Das Gespräch der Götter

Story by Noiratblack on SoFurry

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Das Gespräch der Götter

„Warum hast du mich gerufen? Was ist der Grund für diese Eile?"

„Es ist Verzweiflung. Ich weiß nicht, wann ich fragen soll, wenn nicht jetzt? Doch wen, das müsste dir klar sein."

„Ich habe deine Frage gehört, verstehe sie dennoch nicht. Du, was solltest du denn so fürchten, dass du mich bittest mein zu sein."

„Was ich fürchte, ist die Furcht. Weder fürchte ich Nacht und Dämon, weder fürchte ich Feind oder Klinge. Ich fürchte nur das Vergessen, das Nichts, das Ende meiner Existenz. Und deshalb, geliebter Freund, nimm mich mit dir, mach mich dir zu Eigen, erspar mir langes Leiden."

„Liebe Freundin, närrisch ist dein Sinn, voller Narretei, wie du nun mal damit angefüllt bist. Ich, dich nehmen, zu mir. Dumme, dumme, liebreizende, verführerische Freundin. Wie könnte ich das tun? Du antwortest nicht? Sei nicht erschrocken, es ist nicht so, dass ich dich nicht begehre, kein Wesen der Welt begehrt dich nicht. Mein Geist ist erfüllt von den Möglichkeiten, die du mir bieten mögest, von der Freude, der Liebe und Glückseligkeit, doch es wäre dein Ende. Ich bin nicht dafür geschaffen, zu lieben."

„Freund."

„Nein, Freundin. Einst liebte ich dich und mir schien die Erde unter unserer Erde zu erbeben, wie es unsere Körper im Liebesspiel taten, wie sie zitterten. Und mit Wärme erinnere ich mich. Doch du? Vergessen? Du? Verschwinden?"

„Ich bin käuflich. Unsere Kinder benutzen meine Gabe gar als Folter, um andere zu erniedrigen, benutzen sie in Maschinen und erschaffen meine Enkel in Maschinen, ohne Liebe, ohne Wärme und wilde Kraft. Ich bin käuflich. Ich sterbe."

„Nein, Geliebte. Dies ist nur eine dunkle Zeit, eine Nacht im Wechsel. Einst wird es wieder besser werden. Nein, widersprich nicht. Nimm deine Rolle, nimm deine Macht über das Fleisch und entreiße den Irrsinn unseren Kindern. Tu es. Und bitte mich nicht, dich zu nehmen, versuche mich nicht. Ich kann dir nur Trostlosigkeit bieten. Ich bin ein Führer für jene, die die Wärme hinter sich lassen, für jene, die vor das Gericht gerufen werden. Mein Pfad führt jedes Mal durch Untiefen, durch Morast, Schlamm und Dunkelheit zum Gericht. Und dann gehe ich zurück und nehme den nächsten Gerufenen, begleite ihn zu seinem Schicksal. Ich habe nur einen Weg. Vom Anbeginn der Zeit bis zu ihrem Ende. Und dereinst, wenn die Zeit endet, dann werde ich auch dich vor dieses letzte Gericht geleiten, damit über dich, über mich, über das Gericht selbst gerichtet werden kann. Dereinst, wenn die Zeit endet, werde ich dich nehmen, sanft aber streng, weich und doch hart wird meine Hand dann auf deinen Schultern ruhen. Wie Stein und Seide, wie Sand und Wasser. Doch du, die du das Fleisch regierst, die Lust entfachst, deine Pfade sind gewunden und verschlungen, kreuzen und teilen, verschwinden und Entstehen im Tausendfachen. Dein Weg wird dereinst enden, doch nicht heute und auch nicht in vielen Tagen. Du bist gestolpert, wälzt dich im Schlamm, am Bein verletzt, doch wenn du herausgehst, aus diesem Loch, dich setzt und ausruhst, wird die Wunde verheilen, der Schlamm wird härten und abfallen und in alter Schönheit wirst du die Pfade beschreiten. Dies ist dein Schicksal. Ich werde dich dieses wunderbaren Schicksals nicht entheben. Erst, wenn es am Ende angelangt ist. Dann werde ich dich holen, doch bis dahin, wandle auf den Pfaden und umhülle die Welt mit Wärme, mit Leben und Kindern."

„Danke. Ich danke dir."

„Ich bin nur ein Begleiter, geliebte Freundin. Nur ein Führer. Ich habe zu danken, denn diese Minuten haben den ewigen Pfad für einen Augenblick geändert. Ein Augenblick, wie ein Universum."

„Und den Augenblick in ein Universum zu ziehen, das ist meine Aufgabe."

„Ja, geliebte Freundin. Bis dereinst. Die Gerufenen warten."