Elvira und Seth - Kapitel 2

Story by SethGodofChaos on SoFurry

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Kapitel 2

Leicht irritiert, aber willensstark setzte Seths Stute ein Bein vor das andere, umging Hindernisse, galoppierte schnell wie der Wind in Richtung des Waldrands, getrieben vom verwehenden Duft des Hengstes, welcher vor ihr diesen Weg genommen hatte.

Egal was auch sei, sie hatte seine Fährte in der Nase, wusste instinktiv, dass da wo er war jemand lebte, der ihrem verwundeten Reiter helfen konnte.

Seth selbst bekam von alldem nichts mit. Er schlackerte fast leblos im Sattel herum, bei einem Trab wäre er schon längst verloren gegangen, aber glücklicherweise hatte er sich mit seiner letzten Kraft noch am Sattel angebunden und der Knoten hielt.

Nach einer Stunde kam eine Hütte in Sichtweite, nach weiteren Minuten wurde die Stute langsamer, ging in den Schritt über und durchquerte die Pforte, landete vor der Tür Elviras Behausung.

Laut wieherte sie, stampfte mit den Hufen auf, alarmierte Hilfe, egal wie diese auch aussehen mochte.

Elvira war nicht viel früher heim gekommen, war gerade aus dem Stall in ihre Hütte eingekehrt, nachdem sie ihren Hengst mit Stroh trocken gerieben und gefüttert hatte.

Sie stand im Wohnraum, hatte den Kamin angefeuert, ließ wohltuende Wärme durch die Räume ziehen. „Nun, wird Zeit das Abendessen vorzubereiten“ hub sie an und schaute sich um, „So, Pilze hat die alte Wölfin noch, ebenso einige spärliche Vorräte zum Würzen, ein paar Kartoffeln in einer dunklen Ecke. Dann sollte ich mal etwas zaubern.“

Sie wollte gerade das Feuer im Herd entzünden, wollte mit den Vorbereitungen starten, da hörte sie vor der Tür den Lärm, das Wiehern eines Pferdes und ein verzweifeltes, geradezu wütendes Hufstampfen.

Eilends verließ sie ihre Hütte, stürmte vor die Tür und sah die Katastrophe.

„Verdammt“, schrie sie, rannte auf das Pferd zu, löste Seth vom Sattel und riss ihn zu Boden, packte ihn unter den Achseln und zerrte ihn ins Haus.

Nachdem sie sich draußen umgesehen hatte, sich sicher sein konnte, dass er keine Verfolger im Schlepptau hatte, schloss sie die Tür, schleifte den Hybriden auf eine Decke am Kamin und legte ihn ab.

Schnell fand sie ein Kopfkissen, eine weitere Decke, ließ Wasser auf dem Herd heiß werden, goss es in eine Schale und kniete sich schließlich neben Seth.

„Tut mir Leid, Mister. Aber ich werde sie jetzt entkleiden müssen“, sagte sie und öffnete die Kutte, legte den Körper und damit auch die Stichwunde frei, „Verdammter Mist“, seufzte sie, „was haben die mit dir gemacht?“

Sie beugte sich über sein Gesicht, lauschte.

Er schien noch zu atmen.

Sie ging ins Wohnzimmer, holte einige Kräuter und kniete sich wieder zu Seth, rührte einige Lösungen an, reinigte die Wunde und legte schließlich einen Kampferverband an.

„Der Rest muss von dir kommen, unbekannter Retter namens Seth. Ich hoffe nur, dass wir uns später besser kennenlernen.“

Tage vergingen, Elvira wechselte die Verbände, reinigte die Wunde, welche sich sehr langsam besserte. Seth lag im Fieber, war schwach, rührte sich kaum.

Sie fütterte ihn so gut es ging, flößte ihm Flüssigkeit ein, wusch ihn, wechselte die Decken, welche er regelmäßig durchnässte, da er nicht in der Lage war ihre Toilette zu benutzen.

Die Zeiten in denen er bewusstlos und im Fieberwahn lag wurden im Laufe der vergehenden Wochen weniger.

Mehr und mehr wurde der Hybrid wacher, beobachtete seine Umgebung.

Dann, eines morgens, kam plötzlich die Frage: „Wo bin ich?“

Elvira saß neben ihm, sah ihn müde an: „Na wer ist denn da? Der große Held ist wieder da.“

„Ich kenne dich. Du bist die Wolfs-Frau vom Markt. Ich hatte bei dir Beeren gekauft und dich später aus den Klauen eines Verrückten befreit.“

„So kann man es sagen. Du hast mich aus der Stadt gejagt und dich abstechen lassen. Du magst zwar ein Kämpfer sein, aber besonders clever bist du nicht.“

„Danke, dass du so über mich denkst. Wie lange bin ich schon hier?“

„Du bist bei mir daheim. Dein Pferd führte dich zielgenau zu meiner Hütte.“

„Mir ist dein Name entfallen, muss ich zugeben.“

„Elvira und nein, ich habe nichts mit dem Teufel zu tun.“

„Ich weiß, allerdings dürften die Ortansässigen eine andere Meinung haben. Zumal man auch weiß, dass ich keine Füße, sondern Hufe habe und mich damit direkt für den Teufel hält“, sagte Seth und hob ein Bein, zeigte den Huf.

„Oh wie furchtbar. Ich habe schon schlimmere Sachen gesehen und glaub mir, ich habe vieles durch und erlebt.“

„Ich würde mich freuen, wenn du mir mehr von dir erzählst“, lenkte Seth ein und lächelte leicht.

„Würde ich gern machen, aber erzähle mir auch von dir. Und nein, ich möchte nichts über sexuelle Abenteuer hören. Zumindest noch nicht oder besser, behalte die ganz für dich. Vielleicht lasse ich mich später zu eigenen Abenteuern mit dir hinreißen. Da will ich nichts von Vorgängern hören.“

„Davon würde ich dir auch nichts erzählen wollen und danke, dass du dich um mich sorgst.“

„Muss an meinem mütterlichen Pflegeinstinkt liegen und hatte in den letzten Wochen weniger etwas mit dir zu tun.“

„Ich würde gern aufstehen und mich waschen“, hub Seth an.

„Du bist so sauber wie es geht. Immerhin habe ich ständig die Decken gewechselt und deine Sauereien entsorgt“, knurrte Elvira.

„Warum hast du dich überhaupt um mich gekümmert?“, hakte Seth nach.

„Ich sagte doch, ich habe wohl einen Mutterkomplex und muss mich immer um Bedürftige kümmern und du warst bedürftig. Abgesehen davon war schon lange kein Männchen mehr in meiner Behausung.“

„Weißt du eigentlich, dass du süß bist“, entfuhr es Seth, „du hast bezaubernde kleine Wolfsöhrchen.“

Elvira sah ihn scharf an. „Du hast Glück, dass ich Wolfsohren auf dem Kopf habe und du mit dem Begriff Ohren nicht meine Titten meintest.“

Unwillkürlich schweifte der Blick des Schakal-Mulis auf die Oberweite der Wolfs-Frau. „Die sind auch nicht klein“, konstatierte er.

„Typischer Kerl, aber es freut mich ehrlich gesagt, dass das dein zweiter Blick war und nicht der erste. Ich kenne das bei meinen körperlichen Attributen eher anders.“

„Achso? Du hast wunderschöne Augen und einen sehr frechen Blick“, setzte Seth nach.

„Hör auf zu schmeicheln, sonst bekomme ich den Eindruck, dass du was anderes willst und es dir nur darum geht.“

„Wenn ich nur in dich eindringen wollte um meine Geilheit in dir abzureagieren, dann würde ich mich nicht mit dir so viel unterhalten und vor allem würde ich mich einen Dreck um dein Vergangenheit und deine Lebensgeschichte scheren“ hielt Seth entgegen.

Elvira überlegte kurz. „Da magst du Recht haben. Und wenn es dir nichts ausmacht, solltest du dich bedecken. Ich sehe Sachen die ich bisher nicht sah und so schnell nicht sehen wollte.“

Seth sah an sich herab und merkte, dass man seine eindeutig männlichen Körperattribute sah und das in einer Form, die extrem exhibitionistisch war. Schnell zog er die Decke drüber: „Entschuldige bitte.“

Trotzdem konnte es sich die Wolfs-Frau nicht verkneifen etwas länger als gebührlich auf die Stelle der Decke zu schauen, an der vorher etwas anderes prangte.

Seth grinste leicht.

„Ich sehe deutlich, dass du grinst. Lustmolch! Dir scheint es wirklich besser zu gehen. Aber jetzt erzähl doch mal, was dich in diesen Ort verschlagen hat.“

„Ich weiß es nicht. Ich bin einfach nur umherziehend, habe zwar eine feste Bleibe, aber die Neugier treibt mich umher. Neue Orte, fremde Kulturen, neue Gesichter und so kam ich in diese Siedlung, deren Namen ich nicht einmal kenne.“

„Sie heißt Nemera und es ist dort eigentlich sehr gemütlich. Na ja, der Ort war gemütlich, bis du aufgetaucht bist. Tut mir Leid, aber du hast es dort gründlich versaut“, seufzte Elvira.

„Dafür kann ich aber nichts und vor allem habe ich dich nicht an deinen Ohren gepackt und daran hoch gezogen. Ich habe dir keine Schmerzen zugefügt“, wehrte sich Seth, ob der Schuldzuweisung.

„So meinte ich das auch nicht. Aber du musst zugeben, dass es schon merkwürdig ist, dass ich dort seit Jahrzehnten ein und aus gehe, nichts passiert und dann tauchst du auf, ich werde angegriffen, du schreitest ein, wirst fast getötet und am Ende sitzen wir gemeinsam in meiner Hütte“ konstatierte die Wolfs-Frau.

„Das ist ja das was mich auch wundert“, erwiderte Seth. „Normalerweise haben Menschen ein Problem mit Hybriden oder kompletten Tier-Menschen wie mich.“

„Daher fragte ich dich auch anfangs wie es sein kann, das du als Voll-Tier-Mensch einfach so durch die Menschenmenge streifen kannst und nichts passiert.“

„Elvira“ hub Seth an und atmete zunächst tief durch, „du weißt, dass ich unter meinem Mantel und meiner Kapuze gut versteckt bin. Du hast die Reaktionen gesehen, als ich den Mantel ablegte und halb nackt da stand. Es hatte vorher keiner der Anwesenden realisiert wer und was ich bin. Bei dir sind die Merkmale der Wölfin verschwindend nebensächlich mit kleinen Ohren, Schwanz und dein Gebiss siehst man nicht, wenn du nicht gerade die Zähne fletschst.“

„Da stimme ich dir zu.“

„Eben und als dann noch durch einen Zufall meine Hufe auffielen wurde ich zu Satan erklärt.“

„Und dann hatte doch tatsächlich jemand versucht den Teufel zu töten“, stellte Elvira klar.

„Eben. Ich glaube nicht, dass die Leute in diesem Ort so sehr an den Himmel und an die Hölle glauben wie einige Elemente die sich unter die sorglose Bevölkerung gemischt haben. Da läuft etwas ganz anderes. Jemand hat da ganz große Angst um seine Vormachtstellung.“

„Willst du der Sache nachgehen?“, erkundigte sich die Wolfs-Frau.

„Wenn ich wieder bei Kräften bin, ja.“

„Dann soll es so sein. Aber lass uns erstmal etwas essen.“

„Darf ich dir helfen oder hast du schon alles fertig?“

„Ich habe da schon mal was vorbereitet, aber du darfst gerne in den Wald gehen und Holz sammeln, wenn es deine Wunde zulässt.“

„Ich werde mein Bestes geben“, sagte Seth und erhob sich, drehte sich schnell um.

„Sehr lieb von dir, dass du mir den Anblick ersparen willst, aber ich hatte bereits das Vergnügen“, raunte Elvira und kratzte sich hinter dem rechten Ohr.

Nachdem Seth seine Blöße bedeckt hatte, ging er vor die Tür und sah sich um, ging schließlich in Richtung des Waldes und verschwand im Unterholz.

Elvira legte derweil alles bereit und wartete auf seine Rückkehr. Allerdings ließ der Schakal-Muli sich Zeit, mehr Zeit als sie dachte.

Als es ihr zu lange dauerte wurde sie nervös und ging ebenfalls vor die Tür, um nachzusehen. Von Seth fehlte jede Spur.

Sie ging in den Stall, dachte, dass er vielleicht nach seinem Pferd sehen würde, aber außer dem zufriedenen Schnauben seiner Stute und ihres Hengstes war kein Laut zu vernehmen.

Voller Sorgen ließ sie die Pferde wieder allein, schlug die Tür zu und begab sich auf den Weg, welcher einerseits zum Ort führte und auf der anderen Seite in den Wald.

Plötzlich knackten Zweige, raschelte es und Elvira ging in eine geduckte Haltung.

Seth erschien, kam aus dem Unterholz hervor, hatte ein großes Bündel dicker Zweige unter dem linken Arm und über der rechten Schulter einen Menschen welcher definitiv bewusstlos war.

„Was ist das denn? Wo kommst du jetzt erst her?“, rief Elvira ihm entgegen.

„Brennholz, was denn sonst? Und es dauert was es dauert“, erwiderte der Schakal-Muli lautstark.

„Das sehe ich auch, du Stoffel. Ich meine, was hast du auf der rechten Schulter, wer ist das?“

„Das weiß ich auch nicht, habe den aber mitgebracht, damit wir es herausfinden.“

„Lag der schon auf dem Weg oder hast du ihn etwa niedergestreckt?“

„Liebe Elvira, du hörst dich an als ob wir ein Paar wären oder ist es schon so weit?“

„Nein, noch ist es nicht so weit, dafür kenne ich dich nicht gut genug, aber ich mache mir trotzdem Sorgen um dich.“

„Das ist zwar sehr schön, aber zerbrich dir wegen mir mal nicht den Kopf. Ich kann auf mich aufpassen.“

„Genau mein Süßer!“, knurrte Elvira säuerlich, „Das hast du auf dem Rathausplatz perfekt bewiesen.“

Seth verdrehte die Augen. „Jetzt lass uns reingehen bevor der Typ wieder zu sich kommt und anfängt zu strampeln.“

Die Wolfs-Frau wackelte belustigt mit den Ohren, versuchte zu Grinsen. „Du bist echt unmöglich. Es wird mir ein Vergnügen sein mich mit dir einzulassen und dich zu erziehen.“

„Liebste Elvira. Ich bin eigentlich sehr gut zu erziehen. Leg mich an die Leine, aber lass mir etwas Spielraum, dann laufe ich niemals weg.“

„Ach ja? Fehlt ja nur noch Essen und Ficken?“

„So drastisch kann man es ausdrücken, muss es aber nicht?“

„Wir werden sehen. Jetzt bring alles in die Hütte, du komisches Vieh.“

„Schakal-Muli bitte, so viel Zeit muss sein“, erwiderte Seth grinsend und betrat die Behausung.

„Bitte lass nur die Hufe vom Muli sein, ich brauche keinen Hengst“, murmelte sie ganz leise.

„Leg den Menschen vor den Kamin“, ordnete Elvira an, „Und du hast mir immer noch nicht gesagt, wo du den her hast?“

„Er lief mir über den Weg, machte ein paar unanständige Bemerkungen über meine Herkunft. Da konnte ich nicht widerstehen.“

„Also die Faust-Narkose“, konstatierte Elvira.

„Richtig! Die Frage ist nur, warum er gerade hier sein Unwesen trieb. Das gefällt mir nicht.“

„Machst du dir etwas Sorgen um mich?“, stichelte die Wolfs-Frau.

„Es ist meine Aufgabe und mir eine Ehre auf dich aufzupassen und dich zu beschützen.“

„Bist du deshalb so auffällig in den Ort geplatzt, hast mich aufgesucht und dann gerettet?“

„Nein, das war reiner Zufall.“

„Es gibt keine Zufälle, schon gar nicht solch auffällige“, wies Elvira ihn zurecht.

„Lass es mich so ausdrücken, ich komme weit rum, höre viel und wenn da Gerüchte die Runde machen, dass es einen Ort gibt an welchem sich eine Wolfs-Frau frei bewegt und nicht von Menschen bedroht wird, dann werde ich schon neugierig. Dass du gerade an diesem Tag und zu dieser Zeit vor Ort warst, das war dann wirklich reiner Zufall.“

„Und es war auch Zufall, dass ausgerechnet an diesem Tag jemand mich angriff?“

„Nein. Das war kein Zufall“, antwortete es vom Kamin her. Der Mensch war wieder zu sich gekommen.

„Was du nicht sagst?“, wurde Elvira sarkastisch, „gibt es sonst noch was, was du uns zu sagen hast?“

„Ja. Ihr solltet vorsichtig sein und am besten verschwinden. Auf euch ist ein Kopfgeld ausgesetzt.“

„Warum?“, hakte Elvira nach, „Ich lebe hier seit Jahren friedlich und habe keinerlei Probleme mit den Menschen.“

„Schön für dich, Wolfs-Frau“, schnauzte der Mensch, „vielleicht war das Ganze auch nur eine langjährige Falle für den da“, er verwies auf Seth.

„Was? Was hat das mit mir zu tun?“, fragte der Schakal-Muli verwirrt.

„Du bist einigen gehobenen Damen und Herren im Königreich ein Dorn im Auge und solltest für immer verschwinden“, antwortete der Mensch.

„Das wäre auch einfacher gegangen. Entschuldige bitte, aber ein solcher Aufwand nur wegen mir, das ist dann doch etwas zu weit hergeholt.“

„Aber nicht doch“, mischte sich Elvira ein, „Wie schnappt man sich die Beute, wenn sie freiwillig kommt und man zuvor nie weiß wo sie sich gerade aufhält?“

„Man baut eine Falle, welche irgendwann zu schnappt. Es braucht nur Zeit“, sinnierte Seth.

„Eben. Erdloch ausheben, tarnen und dann Gras drüber wachsen lassen. Alles sieht nach Jahren ganz natürlich aus und die Beute rennt ganz von allein hinein“, schloss Elvira die Gedanken ab.

„Die Falle lasse ich mir aber sehr gefallen, denn die ist wirklich bezaubernd und süß“, flüsterte Seth in Elviras Ohr.

„Alter Schleimer.“

„Und wie“, flüsterte Seth weiter.

„Du machst mich gerade verlegen und das ist nicht gut.“

„Inwiefern?“

„Ich verliere die Beherrschung, wenn du so weiter machst.“

„Erst müssen wir den Menschen los werden“, hauchte Seth ihr weiter ins Ohr.

„Du verdammtes heißes, sexy Vieh“, entfuhr es Elvira plötzlich.

„Du weißt genau was ich mag und gerne höre“, stichelte Seth weiter, „beiß mich, schlag mich, leg mich an die Leine und gib mir versaute Tiernamen.“

Die Wolfs-Frau atmete tief durch und sah ihn streng an und wurde laut: „Du willst es wirklich wissen, was?“

„Sehr gerne“, sagte Seth und biss ihr zärtlich ins linke Ohr.

Elvira schloss die Augen und knurrte erst leicht lustvoll, dann aber abwehrend. „Vergiss es. Du bist sex-toll und deine Lanze tropft. Sieh zu, dass wir den Menschen loswerden“, grollte die Wolfs-Frau böse.

„Ja, meine Liebste. Wie hättest du es denn gerne? Soll ich ihn töten?“

„Mach mit ihm was du willst, Hauptsache wir sind ihn los.“

„Ich werde ihn im Wald aussetzen.“

„Und wie willst du verhindern, dass er uns folgt oder hierher findet?“

Seth sagte nichts, er ging zum Kamin, hob den Menschen hoch, sah kurz zu Elvira, holte mit den Faust aus und schlug ihm direkt auf den Kopf.

Als der Wolfs-Muli den Menschen los ließ, ging der wie ein Sack Mehl zu Boden und blieb liegen. „Du packst unsere Sachen zusammen, sattelst dein Pferd, schnallst alles auf“, ordnete Seth an, „Ich werde den Menschen zum Ort bringen und noch ein paar Dinge klären.“

„Das halte ich für keine gute Idee. Man hat es auf dich abgesehen, schon vergessen?“, mahnte Elvira.

„Das habe ich nicht vergessen, aber ich werde mich nur dem Ort nähern und vor dem Tor bleiben. Ich habe eine Vermutung und will diese bestätigt wissen.“

„Da tue das, aber pass auf dich auf.“

„Werde ich machen, sonst würde ich ja was verpassen, wenn ich dich allein lassen würde.“

„Was würdest du schon verpassen? Ich bin nur eine große, dicke Halb-Wölfin“, seufzte Elvira.

„Du bist meine Halb-Wölfin, groß ja, aber nicht dick. Du machst dich selbst schlecht und das bist du nicht.“

„Wenn du das sagst“, murmelte Elvira und zog die Stirn in Falten.

„Du bist dir gegenüber viel zu negativ“, sagte Seth, ging zu ihr, fast ihr zärtlich unter das Kinn, hob ihren Kopf etwas an, lächelte und küsste sie sanft auf ihre Lippen. „Ich komme wieder“, flüsterte er noch und verließ die Hütte.

Während Elvira tat was Seth ihr aufgetragen hatte, erreichte er, mit dem bewusstlosen Menschen auf dem Rücken des Pferdes, den letzten Teil des Weges in den Ort.

Es war mittlerweile Dunkel geworden, der Wach-Elf stand ans Tor gelehnt, langweilte sich und lediglich zwei große Fackeln beleuchteten die Umgebung.

Seth entschied sich abzusteigen und sein Pferd an den Zügeln neben sich herzuführen. Das sollte eine gefährliche Geschwindigkeit aus der sich anbahnenden Situation nehmen, außerdem würden so seine eigenen Hufe übertönt.

‚Mal sehen, ob ihr Wach-Elfen mit drin steckt‘, dachte er sich und lief angespannt, aber sicheren Schrittes neben seinem Pferd her, bog auf die Brücke, welche den nahen Fluss überquerte und zielstrebig zum Tor führte.

Der Elf sah auf und brachte sich in Position. Für ihn sah alles ganz harmlos aus. Es näherte sich ein Fremder unter einem Kapuzenmantel, führte sein Pferd und auf eben diesem lag ein Mensch und schien zu schlafen. Wie langweilig.

Als Seth sich vor ihm aufbaute, sah er die Szene jedoch deutlicher: „Wilhelm?“, rief der Elf.

Jetzt wusste er Bescheid, die Elfen steckten mit drin.

Kurzentschlossen warf Seth die Kapuze nach hinten, konnte der Elf gerade noch erkennen wen er vor sich hatte, griff er nach seiner Lanze, aber es war schon zu spät.

Seth entriss sie ihm, holte aus, schlug zu und durchbohrte ihn schließlich damit. Erst betäubt, dann leblos ging der Widersacher zu Boden. ‚Ausgezeichnet‘, ging es dem Schakal-Muli durch den Kopf, ,zwei Fliegen mit einer Klappe.‘

Schnell warf er den Elf über die Brüstung, versenkte dessen Körper im Fluss, anschließend wiederholte er den Vorgang mit dem Spion namens Wilhelm, welcher noch reglos über seinem Pferd hing.

Ein zweites Mal gab es platschendes Geräusch, dann stieg er in den Sattel und gab seiner Stute seine eigenen Hufe in den Flanken zu spüren, galoppierte zu Elvira.