Altes Papier neue Geschichte (kap.1): Es war einmal

Story by ponytail Boar on SoFurry

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So nun kommen wir zu meiner ersten Story, die ich auch online stelle. Bis jetzt hatten nur meine besten Freunde das Vergnügen sich daran zu erfreuen. Damit begrüße ich alle, die an dieser kleinen Geschichte hängen geblieben sind. Ich entschuldige mich auch gleich über meine Rechtschreibung, die bei Weitem nicht so gut ist, wie ich sie gerne hätte. Dazu habe ich bei Weitem nicht die Begabung dazu auch noch alles in Englisch zu verfassen. Ich hoffe ihr habt trotzdem euren Spaß an den folgenden ­Zeilen :)

Altes Papier neue Geschichte (Kap. 1): Es war einmal

by ponytail Boar

Ich hätte nie gedacht jemals wieder in diesem kleinen und schon etwas in die Jahre gekommenen Vorstadtbus zu landen. Wie viele Jahre war das jetzt schon her gewesen? 7 Jahre? Nein es war schon länger her. Doch es war schon überraschend eine Einladung meiner Tante und meines Onkels zu bekommen. Weswegen genau hatten sie mir nicht gesagt. Ja, eigentlich schon, jedoch klang es nach einer Ausrede. Wieso sollte man sonst in sein eigenes Geburtsdörfchen eingeladen werden, nur für ein wenig Abwechslung. Davon abgesehen, dass ich länger als mein halbes Leben dort verbracht hatte. Jedoch verfügte ich momentan über keine besseren Ziele. Warum nicht die Möglichkeit nutzen und ein wenig Nostalgie verspüren? So saß ich nun in diesem Bus, der noch Charakter besaß und nicht mit dem Massenproduktgefühl der Stadtbusse zu vergleichen war.

Die meiste Zeit der Fahrt sah ich aus dem Fenster und wurde von den unterschiedlichsten Eindrücken und Erinnerungen erfasst. Je öfter ich darüber nachdachte, desto mehr kam es mir vor wie ein Traum. So viele Jahre sind vergangen und trotzdem beschlich mich das Gefühl, dass sich nichts verändert hatte. Die Zeit war in dieser Gegend wirklich stehen geblieben. So flog ich in meinen Gedanken über die Landschaft. Die Zeit verschwand zu schnell, um sie wirklich zu spüren. Bevor ich darüber nachdenken konnte, stand ich an der einzigen Bushaltestelle des Dorfes, die auch irgendwie Eingang und Dorfgrenze zugleich war. Jetzt war ich vollkommen davon überzeugt, dass hier die Zeit daran verzweifelte, etwas auszurichten. Es fühlte sich an als wäre ich nie fort gewesen.

So lief ich nun die einfache Straße entlang und zog meinen Koffer hinter mir her. Ich hatte nicht viel darin, doch komischerweise war es fast alles, was ich besaß. Ein Fuß nach den anderen und mit jedem weiteren Schritt ließ ich mir noch mehr Zeit. Immer wieder ein tiefer Atemzug von dieser angenehmen Luft. Zwar war es warm und auch ein wenig schwül, doch das störte mich in diesem Moment nicht. Eins war ich mir zu hundert Prozent sicher, es war die richtige Entscheidung gewesen hier her zu kommen. Mein Körper entspannte sich in dieser Umgebung schon völlig von alleine.

Irgendwann kam auch schon das Haus meiner Verwandten in Sichtweite. Es hatte sich, wie auch der Rest der Häuser, kein bisschen verändert. Schon ein wenig faszinierend. Bis zur Tür gehen, zweimal Klopfen. Auf eine Antwort warten, wie gebeten Hineintreten und schon stand ich vor den beiden Personen, die mich in dieses Dörfchen einluden. Meine Tante sah genau so aus, wie meine Mutter, kein Wunder bei Zwillingen. Sie hatten sogar dasselbe Lächeln auf den Lippen, was mir so bekannt war. Man konnte es ihnen ansehen, dass sie sich darüber freuten, mich zu sehen. Genau in diesem Moment fühlte ich eine angenehme Wärme in mir. Zu Hause, genau so fühlte es sich an.

„Leo wie war die Fahrt?", erklang die Stimme meiner Tante.

„Angenehm. Fühlte sich vertraut an", gab ich nur als Antwort. „Schön zu hören. Wir haben dir das Gästezimmer bereit gemacht. Du müsstest noch wissen, wo es ist. Richte dich erst mal ein und dann können wir uns ein wenig Unterhalten. Es gibt bestimmt viel zu erzählen", bat sie mich.

Mein Onkel war noch genau so wie früher. Ruhig. Was durch seine freundliche Ausstrahlung angenehm war. So schnappte ich mir meinen Koffer und macht es mir im Gästezimmer bequem. Es war gleich die erste Tür im ersten Stock und sah genau so aus, wie ich es in Erinnerung hatte. Schnell machte ich mich an die Arbeit und verstaute, dass wenige was ich besaß an den richtigen Stellen. Ich freute mich schon auf das Gespräch mit meinen Verwandten.


Wir saßen eine Weile in der Runde und erzählten uns alle möglichen Kleinigkeiten und Gegebenheiten in der nahen Vergangenheit. Früher war ich sehr oft in diesem Haus gewesen, deswegen war es auch kein Wunder, das ich mich gleich heimisch fühlte.

„So Leo meine Schwester hat mir erzählt, dass du ein wenig Schwierigkeiten hast mit deiner Entscheidung, was die Zukunft betrifft", brach meine Tante ein neues Thema an. Ich musste kurz schlucken. Das war nicht unbedingt ein gewolltes Thema, aber unangenehm war es mir nicht darüber zu reden.

„Da hat sie recht. Meine nächste Entscheidung betrifft meine wohl vollkommene Zukunft und ehrlich gesagt habe ich nicht einen blassen Schimmer, was ich dort machen möchte." Mein schulischer Weg war zu Ende und jetzt war es an der Zeit darüber nachzudenken, was wohl als Nächstes kommen sollte. Ich habe diese Entscheidung so lange aufgeschoben, bis ich bei meiner Momentanen Lage angekommen war.

„Vielleicht kommst du ja hier auf eine Idee und außerdem hetzt dich ja niemand. Hauptsache ist, dass du am ende vollkommen davon überzeugt bist, egal was deine Entscheidung sein wird." Genau so hatte es auch meine Mutter formuliert. Es ist schon erschreckend, wie ähnlich sich Zwillinge sein konnten.

„Aber wir haben ja noch eine kleine Überraschung für dich." Nachdem sie aufgestanden war, drehte sie sich schnell zu ihrem Mann. „Schatz wo hast du es den hingestellt?"

Etwas verwundert sah mein Onkel zu ihr auf. „Wieso ich hingestellt? Hast du es nicht heute Mittag abgeholt?" Somit erklangen die ersten Worte von ihm an diesem Tag. Die Stimme versprühte Ruhe und eine angenehme Geborgenheit.

„Nein, ich dachte du hättest das gemacht?" Nun sahen beide entschuldigend zu mir. „Es tut mir Leid Leo, wir haben wohl vergessen sie abzuholen. Eigentlich wollten wir dir deine Lieblingsnachspeise von Rysas bereithalten. Da können wir wohl nichts machen und müssen bis morgen warten." Die Enttäuschung in ihrer Stimme war deutlich zu spüren. Sie hatte sich wohl mehr darüber gefreut meine Reaktion zu sehen, als über die Aufmerksamkeit an sich. Danach sah ich kurz auf die Uhr. So spät war es eigentlich noch nicht. „Wieso hole ich es nicht schnell beim Rysa's ab. Wenn ihr es bestellt habt, müsste es ja noch da sein."

„Nein, dass können wir nicht von dir verlangen. Du bist der Gast und es war deine kleine Überraschung", widerstrebte sie sich gegen meinen Vorschlag.

„Ich gehöre zur Familie und ich wollte sowieso noch ein wenig spazieren. Warum also nicht?", gab ich mit einem leichten Schulterzucken zu erkennen.

„Aber.."bevor sie sich weiter dagegen sträuben konnte, war ich schon aufgestanden und hatte sie unterbrochen. „Kein aber. Ich mache mich dann auf den Weg. Wir sehen uns dann nachher."

Man konnte sehen, dass sie nun endlich nachgab, oder war da noch etwas Anderes? Ich schüttelte diesen Gedanken ab. War wahrscheinlich nur Einbildung.

„O.k., dann viel Spaß." Mein Onkel nickte nur kurz zum Abschied und ich machte mich auf den Weg. Ich war schon gespannt auf die neuen alten Entdeckungen.


Langsam ging ich zielsicher in meine bestimmte Richtung. Es war keine lange Strecke bis zum Rysa's und um ehrlich zu sein, konnte ich auf mein Matcha Tiramisu kaum noch warten. Es gab nicht viele, die dieses Dessert kannten und noch weniger Orte an dem man es fand. Da war es recht offensichtlich das Ich es schon ewig nicht mehr gegessen hatte, dieses heiße Wetter ließ es jedoch nicht wirklich zu, sich zu beeilen. In einem ruhigen Tempo begann ich schon ein wenig zu schwitzen. Mir war schon vollkommen entfallen, wie heiß die Sommer hier werden konnten, oder war ich es früher noch gewöhnt?

Ich war erleichtert, als ich endlich mein Ziel ausmachte. Wenn mich nicht alle Erinnerungen täuschten, gab es im Rysa's eine Klimaanlage. So beschleunigte ich leicht meine Schritte. Als ich vor dem Gebäude stand, wurde ich mir erst wieder der Größe bewusst. Es gab sogar Touristen, die nur wegen diesem Restaurant in diese etwas abgelegene Gegend kamen. Aber man fand auch nicht überall so ein Ambiente. Es war vollkommen im asiatischen Stiel gehalten. Es gab eine Theke und auch ein etwas größeren Raum mit mehreren Tischen. Dazu noch eine Innenteichanlage mit unterschiedlichen Fischen. Für Besucher, die etwas Abgeschiedenheit suchten, gab es ein paar kleinere Räume, die man buchen konnte. Manche davon waren sogar mit einer Karaoke Maschine besehen. Die perfekte Stelle um etwas unter Freunden oder Bekannten zu feiern.

So viele Erinnerungen spülten sich an die Oberfläche meiner Gedanken. Ich war schon gespannt, ob sich seit meinem letzten Besuch etwas verändert hatte? Um dies aber herauszufinden, musste ich erst einmal eintreten. Mit etwas Kraft schob ich die massive Holztür auf. Als ich es auch schon knallen hörte, unterschiedliche Farben vor meinen Augen sah und ein herzliches mehrstimmiges „Willkommen zu Hause" an meine Ohren drang. Überrascht musste ich erst einmal die vielen Eindrücke verarbeiten. Vor mir stand ein gemischter Haufen von Lebewesen, fünf genau an der Zahl. Ich hatte schon fast das offensichtlichste an diesem Ort vergessen. Genau vor mir standen Monster, Biester, Ungeheuer, wie ich es leider schon oft herabblickend in der Stadt hören musste. Tierhumanuide war die korrekte Bezeichnung, doch für mich gab es keinen Unterschied. Nur eine passende Bezeichnung kam für mich infrage. Freunde. Jeder Einzelne von ihnen eine wichtige Person in meiner Vergangenheit. Ich konnte mir ein Lächeln nicht verkneifen. Wie war es möglich das Ich schon fast das Wichtigste an diesem Ort vergessen hatte. Jetzt gab alles auch mehr Sinn. Dies war meine wirkliche Überraschung. Genau dies war der Plan hinter all dem. Wie ich meine Tante kannte, war sie schnell von dieser Idee überzeugt. Mein Lächeln wurde breiter. Die Überraschung war ihnen wirklich gelungen.


Es hatte nicht lange gedauert und ich wurde von mehreren Armen in einen der kleineren abgeschiedenen Räume geführt. Als wir dort saßen, konnte ich mich mal wieder von den Unterschiedlichen Charaktere meiner Kindheitsfreunde überzeugen. Von allem war etwas dabei. In dieser Hinsicht hatten sie sich kein bisschen verändert. Doch fiel mir sofort eine Veränderung auf. Sie waren alle unglaublich groß geworden. Ich war mir eigentlich ziemlich sicher früher nicht zu den Kleineren in unserer Runde zu gehören. Eigentlich war ich auch auf meine eigene Größe ein wenig Stolz, da es keine Verwandte gab, die mich überholten. Dies störte mich in diesem Moment aber nur wenig, die Atmosphäre war einfach zu perfekt, um sich darüber Gedanken zu machen. So saß ich auf einem bequem Stuhl und bekam um mich herum die einzelnen Gesprächsfetzen mit. Die Rolle des einfachen Beobachters stand mir schon immer am besten.

Eigentlich war ich ja der Gast und hätte die Hauptattraktion in dieser Runde sein müssen. Ich konnte mir schon genau das große Neon Schild über meinem Kopf vorstellen. Doch schien auch ein kleineres Schild mir von den Attacken der anderen zu schützen. Vielleicht „Out of Order"? Genau in diesen Augenblick entstand eine vollkommene Stille in diesem etwas kleineren Raum. Alle Blicke waren auf mich gerichtet. Was war passiert? Hatten sie mich gehört? Wieso poppte nun das Bild eines „Now Open" Schildes in meinen Gedanken auf? Warteten sie auf etwas? Ich sah mir jeden einzeln noch mal genauer an.

Da war direkt recht neben mir auch schon Karek. Der wohl Ruhigste in unserer Runde. Er war schon immer der Erwachsene unter uns, was mit etwas Mysteriösen verbunden war. Vielleicht bildete ich mir das auch nur ein. Konnte vielleicht daran liegen, dass es sich um einen Raben handelte und seine schwarzen Federn zu sehr vielen Gedankenspielen einluden. Doch konnte man sich auf ihn verlassen.

Danach folgte auch schon Ocean oder O.c., wie wir ihn nannten. Er mochte seinen Namen noch nie. Aber wer konnte es ihm auch schon verübeln. Die Jahre hatten seiner Größe und seinem Körper gut getan. Schon früher war er ein Sportfanatiker. Alles was mit Laufen, Rennen, Springen oder Schwimmen zu tun hatte gehörte dazu. Was ein klein wenig klischeehaft für ein Pferd war. Immer mit freundlichem Lächeln konnte man ihn begegnen. Eigentlich fiel mir kein Moment ein, indem ich ihn niedergeschlagen erlebt hatte.

So fiel mein Blick nun auf den nächsten in der Runde. Atara saß typisch für ihn mit verschränkten Armen in seinem Stuhl. Die Lederjacke war aber etwas Neues. Er war wohl der am falschesten Verstandene in unserer Gruppe. Aber das war nun mal kein Wunder. Personen Urteilen als Erstes nach dem Aussehen und was man bei Atara sah war nicht wirklich einladend. Eine Schlange mit durchdringenden Blick. Im Gegenteil zu O.c. sah man ihn so gut wie nie auch nur ein wenig Lächeln, aber verschwiegen war er nicht. Er brachte eher alle seine Worte direkt auf den Punkt. Zusammen mit dem neuen Outfit konnte er schon sehr abweisend wirken. Schon schade das dadurch nur wenige seine fürsorgliche Ader entdecken konnten.

Nun war unser zweites Sportass an der Runde. Wenn man bei O.c. jede Sportart finden konnte, die mit Schnelligkeit und sehr hoher Ausdauer glänzte. War Bernulf wohl in der Kategorie Kraft zu finden. Er war auch echt gut darin. Vielleicht half auch ein wenig die Statur eines Wildschweines dazu. Aber so wie ich von seinem Aussehen schließen konnte, hatte es ihm genauso gut getan wie O.c. ein hohes Interesse an Sport zu haben. Von seiner Erscheinung zu Urteilen müsste er bei Weitem der Stärkste von uns sein. Mit einem Lächeln sah ich jedoch den Bauch meines starken Freundes. Schon als Kind hatte er versucht ihn los zu werden, was ihm bis jetzt wohl nicht gelungen war.

Der letzte der Fünf saß nun links von mir. Bei Iluak würden viele versehentlich den Begriff Nerd benutzen. Brille, langes Haar zu einem einfachen Pferdeschwanz zusammengebunden, nicht besonders sportlich. Obwohl man bei einem Eisbären sich nicht wirklich sicher sein konnte. Wenn es sich um Wissen handelte, war man eigentlich bei ihm genau an der richtigen Stelle. Es war eine Art Hobby von ihm gewesen, sich eine Ahnung über wirklich alles anzusammeln. In der Kindheit war das natürlich immer ein guter Zielpunkt von kleineren Angriffen, aber das hatte ihn noch nie aus der Ruhe gebracht. Er war es auch immer gewesen, der von uns auf die besten Ideen gekommen war, um unsere freie Zeit totzuschlagen. Dank ihm hatten wir viele wunderbare Abenteuer und Erlebnisse in der Vergangenheit erlebt. Er war wohl im Vergleich zu den vergangenen Tagen, am meisten in die Höhe geschossen. Niemand konnte ihm da wirklich mehr das Wasser reichen.

Aber nun saßen all diese Charaktere an dem runden Tisch und sahen mich schweigend an. Es war wohl an der Zeit etwas zu tun. Jedoch war ich ein wenig überfordert, was dieses etwas sein sollte. Als dann auch schon ein Großer weißer Arm sich um meine Schultern legte und an seinen großen Körper zog. Mein Gott hatte Iluak eine Kraft in den Armen. Ein wohltuendes Lachen war zu hören und schien sich durch die Berührung vibrierend auf meinen Körper auszubreiten. „Nun, was hältst du von unserer kleinen Überraschung?" Ich war gerettet und auch gleichzeitig dem Tote verurteilt. Mit so einer Kraft hatte ich wirklich nicht gerechnet. Mir blieb förmlich die Luft weg, die auch irgendwie nicht wieder zurückkommen wollte.

„Drück weiter und es war seine Letzte." Sofort löste sich der starke Griff. Atara mein Retter! Erst einmal tief Luft holen.

Ich sah noch immer ein leichtes Flimmern in meinen Augenwinkeln, als ich endlich wieder antworten konnte: „Sie ist euch gelungen. Ich habe kein bisschen damit gerechnet."

Ein Schlag auf den Rücken lies ein weiteres Mal die Luft aus meinen Lungen dringen. Auf Wiedersehen mein Freund. Ich werde dich vermissen. Hustend schnappte ich wieder nach dem lebenswichtigen Gas. „Das will ich auch hoffen", bestärkte Iluak seinen freundlich gemeinten Schlag. Er schien stolz auf die Überraschung zu sein.

Ich spürte einen Windhauch und sprang nach rechts zur Seite. Was im Sitzen nicht die einfachste Übung gewesen war. Doch noch so einen Schlag hätte ich nicht überlebt. Nur knapp hatte mich der riesige Arm verfehlt. Noch einmal Glück gehabt.

Zum ersten Mal für diesen Abend hörte ich klar die Stimme von Karek: „Ehm, soll ich dir vielleicht ein wenig Platz machen?" Sie hatte etwas Ruhiges und Mysteriöses an sich. Sofort sprang das Bild einer kleinen tropfenden Quelle in der Tiefe des Waldes in den Sinn. Ohne weiter zu überlegen kamen mir auch schon Worte über die Lippen: „Mach dir keine Umstände. Ich bin zufrieden." Ein freundliches Lachen, wofür O.c. so bekannt war, drang an meine Ohren, was mich die Situation überblicken ließ. Mit meinem Sprung bin ich direkt auf dem Schoß meines Rabenfreundes gelandet. Sofort stand ich kerzengerade. „Tut mir Leid Karek. Jedoch noch so einen weiteren Schlag und ich hätte mir die Radieschen von unten angesehen." Schnell setzte ich mich wieder auf meinen Platz und sah ein weiteres Mal entschuldigend zu meinem Freund. Dieser unterbrach den Blickkontakt sofort.

Etwas verwirrt blickte ich wieder in die Runde, als ein weiteres Mal die Stimme des Eisbären zu hören war. „Früher warst du aber nicht so fragil gewesen."

Hitze stieg mir in den Kopf. „Früher warst du auch kein 2,30 m Riese. Also mal ehrlich. Was ist den mit den meisten von euch passiert? Ist hier was Wachstumsförderndes in dem Essen oder warum seid ihr alle zu Riesen mutiert?" konterte ich ein wenig säuerlich. Ich wusste selbst nicht, warum mich die Größe von allen nicht in Ruhe ließ, vielleicht war ich ein wenig neidisch. Aber das konnte ich nur mir selbst beantworten. Wieder drang das Lachen von O.c. an meine Ohren und sogar ein wenig Gelächter aus anderen Richtungen, die leider zu schnell verschwanden, um ihren Uhrsprung zu erkennen. Lachten sie über mich? Ich spürte ein weiteres Mal die Hitze in meinen Kopf steigen und sich in meinen Ohren festsetzten.

Gerade als ich meinen Mund öffnen wollte, hörte ich wie die Tür zu unserem kleinen Raum geöffnet wurde. Essen und unterschiedliche Getränke wurden hineingebracht. Glücklich über die Unterbrechung wartete ich gespannt, bis alles serviert war, und begann mein eigenes Gericht zu verspeisen. Erst in diesem Moment viel mir auf, wie hungrig ich war.


Die Stimmung in der Runde wurde von Minute zu Minute heiterer. Schon lange hatten alle ihr Essen vertilgt und die unterschiedlichen Teller und Essensreste mit den unterschiedlichsten Getränken ausgetauscht. Hauptsächlich alkoholische Getränke waren dabei gewesen. Etwas Neues für mich. Wir waren noch zu jung, als ich dieses Dorf verlassen hatte, um jemals die Möglichkeit dazu besessen zu haben. Alte Freunde völlig neue Situation. Ich genoss sie förmlich.

Anfangs traute ich mich nur mit Respekt an den Alkohol. Nicht weil ich nicht viel vertragen konnte. Doch war es schon eine Ewigkeit her seid dem Ich etwas getrunken hatte. Die Unsicherheit war mir bestimmt anzusehen. Ich besaß keine Ahnung, wie weit ich es treiben konnte. Zudem hatte ich keinen blassen Schimmer, wie weit es meine alten Freunde treiben konnten. Aber Alkohol, dass ist wohl für jeden bekannt, hatte die schlechte Angewohnheit mit der Menge auch die Hemmschwelle immer mehr verschwimmen zu lassen. Fragen wurden gestellt, Geschichten erzählt und Streiche gespielt. Gemischt mit der stetig ansteigenden Promillemenge im Kreislauf der Beteiligten. Lachen und herum blödeln, dass volle Programm für einen gelungenen Abend. Im ersten Moment griff ich nach einem Glas, ich hatte schon vergessen, was für eine Mischung sich darin befand...


Alles Schwarz. Ich versuchte mich zu bewegen. Alle meine Muskeln taten mir weh. Was war passiert? Saß ich nicht gerade noch im Rysa's. Mit mühen öffnete ich meine Augen. Sie wollten sich mit aller Kraft dagegen wehren. Was zur Hölle war passiert? Irgendwann gaben sie nach. Mein Kopf schien die Umgebung nicht richtig einschätzen zu können. Wo war ich? Das hier kam mir kein bisschen bekannt vor. Mit einem Schock saß ich sofort aufrecht, als zwei Hammer mit voller Wucht gegen meine Schläfen schlugen. Irgendetwas fiel mir in meinen Schoß. Ich stöhnte laut auf. Das war vielleicht ein Kater, ich hatte noch nie einen Kater. Bis jetzt konnte ich mich mit guten Gewissen über die anderen Geplagten lustig machen. Eindeutig zu viel Alkohol gestern. Nun sah ich mich um. War das ein Hotelzimmer? Doch hier gab es kein Bett. Nur ein Tisch. Unzählige leere Flaschen von unterschiedlichen Getränken und fünf halb nackte Tierhumanuiden um mich herum verteilt.

Verwundert sah ich an mir hinunter. Nur eine Boxershorts war zu sehen und etwas kleines Bekanntes. War das mein Handy? War da ein Zettel dran? Ich führte dieses kleine Etwas vor meine Augen. Zog den Zettel ab und versuchte die Worte zu entziffern. Seid wann war es so schwer etwas zu lesen? Kann mal jemand diese blöden Hammer abstellen? Mit zu Schlitzen zusammengepressten Augen flog ich über die Worte. Es war eindeutig meine eigene Schrift, doch machte der Satz kein Sinn. „Bei Filmriss ­Play drücken!" Nun war mein Handy an der Reihe. Schnell war die Tastensperre gelöst und eine Liste von Filmen zeigte sich auf dem Bildschirm, fast alle waren mit einem Passwort versehen nur der erste Film war spielbar.

Schnell war dieser ausgewählt und auf Play gedrückt. Sofort hörte ich meine eigene Stimme und sah mich sowie die anderen fünf auf dem Bildschirm. Sie schienen schon in demselben Zimmer zu sein wie wir jetzt. Alle waren ruhig, als mein Spiegelbild zum Reden begann: „Hi, mein Zukunfs-Ich. Ich vermute mal das Du keine Ahnung hast was hier gerade passiert. Wenn nicht wirst du das erste Video wahrscheinlich übersprungen haben. Ich habe in den folgenden Filmen den Rest des Abends aufgenommen. Wenn du wissen willst, was für Ideen wir umgesetzt haben, solltest du dich auf die Suche der Passwörter machen." Mit einem breiten Lächeln riefen alle sechs in dem Handy gleichzeitig. „Wer sucht, der findet!" Mit einem Kuss von jedem beteiligten auf einem freien Platz meines in dem Bildschirm zu erkennenden Gesichtes und Körpers war der kleine Film zu Ende. Gänsehaut suchte sich ihren Weg über meine Wirbelsäule bis zu meinen Haarwurzeln. Ich spürte, wie eine Hitze in meine Wangen stieg. Noch einmal sah ich mich um.

Alle anderen schliefen noch tief und fest auf dem Boden, als alle Eindrücke auf einmal auf mich einstürmten. Schnell wechselte ich zu den nächsten Videoeinträgen. Welches Genie ist auf die Idee gekommen, eine Passwortmöglichkeit in ein einfaches Handy zu integrieren? Mit Verzweiflung sah ich die mindestens 15 Einträge. Mit jedem weiteren Titel spürte ich die Scham in mir ansteigen. Warum hatten nicht alle Filme einen Titel? Irgendwann war es mir dann zu viel. Mein Körper fühlte sich an, als würde er glühen. Fast brüllend gab ich meinen Gefühlen etwas Luft.

„Was zum Teufel ist gestern passiert!!"


So das war der Anfang XD. Ich hoffe ihr hattet so viel Spaß daran es zu lesen, wie ich hatte es zu schreiben. Natürlich würde ich mich über jeden gut gemeinten Kommentar freuen. Somit sage ich vorerst Auf Wiedersehen, bis es heißt „Wer sucht der findet." ;)