Kapitel 36

Story by SethGodofChaos on SoFurry

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Kapitel 36

die Raumbasis

Die Zeit schien plötzlich stillzustehen. Es waren nur noch fünf Minuten bis zum rettenden Festland, aber die dehnten sich zur Unendlichkeit. Die beiden Chafre leisteten Schwerstarbeit und erreichten schließlich die Insel. Unsanft, aber weich genug setzten sie auf festem Boden auf und schalteten die Energieversorgung aus. Torus' Fluggerät hatte kurz vor der Landung ebenfalls die kritische Masse erreicht und Syrgons lag in den letzten Zügen. Sie hatten es geschafft und das grenzte fast an ein Wunder. Jetzt gab es kein zurück mehr. Sie waren auf der Insel gestrandet.

„Los, packt eure Sachen zusammen, Syrgon schnappt sich den Mech und dann sollten wir schnellsten in die Station rein“, rief Tarja.

Sie hielten sich ran. Der Wolf hatte den Mech schon aktiviert und lief auf die Station zu. Es erfolgte keinerlei Gegenwehr. Er fand den Eingang und postierte sich davor. Die Anderen hatten ihre Sachen aus den Gleitern geholt und rann-ten was das Zeug hält. Der Regen wurde immer stärker und durchnässte sie unangenehm.

Kira stand vor der Tür, betrachtete sie, fand ein Eingabeterminal und zog einen ihrer bekannten Zettel aus einer Tasche. Sie tippte die Codierung ein und Sekunden später wechselte die Kontrollleuchte auf grün. Brummend fuhr die Tür auseinander und gab den Blick auf einen kleinen Eingangsbereich und einen Lastenaufzug frei.

„Los, rein da, aber seid leise und haltet die Augen offen. Vergesst nicht, dass es sich um Feindgebiet handelt“, flüsterte Chiron.

Wie selbstverständlich betrachteten sie die Konstrukteure dieser Stationen als Feinde. Kein Wunder, hatten sie doch um ihr Leben kämpfen müssen und ständig den Tod im Nacken.

Als alle eingetreten waren, schloss sich die Tür und es kehrte eine unheimliche Stille ein. Man hörte nicht mal mehr den Regen der von außen gegen das Stahlbauwerk klopfte. Tarja stellte sich vor den Aufzugsschacht und drückte den Rufknopf. Es ratterte und klapperte, als die Kabine sich näherte. Sie war durch Gittertüren abgesichert und diese mussten von Hand aufgezogen wer-den. Die Fahrt nach oben gestaltete sich als recht abenteuerlich und war gepaart mit einer unvorstellbaren Geräuschkulisse und immer wiederkehrenden Erschütterungen der Kabine.

„Sehr grobschlächtige Konstruktion“, grollte Finlay.

„Ist halt nur ein primitiver Lastenaufzug. Wobei es auch mich wundert, dass eine so hochentwickelte Technologie so etwas wie das hier zu lässt“, entgegnete Grey.

Sinja hatte ihn am Arm gepackt und hielt sich fest. Die Aufwärtsfahrt dauerte ganze zehn Minuten. Und manchmal hatten sie das Gefühl, dass der Aufzug gleich stecken bleiben würde. Mit einer starken Erschütterung hielt die Kabine schließlich an und Tarja und Kira zogen die Gittertüren auf.

Sie standen in einem großen Gang, der sich am Ende teilte und an deren Enden sich Türen befanden. Eine der Türen war relativ klein und sie trug die Aufschrift Operations. Die zweite Tür war groß genug um den Mech hindurch zu lassen und trug die Aufschrift Landing and Cargo Bay.

Sie entschieden sich für die erstere Tür und kamen in einen großen Raum. Dieser war voll gestopft mit vielen bekannten Dingen, wie Computern, Monitoren und Datenleitungen. Allerdings gab es einen gravierenden Unterschied zu den anderen Stationen. Dieser Raum hier hatte Fenster und man konnte den herrlichen Ausblick über die Rückseite des Planeten genießen. Durch ein anderes Fenster sah man in die Landungshalle, und da stand es.

Es war ein großes Schiff. Es wirkte gewaltig, hatte einen schlanken Rumpf, lange und breite tragflächenartige Konstruktionen an den Seiten, welche in schmalen Längsträgern endeten. Es erweckte einen schnellen Eindruck, aber, dass es so schnell sein sollte, wie sie es gelesen hatten, konnte sich keiner vor-stellen.

„Okay, wir sollten es uns hier bequem machen. Wie es aussieht ist ja wohl keiner weiter hier, außer uns natürlich“, sagte Cyron.

Sie hatten ihre Decken von der Urwaldstation mitgebracht und breiteten sie auf dem Boden aus. Kira, Pedro und Andrew begaben sich derweil in den Han-gar und somit zum Schiff. Sie umkreisten es fast ehrfürchtig und Kira strich mit ihrer rechten Hand über seine Oberfläche. Sie war spiegelblank, absolut eben und kalt.

„Das soll also unser neues Zuhause werden“, sinnierte sie laut.

„Wenn es das hält, was es verspricht, ja. Ansonsten sollten wir uns unseren Plan nochmal gut überlegen“, sagte Pedro.

„Ich fliege auf jeden Fall“, sagte Andrew und sein Entschluss schien felsenfest zu stehen.

„Dann komme ich auch mit. Egal was du sagst, aber ohne dich will ich nicht mehr leben“, entgegnete Kira und schaute ihm in die Augen.

Der Säbelzahnlöwe lächelte sie an und gab ihr einen hingebungsvollen Kuss.

Pedro rief plötzlich nach den beiden: „Kommt mal her, ich habe den Zugang gefunden.“

Augenblicklich standen sie neben ihm und Kira strahlte über das ganze Gesicht. „Volltreffer“, flüsterte sie.

Es handelte sich um einen Scanner, welcher die Form einer Hand hatte und scheinbar darauf ausgerichtet war, dass sich die Schleuse nur von einer Hand mit vier Fingern und einem sehr kurzen, weiter oben liegenden Daumen öffnen ließ.

„Da haben wir aber Glück gehabt“, sagte die Luchsin mit einem Blick auf ihre Hände.

Sie legte ihre rechte Hand auf das Gerät und fauchend öffnete sich das Zugangsschott. Mit weit aufgerissenen Augen standen sie da und schauten ins Innere.

Wieder einmal blickten sie in einen Raum. Es handelte sich dabei um den Frachtraum des Schiffes, an dessem Ende sich ein Gang fortsetzte. Sie betraten das Schiff und folgten diesem. Er war recht kurz und endete an einer Tür. Nachdem sie diese geöffnet hatten, erblickten sie einen weiteren, aber wesentlich längeren Gang, von dem links und rechts weitere Türen abzweigten und der an seinem Ende ebenfalls von einer Tür begrenzt wurde.

„Türen, Türen, Türen und Gänge über Gänge“, murmelte Andrew, „Ich habe das Gefühl, dass die ganze Technik die wir sehen nur aus Gängen und Türen besteht. Zumindest haben wir nicht sehr viel anderes bisher gesehen, wenn man von anderen kleineren Sachen absieht.“

Kira musste kichern und Pedro knurrte, wobei man nicht beurteilen konnte, ob er zustimmte oder angesichts der zurückliegenden Gefechte eher ablehnte.

Sie liefen weiter, direkt auf die Tür zu, die sich am hinteren Ende des Gangs befand. Warum sie das taten, wussten sie nicht, aber sie wurden regelrecht von ihr angezogen. Kira öffnete sie und die drei standen an der Schwelle zur Kommandobrücke.

„Volltreffer Nummer zwei“, triumphierte sie.

Sie setzte sich, wie selbstverständlich, auf den Sitz des Navigationsoffiziers und betrachtete die Schriftzeichen. Sie waren vollkommen fremdartig, aber irgendwie vertraut. Sie versuchte die Kontrollen einzuschalten. Nichts passierte.

„Kira an Technik. Kira an Technik. Technik bitte melden. Hallo Technik, jemand zu hause?“, ulkte sie herum und drehte sich grinsend zu Andrew.

Plötzlich erwachte das Schiff zum Leben und sie schraken zusammen.

„Verdammt, was hast du getan?“, fragte Andrew unwirsch.

„Ich? Ich habe gar nichts gemacht“, rechtfertigte sie sich, „Das Ding war es von allein.“

„Entschuldige bitte, aber ich hatte mich erschreckt. Ich wollte nicht so grob reagieren.“

„Ist schon okay.“ Sie lächelte mild, „Aber das ist gut. Wir sollten die Gunst des Augenblickes nutzen und ein paar Sachen herausfinden.“

Andrew nickte und setzte sich auf den Platz des Piloten. Er tippte auf der Konsole vor dem Sitz herum und aktivierte die verschiedensten Kontrollen.

Die anderen saßen derweil im OP-Zentrum und beobachteten die Vorgänge am Schiff, nachdem Kira, Andrew und Pedro darin verschwunden waren.

Zunächst war alles so wie sie es vorgefunden hatten und das Raumschiff ruhte friedlich auf dem Cargodeck. Jetzt, nur wenige Minuten später, schwebte es wenige Zentimeter über dem Boden, stand aber stabil in der Luft und war hell erleuchtet. Man erkannte die glänzende Oberfläche, verschiedene Schriftzüge und dass es eine durchgehende Reihe von Fenster besaß, hinter denen ebenfalls die Beleuchtung aufflammte.

„Das sollten wir uns mal aus der Nähe ansehen“, stellte Cyron fest und zog alle Anwesenden mit sich.

Kurze Zeit später standen sie ebenfalls auf der Kommandobrücke.

„Na, ihr drei. Was habt ihr heraus gefunden?“, fragte Cyron.

„Heraus gefunden? Gibt es auch andere Fragen von dir? Raus gefunden, jetzt schon? Wir haben gerade mal herausbekommen wo sich die Energiezufuhr versteckt, wie man sie aktiviert, wie die Kontrollen aussehen und wie die Rechner arbeiten“, knurrte Kira.

„Das ist doch schon mal was“, erwiderte Cyron in einem leicht entschuldigen-den Ton.

Nachdem sich alle ein Bild von der Brücke gemacht hatten, verließen die meisten sie wieder und untersuchten die Räume, welche vom Gang abzweigten. Es handelte sich ausnahmslos um Mannschaftsquartiere, einen Sanitätsbereich mit angeschlossenem Labor, eine Küche mit kleinem Speisesaal und angeschlossenem Vorratsraum und eine Waffenkammer.

„Wir haben etwas vergessen“, sagte Chiron.

„Was denn?“, fragte seine Partnerin.

„Wir haben nicht an Lebensmittel gedacht.“

Syrgon fing an zu lachen. „Ihr denkt wohl, dass wir umsonst hier sind. Wenn das Wetter besser ist, dann fahren Torus und ich runter und holen die Vorräte aus den Gleitern. Wenn ihr schon nicht daran gedacht habt, wir haben es.“

Ihnen fiel ein Stein vom Herzen. Somit schien das Problem der Versorgung gelöst zu sein.

„So“, hub Kira an, „jetzt werde ich mal nach verwertbaren Daten schnüffeln.“

Sie klapperte auf der Tastatur ihres Laptops herum, welchen sie in der Zwischenzeit schon mit den Kontrollen verbunden hatte.

Es vergingen Minuten, Stunden, Tage und am Ende befanden sie sich drei Wochen in der Station und pendelten ständig zwischen den Räumen und dem Raumschiff.

Apophis hatte sich ebenfalls mit den Computern und Daten beschäftigt, dass Wissen und die Informationen förmlich aufgesogen und sich als extrem große Hilfe erwiesen. Es stellte sich sehr schnell heraus, dass er die Fähigkeit besitzt soeben erworbenes Wissen sofort umzusetzen und anhand von Fallbeispielen zu nutzen. Das war mehr als ungewöhnlich und übertraf alle Vermutungen, die seine Person betrafen. Tarja machte sich derweil Gedanken, ob man dem Schiff nicht einen Namen geben sollte.