieder in Ordnung gebracht hatte, öffnete sich das Tor und die Artificer betraten den Raum. Der Schock stand ihnen ins Gesicht geschrieben. Sie hatten bereits durch die Besatzung erfahren, was geschehen war. Sie waren zum Schwarzmarkt gegangen, um einige Besorgungen zu machen.

„Meine Herren.“

Begann Hendrik, als er sich näherte.

„Wir haben wenig Zeit. Ich habe ein paar Kleinigkeiten gefunden, die eure Kampfkraft gegen den Feind stärken sollten.“

Als Ivar ihn mit einem eiskalten Blick ansah, schaute Hendrik sich im Raum um.

„Ja, das sehe ich auch so. Es ist eine Schande, aber wir haben keine Zeit, uns darüber Gedanken zu machen. Wir haben etwas zu erledigen.“

Erklärte er, während er eine Decke ausbreitete und seine Beute darauf präsentierte.

Es war ihm gelungen, stärkere Motoren für die Kettenäxte und bessere Ketten zu finden. Auch die Energiepakete für die Energieklauen waren besser. Diese würden mehr Energie speichern und schneller freisetzen, so dass die Klauen mehr Durchschlagskraft hätten. Nur für den Fall, dass die Wulfen auf gepanzerten Widerstand stoßen würden. Es gab noch ein paar kleine Upgrades für die Rüstung. Es würde knapp werden, aber sie würden es schaffen, bevor die Landekapseln beladen wurden. Die Wulfen näherten sich und präsentierten ihre blutgetränkten Waffen.

Das Furia-System war kein wirklich besonderes System. Die Planeten besaßen keine besonderen Ressourcen oder andere militärisch wichtige Fabriken. Aber sie befanden sich an einer der wenigen stabilen Warp-Routen in diesem Quadranten. Deshalb war es wichtig, dass sie unter der Kontrolle des Imperiums standen. Furia, der einzige bewohnbare Planet in diesem System, war vor einiger Zeit den Orks zum Opfer gefallen. Ein vergleichsweise kleiner Waaaargh, aber da die PDF-Streitkräfte des Planeten weder gut ausgerüstet noch zahlreich waren, wurden sie fast augenblicklich überrannt. Das SOS wurde aufgefangen, aber die Mühlen des Administratum mahlten wie immer langsam, und so dauerte es Jahre, bis das Astra Militarum überhaupt reagierte, und der Planet war bereits hoffnungslos verloren, als die Imperiale Garde eintraf.

Die Kämpfe um den Planeten dauerten nun schon fast ein Jahr an, und ein Sieg war noch immer nicht in Sicht. Da Furia der einzige bewohnbare Planet im System war, wurde von einem Exterminatus abgesehen, denn der Planet sollte bewohnbar bleiben. Also mussten die Grünhäute auf die altmodische Art und Weise besiegt werden.

Ein grausamer, brutaler, blutrünstiger und langwieriger Feldzug am Boden, gegen einen Feind, der mehrere Milliarden zählte, sich ständig vervielfachte und es umso mehr genoss, je härter die Schlacht geführt wurde. Im Orbit fand zur gleichen Zeit ein Weltraumkrieg statt, der ebenso hart geführt wurde wie der Krieg am Boden. Die Orks bauten ständig neue Raumschiffe, teilweise aus den Trümmern der zerstörten Raumschiffe. Sie bauten sie so schnell, dass die Imperiale Flotte mit der Zerstörung kaum Schritt halten konnte.

Nach einem Jahr intensiver Kämpfe beschloss man, den Orden um Hilfe zu bitten, um zumindest die Kontrolle über den Orbit zu erlangen, damit sie die Bodentruppen besser aus der Luft unterstützen konnten.

Während die Astartes des Ordens in erster Linie in den orbitalen Kämpfen eingesetzt werden sollten, würden die Wulfen in der Offensive Bodenunterstützung leisten. Ivar und sein Rudel würden per Landungskapsel mitten in die Schlacht geschleudert werden. Der Einsatz per Landungskapsel war eine Spezialität der Astartes. Normalsterbliche würden einen solchen Abwurf nicht einmal überleben. Es bedurfte der Physik der Astartes, um die hohen G-Kräfte überhaupt zu überleben.

Bei dem Abwurfangriff wurden die Landungskapsel mit bis zu acht Astartes in Servorüstungen beladen und dann aus einer hohen Umlaufbahn auf den Planeten abgeworfen. Während des Abwurfs wurden die Kapseln in der Regel durch Raketentriebwerke weiter beschleunigt, und es war nicht ungewöhnlich, dass sie mit Geschwindigkeiten von Mach vierzehn zu Boden fielen. Dadurch wurde sichergestellt, dass die meisten Luftabwehrkanonen die Kapseln nicht anvisieren konnten. Bremsraketen wurden erst kurz vor dem Aufprall abgefeuert, damit der Aufprall zumindest theoretisch überlebt werden konnte. Oft wurden mehrere Landungskapsel abgeworfen, manchmal sogar automatisierte Waffenplattformen, die zunächst eine Art Landezone schufen, indem sie mit mehreren synchronisierten schweren Boltern ausgestattet waren und nach dem ungebremsten Aufprall einfach ihre Magazine in alles entluden, was sich in der Nähe der Landungskapsel befand.

Dies würde dieses Mal nicht der Fall sein. Ivar und sein Rudel würden in einer einzigen Kapsel in die Mitte der Frontlinie geschossen werden und von dort aus eine Spur der Zerstörung hinterlassen, um den Feind abzulenken und der Imperialen Garde den Vormarsch zu ermöglichen. Sie würden dabei ihr Leben lassen und ihre Ehre wiederherstellen.

Als Ivar und sein Rudel durch die engen Korridore der Russ' Suspicion liefen, ertönten um sie herum Sirenen. Die Russ' Suspicion befand sich im Kampf. Das geschäftige Treiben der Besatzung, die ihre Kampfpositionen einnahm und alle strategischen Knotenpunkte des Schiffes bewaffnete, war den Wulfen nur allzu vertraut. Sie hatten schon an unzähligen Raumschlachten teilgenommen. Nicht nur ihre Besatzung konnte Enterkommandos schicken. Auch die Grünhäute waren dazu sehr wohl in der Lage. Sie würden es den Orks nicht leicht machen, wenn sie es wagten, einen Fuß auf dieses Schiff zu setzen.

Das Schiff wurde durchgeschüttelt. Die Einschläge der groben Waffen der Orks waren zu langsam, um von den Schilden des Schiffes abgefangen zu werden. Die Geräusche der Abwehrbatterien, die versuchten, ankommende Geschosse abzufangen, erfüllten die Korridore. Das schrille Kreischen der Lanzen der Russ' Suspicion ließ die Beleuchtung flackern. Es war ein hitziger Kampf. Der Kapitän verließ sich nicht auf Finesse oder ausgeklügelte Taktiken. Solche Dinge halfen nicht gegen die Orks. Hier zählten schiere Stärke und Überlegenheit.

Ivar bog vom Hauptkorridor ab und stand in einem spärlich beleuchteten Raum. Vor ihm stand eine Landungskapsel. Der blaugraue Lack war von unzähligen Einsätzen größtenteils abgekratzt, die Unterseite geschwärzt vom wiederholten Eintritt in die Atmosphäre. Die Besatzung war gerade dabei, die letzten Handgriffe daran zu machen.

„Landungskapsel betankt, Zielregion erfasst, Koordinaten bestätigt ... Bitte einsteigen, meine Herren.“

So lautete die kurze Rückmeldung des Offiziers an der Steuerkonsole der Absetzkapsel. Ivar und sein Rudel stiegen in die Landungskapsel ein. Die Gurte waren für sie entsprechend angepasst worden. Die Standardgurte würden nicht mehr funktionieren, da sie keine Standardpanzerung trugen. Als sie fest angeschnallt waren, schlossen sich die Seiten der Landungskapsel und die Sprengbolzen verriegelten. Der Lautsprecher im Inneren erwachte mit einem Knistern zum Leben.

„Ladung gesichert. Kapsel bereit zum Abwurf. Luftschleusen öffnen sich.“

Das mechanische Surren des Abwurfmechanismus war laut zu hören. Sie spürten, wie die Landungskapsel in die Luftschleuse gehoben wurde. Dann das Dröhnen, als sich die Luftschleuse über der Landungskapsel schloss. Danach wurde es still, als die Atmosphäre in der Schleuse abgesaugt wurde.

„Abwurf in zehn Sekunden.“

Lautete die nüchterne Ansage aus dem Lautsprecher. Die dumpfen Geräusche, die noch immer durch die Vibrationen des Mechanismus auf die Landungskapsel übertragen wurden, zeigten die Öffnung der äußeren Schleuse an. Ivar holte tief Luft und schloss die Augen. Obwohl er, wie alle anderen Astartes des Ordens, geradezu süchtig nach dem Chaos auf dem Schlachtfeld war, mochte er es nicht, per Landungskapsel abzuspringen. Zu wenig Kontrolle über das Geschehen, und sich auf die Berechnungen eines Servitors zu verlassen, wenn es darum ging, die Brüder sicher in die Schlacht zu bringen, war nicht immer beruhigend.

In diesem Moment lösten sich die Halteklammern und die Landungskapsel schoss los. Ivars Bruder Bannan heulte seine Aufregung in die Landungskapsel, und die anderen Mitglieder des Rudels stimmten mit ein. Innerhalb von Sekunden war die Russ' Suspicion so weit entfernt, dass sie im Getümmel der Raumschlacht völlig unterging. Der Planet unter ihnen hingegen näherte sich so schnell, dass es beängstigend war. Als die Rettungskapsel in die Atmosphäre Furias eintrat, zündeten die Raketentriebwerke und beschleunigten die Kapsel gegen die immer dichter werdende Atmosphäre. Die Wulfen wurden in ihre Gurte gepresst, als die Kapsel auf den Boden zuraste. Die Rettungskapsel wurde heftig durchgeschüttelt. Zu dem ständigen Dröhnen und Kreischen der Raketentriebwerke gesellten sich allmählich auch andere Geräusche, als die Atmosphäre dicht genug wurde, um Geräusche zu übertragen. Jedes Mal, wenn eine Flakgranate in der Nähe der Kapsel explodierte, wurde sie durchgeschüttelt und die acht Insassen spürten die Druckwelle.

„ETA fünfzehn Sekunden.“

ertönte die Durchsage aus dem Lautsprecher. Ivar biss die Zähne zusammen, in etwa zwölf Sekunden würden sich die Bremsraketen zünden und sie würden einer kurzzeitigen Belastung von fast 25 G ausgesetzt sein. Es war nicht ungewöhnlich, dass sich Astartes bei solchen Landungen Wirbel brachen. Nur die Servorüstung hielt sie funktionsfähig. Ivar und sein Rudel trugen jedoch keine Energiepanzerung.

„ETA zehn Sekunden.“

In diesem Moment erschütterte eine heftige Explosion die Landungskapsel und eine der Seitenwände wurde von der Kapsel gesprengt. Ivar erhaschte einen kurzen Blick nach draußen.

Unter ihnen befand sich ein Schlachtfeld, das sich bis zum Horizont erstreckte. Überall blitzten Explosionen auf, und dichter schwarzer Rauch legte sich über das gesamte Land. Der gesamte Boden erschien als eine wogende Masse von Körpern. Das mussten Milliarden und Abermilliarden von Grünhäuten sein.

*Bei Russ... das ist unmöglich...*

war sein Gedanke. Dann zündeten die Bremsraketen. Die Abbremsung war so hart und schnell, dass Ivar für einen Moment das Bewusstsein verlor. Als die Landungskapsel inmitten der Orks auf dem Boden aufschlug, begrub er einen ganzen Mob unter sich, und die Druckwelle fegte die Orks in einem Radius von fast 20 Metern von den Füßen. Dann wurden die Sprengbolzen gezündet und die Seiten des Drop-Pods wurden mit explosiver Kraft zu den Seiten hin geöffnet. Die Seiten hatten den Boden noch nicht berührt, als Ivar und sein Rudel bereits auf das Schlachtfeld stürmten.

Ihr Gebrüll übertönte die Kampfgeräusche in der Umgebung, und im ersten Sekundenbruchteil stießen sie auf keinen Widerstand. Die Kettenäxte kreischten und rissen sich ihren Weg durch die völlig überraschten Orks. Als die Schrecksekunde vorüber war, wurde das Heulen der Wulfen vom Brüllen der Orks übertönt.

„Waaaaaaargh...“

war die universelle Antwort, als sich die Orks auf die Wulfen stürzten. Wie bei den Orks üblich, warfen sie ihre Shotaz weg, schnappten sich ihre Spaltaz und stürzten sich ins Getümmel. Ivar und sein Rudel hackten und schlitzten, rissen und bissen sich durch einen Ork nach dem anderen. Das Blutvergießen war glorreich. Der eisenhaltige Geruch von frischem Blut, der Gestank von Adrenalin und das elektrisierende Gefühl, für nichts anderes als Kampf und Tod zu leben, erfüllten Ivar.

Und dann drückte er den zweiten Knopf an seiner Axt.

Innerhalb von drei Herzschlägen schien das Schlachtfeld zu explodieren. Sein Blut brannte in den Adern und seine Sicht weitete sich. Er sah die Gerüche seiner Feinde, er spürte die Luftbewegungen, die ihre Waffen verursachten, er hörte ihre Mordlust und schmeckte ihre Gier nach Blut... Innerhalb weniger Augenblicke beschleunigte sich sein Stoffwechsel so stark, dass sein Körper in der Lage war, die Energie, die ihm normalerweise für mehrere Tage zur Verfügung stand, in ein paar Minuten zu verbrauchen. Sein Gebrüll schallte über die Frontlinie, die er und sein Rudel hielten, und er begann, seine Äxte mit unglaublicher Geschwindigkeit in seine Gegner zu treiben. Die Zähne seiner Kettenäxte hatten nicht einmal Zeit, sich in das Fleisch seiner Gegner zu graben, er stieß die Klingen einfach so durch seine Gegner und zerfetzte sie ohne Gnade. Er spürte keinen Schmerz mehr, keine Skrupel, keine Zweifel, keine Gnade, keine Reue, kein Zurückhalten. Die einzige Richtung war vorwärts. Vorwärts, die ganze Zeit.

Sie waren vor weniger als einer Minute gelandet und hatten bereits über 100 Meter zurückgelegt, während sich hinter ihnen die zerteilten Orks im Todeskampf wanden. Ivar und seinen Brüdern war das egal. Solange es vor ihnen Opfer zu töten gab, schauten sie nicht zurück. Das blieb von den Orks nicht unbemerkt. So sehr sie den Kampf auch liebten, einfach nur abgeschlachtet zu werden, war nicht das Ziel.

„Boss... da... da... die Dinger da, die kämpfn nich wirklich...“

beschwerte sich einer der Boyz bei seinem Nob, nur um eine Ohrfeige zu bekommen.

„Nur weil die Dinger da die andern Boyz vermöbeln, heiß dat noch lang nich, dat die uns auch vermöbeln werdn. Gib mir ma die Stickbomb...“

Das war kurz bevor der Wulfen zu Ivars Linken von einer Explosion zerrissen wurde. Ivar reagierte nicht einmal, sondern drückte die Rune am Griff seiner Axt fester, während er sich durch eine weitere Reihe von Orks schnitt. Als selbst der Tod von zwei weiteren Wulfen durch Explosionen und die schiere Überlegenheit der Grünhäute den Vormarsch der übrigen nicht aufhalten konnten, begannen die Orks, die sich in unmittelbarer Nähe von Ivar und seinem Rudel befanden, in Panik den Rückzug.

„Lauft ... Lauft ... wenn wa jetz weglaufn, könn wa morgn wieder kämpfn ...“

Sehr zum Leidwesen ihrer Nobs versetzte diese Panik auch andere Mobs in der Gegend in Unruhe, und innerhalb kürzester Zeit brach die Frontlinie auseinander.

„Muss ma allet hiar alleine erledign...“

fluchte einer der größeren Nobs und fuchtelte mit seinem Spalta herum. Ivar kam ihm auf halbem Weg entgegen und warf ihm die Überreste eines Orks entgegen, dem er gerade den Kopf von den Schultern gerissen hatte.

Der Kriegsschrei des Orks mischte sich mit dem wütenden Heulen der Wulfen und wurde vom Kreischen seiner Kettenäxte begleitet. Die Kraft des Orks war so gewaltig, dass es ihm gelang, eine der Äxte aus Ivars Klauen zu schlagen. Ivar konterte und trennte die Hand des Orks am Handgelenk ab. In dem Schrei der Grünhaut steckte mehr Wut als Schmerz, und der Ork nutzte den Moment, bis Ivar seine Axt wieder erhoben hatte und rammte ihm den Stumpf in den Magen.

„Blöder Git, glaubs du wirklich, dat mich dat aufhaltn wird?“

Speichel flog Ivar hinterher, als er einen Schritt zurücktrat. Ivar schüttelte den Kopf und grinste. Der erste Gegner, der es wert war.

*Vater ... siehst du mich?*

Er stürmte wieder vor und schwang die Axt. Das Quietschen der Zähne auf dem Stahl des Spaltaz schmerzte in seinen Ohren. Der Ork schien, genau wie Ivar, große Freude an dem Duell zu haben. Von der Kraft her war der Ork zwar überlegen, aber Ivar war schneller und im Grunde unverletzt. Das meiste Blut, das sein Fell verklebte, war nicht von ihm. Ivar wich den kräftigen Schlägen seines Gegners aus oder parierte sie. Das irrsinnige Lachen des Orks und die Tatsache, dass er sich „so lange“ gegen die Wulfen behaupten konnte, zeigte den anderen Orks, dass der Kampf noch nicht verloren war, und so verdoppelten sie ihre Anstrengungen. Ivars Meute holte weiter auf, hielt sich aber ein wenig zurück, um zu verhindern, dass Ivar umzingelt wurde.

Um seinen Kraftnachteil auszugleichen, griff Ivar beidhändig nach seiner Axt und schlug auf die Waffe des Orks ein.

„Du bis stark ... abba ich bin stärka ...“

brüllte der Ork und holte mit seinem Stumpf zu einem weiteren Schlag aus. Darauf hatte Ivar gewartet, er timte den Schlag genau und in der Lücke, die durch den Angriff entstand, führte er seinen Gegenangriff aus. Es war weniger ein Schrei als vielmehr ein Lachen, das dem Ork entwich, als Ivar ihn von der Leiste bis zur Schulter spaltete. Die beiden Hälften des riesigen Gegners fielen zur Seite und Ivar trennte den Spalta von der Hand des Orks.

Triumphierend hob er die übergroße, grobschlächtige Axt des Orks hoch und brüllte seinen Sieg über das Schlachtfeld. Als seine Boyz den Tod ihres Anführers sahen und erkannten, dass sein Meuchelmörder auch seine Waffe gegen sie einsetzen wollte, ergriffen sie schließlich die Flucht. Ivar verfolgte sie noch einen Moment, aber die Wirkung der Drogen ließ bereits nach. Er schaute auf die Aktivierungsrune am Griff seiner Axt und drückte sie mehrmals, aber nichts geschah. Er tastete nach oben zu seinem Hals und stellte fest, dass der Schlauch völlig zerfetzt war. Er fletschte die Zähne; in der Zwischenzeit war er dem Tod näher gewesen, als er gedacht hatte. Sein Rudel stand auf dem Plateau, das mit Leichen, Gliedmaßen und Waffen übersät war, und Ivar schloss sich ihnen an. Sie sahen aus wie er. Überall blutverschmiert, zahllose kleine Wunden am Körper, Teile der Rüstung beschädigt oder ganz verschwunden. Ivar signalisierte sein Problem und erntete spöttisches Gelächter.

„Sie fliehen ... sollen wir ihnen nachsetzen?“

Fragte einer der anderen Wulfen. Ivar schüttelte den Kopf.

„Sie werden zurückkommen...“

Eine Bewegung aus dem Augenwinkel erregte Ivars Aufmerksamkeit. Ein Ork, der an der Hüfte verletzt war, kroch auf sie zu. Wild lachend zog er sich über die Leichen seiner gefallenen Kumpane. Seine Eingeweide hatten sich bereits über mehrere Meter des Schlachtfelds verteilt. Er hielt ein großes Kampfmesser in der Hand, und in seinen Augen brannte die Gier.

„... Wenn ich dich fertigmache, dann bin ich der neue Boss...“

Kicherte der Ork, als er näher kam. Ivar drehte sich zu ihm um. Der Stich mit dem Messer war leicht zu parieren, Ivar schlug es ihm einfach aus der Hand. Der Ork kümmerte sich nicht weiter darum, er packte Ivars Bein und zog sich zu ihm hin. Der Blick in Ivars Augen, als er seine Kettenaxt aktivierte und den Ork enthauptete, war von Langeweile erfüllt.

Ivar blickte in die Ferne, wo sich die Orks neu formierten. Wenn man das von Orks überhaupt sagen konnte. Als er den Lichtblitz sah, reagierten er und sein Rudel instinktiv und zerstreuten sich.

Dort, wo sie eben noch gestanden hatten, schlugen kurz hintereinander mehrere Artilleriegranaten ein.

*Das war erstaunlich genau für Orks...

Die Wulfen standen auf, hoben ihre Waffen und heulten den Orks ihren Widerwillen entgegen. Sie würden sich nicht so einfach töten lassen... Nicht SO einfach!

Doch bevor sie weiter vorrücken konnten oder ein weiterer Angriff der Orks erfolgen konnte, explodierte der gesamte Hügel, der vor den Wulfen lag. Das donnernde Dröhnen der Triebwerke erfüllte den Himmel über dem Schlachtfeld, als mehrere Thunderhawks über Ivar und sein Rudel hinwegflogen. Mit Kanonen und Raketen bedrängten sie die Orktruppen, während ein weiterer Thunderhawk hinter den fünf Wulfen landete. Es war keiner von ihren eigenen. Er war schwarz, und auf seinem Rumpf prangte das verhasste Zeichen der Inquisition. Als sich die Seitentür des Flugzeugs öffnete, stieg ein Mann in einem viel zu großen Mantel mit einer viel zu beeindruckenden Offiziersmütze aus dem Thunderhawk. Er wurde von zwei Todeskult-Assassinen begleitet, und die an der Laffette montierten schweren Bolter des Thunderhawk hatten die Wulfen im Visier. Der Inquisitor steuerte direkt auf sie zu, während sein Geschwader hinter ihnen ein Massaker an den Orks anrichtete. Ivar seufzte und beugte sein Knie. Es hatte keinen Sinn, sich zu wehren. Auf Fenris war das anders. Die Inquisition zögerte, einen Fuß auf ihren Heimatplaneten zu setzen, aber überall sonst war ihnen ein Inquisitor überlegen. Sein Rudel folgte nur widerwillig seinem Beispiel.

„Was für Abscheulichkeiten haben die Söhne von Fenris diesmal von der Leine gelassen. Es wäre besser, wenn ich euch hier und jetzt töten würde, bevor ihr die Moral der Truppen gefährdet.“

rief der Inquisitor, als er sich näherte. Seine Gefährten hatten ihre Waffen erhoben.

„Steht auf ... steht auf ... es steht euch nicht gut an, dem Feind Schwäche zu zeigen.“

rief er, und Ivar kam seiner Aufforderung nur zu gerne nach. Er streckte sich, um ein wenig größer zu wirken. Als der Inquisitor endlich bei ihnen war, stellten sich auch die anderen Wulfen um Ivar herum.

„Warum seid ihr hier? Solltet ihr und eure verrückten Brüder nicht im Orbit sein und den Frieden bewahren? Wir können hier unten sehr gut auf uns selbst aufpassen. Was habt ihr eigentlich getrieben?“

Ivar blickte zu seinem Rudel, das mit den Schultern zuckte. Ivar versuchte es mit einfachen Zeichen, aber der Inquisitor sah ihn nur an, als wäre er ein Grox und hätte gerade einen Blitz gesehen.

Sein Gefährte trat vor und übersetzte für ihn.

„Mein Herr. Dies sind Astartes des Ordens, die für ihr Versagen Buße tun. Sie werden im Kampf fallen.“

Dies schien den Inquisitor sehr zu interessieren.

„Das sollen Astartes des Ordens sein? Echte Astartes? Ich meine, die Söhne des Russ sind in der Tat mehr Tier als Mensch. Aber DIES sind keine Astartes.“

Ivar rollte mit den Augen und hielt instinktiv einen seiner Brüder zurück, der bereits einen Schritt nach vorne gemacht hatte. Er begann wieder zu signalisieren.

„Als wir einen Chaoskult säuberten, wurden wir verflucht. Wir sind hier, um Buße zu tun, wie es die Tradition verlangt.“

Übersetzte der Attentäter.

„Chaoskult... Oh, wie treffend. Wahrscheinlich derselbe, der hier im Hintergrund aktiv ist.“

Der Inquisitor holte ein Pergament hervor, auf das eine Rune gezeichnet war.

„Diese hier?“

Ivars Blick verfinsterte sich. Er und sein Rudel nickten langsam.

„Prächtig ... prächtig ... Ihr werdet sie hier nicht finden. Sie sind weiter nördlich. Wir sind auf dem Weg dorthin, aber...“

Der Inquisitor wies vage in die Richtung, aus der die Orks zu kommen schienen.

„... dieser Pöbel versperrt uns den Weg.“

Ivar knurrte und senkte den Kopf. Der Inquisitor schien jedoch sehr amüsiert zu sein.

„Ich fürchte, wir können keine ganze Armee nach Norden bringen, aber da wir nun einige... wie soll ich sagen... entbehrliche... Stoßtruppen hier haben...“

Er drehte sich zu seinem Thunderhawk um und winkte mit dem Finger, ihm zu folgen.

„... Wir werden euch die Gelegenheit geben, direkt über ihrem Tempel abzuspringen... Die Gelegenheit, den Idioten, die euch in diesen Schlamassel gebracht haben, direkt zu danken. ... Eww es lebt noch...“

Im Vorbeigehen zog der Inquisitor seine Boltnpistole und schoss auf einen Ork, der noch zuckte. Ivar und sein Rudel folgten den Assassinen zum Thunderhawk.

Im Inneren wurde die Tür verschlossen und die Motoren heulten wieder auf.

In dem Thunderhawk war es sehr beengt. Anders als die Thunderhawks des Ordens war dieser vollgestopft mit technischer Ausrüstung. Auspex, Kommunikation, Taktik, alles... eine fliegende Operationszentrale für den Inquisitor. Ivar und sein Rudel standen in der Mitte des Laderaums. Sie stanken nach Blut, Feuer und Tod. Ivar machte sich einen Spaß daraus, die Besatzung des Thunderhawk immer mehr zu verunsichern. Erst leckte er sich genüsslich das Blut von den Lippen, dann fuhr er mit einer Klaue über die raue Klinge des Spaltes und saugte anschließend das Blut davon ab. Auch sein ständiges unterschwelliges Knurren und die anderen Geräusche, während er mit seinem Rudel sprach. All das führte dazu, dass einer der Bediener an einem der Auspexe ganz langsam die Nerven verlor.

„Tun Sie das nicht.“

Ihre Stimme war so kalt wie Eis. Ivar sah sich um und einer der Assassinen kam durch die Luke, die zum Cockpit führte. Ivars Lächeln war teuflisch, es wurde durch seine blutverschmierten Zähne und die Art, wie seine Augen im Halbdunkel zu leuchten schienen, noch verstärkt. Sie hingegen lächelte nicht. Sie zeigte keinerlei Emotionen. Ihre Augen waren hinter einem Visier verborgen und ihr Mund befand sich hinter einer Atemmaske. Aber ihre Pheromone zeigten, dass sie sehr erregt war. Ivar nickte langsam und sein Lächeln verschwand.

„Wir werden bald dort sein. Die Sekte versteckt sich in einer alten Bunkeranlage der Astra Militarum. Die Bunker wurden so gebaut, dass sie orbitalem Bombardement standhalten. Wir können also nicht aus dem Orbit angreifen. Die feindlichen Formationen sind zu stark für eine kleine Streitmacht. Wir haben Stoßtruppen angefordert, aber es kann Monate dauern, bis sie eintreffen. Ihr kommt also gerade rechtzeitig. Wir konnten Ihre Astartes-Kollegen nicht um Hilfe bitten, dies ist eine streng vertrauliche Mission. Keiner weiß, dass die Sekte hier ist. Außer euch und uns.“

Sie zuckte mit den Schultern.

„Und nach dieser Mission, nur noch wir.“

Ivars Augen verengten sich. Man konnte das Leder am Griff seiner Waffen knirschen hören. Die Attentäterin schien nicht beeindruckt zu sein. Sie lehnte sich gegen die Kabinenwand.

„Beruhige dich, Großer. Du willst doch sterben. Und wir werden dir die beste Gelegenheit verschaffen, ruhmreich unterzugehen. Und für den absolut unwahrscheinlichen Fall, dass du überlebst, gibt es schätzungsweise 3 Milliarden Orks, die um den Bunker herum verteilt sind. Tobt euch aus.“

Ivars Lippen kräuselten sich, aber er konnte sich beherrschen. Es war nicht ehrenvoll, eine Assassine des Todeskultes zu töten, nur weil sie sich für etwas Besseres hielt, und der Inquisitor, so verhasst er auch war, würde auch nicht ehrenvoll sein. Aber den Kult auszulöschen, hatte eine gewisse Ehre oder zumindest Befriedigung zur Folge.

Ivar gab ein Zeichen.

„Wie kommen wir runter?“

„Wir fliegen auf etwa 300 Meter heran. Das Geschwader wird eine Landezone freimachen. Ihr habt etwa 5 Sekunden Zeit aus einer Höhe von etwa 50 Metern und einer Geschwindigkeit von etwa 100 Knoten. Darunter können wir nicht fliegen.“

*Das ist Selbstmord. Mit Sprungmodulen, jederzeit. In einer Servorüstung, schwierig. So...*

Ivar blickte zu seinen Brüdern. Ihnen stand derselbe Zweifel ins Gesicht geschrieben.

„Wir brauchen Gleitschirme.“

„Gravitationsschirme werden nur an Mitglieder der heiligsten Inquisition ausgegeben.“

Ivar knurrte.

„Ihr wollt, dass wir eure Drecksarbeit machen, wozu ihr nicht fähig seid, also gebt uns die Schirme.“

„Ich sagte ...“

In diesem Moment landete eine Hand auf ihrer Schulter.

„... Meine reizende Adjutantin wollte gerade sagen, dass wir den ehrenwerten Astartes des Ordens natürlich unsere Ausrüstung zur Verfügung stellen werden. Schließlich ist es in unserem Interesse, dass Sie dort so viel Schaden wie möglich anrichten. Außerdem wird euch dieser Servo-Schädel begleiten und uns mit einem Vidfeed versorgen.“

Der Inquisitor betrat den Frachtraum und wies seine Crew an, die nötige Ausrüstung bereitzustellen.

„Wir werden in etwa 10 Minuten dort sein. Wir erwarten heftigen Widerstand. Sobald ihr draußen seid, seid ihr auf euch allein gestellt. Keiner weiß, wo ihr seid, keiner kann euch helfen. Ihr werdet dort sterben. So viel ist sicher.“

Er gestikulierte ein wenig in der Luft.

„Aber wie man immer sagt. Nur im Tod endet die Pflicht.“

Ivar kochte innerlich. Er wusste wieder, warum der Orden die Inquisition so sehr hasste. Diese Selbstverliebtheit, diese Arroganz, diese offene Zurschaustellung der vermeintlichen moralischen Überlegenheit. Wenn es nicht zu massiven Problemen führen würde, wenn herauskäme, dass sie einen Inquisitor und sein Gefolge auf dem Gewissen hatten, einen Inquisitor, der dabei war, ihnen zumindest offiziell bei der Beseitigung eines Chaoskults zu helfen...

*Russ hätte kurzen Prozess mit ihnen gemacht...*

Die Crew kam mit fünf Kisten zurück. Gravitationsschirme. Die Antwort des Astra-Militarums auf die Sprungmodule der Astartes. Sie waren zwar weniger leistungsfähig, aber sie würden ausreichen, um die Wulfen sicher auf den Boden zu bringen, selbst aus größeren Höhen und bei höheren Geschwindigkeiten. Das einzige Problem. Die Geräte waren für normale Menschen gemacht. Nicht für dreieinhalb Meter große Tötungsmaschinen. Sie würden sie irgendwie mit Gurten befestigen, das würde reichen. Es war eine einmalige Sache, nur einmal musste es funktionieren, wenigstens halbwegs.

Das Ergebnis sah nicht sehr vertrauenserweckend aus, aber es fühlte sich solide an.

„ETA zwanzig Sekunden.“

War die Ansage des Piloten.

„Black One und Black Two haben Feindkontakt.“

Der Auspex erwachte zum Leben und versorgte den Operator mit allen möglichen Informationen.

„Wir sehen kaum Luftabwehr, meist nur einfache Bewaffnung. Sie haben das schwere Gerät an die Front verlegt. Die Landezone ist frei. Jetzt oder nie.“

Der Inquisitor ging zur Seitentür. Und betätigte den Öffnungsmechanismus.

„Was sagt ihr Bastarde immer? Für den Allvater, für Russ? Für den Imperator! Und jetzt raus mit euch!“

Ivar und sein Rudel sprangen aus dem Thunderhawk, bevor er es sich anders überlegen und dem Inquisitor ein für alle Mal klar machen konnte, dass ihr Schlachtruf den Astartes des Ordens vorbehalten war. Der Sturz dauerte nur einen Moment, bevor die Gravitationsschirme auslösten und die Wulfen hart, aber sicher in der Mitte der Landezone aufschlugen. Noch bevor sich die Fallschirme abschalteten, waren Ivar und seine Brüder bereits im vollen Sprint in Richtung Bunkereingang. Ivar brüllte seine Wut und Frustration heraus, während er die wenigen überlebenden Orks auf dem Weg zum Bunker erschlug. Nichts würde sich ihnen in den Weg stellen. Diesmal nicht. Die massiven Tore des Bunkers waren aufgesprengt worden. Die Schwadron des Inquisitors hatte gute Arbeit geleistet.

Als sie den Eingang erreichten, ließ Ivar den Servoschädel los. Er würde den Inquisitor mit Bildern versorgen, und im Gegenzug würde er ihnen weitere Informationen liefern, während sie ihren Vormarsch fortsetzten. Am Eingang waren keine Orks zu sehen, auch keine Leichen. Das war seltsam, denn Orks ließen normalerweise keine Gelegenheit aus, um mehr Beute zu machen oder zumindest einen weiteren Kampf zu finden.

Die Luft roch nach verbranntem Plaststahl und Sprengstoff. Aber da war noch ein anderer Geruch, der Ivar nur allzu bekannt vorkam. Er fletschte die Zähne und rannte durch das Tor. Im Eingangsbereich herrschte eine fast unheimliche Stille. Es war, als ob der Lärm außerhalb des Bunkers nicht mehr existierte. Ivar wurde langsamer und blieb schließlich stehen.

„Langsam, Brüder, hier stimmt etwas nicht.“

Auch sein Rudel blieb stehen. Ivar wandte sich dem Eingang zu. Obwohl unzählige Orks sie gesehen hatten und auch Teile der Armee ihnen zum Eingang gefolgt waren, war ihnen kein einziger Ork in den Bunker gefolgt. Sie waren nicht einmal am Eingang zu sehen.

„Das gefällt mir nicht. Wenn nicht einmal die Grünhäute hier reinkommen...“

Sein Rudel nickte. Das war seltsam. Ivar schnupperte an der Luft. Die Luft roch faulig-süß, eine Mischung aus Weihrauch, Blut und Verwesung. Die Wulfen umklammerten ihre Waffen fester und rannten weiter in das Halbdunkel des Bunkers. Ivar wunderte sich, da die Explosion des Tores unzählige Alarme ausgelöst haben musste, warum war niemand hier, um den Eingang zu verteidigen? Warum war niemand gekommen, um sie aufzuhalten? Wurden sie bereits erwartet?

Nach etwa 500 Metern kamen sie zu einem Aufzugsschacht. Die Türen waren offen, aber es gab keine Kabine. Ivar lehnte sich in den Schacht und schaute hinunter. Der Schacht war tief und verschwand in der Dunkelheit. Die Aufzugskabel baumelten frei im Schacht. Jemand hatte die Kabine absichtlich zum Absturz gebracht. Ivar richtete sich auf, eines seiner Rudelmitglieder signalisierte ihm, dass er eine Treppe gefunden hatte.

„Der Bunker hat 200 Stockwerke. Die ersten 50 sollten Quartiere sein, gefolgt von Lagerräumen und einem Arsenal ... weiter unten sind Maschinenräume und Technik. Ich würde vorschlagen, dass ihr ab Ebene 30 mit der Suche beginnt. Sie werden tief verschanzt sein, um sicherzustellen, dass nichts von außen an sie herankommt.“

ertönte die Stimme des Inquisitors in Ivars Ohr. Die Vox-Perle erfüllte ihre Aufgabe, gut. Ivar nickte und gab seinem Rudel ein Zeichen: Runter.

Sie sprangen eine Treppe nach der anderen hinunter. Bis zur Ebene 25. Hier fanden sie die ersten Spuren, die auf den Kult hinwiesen. Runen und Sprüche, mit roter Farbe an die Wände gemalt... nein, mit Blut. Ivar berührte das Blut und rieb seine Finger aneinander. Das Blut war nicht geronnen, seltsam. Ivar öffnete die Tür zum Stockwerk und blickte in den Gang dahinter. Absolute Stille empfing ihn. Er schnupperte, aber in der Luft hing nur der Geruch von unbewohnten, leeren Räumen. Ivar zog die Tür wieder zu und schüttelte den Kopf. Sie stiegen weiter hinab. Es wurde nun merklich kälter, und der Geruch von Weihrauch wurde immer stärker. Auf Ebene 30 verschwand eine Gestalt vor ihren Augen, nachdem sie die Malereien an der Wand erneuert hatte. Aber nicht, dass sie weggelaufen wäre... Sie hatte sich einfach in Luft aufgelöst. Der Schwefelgestank hing einen Moment lang in der Luft, bevor er durch den nun üblichen Geruch von Weihrauch und Blut ersetzt wurde.

„Das ist besorgniserregend. Sie haben bereits begonnen, Dämonen zu beschwören. Ihr habt keine Zeit zu verlieren. Ich werde die Flotte im Orbit kontaktieren. Das ist vielleicht doch eine Nummer zu groß für euch.“

Der Inquisitor klang aufgeregt, aber nicht panisch. Ivar trat die Tür aus den Angeln, aber wieder war nichts zu sehen oder zu hören. Eines seiner Rudelmitglieder deutete weiter nach unten. Die Wulfen sprangen noch ein paar Stufen hinunter. Der Einfluss der dunklen Mächte war hier sehr deutlich zu spüren. Neben den Runen und Sprüchen an den Wänden lagen hier auch die ersten Leichen, die auf bestialische Weise zerlegt worden waren.

„Opfergaben an die Mächte...“

Ivar nickte stumm und warf einen Blick auf die Tür. Sie stand einen Spalt offen und ein Wimmern war aus dem Korridor zu hören. Ivar gab seinem Rudel ein Zeichen, dass drei von ihnen im Treppenhaus Wache halten sollten, während er mit einem anderen Wulfen den Korridor betrat. Die Wände waren mit Blut und Gewebe verschmiert, und die Decke und der Boden waren vollständig mit Runen und Sprüchen verziert. In einem der Räume flackerte Licht. Ivar umklammerte seine Axt fester und blickte zu seinem Bruder. Dieser nickte und postierte sich neben der Tür. Ivar öffnete die Tür langsam mit der Spitze seiner Axt.

Der Anblick, der sich ihm in dem Raum bot, war gelinde gesagt verstörend. Auf einer Art Stuhl aus organischem Gewebe saß eine... Frau... Sie war völlig gehäutet. Ihre Haut hing an einer Art Ständer hinter dem Stuhl. Die Frau wimmerte leise, während der Stuhl sie mit allem versorgte, was nötig war, um sie am Leben zu erhalten, aber nicht, um ihre Schmerzen zu unterdrücken. Am Fuß des Stuhls arbeitete eine kleine, bucklige Person in einem Kapuzenmantel daran, einzelne Muskeln von ihren Füßen zu entfernen. Die Person untersuchte jeden Muskel gründlich, bevor sie ihn fein säuberlich auf ein Tablett neben dem Stuhl legte.

Als die Frau Ivar sah, riss sie die Augen auf, hob flehend den Arm und versuchte zu schreien. Es gelang ihr nicht. Alles, was ihrer Kehle entkam, war ein gurgelnder Schmerzenslaut. Aber das reichte dem Buckligen, um sich zu ihm umzudrehen und sein Skalpell zu heben. Die „Fratze“, die unter der Kapuze hervorlugte, hatte wenig Ähnlichkeit mit einem menschlichen Wesen. Als die Kreatur auf ihn zuhumpelte, machte Ivar sich nicht einmal die Mühe, seine Axt zu benutzen. Er kickte das Ding einfach gegen die Wand. Das unüberhörbare Geräusch splitternder Knochen war sein Lohn, und der leblose Körper seines Gegners rutschte die Wand hinunter. Dann wandte er sich der Frau zu. Vor ihr stehend, hob er die Axt und zeigte ihr die Waffe. Sie nickte langsam. Mit einem versteinerten Gesichtsausdruck hob er die Axt über den Kopf der Frau. Die Frau schloss die Augen und es sah fast so aus, als würde sie sich entspannen.

Als Ivar den Raum wieder verließ, gab er seinem Begleiter ein Zeichen.

„Normalsterbliche sind einfach nur krank. Wir werden Promethium brauchen ... viel Promethium.“

Sein Bruder blickte sich im Raum um und schüttelte dann den Kopf.

„Feuer wird dafür nicht ausreichen.“

Sie verließen den Korridor wieder in Richtung des Treppenhauses. Ihr Rudel wartete bereits auf sie.

„Was hast du gesehen?“

Fragte der Inquisitor, dessen Servoschädel von einem der Wulfen gehalten wurde. Ivar schüttelte nur den Kopf und deutete nach unten. Auf den folgenden Ebenen fanden sie weitere ähnliche Kammern. Einige von ihnen waren noch mit lebenden Opfern gefüllt, denen Ivar den Frieden des Imperators gewährte, während in einigen Fällen nur noch das Skelett übrig war. Ein besonders makabres Schauspiel bot sich auf Ebene 47, wo von dem Opfer praktisch nur noch das Skelett, Herz und Lunge sowie der komplette Schädel übrig waren. Ivar hatte den Schlächter, der sich an diesem Opfer zu schaffen gemacht hatte, in der Luft zerrissen, bevor er dem noch lebenden Opfer Frieden gewährte. In seinem Ohr hörte er, wie sich einer der Mitarbeiter des Inquisitors übergab. Er musste fast grinsen.

„Äußerst beunruhigend, in der Tat.“

Das war alles, was der Inquisitor dazu zu sagen hatte. Ivar war versucht, die Vox-Perle herauszunehmen und wegzuwerfen, aber der Inquisitor konnte wirklich noch von Nutzen sein.

Als sie schließlich vor der Tür des ersten Lagerraums standen, war der Gestank von Weihrauch fast betäubend, und aus dem Lagerraum ertönte ein gleichmäßiger Singsang. Die Türöffner waren beschädigt worden, und das Tor war gerade weit genug geöffnet, um sich hindurchzuzwängen. Ivar wandte sich an sein Rudel. Sie knieten nieder, mit gesenktem Kopf. Ivar berührte jeden einzelnen von ihnen am Kopf. Als sie zu ihm aufblickten, „sprach“ er zu ihnen.

„Die Zeit ist gekommen, dass wir uns unserem Vater stellen. Sterbt erhobenen Hauptes und nehmt so viele von diesen Bastarden mit, wie ihr könnt. Für den Allvater, für Russ!“

Seine Augen glühten vor rechtschaffener Wut. Sein Rudel nickte, als sie sich von ihren Knien erhoben. Ausnahmsweise blieb der Inquisitor ruhig, auch wenn er wusste, dass Kommentare in diesem Moment unangebracht waren. Einer nach dem anderen schoben sie sich durch das Tor. Drinnen herrschte eine unheimliche Atmosphäre. Überall waren Kerzen aufgestellt, die die Szenerie in ein flackerndes orange-rotes Licht tauchten. Und die Szenerie war alptraumhaft. Der Raum war gigantisch und überall trieben Menschen unvorstellbare Dinge miteinander. Das hatte nichts mit Sex zu tun, auch nicht mit Folter oder irgendeinem Fetisch. Die Szenen, die einem Gemälde von Hieronymus Bosch entnommen zu sein schienen, wurden von einer Tonleinwand aus Schreien, Stöhnen und gesungenen Versen begleitet. Das hatte eine sehr surreale Wirkung.

„Beim Imperator. Das ist unglaublich.“

Die Stimme des Inquisitors brach fast vor Aufregung.

„Ich kenne dieses Ritual, ihr müsst es aufhalten. Sie versuchen, einen größeren Dämon zu beschwören. Wenn es ihnen gelingt, ist der gesamte Sektor in Gefahr.“

Ivar packte seine Äxte fester und signalisierte seiner Meute, dass das Gemetzel nun beginnen würde. Während er weiter in der Mitte des Raumes auf einen roten Lichtschein in der Ferne zuging, schwärmte sein Rudel aus und begann einen Völkermord an den Kultisten im Raum. In absoluter Stille rannten sie von Gruppe zu Gruppe und vernichteten jedes einzelne Lebewesen mit äußerster Brutalität. Es war äußerst beunruhigend zu hören, wie die Opfer der Wulfen vor Entzücken stöhnten, als die Wulfen sich ihren Weg durch sie hindurchschlachteten.

Ivar rannte vorwärts, als er gegen eine Wand aus eiskalter Luft stieß.

„Ha ha ha haaa... da bist du ja...“

Die Stimme ertönte aus dem Nichts. Instinktiv hob Ivar seine Waffen. Er sah sich um, konnte aber nichts sehen.

„... Ich hätte nicht gedacht, dass du so stur sein würdest...“

Die Stimme kam von links. Ivar wirbelte herum und fletschte die Zähne.

„Was machst du da, warum bleibst du stehen... weiter, weiter vorwärts.“

Ivar riss die Vox-Perle aus seinem Ohr und warf sie weg. Er schloss die Augen und verließ sich auf seine Instinkte.

„Ha ha ha haa... du hättest auf den kleinen Mann in deinem Ohr hören sollen... so wirst du mich nicht kriegen...“

Die Stimme war jetzt zu seiner Rechten. Er schlug nach rechts und seine Axt stieß auf Widerstand. Als er die Augen öffnete, hielt eines seiner Rudel die Axt nur Zentimeter von seinem Gesicht entfernt.

„Hörst du ihn auch?“

Ivar nickte, während er sich umsah.

„Er verhöhnt uns. Wir sollten weitergehen. Habt ihr aufgeräumt?“

Sein Rudel sah sich um, frisches Blut tropfte von ihren Klingen und ihre Rüstungen waren durchnässt.

„Ja, alle sind tot.“

Ivar blickte nach vorne. Das Lachen des Dämons klang ihm noch in den Ohren, und er stapfte weiter.

Die Luft war unnatürlich kalt und zäh. Es fühlte sich an, als liefe man durch Wasser. Je näher sie kamen, desto größer wurde der Widerstand und desto schriller wurden die Gesänge der Kultisten. Sie hatten ihre Anwesenheit bemerkt. Wie hätten sie das auch nicht bemerken sollen?

Sie waren nun nahe genug, um zu sehen, was dort geschah. In einem großen Kreis knieten die Kultisten und riefen ihre Beschwörungsformeln, während in der Mitte des Kreises mehrere Kultisten in Kapuzenumhängen standen. Sie alle trugen kunstvoll gefertigte Dolche, die sie demonstrativ in die Luft hielten. Hinter Ivar und den anderen kreischte der Servo-Schädel etwas von Unterbrechung des Rituals und Beeilung. Ivar drängte weiter gegen den Widerstand vor, gefolgt von seinem Rudel. Unter den Kultisten schien das Ritual auf seinen Höhepunkt zuzusteuern, denn auch die knienden Kultisten zogen ihre Dolche.

Ivar blinzelte; die Stimme des Dämons war plötzlich verschwunden.

In einer fließenden Bewegung senkten sich die Dolche der knienden Kultisten, und alle sackten nach vorne, um anschließend zur Seite zu kippen. Die Kultisten in der Mitte hoben ihre freien Hände zu ihren Dolchen und schlitzten ihre Arme auf, so dass ihr Blut in einem leuchtend roten Schauer herausspritzte.

Es war ein bizarrer Anblick, als auch diese Kultisten fielen, der Widerstand in der Luft vor Ivar war plötzlich weg und er fiel fast nach vorne. Doch die Wulfen konnten den Verlust des Widerstands schnell ausgleichen und kamen kurz vor den ersten Leichen zum Stehen.

„Irgendetwas stimmt nicht, seid vorsichtig, Brüder.“

Die anderen nickten. Vorsichtig näherten sie sich dem Kreis der Leichen. Ivar drehte eine von ihnen auf den Rücken. Es war einer dieser Schlächter, aber er sah anders aus. Vielleicht lag es daran, dass er ein zufriedenes Lächeln auf den Lippen trug. Ivar sah angewidert weg.

In diesem Moment packte der Leichnam sein Bein und versuchte, mit dem Dolch seine Sehnen zu durchtrennen. Ivar riss ihm das Bein weg und versetzte dem Leichnam einen Axthieb. Nun erhoben sich auch die anderen und begannen, mit Dolchen in der Hand und einem seltsamen, monotonen Gesang auf den Lippen, auf den Wulfen zuzutaumeln.

„Erst im Tod endet der Dienst ... war das nicht dein Credo ...? Meine Diener dienen mir sogar im Tod... das nenne ich Ergebenheit.“

Die Stimme kam aus der Richtung der Mitte des Kreises. Ivar kniff die Augen zusammen, während er die untoten Kultisten weiter zerlegte. Etwas bewegte sich in der Blutlache, die das Zentrum des Kreises bildete. Ein violettes Glühen schien sich über der Flüssigkeit zu bilden. Ivar arbeitete sich näher heran, während sein Rudel sich um die Flanken kümmerte. Als er den Ring aus Leichen erreichte, die sich die Arme aufgeschlitzt hatten, erhob sich eine Gestalt aus dem Blut. Ivar wartete nicht, sondern sprang brüllend vorwärts. Nur um von einem Schlag mit der Rückhand weggefegt zu werden.

„Ihr glaubt doch nicht ernsthaft, dass ihr elenden Hunde mich besiegen könnt. Ihr wart schon auf der Russ' Suspicion nicht in der Lage, es zu tun.“

Ivar krachte in eine Gruppe von Kultisten, die versuchten, ihn festzuhalten. Sie hatten überhaupt keine Chance. Der Wulfen riss sich los und wirbelte kurzerhand seine Kettenaxt um sich. Der Regen aus Körperteilen und Blut frischte das vorhandene Blut auf seinem Fell auf.

„Ich liebe deine Hartnäckigkeit... aber wirklich. Das ist es, was euch Astartes so besonders macht. Normale Menschen sind so leicht zu kontrollieren.“

Die Gestalt bewegte ihre Hand über eine der Leichen zu ihren Füßen und diese bewegte sich wie eine Marionette.

„Es ist fast zu einfach.“

Ivar sprintete schon wieder auf sie zu, hielt aber mitten in der Bewegung inne.

„Ah ah aaaah... nicht so schnell Hündchen... ich bin hier noch nicht fertig...“

Die Gestalt wackelte mit einem Finger ihre Verneinung, dann hob sie beide Arme und das restliche Blut aus der Lache floss zu ihr, formte sich um sie herum und schien zu erstarren. Als es schließlich wegbröckelte, stand dort eine eindeutig weibliche Gestalt, eine weibliche Gestalt, die etwa dreieinhalb Meter groß war. Aber so vieles an ihrem Aussehen war falsch. Sie hatte keine Haare, es sah eher so aus, als wären es Tentakel, die wie Haare zurückgeschwungen waren. Sie hatte nur eine Hand, deren Nägel lang wie kleine Dolche waren. Der andere Arm endete in etwas, das wie eine Schere oder Klaue aussah, die in unregelmäßigen Abständen zuschnappte. Ihre Beine endeten in krallenartigen Pranken. Ein langer, biegsamer Schwanz, der in einem langen, scharfen Stachel endete, rundete das Erscheinungsbild ab. Ansonsten war sie nackt und von üppiger Statur. Ihre breiten Hüften schwankten bei jeder Bewegung, ebenso wie ihre großen Brüste.

„Hmmmmmwaaa... es fühlt sich gut an, wieder einen richtigen Körper zu haben. Versteh mich nicht falsch, die Kleine auf deinem Schiff war ganz nett, aber sie hätte es nicht lange ausgehalten. Ihre Seele war übrigens köstlich.“

Sie leckte sich über die purpurnen Lippen und kam mit langsamen, lasziven Schritten näher. Hinter ihr sprangen die anderen Wulfen auf sie zu. Mit einem Schwenk ihres Handgelenks hingen auch sie in der Luft. Der Dämon kam Ivar nun gefährlich nahe. Ihr Atem hatte keinen Geruch im eigentlichen Sinne. Es war eher die Verkörperung von Verlangen und Lust, die mit jedem Wort, das sie sprach, gegen Ivars Gesicht wehte.

„Ooooh, es ist wirklich eine Schande, dich einfach so zu töten. Es gibt so viel, was ich mit dir machen möchte...“

Sie fuhr mit den Fingernägeln über die Riemen, die die Rüstung mit Ivars Körper verbanden. Sie lösten sich einfach. Nach und nach fiel die Rüstung von ihm ab. Als er nackt vor ihr stand, fuhr sie mit der Hand über seine Brust und fühlte seine Muskeln. Ihre Stimme klang erregt, lüstern, als sie ihre Worte keuchte.

„Sieh dir nur diese Körper an. Auf dem Höhepunkt ihrer Fähigkeiten. In der Lage, so viel Schmerz und Folter zu ertragen.“

Sie wandte sich den anderen Wulfen zu und ging mit deren Rüstungen auf die gleiche Weise vor. Keiner von ihnen war in der Lage, sich zu rühren. Sie brachte die anderen vier zu Ivar und stellte sie in einem Halbkreis um sich herum auf.

„Und doch ... dein Geist, so stark er auch sein mag, ist so klein. So unbedeutend.“

In diesem Moment krachte der Servoschädel gegen den Kopf des Dämons. Funkelnd und schrill fluchend wirbelte er um die Dämonin herum. Diese packte ihn einfach mit ihrer scherenartigen Klaue, betrachtete ihn kurz und zerquetschte ihn dann lässig.

„Es ist unhöflich, eine Dame zu unterbrechen.“

Mit diesen Worten warf sie die Überreste des Schädels über ihre Schulter und wandte sich wieder den Wulfen zu.

„Also, wo war ich? Ah ja... Folter.“

Sie leckte sich über die Lippen, trat vor einen der Wulfen und nahm ihm die Kettenaxt aus der Hand.

„So eine plumpe Waffe.“

Sie schwang sie ein paar Mal hin und her.

„Aber ich muss sagen, sie ist sehr effektiv. Für das, was wir vorhaben, ist sie jedoch völlig ungeeignet.“

Ihre Stimme war eine Mischung aus Schnurren, Zischen und Singen ... und man hörte es nicht so sehr, sondern man spürte es. Sie hob die Axt, und sie schmolz einfach vor den Augen des Wulfen dahin. Ivar kämpfte gegen die unsichtbaren Kräfte, die ihn festhielten, aber er konnte nicht entkommen. Die Dämonin vor ihm hob ihre Hand und zeigte Ivar ihre dolchartigen Nägel.

„Lass mich dir zeigen, wozu man so etwas gebrauchen kann.“

Sie ging zu dem Wulfen neben ihm hinüber, und alle Wulfen drehten sich mit ihm um.

„Nun liebe Kinder, gebt fein Acht...“

Schnurrte die Dämonin und stieß ihre Krallen ganz ohne Anstrengung in die Brust des Wulfen. Dieser versuchte zu schreien, aber er konnte nicht, er versuchte sich zu wehren, aber er konnte nicht, er konnte nur daliegen und zusehen, wie sich diese Dämonin in ihm rührte. Der Schmerz drohte ihn zu überwältigen, aber gleichzeitig erregte ihn diese Folter so sehr, dass er sich nicht mehr halten konnte.

„Ohooo, sieh dir das an... ich habe es genau ins Schwarze getroffen.“

Die Dämonin jubelte, als sie auf die Erektion des Wulfen hinunterblickte. Sie zog ihre Krallen aus dem Torso des Wulfen und beugte sich hinunter. Sie fuhr mit einer ihrer Krallen über das Glied des Wulfen und man konnte sehen, wie er sich darin wand, als sie ihn der Länge nach aufschlitzte.

„Ungezogene Jungs müssen bestraft werden. Niemand hat euch erlaubt, eure Erregung zu zeigen.“

tadelte die Dämonin, während sie sich erhob. Inzwischen tropfte das Blut des Wulfen auf den Boden, wo es zu kochen begann. Die Dämonin setzte ihre Klaue am Schambein des Wulfen an und zog sie bis unter das Kinn des Wulfen durch. Einen Moment lang geschah nichts, doch dann platzten die Eingeweide des Wulfens aus der Wunde und klatschten auf den Boden. Das angestrengte, ruhige Atmen von Ivars Bruder wurde von einem gurgelnden Geräusch unterbrochen, als er zu sprechen versuchte.

„Oh mein kleiner Engel, du brauchst es nicht zu sagen, ich kann deine Gedanken lesen und sie sind wie Balsam auf meinen Wunden. Ja, hasse mich, verfluche mich. Ich ergötze mich an deinen Gefühlen, an deinem Schmerz und an...“

Sie griff nach seinem Glied und die Augen des Wulfen weiteten sich.

„...Ja genau...an deiner Lust. So köstlich.“

Ivar zerrte an seinen Fesseln. Seine Adern traten hervor, als er sich gegen die unbändige Kraft stemmte, die ihn festhielt. Er versuchte, seine Wut und Frustration herauszuschreien, aber sie ließ ihn nicht.

„Ohhh, immer mit der Ruhe...du kommst auch noch dran. Dich hebe ich mir für den Schluss auf.“

Die Dämonin drehte sich wieder zu ihrem Opfer um. Der Wulfen hatte die Zähne gefletscht, roter Schaum stand vor seinem Mund und sein Atem ging in rasselnden Stößen.

„Ja, ich glaube, ich könnte noch eine ganze Weile so weitermachen, aber deine Brüder wollen auch ihren Spaß haben. Ach, komm schon. In der Schlacht zu sterben, was wäre das für eine Schlacht. Acht von euch hatten keine Chance gegen mich, als ich noch schwach war.“

Lachend wandte sie sich einem anderen Wulfen zu, während sie den aufgeschlitzten Wulfen mit ihrem Schwanz enthauptete.

Dieser Wulfen ruckte mit dem Kopf hin und her, knurrte und keifte, während er versuchte, sich aus seinen Fesseln zu befreien. Die Dämonin gluckste.

„Du glaubst doch nicht, dass du auch nur die geringste Chance hättest, zu entkommen, jetzt, wo ich einen von euch weniger zu fesseln habe?“

Ihre Stimme strotzte vor Selbstbewusstsein. Sie hatte das Gefühl, die ganze Zeit die Kontrolle zu haben. Sie kam ganz nah an ihn heran, nur wenige Millimeter trennten sie, so sicher war sie sich ihrer Macht über den Wulfen.

„Oooohohooo, du bist ein frecher kleiner Hund. Und nein, ich glaube nicht, dass seine Seele es zu seinem Vater schaffen wird. ... Und ... nein ... weg ist sie.“

Die Dämonin brach in lautes Gelächter aus. Als sie sich nur wenige Sekunden später wieder fing, war der Wulfen bereits ausgeweidet worden. Er war nicht in der Lage, etwas anderes zu tun als zuzusehen, wie sie lässig mit dem Schwanz schnippte und sein Kopf auf ihre Hand fiel.

„Nein, mein Junge, du hast es nicht verdient, diese Erfahrungen zu machen.“

Die Bemerkung stieß auf taube Ohren, und sie warf seinen Kopf über ihre Schulter, ähnlich wie sie es mit dem Servoschädel getan hatte. Sie wandte sich wieder an Ivar.

„Deine Brüder langweilen mich...“

Sie kam näher und leckte sich erneut über die Lippen.

„Oh ja... natürlich werdet „ihr“ mich töten...“

Sie lachte. Es war ein unglaublich kaltes, freudloses Lachen. Sie packte ihn an der Kehle und zog ihn zu sich heran.

„Wie willst du einen Dämon töten? Oh, natürlich kannst du diesen Körper zerstören, aber das würde nichts ändern, ich werde mir einen neuen besorgen und einfach wieder auftauchen.“

Ihre Zunge verlängerte sich und sie leckte über seine blutige Wange.

Ivar schnappte nach ihrer Zunge und bekam sie tatsächlich zwischen seine Zähne. Die Dämonin richtete sich einfach wieder auf. Die Zunge riss ab und formte sich einfach neu. Der Rest der Zunge in Ivars Mund krümmte und verdrehte sich in seinem Biss. Er biss erneut zu und spuckte dann das verdrehte Ende aus. Sein Blick stand förmlich in Flammen.

„Ohhhohooo ja... das ist genau das, was ich von dir erwartet habe. Kämpfen. Zeig mir, dass du dieses Körpers würdig bist.“

Sie biss sich auf die Lippe und ließ ihre Hände über ihren üppigen Körper gleiten, um ihre Kurven zu betonen und ihre Vorzüge zu zeigen. Ihre Augen quollen über vor Verlangen. Ihr ganzer Körper verströmte Lust und Verzweiflung.

„Ooooonnnngh... ich kann es kaum erwarten... das wird ein Fest...“

Ivar gab nicht auf, sich gegen die Fesseln zu wehren, und einen Moment lang sah es so aus, als könnte er es schaffen, aber auch er hatte keine Chance gegen die unglaubliche Kraft der Dämonin.

„Hmmm, ich glaube, ich muss das jetzt beenden... ich sterbe vor Verlangen.“

Sie drehte sich zu einem der beiden anderen Wulfen um. Ihr Lächeln enthielt eine perverse Variante von Mitleid, bevor sie den mutierten Astartes küsste. Es war ein inniger, tiefer Kuss, dem der Wulfen so gut es ging widerstand. Doch schon nach wenigen Sekunden hing er schlaff in der Luft. Die Dämonin richtete sich auf und zog ihre Zunge aus der Kehle des Wulfen. Sie war erstaunlich lang. Mit einem Schnalzen zog sie sie zurück in ihren Mund. Sie schluckte sinnlich, fühlte ihre Kehle und fuhr mit der Hand zwischen ihren Brüsten hinunter zu ihrem flachen Bauch und weiter hinunter zwischen ihre Schenkel.

„Hmmm, so viel Essenz ... du bist jede Sekunde meiner Aufmerksamkeit wert.“

Als sie zu Ivar sah, schloss sie die Augen und schnalzte einladend mit der Zunge. Sie stöhnte leise auf, als sie ihre nun feuchten Finger wieder herauszog.

„Und jetzt zu dir, mein Freund.“

Sie blickte über ihre Schulter zu Ivars letztem verbliebenen Bruder, dessen Augen sich weiteten. Er biss die Zähne zusammen und versuchte erneut, sich dem Griff des Warp zu entziehen.

„Oh, du willst nicht wie dein Bruder sterben? Na schön ... dann töte ich dich eben anders.“

schnurrte sie, während sie sich ihm näherte. Sie hob ihn hoch, bis sein Gemächt etwa auf Kopfhöhe war. Langsam und sinnlich umschloss sie seine Hoden mit ihrer Hand.

„Hmm yessss... ich weiß schon, was ich mit dir machen werde.“

Die Muskeln des Wulfen spannten sich unter seiner Haut an, als er noch einmal alles daran setzte, sich zu befreien. Er knirschte mit den Zähnen und bäumte sich auf. Die Dämonin lächelte nur und ließ ihre Zunge wieder aus ihrem Mund gleiten. Sie wickelte sie um sein Glied und führte es mit ihrer Zunge zu ihrem Mund. Ivar warf seinen Kopf hin und her und heulte seine Wut heraus. Neben ihm wurde sein Bruder verschlungen, und er konnte nichts dagegen tun. Er flehte den Gottimperator an, ihm die Kraft zu geben, dieses Matyrium zu beenden.

Die Dämonin labte sich an seinem Bruder, dessen Gesicht zu einer Grimasse aus Schmerz, Lust, Verzweiflung und Wut verzerrt war. Es dauerte nicht lange, bis sein Bruder kam und sein Leben mitsamt seinem Samen vergoss. Die Dämonin nahm alles in sich auf. Sie glühte förmlich vor Energie, als sie sich schließlich an Ivar wandte. Sie leckte sich genüsslich über die Lippen und schob sich mit dem Finger ein paar Tropfen Sperma in den Mund, um daran sinnlich zu saugen. Als sie ihn wieder herauszog, sah sie zu Ivar, ihr Grinsen war diabolisch.

„Ohhh deine Brüder haben meinen Appetit nur noch mehr angeheizt. Du wirst mein Hauptgericht sein. Und der Rest dieser mickrigen Welt meine Nachspeise.“

schnurrte sie, während sie sich mit wiegenden Hüften auf ihn zubewegte. Ihr Unterleib funkelte in der Halbdunkelheit des Raumes. Sie stand vor ihm und legte ihre Hand auf seine Brust, um ihn zu spüren. Sie biss sich einen Moment auf die Lippe, als sie über etwas nachdachte. Als sie sprach, war ihre Stimme von Freude erfüllt.

„Ich denke, ich sollte dir die Chance geben, zu sprechen. Ich will hören, wie du meinen Namen schreist, wenn ich dich vergewaltige. Ich will hören, wie du deinem Imperator abschwörst und meinem Herrn die Treue schwörst.“

Sie ließ ihre Hand zu seiner Kehle gleiten. Ihre Augen begannen violett zu glühen, als sie ihre Hand um Ivars Hals schloss. Das Heulen, das seiner Kehle entkam, verwandelte sich zunehmend in einen Schrei.

„Aaaaahh besser...“

Ivar wartete nicht auf die Erlaubnis, zu sprechen. Er schrie sie an.

„Du widerliche Abscheulichkeit, ich verbanne dich in den Warp, aus dem du gekrochen bist. Niemals wird ein Sohn von Russ dem Imperator abschwören, und niemals werde ich deinem verfluchten Meister die Treue schwören. Ich werde dich ausweiden, dann werde ich dich zusammenflicken und wieder ausweiden. Ich werde dir die Haut abziehen, sie dir zuwerfen und du wirst sie essen, bevor ich dich im heiligen Feuer verbrenne. Und wenn noch etwas übrig ist, werde ich es zusammen mit den Grünhäuten an der Oberfläche im nuklearen Feuer verbrennen. Du wirst leiden für das, was du getan hast. Und ich werde dich so sehr leiden lassen, dass selbst du es nicht mehr ertragen wirst. Du ekelst mich an. Du...“

Weiter kam er nicht, denn die Worte blieben ihm im Halse stecken. Die Dämonin lächelte ihn an und legte einen Finger auf seine Schnauze, wie es eine Mutter bei ihrem Kind tun würde, um es zum Schweigen zu bringen.

„Na, na, na ... das Bettgeflüster heben wir uns für später auf ... du kleiner Schmeichler.“

In ihrer Stimme klang ein krankes Wohlwollen und ihr Blick war der einer Liebenden. Er spürte, wie er sich gegen seinen Willen bewegte. Sie brachte ihn in die Horizontale und kam ihm näher. Er spürte, wie sie seine Beine berührte.

„Hrrrrrnnngkk...“

Er wollte weiter fluchen und schreien, aber sie ließ ihn nicht. Stattdessen bewegte sie ihre Hand an der Innenseite seines Unterschenkels entlang. Sie spürte, wie seine Muskeln unter ihrer Berührung zitterten und fühlte, wie sein Blut durch seine Adern raste.

„Weißt du ... ich habe dich nicht umsonst bis zum Schluss aufgehoben.“

sagte sie in einem sinnlichen Ton zu sich selbst, während ihre Hand langsam seinen Oberschenkel hinaufglitt.

„Ich habe dich schon in meinem anderen Tempel bemerkt.“

Sie griff zärtlich nach seinem Glied und spürte bereits, wie es auf ihre Berührungen reagierte.

„Du hast einen stärkeren Willen als die anderen, aber auch mehr Herz. Du bist menschlicher geblieben als deine Brüder.“

Ihre Stimme klang fast liebevoll, als sie seine Männlichkeit massierte.

„Es wäre eine Schande, dich zu töten. Du wärst ein so guter General für meine Truppen. Und ein so guter Gefährte für... andere Zwecke.“

Er wehrte sich nach Kräften, aber sein Körper gab den Verlockungen der Dämonin nach. Sie konnte seine Reaktion auf ihre Bemühungen spüren, und kurz darauf konnte sie sie sehen.

„Ich kann dir unvorstellbare Macht geben. Du könntest das hier jeden Tag bekommen. Alles, was du tun musst, ist, ja zu sagen.“

Sie begutachtete ihr Werk und trat zwischen seine Beine. Ihre Hand glitt zwischen seine Oberschenkel und massierte sanft seine Hoden.

„Du weißt, dass ich das kann. Und du weißt, dass ich bekommen werde, was ich will.“

sagte sie mit einer absoluten Gewissheit. Sie senkte ihren Kopf zu seinem Glied. Ihre Lippen umschlossen seine Spitze und ihre Zunge umspielte sie. Das Gefühl war überwältigend. Ivar schüttelte den Kopf. Und obwohl sein Mund bereits das „Ja“ formte, zwang er ein „Nein“ aus seiner Kehle.

„Hmm respektabel, aber wie wäre es damit?“

Ihre Stimme klang in seinem Kopf, als sie den Sog verstärkte und ihre Lippen langsam an seinem Schaft hinuntergleiten ließ. Ivar schloss die Augen und versuchte, sich zu entspannen. Ihm war klar, dass er diesen Kampf so nicht gewinnen konnte, aber er wollte ihr den Sieg auch nicht gönnen. Wenn er es schaffte, sich genug zu entspannen, würde er vielleicht in ein Hypno-Koma fallen und ihr entkommen können.

„Oh, du gibst dich mir also doch noch hin? Nun gut ...“

In seinem Kopf klang sie sehr zufrieden. Sie saugte weiter an ihm, und jedes Mal, wenn sie den Kopf wieder hob, dachte Ivar, sie würde ihm die Eingeweide durch die Harnröhre entfernen wollen. Er schüttelte wieder den Kopf.

„Nein, niemals werde ich dir oder einem von euch nachgeben. Nicht in tausend Jahren.“

Seine Stimme klang ruhig und entspannt. Sie zog ihren Kopf zurück und wickelte ihre Zunge von seinem Schwanz ab. Mit einem letzten Lecken zog sie ihre Zunge zurück in ihren Mund.

„Hmmm, dein Widerstand ist zu köstlich. Aber du wirst fallen, wie schon Tausende vor dir.“

Sie leckte sich über die Lippen und saugte an den Fingern, während sie sich zwischen seinen Beinen aufrichtete. Als sie ihre Finger aus dem Mund zog, legte sie einen auf seine Spitze und lächelte ein ziemlich teuflisches Lächeln.

„Hat dir dein Yarl nie von den Wolf Brothers erzählt? Eine ganze Kompanie der Söhne von Fenris fiel dem Chaos anheim. Zugegeben, es war nicht mein Meister, dem sie verfielen. Aber trotzdem sind sie gefallen.“

schnurrte die Dämonin, als sie ihn bestieg. Sie saß auf ihm, sein Glied zwischen ihren Schenkeln. Er konnte die intensive Hitze spüren, die von ihrem Schritt ausging, als sie ihn an seine Hüften presste. Sie rieb sich genüsslich an ihm und beschmierte sich mit dem Blut, das noch an ihm klebte. Dann, als sie sich niedergelassen hatte, hob sie ihre Hüften an und spießte sich auf ihm auf. Langsam ließ sie sich auf ihm hinuntergleiten und genoss jeden Millimeter dieses Erlebnisses, ganz im Gegensatz zu Ivar, der sich weiterhin mit aller Kraft wehrte.

„Was für ein herrliches Gefühl. Hhhmmmm, aber es könnte ein bisschen größer sein.“

Seufzte die Dämonin und griff nach Ivars Männlichkeit. Es glühte kurz violett zwischen ihren Schenkeln und Ivar konnte deutlich spüren, wie sie sich um ihn zusammenzog. Als sie sich wieder in Bewegung setzte, war die Bewegung seines Gliedes in ihrem Unterleib deutlich zu sehen. Sie begann zu stöhnen, während sie auf seinem Glied auf und ab glitt.

„Ja, ja, das ist schon besser!“

Ivar fletschte die Zähne und spuckte ihr seinen Hass entgegen. Die Dämonin lachte nur und zog seine Klauen zu sich heran und legte sie auf ihre Brüste.

„Dann lass uns mal sehen, was du kannst, Wölfchen.“

forderte sie und begann, ihren Körper rhythmisch auf und ab zu bewegen, während sie gleichzeitig den Wulfen zwang, ihre Brüste zu massieren. Ivars Krallen gruben sich in das weiche Gewebe und die Dämonin jaulte in einer Mischung aus Schmerz und Lust auf.

„Fester, Kleine, fester. Ich kann spüren, wie dein Körper mir nachgeben will. Wie man so schön sagt, der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach.“

Sie genoss das Gefühl von Lust und Schmerz und stöhnte vor Vergnügen. Ivar knurrte seinen Unmut.

„Niemals. Niemals werde ich einem verdrehten und verdorbenen Wesen wie dir nachgeben.“

Er packte sie, so fest er konnte, und zerquetschte das zarte Gewebe ihrer Brüste. Karmesinrotes Blut floss über seine Klauen und lief seine Arme hinunter.

„Ja, sei wild. Zeig mir, was du kannst. Es ist ja nicht so, dass du diesen Körper beschädigen könntest.“

Die Dämonin war geschickt in ihren Bewegungen. Immer wieder änderte sie das Muster und setzte all ihr Können ein, um den Wulfen zu Fall zu bringen. Ivars Körper würde nicht mehr lange mitspielen, bald würde er ihn verraten. Er konnte bereits spüren, wie es in ihm aufstieg und ihn zu übermannen drohte.

„Ja ... ja, ich kann es spüren. Lass dich fallen, kämpfe nicht dagegen an. Du wirst fallen. Es gibt keinen Ausweg. Warum willst du es dir so schwer machen?“

fragte sie stöhnend und streckte ihr die Zunge heraus. Noch einmal verstärkte die Dämonin ihre Bemühungen, noch einmal intensivierte sie ihre Arbeit. Ivar stöhnte auf, als er seinen eigenen Orgasmus kommen spürte.

„Vater... gib mir Kraft...“

Und dann wurde alles schwarz.

Eine Stimme drang an sein Ohr, aber er konnte die Richtung nicht genau bestimmen.

„Du hast wirklich tapfer gekämpft.“

Sie war kraftvoll und doch sanft. Alt und doch jung. Fürsorge, aber auch Zorn klangen in ihr.

„Vater?“

„Nein ... obwohl ... nein, nicht ganz ...“

Das Schwarz wurde allmählich durch ein Rot ersetzt.

„Wer bist du... zeig dich...“

Eine Gestalt zeichnete sich in der roten Glut ab.

„Ich bin seit jeher unter vielen Namen bekannt. Ihr und die Euren nennt mich Khorne.“

Ivars Augen weiteten sich.

„Nein, nein. Beruhige dich. Ich will überhaupt nichts von dir. Im Gegenteil, du hast mich gerufen. Und ich habe deinen Ruf erhört.“

Die Gestalt kam näher. Ein großer Mann. Kräftig gebaut. Ein Krieger. Seine Augen waren rot. Er trug eine rote Robe, in deren Stoff das Zeichen von Khorne eingearbeitet war. Der Revers war mit Messing beschlagen. Er trug Kampfstiefel, aber sie wirkten seltsam elegant. Seine Haltung strahlte Autorität aus.

„Ich habe dich nicht gerufen. Warum sollte ich ausgerechnet dich rufen?“

Die Gestalt umkreiste ihn mit ruhigen, aber kraftvollen Schritten. Er hielt seine Hände in einer Gelehrtenwiege und gestikulierte ab und zu ein wenig, während er sprach.

„Ja... streng genommen hast du mich nicht gerufen, aber die, die du gerufen hast, werden nicht kommen. Sieh mal... dein Vater... oder vielmehr dein Urvater, Leman Russ... nun, er ist seit fast 10.000 Jahren tot... selbst wenn er noch existierte, wie sollte er deinen Ruf hören? Und euer Imperator? Nun, zugegeben, der kleine Kerl hat mir schon das eine oder andere Mal Kopfschmerzen bereitet, aber er sitzt auch schon seit 10.000 Jahren auf seinem Thron ... er hat alle Hände voll zu tun mit seinem Astronomican.“

Die Gestalt kam vor Ivar zum Stehen. Die Hände waren nun hinter ihrem Rücken verschränkt. Er legte den Kopf leicht schief. Ivar suchte nach Worten, um der Gestalt zu widersprechen, fand aber keine.

„Aber ich habe dich gehört. Ihr seid ein außergewöhnlicher Kämpfer. Nicht viele hätten den Verlockungen meines jüngsten Bruders so lange widerstanden. Aber du bist dabei zu fallen. In Wirklichkeit bist du dabei zu verlieren.“

Ivar blickte zu Boden.

„Ja... ich habe versagt... schon wieder... deshalb brauche ich Stärke... Stärke, damit ich nicht falle.“

Die Gestalt schüttelte den Kopf. Sein Gesicht war von Mitgefühl geprägt.

„Nein. Du hast nicht versagt. Noch nicht. Aber du wirst versagen, wenn ich dir nicht helfe.“

Ivar wich zurück.

„Nein. Nein, wenn ich deine Hilfe annehme, werde ich trotzdem scheitern.“

Die Gestalt nickte zustimmend. Er gestikulierte ein wenig in der Luft vor Ivar, bevor er seine Hände wieder zu einer perfekten Gelehrtenwiege schloss.

„Ja. Ja du wirst fallen. Das lässt sich nicht mehr verhindern. Im Grunde bist du schon im ersten Tempel gefallen. Ich gebe dir nur die Chance, es diesem kleinen Mistkerl noch einmal so richtig zu zeigen.“

Ivar kniff die Augen zusammen.

„Warum solltest gerade du, von allen dunklen Göttern, mir helfen?“

Die Gestalt lächelte. Ein altes, grausames Lächeln.

„Weil dieser kleine Scheißer mir auf den Sack geht. Und weil ich einen weiteren Krieger in meiner Armee gebrauchen könnte.“

Ivar starrte die Gestalt genau an.

„Wenn ich falle, dann wird meine Seele niemals nach Vallhalla ziehen.“

Jetzt brach die Gestalt in ein Lachen aus und hielt sich den Bauch. Es war ein echtes Lachen, erfüllt von Wärme. Und als er sich wieder beruhigte, war seine Stimme von echtem Mitgefühl erfüllt.

„Keiner von euch hat jemals Vallhalla betreten. Alle Seelen sind im Warp gestrandet. Der Warp ist die Verschmelzung aller Seelen. Einige Seelen sind schon so lange hier, dass sie zu etwas Größerem aufgestiegen sind...“

Die Gestalt deutete auf sich selbst.

„...Andere sind erst seit kurzer Zeit hier und werden verschlungen.“

Die Gestalt deutete auf Ivar.

„Aber es gibt kein Vallhalla, kein Nirwana, kein Paradies, keine ewigen Jagdgründe, es gibt nur den Warp. Und es gibt mich, der dir anbietet, wenigstens stehend und siegreich zu sterben.“

Ivar atmete schwer. Die Gestalt stand offen vor Ivar und lächelte.

„Weißt du, ich bin gar nicht so schlecht, wie alle sagen. Ja, ja ... ich bin einer der großen Vier. Ja, ich schwelge im Blutvergießen und Schädelsammeln. Das ist mein Ding. Aber du weißt auch, dass ich die Wahrheit sage. Warum sollte ich dich anlügen? Ich habe nichts davon zu gewinnen. Wenn du nicht zu mir kommst, gehst du zu Slaneesh... dem kleinen Quälgeist. Das wäre der größte Verlust, ein absolutes Scheitern. Aber wenn du zu mir kommst, werde ich dir die Kraft und die Mittel geben, dich und deine Brüder zu rächen.“

Die Gestalt öffnete seine Hände und breitete sie vor ihm aus. Ivar knirschte mit den Zähnen. Als er ihn ansah, glitzerten seine Augen dunkel.

„Ich werde den Dämon bannen, ich werde meine Brüder rächen, aber ich werde deine Armeen nicht anführen.“

Die Gestalt schloss die Augen und zuckte mit den Schultern.

„Meine Armeen sind zahllos. Ich bin nicht auf dich angewiesen. Aber warum den ganzen Spaß verpassen?“

Seine Haltung änderte sich deutlich, als er weitersprach, plötzlich war er nur noch geschäftlich und nicht mehr lustig.

„Haben wir einen Pakt?“

Als er Ivar die Hand reichte, glühten seine Augen rot und sein Lächeln war das eines Teufels, mit Reißzähnen und allem drum und dran. Seine Hand war rot, voller Narben und Schuppen und passte so gar nicht zum Rest seiner Erscheinung. Als Ivar sie ergriff, steckte seine Klaue in einem mit rotem Messing beschlagenen Panzerhandschuh. Während er noch darüber nachdachte, veränderte sich die Gestalt und nahm die Form der Dämonin an, die auf ihm saß. Seine Hand steckte zusammen mit dem Panzerhandschuh und den Energieklauen bis zum Handgelenk in ihrer Brust.

Der Schrei, der ihrer Kehle entwich, war unmenschlich.

„Was zum... nein... nein, das kann nicht sein. Warum ...?“

Sie sprang zurück und landete einige Meter von ihm entfernt. Sie umfasste die Wunde mit ihrer Hand. Als sie sie wegzog, hatte sie bereits aufgehört zu bluten. Sogleich materialisierte sich ein Speer in ihrer Hand.

„Wie kannst du es wagen, einen Pakt mit IHM zu schließen. Deine Seele gehört mir!“

Als sie ihn anschrie, wurde ihre Stimme mit jedem Wort schriller, so dass die letzten Worte bereits in seinen Ohren schmerzten. Ivar spürte, wie eine Kraft durch ihn strömte, die nicht seine eigene war. Die Runen auf dem Display des Helms waren ihm völlig fremd, und doch konnte er sie verstehen. Sein Blut brannte und sein Herz pochte. Er aktivierte die Energiekrallen an seinen Handschuhen und stieß einen Kampfschrei aus:

„Blut für den Blutgott ... Schädel für den Schädelthron ...“

Er zögerte einen Moment, hatte er das wirklich geschrien? Er kam nicht dazu, weiter darüber nachzudenken, denn die Dämonin sprang bereits auf ihn zu und stieß ihren Speer nach ihm. Ivar wich geschickt aus und schlug auf den Schaft des Speers ein. Das vordere Ende der Waffe klapperte auf den Boden, während die Dämonin herumwirbelte und mit dem anderen Ende nach Ivar schlug. Er parierte mit seinen Klauen und ging sofort wieder in Angriffsposition.

„Ist das alles, was du kannst? Hast du dafür deine Seele an Khorne verkauft?“

Kreischte die Dämonin, während sie den gleichen Abstand zu Ivar hielt. Ivar wartete auf den richtigen Moment, und als sie sich auf ihn stürzte, sprang er ebenfalls vor. Er timte ihren Angriff, nahm den Treffer hin und rammte ihr beide Krallen in den Körper. Mit all seiner Kraft und der Macht, die ihm die Servorüstung verlieh, riss er die Dämonin in Stücke. Beide Körperhälften fielen auf verschiedenen Seiten zu Boden, und bevor die Dämonin sich bewegen konnte, brach Ivar ihr das Rückgrat. Hilflos lag ihr Oberkörper vor ihm, Blut floss aus ihrem Torso und befleckte die Stiefel seiner Rüstung.

„Wie ich schon sagte. Du kannst diesen Körper zerstören, aber du kannst mich nicht töten. Ich bin unsterblich.“

Ivar zuckte mit den Schultern.

„Ja, vielleicht, aber es wird dir auch für immer in Erinnerung bleiben, dass es dir nicht gelungen ist, mich zu verführen. Dass ich es war, der dich verbannt hat, und dass dein Herr diesen Fehlschlag gesehen hat.“

Ivar hob seinen Stiefel, und bevor die Dämonin antworten konnte, rammte er ihn ihr mit aller Kraft ins Gesicht. Ihr Schädel zerplatzte wie eine überreife Tomate und der Boden unter ihr splitterte.

Mit ihrem Tod änderte sich die Atmosphäre im Lagerraum erheblich. Nicht, dass es weniger unheimlich gewesen wäre oder dass die Lichter endlich funktionierten, aber dieser unheilvolle Druck, der auf allem zu lasten schien, war plötzlich weg. Ivar entfernte die Waffe der Dämonin aus seinem Bauch. Er würde noch eine Weile bluten, aber sein Körper reagierte bereits auf die Wunde. Das würde ihn nicht umbringen. Er stapfte zu den Leichen seines Rudels hinüber. Er kniete nieder, hob die Köpfe seiner beiden Brüder auf und trug sie zu den Leichen. Er legte sie ordentlich auf ihre Körper, faltete ihre Hände und legte ihre Waffen auf ihre Brust. Er schloss die Augen und schickte ein Stoßgebet zum Imperator, bevor er sich neben ihnen niederkniete, den Helm seiner Rüstung abnahm und wartete. Er wusste, dass sie kommen würden, um zu sehen, ob sie erfolgreich waren, oder um die Arbeit zu beenden, wenn nicht. Er würde seinen Bericht abgeben und dann... Frieden.

Es dauerte fast 12 Stunden, bis er die schweren Schritte der Servorrüstungen hörte, die den Gang vor dem Lagerraum hinunterliefen. Jetzt würde es bald vorbei sein. Er schloss die Augen und wartete noch eine Weile. Er konnte bereits die Schritte hören, die näher kamen, und er hörte die vertrauten verzerrten Stimmen der Astartes des Ordens. Er bewegte sich nicht. Erst als er den Befehl hörte, erhob er sich.

„Steh auf, Verräter, und zeig mir dein Gesicht.“

Ivar drehte sich langsam um. Die Astartes bewegten sich nicht, aber er wusste, was in ihnen vorging. Zwei seiner Brüder hoben ihre Bolter. Ivar schloss die Augen.

„Nein, noch nicht, ich muss wissen, was passiert ist.“

Die Stimme des Inquisitors klang freudig erregt.

„Woher hat er diese Rüstung? Wo sind ... ah ok ... da sind sie. Und die Dämonin ... ach so, ich verstehe. Nun sag schon, was ist passiert?“

Ivar öffnete die Augen, sein Zorn brannte in ihnen, seine Fäuste waren geballt, als er sich an den Inquisitor wandte.

„Wir waren zu spät dran, wir waren zu wenige, wir hätten Wolfspriester gebraucht. Ich war gezwungen zu...“

„Er... er kann wieder sprechen...“

Entfuhr es dem Inquisitor. Ivar wandte sich an die Astartes.

„Brüder, ich bin verloren. Gewährt mir den Frieden des Imperators.“

Er kniete nieder und senkte den Kopf. Einer der Astartes trat vor und hob seine Boltpistole.

„Nein ... nein, nein, nein ... Ihr könnt ihn nicht einfach erschießen.“

„Für den Allvater.“

Sagte der Astartes und drückte ab.

Dann senkte sich Stille über ihn.

Yarl Erik stand am großen Fenster der Halle und starrte auf Fenris hinunter. Die Nachrichten der letzten Tage waren gemischt gewesen. Die Schlacht im Furia-System schien sich dem Ende zuzuneigen. Der Widerstand der Orks schien gebrochen zu sein. Das Astra Militarum hatte sich offiziell für die Hilfe bedankt und war sich sicher, den Rest alleine zu schaffen. Allerdings war man etwas ungehalten darüber, dass es notwendig gewesen war, eine wichtige Bunkeranlage im Norden des Zentralkontinents vollständig zu zerstören. Der Astra Militarum wurde jedoch zugesagt, beim Wiederaufbau zu helfen. Der Ordo Maleus hatte dem Orden auf Umwegen für seine Hilfe bei der Ausrottung eines Chaoskultes gedankt. Sie hatten große Zuversicht geäußert, dass sich dies bei der nächsten Inspektion positiv auswirken würde.

Traurig blickte Erik auf die letzte Nachricht, die er in seinen Händen hielt. Sie war direkt über den Kanal der Russ' Suspicion übermittelt worden.

„Alle acht Wulfen getötet. 3 im Kampf gegen die Grünhäute, möge Russ ihnen Gnade erweisen, 4 im Kampf gegen die Mächte des Chaos. Bruder Ivar wurde vor seinem Tod an den Erzfeind verloren. Er bat um den Frieden des Imperators.“

Eriks Gesichtsausdruck war wie versteinert.

In all den Jahren... musste es ausgerechnet unter ihm geschehen...

Alles um ihn herum war rot. Ivar stand auf. Er hatte wieder die menschliche Gestalt angenommen. Eine Axt wog schwer in seiner Hand. Vor ihm erstreckte sich ein Meer von Dämonen und Ketzern. Sein Grinsen wurde breiter.

„Blut für den Blutgott...“

flüsterte er...

„Schädel für den Schädelthron...“

schrie er, während er seine Axt erhob und Millionen von Dämonen sich ihm anschlossen.

Im Hintergrund erhob sich ein Thron aus Totenköpfen und Messing.

Willkommen zu Hause, mein Prinz.“

Konzept und Idee von

El Poyo Diabolo

Geschrieben von

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