Talent is Pain: Kapitel 4

Story by Mirror Image on SoFurry

, , , , ,

#4 of Cursed Pony Series


Ich weiß es ist schon etwas länger her, dass ich etwas von mir hier hochgeladen habe. Dafür gab es mehrere Gründe. Zeitmangel, Krankheit und noch andere Dinge. Ich war kurz davor, einfach alles fallen zu lassen.

Zum Glück habe ich mich dagegen entschieden und wieder deswegen geschrieben, weswegen ich vor vielen Jahren damit angefangen hatte. Weil es mir Spaß macht. Deswegen setzte ich mich nicht mehr unter Zeitdruck und zerbreche mir den Kopf darüber was andere gerne lesen wollen.

Deswegen seid nicht überrascht, wenn es jetzt länger dauert, bis ein neues Kapitel auftaucht. Ich wünsche euch viel Spaß beim folgenden Kapitel.

~Mirror Image~

An old Friend

Ein klein wenig erschöpft saß Twilight an ihrem Schreibtisch. Es war schon relativ spät. Die Party für Mirror Image war erst vor einer Stunde zu Ende gegangen. Statt sich daraufhin zufrieden in ihr Bett zu legen, war sie damit beschäftigt, die richtigen Worte auf ein Blatt Pergament zu schreiben. Sie konnte sich nicht erinnern, wann es ihr das letzte Mal so schwer gefallen war, einen einfachen Brief auszuformulieren. Der gefüllte Papierkorb neben ihr bezeugte noch einmal diesen Umstand. Vieles an den Ereignissen aus den letzten beiden Tagen war selbst für sie noch kaum begreifbar. So vieles an dem neuen Hengst ergab für das lavendelfarbene Einhorn keinen Sinn.

Sie las ein drittes Mal über ihren neusten Versuch eines Briefes. Erleichtert atmete Twilight aus. Endlich konnte sie nichts mehr daran bemängeln. Mit etwas Magie war das Pergament schnell zusammengerollt und versiegelt. Kurz sah sie auf die Uhr. Es war schon viel zu spät um Spike zu wecken. Der Brief an die Prinzessin musste einfach bis nachher warten. Gerade drehte sich die Stute um, da zuckte sie auch schon vor Schreck zusammen.

„Was machst du so spät noch wach Twilight?" Niemand anderes, als der kleine Drache selbst stand vor ihr. Vollkommene Unschuld lag auf seinem Gesicht.

Das Herz der Bibliothekarin schlug ihr noch immer bis zum Hals von dem unerwarteten Schock. Niemand rechnete mit so einem Auftritt in der tiefsten Nacht und vollkommen aus dem Nichts. „Das könnte ich dich genauso gut fragen. Babydrachen brauchen ihren Schlaf, oder hast die dich wieder heimlich ans Eis herangemacht?" Ihre Stimme war durch den Schreck etwas höher als gewohnt.

Erschrocken riss der Drache die Augen auf. „Wieso habe ich was übersehen?" Schnell rieb sich Spike mit seinem Unterarm über den Mund.

Twilight verdrehte dabei die Augen. Alleine dieses bekannte etwas kindische Verhalten ihres Assistenten beruhigte sie schließlich wieder von dem nächtlichen Schrecken. „Nein, du hast nichts übersehen. Sende den Brief einfach an Prinzessin Celestia und dann ab ins Bett für uns beide."

Spike salutierte, schnappte sich den Brief und ließ ihn auch schon mit seinem grünen Flammen in die Nacht verschwinden.


Die Prinzessin saß in einer bequemen Ecke aus Kissen, vor einem Kamin. Vor ihr stapelten sich unterschiedliche Bücher in zwei penible genaue Türme. Gerade war sie mit einem Buch fertig, was auch schon auf den wesentlich kleineren Turm landete, da erschien die versiegelte Pergamentrolle vor ihren Augen. Ein einfaches Lächeln spannte sich über ihre Lippen, während sie den Brief fest in ihrer Magie hielt.

Schnell flogen ihre Augen über das geöffnete Pergament. Das Lächeln verschwand langsam von ihrer Mimik und wurde nach den letzten gelesenen Worten von einem Seufzen ersetzt. Leichter Sorge funkelte in ihren großen Augen. „Lulu?" Der Name war nur leise geflüstert. Kaum wahrnehmbar für normale Ohren.

Sofort trat eine Gestalt aus den Schatten und vor dem Kamin. Durch ihr nachtblaues Fell und der sich immer bewegenden Mähne war sie nicht zu verwechseln. Prinzessin Luna trat näher an ihre Schwester. „Ja, Tia."

„Sie haben ihn gefunden." Der Blick von Celestia lag immer noch Fest auf den Worten in ihrem neusten Brief. In vergebener Hoffnung las sie noch einmal über die geschriebenen Zeilen. Leider änderte sich nichts an der Information.

„Also hat es begonnen ... Schwester was hast du jetzt vor?" Luna ihrerseits blieb gefasst. Nichts an ihrer Mimik verriet ihre momentanen Gedanken.

„Uns bleibt nichts anderes übrig, als zu beobachten und zu hoffen ... Befürchte ich ..." Man konnte deutlich erkennen wie schwer dies dem weißen Alicorn über die Lippen kam. „Doch fürs Erste glaube ich, dass wir jemanden kennen, der sich über seine Entdeckung freuen wird."

Luna ging zu ihrer Schwester und rieb die Wange an die ihre. „Mach dir nicht so viele Sorgen. Deine Starschülerin wird das schon überstehen." Die Laune von Celestia schien sich wieder ein wenig zu heben. „Ich werde die Nachricht weiterleiten. Du jedoch solltest dich langsam schlafen legen. Morgen wird es bestimmt wieder ein anstrengender Tag für dich." Mit diesen Worten drehte sich die Prinzessin der Nacht auch schon um.

Kurz bevor sie ganz verschwinden konnte, meldete sich Celestia noch einmal: „Jaaa Mama."

Die einzige Antwort von der jüngeren der beiden Schwestern war ein schnelles Umdrehen mit herausgestreckter Zunge.


Es war ein schöner Morgen. Nicht viele Wolken zeigten sich am Himmel. Die Sonne strahlte dank Celestia eine gütige Wärme aus. Spike saß wie schon so oft auf dem Rücken des lavendelfarbenen Einhorns. Immer wieder grüßte und winkte der kleine Drache den andern Dorfbewohnern zu. Es waren nicht viele andere Ponys auf den einfachen Straßen von Ponyville. Viele lagen noch in ihrem Bett und träumten in diesen frühen Morgenstunden vor sich hin.

Der Gang des Einhorns verlangsamte sich und kam schlussendlich komplett zum Stehen. „Twilight bist du wirklich in Ordnung?", Spike sah ein wenig besorgt zu seiner Freundin. Sie war nun schon zum neunten Mal stehen geblieben.

„Hä? Wie? Was?" Die Stute schreckte auf.

Der Babydrache konnte nicht anders, als den Kopf zu schütteln. „Du bist schon wieder eingenickt. Solltest du nicht noch ein wenig schlafen, wenn du so müde bist?"

Twilight blinzelte ein paar Mal und gähnte weit. „Sei nicht albern Spike. Mir geht es blendend. Außerdem habe ich zu viele Fragen und Ideen, um weiter zu schlafen."

Mit offenem Mund blieb der Drache in der Bewegung stehen. Er realisierte die unnötige Mühe. Egal was er sagte, das Einhorn würde sich nicht umstimmen lassen. Wie zu viele Male zuvor gab es da keine Möglichkeit für eine Überredung. Sie an etwas zu hindern stand nicht in seiner Macht, das lernte er schon vor vielen Jahren. So schloss er einfach wieder seinen Mund.

Ihr weiterer Weg war mit ungewollten Pausen gepflastert. Jedes Mal von neuen weckte Spike die lavendelfarbene Stute aus ihrem Halbschlaf. Irgendwann jedoch erreichten sie ihr Ziel. Sie standen direkt vor dem Torbogen zu Sweet Apple Acres. Dies schien glücklicherweise auch das Einhorn ein wenig aufzuwecken. Es dauerte nicht lange, bis sie auch schon ein bekanntes Gesicht auf der Farm entdeckten.

„AJ!! Hast du Mirror irgendwo gesehen?" Twilight galoppierte schnell zu ihrer Freundin.

„Morgen Twilight. Früh auf den Beinen." Ein kritischer Blick kam von dem orangefarbenen Erdpony, der sich schnell wieder legte. „Mirror müsste bei Big Mac auf dem Nordfeld sein, wenn er nicht die Arbeit schwänzt. Aber ..."

„Danke Applejack." Das Einhorn lies ihre Freundin einfach mit offenem Mund stehen. Bevor das Cowpony auch nur weiter reagieren konnte, verschwand Twilight zwischen den Baumreihen in Richtung Nordfelder. Applejack blinzelte ein paar Mal bevor sie sich auch schon kopfschüttelnd und mit einem einfach Lächeln auf den Weg zu ihrer eigenen Arbeit für den heutigen Tag begab.

Das Geräusch von fallenden Äpfeln in einen Korb drang an meine Ohren. Der wievielte gefüllte Korb das nun war, habe ich vergessen. Diese einfache aber immer wiederholende Arbeit brachte mich schon langsam in eine einfache Meditation. Wäre da nicht dieses nagende Gefühl in meinem Nacken. Schon den ganzen Morgen musste ich mich damit herum kämpfen.

Unruhig sah ich mich um. Doch mehr als Bäume und den neben mir arbeitenden roten Hengst waren nicht zu sehen. Langsam wurde ich paranoid. „Big Mac ich sage dir ich fühle mich beobachtet."

Es gab keine Antwort von dem Farmhengst. Jedenfalls keine Verbale. Mit mehr als einer erhobenen Augenbraue beschenkte er mich nicht. Der Halm aus Stroh wechselte noch seinen Mundwinkel und er fing wieder mit seiner Arbeit an.

„Gestern Abend warst du gesprächiger." Diese monotone Ruhe konnte jeden in den Wahnsinn treiben. Vielleicht bildete ich mir dieses Gefühl auch nur ein? Gerade als ich selbst weiter an die Arbeit gehen wollte, hörte ich etwas. Eindeutig ein Rascheln. Das war nicht das erste Mal. Dies konnte doch einfach keine Einbildung gewesen sein. Nur woher kam es?

Meinen Ohren folgend suchte ich den Ursprung. Etwas verwirrt blieb ich vor einem Baum stehen. Dies war eindeutig einer der Bäume, die ich schon seiner Früchte beraubt hatte. Kritisch ging mein Blick über den ganzen Baum. Daran war nichts Ungewöhnliches erkennbar. In dem Moment, als ich wieder an mir selbst zweifelte, hörte ich es erneut. Ein Rascheln im Geäst, daran war nichts zu verwechseln. Ehrlich gesagt hatte ich dieses Gefühl und diese Situation satt. Schon seitdem ich mit der Arbeit anfing, fühlte ich mich beobachtet. Ich war zu übermüdet für so etwas. Reichlich irritiert und leicht genervt drehte ich mich um und tritt gegen den Baumstamm.

Genau in diesem Moment bemerkte ich meinen Fehler.

Auf das, was daraufhin folgte, war ich leider wegen meiner Unruhe nicht vorbereitet. Mehrere Aufschreie drangen mir an die Ohren. Gefolgt von einem Schlag auf den Hinterkopf und meinen Rücken. Ich sah nur noch Sterne.

Das Nächste was ich bemerkte, war der Geruch von Gras und Erde in meiner Nase. Ein Gewicht auf meinem Körper und der Schmerz von einer Beule auf meinem Kopf. Nicht viel Zeit verging und es drang ein Geräusch von mehreren Hufen auf Erde an meine Ohren. Nur langsam öffnete ich meine Augen. Vor mir stand der rote Farmhengst mit einem schelmischen Halblächeln. Die größte Änderung auf seinem Gesicht seit beginn unserer Arbeit. Irgendwie niederschlagend, wenn die eigene Misere erst so eine Wirkung auf das Erdpony besaß.

„Ich brauche eine Pause", war alles, was mir über die Lippen kam. Zum Glück verließ mich im selben Moment das Gewicht auf meinem Körper und drei Fohlen kamen in mein Blickfeld. Eins der Drei erkannte ich sofort, doch war mir dies recht egal gerade. Ich rollte mich zusammen und legte eines meiner Vorderhufe über mein Gesicht.

Vielleicht war ich trotzig oder übermüdet. Konnte auch beides gewesen sein. In diesem Zeitpunkt jedoch war es mir zu viel. Den ganzen Morgen mit schweigen gestraft. Beobachtet von drei Fohlen und schließlich von ihnen bombardiert. Ich besaß schon bessere Tagesanfänge. Hoffte ich jedenfalls.

„Ich glaube wir wären keine guten Spione Scootaloo."

„Ich habe schon von Anfang an gesagt, dass es keine gute Idee war. Wie würde eine Spion Cutie Mark überhaupt aussehen?"

„Ihr wart einfach zu laut. Das ist alles."

Stille legte sich über die kleine Gruppe. Ich für meinen Teil rührte mich nicht. Irgendwann würden diese Drei verschwinden. Mir war egal das Ich mich kindisch benahm. Vielleicht konnte ich ein wenig schlafen? Das wäre wenigsten etwas Gutes aus diesem ganzen Vorfall.

Mit einem lauten Pfiff ließ ein Zug seine Ankunft an dem Bahnhof von Ponyville verkünden. Es war der erste Zug, der dies an diesem heutigen Tag vernahm. Einer von vielen, die dieses Ritual immer wiederholten. Auf dem Bahnsteig waren nur vereinzelte Wartende. Nicht einmal eine Handvoll. Genau diese wenigen Ponys stiegen in den eingetroffenen Zug, alle mit einem anderen Ziel vor Augen. Ein einziges Pony seinerseits stieg aus einem der Reisewaggons. Er trug ein langes Kapuzencape. Nach der Beule unter dem Stoff zu urteilen, besaß die Gestalt nicht weiter als eine Satteltasche als Gepäck. Nichts war unter der Kapuze zu erkennen. Das Cape war lang genug, um den Körper komplett zu verbergen.

Niemand störte sich an dem Aussehen oder besser gesagt niemand konnte sich an dem Aussehen stören. Keine einzige Seele stand mehr auf dem Bahnsteig. Der Ankömmling seinerseits ging langsam zum Kartenverkauf. Keine Töne kamen von seinem Gang. Es wirkte schon fast unheimlich und unnatürlich.

„In welche Richtung liegt Sweet Apple Acres?" Selbst die Stimme des unbekannten Ponys wirkte, wie von einem Mantel verhüllt. Sie besaß etwas Geheimnisvolles und zugleich beängstigendes.

Der Ticketverkäufer sah überrascht auf. Sofort musste er schlucken. Ein paar Sekunden vergingen, bis der Verkäufer wieder seine Fassung zurückgewann. „Einfach die Straße entlang bis sie aus Ponyville heraus kommen. Dann müssen sie nur noch den Apfelbäumen zum Haupthaus folgen."

Dankend nickte der Fremde einmal und ging auch schon von dannen. Der Ticketverkäufer seinerseits folgte ihn noch eine Zeit lang mit seinem Blick, bevor er sich am Kopf kratzte und seine Arbeit weiter verfolgte. Was sich so früh am Morgen nur auf Warten beschränkte.

Ich lag immer noch zusammengerollt auf dem Boden. Zu meiner Überraschung war in der Zwischenzeit keiner der anderen verschwunden. Jedenfalls hörte ich niemanden davongehen. Ein lautes Ausatmen entglitt mir. Ich war einfach zu übermüdet für so eine Situation.

„Komm schon Mirror stell dich nicht so an." Das waren die meisten Worte die ich heute von Big Macintosh hörte. Beängstigende Realisierung, wenn man die schon verstrichene Arbeitszeit in betrachtete. Und ich meine damit wirklich eine lange Zeit. Einen kompletten Morgen, mit aufstehen, Morgendusche, Frühstück und ein paar Stunden Arbeit. Mehr als ein „Morgen", „Eyup", oder „Nope" kam nicht von ihm. Wenn ich recht überlegte, war das der erste Satz, den ich heute zu Ohren bekam.

Ein Schnaufen kam mir über die Lippen. „Sieh mal einer an, wer wieder seine Stimme gefunden hat." An meiner Position änderte sich jedoch nichts. In erster Linie wollte ich dem Farmhengst keine Genugtuung geben. Zweitens sah ich bis jetzt noch keinen Grund dafür.

„Ich rede nicht viel." Seine Stimme klang lauter als zuvor. Vielleicht bildete ich mir das auch nur ein. Zudem klang dies nicht nach einer Antwort. Viel mehr nach einer absoluten Tatsache.

„Das nenne ich Mal untertrieben." Gerade wollte ich mich weiter zusammenrollen, da spürte ich etwas, was mich aufschrecken ließ. Ein Huf drückte sich nur leicht in die Seite meines Bauches. In nur wenigen Millisekunden stand ich auf meinen Beinen. Verwundert sah ich Big Mac in die Augen. Er lächelte leicht. Deutlich war darin der Schelm erkennbar. Spielte er mit mir?

Mein Körper reagierte schon fast von alleine. Nur ein einziger Gedanke zog sich durch meinen Kopf: „Zwei konnten dieses Spiel spielen." Ein flirtender Gesichtsausdruck legte sich über meine Mimik. Meine Stimme wurde tief und nahm einen schnurrenden Ton an. „Doch nicht jetzt", ich ging langsam an ihm vorbei und ließ dabei meinen Schweif direkt über die Unterseite seines Kopfes streichen, „Es gibt die richtige Zeit und den richtigen Ort für so etwas." Ich ließ eine kurze Pause in meinen Worten einkehren, während ich Macintosh über meine Schulter tief in die Augen schaute. „Außerdem sind Fohlen anwesend." Mein kleines Schauspiel beendete ich mich einem einfachen Zwinkern.

Sein Lächeln verschwand sofort. Die Augen wurden groß. Beide Ohren stellten sich kerzengerade auf. Vielleicht war da auch eine leichte Röte in seinem Gesicht. Ich konnte es bei seiner Fellfarbe nicht zu hundert Prozent erkennen. Jedenfalls war er lahmgelegt. Vollkommen in eigenen Gedanken versunken sackte er in eine einfache Sitzposition zusammen.

Ein Gefühl von Genugtuung breitete sich in meiner Brust aus. Den Hengst nun vollkommen ignorierend und mein kleines Schauspiel wieder komplett fallen lassend, sah ich zu den drei Fohlen. Mein Blick wurde ernst. „So und nun zu euch. Was habt ihr zu eurer Verteidigung zu sagen? Niemand wird gerne geheim verfolgt."

Die Drei ließen ihren Kopf und ihre Ohren hängen. Wie aus einem Mund sprachen sie gleichzeitig: „Es tut uns leid."

„Weswegen überhaupt dieses ganze Theater. Ihr hättet euch verletzten können, das ist euch doch bewusst?" Mein Blick blieb weiterhin ernst. Wahrscheinlich, weil ich immer noch etwas sauer auf sie war. Übermüdung, stundenlanges Gefühl verfolgt zu werden und einen schweigenden Mitarbeiter schlug mir auf das Gemüt.

Noch immer waren die Köpfe der drei Fohlen zu Boden gesenkt. Jeder anders mit der Situation umgehend. Applebloom rieb unbeholfen ihre Vorderhufe zusammen. Das orange Pegasusfohlen, nach meiner geliehenen Erinnerung nachgehend hieß sie Scootaloo, zeichnete imaginäre Kreise auf dem Boden. Während das weiße und letzte Fohlen in der Truppe, die Schwester von Rarity mit dem Namen Sweetie Belle, einfach nur unruhig auf den Boden tippte.

Applebloom ergriff das Wort für alle Drei: „Wir wollten nur unser Talent finden."

„Euer Talent?" Bei dieser Antwort zog ich eine Augenbraue hoch. Irgendetwas an diesen Worten schlug mir auf den Magen.

Sie nickte wild mit dem Kopf. „Jaa uns unsere Cutie Mark verdienen."

„Und dafür wollt ihr euren Hals riskieren?" Alle drei wurden stumm. Vielleicht lag es an der ernsten Stimmlage in meiner Frage. Das Gewicht hinter jedem Wort schwang mit und ließ die Bedeutung um so wichtiger erscheinen. „Jemand hätte sich bei dem Fall verletzten können. Oder vielleicht sogar etwas verlieren was ihm nie wieder zurückgegeben hätte werden können." Meine Stimme blieb ernst, doch wurde sie nicht lauter.

Ich sah jedem Fohlen in die Augen. Deutlich konnte man erkennen, dass sie über diese Worte nachdachten. Meinerseits verstand ich nicht ganz, warum mir dieses Thema so sehr gegen die Nieren ging. Dies war nicht mehr mein schlechtes Gemüt wegen einer kurzen Nacht. Irgendetwas in mir brodelte, etwas was ich selbst nicht erklären konnte. Langsam sammelten sich Tränen in den Augen der Drei. Meine Miene erleichterte sich dadurch jedoch nicht. Weswegen?

Eine Stimme ließ mich umdrehen. „Bist du nicht ein wenig zu streng mit ihnen." Twilight war durch die Bäume zu uns getreten. Ihr Blick war fragend. Außerdem konnte ich klare Augenringe bei ihr erkennen.

Nur leicht entspannte sich mein Gesicht. „Vielleicht? Jedoch weißt du genauso wie ich, was ein falscher Bruch bei einem wachsenden Flügel anstellen konnte oder ein falscher Sturz auf ein lernendes Horn. Ist eine Cutie Mark es wert niemals fliegen oder zaubern zu können?"

„Übertreibst du es nicht ein klein wenig? Oder steckt da etwas anderes dahinter?" Das Einhorn war näher gekommen. Jetzt erkannte ich auch den kleinen Drachen, als dieser von ihrem Rücken abstieg.

Ich sah sie auf diese Fragen nur überrascht an. Mir fiel keine Antwort dazu ein. Langsam öffnete ich meinen Mund um etwas zu sagen, doch kam nichts heraus. Ohne einen Ton von mir zu geben, schloss ich wieder meine Lippen. Wie sollte ich auf so eine Frage antworten, wenn ich sie mir doch schon selbst stellte?

„Geht es vielleicht um dich?" Die lavendelfarbene Stute harkte noch einmal nach.

Ging es um mich? Eine weitere Frage, zu der ich keine Antwort wusste. Meine Augenbrauen zogen sich zusammen. Mein Kopf legte sich schief. Irgendetwas fehlte. Was war es?

„Vielleicht weil du mit deinem Talent mehr Probleme hast als viele andere?" Ein Ziehen zog sich durch meine Brust. Mein Huf ging an mein Herz. Zum Teil traf das lavendelfarbene Einhorn den Nagel auf den Kopf. Jedoch war das immer noch nicht alles. Eindeutig spürte ich, wie noch etwas anderes fehlte.

Bevor ich noch weiter darüber nachdenken konnte, wurde ich in meinen Gedanken unterbrochen. Besser gesagt förmlich heraus gerissen. Von drei Mädchenstimmen. Wie sie sich mit Fragen überlappten, dabei die Atmosphäre von vor nur wenigen Sekunden anscheinend komplett vergessend.

„Was ist mit deinem Talent?", „Ist deine Cutie Mark etwas Besonderes?", „Was bedeutet es?" waren die Einzigen, die ich bei dieser Flut an Worten gerade noch so verstehen konnte. Mehr als die Drei überrascht anzusehen fiel mir nicht ein. Ehrlich was sollte ich da den anstellen? Die Worte überschlugen sich gegenseitig, nicht nur in der Bedeutung, sondern auch in der Lautstärke und Stimmlage. So musste sich eine Lawine anfühlen. Nur das diese aus Worten bestand und meine Ohren sowie Gedanken unter sich vergruben.

Von alleine legten sich meine Ohren an. Meine Augen schlossen sich und ich zog mich ein wenig zusammen. Selbst nachdenken viel bei dieser Flut schwer. „Stop genau hier! Kein weiteres Wort!" Zu meiner weiteren Überraschung hörten die Fohlen sofort auf. Ich konnte sie nur verblüfft ansehen, als sie mich schweigend und mit großen Augen anstarrten. Das brachte mich aus dem Konzept.

Könnte mir bitte jemand erklären, wie so etwas möglich war? Das Funkeln in den drei Augenpaaren zeigte kein Rest von den gerade eben noch sich gesammelten Tränen. Ich war sauer auf die Drei. Mit einem Schnaufen sah ich die Fohlen direkt an. „Ihr bekommt keine einzige Antwort von mir. Wäre diese Aktion von euch drei nicht gewesen, hätte ich vielleicht darüber nachgedacht. So aber nicht. Wisst ihr eigentlich, wie ich mich dabei gefühlt habe? Ich dachte schon ich werde verrückt oder paranoid." In einer kleinen Pause sah ich die Drei noch einmal streng an. „Und jetzt verschwindet bevor ich mir, noch was einfallen lasse, wie ich euch das alles heimzahlen kann."

Die Fohlen sahen sich nur einmal schnell gegenseitig an. Da waren sie auch schon verschwunden und ließen nichts weiter als eine Staubwolke zurück. Langsam schloss ich meine Augen und massierte mir die Schläfen. Nachdem ich eins zweimal tief durchatmete, sah ich mich wieder um. Twilight war in der Zwischenzeit zu Big Macintosh getreten und sah diesen verwirrt an. Konnte daran liegen, dass er sich in der ganzen Zeit kein bisschen bewegt hatte. Spike seinerseits war zu mir gekommen und sah mich einfach nur fragend an. Das zauberte mir ein Lächeln aufs Gesicht. Dank Twilight kannte ich den Drachen nun auch, seitdem dieser geschlüpft war.

„Mir geht es gut Spike. Nur ein klein wenig übermüdet."

Diese Information nahm der kleine Drache mit einem einfachen Nicken an. „Dann habt ihr beide etwas gemeinsam." Schnell sah der Babydrache bei seinen Worten zu der Bibliothekarin. Die immer noch verwirrt den roten Hengst ansah.

„Twilight was machst du hier eigentlich? Vor allem so früh. Ich wünschte ich hätte noch weiter schlafen können."

Das Einhorn reagierte körperlich nicht einmal auf meine Worte. Sie wedelte eher mit einem Huf vor den Augen des Hengstes hin und her. „Ich bin immer noch der Meinung, dass du zu streng zu den Drei warst."

„Was hätte ich den machen sollen in deinen Augen. Sie noch dafür belohnen, dass mich den ganzen Morgen beinahe in den Wahnsinn getrieben haben?" Ich ging auf sie zu, während ich sprach.

Sie schien noch zu überlegen, was sie als nächstes Versuchen sollten, um den Farmhengst aus seiner Starre zu befreien. Mit einem zur Seite geneigten Kopf und dem Huf an ihrem Kinn sah sie recht lustig aus. „Es sind noch Fohlen. Die haben nun mal Flausen im Kopf."

„In deren Alter habe ich nichts weiter gemacht, als Steine Tag ein und Tag aus von A nach B zu schieben. Wenn ich nicht dies tat, war ich in einem kleinen neu eingerichteten Schuppen abgetrennt von jeglichem Kontakt." Spike folgte mir, während ich auf das lavendelfarbene Einhorn zuging. Gerade als ich meine Worte beendete, setzte ich mich neben sie.

Zum ersten Mal seit Langem sah sie von Macintosh weg und mir direkt in die Augen. „Deswegen bin ich hier. Ich wollte mehr von dir erfahren. In der Hoffnung dich besser zu verstehen und dir besser helfen zu können."

Ich überlegte ganz kurz, bevor ich sie anlächelte. „Das ist nur fair. Doch erst einmal sollte wir Big Macintosh aufwecken." Mein Blick ging zu dem Hengst. Seine Augen sahen in die Leere. In der Mimik war immer noch ein leichter Schock zu erkennen. „Es wundert mich das Er so lange ausgeschaltet ist. Habe ihn eigentlich ein klein wenig resistenter eingeschätzt."

„Was hast du mit ihm eigentlich angestellt? Ich habe ihn noch nie so gesehen."

Mehr als ein einfaches Schulterzucken gab ich ihr nicht als Antwort. Langsam näherte ich mich dem Farmhengst, als sich eine Idee in mir bildete. Ich verkniff mir ein Grinsen, als ich mein Gesicht seinem näherte. Nur Millimeter trennten uns von einer Berührung. Langsam gingen meine Lippen an eins seiner immer noch steif aufstehenden Ohren. Wahrscheinlich von dem kleinen Schock. Ich spürte seine Körperwärme an meinem Gesicht. Ganz leise flüsterte ich ihm ins Ohr. „Alles in Ordnung mit dir?" Meine Frage beendete ich mit einem spielerischen Hauchen an seiner Ohrmuschel.

So ruckartig habe ich noch nie einen Hengst sich bewegen gesehen. Sofort stürzte er sich zurück. Was in der sitzenden Position nicht so einfach war und in einem leichten Sturz auf den Rücken endete. Bevor er sich noch weiter bewegen konnte, stand ich schon über ihm. Unsere Nasen trennten nicht viel voneinander. Wir konnten gegenseitig den Atem des anderen auf unseren Gesichtern spüren. Nun war Big Mac eindeutig Rot im Gesicht. Seine Atmung wurde schneller. Mein Grinsen konnte ich einfach nicht mehr verbergen. „Fang nie ein Katz und Maus Spiel mit mir an. Wenn du nicht darauf vorbereitet bist als Maus zu enden."

Mein Körper versperrte Twilight komplett den Anblick auf uns beide. So konnte sie auch nicht sehen, wie ich mich leicht nach unten lehnte und dabei unsere Nasen sich kurz berührten. Ich zwinkerte ihn an und drehte mich zu Twilight um. „Ich glaube eine Pause wäre jetzt genau das Richtige. Vielleicht kann ich Applejack fragen, ob ich Zeit bekomme dir alle Fragen zu beantworten, die auf deiner Seele brennen?"

Langsam stellte sich Big Mac wieder auf seine Beine und räusperte sich kurz. „An der Scheune müssten wir am meisten Glück habe sie zu finden." Er versuchte die ganze Situation herunter zu spielen, als wäre gerade einfach gar nichts passiert.

„Wir?"

„Ich komme mit."

„Wow ich sollte so etwas häufiger mit dir anstellen. Du wirst richtig gesprächig davon."

Ohne weitere Worte ging der Hengst voran. Twilight und Spike ihrerseits konnten nichts weiter als dem kleinen Schauspiel zusehen und zuhören. Mein Grinsen verschwand den ganzen Weg über nicht von meinen Lippen.

Eine völlig in schwarzer Kutte vermummte Gestalt stand vor dem offenen Tor zu Sweet Apple Acres. Der nicht zu übersehende Torbogen mit den riesigen Lettern schloss jeden Zweifel aus. Die einfache Erklärung des Ticketverkäufers reichte komplett aus, um sein Ziel zu finden. Der Fremde sah sich kurz um. Jedoch nahm er sich nicht genug Zeit, den Anblick zu genießen. Vielleicht bemerkte er es noch nicht einmal. Sein Blick blieb an etwas hängen. Ohne Weiteres zögern betrat der Vermummte das Grundstück und ging zielgerichtet auf das einzige Pony in Sichtweite zu.

Nicht lange und er stand direkt vor Applejack, diese damit beschäftigt war, unterschiedliche Hilfsmittel aus der Scheune zusammen zu sammeln. Hammer, Nägel und andere Dinge, die nur darauf schließen ließen, dass irgendwo der Zaun repariert werden musste. So bemerkte sie nicht das Ankommen des Neulings.

„Echem.. Entschuldigen sie meine Störung und einen guten Morgen. Könnte ich vielleicht ein wenig Zeit von ihnen in Anspruch nehmen? Ich bräuchte eine Auskunft", die Stimme klang immer noch unnatürlich vermummt. Zwar nicht mehr so unheimlich, doch weiterhin so als würde irgendetwas den natürlichen Klang verschleiern.

Überrascht drehte sich das orangefarbene Erdpony herum und kam zunächst einmal ins Stocken. Der Anblick, der sich ihr darbot, war nichts, was man tagtäglich sah. Selbst für sie, die schon so einiges in letzter Zeit erlebte hatte, war es ein ungewöhnlicher Anblick. Rein gar nichts war von dem Fremden zu erkennen, nur zwei förmlich leuchtende Augen. So ein tiefes Rot sah Applejack zum ersten Mal aus der Nähe. Sie fühlte sich unwohl in ihrer Haut nur, indem sie den Blickkontakt erwiderte. Sofort ging ihr Körper in eine Verteidigungshaltung über. Ihre Augen verengten sich, während sich die Augenbrauen zusammenzogen. Sie ging in einen festen Stand über. All dies passierte vollkommen von alleine, ohne dass sie sich bewusst darauf einstellte. Skeptisch ließ sie ihren Blick über den Fremden schweifen.

„Womit kann ich den weiterhelfen?", die Frage klang vollkommen abweisend, als würde jede Faser in ihrem Körper den Fremden zum Gehen auffordern.

Doch das Pony in dem Cape schien nicht darauf zu regieren oder es überhaupt nicht zu bemerken. „Ich bin auf der Suche nach einem Freund. Mir ist zu Ohren gekommen, er solle sich irgendwo hier auf diesem Grundstück befinden."

Sofort ging Applejack in einen Zwiespalt über. Sie wollte den Fremden so schnell wie möglich von Sweet Apple Acres los bekommen. Hoffentlich damit dieser so weit wie möglich von ihrer Familie entfernt war und blieb. Dies würde wohl am schnellsten geschehen, wenn er das erledigte, wofür er hierher gekommen war. Doch bedeutete das, ihm zu helfen und vielleicht sogar zu einem ihrer Familienmitglieder zu schicken. Gerade öffnete sie ihren Mund, als eine Stimme zu den beiden drang.

Stille.

Unglaublich, wie still drei Ponys und ein Babydrache sein konnten. Es wirkte schon fast so, als würde sich die Natur dieser Ruhe anschließen. Ich würde wahnsinnig werden bei diesem Schweigen, wäre ich nicht mit meinen eigenen Gedanken beschäftigt. Ich war neugierig und zugleich aufgeregt über die möglichen Ideen von Twilight. Alleine die Ansätze, die sie vorgestern mit mir freiwillig teilte, waren interessant. Was die anderen Beiden vom Reden abhielt, wusste ich nicht. Bei Big Macintosh war es nichts Neues, so viel stand fest. Twilight war womöglich mit ihren eigenen Gedanken beschäftigt.

Es dauerte nicht lange, bis wir die Apfelbäume endlich hinter uns ließen. Wir wurden mit einem freien Blick auf das Haupthaus und die Scheune begrüßt. Nicht einmal Sekunden vergingen, bevor ich das gesuchte Pony ausmachte. Nur überraschte mich das zweite Pony. Vollkommen versteckt unter einer Kutte. Ok, ehrlich? Was ist los mit dem heutigen Tag. Zu kurz geschlafen. Mit schweigen gequält. Paranoid geworden von einer Gruppe Mädels, die nichts Besseres zu tun hatten, als mich im geheimen zu verfolgen. Das mit Big Mac war lustig, das muss ich zugeben und jetzt das?

Ich war nicht der Einzige von uns der bei diesem Anblick stehen blieb. Jedoch war ich der Erste, der sich wieder in Bewegung setzte. Lieber gleich über mich ergehen lassen. Ein vollkommen vermummter Fremder muss nichts Schlimmes bedeuten. Oder? Vielleicht auch eine Fremde. Wer weiß? Wie hoch war den schon die Chance, dass er/sie nach mir suchte? Jetzt, nachdem ich mir die Frage stellte, wahrscheinlich zu 99 Prozent. Kurz schüttelte ich mich und schnaufte einmal laut durch meine Nase auf, während ich die Entfernung zu Applejack und den Vermummten verkürzte.

Schon ein paar Meter entfernt erkannte ich, dass etwas nicht stimmte. Applejack stand eindeutig in einer Verteidigungshaltung. Noch bevor ich weiter darüber nachdenken konnte oder einer meiner Begleiter darauf reagierte, handelte mein Mund selbstständig: „Applejack alles in Ordnung."

Überrascht sah sie zu uns herüber. Sie schien durch meine Frage etwas aus dem Konzept geraten zu sein. So als erwartete sie in diesen Moment alles, nur nicht ein paar Worte von der Seite. Bevor sie auch nur darauf reagierte, drehte sich der Fremde zu uns um. Sofort erkannte ich den Grund für die Haltung der orangefarbenen Stute. Ich glaube kaum das jemand bei solchen Augen anders reagieren würde. Sie waren wie zwei ovale Kristallkaraffen gefüllt mit klarem, frischen Rotwein. Nein, das war es nicht. Dafür war die Farbe zu kräftig und dick. Es war viel eher wie frisches Blut. Fragt mich nicht, warum ich wusste, wie so etwas aussieht. Dies fiele mir jedenfalls als Erstes bei diesem Anblick ein.

„Ich muss mich entschuldigen. Es scheint das Ich eure Freundin, etwas aus dem Konzept gebracht habe. Was um keine Umstände meine Absicht war. Eigentlich habe ich nur um eine Auskunft gebeten. Den mir ist zu Ohren gekommen, dass hier ein wichtiger Freund meinerseits aufzufinden sei." Seine Worte hörten sich so dumpf an, als würde etwas fehlen. Jetzt gab es auch keinen Zweifel mehr, dass es sich um einen Hengst handelte.

Twillight und Big Macintosh schienen beide vollkommen im Bann der Augen gezogen zu sein. Ich sah mir beide nur schnell im Augenwinkel an. Macintosh schien unbewusst die Muskeln angespannt zu haben. Das Einhorn ihrerseits lies ihren Kopf etwas sinken und verkürzte so die Entfernung ihres Hornes zu dem Fremden. Selbst Spike hielt die Klauen gespreizt. Die gesamte Atmosphäre wurde mit jeder vergehenden Sekunde dicker.

Ich ging etwas näher an den Vermummten heran. Dadurch erhoffte ich mir, ein wenig diese Situation zu entspannen. „Vielleicht kann ich weiterhelfen. Wen suchen sie den?"

Die Aufmerksamkeit des Fremden lag nun vollkommen auf mir. „Ich hoffe sie können mir weiterhelfen. Da es leider nicht so einfach zu erklären ist." Hier pausierte er kurz in seinen Worten. Unbewusst begann ich zu schlucken. „Meine Bekanntschaft leidet leider an immer wiederkehrende Amnesie. Ich suche ein Pony mit einer Cutie Mark in Form eines alten Standspiegels. Es erinnert in seiner einfachen Form an einem Spiegel im Barockstil."

Überraschung zeichnete sich auf meinem Gesicht ab. Mein Blick ging auf meine eigene Flanke. Ich konnte spüren, wie seine blutroten Augen meinem Blick folgten. Als sich unsere Augen wieder trafen, hatten sie sich verändert. Sie schienen zu leuchten vor Freude. Die gesamte Aura, die von ihm ausging, verflog wie eine zerplatze Seifenblase. Selbst der Eindruck der Augenfarbe verschwand komplett. Ein warmer Rubin?

Bevor ich weiter darüber nachdenken konnte, spürte ich einen Aufprall auf meiner Brust. Zum Glück konnte ich einen Sturz abfangen, indem ich mich einfach hinsetzte. Dabei passierten mehrere Dinge gleichzeitig. Applejack und Twilight sprangen zurück und gingen in eine kampfbereite Position über. Spike wurde dabei vom Rücken der Bibliothekarin befördert. Schnell versteckte er sich hinter den Beinen des roten Hengstes in der Nähe. Big Macintosh versteinerte seinerseits komplett.

Ich meinerseits fand mich mit einem Hengst fest an meine Brust gedrückt wieder. Bei dem Sprung wurde die Kapuze zurückgeworfen und ließ zum ersten Mal einen freien Blick auf den Kopf des Fremden zu. Sofort sprangen meine geliehenen Erinnerungen an. Ich kannte den Fremden, doch stimmte etwas nicht. Ich kannte die schwarze wellige mittellange Mähne. Das graue Fell jedoch war heller, als ich es kannte. Die Gesichtszüge waren wesentlich weicher und erinnerten keineswegs mehr an die leicht animalischen Züge, die mir bekannt waren. Jedoch fiel etwas anderes am meisten auf. Da wo etwas sein sollte, war rein gar nichts mehr und eine sternförmige Narbe war auf der Stirn zurückgeblieben. Er sah mich mit den normalen Augen an, die in einem leuchtenden Rubinrot glühten. Ein Lächeln zeigten die normalen perlweißen Zähne, die so sehr im Kontrast mit seiner Fell- und Mähnenfarbe standen. Keine Rüstung oder auch nur etwas Ähnliches, außer dem Umhang, war an ihm zu erkennen.

„Ich habe dich gefunden. Eigentlich habe ich mit monatelangem Suchen gerechnet.", seine Stimme war kraftvoll, aber nicht bedrohlich oder auch nur im geringsten einschüchternd.

Mein bekanntes Bild von diesem Pony an meiner Brust war so sehr im Kontrast zu dem, was ich sah, dass ich einfach nur verwirrt nach unten schauen konnte. Der Anblick war so fremd und bekannt gleichzeitig, sodass ich nicht wusste, was ich genau denken sollte. Mein Gehirn war überfordert, als schließlich Worte es schafften aus meinem Mund zu dringen: „König Sombra?"

_Nun ist dieses Kapitel auch schon zu Ende. Hoffentlich habt ihr euren Spaß daran gehabt.

Noch das Offizielle hinterher. My little Pony: Friendship is Magic gehört Hasbro. Alle Charaktere, die vom original variieren und aus meinem Kopf entsprungen sind gehören mir.

Jede Kritik ist herzlich willkommen. Kommentare natürlich auch. Beides nehme ich mir sehr zu herzen. Mit jeder guten Kritik kann ich mich weiterentwickeln. Was möchte man als Autor mehr?

Auf ein baldiges und freudiges Wiedersehen ^^_