Elvira und Seth - Kapitel 6
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Kapitel 6
„Es ist so … still“, flüsterte Elvira.
„Nein. Diesmal kann niemand aus dem Gebüsch springen“, beruhigte Seth sie.
„Scherzbold, ist auch keins da.“
„An der Oase schon, aber ich sehe niemanden.“
„Dann lass uns am Wasser absitzen und ein Lager aufschlagen.“
„Ganz wie du wünschst edle Wölfin.“
Elvira schaute ihn schief an und zog eine Augenbraue hoch.
An der Oase angekommen, stellten sie fest, dass sie tatsächlich allein waren, stiegen von den Pferden, packten alles aus und bauten das Zelt auf.
Schnell waren auch die Sättel von Rücken geschnallt und auf dem Boden abgelegt.
„Und jetzt?“, fragte Seth.
„Wie und jetzt? Du willst doch nicht schon wieder vögeln?“, knurrte die Wolfs-Frau.
„Warum nicht? Ich kann von dir nicht genug bekommen.“
„Schön, ich von dir auch nicht, aber du darfst nicht vergessen, dass ich nicht nur breitbeinig sein möchte.“
„Da gebe ich dir Recht. Aber beim letzten Mal warst du das ja auch nicht wirklich.“
„Boah, Kerle. Kaum ist man mit denen zusammen, schon besitzen die einen und wollen immer nur ficken.“
„Ich habe auch viel zu bieten.“
„Ja, das habe ich gemerkt. Du bist sehr raumgreifend und großzügig.“
„Ich gebe sehr gerne.“
„Das war jetzt keine Aufforderung zu noch mehr. Es könnte auch etwas weniger sein.“
„Entschuldige bitte. Ich kann die Menge nicht wirklich steuern.“
„Irgendwann kommt es mir zu den Ohren raus.“
„Das glaube ich nicht. Bisher ist nicht drin geblieben.“
„Ich wollte hinterher auch nicht tagelang eine Schleimspur ziehen.“
„Eine wunderbare Vorstellung. Du bringst mich auf Ideen.“
„Einfach nur versaut“, seufzte sie.
Der Schakal-Muli grinste nur und ging zum Wasser, prüfte die Wassertemperatur mit einem Bein und sprang in die Fluten.
Elvira seufzte wiederholt. „Nicht schon wieder diese Masche.“
„Kommst du auch mit rein?“
„Warum wusste ich, dass du genau diese Frage stellst?“
„Ich habe keine Ahnung was du meinst.“
„Natürlich nicht“, murmelte Elvira und zog sich aus.
Als sie bei ihm ankam, tauchte er plötzlich unter, unterhalb von Elvira wieder auf und hob sie auf seine Schultern.
Sie schrie auf und hielt sich an seinen langen Ohren fest.
„Siehst du, die haben einen Zweck. Du kannst dich daran festhalten“, lachte der Schakal-Muli.
„Du bist unmöglich, du bist einfach nur … mir fehlen die Worte.“
Er trug seine Partnerin wortwörtlich auf den Schultern, verließ mir ihr das Wasser und ging auf die Knie.
„Absteigen, edle Wölfin“, sagte er kurz und knapp.
„Und jetzt?“
„Jetzt essen wir etwas. Unsere letzten Vorräte müssen aufgebraucht werden.“
„Bist du dir sicher, dass wir den Rest des Weges bis in die Stadt morgen schaffen?“
„Absolut sicher, mein Schatz.“
„Deine Zuversicht möchte ich haben.“
„Ich möchte dir erzählen was dich erwartet. In dieser Stadt ist alles anders. Es ist wesentlich moderner und du wirst viele Wunder sehen. Es gibt auch keine Menschen. Es sind alles Lebewesen wie du und ich.“
„Bist du deshalb zu mir gekommen?“
„Ja, ich wusste, dass du in Gefahr bist oder zumindest bald kommen würdest.“
„Ist man deswegen auch hinter dir her?“
„Ja. Ich bin ein Sucher. Wann immer ich höre, dass jemand ein Halb-Mensch ist oder ein Voll-Anthro wie ich, ziehe ich los und mache mich auf die Suche, folge hinweisen und hole diese Personen ab.“
„Das wir jetzt ein Paar sind war aber nicht geplant oder?“
„Nein. Das war so überhaupt nicht geplant und ich werde wohl dafür etwas zu hören kriegen.“
„Sollten wir besser nicht zusammen sein?“
„Lass es mich so sagen – es ist nicht gewünscht und sollte nicht passieren, aber mich interessiert es nicht. Ich suchte dich, um dich aus dieser Siedlung wegzubringen. Alles andere geschah und ich freue mich jeden Tag, dass es so passiert ist. Ich liebe dich, du verrückte Wolfs-Frau.“
„Dann freut ich mich umso mehr, dass wir ein Paar sind. Ich hatte kurzzeitig Angst, dass ich nur für deine Befriedigung da wäre und ich ein Abenteuer wäre.“
„Da widerspreche ich dir direkt. Dem ist nicht so.“
Elvira küsste ihn hingebungsvoll und umarmte ihn. „Aber was ist, wenn wir angekommen sind? Gehst du dann wieder?“
„Ja, ich bin ein Sucher, aber ich werde versuchen den Rat davon zu überzeugen, dass du auch ein Sucher bist und mich begleitest.“
„Das wäre toll. Wir wären immer zusammen.“
„Es wird gefährlich. Du wirst erst eine Waffenausbildung bekommen und ich werde dich trainieren.“
„Na ja, im Training stehen wir ja beide“, witzelte Elvira.
„Ich meinte damit die Waffen.“
„Ich auch, wenn auch deine.“
„Okay, wenn ich damit unvorsichtig bin, dann kann ich damit auch Schmerzen zu fügen.“
„Oh ja, aber wenn der erstmal gewichen ist, dann wird es nur noch ein Genuss.“
„Wäre auch schlimm, wenn es umgekehrt wäre“, sagte Seth und zwinkerte.
Elvira antwortete nur in dem sie die Augen verdrehte.
„Und was beinhaltet die Ausbildung und wer bestimmt, ob du mich ausbilden darfst?“, hakte die Wolfs-Frau nach.
„Das wird Osiris sein“, seufzte Seth seine Antwort.
„Moment, der Obergott?“
„Obergott? Das alte Bleichgesicht hatte mir Nephtys ausgespannt. Okay, sie wollte ja nicht mal was von mir, trotzdem war das eine ganz hinterhältige Nummer. Und die will ich nicht noch einmal erleben“, sagte der Schakal-Muli und schaute Elvira durchdringend an.
„Ich weiß wie du aussiehst und ich heiße nicht Nephtys“, empörte sie sich.
„Osiris ist ein Gestaltwandler, so kam es an eben jene ran und sie merkte es nicht einmal.“
„Uh, böse Falle.“
„Eben. Also sei wachsam. Isis hat dich auch im Auge, wegen Osiris.“
„Und warum bist du, wie du bist?“, fragte Elvira neugierig, „Ich meine, außerhalb der Folklore.“
„Ich bin halt das was ich geworden bin. All das was Osiris nicht mehr sein sollte und noch etwas mehr.“
„Also, wenn du die Resteverwertung sein solltest, dann freue ich mich, dass es so ist.“
„Ich habe mich nie als solches empfunden. Die anderen wollten, dass ich mich so fühle, schafften es aber nie.“
„Du bist ein Schatz und ich freue mich, dass wir beide zusammen sind.“
„Es ist mir eine Ehre, liebste Elvira.“
Die Wolfs-Frau begann zu lächeln. „Ich soll mich also vor Osiris in Acht nehmen.“
„Ja. Er wird mit Sicherheit ab einem bestimmten Punkt Gefallen an dir finden und versuchen dich zu umwerben, sich verwandeln und dann versuchen dich zu verführen.“
„Ich lasse mich nur von dir vögeln, mein Süßer, sei dir sicher.“
„Wie willst du das verhindern, wenn ich vor dir stehe, aber es Osiris in meiner Gestalt ist?“
Die Wolfs-Frau überlegte eine Weile und grinste Seth dann an. „Kann er auch aktuelle Gespräche wissen, wenn er sich in dich verwandelt?“
„Nein. Er kann nur meine Gestalt nachahmen.“
„Dann frage ich dich jetzt, in welcher Position wir noch keinen Sex hatten?“
Seth überlegte und zählte durch: „Wir hatten alles, außer, dass ich dich noch nicht von hinten besprungen habe.“
„Genau! Und was ist dabei noch wichtig?“
„Du willst dabei vaginal genommen werden.“
„Richtig!“
„Daran werden wir uns erkennen. Wenn du diese Frage stellst, wird er sie nicht beantworten können oder falsch“, bestätigte Seth.
„Dann sollten wir es auch dabei belassen. Nachholen können wir es immer noch“, stellte Elvira fest und erntete ein zustimmendes Nicken ihres Partners.
„Ab ins Zelt und schlafen. Der morgige Tag wird anstrengend.“
Am nächsten Tag stand die Sonne schon fortgeschritten am Himmel, als Seth und Elvira erwachten.
„Jetzt aber schnell, sonst schaffen wir heute die letzte Etappe nicht mehr. Wir müssen bis Sonnenuntergang in der Stadt sein“, mahnte Seth.
„Dann los, immerhin sind unsere Vorräte auch nicht mehr vorhanden.“
„Noch ein wichtiger Grund.“
Sie gaben ihren Pferden die nicht vorhandenen Sporen und jagten dem Stadttor entgegen.
Nach zwei Stunden erkannten sie die Silhouette zwischen den Felsen, eine weitere Stunde später war das Tor zu erkennen.
Sie ließen die Pferde in den Trab gehen.
„Was meinst du, wie lange brauchen wir noch?“
„Eine Stunde bei diesem Tempo. Danach wird es richtig interessant.“
„Ich lasse mich überraschen. Aber du bist ja bei mir und das ist wichtig“, sagte Elvira und atmete tief durch.
„Mach dir keine Sorgen. Du bist nicht dort um vor Gericht zu stehen, Du bist nicht dort um dich zu rechtfertigen. Keiner hat vor dir ein Leid zuzufügen. Du bist dort um beschützt und auch um von mir trainiert zu werden“, erklärte Seth.
Nach etwa 40 Minuten standen sie etwa einen Kilometer vom Tor entfernt, als plötzlich eine Windhose auftauchte, etwas vor ihnen herumtanzte und schließlich eine sehr bleiche Gestalt erschien.
„Osiris!“, rief Seth.
„Ich grüße dich, mein Sohn“, erwiderte Osiris.
„Sohn und Vater? Ich dachte ihr wäret Brüder?“, mischte sich Elvira ein.
„Ein Übersetzungsfehler der sich durch einfaches Abschreiben festgesetzt hat“, entgegnete Seth.
„Schön blöd“, entfuhr es der Wolfs-Frau.
„Du wirst feststellen, dass es viele Fehler gibt, aber auch viele Dinge, die richtig sind“, ging Osiris dazwischen, „Aber jetzt kommt herein. Es gibt viel zu besprechen.“
Das Tor schloss sich hinter Elvira, während sie sich, auf dem Pferd sitzend, umgedreht hatte und doch leicht besorgt zusah.
„Und was jetzt?“, flüsterte sie Seth zu.
„Absteigen und entspannt bleiben“, kam seine Antwort.
Elvira tat wie er sagte und stand neben ihrem Pferd, sah sich unsicher um, als Seth sich neben sie stellte. „Da drüben stehen Sachmet und Anubis. Lass uns zu ihnen gehen. Ich will dich vorstellen.“
„Wenn das nicht mein Ziehvater ist“, tönte der Schakalrüde schon von weitem.
„Wenn das nicht mein tödlicher Nachwuchs ist und Miss Ich-ziehe-Dir-das-Fell-über-die-Ohren-du-verdammter-Esel“, verkündete Seth im gleichen Tonfall.
„Sag an“, mischte sich Sachmet ein, „Was treibt dich her?“
„Ich habe Elvira gefunden und mitgebracht. Ich will sie trainieren und mit auf meine Suche nehmen.“
„Da hast du dir aber ganz schön was vorgenommen. Sie ist eine Sterbliche“ seufzte Sachmet.
„Ich werde gut auf sie achten, zumal sie meine Partnerin ist.“
„Du hast dich mit ihr gepaart?“, entfuhr es der Löwin.
„Gepaart?“ ging Elvira dazwischen, „Augenblick mal, Katze! Er hat mich mit seinem Ding aufgespießt.“
„Du bist ganz schön vorlaut“, urteilte Sachmet und grinste, „Du passt zu ihm.“
„Er hat seinen Schwanz und seinen Knoten in mich gesteckt, hat mich vollgepumpt mit seinem Saft. Er gehört mir und ich ihm.“
„Ihr passt definitiv zusammen“, wiegelte die Löwin ab, „aber achte auf sie.“
„Ich habe sie schon vor Osiris gewarnt“, erwiderte Seth.
„Dann bin ich beruhigt. Sie ist geradezu sexy und umwerfend“, gurrte sie.
„Hey“, fuhr Elvira auf, „Ich bin nicht hier um reihum vernascht zu werden.“
„Sie weiß, was sie will“, säuselte Sachmet und lächelte, „aber ich weiß es auch.“
„Lass sie einfach in Ruhe“, knurrte Seth und drängte sich dazwischen. „Elvira gehört mir!"
„Ich habe ja nicht gesagt, dass ich sie haben will, ich wollte sie mir nur mal genau ansehen“, gurrte Sachmet besänftigend.
„Ich weiß was du willst“, raunte Seth scharf und starrte die Löwin böse an.
„Spielverderber. Kein Wunder, dass du in der Oase allein hockst.“
„Nicht mehr“, ging Elvira dazwischen und schmiegte sich an ihren Schakal-Muli.
„Beruhigt euch mal wieder“, rief Osiris schon von weitem „Wenn sie Seth gehört, dann soll er sie auch behalten. Wie soll das Training aussehen?“
„Waffen, Krallen, Zähne und einfache Körperkraft“, erwiderte Seth kurz.
„Dann fang morgen damit an. Die Ausbildungsarena steht zu eurer Verfügung.“
„Danke“, entgegnete Seth noch und zog seine Wolfs-Frau mit sich.
Als beide weit genug entfernt waren, bogen sie kurz entschlossen nach rechts ab und versteckten sich hinter einer Ecke. „Gib Acht. Sachmet ist gerade rollig wie es scheint. Du bist Frischfleisch für sie. Anubis stellt keine Gefahr da. Über meinen Vater bin ich mir nicht schlüssig, aber da müssen wir auch aufpassen.“
„Das habe ich schon bemerkt. Er sah mich sehr interessiert an.“
„Das sollte Warnung genug sein. Denk daran, was wir noch nicht getan haben. Ich bringe dich jetzt in dein Quartier und werde mich in die Katakomben begeben. Ich muss dein Training planen.“
„Sehr wohl euer Ehren“, witzelte Elvira und gab Seth einen Kuss.