Camilla - Die Eroberin, Kapitel 23

Story by SethGodofChaos on SoFurry

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Kapitel 23

Beim Drache der Unterwelt, zumindest war er es laut altägyptischer Mythologie, angekommen, baute sich die Gruppe auf.

„Grüße Apophis“, hub Anuset an.

„Wir grüßen alle drei zurück“, knurrte Nephtys, welche sich übergangen fühlte.

„Entschuldige bitte Nephtys“, ging Lina Onari dazwischen, „aber wir haben gerade wichtigeres zu klären.“

„Was gibt es wichtigeres …“, hub Nephtys gerade erbost an, als Maahes sich einmischte: „Wir haben den Verzerrer gefunden und würden Apophis bitten sich in die nächste Katakombe zu Transferieren und dort schon mal da Gröbste zu beseitigen.“

Der Drache schaute den Löwen schief an, begann zu grinsen und nickte schließlich: „Endlich ist mal was los hier. Außerdem …“, er streckte den Kopf vor und musterte Maahes eindringlich, blähte die Nasenlöcher auf, sog erst den Duft von ihm auf, dann wandte er sich an die Hyäne, „… sieh an sieh. Miss Onari, sie riechen nach Löwe und der Bemähnte nach weiblicher Hyäne. Gibt es dafür eine Erklärung?“

Löwe und Hyäne erröteten sichtlich.

Das war das Stichwort für Nephtys: „Unfassbar!“, schrie die mythologische Göttin auf, „Während wir hier um unser Leben kämpfen, steckst du einen weg? Ist ja wieder typisch für einen Löwenkater, egal woher die stammen, die sind dauergeil, haben einen Dauersteher und stechen in jedes Loch, Hauptsache nass und warm.“

„Nephtys“, schrie Camilla Queen, „komm wieder runter.“

„Ich habe noch nicht mal angefangen“, ereiferte sich die Antermerianerin weiter und wurde noch schriller.

Anuset, Camilla und Maahes wechselten kurz Blicke, die Fuchswölfin trat an die geifernde Nephtys heran, holte aus und gab ihr eine schallende Ohrfeige.

Von einer Sekunde zur anderen war es totenstill.

„Geht doch“, seufzte Camilla und wandte sich ab.

Die Antermerianerin stand wie vom Blitz getroffen da, hielt sich die Wange, starrte der Fuchswölfin hinterher.

Plötzlich schrie sie auf und sprang Camilla direkt ins Genick, brachte sie zu Boden.

Im gleichen Augenblick, stürzte sich Anuset auf die beiden, während Stephen sich auf Nephtys stürzte und Nephtys versuchte Camilla habhaft zu werden.

Lediglich Maahes und Onari sahen zu Apophis, gaben ihm den Dimensionsverzerrer: „Die Koordinaten sind im Verzerrer gespeichert. Geh schon mal da hin und beseitige alles was sich dir feindlich in den Weg stellt. Das kann hier noch etwas dauern“, sagte der Löwe noch.

„Alles klar, Großer“, bestätigte Apophis mit einem Anflug von Belustigung, „Ich werde ja sehen, wann ihr auftaucht.“

„Viel Spaß“, wünschte Maahes noch und Apophis verschwand in einem Dimensionsstrudel, welcher sich hinter ihm auflöste.

„Und was machen wir beide?“, fragte Onari an ihren Geliebten gewandt.

„Entweder suchen wir uns ein lauschiges Plätzchen und lassen die hier“, er deutete auf die Schlägerei, „allein oder wir machen mit.“

„Mitmachen würde sich nicht lohnen“, gab die Hyäne zu bedenken, „komm einfach mal mit.“

Willig folgte der bemähnte Antermerianer, sonderten sich beide ab, waren in einer Seitenhöhle angekommen, rissen sich gegenseitig die Sachen vom Leibe, setzte sich Maahes auf den Felsboden, überstieg die Hyäne ihn und nahm auf seinem Schoß Platz.

Schnell wuchs der ohnehin schon erregte Löwe in seine Partnerin hinein, vergrub seine kätzische Lustpracht tief in Linas feuchter Scham, umklammerte er sie, knabberte er zärtlich an ihrem Hals.

Während Löwe und Hyäne begannen sich im Lustrausch einander hinzugeben, artete der Disput, die Ohrfeige und Nephtys Angriff auf Camilla in eine handfeste Schlägerei aus.

Anuset holte aus und traf Nephtys, Frank Simson traf Stephen und anschließend Isis, schrie er: „Auch gut“, traf als nächstes Camilla.

Nephtys kratzte Camilla, verpasste ihr einige blutige Striemen, während Stephen sich nicht einig wurde, wen er als erstes weidwund prügeln sollte und sich schließlich auf Anuset konzentrierte.

Maahes und Lina Onari waren sich stattdessen einig. Sie konzentrierten sich auf sich selbst und den Partner, gaben sich ihren Gefühlen und der grenzenlosen Lust hin.

„Was meintest du eigentlich mit der Überraschung die du als Hyäne hast?“, fragte Maahes und spürte im gleichen Augenblick etwas an seinem Bauch.

Er hörte auf an Linas Hals zu knabbern und schaute nach unten.

„Das kommt davon, wenn du mich zu heftig erregst“, flüsterte die Hyäne.

„Ich finde es nicht schlimm und eher interessant. Aber muss das Ding denn großer sein als meiner?“, empörte sich Maahes gespielt.

„Halt den Mund und mach einfach weiter“, befahl Lina und seufzte.

Der Löwe tat wie ihm aufgetragen, knabberte jedoch nicht mehr an Linas Hals sondern an dem neu hinzugekommenen Körperteil seiner Hyäne.

Mit einem lauten, markerschütternden Schrei explodierte sie förmlich, schrie so laut, dass selbst die Kontrahenten ihre Gedanken sortieren mussten, den Anlass des Handgemenges vergaßen, aufsprangen, sich kurz sammelten und in die Richtung rannten, aus der der Schrei gekommen war.

Augenblicke später wurde die Schlägergruppe fündig, trafen auf Lina Onari und dem mittlerweile unter ihr liegenden Löwenkater, wurden sie mit Entsetzen Zeuge wie sich Maahes tief in seiner Hyäne entlud, während diese einen hermaphroditen Höhepunkt bekam, sich im Inneren um das Löwenglied schlang und äußerlich ihren Löwen unter ihren Fontänen begrub.

„Ach du scheiße. Nicht schon wieder“, entfuhr es Stephen.

„Das ist ja widerlich“, keifte Nephtys.

„Warum kommt mir die ganze Szene so bekannt vor?“, wandte sich Anuset an Camilla.

„Ich habe keine Ahnung was du meinst“, witzelte die Fuchswölfin und rollte mit den Augen.

Maahes und Lina waren immer noch Gefangene ihrer selbst, schnappten nach Luft und kamen in Zeitlupe wieder zu sich.

Langsam drehte die Hyäne ihren Kopf, bemerkte die ungebetenen Gäste und schrie erneut auf, diesmal jedoch nicht vor Wollust. Dieser Schrei glich einer Kriegserklärung: „Was? Was soll das denn werden? Habt ihr Langeweile oder sind wir hier in der Peepshow?“

„Nein, nein. Wir hörten dich nur laut Schreien und dachten, dass etwas passiert ist“, erklärte Anuset.

Maahes, welcher die männliche Verlängerung seiner Hyäne langsam aus seinem Maul gleiten ließ, schaute den Taur entspannt an: „Und ob etwas passiert ist, jede Menge, mehr als bei euch.“

„Du sabberst“, empörte sich Nephtys an Maahes gewandt.

„Oh, das kann schon mal passieren“, entschuldigte sich Lina Onari und schaute ihren Löwen verliebt an.

„Würdet ihr jetzt mal gehen. Wir würden uns gerne sortieren und der Boden wird langsam kalt“, bat Maahes.

„Ja. Kommt, wir lassen die beiden allein.“

„Genau“, ergänzte Onari, „ihr habt mehr gesehen als ihr dürft.“

Nachdem sich die Gruppe vor der Kaverne der Lustgeplagten versammelt hatte, Onari und ihr bemähnter Befriedigungssklave angezogen und wieder sortiert waren, fanden sich die beiden ebenfalls ein.

„Gibt es irgendwelche Fragen oder Anregungen?“, fragte Onari gereizt.

„Nein“, antwortete Camilla, „aber, falls es dich beruhigt, Anuset und ich hatten das gleiche Problem.“

„Oh, das beruhigt mich“, knurrte die Hyäne.

„Ja, frag Isis und Stephen.“

„Lassen wir das“, ging die Antermerianerin schnell dazwischen und unterband jede weitere Ausbreitung des Themas.

„Wohin müssen wir jetzt?“, fragte Stephen.

„Da wir die drei ersten Fragmente haben, werden wir jetzt diese Katakombe verlassen und uns Richtung Süden bewegen. Zweitausend Meter südlich ist die nächste und dann werden wir uns überraschen lassen, was Apophis angestellt hat und was uns dort erwartet“, erklärte Anuset.

„Hey, das klingt doch vielversprechend“, versuchte Camilla die Runde aufzumuntern.

„Na ja“, hub Frank Simson an, „klingt immerhin nach einem Plan. Und bitte nicht wieder heimlich irgendwelche Intimitäten. Es ist erniedrigend, wenn man dabei gestört wird, aber ebenso ist es nicht sonderlich angenehm, wenn man andere dabei stört und Dinge sieht, die man nicht sehen möchte.“

„Wir werden uns beherrschen“, erwiderte Lina Onari und nickte Maahes zu, welcher leicht blinzelte.

An Bord des Ausflugskreuzer war derweilen die Hölle los.

Die Tigerin, welche es sich auf die Fahne geschrieben hatte Anuset und Camilla Queen im Auge zu behalten, war nach deren Verschwinden und vor allen dem Verschwinden von Isis, aus dem vermeintlichen Dornröschenschlaf erwacht, hatte alle Genannten nicht am Check-Out des Terminals erspähen können und daraufhin den sirianischen Zoll alarmiert.

Der wiederum informierte kurzerhand die örtliche Polizei, welche sich sofort zum Terminal auf den Weg machte. Es war genau der Zeitpunkt, an welchem die Gruppe um Maahes auf dem Weg nach Sirius B war, die Polizeistreife in deren Richtung flog und plötzlich wohl ein lohnenderes Ziel fand.

Am Terminal angekommen, stand Captain Degreen schon unter Beobachtung und versuchte auf jede Frage eine passende, wenn auch ausweichende Antwort zu geben, verstrickte sich glücklicherweise nicht in Widersprüche und ward am Ende wieder frei.

Ferner wurde festgestellt, dass eine einfache Versorgungsfähre den Hangar verlassen hatte, ward derer auch schnell fündig geworden, konnte sich aber den Verbleib des transportierten Inhaltes nicht erklären.

Somit wurde der Fall als schwebend eingestuft und man überließ es dem reinen Zufall, ob und wann eventuell der entscheidende Hinweis kommen würde, die Vermissten, nebst restlichem Inhalt, einzukassieren.

Die ältliche Tigerin machte wieder ein Fass auf, keifte etwas von „schon immer gewusst“, „der Taur war von Anfang an unheimlich“ und „die Behörden sind selbst auf Sirius unfähig“. Im Anschluss an die Tirade versuchte einer der Zollbeamten kurz nickend die Anthro-Raubkatze loszuwerden, schaffte es nicht und schließlich entfernten sie zwei menschliche Polizeibeamte unter wüsten Beschimpfungen.

In der Zwischenzeit hatte die Gruppe auf Sirius B die Katakombe gewechselt, die Waffen entsichert und betrat eine Art Vorkammer.

„Merkwürdig“, flüsterte Camilla, „niemand zu sehen oder zu hören.“

„Freu dich später“, zischte Anuset, „du weißt, dass die Mumien verschlagen sind.“

„Ja, Apophis hatte mich auch sehr überrascht.“

„Eben, aber wie es scheint hat er aufgeräumt, sonst hätten wir schon längst Besuch.“

„Apophis?“, schrie Camilla plötzlich ins Halbdunkel.

„Bis du verrückt?“, schnauzte Onari, „Warum gibst du nicht gleich Leuchtzeichen?“

„Hallo“, rief jemand plötzlich mit tiefer Stimme, „ich bin hier drüben. Alles in Ordnung und ich habe schon die drei Sarkophage gefunden und bei mir.“

„Apophis?“, fragte Anuset ungläubig.

„Wer sonst?“, knurrte der Drache und trat ins Licht.

„Perfekt“, entfuhr es Nephtys, „dann können wir ja schnell wieder gehen.“

„Ich habe da eine Idee“, sinnierte Anuset laut, „Apophis? Wie wäre es, wenn ich Dir die Koordinaten gebe und du die Sarkophage sicherst und alles zur Fähre bringst. Falls Du Hilfe brauchst, kannst du uns jederzeit rufen.“

„Bekomme ich jetzt ein Funkgerät?“, fragte der Drache.

„Ja. Du nimmst die Sarkophage, kommst mit zur Fähre. Dann bekommst du ein Funkgerät und machst dich durch die Portale auf den Weg. Sobald du was hast, transferierst du es hierher. Aber pass auf, dass keine Mumie dabei ist.“

„Dann mache ich das und für wie blöd hältst du mich? Ich kann sehr wohl einen Sarkophag von einem Bandagenträger unterscheiden“, bestätigte Apophis und gab Anuset das Gerät, schaute ihn dabei leicht beleidigt an.

„Wir sollten uns beeilen“, rief Stephen, nachdem er als erster die Katakombe verließ und ins Freie trat, „Sirius geht langsam unter den Horizont.“

„Du hast Recht“, erwiderte Anuset, „in spätestens zwei Stunden ist es hier finster.“

„Dann quatscht nicht so viel. Schaut auf eure Atemlufttankanzeigen und los geht’s“, forderte Lina Onari die Gruppe auf.

„Meine sind noch zu 45 Prozent gefüllt“, stellte Camilla fest.

„Meine auch“, bestätigte Stephen.

Bei den anderen sah es in etwa vergleichbar aus.

„Ausgezeichnet“ kam noch die Ansage der Hyäne und die Gruppe setzte sich in Bewegung.

„Passt auf wo ihr hintretet“, rief Anuset, „das Geröll scheint sich durch die Temperaturschwankungen zu lösen.“

„Das mir hier keiner abrutscht“, forderte Sachmet die Gruppe zur Achtsamkeit auf.

„Meinst du, dass das gut geht?“, fragte Camilla ihren Partner.

„Ich denke schon“, beruhigte sich der Taur selbst.

Und so kam es, dass nach anderthalb Stunden die Gruppe die Fähre erreichte, die Schleuse öffneten und das Fahrzeug betraten.

„Schließen und Druck ausgleichen“, befahl Maahes an Onari gerichtet.

Ein kurzes Zischen bestätigte die Herstellung des gewohnten irdischen Luftdrucks und ein kurzes Nicken des Löwen veranlasste alle die Helme zu öffnen und abzulegen.

„Gut, dass wir die Schutzanzüge an hatten“, stellte Frank Simson fest, „da draußen wird es langsam kalt.“

„Ohne die Anzüge hätten wir den Weg zurück eh nicht geschafft. Auf dem Hinweg war es noch relativ einfach. Für körperliche Anstrengungen reicht die Stärke der künstlich erschaffenen Atmosphäre nicht und jetzt bei der Zuladung erst recht nicht“, erklärte Lina Onari.

„Schön, dass sie mir das nicht vorher gesagt haben“, bedankte sich der Dobermann leicht angesäuert.

„Jetzt gebt mir das Funkgerät damit wir alles hinter uns bringen. Wenn was sein sollte melde ich mich“, sagte Apophis und deutete an, dass Maahes sich sputen solle.

Der Löwe schaute den Drache scharf an: „Jetzt wird man hier schon von übergroßen Würmern angemeckert. Unglaublich.“

Als Reaktion streckte Apophis dem Löwenkater die Zunge raus.

„Das habe ich gesehen“, rief Maahes, nachdem er aus einer der Schubfächer ein Funkgerät herausgeholt, eingeschaltet und erfolgreich getestet hatte.

„Bis später“, sagte Apophis noch, betätigte den Auslöser des Phasenverzerrers und verschwand durch das geöffnete Portal.

„So, dann warten wir. Das kann jetzt etwas dauern“, stellte Anuset fest und lehnte sich an eine Wand.

Nach zwanzig Minuten tauchte Apophis wieder auf und stellte wortlos drei weitere Sarkophage in die Fähre, betrat das Schiff, programmierte die neuen Koordinaten und ward wieder verschwunden.

„Läuft bei ihm“, entfuhr es Stephen.

„Hoffen wir, dass das so bleibt und nicht die falschen Leute bemerken“, sinnierte Camilla.

„Hmmm …“, brummelte Maahes.

„Was hast du?“, hakte Onari nach.

„Ich weiß nicht, aber – nein – es ist nichts“, antwortete der Löwe.

Leider war der Phasenverzerrer leicht beschädigt, er tat seinen Dienst, aber die Verschiebungen zwischen den Dimensionen verliefen nicht optimal, die Aktivitäten auf Sirius B erzeugten eine deutlich registrierbare Signatur. Daher nicht unbemerkt geblieben, erinnerte man sich bei Zoll und Polizei an die verschwundene Gruppe, die nicht geschlossene Akte und daran, dass genau jetzt der zufällige Hinweis auf deren Verbleib aufgetaucht zu sein schien.

Innerhalb einer halben Stunde starteten und bewegten sich vier Gleiter von Sirius A nach B, machten sich bereit, das oder den für die Anomalien Verantwortlichen abzufangen und festzusetzen.

In letzter Sekunde hatte Apophis die Fähre betreten, alle Sarkophage von Sirius B eingesammelt, startete Maahes die Triebwerke, hob sie ab und verließ die dünne Atmosphäre, beschleunigte und schoss wie ein Pfeil an der sich nähernden Gruppe von Gleitern vorbei, entfernte sich in Richtung Sirius D, erregte zwingend die Aufmerksamkeit und weckte den Jagdtrieb der Raumpolizei.

„Verdammter Mist“, entfuhr es Camilla, „jetzt haben wir ein Problem.“

„Das kannst du laut sagen“, ergänzte Lina Onari, „ich bin längste Zeit erster Offizier des Blecheimers gewesen, wenn die uns erwischen.“

„Was blüht uns, wenn die uns kriegen?“, fragte Frank Simson und fiepte leise.

„Wir verstoßen gerade gegen alle Gesetze gegen die wir verstoßen können. Wir haben uns am Raumhafen sind ausgecheckt, wir sind nicht durch die Quarantäneschleusen gegangen, wir haben uns nicht beim Zoll gemeldet, sind also mit allen Ecken und Ende illegal auf Sirius A unterwegs gewesen.“

„Gibt es noch mehr?“, hakte Stephen kleinlaut nach.

„Und ob. Wenn wir Pech haben, hängen die uns noch den Diebstahl einer Versorgungsfähre des Kreuzers an, unterfliegen des Radarbereiches um einer Polizeistreife zu entgehen, fliegen ohne Kennzeichnungen, unterdrücken der Funkortung, schmieden einer Verschwörung, vorbereiten einer schweren Straftat, nämlich dem Betreten der Katakomben auf Sirius B, Betreten von Sirius D.“

„Das kostet uns Kopf und Kragen“, seufzte Camilla.

„Nö. So schlimm sind die ganzen Sachen auch nicht, bringt uns ein paar Jahre Gefängnis, also nichts Dramatisches. Schlimmer ist, dass wir auf absolut unakzeptable Art und Weise mehrere Antermerianer an Bord haben, welche auf keiner legitimen Liste auftauchen und in prähistorischen Zeiten auf der Erde als Götter angesehen wurden. Zudem haben wir und das wird uns wirklich umbringen, in mehreren kleinen Sarkophagen einen zerstückelten humanoiden Körper bei uns, welcher auf ein Verbrechen hindeutet und ausgerechnet die Verschwörer und den eigentlichen Täter auch an Bord. Jetzt habe ich die Liste der Probleme vollständig. Such dir eins aus und du wirst immer fündig.“

„Was schlägst du vor?“

„Uns nicht schnappen zu lassen. Zumindest nicht bevor euer Osiris komplett hergestellt ist, ihr einige Dinge mit ihm geklärt habt und wir mit der Fähre vielleicht durch einen Transfer einfach wieder an Bord des Ausflugsschiffes kommen. Hinterher können wir uns dumm stellen und fragen, was das alles soll, weil wie nie weg waren“, antwortete die Hyäne.

„Und du meinst, dass die uns den Scheiß abkaufen?“

„Versuch mach klug“, kam die knappe Erwiderung.

„Oberst Zirkow?“

„Sergeant?“, kam die Rückfrage des Leoparden an den ihm untergebenen Greif.

„Haben sie eine Ahnung wer die sind?“

„Nein. Auf jeden Fall sind die nicht aus dieser Gegend und führen etwas im Schilde.“

„Terroristen?“

„Nein, dafür verhalten die sich dann doch zu auffällig. Ich vermute eher, dass die was suchen, gefunden haben und jetzt einen Hinweis erhielten, dass auf Sirius D noch mehr zu holen ist.“

„Aber was sollte auf Sirius B zu holen sein, dass man heimlich alle Vorschriften umgeht?“

„Es muss um etwas gehen, dass es sehr dringlich macht. Etwas, bei dem Zeit eine Rolle spielt. Zeit, die die nicht zu haben scheinen und die Anführerin scheint eine gewisse Camilla Queen zu sein, eine Fuchswölfin, eine Abenteurerin.“

„Ah. Der Name sagt mir was“, erwiderte der Sergeant, „Wie gehen wir weiter vor?“

„Bleiben sie in Radarweite, aber stalken sie nicht direkt. Die sollen sich halbwegs sicher fühlen und auf Sirius D schnappt die Falle zu.“

„Haben wir dort schon Leute?“

„Ja. Allerdings hat keiner etwas gefunden was eine Fuchswölfin namens Queen interessieren könnte.“

„Die fallen zurück“, intonierte Maahes mit einem Blick auf das Radar.

„Sieht schwer nach einer Taktik aus“, erwiderte Onari, „die wollen uns nur in Sicherheit wiegen.“

„Mich beschleicht ein komisches Gefühl“, hub Camilla an, „auf Sirius D erwartet uns schon jemand.“

„Du meinst, dass die da schon Polizei vor Ort haben?“, fragte Stephen.

„Unter Garantie und dann schnappen die zu.“

„Soll ich die Dimensionsverschiebung nutzen und mal unauffällig nachschauen?“, bot sich Frank Simson an und bekam einen entsetzten Blick von Nephtys: „Klar, sag doch gleich, dass du mich jetzt schon loswerden willst.“

„Aber nicht doch, Nepy-Schatzi“, raunte der Dobermann.

„Richtige Antwort“, kam von der Antermerianerin.

„Nimm den Verzerrer und öffne ein Portal – Maahes, gib ihm die Koordinaten“, stimmte Anuset zu und wandte sich abwechselnd an den Dobermann und dann an den Löwen.

„Was ist, wenn ich durch Zufall über den Kopf stolpere?“, erkundigte sich Frank.

„Dann bring ihn direkt mit“, ordnete Sachmet an, „vielleicht sparen wir uns auf diese Art und Weise den weiteren Weg.“

„Aye“, bestätigte Frank, gab die mittlerweile eingespeicherten Koordinaten in den Portalöffner und betätigte den Auslöser, „Wünscht mir Glück“, sagte der Dobermann noch und verschwand im grau-violetten Strudel, welcher sich hinter ihm schloss.

„Wenn meinem geliebten Hund etwas passiert, dann braucht keiner von euch noch ein Raumschiff um durchs All zu fliegen“, knurrte Nephtys vor sich hin.

„Er wird es schaffen“, besänftigte Anuset.

Es vergingen Minuten, dann eine knappe Stunde. Von Frank Simson fehlte jede Spur.

„Hätten wir Apophis schicken sollen?“, zweifelte Camilla.

„Klar doch, wir schicken einen großen Drache, welcher der altägyptischen Mythologie entsprungen ist, in Wahrheit aber antermerianischer Herkunft. Der fällt überhaupt nicht auf.“

„Entschuldige bitte, es war nur ein Gedanke.“

„Schon klar, aber ein einfacher Dobermann sollte unauffälliger sein“, hub Anuset zu einer Antwort an, brach jedoch ab als sich das Dimensionsportal öffnete und Frank hervortrat.

„Alles in Ordnung?“, fragte Nephtys besorgt.

„Ja und ich konnte unser Anliegen scheinbar erfolgreich vermitteln.“

„Sie konnten was?“, entfuhr es Camilla.

„Der Kopf des Osiris ist kein Geheimnis, schon lange nicht mehr. Die dort lebenden Bewohner haben von dem angeblichen Mythos gehört und wussten lediglich nicht wo sich Körper und Gliedmaßen befinden“, erklärte Frank.

„Das bedeutet, dass wir willkommen sind?“, hakte Onari nach.

„So kann man das nennen. Die Polizei war es nicht und wurde in einer kleinen Nebenhöhle festgesetzt. Wir müssen nur noch auf Sirius D landen und Osiris zusammensetzen“, ergänzte Frank.

„Schön und gut, aber was ist mit unserem Schatten?“, fragte Maahes.

„Den müssen wir loswerden, egal wie“, hub Anuset an und sah plötzlich zu Isis, „Meine Teure, wie wäre es, wenn du mal bei denen auftauchst und etwas ins Gewissen redest?“

„Du meinst, dass die einen Schreck kriegen, wenn ich plötzlich mitten im Raum stehe?“

„Genau! Und dann noch schön mit deinen weißen Federn flattern. Die fressen dir garantiert aus den Händen.“

„Scherzbold!“, sagte Isis noch, schnappte sich den Verzerrer, betätigte den Auslöser und ward durch das Portal verschwunden.

„Wenn ihr was passiert …“, hub Stephen an.

„Ihr passiert am wenigsten“, würgte Maahes ihn ab.

An Bord der kleinen Polizeifähre tanzte von einer Sekunde zur anderen an der Innenwand ein grau-violetter Strudel, welcher sich von einer flachen Scheibe zu einem Relief formte und die Antermerianerin erschien.

„Was zum Teufel …“, hub der Sergeant-Greif an.

„Nein, nein und nochmals nein“, begann sie, „nichts mit Teufel. Mein Name ist Isis.“

„Ich bin Dschingis-Khan“, entfuhr es dem Oberst zynisch.

„Ja, sicher. Vor allem war Dschingis-Khan ein Mensch und kein Leopard“, stichelte Isis zurück.

„Sie haben mit der Verarschung angefangen“, knurrte Zirkow.

In diesem Augenblick breitete die Antermerianerin ihre weißen Schwingen aus und hob diese prachtvoll an: „Noch Fragen?“

„Nein, ich glaube nicht“, murmelte Zirkow und starrte die Flügel an, „Was wird das?“

„Wir setzen meinen Gemahl zusammen und dessen Kopf liegt auf Sirius D.“

„Und was war auf Sirius B?“, hakte der Oberst nach.

„Die Einzelteile seines Körpers.“

„Sie wollen mir doch nicht ernsthaft weiß machen, dass an diesem uralten altägyptischen, menschlichen Zauber irgendwas dran ist“, entrüstete sich der Leopard.

„Sie sehen mich? Sie kennen die alten Aufzeichnungen und Reliefs?“

„Ja und sie sehen diesen verdammt ähnlich.“

„Es gibt in der Tat keine Götter.“

„Sag ich doch, es ist alles nur Zauber.“

„Wir sind Antermerianer.“

„Kenne ich nicht.“

„Können sie auch nicht, da sie nicht die nötigen Informationen und Freigabeprotokolle haben“, stichelte Isis mit einem gewissen Grad der Genugtuung.

„Ganz schön arrogant für eine menschliche Frau“, knurrte der Oberst.

„Ich bin kein Mensch oder haben sie das immer noch nicht verstanden?“

„Ja, ja. Antermerianer. Erzählen sie mir doch mal ihre Geschichte. Vielleicht bin ich gewillt ihnen zu glauben.“

„Sie sind ein Produkt aus der Rückkopplung von menschlichen, antermerianischen und festridischen Genen, welche auf der Erde und auf dem Planeten Genro des Elara-Systems künstlich rekombiniert wurden.“

Nachdem Isis diese Tatsache einfach in den Raum gestellt hatte, geschah plötzlich etwas nicht Vorhersehbares.

„Ich dachte mir schon sowas“, seufzte der Oberst und deutete Isis an, dass sie sich setzen soll.

„Sie scheinen jetzt nicht mehr so überrascht“, hakte Isis verwundert nach.

„Ich hatte durch Zufall einige Sachen in Erfahrung gebracht und da war die Rede von einer Militärbasis auf einem Planeten und irgendwelchen genetischen Experimenten und Anthro-Soldaten.“

„Das ist die Spitze des Eisberges und es würde jetzt zu weit führen ihnen die ganze Geschichte zu erzählen.“

„Dann beschränken sie sich doch auf das Wesentliche“, forderte der Leopard auf.

„Halten sie sich einfach fern von Sirius D, wir machen unsere Sache, verschwinden und nichts ist passiert.“

„Und was wenn nicht?“

„Ihre Leute, welche sie vorab dort hingeschickt haben, sitzen in einer Nebenhöhle und sind Gefangene der Einwohner. Wir haben dort freies Geleit“, erläuterte Isis.

„Das klingt überzeugend. Kriege ich meine Männer ohne Schäden zurück.“

„Das kommt ganz darauf an, ob sie brav sind.“

„Sergeant! Brechen sie die Verfolgung ab. Wie viel Zeit und Vorsprung brauchen sie?“

„Geben sie uns 12 Stunden, danach können sie ihre Leute unbeschadet abholen“, schloss Isis ab.

„Deal!“, sagte Zirkow und streckte seine Hand aus, welche Isis freundlich annahm und kurz einschlug.

„Ich werde jetzt wieder gehen und halten sie sich bitte an unsere Abmachung.“

„Das werde ich, wenn sie sich auch dran halten. Sie haben 12 Stunden. Ich werde den Flug nach Sirius D nach genau 12 Stunden fortsetzen, egal was dann passiert.“

„Abgemacht. Wir sehen uns vielleicht mal wieder, Oberst. – Sergeant, immer schön entspannt bleiben“, empfahl Isis und öffnete das Portal, verschwand so abrupt wie sie erschienen war.

„Irgendwelche Ideen?“, fragte der Greif.

„Wir bleiben hier und warten. Die Abmachung steht und weglaufen tun die uns auch nicht.“

„Glauben sie, dass an dieser Frau was Wahres dran ist?“

„Sie meinen an ihrer Geschichte? Ich bin nicht ganz sicher, aber einiges spricht dafür.“

„Aye, dann warten wir“, bestätigte der Sergeant.

„Ich konnte unser Anliegen sehr gut vermitteln“, verkündete Isis, nachdem sie wieder an Bord der eigenen Fähre angekommen war.

„Wo habe ich das schon mal gehört?“, fragte Apophis nach, „Ach ja, das kam ja von mir, wenn auch vor Urzeiten und bei einer anderen Gelegenheit.“

„Sehr witzig, Drache“, grollte Isis, „die werden sich 12 Stunden fernhalten, danach müssen wir alles haben und fertig sein.“

„Dann sollte ich Vollgas geben“, intonierte Maahes und schob den Energieregler komplett nach vorne.

Der Flug dauerte am Ende 6 Stunden.

„Das wird jetzt aber knapp“, intonierte Camilla und machte ein nachdenkliches Gesicht, „Wo müssen wir hin? - Apophis?“

„Was soll die Frage?“, empörte sich der Unterwelt-Drache, „Die Koordinaten sind im Dimensions-Verzerrer. Wie wäre es, wenn ihn einer benutzt, ein Funkgerät dabei hat und den Rest zum Ziel lotst?“

„Warum nur ist gerade ein Körperfresser aus der Zwischenwelt, ein Seelenquäler, auf die zündende Idee gekommen und nicht ich?“, sinnierte Anuset.

„Weil du auch Seth bist und nicht besser als ich?“, stichelte Apophis.

„Was soll das heißen, Wurm?“, empörte sich Anuset.

„Du klaust doch die Seelen auf dem Weg zu Anubis, führst sie auf Abwege und damit in die ewige Verdammnis.“

„Ich bitte dich, das ist jetzt aber zu einfach. Es handelte sich ausschließlich um Gestorbene deren Seele sich nicht sicher war, ob sie es zu Osiris schafft oder von dir gefressen wird.“

„Du hast sie verwirrt, mein Lieber“, hielt Apophis gegen.

„Das ist meine Aufgabe.“

„Du hast diesbezüglich gar keine Aufgabe, du warst auf der Byblos Chef der inneren Sicherheit zusammen mit Sachmet.“

„Ja und die will mich auch wiederhaben.“

„Aber sowas von“, schrie die Löwin aus der hintersten Reihe.

„Siehst du. Deine komische Rolle stammt von den alten menschlichen Ägyptern und jetzt trennst du dich mal langsam davon“, ermahnte Apophis den Taur.

„Gib her, ich gehe und sage Bescheid wo ihr hin müsst“, knurrte Anuset, schnappte sich den Verzerrer und öffnete das Portal.

„Sollte nicht lieber Sachmet gehen?“, fragte Isis.

„Und dann?“, hielt Anuset dagegen.

„Sie ist für die Außenmissionen zuständig und immer die Erste vor Ort? Außerdem, was ist, wenn dir etwas passiert? Dann haben wir ein kleines Problem. Ein toter Taur und Seth und Anubis verloren“, gab die Antermerianerin zu bedenken.

„Du willst mich wohl ernsthaft frühzeitig zur Witwe machen“, knurrte Camilla angesäuert.

Für einen Moment überlegte Anuset, sah seine Fuchswölfin an und deaktivierte das Portal, drückte den Phasenverzerrer Sachmet in die Hände: „Vielleicht habt ihr Recht. Geh du.“

Die Löwin betätigte den Auslöser und verließ die Gruppe durch das neue Portal.

Wenig später knackte es kurz im Funkgerät und Sachmets Stimme war zu hören: „Ich bin genau richtig. Habe Osiris Kopf vor mir liegen. Die Einwohner sind friedlich, die gefangenen Polizisten weniger. Kommt runter, der Landeplatz ist nur wenige Minuten von meinem Standort entfernt.“

„Wir sind auf dem Weg“, bestätigte Maahes und ließ die Fähre langsam in Richtung der Planetenoberfläche sinken.

Zwei weitere Stunden vergingen, endlich hatte die Fähre Boden unter den Stützen gefasst und stieg die Gruppe aus.

„Das Terrforming hat hier scheinbar besser funktioniert als auf Sirius B“, verkündete Camilla und atmete tief durch.

„Hallo“, rief Sachmet von weitem, „Ich darf euch Jar’tin’lep vorstellen?“, fuhr die Löwin fort und zeigte hinter sich.

Alles erstarrte und musterte einen der Einwohner des Planeten Sirius D.

„Was ist das?“, fragte Camilla kleinlaut.

„Ich bin Jar’tin’lep“, begann der Schabenartige, „Wir sind Freunde und haben vor Jahrhunderten an der Seite der Chafren und Antermerianer gekämpft.“

„Ja, ich kann mich an die Haldoraner erinnern“, intonierte Anuset.

„Aber, was macht ihr hier?“, fragte Isis, „Ihr seid doch mit dem Rest von uns in unsere Heimatdimension zurückgekehrt.“

„Mein lieber Vize-Administrator Isis. Es freut mich sehr dich zu sehen. Aber du weißt doch selbst, dass wir niemals wirklich weg waren, nachdem es auf LV 426 Ärger gab, der Friedensvertrag mit eurem abtrünnigen Antermerianerzweig entstand und die Menschheit euch trotzdem von der Erde verbannen wollte, in einer überhasteten Entscheidung einen Nuklearschlag auslöste und damit im Jahr 3060 mehr als ¾ der Menschen ausgelöscht wurde.“

„Das kann ich gut nachvollziehen. Zumal sich sehr viel geänderte hatte nach dem großen Gau und dem großen Wandel“, bestätigte Isis.

„Ich grüße dich Jar’tin’tep“, hub Anuset an, „ich kannte einen Shar’tark beim großen Verteidigungskrieg.“

Die Mischung aus Küchenschabe und Ameise beugte sich etwas nach vorne und beäugte den Taur, wobei die Mandibeln und Fühler ständig in Bewegung waren.

„Grüße“, kam die Antwort, „Shar’tark war mein Ur-ur-ur-Großvater. Es war ihm eine Ehre an eurer Seite gekämpft zu haben, vor allem an der Seite der Chafren.“

„Wir sind deren Nachkommen“, mischte sich Stephen ein und schaute zu seiner Stiefschwester.

„Das ist richtig“, fuhr der Haldoraner fort, „aber jetzt lasst uns Administrator Osiris zusammensetzen und zurückkehren.“

„Ja, ja. Mein wiederholte Schandtat“, seufzte Anuset.

„Du hast es ja nicht freiwillig getan“, ging Jar’tin’tep dazwischen, „Der Aufstand der Nationalisten, ausgelöst durch die graue Eminenz, gepaart mit gezielten Falschinformationen und das Problem mit den Synthetischen in wichtigen Schlüsselpositionen hatte einen schmerzhaften Schritt gefordert.“

„Ja, aber das ausgerechnet ich dem Mythos folgen musste und Seth wieder Osiris tötete“, seufzte Anuset.

„Wieviel Zeit haben wir noch?“, mischte sich Camilla ein schaute auf die Uhr.

„Knapp drei Stunden“, verkündete Maahes, „Wir müssen uns sputen.“

„Kommt mit, lasst uns anfangen“, forderte Sachmet auf und ging ins Innere einer Höhle. Die Gruppe folgte ihr zunächst zögernd.

Lediglich Apophis blieb bei der Fähre und begann die Sarkophage auszuladen, brachte diese Stück für Stück ins Innere und stellte sie neben den mit Osiris‘ Haupt zum Inhalt.

Isis öffnete die Sigel, schaute hinein und prüfte den Inhalt: „Sieht alles sehr gut aus. – Wo ist der Altar?“

Einer der anwesenden Haldoraner zeigt in den hinteren Teil der Höhle, sagte nichts.

„Dann lasst uns die Fragmente auf den Altar legen und zusammenfügen“, wies die Antermerianerin an, nahm einen Unterschenkel und ging in die vorbestimmte Richtung. Dort angekommen, aktivierte sie einen ruhenden Generator, brachte Licht ins Halbdunkel.

„Los“, rief Sachmet, „beeilen wir uns.“

„Was passiert jetzt?“, fragte Camilla verunsichert.

„Es ist so weit. Osiris wird reanimiert und mein Schicksal bestimmt“, antwortete Anuset und trug ein Fragment des Oberkörpers zum Altar.

Wenige Minuten später lagen alle Teile an ihrem Platz, begab sich Isis zum letzten Sarkophag, öffnete ihn und entnahm Osiris‘ Kopf, hob ihn hoch und fügte ihn dem Körper hinzu.

„Und jetzt?“, fragte Stephen an Camilla, welche neben ihm stand, gewandt.

„Ich weiß es auch nicht. In den alten Überlieferungen steht etwas von göttlicher Magie. Wie die jedoch aussieht weiß ich nicht“, antwortete der Wolfsrüde.

„Verlasst alle die Höhle“, befahl Isis, „Ihr seid ab jetzt nicht erwünscht. Sobald es vollbracht ist werde ich euch rufen.“

„Wir dürfen nicht dabei sein?“, fragte Onari leicht entrüstet.

„Glaub mir“, entgegnete Isis, „du willst nicht dabei sein.“

Für einen kurzen Moment überlegte die Hyäne, stutzte dann, sah zu Maahes und nickte schließlich verstehend: „Ich glaube, dass ich weiß wie du Tote erweckst und das will ich in der Tat nicht sehen.“

„Verdammt noch mal. Ihr glaubt doch nicht wirklich, dass ich euch rausschicke und ich hier eine Art der Leichenschändung begehe“, entrüstete sich Isis, „natürlich bleibt ihr hier.“

„Jetzt hast du uns aber ganz schön hinters Licht geführt“, erwiderte Camilla und lachte laut.

„Ich beginne mit der Wiederbelebung“, verkündete Isis, fasste unter ihren Umhang, zückte ein paar Fläschchen mit einer grünlichen Flüssigkeit und goss sie über die Enden der Fragmente. Anschließend schob sie die Einzelteile des Körpers zusammen und erzeugte somit einen scheinbar intakten Körper.

Im Anschluss hob sie die Arme, strich mit ihnen durch die Luft von links nach rechts, formte den Körper ihres Gemahl, schloss die Augen, atmete tief durch und begann zu sprechen:

„Wsir it pa anch en-chet aa neb-et Ta-meri, Ta-Schemau, Ta-Menu.

Neb-et pa pechti schen ba ka djed.

Wsir neb-et en-chet su is su sem su ii.

Pechti pechti su ii."

Nachdem sie schwieg, strich sie mit ihren Händen zärtlich über Osiris‘ Körper und öffnete die Augen, beugte sich über ihn und küsste ihn.

„Erwache, mein Gemahl“, flüsterte sie und trat zurück.

Nichts geschah und Camilla, wie auch Stephen schauten enttäuscht, während die anderen irritiert wirkten.

Plötzlich zuckte die linke Hand, dann ein Bein und hob sich der Kopf etwas.

„Was?“, rief die Fuchswölfin, „Das gibt es nicht, es hat funktioniert?“

„Oh Mann!“, stöhnte Osiris und streckte sich auf dem Steintisch, „Seth, machst du das nochmal, dann kannst du was erleben.“

„Es tut mir Leid, aber mir blieb keine andere Wahl“, rechtfertigte sich der Taur.

Langsam erhob sich Osiris und setzte sich aufrecht: „Egal wer ihr seid, ihr schaut zwischen Entsetzen und Unglaube.“

„Es handelt sich um Faszination“, entgegnete Frank.

„Faszination? – Isis? Hast du etwa schon wieder den Mystizismus abgezogen?“

„Mystizismus?“, hub Camilla an, „Isis, soll das heißen, dass das alles gar nicht nötig war?“

„Na ja, wenn ich ehrlich sein soll, nein. Aber es hat gewirkt.“

Maahes fing an zu kichern, Sachmet starrte zur Decke und Nephtys schaute ins Leere.

Camilla schaute von einem Gott zum anderen, dann zu Anuset, welcher auf seine Finger schaute: „Habt ihr gewusst, dass das alles eine Show ist?“

„Was? Wir? Nein, nein. Wie kommst du darauf?“, fragte Anuset scheinheilig.

„Das glaube ich einfach nicht. Ich bin enttäuscht.“

„Administrator“, rief Anuset ablenkend.

„Seth und Anubis“, entgegnete der Antermerianer noch etwas benommen, „kaum bin ich zwangsläufig außer Gefecht gesetzt, schon macht hier jeder was er will.“

„Das mit der Zerstückelung tut mir Leid“, entschuldigte sich der Taur.

„Du hast getan was getan werden musste. Aber ihr holt mich doch nicht ohne Grund zurück. Was ist dein Begehr?“, hakte Osiris nach.

„Diesen Begehr haben wir in der Tat“, platzte es aus Camilla heraus.

„Wer bist du?“, erkundigte sich der Antermerianer leicht schnippisch.

„Ich bin Camilla Queen und Anusets Partnerin. Ich will meinen Taur behalten, so wie er ist und mit dem was er hat“, forderte die Fuchswölfin nachdrücklich.

„Sachmet? – Seth ist doch dein Partner. Was denkst du?“

„Lass ihr den Taur und die beiden Persönlichkeiten von Seth und Anubis. Ich möchte dich bitten eine Kopie des Seth in dessen Körper zu transferieren und mir meinen Partner somit zurückzugeben“, gab die Löwin ihren Wunsch preis.

„Camilla Queen, du hast Sachmets Wunsch gehört?“, erkundigte sich Osiris.

„Ja und ich bin damit einverstanden.“

„Anuset?“, fragte der Antermerianer lediglich mit der Nennung des Namens.

„Ich möchte so wie ich bin bei meiner Geliebten, bei meiner Fuchswölfin bleiben.“

„Gibt es sonst noch Wünsche?“, seufzte Osiris.

„Ja, hier“, rief Lina Onari.

„Eine Hyäne“, stöhnte der Mann und verdrehte die Augen, „Was willst du denn?“

„Ich darf mal sehr bitten, Mister Osiris. Maahes und ich beginnen gerade sehr intensiv mit einer Partnerschaft und das will ich auch so weiterführen. Außerdem bin ich die Hyäne und nicht einfach nur eine Hyäne.“

„Dann entschuldige ich mich. Aber kann mich jetzt mal jemand über die ganzen Pärchen und Verpaarungen aufklären?“

Isis räusperte sich und hub an: „Sachmet will Seth, Nephtys ist mit Frank Simson zusammen, Camilla Queen mit Anuset, Miss Onari mit Maahes.“

„Und was ist mit dir?“, hakte Osiris nach, „du willst mir doch nicht weiß machen, dass du abstinent bist.“

„Stephen?“, forderte sie ihren Wolfsrüden auf und winkte ihm zu.

„Einen Wolf?“, fragte der Antermerianer leicht irritiert.

„Ja“, mischte sich Stephen ein und trat an Isis‘ Seite.

„Meinetwegen. Ich habe auf der Byblos genug Arbeit und komme eh nicht dazu mich gewissen Gelüsten hinzugeben. Wie soll sich die Zukunft gestalten?“

„Anuset und ich werden in die Villa meiner Eltern zurückkehren und so wie es aussieht wollen die Anderen das auch“, antwortete die Fuchswölfin.

„Nicht ganz“, mischte sich Onari kurz ein, „Maahes und ich werden an Bord des Kreuzfahrtschiffes bleiben, wenn wir es schaffen die Polizei und den Zoll zu besänftigen.“

„Hört sich ganz nach einem Plan an“, entfuhr es Osiris und er schloss die Augen, blieb zwei Minuten so stehen, versank er und alles um ihn herum in Schweigen.

„Es ist vollbracht. Kehrt auf eure Fähre zurück, ich werde mit Apophis auf die Kampfinsel Byblos zurückkehren und dieses Universum verlassen. - Isis, ich wünsche dir viel Spaß mit deinem Rüden, ihr seid ein hübsches Pärchen. -Nephtys, benimm dich. - Anuset, lass das Mädchen ganz und - Maahes – du wirst schon merken was eine Hyäne ist und kann.“

„Das habe ich schon und will noch mehr“, posaunte der Löwe und wurde von Lina gekniffen.

„Und was ist mit mir?“, fragte Sachmet und schaute Osiris auffordernd an.

„Was soll mit dir sein?“, hörte man eine Stimme aus dem Hintergrund und sich langsam nähernde Schritte.

Die Löwin drehte sich um, schaute angestrengt und brüllte plötzlich auf, rannte ins Halbdunkel.

„Ist was passiert?“, erkundigte sich Camilla.

„Ja. Seth ist da“, beantwortete Anuset ihre Frage.

„Was? Wie das?“

„Du erinnerst dich an die längere Pause bei Osiris‘ Ansprache?“

„Ja.“

„Er hatte Kontakt zum Zentralserver hergestellt und die Datenübertragung von Seths Wissen, Erfahrungen und Charakter in dessen Körper veranlasst.“

„Also hat Sachmet jetzt ihren Seth?“

„Genauso ist es. Jeder hat was er wollte.“

„Ist das ein Happyend?“

„Eines mit einem faden Beigeschmack“, mischte sich Isis ein, „Wir haben immer noch die Polizei und den Zoll an der Backe.“

„Lasst sie kommen“, hub Osiris an, „Wir klären alles hier auf und er kann seine Leute gleich einladen.“

Die Zeit war rum.

Zwölf Stunden Frist abgelaufen.

Oberst Zirkow und sein Sergeant pflichtbewusst auf Sirius D eingetroffen.

„Miss Isis“, hub der Oberst an, „sie hatten mir etwas versichert.“

„Mister Zirkow, ich darf ihnen meinen Gemahl Osiris vorstellen.“

„Wenn sie denken …“, hub er kurz an, sah dann dem Antermerianer in die Augen, „… das darf doch wohl nicht wahr sein.“

„Oberst Zirkow, ich denke, dass wir das Ganze sehr schnell regeln können“, hub Osiris an, „Sie nehmen ihre Männer mit und wir waren niemals hier. Der Auftrag, den Miss Camilla Queen hatte, ist erledigt und wird keinerlei Probleme nach sich ziehen. Miss Onari wird mit Mister Maahes an Bord des Kreuzfahrtschiffes zurückkehren und ihren Platz als erster Offizier wieder einnehmen. Der Rest der hier Anwesenden wird zu Miss Queens Anwesen fliegen und dafür das schon besagte Kreuzfahrtschiff benutzen.“

„Mister Osiris, das klingt mir viel zu einfach.“

„Ist es auch. Ist denn irgendwas passiert? Ist jemand zu Schaden gekommen? Wurde etwas gestohlen?“

Der Polizeibeamte überlegte ein Weile und schüttelte schließlich den Kopf: „Aber was ist mit meinen vier Leuten die in der Höhle festsitzen?“

„Das war ein Missverständnis mit einigen Einsiedlern, die sich durch ihre bewaffneten Männer bedroht fühlten.“

„Klingt plausibel. Da sind aber noch die Verstöße gegen die Einreise nach Sirius A, kein Zoll, keine Anmeldung, keine Notquarantäne, falls diese erforderlich gewesen wäre.“

„Sehen die Anwesenden krank aus?“, hakte Osiris versöhnlich nach.

„Nein. Zumindest machen alle einen gesunden Eindruck, wenn ich von der Blassheit ihrer Gemahlin absehe.“

„Ey, ich darf doch wohl bitten“, empörte sich Isis.

Osiris konnte sich ein schiefes Grinsen nicht verkneifen.

„Gut“, verkündete Zirkow schließlich, „ich bin voll umfänglich einverstanden. Der Rest setzt sich in die Fähre und fliegt nach Sirius B und entfernt das Shuttle aus dem dortigen Orbit. Dann haben wir das Versorgungsschiff des Kreuzers auf Sirius A entdeckt. Und was die Personen hier auf Sirius D betrifft ….“

„Wir werden abreisen und waren niemals hier“, versicherte Osiris.

„Wer sind die?“, Zirkow zeigte fragend auf die Schabenartigen.

„Das sind Haldoraner“, erklärte Osiris.

„Kenne ich nicht. Nehmen sie die bitte mit.“

„Das ist mein Bestreben.“

„Ausgezeichnet.“

Zirkow betrat die Nebenhöhle, sah zu Osiris, dann zu seinen Beamten: „Was haben sie sich dabei gedacht sich mit den Einheimischen anzulegen“, schnauzte der Leopard.

„Aber Sir …“, hub gerade einer der Festgesetzten an, wurde sofort unterbrochen: „Was aber? Nichts aber. Das sind Eingeborene, daher ist Sirius D auch Sperrzone. Sie kommen hier an und benehmen sich wie Rambo. Auf geht’s. Rein in unsere Fähre und weg hier. Auf ihre Berichte bin ich gespannt.“

Osiris kratzte sich amüsiert unter dem Kinn: „Beeindruckend“, sagte er leise.

„Sagen sie lieber nichts mehr. Wir sind jetzt weg, tun sie das Gleiche.“

Stunden später war alles verwaist. Osiris war mit den Haldoranern auf dem Weg in die Heimatdimension.

Der Oberst hatte schon längst mit seinen Leuten Sirius A erreicht und die Gruppe um Camilla Queen war auf Sirius B eingetroffen, hatte Sachmet die kleine Fähre besetzt und war Maahes mit seinem Transportschiff ebenfalls auf dem Weg zum Kreuzer.