Elvira und Seth - Kapitel 1

Story by SethGodofChaos on SoFurry

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Kapitel 1

Heftig blies der Wind um die Bäume, zerzauste ihre Wipfel, fegte über freie Flächen hinweg und versuchte den Schafen auf der Weide die Locken aus der Wolle zu kämmen, Bogen sich die Äste der nahen Hecken, welche am Rande einer Weidefläche, am Übergang zum Wald, eine Hütte umsäumten.

Tief hing das Ried vom Dach herunter, verdunkelte die Innenräume und erweckte den Eindruck, dass sie selbst und ihr Inhalt versteckt werden sollte.

Es war kurz vor Beginn der Dämmerung und die Herrin der Unterkunft daheim, was sollte sie auch sonst machen, bei diesem Unwetter.

Sie war des Tages unterwegs zu Pferd, sammelte meist Beeren, Pilze und vor allem Kräuter, welche sie am darauffolgenden Tag auf dem Markt der nächstgelegenen Siedlung verkaufte oder direkt bei ihren Kunden einsetzte, war eine Heilerin mit einigen Gaben, die sie lieber geheim hielt, denn zu ihrer Zeit gab es für angeblich schwarze Künste noch die Folter oder direkt die Todesstrafe durch Verbrennen auf dem Scheiterhaufen.

Die Inhaberin der gemütlichen Hütte hieß Elvira.

Nein, sie war nicht die Herrin der Unterwelt, nicht die Höllenfürstin und auch nicht irgendeine Gespielin teuflischer Mächte. Sie war schlichtweg eine Frau halb Mensch und halb Wolf, wobei man bei ihr letzteres an den Ohren sah, welche klein, rund und flauschig waren, ebenso besaß sie einen etwas buschigen Schwanz und statt der üblichen Zähne, die jeden Human-Dentisten erfreut hätten, krönten ihr Gebiss vor allem vier sehr lange Fangzähne. Abgesehen davon vernahm man von ihr zuweilen Lautäußerungen und bemerkte Charaktereigenschaften, die eher einem Raubtier zu Gesichte standen als einer normalen Frau.

So stand sie vor dem Küchentisch, hatte die spärliche Ausbeute ihrer Sammelleidenschaft vor sich liegen und seufzte.

‚Das sah auch schon mal besser aus‘, sinnierte sie und kratzte sich hinter dem linken Ohr, wackelte leicht damit, ‚Wenn das so weiter geht muss ich mir was anderes einfallen lassen.‘

Sie sortierte die Kräuter: Scharfgarbe, Kamille, Salbei, Kampfer, Huflattich, Eisenhut. Immerhin, sie konnte wenigstens die bestellten Kunden zufrieden stellen und ihre kleinen Wehwehchen behandeln.

Was die Pilze betraf, so war sie da wesentlich zufriedener und hatte eine große 15 Kilogramm Kiepe voller Steinpilze, Maronen und Pfifferlinge. Das sollte genug Geld einbringen um sich selbst für eine Woche zu versorgen. Reichtum war Elvira eh nicht gewohnt und kannte auch Tage an denen sie nur wenig zu essen hatte oder sogar hungrig zu Bett ging.

So war das halt, sie war abhängig von der Natur. Auf der einen Seite nützlich und angenehm, auf der anderen Seite oftmals auch hinderlich und entbehrungsreich.

Die Hand voll Beeren konnte sie vergessen, dafür bekam man auf dem Markt nicht mal einen Tritt in den Hintern.

Wieder seufzte sie, legte die Ohren kurz an, beschloss, angesichts der Witterung und auch der vorangerückten Stunde, zu Bett zu gehen, verpackte zuvor die Kräuter gut sortiert in ihre Medizintasche, ließ die Pilze ausgestreut auf dem Boden der Küche liegen, damit sie etwas trockneten und ging in den Stall, um abschließend nach ihrem Pferd zu sehen.

Ruhig und entspannt stand der Hengst in seiner Box, zupfte an seinem Heu und kaute darauf herum.

Versonnen stand sie da beobachtet ihn dabei, hing ihren Gedanken nach und atmete den Stallduft.

‚Zeit fürs Bett‘, dachte sie, sammelte sich kurz und wollte sich gerade der Tür zu wenden, als ihr Blick über das Pferd glitt und am halb ausgeschachteten Penis hängen blieb, welcher scheinbar nur darauf gewartet hatte, dass er Aufmerksamkeit bekommt, um im Zeitraffer komplett zu erigieren und schließlich im maximal erregten Zustand, in einem sanften Bogen nach oben unter dem Bauch des Hengstes zu stehen zu kommen.

Fasziniert musterte Elvira die geschwollene Lust ihres Pferdes, beobachtete wie durch einen psychischen Nebel, den sich masturbierenden Hengst, der wiederholt seinen langen, erregten Schlauch unter seinen Bauch schlug, rhythmisch mit dem Becken stieß, und mit einer riesig aufgepumpten Eichel und einem fast an ein Stöhnen erinnernden Aufwiehern seine weißen Samenschübe ins Stroh ejakulierte.

Durch das spritzende Geräusch aufgeschreckt, kam Elvira wieder zu sich, schüttelte den Kopf, sah noch wie der Hengst befriedigt seinen Penis in die Tasche zurückzog, nahm den Geruch des Samens war und verließ den Stall.

„Ungesund“, sagte sie laut und schloss die Stalltür von außen, betrat ihre Hütte, „Vielleicht brauche ich langsam einen Mann, einen Alpha. Aber die machen am Ende nur Arbeit, Ärger und im nahegelegenen Ort gibt es eh keinen der in Frage kommt“, knurrte sie.

Ihr Schlaf war unruhig, die Wolfs-Frau warf sich hin und her, auf der eine Seite machte sie sich Sorgen um ihre Zukunft, hoffte auf Unterstützung, sehnte sich nach Zärtlichkeit, Geborgenheit, einfach Zweisamkeit, auf der anderen Seite hatte sie Angst verletzt zu werden, sich mit dem falschen einzulassen.

Sie wusste genau, wenn es der eine sein sollte, dann wäre es für immer, würde sie sich von ihm nehmen lassen. Dann kam ihr plötzlich der Anblick ihres Hengstes in den Sinn, ihr Atem wurde schneller, hektischer, fühlte sie im Schlaf die Erregung des Pferdes als ihre eigene.

Unter einem heftigen Orgasmus schrie sie auf, erwachte, hob den Kopf, zog ihre Finger aus ihrer Vulva und schaute zu wie ihre Lustflüssigkeiten herab tropften.

„Scheiße“, entfuhr es ihr, „cremig. Ich bin mal wieder läufig. Gerade mal Mai und das fünfte Mal in diesem Jahr.“

Sie stand auf, wischte ihre Finger am Laken ab und ging ins Badezimmer, goss Wasser in den Waschzuber und frönte der Körperhygiene.

Anschließend begab sie sich in die Küche, biss in einen Kanten trocknen Brotes, trank einen Schluck Wasser und sammelte die Pilze ein.

Zwanzig Minuten später saß sie auf ihrem Pferd, hatte links die Kiepe mit den Pilzen aufgeschnallt und ihre Medizintasche um die Hüften gebunden.

„Lasset die Spiele beginnen“, munterte sie sich laut auf, presste ihre Fersen in die weichen Flanken des Hengstes und ließ ihn zum Ort laufen.

Elvira hatte es nicht eilig, ihre Heiler-Termine fanden erst gegen Mittag statt, Geld hatte sie eh nicht dabei, musste es erst durch den Verkauf erwerben, ihr Pferd war in sich gekehrt und das Unwetter des Vorabends und der Nacht hatte sich verzogen, schien die Sonne, war der Himmel strahlend blau.

„Wenn es nach dem Wetter geht, dann wird es heute ein hervorragender Tag für unsere Geschäfte mein lieber Sergio oder was meinst du?“, sprach sie mit ihrem Pferd, welches durch ein kurzes Schnauben bestätigte, dass es ein guter Tag wird.

Zumindest hoffte die Wolfs-Frau, dass es so wäre und er sie verstehen würde.

Zwei Stunden später erreichte sie das Tor der Siedlung, grüßte die Wache und entrichtete den Zugangszoll.

„Hallo Elvira“, grüßte der Wach-Elf.

„Hallo Bernhard. Wie geht es dir?“

„Wie immer. Die Ohren stets offen und aufrecht.“

„Also wie bei mir.“

„Dafür sind deine aber schön flauschig.“

„Ich bin insgesamt sehr kuschelig, flauschig und weich. Außerdem habe ich einen tollen Schwanz“, erwiderte die Wolfs-Frau provokant.

„Ich weiß, ich bin ja nicht blind und sehe deine Rundungen und Kurven“, seufzte der Elf und zeigte ins Innere des Ortes, „Viel Spaß und viel Erfolg bei deinen Geschäften.“

„Danke Bernhard und halt die Ohren steif.“

„Ja ja, mach dich noch lustig.“

Elvira gab ihrem Pferd das Kommando zum Gehen und ließ es durch das Tor schreiten.

Die Siedlung selbst war eine Ansammlung die recht verquer wirkte. Auf eine etwas breitere, mit großen Steinen gepflasterte Straße, folgten mehre verwinkelte Seitengassen, die ihrerseits in engen Bögen sich irgendwo wieder vereinten und schließlich nur einem Ziel entgegen strebten.

Während in den Gassen sich das gemeine Volk aufhielt und lebte, standen die Händler des Ortes und jene von weiter daher kommende, an den Seiten und boten ihre Waren feil. Zum Zentrum hin, wenn man es so nennen wollte, wurden derer Anzahl mehr und schließlich mündete alles auf den zentralen Platz, auf dem sich das Rathaus befand.

Mehr gab es hier nicht, denn dafür war der Ort zu unwichtig.

Aber für Hinrichtungen langte es allemal und war für Elvira immer eine Warnung es nicht zu übertreiben.

An ihrem Stammplatz angekommen, stieg sie vom Pferd, entlud ihre Sachen, breitete eine große Decke aus, stellte die Pilzkiepe zur rechten Seite und die Beeren zur linken, wobei sie zunächst überlegt hatte die Beeren ganz wegzulassen.

Schließlich entschied sie, dass es sich vielleicht doch lohnen könnte, denn frisch und farbenfroh sahen sie auf jeden Fall aus und sie brauchte jeden Schilling.

Es dauerte nicht lange und die ersten Neugierigen kamen, grüßten freundlich, andere umschlichen ihre Angebote und beäugten sie misstrauisch, hatten sie noch nie eine menschliche Halbwölfin gesehen.

Als sie jedoch merkten, dass von Elvira keine Gefahr ausging, wurden sie mutiger, erkundigten sich nach den Preisen und kauften bei fairen Verhandlungen ihre Pilze.

Nach einer halben Stunde hatte sie die Hälfte ihrer Pilze verkauft, genug Geld eingenommen, um mit Nahrungsmitteln über die nächste Woche zu kommen und entschied sich einzupacken und zu gehen.

Plötzlich baute sich ein Schatten neben ihr auf, bewegte sich nicht und schien sich auf sie zu fixieren. „Willst du schon gehen?“, fragte eine Stimme.

Elvira erhob sich langsam, hielt ihre Hand schützend vor die Augen, hoffte den Fremden zu erkennen. „Was willst du? Möchtest du Pilze oder Beeren? Mehr habe ich leider nicht. Im Moment gibt Mutter Natur nicht so viel her wie ich gerne hätte.“

„Da gebe ich dir Recht. Im Moment ist der Wurm drin. Was möchtest du für die Beeren? Die sehen wirklich lecker aus“, fuhr der Fremde fort.

„25 Schillinge reichen. Leider sind es nicht gerade viel.“

„Das reicht und du bekommst einen Taler dafür. Allein dafür, dass du dir die Mühe machst sie zu suchen, zu pflücken und dann hier anzubieten.“

„Einen Taler? Das ist zu viel“, knurrte Elvira.

„Nimm ihn an. Ich gebe ihn gern.“

„Wer bist du überhaupt?“

Der Fremde stellte sich so, dass Elvira ihn sehen konnte und nicht länger von der Sonne geblendet war, zog die Kapuze vom Haupt.

„Was? Was wird das? Du bist kein Mensch, wie kommst du in diese Siedlung?“, zischte Elvira entsetzt.

Der Fremde begann zu lächeln. „Meinst du, ich wäre hier so unbescholten unterwegs, wenn mich keiner kennen würde? Mich deucht nur du wirst mich nicht kennen, da ich bei dir nicht oft entlang komme.“

„Und doch erkennt dich jeder?“

„Ich falle halt nicht auf, wenn ich nur erscheine und nichts im Schilde führe.“

„Was solltest du im Schilde führen?“

„Bei dir Beeren kaufen? Einen Taler bin ich bereit zu zahlen. Und bevor du weiter fragst. Ich bin Seth, ich bin ein Schakal-Muli-Hybrid.“

„Du bist Seth? Moment, Seth ist eine Gottheit der Menschen im alten Ägypten, tausende Jahre zurückliegend.“

„Ich sehe, dass du sehr bewandert bist in alten Geschichten. Die Menschen wissen dies alles nicht. Sie weichen eher vor mir zurück, lassen mich gewähren. Daher kann ich mich frei bewegen. Wie sieht es bei dir aus? Du bist auch kein Mensch.“

„Ich bin eine Wolfs-Frau, was man an meinen Ohren und meinem Schwanz erkennen kann.“

„Die Ohren fielen mir sofort auf, auf deinem Schwanz hattest du gesessen, bis du dich erhoben hattest.“

„Wie du siehst, habe ich keinerlei Geheimnisse und kann sogar auf meinem Schwanz sitzen, ohne dass es weh tut. Kannst du das auch?“

„Ich wollte Beeren kaufen und nicht unsere Schwänze und ihre Schmerzempfindlichkeit vergleichen“, erwiderte Seth und schmunzelte.

„So war das auch nicht gemeint.“

„Du bist sehr direkt und frech. Das gefällt mir.“

„Schön für dich und jetzt spute dich mit unserem Geschäft und lass mich meine Termine mit ein paar der Armen wahrnehmen. Ich muss noch Kräuter auflegen und Verbände wechseln“, mahnte Elvira.

„Du bist also nicht nur Verkäuferin, sondern auch Heilerin?“

„Du bist schnell in der Auffassungsgabe“, knurrte die Wolfs-Frau leicht genervt.

„Danke!“

„Das sollte kein Kompliment sein, selbst Sarkasmus bemerkst du nicht.“

Seth gab Elvira den Taler, nahm die Beeren, nickte kurz und zog die Kapuze wieder tief ins Gesicht.

„Wurde auch Zeit, Mister“ schnauzte sie, packte ihre Sachen aufs Pferd, nahm die Zügel und ging weiter in Richtung des Rathauses.

Dort angekommen warteten schon ein in Lumpen gehüllter Mann und zwei Frauen.

„Endlich seid ihr da“, verkündete eine sehr hagere und ältere Dame, „meine Schnittwunde bringt mich noch um.“

„Seid beruhigt, ich habe alle nötigen Kräuter dabei und wechsle gleich den Umschlag. Bei euch anderen beiden werde ich auch gleich alles erneuern“, sprach Elvira und nahm die benötigten Sachen vom Pferd, breitete wieder ihre Decke aus, nahm Platz und ließ ihren ersten Patienten Platz nehmen.

Seth war fasziniert von der Wolfs-Frau. Sie war hinreißend frech, hatte Energie für 10, war intelligent, belesen und wusste sich zu benehmen, wenn auch ihre Schroffheit scheinbar mehr dem Eigenschutz dienen mochte.

So machte er sich auf den Weg zum Rathausplatz, wo er sie vermutete, wurde auch fündig, allerdings nicht, weil sie dort friedlich saß und die Verbände wechselte und Kräuter auflegte. Vielmehr war es so, dass sie in einen handfesten Disput geraten war.

Warum auch immer, hatte sich der ältere Mann gesetzt, ließ seine offene Beinwunde behandeln, als fast zeitgleich ein anderer hinzutrat, sich hinab beugte und Elvira an den Ohren packte, sie unter Schmerzen aus dem Schneidersitz nach oben beförderte.

Elvira schrie und wehrte sich, schlug nach dem Angreifer und dessen Arm.

Genau in diesem Moment trat Seth hinzu, erkannte, das seine Bekanntschaft in Nöten war, ging dazwischen und schlug den Arm des Übeltäters nach unten.

Die Wolfs-Frau war befreit, trat schnell mehrere Schritte zurück, ihr Schwanz war aufgeplustert und stand waagerecht nach hinten wie ein Stecken, ihr Blick war starr und ihre Ohren angelegt. Ein Fremder, ein Unbekannter hatte es gewagt sie zu berühren, ihr Schmerzen zuzufügen und sie vor allen im Ort zu demütigen. Wie konnte er es wagen?

Jedoch musste sie nichts tun, denn ein anderer schritt ein und eilte ihr zur Hilfe. Der Fremde, der so gar nicht fremd erschien, hatte den Angreifer auf Distanz gebracht und beide standen sich nun gegenüber, fixierten sich.

Der Übeltäter schien von gehobenem Stande, trug sehr gepflegte Kleidung, hatte ein Schwert am Leibgurt und zeigte deutlich an, dass er beabsichtigte dieses auch nötigenfalls zu benutzen.

Seth hingegen hatte nur seine einfache Kutte an und zog es vor die Kapuze bis tief ins Gesicht gezogen zu haben.

„Wer bist du jetzt? Wagst es einem gerichtsbaren Manne ins Handwerk zu pfuschen? Wagst es diesem Nicht-Menschen zur Hilfe zu eilen? Sieh genau hin, seht alle hin. Sie hat den Schwanz eines Wolfes, ebenso die Ohren. Nur weil sie aufrecht geht ist sie kein Mensch, kein Wesen Gottes, sie ist ein Wesen der Hölle, der Unterwelt, von Satan selbst geschickt und in ihrem dicken Bauch trägt sie seine Früchte, will uns damit überschwemmen und vergiften“, geiferte der Mann und reckte sich, hob den Kopf arrogant.

„Wer ich bin?“, murmelte Seth zunächst fast unhörbar, wurde mit dieser Frage in Wiederholung jedoch immer lauter, immer nachdringlicher und schließlich so laut, dass der Boden zu beben schien.

„Ich werde dir sagen wer ich bin. Ich bin ein einfaches Lebewesen, friedlich, sensibel, habe Mitgefühl für andere, was man von dir nicht behaupten kann.“

„Zeige dein Antlitz, Fremder“, schrie einer aus der Menge, dem der Schwertträger scheinbar mehr zu sagte.

Kurz überlegte Seth, atmete tief durch und zog die Kapuze zurück, legte seinen Kopf komplett frei. Ein Raunen ging durch die Menge der Bewohner.

„Was bist du?“, fragte der Angreifer und zog sein Schwert.

„Das wirst du nicht benötigen. Ich werde dich nicht angreifen. Ich bin Seth, ich bin ein Schakal-Muli und auf Durchreise.“

„Du bist ein so hässliches Stück“, schrie jemand aus der Menge, „Jetzt haben wir zwei von der Sorte hier und einer ist schlimmer als der andere. Auf den Scheiterhaufen mit beiden.“

In die Masse kam Bewegung, strömten mehrere Menschen von hinten durch die gedrängt stehende Menge, versuchten zunächst Elvira habhaft zu werden.

Ein fataler Fehler!

Seth riss sich plötzlich den Umhang vom Leib, stand da, war bis auf einen Lendenschurz nackt.

Sein Körper war überzogen von grau-braunem Fell. Er wirkte in der Tat wie eine aufrechtgehende Mischung aus Esel und lang-schnäuzigem Hund.

Aufmerksam drehten sich seine langen, breiten Ohren hin und her, seine Haltung zeigte deutlich seine Kampfbereitschaft an, seine Muskeln spannten sich unter Haut und Fell. „Ich sagte, dass ich nicht angreifen werde, dass ich friedlich bin, aber ich sagte nicht, dass ich mich nicht wehre und andere unschuldige in Schutz nehmen werde.“

Er sah zu Elvira: „Nimm deine Sachen und verschwinde von hier. Ich werde sie beschäftigen und aufhalten. Keine Angst, ich werde dich finden.“

Die Wolfs-Frau, nahm hektisch alles an sich, rollte die Decke zusammen, bepackte ihr Pferd, saß auf und galoppierte durch die Straßen und Gassen, hinaus zum Tor in Richtung ihrer Behausung.

‚Was war das? Was war passiert? Wieso plötzlich diese Feindschaft ihr gegenüber? Wer war der Fremde wirklich?‘, schossen ihre Gedanken kreuz und quer.

Nach kurzer Zeit, erreichte sie ihre Hütte, stieg vom Pferd und brachte es in den Stall. „Was für eine Scheiße, Sergio. Ich will nur hoffen, dass mich keiner von denen hier findet. Na ja, Seth wäre mir willkommen, aber ich glaube kaum, dass er mich wirklich findet“, redete sie mit dem Hengst, während sie anfing ihn mit Stroh abzureiben.

Seth hatte unterdessen seine nötige Kondition gefunden, stellte sich zum Kampf. „Ich fordere euch nochmals auf, eure Waffen fallen zu lassen und mich nicht anzugreifen“, verkündete der Schakal-Muli.

„Warum? Hast du etwa die Hosen voll?“, zog ihn der Schwertträger auf, „Ach, das geht ja gar nicht, du hast gar keine an.“

Die Zuschauer fingen an zu lachen und für Seth schien sich das Blatt zu seinen Ungunsten zu drehen, waren scheinbar alle gegen ihn. Er musste handeln, ging einen Schritt auf einen der vordrängenden Handlanger des Haupt-Übeltäters zu und erreichte, dass dieser frontal zum Angriff überging.

Wie ein Rammbock raste dieser geduckt auf den Hybriden zu, wich dieser geschickt aus, stellte dem Angreifer lediglich ein Bein, so dass der aus der Bewegung heraus flach zu Boden ging und noch einige Meter über den harten Steinboden holperte.

„Autsch! Das gibt blaue Flecken“, intonierte Seth amüsiert, „Ich sagte doch, ich greife nicht an, ich habe ihn nicht mal angefasst.“

Die Menge schien belustigt durch die Einlage, lachte und nickte zustimmend.

Seth hatte zumindest einen Pluspunkt gesammelt, aber noch nicht gewonnen.

Der Nächste wollte sein Glück versuchen, stellte sich besonders raffiniert an, stolperte kurz vor seinem Ziel über die eigenen Füße und landete direkt vor Seth.

Plötzlich schrie der auf: „Er hat Hufe er ist der Satan. Nehmt euch in Acht.“

Seth schaute kurz irritiert, dann auf seine Hufe, schlug mit ihren kurz auf den Boden. Es erscholl das typische Geräusch von Pferdehufen auf Steinboden. „Wenn dem so sein sollte“ rief Seth, „warum werfe ich nicht mit Feuer nach euch, warum habe ich keine Flügel, keine Hörner und warum laufe ich nicht senkrecht die Rathauswand empor?“

Das kurzzeitige Raunen, ob der Hufe, verstummte und auf den Gesichtern spiegelte sich tatsächlich so etwas wie Nachdenklichkeit wieder.

„Wenn ich wirklich der Teufel wäre, dann würde hier keiner mehr Leben, ich hätte eure Seelen eingesammelt und eure Siedlung abgebrannt. Also, kann nicht stimmen, was der gefallene Tor gerade von sich gab. Und jetzt werde ich gehen, mein Pferd nehmen und euch verlassen. Achtet stets darauf mit wem ihr euch abgebt“, verkündete der Hybrid noch, drehte sich um und verließ den Rathausplatz, bestieg sein Pferd, gab ihm seine Hufe in den Flanken zu spüren.

Leider hatte er weder auf den plötzlich verschwundenen Schwertträger geachtet, noch achtete er auf seine Rückendeckung.

Das Pferd galoppiert los und im selben Moment sprang der Hauptangreifer bewaffnet mit seinem Schwert hinter ihm auf das Pferd, stieß Seth die Waffe durch den Unterbauch, sprang ab und flüchtete.

Schwer verwundet brach der Schakal-Muli nach vorne auf dem Sattel zusammen, klammerte sich an sein Pferd, fiel nicht herab, galoppierte das Tier mit ihm auf seinem Rücken aus dem Ort heraus, den Weg entlang und in Richtung des Waldes. In Richtung Elviras Hütte.