Camilla - Die Eroberin, Kapitel 19
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Kapitel 19
„Hallo Captain Degreen“, rief Isis erfreut als die Gruppe die Brücke betrat.
Der Hengst drehte sich um, schaute sich die Gruppe im Einzelnen an und entdeckte seinen ersten Offizier. „Miss Onari“, grüßte er sie und beachtete die anderen zunächst nicht intensiver, „wie wäre es, wenn sie auf ihren Posten gehen. Der Rest steht am besten nicht im Wege.“
„Ich hatte gehofft, dass wir helfen könnten“, warf Anuset ein.
„Genau, deshalb sollt ihr nicht im Weg stehen. Ich möchte mein Baby heil landen und nicht wie einen Stein auf dem Boden aufschlagen lassen.“
„Das war jetzt gemein“, räusperte sich Camilla.
„Nehmen sie es wie sie wollen, Miss Queen. Wieviel Ahnung haben sie von Aerodynamik, Anflugvektoren, Massenträgheit, Luftreibungswiderstand, Gierwinkel?“
„Ehm…“
„Sehen sie, Miss Queen. Jeder hat sein Spezialgebiet. Sie haben die Archäologie, Götterwesen und ich habe dieses Schiff, die Physik und die Astronautik.“
„Sie haben Recht“, erwiderte Camilla und seufzte.
Der Captain tippte aufs Intercom: „Degreen an alle! Landefreigabe ist erteilt. Wir gehen jetzt auf Sinkflug und die Zielkoordinaten für Alpha 12 Québec Tango 56. Action!“
„Wann habe ich das schon mal gehört?“, murmelte Isis unüberhörbar.
„Als sie alles gesehen hatten?“, fragte Greta.
„Sind wir wieder beim ‚sie‘ gelandet?“
„Bei einer solchen Frage tue ich das sicherheitshalber“, antwortete Camilla.
„Nicht nötig, Süße. Und die Antwort ist, ja. Degreen besteht auf einer gewissen Kommandostruktur.“
„Oh.“
„Aber psssssst.“
Die Fuchswölfin nickte kurz. „Captain Degreen. Haben sie schon Kontakt zu unserem voraussichtlichen Shuttle aufgenommen?“
„Miss Queen“, hub der Hengst an, „das Shuttle, auf das sie anspielen, befindet sich auf Platz Alpha 219 Sigma 01. Das ist nach unserer Landung ein gutes Stück zu laufen.“
„Sehr schön, Captain“, mischte sich Isis ein und drängte Camilla ein Stück zurück. „Wir werden die Brücke jetzt wieder verlassen“, ergänzte die Göttin und rollte mit den Augen, deutete auf den Ausgang und wischte mit ihrer Hand in diese Richtung.
Nachdem mehr oder weniger freiwillig die Gruppe von der Brücke verschwunden war, schaute der Captain zu seiner Offizierin. „Onari, war es wirklich nötig, dass sie diese Truppe ständig im Schlepptau haben?“
„Captain, ich kann mir gewisse Sachen nicht aussuchen, aber im Grunde genommen haben sie Recht. Ich werde versuchen in Zukunft darauf zu achten.“
„Sehr gut Erste und jetzt konzentrieren sie sich auf ihre Arbeit.“
„Aye Captain!“
„Ich werde jetzt nach Frank Simson sehen und hoffen, dass Nephtys ihn noch nicht geopfert hat.“
„Eine sehr gute Idee“, verkündete Camilla und stellte sich neben Anuset, welcher sich sanft gegen sie lehnte.
„Mir fällt gerade ein“, hub der Taur an, „dass wir immer noch nicht wissen wer der Pilot des Shuttles ist.“
„Schätzchen“, säuselte die Göttin den Taur an, „der sollte in deiner Programmierung auftauchen.“
„Ich habe da Bastet und Horus als Wahlmöglichkeiten“, sinnierte Anuset.
„Siehst du und einer der beiden wird es sein.“
„Ich würde Bastet bevorzugen. Nephtys reicht mir schon, aber Horus wäre mein Untergang.“
„Du weißt aber auch, dass Bastet leicht verrückt ist“, gab Isis zu bedenken.
„Noch schlimmer als sonst?“
„Na ja, früher war sie leicht irritierend, aber seit geraumer Zeit häufen sich ihre fünf Minuten.“
„Solange sie uns damit nicht umbringt, ist alles in Ordnung“, stellte Anuset fest und seufzte leise, „Gehen wir unserer Wege. Wir sehen uns, wenn wir gelandet sind.“
Die Gruppe zerstreute sich.
Anuset und Camilla begaben sich auf ihre Suite, frönten dort ihrer Lust und Leidenschaft, ließ die Fuchswölfin ihren göttlichen Liebhaber wieder zum Hengst werden, genoss sie seine Stärke und Ausdauer.
Isis ging derweil auf ihre Kabine, holte eine Ampulle aus ihrem geheimnisvollen Koffer, zog eine Spritze auf, steckte diese ein und machte sich auf den Weg zur Kabine von Nephtys, in welcher sie Camillas Butler Frank Simson vermutete.
Dort angekommen klopfte sie.
„Herein“, rief Nephtys.
„Ich bin es nur“, verkündete Isis und trat ins Zimmer.
„Ach ja. Da war ja noch was“, sagte Nephtys und erhob sich, während Frank sitzen blieb.
„Ich habe die Nanobots“, sagte Isis und zog die Spritze hervor, „Mister Simson. Ihr Auftritt.“
„Ich bin bereit, wenn sie es sind“, verkündete der Dobermann.
„Es tut auch nicht weh“, floskelte Isis und stach ohne ein weiteres Wort zu verlieren die Kanüle in eine, mit Kühlmittel durchströmte, simulierte Armvene.
„Was wird jetzt passieren?“, fragte Frank.
„Erstmal nichts. Es dauert etwas bis sich die Nanobots in ihre KI verirrt haben, sich vermehren, ihre gespeicherte künstliche Anatomie erlernt und entsprechende Umwandlungen herbeiführen, ebenso die Ausbildung von natürlichen Körpermerkmalen die ihrer Spezies entsprechen.“
„Und dann, mein süßer, heißer Rüde, werden wir Spaß haben“, verkündete Nephtys lüstern.
„Haben wir nicht auch so schon Spaß?“, wunderte sich der Dobermann.
„Das haben wir, aber ich möchte, dass wir diesen gemeinsam auskosten.“
„Sehr gern, Miss Nephtys.“
„Oh nein. Nicht schon wieder“, schmollte die Göttin, „Jetzt bist du wieder beim ‚sie‘. Ich bin es, deine Nephy.“
„Du hast recht, mein Liebling“, verbog sich Frank etwas und rang sich ein Lächeln ab.
Isis beobachtete die beiden, dachte sich ihren Teil und verließ wortlos, aber kurz winkend, das Zimmer. ‚Irgendwie scheint der Hund jetzt schon überfordert‘, dachte sie sich noch.
In ihrer Kabine angekommen erwartete Stephen sie ungeduldig.
„Alles klar, mein Liebling?“, fragte Isis an ihren Wolf gewandt.
„Ja. Ich mache mir nur Sorgen um Frank. Ich weiß nicht, ob diese Nephtys zu viel für ihn ist.“
„Das wird sich zeigen. Die Nanobots werden in zwei Tagen ihre Arbeit aufnehmen. Der Rest muss von ihm und ihr selbst kommen.“
„Wie wird sich jetzt unsere Zukunft gestalten?“ Stephen schaute sorgenvoll zu seiner Göttin.
„Mach dir darüber keine Gedanken. Ich stelle es mir sehr abenteuerlich vor. Nephtys und Frank, wir beide, Camilla und Anuset, wenn wir alle als Gruppe in der Villa bleiben, dann haben wir das beste Team des Universums.“
„Ich dachte, dass du gehst und mich mitnimmst?“
„Ich habe mich anders entschieden. Ich bleibe bei dir und dem Rest der bescheuerten Truppe. Ich würde sonst etwas vermissen. Außerdem muss wenigstens ich auf Frank aufpassen.“
„Meinst du nicht, dass Anuset dafür reichen würde? Außerdem ist Camilla auch noch dabei.“
„Ja. Diesen Gedanken hatte ich auch, bin jedoch davon abgewichen. Nephtys ist und bleibt nicht berechenbar und euer Butler wäre ihr hilflos ausgeliefert.“
„Er ist ein starker Dobermann“, gab Stephen zu bedenken.
„Noch ist er künstlich und asexual“, hielt Isis dagegen.
„Du meinst …“, fuhr Stephen fort.
„… er wird von Gefühlen und Gelüsten überrannt werden. Wurdest du ja auch“, unterbrach ihn Isis.
„Ich bin aber auf natürlichem Wege geboren und ein Lebewesen.“
„Das wird Frank auch, zumindest letzteres. Aber sag selbst, als du mit mir zum ersten Mal intim warst, da warst du hinterher auch komplett fertig.“
„Isis, sind wir jemals fertig geworden? Ich glaube eher, dass wir einfach nur aufhören“, entgegnete der Wolfsrüde.
„Stimmt auch wieder. Aber du bist ja auch ein guter Junge und Mami kann nicht genug von dir bekommen.“
„Tust mir einen Gefallen?“, seufzte Stephen.
„Gerne“, erwiderte die Göttin.
„Es wäre schön, wenn du mich als deinen vollwertigen Partner ansehen würdest und nicht als kleinen Jungen, der es seiner Mama besorgt. Das ist erniedrigend und irgendwie kommt es mir auch falsch vor, regelrecht Inzest.“
„Wenn du es so wünschst, dann soll es so sein. Abgesehen davon, ich bin nicht pervers und würde es nie mit einem Kind treiben. Genau genommen dürfte ich überhaupt keinen Sex haben, weil ich für jeden hier, aufgrund meines Alters, die Mama und X-fache Großmutter sein könnte.“
„Das wäre schade. Vor allem für mich“, flüsterte Stephen verschwörerisch, trat näher an Isis heran, nahm sie in seine Arme und küsste sie leidenschaftlich.
Die Göttin ließ sich bereitwillig darauf ein, gab sich in seine Obhut, erwiderte den Kuss, wurde dabei fordernder und schaffte es sehr schnell ihren Partner davon zu überzeugen, dass der Kuss nur der Anfang sein kann.
Als das Kreuzfahrtraumschiff nach einigen Stunden an seinem Bestimmungsplatz aufsetzte, hörte man aus Camillas Suite und Isis Kabine die Aufschreie der Befriedigung tönen.
Mit glänzenden Augen und leicht ermatteten Körpern trafen sich die Vier in der Lobby des Schiffes.
„Ihr seht so fertig aus“, stellte die Fuchswölfin sorgenvoll fest, als sie ihren Stiefbruder ansah.
„Ihr beide seid auch nicht gerade frisch“, entgegnete Stephen und zwinkerte schelmisch.
„Ehre wem Ehre gebührt. Anuset ist zwar höflich und auch sehr behutsam, aber …“, hub Camilla an.
„… du musst den Satz nicht beenden, Schwesterherz. Ich kann es mit Isis nur bestätigen. Unsere Götter geben wirklich alles und noch viel mehr.“
„Ich befürchte, dass wir uns übernehmen“, seufzte Camilla.
„Nein. Das ist nur vorübergehend“, munterte Stephen sie auf, „wenigstens konnte ich Isis das braver Junge und Mami Spiel austreiben.“
„Oh, wie kommt es?“, war Camilla begeistert, „Und du meinst, dass das so bleibt?“
„Lass es mich so ausdrücken. Isis schrie, obwohl sie eine Göttin ist, ständig nach Gott.“
„Na ja, du bist ja auch ein prächtiges Kerlchen.“
„Jetzt lass mal gut sein, Schwesterchen. Du bist mit Anuset auch bestens bedient und er kann ja nicht oft genug zum Kampf mit Lanze herausfordern.“
„Oh ja und die glaub mir, er kann verdammt gut damit umgehen.“
„Solange es keine Verletzten gibt.“
„Bisher nicht, ich bremse ihn immer noch rechtzeitig.“
„So, ihr beiden“, mischte sich Isis ein. „Es ist sehr reizend, dass ihr über unsere göttlichen Sexaktivitäten diskutiert, aber wir haben jetzt wichtigeres vor. Captain Degreen ließ mich informieren, dass wir, sobald alle von Bord sind, uns treffen werden und Schutzanzüge anziehen werden. Die Atmosphäre ist zu dünn um lange anstrengende Wegstrecken zu Fuß zu bewältigen. Vor allem dürfte es für Anuset unmöglich sein, wenn er die Ausrüstung trägt, selbst mit Exoskelett und Servo-Unterstützung.“
„Sehr wohl“, entgegnete Camilla.
„Wie schön. Wenn das alles vorbei ist, dann werden wir alle gemütlich in eurer Villa leben und haben uns alle furchtbar lieb“, tönte es aus dem Hintergrund.
Nephtys und Frank waren erschienen und schickten sich an, sich dazu zu gesellen.
„Oh, hallo Nephtys. Mit dir hatte ich jetzt nicht gerechnet“, stellte Camilla leicht gereizt fest.
„Oh, Camilla-Herzchen“, säuselte die Göttin, „sei nicht so missgünstig. Alles wird gut.“
„Isis?“, wandte sich die Fuchswölfin die Hauptgöttin, „Ich dachte, dass du Frank die Nanobots gegeben hattest.“
„Das habe ich“, erwiderte Isis.
„Was hast du sonst noch angestellt? Ich spiele damit auf das sonderbare Verhalten von Nephtys an.“
„Nein, nein. Ich muss Isis in Schutz nehmen“, erklärte Nephtys, „Frank ist schuld. Er ist nicht nur ein Charmeur, er brilliert noch mit ganz anderen Sachen.“
Die Fuchswölfin schaute ihren Butler tiefgründig an.
Der erwiderte den Blick und hob eine Augenbraue. „Ich hatte genug Lehrmaterial.“
Camilla wurde knallrot unter ihrem Fell und unangenehme Wärme stieg in ihr auf. „Soweit zur Verschwiegenheit des Personals“, murmelte sie leise.
„Keine Sorge, Miss Queen. Sie haben damit nichts zu tun“, rechtfertigte sich Frank Simson.
Nach und nach leerte sich das Kreuzfahrtschiff und es zog Ruhe ein. Plötzlich tauchte der erste Offizier Onari auf. „Worauf wartet ihr? Mir nach.“
„Da rein“, waren die nächsten Worte, nachdem sich alle in der Druckausgleichkabine eingefunden hatten.
„Ah. Die Anzüge“, stellte Camilla fest.
„Warum habt ihr noch eine Schleuse?“, fragte Anuset neugierig.
„Für einen Gott, oh sorry, für zwei Götter eine reichlich dumme Frage. Schon mal daran gedacht, dass wir durch Atmosphären fliegen und vor allem im Raum von Meteoriten getroffen werden könnten?“
„Dann war meine Frage tatsächlich nicht gerade glanzvoll“, entschuldigte sich der Taur. „Ich bin es nur von unseren antermerianischen Dimensionskreuzern gewohnt. Da war durch die Gefechte ständig das Problem der Außenhautbeschädigungen gegeben.“
„Weißt du was mich wundert?“, hub Onari weiter an, „Das ihr so viel weiter seid als wir, aber euch komisch anstellt.“
„Ganz einfache Erklärung“, begann Anuset sich zu rechtfertigen, „nach allem was wir bei der damaligen Menschheit erlebt haben, hätte es uns nicht gewundert, dass die wesentlichen Dinge vergessen wurden.“
„Okay, der Punkt geht an dich“, erwiderte die Hyäne, „Aber das waren Menschen und keine Anthros.“
„Dann gebe ich den Punkt gerne zurück“, erwiderte Anuset.
„Trotzdem wundert es mich, dass du keinen Kontakt zu deiner Armee hast“, hakte Onari nach.
„Das sind auch keine Antermerianer wie wir. Dass sind Menschen, na ja, es waren Menschen“, rechtfertigte sich der Taur.
„Trotzdem frage ich mich, wie wir das sind was wir sind?“, fragte Stephen wie aus dem nichts.
„Eigentlich …“, mischte sich Isis ein und wurde von Anuset unterbrochen: „… was wisst ihr über den großen Krieg?“
Erst betretenes Schweigen, dann antwortete Onari: „Es gibt nicht viel was an Überlieferungen vorhanden ist.“
„Genau und das ist das Problem“, erwiderte Anuset, „die Menschen züchteten Chafren auf dem Planeten Genro, um diese gegen ihre eigene Art einzusetzen, gegen die Cherit. Das ging schief, ist jetzt mehrere hundert Jahre her. Alle Chafren und Cherit, ebenso Balgonier und Haldoraner, welche damals im großen Angriff der abtrünnigen Antermerianer involviert waren, leben nicht mehr. Ebenso ist in Vergessenheit geraten, dass eine Wölfin und ein Wolfsrüde waren, welche den Krieg an entscheidender Stelle zum Sieg führten. Sie haben sich geopfert, ließen ihr Leben, um die Menschheit zu retten und vernichteten zur richtigen Zeit und an richtigen Stelle das Flaggschiff der Angreifer durch einen heldenhaften Selbstmord.“
„Was genau ist passiert?“, fragte Stephen.
„Drekal, so hieß die Wölfin, hatte sich mit ihrem Schiff der Amun-Re, in einer beispiellosen Tat und in einer vollkommen aussichtlosen Situation, auf das Schiff des Feindes gestürzt und es zusammen mit ihrem eigenen in den luftleeren Raum gesprengt, während ihr Partner versuchte durch Diplomatie zu glänzen, diese leider an den falschen Menschen anwenden wollte und zu einem friedliebenden traurigen Opfer wurde. Eine Wölfin, namens Diana, war zugegen und fackelt daraufhin in einer Stadt namens Berlin den zentralen Park ab, verwandelte ein ganzes verfeindetes Stadtgebiet in Schutt und Asche. Das waren die zwei zentralen Punkte, warum die Abtrünnigen den Krieg verloren.“
„Aber wie kam es dazu, dass die Menschen so stark dezimiert wurden?“, bohrte Stephen weiter, „Ich verstehe jetzt den Zusammenhang nicht.“
„Menschen und Anthros freuten sich über den Sieg, freundeten sich an, lebten Tür an Tür, aber nicht jedem gefällt eine solche Entwicklung. Es gibt immer Menschen denen Frieden die Geldbörse nicht füllt.“
„Du meinst, dass die Menschen sich selbst ausgelöscht haben?“
„Fast richtig. Es ist vielmehr so, dass alles ausuferte und sich eine Situation entwickelte, welche nur eine Spezies am Ende zuließ. Es mehrte sich damals Hinweise auf eine Sekte, auf eine Gruppierung, welche darauf zielte, die Chafren, Cherit und uns Antermerianer auszuradieren oder zumindest auszuliefern und vertreiben. Wir erfuhren davon und auch von einer vollkommen unbekannten Spezies, welche als Mittel zum Zweck gegen uns eingesetzt werden sollte.
Also schickten die Menschen, Chafren und Cherit eine erfahrene Besatzung mit einem erfahrenen Captain an Bord des Cherit-Subraumkreuzer Horem-hab zu einem Planeten oder vielmehr Planetoiden namens LV426.
Die Spezies dort war vor uralten Zeiten einzigartig, extrem aggressiv und keiner wusste woher sie kommt. Ein Schiff namens Nostromo, nebst Besatzung und später eine ganze Siedler-Kolonie fanden den sicheren Tod. Durch atomare Verseuchung des Planeten, nach einer Überladung der Generatoren und deren Explosion, wurde diese Spezies in eine Mutation geschleudert. Vorher zweibeinig und sehr schnell, entstanden riesige spinnenartige Kreaturen, welche jedoch nicht nur unumgänglich waren, sondern auch noch eine telepathische Schwarmintelligenz entwickelten. Diese sollten als Waffe gegen uns dienen und damit auch gegen euch.
Aber dazu kam es nicht.
Diese Spezies blieb dort, die Sektierer wurden ausfindig gemacht und inhaftiert.
Es sollte einen Friedensvertrag zwischen uns und den Abtrünnigen geben. Der wurde auf Genro auch unterzeichnet, allerdings auf der Erde von Menschen gebrochen. Es kam zu einem erneuten Krieg, diesmal mit der Folge, dass die Menschheit sich mit ihrer Technologie fast komplett selbst auslöschte und die Anthros als widerstandsfähigere Spezies die Dominanz übernahmen.“
„Und so kam es zum jetzigen Zustand“, schloss Camilla.
„Letztendlich hat sich die Menschheit mit ihrer Technologie, gepaart mit ihrem unendlichen Willen alles Fremde auszulöschen, selbst ins Abseits geschossen“, konstatierte Isis.
„Und daher rührt auch meine militärische Ausbildung. Jetzt ab in die Anzüge“, ordnete Onari an, „wir haben einen straffen Zeitplan.“