Nestwärme

Story by Were-Gato on SoFurry

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Auf Verlorene im Hochgebirge wartet das Ende, es sei denn ein Wunder geschieht...


Dann wollen wir mal wieder. Aufgrund von Umständen außerhalb jeder Kontrolle dauerte es zwar etwas länger, aber hier ist der nächste Teil.

Wie immer gilt natürlich auch hier, dass das hier nichts für Persönchen unterhalb der Volljjährigkeit ist.

Alle anderen sind wie immer herzlich zum fröhlichen lesen und kommentieren eingeladen!

Die Lehrlingsqueste - Nestwärme

(Teil 5 einer Kommission für KyanHyena)

"Das ist nicht die Akademie" Soweit Richards erste Feststellung. Die zweite ging schlagartig in einem Schwall hämmernden Kopfschmerzes unter. Reflexartig riss er die Arme nach oben, nur um erleben zu müssen, wie auch diesen in einen Reigen der Pein einstimmten. Mit Hilfe einiger klarer Gedanken, die auf einer vielfarbigen See des Schmerzes schwammen, versuchte er sich zu orientieren.

Pony, Einhorn, Höhle. Das waren die letzten klaren Erinnerungen, derer er habhaft werden konnte. Was danach folgte löste sich auf wie Salz, das man ins Meer streute. Lediglich eine vage widerhallende Ahnung vom Wirken mächtiger Zauberkunst blieb zurück. Keine wirkliche Gewissheit, mehr ein Gefühl, wie der Nachgeschmack von Steinen auf seiner Zunge. Röchelnd öffnete er den Mund, krächzendes Husten drängte nach draußen. Was an Luft wieder in seine Lunge strömte war kalt und staubig. Und weitaus dünner, als er es gewohnt war. Ein Taumel wie nach dem fünften Bier stieg ihm in den Schädel, ohne jedoch die Freude daran mitzubringen.

Mühselig packte er einen Rest seiner Zauberkraft und leitete diese durch seinen Leib. Ein paar gebrochene Dinge, über die er nicht näher nachdenken wollte, sollten sich auf diese Weise wieder zusammenfügen lassen. Zumindest klärte es ein wenig seine Sicht, und der Schmerz ließ etwas nach. Behutsam öffnete er die Augen.

Schattiges Dämmerlicht machte es ihm leichter, und trotzdem stach es. Ein Teil von ihm wollte nur wieder niedersinken, denn er lag nicht unbequem und es umgab ihn weiche Wärme. Doch der übrige Teil wollte wissen was vor sich ging.

Mit zusammengebissenen Zähnen blinzelte er Tränen und Krusten aus seinen Augen und ertrug das beißende Licht. Nach und nach fügte es sich zu Konturen zusammen, und er erkannte, dass er in etwas wie einer Höhle lag. Demnach hatte er sich wohl nicht weit bewegt, wenn überhaupt. Zauber, gerade die unverstandenen, konnten unberechenbar sein. Er schob die Brauen zusammen, versuchte sich zu konzentrieren. Dies erlaubte ihm zu erkennen, dass es zumindest nicht dieselbe Höhle wie zuvor sein konnte. Die überhängende Decke mochte noch aus hartem Felsen bestehen, doch die Wand am anderen Ende schwang wie ein schwerer Vorhang im Wind. Außerdem, bei näherem hinsehen, es fiel Licht durch Lücken in dem dichten Gewebe und an manchen Stellen zeigten sich Blätter. Es sah aus, als hätte jemand die Ranken schwerer Kletterpflanzen zu einem dichten Gewebe versponnen. Am unteren Rand dieses Geflechts türmte sich ein wohl hüfthoher Wall auf, der aus kleineren Ranken und ineinander verstrickten Zweigen bestehen mochte. Dieser umschlang die Höhle, soweit Richard nur blicken konnte. Bei dieser Betrachtung fiel ich außerdem auf, worin er selbst lag. Es handelte sich dabei ebenso um etwas wie einen geflochtenen Korb, gemacht aus Weidenruten oder vergleichbar elastischen Hölzern. Das Ganze war bis zum Rand gefüllt mit dürrem Heu, duftenden Gräsern und ganz zu Oberst eine dicke Schicht flauschiger Daunen. Es gab weder Kissen noch Bettzeug, doch auf solch weicher Bettstatt benötigte Richard dergleichen auch nicht.

Der Schmerz machte sich, angetrieben durch geleitete Zauberkraft, indessen langsam aus dem Staub. Es drückte und ziepte noch, doch der Zauberlehrling konnte sich wieder bewegen ohne gleich zusammen zu zucken. Zugleich ertappte er sich dabei, sich überhaupt nicht bewegen zu wollen. In einem Bett wie diesem, wo sollte er auf der Welt noch etwas Besseres finden?

Oder war das der Plan?

Ruckartig richtete er sich auf, frostig kalte Luft berührte seine nackte Brust und ließ ihn zittern. Dennoch legte er sich nicht wieder nieder. Schlagartig war ihm bewusst geworden, dass er nicht wusste wo er war, oder wer ihn hierher gebracht hatte. Er mochte gerade noch glauben, dass der Zauber ihn direkt in dieses fantastische Bett geschleudert hatte, doch entkleidet hatte ihn ein anderer. Mühsam sah er sich in dem Dämmerlicht um, und entdeckte seine Robe. Sauberer als zuvor hing sie an einigen Astspitzen, die aus dem Randwall rankten, der die ganze Höhle umgab.

Strauchelnd wie ein Neugeborenes schwang Richard sich über den Rand des seltsamen Bettes, seine nackten Füße berührten eisigen Felsboden. Hastig packte er seine Robe und schlüpfte hinein. Die wärmende Wirkung hielt sich in Grenzen. Doch blieb ihm kaum Zeit, sich darüber den Kopf zu zerbrechen. Denn rhythmische Schläge zogen draußen heran, unter deren Wucht der gesamte Vorhang erzitterte.

Richard konnte gerade noch hinter das Korbgeflecht des Bettes stürzen, da wurde das Gewebe zurück geworfen. Orangenes Licht flutete die Höhle, und vor dem Schein der untergehenden Sonne schwang majestätisches Geschöpf sich hinein.

Für einen Moment schwebte es in der Luft unter der Felsendecke, dann setzte es galant auf. Erst die Hinterpfoten, dann die mächtigen Klauen der Vorderläufe. Es besaß den Rumpf einer riesigen Katze, über und über mit orangenem Fell bedeckt, in dem eine Vielzahl grauer Streifen schimmerten. Tiger, erinnerte Richard sich vage. Dem gegenüber ragte der Kopf eines Adlers in die Höhe, stolz und mit einem Ausdruck der Weisheit und der Gefahr in den Augen. Das braune Gefieder ging auf Höhe der Schultern nahtlos in das Fell über, nur die ausladenden Flügel markierten die Grenze. Diese legte das Geschöpf nun an, und blickte sich in der Höhle um.

Richard blieb gerade noch Zeit, seinen akademisch verdorbenen Verstand zu schelten; der dieses Wesen als Greif klassifizierte anstatt an Flucht zu denken; da hatte es ihn schon entdeckt.

"Oh ein Glück, ich fürchtete schon, du wärst hinaus gefallen."

Leise klackerte ihr Schnabel als sie sprach, doch ihre Stimme klang sanft und mitleidsvoll; ganz anders als Richard es bei ihrem Anblick erwartet hätte. Auch die Weiblichkeit des Greifen stand damit außer Frage.

"Nein, ich öhm,... äh", brachte er mühsam heraus, während er noch von einem eiseskalten Fuß auf den anderen trat.

"Steig doch wieder ins Nest!" Der Tonfall war zugleich liebste Bitte und eindeutiger Befehl. "Du fängst dir auf dem kalten Stein noch etwas ein. Dann hätte ich dich ganz umsonst hergetragen. Los, los!"

Nest, dachte Richard als er sich wieder auf den gewobenen Rahmen schwang. Tatsächlich, es handelte sich um ein kunstvoll geflochtenes Nest. Seufzend sank er zurück in die wogenden Daunen, die noch immer Wärme von zuvor hielten. Wenn alle Vogelküken so gebettet wurden, wunderte es nicht dass die Eltern sie irgendwann aus den Nestern werfen mussten.

Die Greifin kam näher heran und häufte die Mixtur aus Kräutern und weichen Federstücken über der Brust des Zauberlehrlings.

Richard studierte ihre Züge, auf eine merkwürdige Art wirkte das Adlergesicht besorgt, vage traurig und seltsam müde. Trotz der Tatsache, dass sie praktisch aus zwei bedrohlichen Raubtieren bestand, wusste er instinktiv dass er sie nicht zu fürchten brauchte.

Als die Greifin endlich mit seiner Unterbringung zufrieden war, hob sie einen Ballen vom Boden auf und breitete den Stoff aus. Richard erkannte seine Hose, doch weitaus sauberer als zuvor.

"Der Schmutz war hartnäckig, aber nun sollte es wieder gehen", meinte die Greifin lapidar. "Wenn du dich wieder in dieses... Ding hüllst, wirst du hoffentlich nicht gleich erfrieren."

Sie breitete die Hose über einige der hervorstehenden Zweige am Randwall aus. "Sobald sie trocken ist, natürlich.

"Danke", sagte der Zauberlehrling aus seiner weichen Grube heraus. "Ich weiß nicht einmal so Recht was geschehen ist, aber danke. Mein Name ist übrigens Richard."

"Aquila", stellte die Greifin sich vor "Du hast dich wohl verlaufen, das ist geschehen. Dein Glück nur, dass hier keine Küken waren, oder ich hätte dich vom nächsten Berghang geworfen."

Richard schluckte. "In dem Fall, auch Danke für das Unterlassen." Er grub die Zehen tiefer in die Daunen "Du... Sie.... Ihr habt nicht noch zufällig ein paar Stiefel gefunden?"

Die Greifin bedachte ihn mit einem unverständigen Blick "Was soll das sein?"

"Schuhe, aus Leder", antwortete der Zauberlehrling "Kleider, für die Füße."

Dabei formte er umständlich die vagen Umrisse mit den Fingern. Wie sollte man Schuhe erklären?

Ratlos zuckten die Flügel der Greifin. "Nicht in der Nähe meines Nestes. Da warst nur du und das hier." Sie griff mit der Krallenhand unter die Seite des Nestes und holte eine zerschundene Tasche hervor. Es klimperte.

Ohne auch nur an Höflichkeit zu denken grapschte Richard danach, die Greifin ließ ihm den zerschlissenen Beutel. Richard warf die Abdeckung zurück, und schiere Erleichterung flutete durch seine Brust. Kein einziges Glas war zersprungen, alle hingen noch sicher in ihren Bändern.

"Das ist wohl von Bedeutung?", fragte Aquila.

"Oh ja!", verkündete Richard. "Es sind die Ingredienzien, die ich für meine Prüfungen der Zauberkünste brauche. Wisst ihr..."

Im Verlauf der nächsten Stunden ließ Richard sich über seine Arbeit aus, seine Lehrer, die Akademie, sein ganzes Leben. Er erzählte und erzählte, und die Greifin lauschte. Ohne ihn zu unterbrechen reichte sie ihm frisches Quellwasser in groben Holzschalen und Streifen getrockneten Fleisches. Richard endete erst, als ihm auffiel dass er kaum noch etwas sehen konnte.

"Wann ist denn die Sonne untergegangen?", fragte der Zauberlehrling.

"Vor einer Weile", meinte die Greifin, die halb um das Nest geschlungen lag. "Ist dir auch nicht kühl?"

"Kaum", meinte Richard, hob den Arm und wirbelte damit einige Federn auf. "Aber eine Decke hättest du nicht zufällig?"

"Eine Decke?" Aquila legte den Kopf schief, was verblüffend liebreizend aussah. "Wozu denn so etwas?"

"Ich bin es nur gewohnt, das ist alles", erwiderte der Zauberer. In einem Ruck zog er seine Robe über den Kopf und deckte sich damit zu. Heißer Greifenatem strich über seine nackten Schultern. Er rückte zum Rand hin. "Hast du schon noch genügend Platz?"

"Oh, ich schlafe nicht im Nest", erklärte die Greifin.

"Aber...", setzte Richard an, doch wurde er sogleich unterbrochen.

"Keine Widerrede! Das Nest war für die Küken, jetzt ist es für dich." Der Tonfall klang sehr mütterlich. Der Ausdruck um Aquilas Schnabel blieb jedoch sanft. "Breite dich nur aus, ich lege mich hier nieder."

Dabei nahm sie zwischen den geflochtenen Streben des großen Horstes Platz, ganz wie man es von einer Katze erwartete. Schritt erst hierhin, dann dorthin, prüfte sorgsam den Untergrund; und erst wenn dieser ihren höchsten Kriterien entsprach ließ sie sich nieder. Sie hielt ihre Flügel eng angelegt und bettete den Adlerkopf auf die Vorderbeine.

Da Richard es für unklug hielt, seiner Raubtier-Gastgeberin zu widersprechen, grub er sich tiefer in die Federn ein und genoss deren Weichheit bis er bald entschlummerte.

Der Zauberlehrling erwachte durch einen gepressten Quietschlaut. Er brauchte eine Weile um zu begreifen wo er sich befand, besaß jedoch die Geistesgegenwart in völliger Ruhe zu verharren. Vorsichtig öffnete er ein Auge, nur einen Spalt weit. Die Dunkelheit der Nacht lag noch immer schwer über der Welt, doch vereinzelte Strahlen weißen Mondlichts tauchten das Nest in vage schimmernden Glanz.

Durch einige Lücken im Geflecht seiner Schlafstatt sah Richard die Greifin am Boden liegen, und wie ihr raubtierhafter Leib unter zuckenden Wogen erbebte. Die Flügel hielt sie eng an den gestreiften Rücken gepresst, doch ihre Hinterpfoten traten aus und zeigten die verborgenen Krallen. Derweil lag ihre Brust fest auf den Boden gedrückt. Mit einer Krallenhand presste sie ihren Schnabel auf den steinernen Grund, so dass nur bisweilen ein unterdrücktes Ächzen laut wurde. Auf das lange Strecken folgte enges Zusammenziehen, bis sie fast zu einer Kugel zusammengerollt war. Für eine ganze Weile entdeckte Richard nicht, wo ihre andere Hand sich befinden mochte. Dann jedoch erklangen feuchte Schmatzlaute als ihr Schwanz ruckartig zur Seite zuckte, und es bedurfte wahrlich keiner großen Fantasie mehr um zu begreifen was die Greifin tat. Zumal sich gleichzeitig ein abenteuerlicher, scharfer Geruch rund um das Nest ausbreitete. Unwillkürlich schnappte Richard nach Luft.

Die Greifin erstarrte.

Hastig schloss der Zauberlehrling die Augen und gab sich alle Mühe schlafend zu scheinen. Er konnte hören wie Aquilas Gestalt verharrte, dann ihre Krallen sanft klickend auf den Felsenboden trafen. Sie wisperte seltsame Worte, Richard konnte sie nicht verstehen. Warmer Lufthauch strich über sein Gesicht als die Greifin nah an seinem Bett vorüber strich. Dann drang kalte Nachtluft herein und die grob gewebten Wurzelvorhänge flatterten schwer. Er konnte spüren, dass die Greifin nicht länger neben ihm stand.

Leise kämpfte Richard sich bis an den Rand des Nestes vor. Den Umhang immer griffbereit um sich notfalls darunter zu verbergen. Durch die größeren Lücken zwischen den Wurzeln blickte er nach draußen, quasi in den Hinterhof des Nestes. Dort, erhellt von strahlendem Mondeslicht, stand die Greifin und sah sich verlegen um. Dann schüttelte sie sich, breitete ihre Flügel aus und sank galant zu Boden.

Mit einem durchdringenden Seufzen streckte sie die Hinterpfoten in die Luft und legte sie an die nahe Felswand. Ihre linke Krallenhand fuhr sodann durch das weiße Fell ihres Tigerbauches, langsam und in kleinen Kreisen, während sie die Rechte zielsicher direkt zwischen ihre Schenkel führte. Ein Laut der Erleichterung verließ ihren Schnabel, so tief und durchdringend dass Richard ihn wie eine Meereswelle im Magen spürte.

Das feuchte Schmatzen erklang erneut, als die Greifin allmählich begann ihre rechte Hand zu bewegen. Ihr Kopf rollte über den steinigen Grund während ihr Schnabel sich zu tonlosen Schreien öffnete. Sie wand sich und packte einen ihrer Hinterläufe mit der linken Hand, ohne ihrer Rechten eine Pause zu gönnen. Mühsam zog sie ihre Pfote nach vorne, bäumte sich zugleich auf und schob sich auf ihren Flügeln nach oben. Es sah aus, als versuche sie ihre Krallen mit ihrer Schnabelspitze zu erreichen. Doch ein zittern durchlief ihren Leib noch ehe sie ihr Ziel erreicht hatte, und mit einem gepressten Stöhnen fiel sie zurück auf den Boden.

"Nicht mehr so jung wie ich möchte", stieß sie halblaut hervor.

Ihre Hinterläufe legten sich wieder gegen den Felsen, diesmal jedoch weiter auseinander. Ihre linke Hand gesellte sich zu ihrer Rechten. Das feuchte Schmatzen klang schneller und nasser.

"Falle Regen!", flüsterte sie im Tonfall eines Gebets, oder eines Befehls "Falle Regen, falle Regen, falle Regen, falle REGEN!"

Dabei stieg zwischen ihren Schenkeln eine Fontaine auf, die sich rasch dampfen in die kalte Nacht erhob. Der Greifin ureigenstes Wasser fiel auf sie nieder, durchtränkte ihren Bauch, ihr weißes Fell, ihre Streifen wie auch ihr Gefieder. Der durchdringende Geruch legte sich wie Nebel um sie. Die Greifin pisste sich ein.

Ihre Krallenfinger rührten immer schneller, das Plätschern verebbte, der gesamte Raubtierkörper wand sich in unkontrollierten Zuckungen. Da riss die Greifin den Schnabel auf und starrte in den Nachthimmel. Mit einem Schrei wie ein triumphierender Habicht fiel sie auf den Boden. Ihre Schenkel zuckten unkontrolliert, ihre Flügel schleuderten Staub und Steinchen ringsumher und von ihrem Bauch stieg weiter Dampf in die Luft.

Langsam kam Aquila wieder zur Ruhe. Schnaufend lag sie da, hob ihre nassen Krallenhände vor die Augen und betrachtete sie im Mondlicht. Ihr Blick wanderte nach unten über ihre Leibesmitte hinweg, bis sie sich seufzend wieder aufrichtete.

"Was bin ich erbärmlich", glaubte der Zauberlehrling noch zu hören, dann verschwand die Greifin hinter einer Felsnase.

Einige Zeit später kehrte sie ins Nest zurück. Richard stellte sich weiterhin schlafend, doch konnte er ihr nasses Fell deutlich riechen, jedoch nicht mehr. Nur frisches Wasser und ein Hauch wilder Kräuter hingen noch in ihrem Pelz.

Am nächsten Morgen brachte Aquila Fleischstücke mit ins Nest, die womöglich einst eine Bergziege gewesen waren. Sie schlug den Schnabel in das sehnige Fleisch und beobachtete fasziniert, wie Richard sein Stück mühsam an einen Stock band und über einer Hand voll magischem Feuer röstete. Er bot ihr an zu kosten und sie pickte einen Bissen ab, doch meinte sie ohne den Blutgeschmack wäre es die Sache nicht wert. Als sie mit dem Essen fertig waren packte sie Fellreste, Hautstücke und Knochen zusammen und warf den Unrat humpelnd über den Rand des Nestes.

"Fehlt dir etwas?", fragte Richard besorgt als er ihren schrägen Gang bemerkte.

"Ach wo, nicht der Rede wert", winkte die Greifin ab. "Eine der Ziegen hatte nur andere Vorstellungen darüber, was mit ihrem Fleisch geschehen sollte."

"Lass mich mal sehen."

Sie zog den Hinterlauf an sich. "Nein, das musst du nicht. Du bist mein K...ich meine mein Gast." Sie humpelte in die Mitte des Nestes und begann ihr Gefieder zu pflegen. "So was soll dich nicht kümmern."

Richard trat hinter sie. Von draußen drangen die Echos ferner Vogelschreie herein.

"Unfug!", meinte er lapidar und griff nach dem Hinterlauf den sie entlastete. Die Greifin zog ein wenig daran, gab sich allerdings keine große Mühe. Sie putzte sich weiter.

Richard nahm die schwere Tigerpfote in Augenschein. Die dicken, ledrigen Ballen die den Großteil der Sohle bildeten waren unversehrt, doch zwischen den beiden Größten in der Mitte sickerte ein feines rotes Rinnsal hervor. Mit spitzen Fingern bog Richard die rauen Ballen auseinander, was sogleich die fingerlangen und überaus scharf glänzenden Krallen zum Vorschein brachte. Unwillkürlich schluckte er. Jede davon hätte ohne weiteres einen veritablen Krummdolch abgegeben. Umso wichtiger, es sich mit der Besitzerin nicht zu verscherzen. Er betastete die wunde Stelle und drückte vorsichtig die dicke Haut zur Seite. Der dicke Splitter darin trat nun deutlich gegen das umgebende Blut hervor. Ausgehend von der Maserung mochte es ein Bruchstück eines Ziegenhorns sein.

"Vorsicht, das wird weh tun", warte er laut und zog mit einem Ruck den Hornsplitter aus dem Fleisch. Die Krallen zuckten kurz, er warf den Splitter rasch fort.

Aquila kicherte leise. "Warn davor eine junge Henne, eh sie ihre ersten Eier legt", spöttelte sie verschmitzt.

Richard behielt ihre Pfote dennoch in der Hand, ließ einen Hauch heilender Zauberei hineinfahren und begann sie vorsichtig zu massieren. Die Greifin streckte die Hände aus und legte entspannt die Flügel an.

"Wann wird es denn soweit sein?", fragte Richard nach einer ganzen Weile. Das blutige Rinnsal war mittlerweile versiegt.

"Was?", murrte Aquila "Was soll soweit sein?"

"Die Eier", antwortete der Zauberlehrling. "Du sagtest, hättest du Küken hättest du mich in Stücke gerissen, und das Nest ist wohl kaum für mich so hergerichtet."

Er spürte wie sich der Leib der Greifin verkrampfte, ganz offensichtlich hatte er etwas falsches gesagt.

"Ich meine..." fügte er rasch hin zu "Ich wollte nur wissen, bis wann ich verschwunden sein muss, verstehst du? Ich will dir doch nicht zu Last fallen, wenn die Eier kommen."

"Die kommen dieses Jahr nicht", schnaubte Aquila. Sie stieß sich vom Boden ab, trat an den Rand des Nestes und blickte durch die Lücken des Vorhangs. "Was weißt du von unserer Lebensart?"

"Kaum etwas", gab Richard unumwunden zu. "Bei uns weiß man kaum, dass es euch gibt."

"Wohl besser so", brummte die Greifin in sich hinein. "Wir Greifen führen ein Leben für uns. Wir gehen allein durch die Welt, wann und wie wir wollen. Nur im Frühjahr bauen wir Greifinnen unsere Nester, auf dass die Hähne kommen uns zu beehren."

Ihre Hand schloss sich um einen Strang verwobener Weidenruten, so eng dass die ersten Stücke zersplitterten.

"Doch zu mir kam niemand. Das heißt, ich bin alt. Kein Hahn, keine Eier, keine Küken. Niemals wieder!" Sie stieß das zerquetschte Holz von sich und schwang sich auf den Rand des Nestes und schlug den Vorhang zurück. "Hörst du das?"

Auf einer Woge eisiger Luft drangen die Schreie ferner Raubvögel herein. Richard verstand nicht genug davon, sie einer besonderen Art zuzuordnen.

"Gerade paaren sie sich, die jungen Hühner! Und mehr als eine von ihnen findet es sicher spaßig die vergessenen Alten mit ihrem Gekreisch zu verspotten." Sie schnaubte verächtlich. "Machte ich ja früher nicht anders."

Sie sprang von dem Rand herab, schritt an Richard vorbei und legte sich in der abgeschiedenen Ecke nieder, weit möglichst von Rand entfernt. Der Zauberlehrling kam langsam näher und legte die Hand auf ihre Schulter.

"Verzeih, ich wollte das nicht. Ich werde nicht mehr davon sprechen."

"Sprich ruhig", spuckte Aquila aus. "Ist nur die Wahrheit."

"Unsinn", meinte Richard und strich beruhigend über die Flanken mit den ergrauten Streifen. "Womöglich kamen nur zu wenig Hähne."

Die Greifin stieß ein krächzendes Geräusch aus. "Und die die kamen hörten dann wohl alle von meinem Ruf, wie?"

Der Zauberlehrling stutzte. "Was für ein Ruf?"

"Ach, frag nicht", winkte die Greifin ab.

"Na schön." Richard zuckte die Achseln. "Dann nicht."

Er griff wieder nach der frisch geheilten Pfote und nahm seine Massage wieder auf. Diesmal jedoch mit beiden Händen, und mit weitaus mehr Elan.

"Was tust du da?", fragte Aquila.

"Nur ein wenig dankbar sein", antwortete Richard. "Für die Rettung, das Essen und all das. Da ist das ja wohl das Mindeste."

"Dankbar, so?" Der Atem der Greifin beschleunigte sich merklich. "Und du glaubst, du weißt, was du da tust? Was du damit in Bewegung setzt?"

Richard grinste sie an. "Sagen wir einfach, ich bin bereit es heraus zu finden."

Er drückte zwei Zehen fester zusammen und die Krallen schoben sich noch weiter hervor. Aquila stieß ein kurzes Seufzen aus.

"Das... das geht nicht!", brachte sie mühsam hervor. Halbherzig versuchte sie ihre Pfote fort zu ziehen, doch Richard hielt sie bei sich. Kräftiger und kräftiger presste er beide Daumen zwischen die ledrigen Ballen, fuhr die Linien dazwischen beständig nach und lauschte wie das Zirpen der Greifin sich veränderte. Je weiter seine Finger nach vorne glitten, desto höher und inbrünstiger schallte es von den Wänden wieder. Der Zauberlehrling fuhr geduldig fort, bis das Zittern immer schneller durch den gestreiften Tigerleib jagte.

"Also, was ist das für ein Ruf?", fragte er, ohne die Massage zu unterbrechen.

"Ha?", stieß Aquila hervor und versuchte ihr Adlerhaupt auszurichten.

"Du sagtest, du hättest einen Ruf? Welchen denn?"

Nur widerwillig kehrte die Konzentration zurück in die Augen der Greifin.

"Weshalb musst du soviel aufmerksamer sein als andere Hähne?"

Richard zuckte mit den Schultern, während seine Finger zwischen den Zehen der Pfote versanken. "Ich bin Zauberer. Sind wir nicht aufmerksam, sind wir schnell tot. Also, was für einen Ruf besitzt du?"

Aquila hob ihren Adlerkopf tief in den Nacken als der Zauberlehrling ihre Zehen spreizte.

"Den einer Pervertierten", seufzte sie.

"Oh?", machte Richard "Weshalb denn? Bedürfnisse, die jedes lebendige Wesen schütteln? Sehnsucht nach den Liebkosungen, die dich bis ins Mark erschüttern? Nur weil du es magst, wenn man sich um deine Pfoten kümmert?" Ein Grinsen wuchs auf dem Gesicht des Zauberlehrlings heran. "Oder weil du dabei gerne den Regen fallen lässt?"

Die Greifin fuhr herum. Die Lust in ihren Augen machte purem Schrecken platz.

"Woher...?"

"Ich vernahm Geräusch in der Nacht", antwortete Richard schmunzelnd. "Und konnte daraufhin ein hübsches Schauspiel mitansehen."

"Nein, aber, ich...", stammelte die Greifin.

"So habe ich auch gesehen, wie es meiner gute Gastgeberin nicht gelang ihre Pfoten zu erreichen. Seitdem frage ich mich ständig, was sie da wohl versucht hat. So etwas womöglich?"

Mit diesen Worten beugte er sich nach vorne und nahm die mittlere Greifenzehe in seinen Mund. Das staubige, raue Aroma war nur für einen Moment zu schmecken, dann wurde jeder Gedanke an Geschmack oder wasauchimmer von einem trillernden Vogelschrei übertönt. Die Greifin fiel zu Boden und drückte ihre Hinterläufe nach hinten, wodurch die Zehe noch tiefer in Richards Rachen geschoben wurde. Er gab sich alle Mühe das zuckende, haarige Gebilde weiter zu liebkosen. Seine Zunge erkundete die gesamte Breite, während das speichelgeträngte Fell über seinen Gaumen schmirgelte. Mit einem Plopp-Geräusch zog er die Pfote von seinen Lippen. Vor ihm lag die bebende Greifin, ihr mächtiger Raubtierleib hob und senkte sich in raschen Atemzügen.

"Ich bin zu starr geworden, ich kann sie nicht mehr erreichen", keuchte sie.

"Dann hat das noch nie ein anderer für dich getan?"

"Nein, das... das geht doch nicht!"

"Dann gib mal acht!", sagte Richard und leckte quer über die dicken Pfotenballen. Die Greifin wimmerte und rollte sich vollends auf den Rücken. Die Zunge des Zauberlehrlings fuhr durch die Furche jeder einzelnen Greifenzehe, wobei die Krallen zitternd aus ihren Futteralen glitten. Aufgrund der Größe der Pfoten dauerte es eine ganze Weile, dann aber presste er seine Finger durch die nass geleckten Zehen und schloss sie alle zugleich ein. Seine Hand verschwand fast unter der mächtigen Pranke, doch im als die Augen der Greifin sich wieder öffneten sah er darin keinen der Zornesfunken, die er gefürchtet hatte. Ohne es sich anmerken zu lassen atmete er auf.

"Na, geht es nun, oder nicht?"

"Es geht!", trillerte die Greifin "Es geht!"

"Gut!", meinte Richard und griff nach dem zweiten Hinterlauf. "Nicht, dass du hättest einseitig werden müssen."

Ohne an Entschlossenheit einzubüßen nahm Richard sich auch die zweite Pfote vor. Wenn überhaupt möglich, so jauchzte Aquila dabei noch tiefer als zuvor.

Die Sonne ging bereits unter, als die Greifin mehr und mehr unruhig wurde. Rings im Nest lagen grobe Holzschalen verstreut, Zeugnisse einiger notwendiger Pausen um zu essen und sicher zu stellen, dass Richard nicht vollends ausdörrte. Nichtsdestoweniger saß der Zauberlehrling noch immer auf dem Rand seiner weichen Bettstatt und hielt eine Pfote seiner Gastgeberin in Händen. Doch zuletzt glaubte er, die Zweifel in den Augen der Greifin wieder zu erkennen. Das graumelierte Fell hing inzwischen triefend nass herab und Richards Finger waren verschrumpelt wie nach einem langen Bade. Schmatzend drückte er sie zwischen die Zehen der Greifin und hielt sie gefaltet wie zum Gebet.

Dabei war ihm nicht entgangen, dass seit dem Beginn ihres Spieles ein gewisser Geruch in der Luft lag, der mit der Zeit immer stärker und schärfer geworden war. Wann immer er sich umdrehte, das Nest kurz verließ oder auch nur hustete, hatte die Greifin auch schon die Krallenhände zwischen ihren Hinterläufen. Doch zog sie diese immer rasch wieder zurück, sobald sie sich beobachtet wusste. Der Zauberlehrling hatte diesem Spiel nun lange genug zugesehen. Mit einer raschen Bewegung zog er die Schenkel der Greifin so weit wie möglich auseinander.

"Was haben wir denn da?"

Er spürte den Widerstand, doch in den Hinterläufen steckte nicht mehr genügend Kraft ihn fort zu drücken. Fiepend hielt Aquila die Krallenhände vor ihren Schoß und versuchte sich aufzubäumen.

"Was soll der Unsinn?", fragte Richard sanft. "Du weißt, ich sah dich. Warum die Geheimnistuerei?"

"Ich bin eine Mutter", murmelte Aquila "Ich trug Eier aus und behütete sie. Das Verlangen sorgt für Eier; nicht mehr. Ich sollte so etwas nicht wollen."

"Unfug!" Der Zauberlehrling gab sich alle Mühe, das Wort milde klingen zu lassen. "Es ist Verlangen in dir, was ist falsch daran? Auch ohne die Eier; solange dein Herz schlägt, gib ihm was es verlangt. Und dem Rest deines Leibes ebenso!"

Er ließ die Pranken der Greifin los und zerrte sich die Robe über den Kopf. Mit seiner Hose hatte er sich erst gar nicht abgegeben.

"Das ist... Du bist kein Greif, das wäre..." Ihre großen Adleraugen wichen dem Blick des Zauberlehrlings aus. "Pervertiert"

"Und wenn schon!", warf Richard ihr entgegen. "Sagt man dir das nicht ohnehin schon nach? Was bleibt noch zu verlieren? Und wozu all die Fragen, wenn nur die eine wichtig ist: Was willst du?"

Die Greifin hob den Adlerkopf. Selbst auf dem Rücken und mit angezogenen Flügeln gab sie noch eine beeindruckende Erscheinung ab. Ihr scharfer Schnabel richtete sich auf Richard.

"Ich will...", begann sie langsam "Ich will einen Hahn! Ich will bestiegen sein, wieder und wieder und wieder! Und ich will ihn nässen!"

Die letzten Worte schwollen zu einem kreischenden Brüllen an, so dass Richard sich unwillkürlich die Ohren zuhielt. Die Greifin lag vor ihm, ihr weißes Brustgefieder hob und senkte sich so schnell, dass die Federn ein beständiges Rauschen erzeugten.

Der Zauberlehrling ergriff die nasse Pfote und hielt sie wie zum Handkuss.

"Lässt du mich dann dein Hahn sein, oder ersetze ich dir nur ein Küken?"

Die Greifin starrte ihn mit brennenden Augen an. Ihr stolzes Haupt ruckte umher, wie ein Adler der seine Beute erspähte.

"Sei mein Hahn!", hauchte sie heiser. "Ich weiß nicht was an dir ist, und es ist mir gleich. Doch sei mein Hahn!"

Sie schlug ihre Krallenhände die Seite des Nests und versuchte sich umzudrehen, doch ihr Unterleib wollte ihr nicht recht gehorchen.

"Lass nur, bleib einfach wie du bist", sagte Richard. "Wir versuchen es auf Menschenart."

Die Greifin stutzte.

"Willst du etwa einem alten Huhn wir mir neue Tricks lehren?"

"Und ob!", erwiderte der Zauberlehrling. "Also sehen wir mal, wie gelehrig meine Henne wohl ist."

Seine Finger glitten über die verspeichelten Pfoten hinaus und drückten ihr zielstrebig die Hinterläufe auseinander. Begleitet von schlürfenden Schmatzgeräuschen lösten sich die glitschigen Fellhaare voneinander, und ließen Richard direkt zur Quelle vordringen. Es sah... anders aus als er es erwartet hatte. Schwarze Lippen in ungewohnter, dreiseitiger Anordnung verschlossen wohl für gewöhnlich keusch den Tigerrumpf, doch diese standen nun offen und Rinnsale schmieriger Feuchte rannen in das umgebende Fell. Ein Geruch ging davon aus, der Richard wie ein stetiger Donnerschlag traf. Selbst wenn er gewollt hätte, besaß er nicht die Kraft dem zu widerstehen. Ein Zittern durchlief Aquila, vom Schnabel bis in die Schwanzspitze, und noch mehr Nässe wurde aus ihrer Weiblichkeit gepresst. Während die Streifen entlang der Hinterläufe bereits deutlich graue Spuren zeigten, verlieh ihnen das rot schimmernde Leuchten aus dem Leibesinneren neue Vitalität. Verharrend in der ungewohnten Pose streckte sie die Schenkel aus und ihre nassen Pranken durchschnitten die Luft wie die Pfoten spielender Kätzchen.

"Was zögerst du?", fiepte sie tief aus der Kehle.

"Lass es mich doch betrachten." Richards Hände glitten durch das schleimige Fell und strichen die verklebten Haare zärtlich beiseite. Die Weiblichkeit der Greifin besaß eine faszinierende Form, so vollkommen anders als Minotaurin, Werwölfin oder Einhorn. Oder Mensch. Für einen Augenblick fragte Richard sich, weshalb er seine eigene Gattung beinahe vergessen hatte. Dann stieg ein neuer Schwall rassigen Duftes tief in seine Nase.

"Nicht", quengelte Aquila langgezogen.

"Weshalb denn nicht?"

"Ich schäme mich!"

"Jetzt noch?", fragte Richard verdutzt "Dabei bist du so lieblich geformt, ein wahrer Augenschmaus." Er holte tief Luft. "Von der Nase ganz zu schweigen."

"Es hat so viele Eier getragen."

"Du hast viele Eier getragen", korrigierte der Zauberlehrling sanft. "Das ist kein fremdes Ding, es ist dein Schoß, und gewiss ist es der schönste Pfad, den ein junger Greif in die Welt nehmen kann."

Behutsam legte er die Handfläche über die offenstehenden, prallen Lippen. In ihren Verwerfungen schmatzen zähe Säfte auf und die Greifin erbebte. Ihre nassen Schenkel schlossen sich um seine Hüften.

"Es ist schön!", flüsterte Richard inbrünstig "Du bist schön, du wirst begehrt. Dir wird gegeben was du nur willst, sobald du darum bittest."

"Ich bin pervertiert!", stieß sie durch den angestrengt geschlossenen Schnabel hinaus. „Was ich will, ist unzüchtig.“

"Umso besser", meinte der junge Zauberer. Eine triefende Hand umschloss seinen harten Schaft, die andere öffnete vollends den Greifenschoß. Das rosige Innere zog sich zusammen, verlangte gierig gefüllt zu werden. "Eine züchtige Greifin würde mich empört von sich stoßen. Willst du denn züchtig sein?"

Der Adlerkopf ruckte nach oben, die Raubvogelaugen fixierten den Menschen wie eine Maus. Mit einem krachenden Schlag entfaltete sie die Flügel und schlug zugleich die Krallenhände in das engmaschige Nest.

"Niemals!", kreischte Aquila, und ihre Schenkel fassten den Zauberer wie eine Zange aus brennendem Fleisch. Sein geschwollener Schaft fuhr tief den siedend heißen Tigerleib, dessen feuchte Wände ihn mit ungeahnter Kraft umschlossen.

Das Kreischen der Greifin hallte von den Wänden wieder als er begann sich zu bewegen. Eng umschlang er den langgezogenen Raubtierleib, während Aquila ihm ihren Schoß entgegen drückte. Geschickt fanden sie in einen Tanz, der sie auf urtümlichste Art aneinander band. Vorstoß und Rückzug in wundervollem Takt. Richard klang das Schmatzen der feuchten Grotte wie Musik in den Ohren, während er sein Gesicht tief im weichen Bauchfell der Greifin vergrub. Der kraftvolle Leib wand sich unter ihm, und es kostete alle Mühe sich fest in ihr zu halten. Etwas hartes stricht über seine Wange, und instinktiv schnappte er danach. Prall geschwollenes Fleisch berührte seine Zunge, ein heißes Schaudern durchlief den Schoß der Greifin, als er begann an ihrer harten Zitze zu saugen. Tief und tiefer stieß er in den kochend heißen Leib vor, dessen mächtige Schenkel ihn eng an sich zogen. Das Gurren und Kreischen klang ihm wie Gongschalen zwischen den Ohren. Doch zugleich spürte er, dass die Greifin sich verkrampfte. Etwas in ihr hielt sie zurück, setzte ihrer Lust eine Obergrenze, die ihr die höchsten Genüsse verwehrte. Sie gab sich Mühe. Was nicht notwendig sein sollte. Richard spürte bereits seine eigene Saat aufsteigen. Er konnte seine Gastgeberin nicht enttäuschen, durfte sie nicht enttäuschen!

In einem rettenden Einfall begann er zu flüstern: „Falle Regen. Falle Regen. Falle Regen!“

Die Greifin bäumte sich auf und starrte wie wahnwitzig auf ihn nieder. Dann warf sie den Kopf in den Nacken und schrie so kreischend auf, dass Richards Ohren klingelten. Zugleich traf ein siedend heißer Strahl seinen Bauch, und mit dem Rauschen einer Springflut umhüllte ihn der Urin der Greifin. Schwere Tropfen perlten von seiner Brust und durchnässten das weiche Fell wie das Gefieder. Zugleich schnappte ihr Schoß enger zusammen, saugte und zog mit ungeahnter Wildheit am Schaft des Zauberers. Dieser konnte sich nicht länger wehren. Mit einem Brüllen, das im Kreischen der Greifin unterging, vergoss er sich in dem heißen, nassen Raubtierleib.

Richard fühlte, wie Aquila unter ihm dahin schmolz, alle Spannung ihren Leib verließ und die Greifin sich in purem Genuss wand. Als er erschlaffte und aus ihr glitt erlahmten auch ihre Schenkel. Alles an Aquila schien weich zu werden, und wie geschmolzenes Wachs floss sie vom Rand des Nestes herab, um sich dann in dessen Inneren über den Boden zu wälzen. Dabei gab sie gurrende Laute von sich, die irgendwo zwischen dem Zirpen von Küken und dem Schnurren von Kätzchen lagen.

Kraftlos krabbelte Richard auf sie zu und bettete den Kopf auf ihr bebendes Brustgefieder.

„Nun, wie fühlt die Perversion sich an?“

Aquila gab ein zufriedenes Glucksen von sich und schloss die Augen.

In den folgenden drei Tagen kamen sie kaum zur Ruhe. Aquila flog aus um Beute zu machen, doch sobald ihrer beider Hunger auch nur ansatzweise gestillt war, kehrten sie sogleich zu ihrem Vergnügen zurück.

Am ersten Tage nahm Richard sie nach Greifenart, auch wenn er nicht weit genug über sie reichte, um ihren Nacken fest zu halten. So warf Aquila ihn mehrmals ab, kurz bevor er sein Werk vollenden konnte, nur um gleich mit wackelndem Hintern die Fortführung zu verlangen.In dieser Hinsicht ähnelte sie sehr einem verspielten Kätzchen, dass seinen Spielgefährten fort stieß, nur um ihn sogleich wieder bei sich haben zu wollen. Ebenso in ihrer Art, ihn wieder und wieder zu markieren. Um dadurch nicht vollends in Gestank zu versinken führte Aquila ihn aber auch an einen nahen Wasserfall, wo ein kalter Gebirgsbach über eine Stufe im Felsen stürzte. Dort tranken sie und wuschen sich, auch wenn Letzteres kaum lange vorhielt.

Tags darauf rieb Richard sein Gemächte beinahe ununterbrochen an den nassen Pfoten der Greifin. Aquila fand besonderen Gefallen daran, ihn mit den subtilsten Bewegungen ihrer Zehen in Entzücken zu versetzen, oder mit einer ihrer messerscharfen Krallen zu piesaken. Ganz wie sie es wollte. Wann immer er nach Stunden genüsslicher Folter dann seine Saat vergoss, ließ sie ihn die Pfote wechseln und machte sich daran jedes einzelne Tröpfchen mit der Schnabelspitze aus ihrem Fell zu pulen. Als Richard abends vollkommen ausgelaugt niedersank, stieg die Greifin über ihn und bedeckte ihn manisch lachend mit aller Flüssigkeit die ihr zitternder Leib noch geben konnte.

Auch der dritte Tag sah sie in fortwährender Paarung springen. Richard gab sich alle Mühe den Schoß der Greifin kaum je leer stehen zu lassen. Wann immer ihn sein eigener Körper im Stich ließ, und die Härte nicht länger aufrecht erhalten wollte während sein Magen knurrte; da streckte er die Hände aus und bewies Aquila das Geschick seiner Finger. Die Säfte der Greifin rannen über ihn hinweg, ohne dass er noch zu unterscheiden im Stande gewesen wäre, ob sie noch über ihm stand oder Regen auf ihn fiel.

Am vierten Tag brachte ihm Aquila seine Stiefel.

„Wo hast du die denn gefunden?“, fragte Richard erfreut „Ich dachte, du hättest schon überall gesucht.“

Die Greifin wand sich zur Seite, und als der Zauberer wie in den vergangenen Tagen nach ihrer Flanke griff, wich sie zurück.

„Hör zu, das fällt mir nicht leicht“, sagte sie mit belegter Stimme „Vor Jahren, als ich noch jung und knusprig war.“

Richard wollte etwas sagen, doch Aquila brachte ihn mit einer Geste zum schweigen.

„Vor einiger Zeit gab es in dieser Gegend eine alte Greifin, wohl älter als ich, zumindest hoffe ich das. Wohl mehr aus Mitleid denn aus Verlangen begab sich ein Hahn zu ihr, und machte ihr ein letztes Ei, aus dem ein Sohn schlüpfte. Sie hegte und pflegte ihn wie keines ihrer anderen Küken, war ihr doch klar dass er der Letzte für sie sein würde. Und als sie ihn pflegte, ihm durch die Mauser half, da rupfte sie ihm zärtlich alle Ansätze von Schwungfedern aus. Wieder und wieder. Der junge Greif war längst zum Hahn geworden, und man flüsterte, sie sorgte wohl auch für diese Bedürfnisse. Doch eines Tages, wie es das Schicksal alter Greifen ist, starb sie. Und ihr Sohn, der junge prächtige Greif, schwang sich vor Hunger aus dem Nest und zerschellte am Berghang.“

Für eine ganze Weile war es sehr still im Greifennest. Dann blickte Aquila auf und sah Richard direkt in die Augen. Ihre Miene stand voll Sorge und Bedauern.

„Du hast mich gefragt, ob ich ein Küken in dir sehe. Ich gab mir Mühe, es vor mir selbst zu verleugnen. Du schläfst im weichen Nest, ich gebe dir zu Essen, und hilfst mir, mich wieder jung zu fühlen. Aber ich darf nicht so grausam sein! Gleich wie pervertiert ich auch bin.“

Tränen stiegen in ihrem großen Adleraugen auf.

„Ich fand deine Stiefel zusammen mit dir. Ich habe sie versteckt, damit du bei mir bleiben musst!“

Richard erhob sie und trat auf die zu. Ohne ein Wort zu sagen nahm er den großen Adlerkopf in die Arme, drückte das weiche Gefieder an seine Brust und strich beruhigend über den elegant geschwungenen Nacken. Und Aquila schluchzte leise.

„Es gib Lichter im Tal“, sagte sie schließlich. „Ich fliege nicht oft so tief, aber ich weiß wo sie sind. Morgen bringe ich dich dorthin, jenseits der Berge, zu deinem Terrain. Da, wo du leben kannst.“

Ihre Stimme versiegte, Richard hörte nicht auf sie zu streicheln.

In dieser Nacht liebten sie sich. Kein wollüstiges Treiben wild gewordener Tiere, kein Ausdruck der Freuden schierer Perversion. Nur leise und zärtliche Bewegungen, die in langsam abklingenden Höhenflügen endeten. Richard lag auf dem Boden des Nestes, die Greifin hockte wie ein weicher Berg über ihm, und als sie ihn anpinkelte fielen zugleich einige Tränen auf ihn nieder.

Sie verabschiedeten sich am nächsten Tag, wohl gegen Mittag, auf einer kleinen Lichtung inmitten eines Gebirgswaldes.

„Die Lichter liegen im Westen“, sagte Aquila und wies zusätzlich mit er Krallenhand den Weg. „Ich wünschte so sehr, ich...“

Sie fand keine Worte, stattdessen lege sie den Schnabel an Richards Schläfe und pickte unglaublich zärtlich an seinem Ohr. Er kraulte ihr Gefieder unter dem Kinn.

„Ich werde dich vermissen“, flüsterte er ihr zu.

Ein Schlucken durch ihre Kehle, dann wandte sie sich ab.

Richard nutzte die Gelegenheit und zwickte sie noch einmal unter dem Schwanzansatz. Aquila stieß einen überraschten Schrei aus.

„Du zweibeiniger Unhold!“, kicherte sie und hob kokett den Tigerschwanz „Versuch das noch einmal, und ich nehme dich doch wieder mit nach oben.“

Dann breitete sie die Schwingen aus und hob mit kräftigen Flügelschlägen vom Boden ab.

„Alles Gute!“, rief sie und verschwand am trüben Wolkenhimmel.

Richard blickte ihr noch eine ganze Weile nach, dann kramte er das letzte Stück gebratener Ziege aus dem Beutel, rückte seine Robe zurecht und machte sich auf den Weg.

Aquila fand einen angenehm warmen Aufwind und glitt darauf zu den oberen Berghängen empor. Bei aller Trauer, so fühlte sie doch auch etwas anderes in sich, etwas das sie vor wenigen Tagen noch verneint hätte. Perversion? Nicht ganz, entschied sie. Es hing eher damit zusammen, wie sie hatte damit umgehen dürfen. Sie hatte etwas freigesetzt, dass solange verborgen gewesen war. Wie sollte sie dies je wieder verstecken?

Unter ihr erklangen kreischende Schreie, sie blickte in diese Richtung. Dort entdeckte sie, wie ein ziemlich lausig geflochtener Vorhang aus Wurzeln zurückgeschlagen wurde, und ein junger Greifenhahn sich hastig in die Lüfte schwang. Eine ebenso junge Henne schrie ihm etwas hinterher, dass Aquila nicht ganz verstand. Aber allein dem Klang nach ahnte sie, um was es sich wohl handeln mochte. Ein tiefes Grinsen breitete sich in ihr aus.

Sie flog tiefer und setzte sich neben den jungen Hahn.

„Die falsche Ziege geschlagen?“, fragte sie betont unschuldig.

„Pah!“, spuckte der junge Greif aus. „Da denkt man, man hat endlich jemand gefunden. Eine Henne für Spaß, die noch nicht nur an Eier denkt. Und dann macht man nur einen Vorschlag, der vielleicht noch nicht tausendmal da war, und schon keift sie herum; pervertiert, pervertiert.“

„Pervertiert, ach wirklich?“, gurrte Aquila. Sie schwang sich in eine andere Luftströmung und setzte sich vor den jungen Greif. Direkt vor ihn, so dass er direkt zwischen ihre Schenkel blicken musste, wo sie gerade den Schwanz zur Seite legte und ihm ihr durchnässtes Fell präsentierte. Amüsiert lauschte sie, wie sein Flügelschlag aus dem Takt geriet und spürte seine verdatterten Blicke heiß in ihrem Unterleib.

„Möchtest du mir davon erzählen?“