Der letzte Engel 6: Schuppige Träume
Alyssas Welt war auf den Kopf gestellt. Die tapfere Vampirjägerin die sie begleitet hatte war nun nicht mehr als das Spielzeug der Hausherrin. Sie selbst hatte zwar das Glück nicht entdeckt worden zu sein, doch nun war sie alleine in einem Schloss voller Gefahren. Ob sie wollte oder nicht, sie musste einen Ausweg finden. Auch wenn es bedeutete, dass sie alleine durch das Schloss streifen müsste.
„Und was wollte sie als Gegenleistung haben?“, fragte die Schlange neugierig. Vor wenigen Minuten erst war Alyssa zurück zu ihrer Kammer gekommen. Neugierig hatte sie sich sofort von ihren Erlebnissen berichten lassen. Nach einem Schluck von dem Kräutertee, den die Schlange ihr im Austausch für die Geschichte angeboten hatte, erzählte Alyssa weiter.
„Das war das Seltsame. Ich dachte sie würde irgendetwas Schlimmes von mir verlangen aber sie wollte nur das ich eine Schatulle halte“, erzählte Alyssa noch immer verwundert über die seltsame Bedingung die die Succubus ihr gestellt hatte.
„Eine Schatulle?“, hinterfragte die Schlange verwundert.
„Ja, eine simple Holzschatulle, sie ging sie holen, drückte sie mir in die Hand und ging dann für ein paar Minuten. Als sie wieder kam benahm sie sich sehr merkwürdig. Sie hat mich die ganze Zeit angesehen als ob etwas mit mir nicht stimmen würde. Dann hat sie mir die Schatulle wieder weggenommen und mich gehen lassen. Ich habe das gar nicht verstanden“, erzählte Alyssa und schüttelte den Kopf.
„Es gibt wirklich nicht viele Dinge auf der Welt die es heute noch vermögen Lilith die Sprache zu verschlagen. Wer hätte gedacht dass es eine kleine Maus mit reinem Herzen ist“, lachte die Schlange und schien sich köstlich über die Geschichte zu amüsieren. Ihr langer Körper lag in Bahnen um den kleinen Tisch und schlängelte sich auch nahe an Alyssa doch sie hatte nicht mehr so eine Angst wie noch zu beginn. Sie hatte sich mittlerweile daran gewöhnt auch wenn sie immer noch kurz zuckte wenn die schuppige Haut sie streifte. Ein Gefühl das nahezu omnipräsent war. Die Schlange schien ein gewaltiges Bedürfnis danach zu haben sie permanent zu berühren.
„Ist das ihr Name, Lilith?“, fragte Alyssa neugierig.
„Lilith vom schwarzen See, ja das ist ihr Name. Merke ihn dir gut, aber sprich ihn nie ganz aus. Selbst geflüstert hat er große Macht. Du musst noch vieles lernen Alyssa aber diese Lektion will ich dir schenken. Lilith ist eine von Madame Liavannias Meisterinnen. Sie ist die Befehlshabende von Liavannias Hexenmeistern. Sie selbst ist eine ausgesprochen begabte Hexerin. Die Kapelle in der du warst ist nur ein kleiner Teil von Liliths Reich innerhalb der Burg. Es gibt noch andere Meister im Schloss und sie gebieten ebenso über große Teile des Schlosses. Sie sind nur Liavannia selbst Rechenschaft schuldig und sind alle geübte Magier. Sie sind Dämonen von hohem Rang und großer Macht. Sieh dich also vor wenn du einem von ihnen begegnest. Was Lilith dir da gegeben hat war ein Test. Eine Prüfung die man eigentlich nicht bestehen kann. Sie hat dir eine Büchse der Pandora gegeben. Sie sind geschaffen um Wesen mit ihren tiefsten und sehnlichsten Wünschen dazu zu verführen sie zu öffnen. Wenn man sie öffnet, bricht großes Unheil los. Es wäre zweifellos dein Ende gewesen, wenn du sie aufgemacht hättest und eigentlich, hättest du sie aufmachen müssen. Ich kann verstehen warum Lilith sprachlos war, als du dich nicht verführen lassen hast. Selbst ich finde es schwer dir zu glauben doch sehe ich in deinen Augen dass es wirklich die Wahrheit ist.“
„Aber wieso hat sie mich dann einfach gehen lassen?“, fragte Alyssa.
„Das kann ich dir nicht beantworten. Vielleicht solltest du zu ihr zurück gehen und sie fragen?“, schlug die Schlange grinsend vor doch Alyssa schüttelte vehement den Kopf.
„Ich denke du wirst sie schon bald wiedersehen. Ihr beide seid euch auf faszinierende Art und Weise ähnlich. Sie ist so verdorben wie du rein bist und beide lebt ihr eure Überzeugung mit tiefster Inbrunst. Ihr seit buchstäblich die zwei Seiten einer Medaille. Du könntest viel von ihr lernen, Alyssa“, riet ihr die Schlange ernst. Mit dem Succubus verglichen zu werden war nicht gerade schmeichelnd empfand Alyssa.
„Ich bezweifle das ich etwas von ihr lernen möchte“, schlug Alyssa den Rat ab.
„Es gibt ein Sprichwort von dort wo ich her komme. Es lautet: Ein Baum der bis in den Himmel wachsen will, dessen Wurzeln müssen bis in die Hölle reichen. Wenn du wirklich die Welt verbessern willst, dann musst du das Böse nicht nur bekämpfen, sondern es auch verstehen. Eine bessere Lehrmeisterin als Lilith wirst du nur in Liavannia finden und ich bezweifle dass sie dich am Leben lassen würde. Aber es ist deine Entscheidung“, schloss die Schlange ab. Sie erlaubte Alyssa weiterhin das kleine Zimmer und alles was sich darin befand zu benutzen und so schnappte sich Alyssa einen dunklen Umhang und verließ erneut die Kammer durch den Tunnel den sie vorhin schon genommen hatte. Dieses Mal jedoch wollte sie der Karte treu bleiben. Als sie an der Kreuzung angekommen war, die zu Liliths Reich führte blieb sie kurz stehen. Ein mulmiges Gefühl lag in ihrer Magengrube als würde der leere Gang sie anstarren und herausfordern zu ihr zu kommen. Entschlossen schüttelte Alyssa den Kopf und bog rechts ab.
Es dauerte noch eine ganze Weile bis sie das Gefühl los wurde, ständig beobachtet zu werden. Mit einer Fackel die sie aus der Wandhalterung genommen hatte, ging sie durch den immer dunkler werdenden Gang. Minutenlang führte es sie durch die Dunkelheit bevor er in einem Treppenhaus endete. Sie müsste zum Erdgeschoss und so huschte sie schnell die Treppen entlang bis sie ihr Ziel erreichte. Keuchend blieb sie einen Moment oben stehen um nach Luft zu schnappen. Alyssa hatte sich gerade wieder aufgerichtet als sich zwei schlanke Arme von hinten um sie schlossen. Ein kurzer Aufschrei wurde schnell von einer flachen Hand gedämpft die ihr auf den Mund gepresst wurde. Die Hände zogen sie fest an die Brust einer Frau irgendetwas zog ihr die Kapuze vom Kopf. Für einen Moment spürte sie warmen Atem auf ihrem Hals bevor sie ein kurzes Stechen spürte. Es dauerte nur einen Moment und die Fremde ließ von ihr ab. Mit einer Hand an ihrem Hals sprang Alyssa weg und sah in das grinsende Gesicht von Lilith.
„Ein Geschenk! Auf Bald, Alyssa!“, sprach sie und löste sich anschließend spurlos in Luft auf. Alyssa zog die Hand von ihrem Hals weg und sah auf die zwei kleinen roten Flecken auf ihrer Handfläche. Sie hatte sie gebissen. Panisch begann Alyssas Herz zu schlagen als sie daran dachte was das bedeutete. Würde sie jetzt auch ein Succubus werden? Ein Vampir? Irgendetwas anders? Noch spürte sie nichts außer dem dumpfen Pochen der kleinen Wunden und einer seltsamen Wärme die von ihrem Hals ausging. Was die Dämonin mit dem Geschenk meinte wusste Alyssa nicht doch sie war sich sicher, dass es ihr nicht gefallen würde. Sie müsste so schnell wie nur möglich aus diesem Schloss heraus und sich im Kloster untersuchen lassen. Alyssa biss die Zähne zusammen und setzte ihren Weg fort. Zum ersten Mal seit sie das Kloster betreten hatte legte sich ein Strahl Sonnenschein auf Alyssas Fell. Es war nicht viel was über die Burgmauer auf den kleinen Innenhof schien, doch es war eine angenehmere Überraschung als der Biss des Succubus. Es verdeutlichte Alyssa jedoch auch, wie lange sie nun schon hier war. Mehrere Tage waren vergangen und Rebecca musste in jeder Minute davon leiden. Sie durfte keine Zeit mehr verlieren.
Verschiedenste Kreaturen schlichen über den Innenhof des Schlosses. Gärtner, Putzfrauen, Diener von unterschiedlichster Form und Funktion. Sie alle schienen etwas zu tun zu haben und so zupfte sich Alyssa den Umhang zurecht und versuchte ebenso zu wirken wie jemand der einen klaren Auftrag hatte. Nervös aber mit gespielter Selbstsicherheit ging Alyssa über den kleinen Hof und hielt auf die Tür zu die wieder ins Schloss führte. Durch viele Gänge musste sie schleichen bevor sie sich zum ersten Mal in einem Raum befand, den sie bereits kannte. Es war die große Eingangshalle des Schlosses. Hinter ihr verbarg sich der Thronsaal und der Weg zu den privaten Gemächern der Burgherrin. Alyssa machte einen großen Bogen darum. Sie wollte nicht in ihr Schlafzimmer sondern in ihren privaten Kerker, dort wo Rebecca gefangen war. Es überraschte sie wie wenige Wachen es hier gab. Entweder war sich die Hausherrin ziemlich sicher, dass es niemand überhaupt erst hier rein schaffen würde, oder die wenigen Wachen würden ausreichen um jeden aufzuhalten der töricht genug war in dieses Schloss einzudringen. Mehrmals war sie nun schon bei einem Paar von Drakoniden vorbei gegangen. Sie beachteten sie jedoch nicht, jetzt wo sie den Umhang eines Dieners trug. Beim ersten Mal währe ihr dennoch beinahe das Herz stehen geblieben.
Ihr Weg führte sie durch verwinkelte Korridore bis hin zu einer Tür die sie ins Verließ der Burgherrin führen sollte. Mit einem kurzen Schlucken stählte Alyssa ihre Nerven bevor sie über die Schwelle trat. Der Gang dahinter war wieder aus dem gleichen groben Stein wie der gesamte Keller des Schlosses. Es beruhigte Alyssa sogar etwas. Sie war den groben Stein mehr gewohnt als die schönen Tapeten und Wandteppiche. Es dauerte noch eine Weile bis sie zu einer Reihe Stahltüren kam die scheinbar zu den Zellen führten. Durch die kleinen Sichtschlitze konnte Alyssa kaum etwas erkennen, es war stockdunkel in den meisten Zellen. Die dicke Staubschicht auf den Klinken der Türen verriet Alyssa jedoch, dass sie schon länger nicht genutzt wurden. Nur bei einer fand sie die Klinke sauber vor. Der Bolzen spießte etwas aber gab dann doch nach und entriegelten die Tür. Alyssa konnte es kaum glauben dass sie ihr Ziel tatsächlich erreicht hatte. Als sie die Tür aufzog begrüßte pure Dunkelheit sie. Von der Wand außerhalb holte sie sich eine der verzauberten Fackeln und ging wieder zurück in die Zelle. Im blauen Schein der Fackel erkannte sie eine Art Tisch auf dem sie Rebecca liegen sah. Ihr Herz machte einen Satz als sie die Hündin liegen sah. Sie hatte es kaum glauben können sie wirklich wieder zu sehen. Zu groß schienen ihr die Hindernisse und doch hatte sie es geschafft. Ein seltsames Gespinst aus dünnen Ketten spannte sich über Rebeccas Körper und lief in der Mitte zu einem Edelstein zusammen der groß wie ein Apfel war. So sehr sie auch suchte, Alyssa fand weder ein Schloss noch ein Schlüsselloch. Kein noch so seltsamer Öffnungsmechanismus verbarg sich an dem Kettengespinst. Ihre Hoffnung nahm etwas ab als sie in ihrer Verzweiflung versuchte die Ketten mit der Hand zu bewegen. Sie rührten sich keinen Millimeter. Es musste irgendetwas mit dem Edelstein zu tun haben, so viel war sich Alyssa sicher. Ihn einfach zu zerstören traute sie sich nicht. Er lag direkt über Rebeccas Brust und sie wollte gar nicht wissen was dann passierte.
„Rebecca!“, versuchte sie die Hündin zu wecken.
„Rebecca! Hörst du mich?“, fragte sie.
„Ich bin hier, Alyssa! Es gibt noch Hoffnung, gib nicht auf! Bitte gib nicht auf. Ich verspreche dir ich finde einen Weg dich zu befreien. Ich verspreche es! Du musst nur noch ein bisschen länger durchhalten. Sei stark Rebecca, möge Illias über dich wachen!“, sprach sie und gab ihr einen kurzen Kuss auf die Stirn bevor sie schweren Herzens die Zelle wieder verließ. Von Magie Verstand Alyssa nichts und so musste sie darauf hoffen, dass die Schlange wusste, was es mit Rebeccas Fesseln auf sich hatte. Sie hoffte nur, dass die Schlange keinen allzu hohen Preis dafür verlangen würde. Der Weg zurück ging schneller, sie entschloss sich durch den Thronsaal zu gehen so wie sie es schon am ersten Tag getan hatte. Der Weg war um ein Vielfaches kürzer und auch wenn sie erneut durch den Kerker laufen musste, so erreichte sie den Turm der Schlange schneller als sie selbst gedacht hätte. Die Schlange jedoch war nicht auffindbar. Irritiert sah sich Alyssa um. Der Gedanke, dass die Schlange gar nicht hier sein könnte war ihr bisher noch gar nicht gekommen. Sie sah in den angrenzenden Räumen nach, doch nirgends verbarg sich die Schlange. Enttäuscht setzte sich sich auf den Teppich vor dem Kissenberg auf dem die Schlange immer thronte. Es blieb ihr nur zu warten. Also tat Alyssa genau das, sie wartete.
Alyssa war heiß. Ziemlich heiß sogar, ihr Fell war schwitzig und die Luft stickig. Das nächste was ihr auffiel war, dass es dunkel war und sie sich nicht bewegen konnte. Von überall drückte entweder weicher Stoff oder schuppige Haut auf sie. Verzweifelt versuchte Alyssa sich frei zu strampeln, schaffte es jedoch kaum sich zu bewegen. Wie von Geisterhand geführt begann ihre Umgebung sich zu bewegen und sie wurde nach Oben geschoben. Zumindest nahm sie an dass es oben war. Ein einzelnes Kissen lag noch auf ihrem Kopf als frische Luft ihre Nase durchströmt. Nur Zentimeter vor ihrem Gesicht lag das der Schlange. Jetzt erst erkannte Alyssa, dass sie inmitten des Kissenberges steckte. Im Moment war ihr Kopf das einzige was nicht darunter festgehalten wurde.
„Ich hatte dich nicht so schnell zurück erwartet“, begrüßte sie die Schlange ohne Anstalten zu machen sie frei zu lassen.
„Ich habe Rebecca gefunden!“, verkündete Alyssa stolz während sie vergeblich versuchte sich zu befreien. Die Schlange schien ihre Versuche entweder kaum zu bemerken oder sie bewusst nicht mit einer Reaktion zu würdigen. Bisher war die Schlange nett gewesen doch irgendwie wurde Alyssa das Gefühl nicht los, dass etwas an ihr anders war als beim letzten Mal. Sie war bisher auch nicht zimperlich gewesen wenn es um Körperkontakt ging. Im Gegenteil, sie schien ihn zu jeder Möglichkeit zu provozieren doch so energisch war sie bisher noch nicht gewesen.
„So so, du hast also dein Ziel erreicht. Herzlichen Glückwunsch, Alyssa!“, beglückwünschte sie die Schlange doch Alyssa zweifelte an der Aufrichtigkeit ihrer Worte. Sie klangen mehr als nur falsch.
„Kannst du .. kannst du mich vielleicht loslassen?“, fragte Alyssa nervös.
„Ach meine kleine unschuldige Alyssa, natürlich kann ich das nicht“, sprach die Schlange grinsend und Alyssa wurde mulmig. Das Verhalten der Schlange gefiel ihr ganz und gar nicht. Irgendetwas schien passiert zu sein während sie weg war.
„Wieso sollte ich meine Beute auch einfach freilassen, ich habe sie doch schließlich auch gefangen“, erklärte die Schlange und begann die Kissen um sich herum abzuschütteln. Eingewickelt in den schier endlos langen Körper der Schlange hing Alyssa vor ihr in der Luft. Es fühlte sich so an als wäre jeder Zentimeter ihres Körpers mit schuppiger Schlangenhaut bedeckt. Ein wenig lockerte sich der Griff der Schlange und Alyssa wurde flach auf den Boden gelegt. Immer noch eingewickelt und bewegungsunfähig schien der Oberkörper der Schlange förmlich über ihr zu schweben.
„Du gehörst mir!“, sprach die Schlange bevor sie sich zu ihr hinab beugte und ihre Lippen auf die von Alyssa drückte. Vergeblich versuchte sich die Maus zu wehren. Es dauerte keinen Moment lang bevor die Schlange sie überwältigt hatte. Ungestümer, beinahe so wild wie Lilith küsste sie die Schlange. Strampelnd versuchte Alyssa sich zu wehren, richtete damit jedoch kaum etwas gegen den gewundenen Körper der Schlange aus. Panik stieg in ihr hoch als sich die Schlange enger zusammenzog und ihr die Luft aus den Lungen trieb. Für Alyssas Verstand hatte ihr letztes Stündlein geschlagen. Erleichtert sog sie die Luft ein als die Schlange von ihr abließ und ihren Griff etwas lockerte. Noch immer konnte sie nicht vollständig durchatmen, doch drohte ihr nun zumindest nicht mehr das Ersticken. Hustend schnappte sie nach Luft während die Schlange sie hungrig ansah.
Ohne Vorwarnung ließ die Schlange ganz von ihr ab und Alyssa fiel auf den weichen Teppichboden. Sofort rappelte sie sich auf und versuchte zu verschwinden. Sie kam einen Meter bevor der Schwanz der Schlange sich um ihr Bein schloss und sie zurück zog. Laut lachend schien die Schlange nur mit ihr zu spielen. Mehrmals ließ sie sie frei nur um sie kurz darauf wieder zu fangen. Alyssa hatte nie auch nur den Hauch einer Chance. Wieder wurde sie gefangen und zurück auf den Berg aus Kissen geworfen. Auf dem Rücken blieb Alyssa liegen und versuchte sich kurz zu erholen als die Schlange sich wieder um ihren Oberköper wand. Bedrohlich langsam kam sie auf sie zu und hielt Alyssa auf dem Kissenberg fest. Die gespaltene Zunge der Schlange züngelte aufgeregt hervor als sie sich Alyssa näherte. Als die junge Maus die Intention der Schlange erkannte begann sie heftig mit den Beinen zu strampeln aber die zwei kräftigen Arme ihrer Gegnerin erstickten den Versuch im Keim. Alyssa hoffte das sie sich irrte aber insgeheim wusste sie bereits was als nächstes kommen würde. Keine Sekunde später spürte sie den warmen Atem der Schlange zwischen ihren Beinen. Heiß legte sich ihr Atem auf Alyssas Intimbereich und ließ die Maus hektisch atmend verharren.
Nur kurz ließ ihr die Schlange Zeit bevor sie ihre dünne Zunge zum Einsatz brachte. Als wollte sie sie noch zusätzlich quälen leckte sie erst außen vorbei, strich mit ihrer Zunge ihre Innenschenkel entlang und kam dem Zentrum immer nur so nahe, dass sie es gerade nicht berührte. Alyssa versuchte erneut zu strampeln doch das Ende des langen Körpers wickelte sich nur noch fester um ihre Arme und den Oberkörper. Sie gab Alyssa damit mehr als deutlich zu verstehen, dass sie Störungen nicht dulden würde. Die Maus verstand schluckend. Der harte Griff löste sich nicht und machte es ihr zusätzlich schwer Luft zu bekommen. Sie konnte atmen, jedoch nicht besonders gut. Nachdem sie scheinbar genug vom Vorspiel hatte, strich die dünne Zunge nun zum ersten Mal wirklich über Alyssas Zentrum. Ein hohes Fiepen entkam der Maus als sie die Zunge spürte die sich nun unablässig in ihrem Heiligsten herum schlängelte. Alyssa schloß die Augen und keuchte hektisch als ein wahrer Sturm aus Empfindungen auf sie einstürzte. Ihrem Körper war ihre missliche Lage scheinbar egal, denn er begrüßte die Zunge mit dem Ausschütten von nicht gerade wenigen Glückshormonen. Alyssa wollte sich wehren doch gegen ihren Körper war sie machtlos. Sie spürte wie sie bereits feucht wurde und wie sehr die Schlange es genoss diese Reaktion hervorgerufen zu haben. So gut es sich in Wahrheit auch anfühlte, Alyssa wollte nicht das sie es genoss. Sie versuchte sich zu wehren auch wenn sie wusste, dass es vergebliche Liebesmüh war. Die Schlange wand ihre Zunge so wie Alyssa es noch nie erlebt hatte. Sie war um ein Vielfaches länger als sie ursprünglich gedacht hatte und sie schien jeden Zentimeter davon zu nutzen. Völlig unvorbereitet traf es Alyssa als sich die Zunge um ihre kleine Knospe schlängelte und diese plötzlich verwöhnte. Ein lautes, glockenhelles Stöhnen entkam ihr ohne das sie es verhindern hätte können.
„Es würde dir mehr Spaß machen, wenn du dich nicht wehren würdest“, hörte sie plötzlich eine säuselnde, verführerische Stimme in ihrem Kopf. Hastig sah sie sich um aber konnte den Ursprung nirgends erkennen. Alles was sie sah war die Schlange die sie fest in ihrem Griff hielt und deren Zunge sich zwischen ihren Schamlippen befand. Alyssa biss sich auf die Lippen als die dünne Zunge ein kleines Stück in sie eindrang. Es fiel ihr unendlich schwer nicht zu stöhnen.
„Nun komm schon, Alyssa, sag nicht das du dir das nicht schon vorgestellt hattest“, hörte sie wieder die schmeichelnde Stimme.
„Die große böse Schlange und die kleine verängstigte Maus. Das Raubtier und seine Beute. Es ist so wie die Natur es gewollt hatte. Du bist die Beute. Akzeptiere es!“, forderte sie sie auf und verschwand anschließend wieder aus Alyssas Gedanken. Es half ihr ganz und gar nicht mit der Situation klar zu kommen. Die Worte der Stimme waren verwirrend und Alyssa hatte im Moment nicht die Konzentration sich darum zu kümmern.
Mit zusammengebissenen Zähnen ertrug sie es als sich die Zunge tiefer in sie grub. Alyssa hatte noch nie etwas Vergleichbares gespürt. Scheinbar vollkommen zufällig wand sich die Zunge tief in ihr und berührte Stellen die Alyssa noch nicht einmal kannte. Wieder hörte sie die Stimme in ihrem Kopf widerhallen. Akzeptiere es. Alyssas keuchen wurde lauter als die Schlange ungestümer wurde. Lass es geschehen. Mit verschwitzten Händen versuchte Alyssa sich aus dem Griff der Schlange zu befreien doch sie hätte auch genau so gut versuchen können die Wurzeln einer Jahrhunderteiche aus dem Boden zu reißen. Gib dich hin. Immer lauter wurde die Stimme in ihrem Kopf und begann bald schon ihre eigenen Gedanken zu überschatten. Ihrem Körper war ihr Dilemma scheinbar egal. Dieser begrüßte die Schlange mit offenen Toren und verlangte mehr und mehr. Die Schlange enttäuschte nicht und verdoppelte ihre Anstrengungen sehr zu Alyssas Wehklagen. Lass es zu. Immer schneller wurde Alyssas Atem und noch konnte sie sich dem Drang widersetzten einfach loszulassen doch lange würde es nicht mehr halten. Mit jeder Berührung der Zunge tief in ihr wurde es schwerer der Stimme nicht nachzugeben. Je weiter sie sie zu ihrem Höhepunkt trieb, desto lauter schien sie zu werden. Immer wieder hallte sie in ihrem Kopf. Gib dich hin. Lass es geschehen. Nur ein einziges Mal. Alyssa glaubte den Stimmen nicht auch wenn es sie unendlich viel Kraft kostete sich ihnen zu verwehren. Alles jedoch verlor an Bedeutung als die Schlange die Zunge aus ihr zog um noch einmal über ihre Knospe zu streichen. Es war der Tropfen der das Fass zum Überlaufen brachte. Ein schriller Schrei brach aus Alyssas Kehle hervor während eine wahre Welle aus Endorphinen ihren Körper durchflutete. Alles war vergessen, nichts zählte mehr in diesem kurzen Moment in dem sie wie körperlos im Raum schwebte und nichts um sie herum existierte. Ihre Augen schlossen sich langsam und ließen sie zurück in der wohligen Wärme die sich durch ihren ganzen Körper ausbreitete.
Zu einem kleinen Knäul zusammengezogen lag Alyssa mit einem seligen Grinsen auf dem Teppich. Ihr Fell war verschwitzt, der Kopf hochrot und eine beachtliche Menge Flüssigkeit hatte sich zwischen ihren Beinen gesammelt. Etwas missmutig sah Lilith auf die schlafende Maus hinab. Mit einem Fingerschnippen löste sie die Illusion auf in der sich Alyssas Verstand befand. Es ärgerte sie etwas, dass sie es nicht geschafft hatte sie zu brechen doch es weckte ebenso ihren Ehrgeiz. Eine leichte Beute machte schließlich keinen Spaß.
„Gehörst wohl zu den dickköpfigen, was?“, fragte sie die schlafende Maus.
„Keine Angst, die sind mir die liebsten“, sprach sie grinsend und löste sich in Luft auf. Die Träume der Maus zu manipulieren war nur ein Anfang gewesen. Sie hatte noch andere Tricks auf Lager. Aber diese waren für ein anderes Mal. Fürs erste gönnte sie Alyssa ihren kleinen Sieg, auch wenn diese vermutlich nicht einmal wusste, dass sie ihn errungen hatte. Fürs Erste.