Der letzte Engel 1: Willkommen in der Hölle

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Eine gewaltige Burg an einem abgelegenem Bergmassiv. Viele Helden und Abenteurer waren schon auf die Schätze und Reichtümer aufmerksam geworden, von denen die Legenden berichteten. Zurückgekehrt war bisher noch keiner von ihnen. Unheilige Dinge sollen auf der Burg geschehen und noch viel unheiligere Kreaturen sollen dort ihr Unwesen treiben. Mittendrin eine Maus, fromm und gläubig im Dienste der Göttin des Lichtes. Ein kleines Licht an einem so dunklem Ort. Ein Licht, welches nicht gedenkt zu erlöschen!

Die Vampirjägerin Rebecca war gekommen um dieser Burg ihren Schrecken zu nehmen. Zusammen mit einer Ordensschwester, Alyssa, hat sie vom Bischof höchst selbst den Auftrag bekommen, die Burg einzunehmen. Die Wahrheit über ihren Auftrag, erfährt die junge Vampirjägerin jedoch erst hinter den Schlossmauern.


"Reiß dich zusammen, Alyssa!", befahl die große Hündin und sofort raffte sich die deutlich kleine Maus neben ihr wieder auf. Kopfschüttelnd zuckte Rebecca zusammen als die Maus dabei die halbe Ausrüstung mit lautem Gescheppert auf dem Boden verteilte. Ein angestrengtes Seufzen verließ ihre zottelige Schnauze. So nützlich sie im Dorf auch war, je näher sie ihrem Ziel gekommen waren, desto unbrauchbarer wurde sie. An Eifer fehlte es ihr nicht. Sie war auch deutlich kräftiger als ihr graziler Körperbau vermuten ließ nur hatte sie in etwa so viel Mut im Leib wie ein Feldhase vor einem Fuchsbau. Immerhin war sie billig gewesen war. Wenig überraschend, sie hatte schließlich gedacht sie würde eine Ordensschwester kaufen und nicht eine Kammerdienerin. Die Oberin im Kloster hatte sie nach Strich und Faden abgezogen. Knurrend dachte sie daran zurück als man ihr eine geweihte Schwester versprochen hatte. Im Gegensatz zu einer Schwester konnte Alyssa jedoch wenigstens kochen. Ihre Tugendhaftigkeit hätte sie zwar im Dorf beinahe auffliegen lassen aber zum Glück hatte sie sie überzeugen können die Ordensschwester zu spielen. Bei der Messe hatten ihr die Dorfbewohner förmlich aus der Hand gefressen. Ein Glück das diese Bauern so abergläubisch waren. Der neue Mantel war überraschend warm und auch der Rucksack deutlich besser als ihr alter. Der Weg zu ihrem Ziel war nur noch kurz und es wurde Zeit für einen letzten Check, befand sie. Zumindest hatte sie jetzt jemanden der die etwas lästigeren Tätigkeiten übernehmen konnte. An einem mangelte es der jungen Maus nämlich nicht: Engagement.

"Wir werden hier halten und einen Ausrüstungsappel vornehmen. Ich will nicht erst im Schloss bemerken, dass etwas fehlt", sprach Rebecca bestimmt. Alyssa legte dankend den schweren Rucksack ab und begann ihn auszupacken. Es war größtenteils Proviant, ein paar Seile, Verbandsmaterial und etwas Kochgeschirr. Die Waffen trug Rebecca selbst. Alyssa hätte damit ohnehin nicht viel anfangen können. Bisher hatte sie ihr Leben in einem Kloster verbracht. Beim Anblick eines echten Schwertes war sie bereits kreidebleich angelaufen. Kurz fragte sie sich ob jemand mit weißem Fell überhaupt bleich werden konnte, erinnerte sich dann jedoch wieder daran wie sie gestern erzählt hatte dass sie einen Dämon töten sollten. Das Gesicht der Maus würde sie so schnell nicht vergessen. Rebecca begutachtete ein letztes Mal ihr Schwert und auch die aufgerollte Peitsche, die sie bei sich trug. An einem Magazingurt hingen zahlreiche hölzerne Pflöcke und auch ein paar Flaschen Weihwasser hatte sie sich segnen lassen. Es war viel mehr Ausrüstung als sie üblicherweise mitnahm, doch dies war keine normale Mission.

Der Auftrag kam vom Kardinal persönlich und war auch direkt an sie adressiert. Normalerweise bekam sie ihre Aufträge immer von einem schwarzen Brett in den örtlichen Gaststätten oder Kirchen, doch dieses Mal war er an sie direkt gerichtet gewesen. Sie musste sich schon einen ordentlichen Namen unter den Vampirjägern gemacht haben, um so einen Auftrag zu bekommen. Mit stolz dachte sie daran, dass sie es nun endlich geschafft hatte bei den Profis mitzuspielen. Das sie die Beste war zweifelte sie keine Sekunde lang an, doch jetzt hatte sie es schwarz auf weiß. Ihr Ziel war ein gewaltiges Schloss auf einem Bergmassiv. Durch seine abgelegene und schwer zu erreichende Lage war es der Armee unmöglich es zu stürmen. Angeblich wurde es bereits einmal versucht. Ein junger Feldherr wollte sich einen Namen damit machen das uneinnehmbare Schloss zu knacken. Einen Namen hatte er sich auf jeden Fall gemacht. Wenn auch als der Mann der zwei Legionen verloren hatte ohne überhaupt die Burgmauern zu überwinden. Bis heute behauptete er, dass sich eine ganze Armee in dem Schloss versteckt gehalten hatte. Wirrkopf. Zahlreiche Abenteurer hatten sich schon daran versucht, doch sie alle wurden nie wieder gesehen. Ihr selbst würde dieses Schicksal erspart bleiben. Mit einem Grinsen berührte sie das goldene Amulett, dass der Kardinal ihr geschickt hatte. Kein Untoter würde sie berühren können, so lange sie es an ihrem Körper verwahrte.

"Alles vollzählig, Frau Eisenwald", meldete sich Alyssa pflichtbewusst. Daran könnte sie sich gewöhnen. Sie mochte zwar ziemlich schmächtig und schüchtern und ein wenig tollpatschig sein, doch zumindest nahm sie ihre Pflichten ernst. Je näher sie ihrem Ziel kamen desto verkrampfter wurde sie, das sie sie nun wieder mit ihrem Nachnahmen Ansprach war nur eines der Symptome davon. Sie wurde auch zunehmend tollpatschiger. Immerhin machte sie eine gute Figur dabei. Ihre dünne Statur war für den Kampf völlig ungeeignet dafür jedoch umso hübscher anzusehen. Ein Schwert brauchte sie nicht, ihr unschuldiges Gesicht war bereits genug um jeden Gegner zu entwaffnen. Sie selbst hatte sich schon ein paar Mal die Lippen geleckt, als sich Alyssa vor ihr gebückt hatte. Vielleicht würde sie sie behalten, wenn all dies vorbei wäre, sinnierte sie in Gedanken. Doch zuerst galt es das Schloss zu infiltrieren und den dort lebenden Vampir zu töten, bevor er noch mehr Dorfbewohner verschleppte. Ihre moralisch zweifelhaften Pläne mit der blonden Maus mussten noch warten. Einen Knappen zu haben war jedoch eine sehr reizvolle Vorstellung. Vor allem wenn dieser für mehr als nur ihr Schwert zuständig wäre.

Es führte nur ein einziger Weg zum Schloss und daher warteten sie bis tief in die Nacht. Mit jeder Stunde wurde Alyssa nervöser und ängstlicher. Zitternd rezitierte sie murmelnd irgendwelche Gebete und umarmte ihre eigenen Knie. Ein jämmerlicher Anblick wie sie befand. Sie selbst brauchte nicht die Hilfe der Göttin. Sie verließ sich nur auf sich selbst. Seit Jahren schon arbeitete sie als Jägerin und bisher hatte sie jeden Auftrag abschließen können. Es gab zwar die einen oder anderen Verluste aber sie selbst ist immer heil zurück gekommen und das war schließlich das einzige was zählte.

"Du brauchst dir keine Sorgen zu machen. Ich bin Profi. Ich habe schon mehr Vampire getötet als ich zählen kann. Das wird eine reine Routine-Aktion werden. Schon Morgen kannst du dieses Schloss hier als nicht mehr als eine Erinnerung verbuchen", versuchte sie die Maus wenig erfolgreich zu beruhigen. Die Kriegerin zuckte nur mit den Schultern und legte sich wartend zurück. Wenn sie lieber beten wollte, dann solle sie ruhig. Es spielte keine Rolle ob Alyssa sich wohl fühlte oder nicht. So lange sie ihre Arbeit machte war ihr der Rest egal. Schutzsegnungen würde sie von ihr zwar keine bekommen aber immerhin hatte sie beim Tragen geholfen. Sie war keinesfalls den Preis einer geweihten Ordensschwester wert den sie bezahlt hatte doch besser als nichts.

Tiefste Nacht zog über das Land hinein, und Rebecca und Alyssa marschierten auf das Schloss zu. Am Rand des Weges hatten sie die Ausrüstung verstaut, die sie nicht unbedingt brauchten. Beweglichkeit war wichtig und die Töpfe und Pfannen brauchten sie auf der Jagd ganz sicher nicht. Es war totenstill und nur die Nebelschwaden leisteten ihnen Gesellschaft. Es war Rebecca nur recht, so würden sie unentdeckt ins Schloss kommen. Es war der dümmste Anfängerfehler den die meisten Jäger machten, am Tag zu jagen. Vampire schliefen da zwar, doch sie wussten natürlich auch dass sie bei Tag am verwundbarsten sind. Daher ist bei Tag ihre Verteidigung am stärksten. Sie rechnen dann mit Angriffen. In der Nacht anzugreifen erlaubte einem einen Überraschungsangriff. Dies wollte Rebecca voll und ganz ausnutzen. Sie war nicht umsonst persönlich für diese Mission ausgewählt worden. Sie war eine der Besten! Der Auftrag bewies dies nur. Gekleidet in ihre Lederrüstung und dem dunklen Mantel, sah man kaum etwas von der eigentlich hellbraunen Collie Hündin. Bei Alyssa sah die Sache anders aus. Die schneeweiße Maus leuchtete förmlich mit ihrem ebenso weißen Ordenstracht in der Dunkelheit des Burgschattens. Kopfschüttelnd ignorierte sie es. Zumindest würden potenzielle Angreifer sich zuerst auf sie stürzen und ihr so die Chance geben sie aus dem Hinterhalt zu töten. Damit wäre die Maus zumindest für mehr gut als nur das Tragen der Ausrüstung.

Am Rand der Schlossmauer schlichen sie entlang und schon nach kurzer Zeit entdeckte Rebecca eine Tür. Ein Dienstbotengang der nicht richtig abgeschlossen war. Anfänger. Lautlos öffnete sie ihn und drang ins Schloss ein. Alyssa folgte ihr dicht auf den Fersen. Zusammen schlichen sie durch den schmalen Gang der nach einigen endlosen Metern in einem Wandteppich endete. Vielleicht war es doch eher ein alter Fluchttunnel der einfach vergessen wurde. Auf der anderen Seite des Teppichs war die opulente Empfangshalle des Schlosses. Riesige rote Teppiche, ein gewaltiger Kronleuchter und zwei geschwungene Treppen bildeten ein wahrlich imposantes Interieur. Wer auch immer vor dem dunklen Zeitalter hier gelebt hatte, musste ein mächtiger Herrscher gewesen sein. Die Innenausstattung, so beeindruckend sie auch war, war jedoch nicht Rebeccas Hauptinteresse. Zusammen mit Alyssa schlich sie durch die große Halle und ging die Treppe hinauf. Ein langer Gang führte dort gerade zu in den Bauch des Schlosses. Zwei haushohe Holztüren versperrten am Ende den Weg. Es mussten die Tore zum Thronsaal sein. Sie standen zum Glück einen Spalt offen. Andernfalls wäre es nahezu unmöglich gewesen die Massiven Holztüren alleine zu öffnen. Es war dunkel im Thronsaal, doch Rebecca konnte spüren, dass sie nicht alleine waren. Mit einer Handbewegung bedeutete sie Alyssa, dass sie sich hinter einem der Wandteppiche verstecken sollte. Die junge Maus verschwand sofort. Keine Minute später flammten zahllose Kerzen auf und tauchten den Raum in helles Licht.

Wenig überrascht zog Rebecca ihr Schwert und deutete es auf den Thron. Dort saß ihr Ziel. Lässig über den Stuhl gelehnt saß eine dunkelgraue Fledermaus. Eine rote Korsage verdeckte das Nötigste mehr schlecht als recht. Mit Strapsen waren schwarze Netzstrümpfe an ihrem Korsett angebracht, doch die Strümpfe endeten schon sehr bald an den hohen Lederstiefeln, die bis weit über die Knie der Fledermaus reichten. Pralle Brüste spannten sich unter dem Korsett und füllten es üppig aus. Ihr Blondes Haar hatte sie in Locken gelegt und schien bereits auf sie zu warten.

"Ah, die berühmte Vampirjägerin Rebecca Eisenwald, die Vierte", begrüßte die Fledermaus die Hündin in herablassendem Tonfall und stand lässig von ihrem Thron auf. Mit lasziv schwingenden Hüften ging sie auf die Hündin zu, diese blieb jedoch gelassen stehen.

"Ich habe dich bereits erwartet, herzlich willkommen in meinem Reich!“, beendete die Fledermaus ihre Begrüßung und warf die Arme zur Seite. Mit gespreizten Flügeln präsentierte sie nicht nur sich selbst, sondern auch das Schloss um sich herum.

"Ich habe mit einem Vampir gerechnet, nicht damit, dass er mir seine kleine Nutte zur Begrüßung schickt. Wo ist dein Herr? Wo ist der Herr dieses Schlosses?", fragte Rebecca gelangweilt und richtete ihr Schwert auf die Fledermaus.

"Ich bin die Herrin dieses Schlosses!", antwortete die Fledermaus leicht ungehalten ob der Beleidigung der Jägerin. Ihren Schmollmund nahm ihr Rebecca jedoch nicht ab.

"Unmöglich, weibliche Vampire sind immer einem Herrn unterstellt!", konterte Rebecca hart.

"Nicht alle", sprach die Fledermaus mit einem Lächeln.

"Aber genug der Höflichkeiten, du bist hier um mich zu töten?", fragte sie als würde sie die Antwort nicht bereits kennen. Gelangweilt besah sie ihre Fingerspitzen.

"Dich und deinen Herrn, sowie seine gesamte Brut!", sprach Rebecca resolut. Eigentlich reichte es den Herrn zu töten. Alle von ihm angesteckten Vampire würden automatisch sein Schicksal teilen wenn sie ihm erst den Pflock durchs Herz getrieben hatte.

Mit einem Fingerschnippen der Fledermaus krachte die schwere Holztür hinter ihnen zu und sperrte sie in den Thronraum. Rebecca zuckte leicht zusammen. War das Magie? Oder war es nur ein Trick? Es musste ein Trick sein! Magie war nur den mächtigsten Dämonen vorbehalten und Vampire standen allgemein nicht sonderlich hoch in der Rangordnung der Hölle.

"Ein schickes Amulett, was du da trägst. Es erstaunt mich, dass Kardinal Schönfeld noch immer so viel Wert darauf legt. Ich habe ihm schon vor ewiger Zeit gesagt, dass diese Amulette nicht nötig sind", seufzte die Fledermaus und nun war es Rebecca, die etwas verdutzt zurück blickte.

"Woher ich den Kardinal kenne?", nahm die Fledermaus ihr die Frage ab.

"Wer denkst du schickt mir regelmäßig meine Opfer, damit ich sein geliebtes Heimatdorf hier im Hinterland nicht in Schutt und Asche lege?", lachte sie amüsiert über die zähneknirschende Hündin.

"Unsinn! Dieses Amulett wurde vom Erzbischof persönlich gesegnet, kein Dämon kann es jemals berühren!", schrie Rebecca die Fledermaus an. Sie vermochte kaum so schnell mit den Augen zu zwinkern bevor die Fledermaus plötzlich vor ihr stand. Sie hatte nicht einmal gesehen wie sie sich bewegt hatte. Rebecca fror ein als sich die Hand der Fledermaus um das Amulett legte und es mit einem Ruck von ihrem Hals riss.

"Er hat dich nicht als Jägerin zu mir geschickt", flüsterte die Fledermaus direkt in Rebeccas Ohr.

"Du bist als Opfergabe hier!", beendete sie ihren Satz und ging ein paar Schritte zurück. Die geschockte Hündin war nicht im Stande sich zu bewegen. Was auch immer die Vampirin mit ihr gemacht hatte, ihr Körper gehorchte kaum noch ihren Befehlen. Vor ihren Augen ließ die Fledermaus das Amulett in ihrer Hand zu Staub zerfallen. Mit großen Augen sah Rebecca den Staub durch ihre Fingern rieseln. Wie war das möglich? Es war ein heiliges Artefakt, der Kardinal selbst hatte es ihr geschickt. Wie konnte ein weiblicher Vampir überhaupt solche Macht haben? Sie hatte sich so schnell an sie heran bewegt, dass sie es nicht einmal sehen konnte. Nur die stärksten Vampire konnten Magie wirken. Langsam aber sicher wurde Rebecca die Sache unheimlich.

"Nun sei eine brave Opfergabe, leg dein Schwert weg und zieh dich aus, ich will dich ja nicht durch diesen verdreckten Mantel begutachten", sprach die Fledermaus amüsiert. Rebecca umfasste den Griff ihres Schwertes noch fester. Egal was sie war, egal was hier gespielt wurde, sie würde nicht darauf eingehen. Mit einem Schritt startete sie ihren Sprint und riss ihr Schwert empor. Die Fledermaus betrachtete es eher gelangweilt und selbst als die Schneide auf sie hernieder fuhr, bewegte sie sich nicht. Nur einen Zentimeter vor ihrem Kopf zerbarst das Schwert plötzlich wie an einer unsichtbaren Mauer. Eine Druckwelle schleuderte Rebecca quer durch den Saal. Die Hündin schlug hart auf dem Boden auf und rollte sich mehrmals ab bevor sie sich ächzend wieder aufrichtete. Was in aller Welt war das?

„Ein Schwert? Wie barbarisch!“, sprach die Fledermaus vorwurfsvoll zu der Hündin, die sich gerade wieder ächzend aufgerappelt hatte. Kaum hatte sie sich wieder aufgerafft sah sie die Fledermaus bestimmt auf sie zu schreiten. Mit breitem Grinsen und präsentierten Flügeln stolzierte sie förmlich auf sie zu.

"Knie nieder vor deiner neuen Herrin, Liavannia Adore! Knie nieder vor der Fürstin der siebten Hölle und Bezwingerin von Berzekal dem Schänder!", rief die Fledermaus laut durch die Halle und im selben Moment wurde Rebecca wieder zu Boden gerissen. Eine unsichtbare Kraft drückte sie auf ihre Knie und so sehr sie sich auch zu wehren versuchte, es half nichts. Als würde sie nicht mehr als eine Fliege mit ihrer Magie festhalten, ging Liavannia auf die Hündin zu. So sehr Rebecca auch strampelte und sich zu sträuben versuchte, sie kam nicht aus dem magischen Griff der Fledermaus. Direkt vor ihr angekommen packte sie mit der Hand die Schnauze von Rebecca und drückte sie leicht zur Seite. Rebeccas Herz blieb stehen als sie an ihren nun völlig frei liegenden Hals dachte.

"Was ist los, tapfere Vampirjägerin?", fragte Liavannia in gespielter Unschuld während sie mit der Zunge einmal vom Halsansatz bis über ihre Wange leckte. Die feuchte Zunge zog ein beängstigendes Gefühl über Rebeccas Hals. Sie könnte jederzeit zubeißen, sie ebenso verwandeln. Ein Schicksal noch viel schlimmer als jeder Tod. Alles wofür sie gekämpft hatte wäre umsonst gewesen. Ihre Anspannung war deutlich an ihrem verkrampften Zittern anzusehen. Auch Liavannia entging es nicht. Lüstern leckte sie sich über die feuerroten Lippen als sie die pulsierenden Adern am Hals der Hündin fühlte. Durch ihr Fell waren sie zwar nicht zu sehen, doch sie konnte das Blut darin förmlich rauschen hören. Noch schöner war nur der Blick der reinen Angst in den Augen der Jägerin.

"Hast du Angst ich würde dich beißen?", fragte Liavannia mit ihren Lippen direkt am Ohr der Hündin.

"Dass ich dich verwandeln würde? Du zu dem wirst, was du so lange bekämpft hast?", fragte sie heiser.

"Vielleicht überlege ich es mir ja noch einmal. Wenn du ein braves Hündchen bist, dann darfst du als Sklavin am Leben bleiben", bot ihr Liavannia an und ging wieder ein Stück weg von ihr. Mit einem Fingerschnippen brach sie die Magie auf und ließ Rebecca keuchend auf den Boden fallen.

"Nun, zeig mir, ob du ein braves Hündchen bist. Sitz!", befahl Liavannia und ein Kampf brach in Rebecca aus. Sie wusste, dass sie nicht gewinnen konnte. Liavannia war eine Zauberin und unglaublich stark. Wenn sie eine Chance haben wollte sie zu töten, dann müsste sie es unbemerkt tun. Besser noch wäre eine Chance hier zu verschwinden. Das ganze war deutlich eine Nummer zu groß für sie. Bei Tag wäre die einzige Chance. Fürs Erste blieb ihr keine Wahl. Nur wenn sie am Leben bleiben würde, hätte sie eine Chance. Auch wenn sie es hasste, so musste sie ihren Stolz opfern um am Leben zu bleiben. Ein kleines Opfer. Sie hatte schon mehrmals sehr zweifelhafte Methoden angewandt um ans Ziel zu kommen. Verrat und Täuschung waren ihr nicht fremd.

"Braves Mädchen!", lobte Liavannia amüsiert. Sie konnte deutlich sehen, wie sehr sich die Hündin dafür hasste und gerade deswegen machte es ihr noch viel mehr Spaß.

"Ich denke das wirst du nicht mehr brauchen", sprach Liavannia und wie von Geisterhand geführt schälten sich Schicht um Schicht Rebeccas Kleider vom Körper. Nur noch in ihrer knappen Unterwäsche bekleidet kniete Rebecca nun vor der Vampir Matriarchin. Ohne ihre Rüstung und ihre Waffen fühlte sie sich gleich doppelt nackt, vor allem weil die Magie der Fledermaus außerordentlich gründlich war und sogar den silbernen Pflock abgenommen hatte, den sie versteckt am Oberschenkel trug. Während ihre Kleidung vom magischen Wind in Stücke gerissen wurde, landeten ihre Waffen alle auf einem kleinem Haufen hinter ihr. Neugierig ging Liavannia zu ihnen und sah sich das Arsenal an, welches ursprünglich für ihren Tod bestimmt war.

"Holzpflöcke, Weihwasser, Knoblauch", zählte sie auf während sie sich die Sachen ansah. Den Knoblauch warf sie angewidert weg. Einfach ekelhaft.

"Was haben wir den da, einen silbernen Pflock, wie edel", kommentierte sie und hob das Metallstück auf um es im Licht besser betrachten zu können.

"Du weißt aber schon, dass es Werwölfe waren, die man mit Silber tötet, oder?", fragte Liavannia lachend. Sie behielt in in der Hand während sie mit der anderen nach ihrer Peitsche griff. Was hatten diese Vampirjäger nur immer mit ihren Peitschen? Sie würde es nie verstehen.

"Bei Fuß!", befahl sie laut und Rebecca begann aufzustehen. Ein lauter Schnalzer und stechender Schmerz auf ihrem Rücken trieb sie jedoch sofort wieder auf die Knie. Aus dem Augenwinkel sah sie ihre Peitsche in der Hand der Fledermaus.

"Ich sagte, bei Fuß!", wiederholte sie ihr Kommando und dieses Mal verstand Rebecca, was sie wollte. Auf allen Vieren kroch sie zu der Fledermaus und wartete den nächsten Befehl ab. Sie hoffte nur, dass die Fledermaus nicht allzu lange dieses Spiel spielen würde. Sie müsste sich überlegen wie sie aus dieser Nummer wieder heraus kam und das so schnell wie möglich. Sie müsste hier abhauen. Ganz egal wie und sie müsste verhindern dass jemals jemand von dieser Schmach erfuhr. Ihr Ruf wäre dahin. Es war kein guter Plan, aber es war ein Plan. Eigentlich war es sogar der einzige Plan den sie hatte. Gegen diese Liavannia hatte sie nicht den Hauch einer Chance. Wer auch immer sie war, sie spielte in einer gänzlich anderen Liga.

Liavannia sah sich derweilen weiter ihre Ausrüstung an. Den Magazingurt mit den Pflöcken warf sie kopfschüttelnd weg.

„Eine noch ekelhaftere Waffe hättet ihr Jäger wohl nicht erfinden können oder? Einen Holzpflock durchs Herz rammen ... und dann behaupten Vampire wären Monster. Hast du den eine Ahnung wie sich das anfühlt? Nein, vermutlich nicht. Aber wie wäre es, wenn ich es dir zeige? Würde das meinem Hündchen gefallen?", fragte sie mit gespielt hoher Stimme. Rebecca schüttelte vehement den Kopf.

"Wie gut dass du keine Wahl hast!", sprach Liavannia plötzlich eiskalt. Mit einer Hand beugte sie sich zu ihr hinab und riss ihr die Unterkleider vom Körper. Der silberne Pflock landete wieder in ihrer Hand und das kalte Metall drückte schon eine Sekunde später mit seiner kühlen Spitze an Rebeccas Lippen. Ohne Vorspiel rammte ihr Liavannia den Pflock so tief in sie wie sie nur konnte. Ein lauter Schrei brach aus Rebeccas Kehle frei und füllte die Halle. Ihre Hände gaben nach und ihr Gesicht landete auf dem Fliesenboden des Thronsaals. Ihr Hintern wurde von Liavannia hochgehalten. Am Schweif hielt sie ihn hoch erhoben. Ihre physische Kraft schien ihrer magischen in nichts nachzustehen. Sie war der Fledermaus schutzlos ausgeliefert und diese schien es schamlos auszunutzen. Nachdem sie Rebecca einen Moment lang durchatmen hatte lassen, begann Madame Liavannia den Pflock langsam aus ihrer Spalte heraus zu ziehen. Zufrieden betrachtete sie die nun feucht benetzte Oberfläche des silbernen Pflockes.

"Sieh mal einer an, da wird doch wohl nicht etwa jemand diese Behandlung genießen?", fragte sie schelmisch die Hündin. Rebecca wandte schuldbewusst den Kopf ab. Ihre hochroten Wangen hätten sie sofort verraten. Ein unterdrücktes Stöhnen quetschte sich an ihren Lippen vorbei als der Pflock wieder langsam in sie geschoben wurde.

"Oh, ich denke ich werde noch so einiges an Spaß mit meiner kleinen Hündin haben", lachte Liavannia laut auf und überließ es ihrer Magie den improvisierten Dildo zu bewegen. Während dieser von Geisterhand geführt wurde, nahm die Fledermaus die Peitsche zur Hand und begann damit an deren Ende eine Schlaufe zu knoten. Summend ließ sie sich Zeit mit ihrer Arbeit während die Hündin neben ihr gnadenlos malträtiert wurde. Rebeccas lautes Stöhnen füllte die Halle und Liavannia genoss es wie feine Musik die Jägerin zu hören. Nachdem sie ihr Werk vollbracht hatte, ging sie zur Hündin zurück und ehe sich diese versah, war die Schlinge der Peitsche um ihren Hals gelegt. Mit einem Ruck zog sie die Schlinge fest und raubte der Hündin die Luft zum Atmen. Noch während ihre Kehle zusammengedrückt wurde, explodierte ihr Unterleib. Die fehlende Luft verstärkte jeden Stoß des Pflockes noch um ein Vielfaches und war genug um sie über die Grenze zu bringen. Atemlos kam sie zu ihrem Höhepunkt und verkrampfte sich noch mehr. Die Bewusstlosigkeit klopfte bereits mit schwarzen Punkte am Rande ihres Sichtfeldes an und Rebecca hoffte, dass es gleich so weit sein würde. Als hätte sie es jedoch spüren können, erschlaffte die improvisierte Leine und Rebecca konnte tief einatmen. Hustend und keuchend rang sie um Luft während die Fledermaus neben ihr laut lachte.

"Wie schade, dass du erst heute gekommen bist. Ich habe so leider kaum Zeit mit dir zu spielen. Bedauerlicher Weise muss ich schon morgen in den Vatikan fahren und werde leider eine Weile weg sein. Du brauchst jedoch keine Angst zu haben, ich werde mir eine passende Beschäftigung für dich überlegen“, sprach die Fledermaus unnötig laut und kaum an Rebecca gerichtet. Sie streichelte mit einer Hand über den Hintern der Hündin. “So eine ganze Woche alleine in einer Kutsche, wie schade das ich dich nicht mitnehmen kann aber dafür müsstest du erst abgerichtet werden. Ich will ja schließlich nicht das mich mein Hündchen bei meinem Besuch beim Kardinal blamiert, ach was wäre das nur für eine Schmach“, wehklagte sie in gespielter Theatralik.

„Tja ich denke ich weiß schon was ich so mit dir anstellen werde während ich weg bin und ich habe immerhin lange Zeit mir etwas zu überlegen was ich erst mit dir machen kann wenn ich wieder zurück bin. Oh wir werden so viel Spaß haben, du und ich, mein kleines Hündchen!“, lachte sie erneut auf und zog mit einem Ruck an der Leine. Noch immer keuchend folgte Rebecca ihr auf allen Vieren. Die Fledermaus blieb am hinteren Ende des Thronsaales kurz stehen und sah zurück in den Raum. Ein schmales Grinsen zog sich auf ihr Gesicht beim Blick in den nun vermeintlich leeren Thronsaal bevor sie mit einem Fingerschnippen das Licht löschte. Nur ein paar Kerzen ließ sie brennen, gerade genug um sich im Dunkel des Saales zurecht zu finden. Schlussendlich verließ sie den Saal jedoch durch eine Tür die hinter dem Thron war.