Kapitel 31

Story by SethGodofChaos on SoFurry

, , , , ,

Imported from SF2 with no description provided.


Kapitel 31

erfolgreiche Verlierer

Ein folgenschwerer Fehler, denn die Verteidigung wäre eine bessere Idee gewesen. Und sie sollten es alle sehr schnell zu spüren bekommen, denn plötzlich hörte man ein Geräusch, ein Auffauchen, dass sie schon mehrmals gehört hatten und welches nichts Gutes bedeutete.

Ohne Vorwarnung schrie Antares auf. Der Wolf bekam die Folgen als erster zu spüren und verlor im wahrsten Sinne des Wortes den Kopf.

Danach brach das reine Chaos aus.

Alles rannte durch die Gegend, feuerte auf einen unsichtbaren Gegner. Adrianos schrie, gestikulierte wild durch die Luft, rannte, gestikulierte weiter wie wild, aber schrie plötzlich nicht mehr, denn dafür fehlte von einer Sekunde zur anderen sein Kopf. So rannte der enthauptete Körper steuerungslos durch die Gegend, fuchtelte weiter mit den Armen und stieß mit Cronos zusammen.

Der Wolf stürzte, wurde unter dem zuckenden Tigerkörper begraben, konnte sich nicht befreien. Als er es endlich schaffte, seinen Oberkörper unter dem Toten herauszuziehen, war es auch nur noch sein Oberkörper der existierte, sein Unterleib nebst den Beinen blieb liegen. Seine freigelegten Gedärme lösten sich Meter für Meter aus dem Torso, blieben wie eine blaugrüne Schnur liegen. Besinnungslos brach er zusammen und das Leben wich aus seinen Resten.

Sadral griff geistesgegenwärtig zum Funkgerät und schrie hinein. <„Basis! Isis soll den Übertragungscode rausgeben. Schnell! Sonst ist nichts mehr übrig.“>

<„Hier Isis! Der Code lautet Alpha-zwei-neun-fünf-Beta.“>

<„Sadral! Was ist los bei euch?“>, schrie Kira ins Mikro.

<„Wir werden aufgerieben. Drei weitere Verluste. Wir werden hier nicht mehr rauskommen.“>

In die Verbindung hinein hörte man plötzlich ein Fauchen, einen schrillen Schrei und Menkalina, welche neben Sadral stand, teilte sich förmlich auf. Die fremde Waffe hatte sie längs zum Körper durchschlagen und die beiden Hemisphären trennten sich zwar widerwillig, aber unaufhaltsam voneinander.

Der Löwenkater schrie wie von Sinnen, rannte auf die Steigleiter am Kubus zu, erreichte sie und schickte sich an, diese zu erklimmen. Eine Stufe nach der anderen kam er seinem Ziel näher.

Unter ihm schrie Gienah auf. Er brauchte sich nicht umzudrehen, denn der Anblick würde eh immer der gleiche sein, entweder quer oder längs geteilt oder einfach den Kopf verloren. Was immer diese Waffen auch sein mochten, sie waren sehr effektiv und setzten auch sehr auf effektvolle Abschreckung was die entstehenden Blutbäder angeht.

Als er die Kante zur Oberfläche erreichte, schrie Cassan auf, anschließend Sadr. Die beiden wurden gleichzeitig in Höhe des Brustkorbes durchschlagen und das Herz zerfetzt, hatten wenigstens einen schnellen Tod.

Tripal welche oben stand sah zu Sadral, rannte zu ihm, griff nach seinen Händen, zog ihn zu sich hoch.

Er schrie ihr den Code zu, sie hörte ihn, wiederholte ihn. Im nächsten Augenblick durchtrennte mit einem Fauchen das unsichtbare Etwas Sadrals Arme und seinen Hals. Eben hatte sie den Löwenkater noch bei den Händen gehalten, seinen Körper hochgezogen, so hielt sie jetzt nur noch die Arme in ihren Händen und sein bemähntes Haupt lag zu ihren Füßen.

Sein Körper fiel leblos mehr als zehn Meter den Kubus hinunter und traf auf Cepheus, welcher sich in diesem Moment unglücklicherweise direkt an der Leiter befand. Die Wucht des schweren Löwenkörpers traf ihn unvermittelt und brach ihm das Genick. Beide Körper schlugen tot auf dem Boden auf.

Tripal rannte mit der Codierung im Kopf in den Aufzug, fuhr ins Innere des Kubus, schrie diese Ionos zu und dieser gab sie ein.

Ein Menü öffnete sich, er erteilte so schnell er konnte alle Befugnisse, stellte eine Verbindung zwischen dem Zentralrechner der Abtrünnigen und dem der Antermerianer her, leitete den einseitigen Datentransfer ein.

Dann hörte das Fauchen und Schreien auf. Alles was sich außerhalb des Kubus befand war tot.

„Scheiße! Wir sind die einzigen Überlebenden“, sagte Tripal mit belegter Stimme.

„Die Datenübertragung läuft, danach werde ich den Laden sprengen. Zuvor werde ich noch die Waffensysteme deaktivieren. Etwas was ich zuerst hätte machen müssen.“

„Für Vorwürfe ist es der falsche Zeitpunkt. Wie lange noch bis der Transfer ab-geschlossen ist?“

„Zwei Stunden, plus minus zwanzig Minuten“, erwiderte der Leopard.

„Gut. Hier drin sind wir erstmal sicher.“

„Scheint so. Ich werde mich jetzt um dieses Waffensystem kümmern. Vielleicht schaffst du es wenigstens lebend hier raus.“

„Wir werden es beide schaffen“, versuchte ihn Tripal aufzumuntern.

„Nein! Ich muss den Kubus sprengen und dafür muss ich ihn überladen.“

„Das kannst du auf Automatik schalten. Da bin ich mir sicher.“

„Mal schauen.“ Ionos seufzte.

Die Säbelzahntigerin streichelte dem Leoparden kurz über den Arm, drehte sich zum ihm, sah ihn an und küsste ihn plötzlich.

„Das verwirrt mich jetzt etwas. Auf so etwas wie Liebe und Partnerschaft sind wir nicht konditioniert.“

„Aber Gefühle lassen sich nicht für immer einsperren und schon gar nicht unterdrücken oder programmieren.“

Ionos nickte und lächelte. „Ich werde sehen, dass ich alles auf Automatik schalten kann. Ich werde dich wohl kaum allein hier rausgehen lassen.“

Tripal zwinkerte und gab ihm noch einen flüchtigen Kuss, dann drehte sie sich zu ihrer Monitorhalbkreis und begann das Menü zur Verteidigung zu suchen.

Wenig später wurde sie fündig, mit zwei Klicks schaltete sie das System ab. Auf einem anderen Monitor sah man einen Lageplan und den dazugehörigen Umriss der Anlage. Alle Punkte an denen sie angegriffen wurden erschienen jetzt grün und daher ging sie davon aus, dass die Verteidigung unscharf geschaltet war. Ob ja oder nein, würden sie sehen, wenn sie den Ansteuerungsraum verließen und unbehelligt ihrer Wege gehen konnten.

„Ich schicke noch eine Nachricht an die Urwaldbasis“, verkündete Ionos. „Die werden sich fragen wie es um uns steht.“

„Ja, mach das. Ich weiß nicht wie viel die vom Desaster mitbekommen haben.“

Der Leopard zog den Datenhandschuh aus, drehte sich leicht zu einer der Tastaturen und begann eine Nachricht in ein geöffnetes Nachrichtenprogramm zu tippen. Anschließend sendete er sie und lehnte sich zurück.

In der Basis hörte man ein leises Pling und Kira schaute auf einen der Monitore, las die Nachricht und atmete schwer durch. „Leute. Das dürfte euch nicht gefallen. Ich habe hier eine Textnachricht von Sabeth erhalten.“

„Lies vor“, drängte Isis.

„Anlage auf Sabeth erfolgreich eingenommen. Datentransfer zum Netzwerk der Antermerianer gestartet. Übertragung in etwa zwei Stunden abgeschlossen. Verteidigungsanlagen abgeschaltet. Kubusabschirmung deaktiviert. Keinerlei fremde Lebenszeichen in der Anlage gefunden.

Sadral, Menkalina, Sadr, Cepheus, Gienah, Cassan, Adrianos, Cronos, Deinos, Sabik, Antares, Scheat und Schedir sind tot. Überlebende sind Ionos und Tripal.

Werden den Zentralrechner innerhalb der Kühlung auf Überladung setzen, sobald Übertragung beendet. Komplex wird gesprengt. Ionos, Ende.“

„WAS? Die Kampfanthros. Sadral. Die anderen. Alle tot?“, presste Cyron hervor.

„Ja“, flüsterte Kira. „Alle tot, bis auf Ionos und Tripal.“

„Isis, kannst du feststellen wie lange der Datentransfer noch andauert?“

Die Antermerianerin zog sich kurz in sich zurück, versteinerte einige Augen-blicke, dann: „Der Datentransfer ist ausreichend. Wir haben bereits was wir brauchen. Der Rest interessiert nicht. Der ergibt sich auf der Erde. Sie sollen da raus und dann den Komplex sprengen.“

„Okay. Kira. Gib beiden Bescheid, dass sie da raus sollen. Sie sollen das Kühlsy-stem sabotieren und alles in Schutt und Asche legen.“

„Mach ich.“ Kira schrieb die Anweisung und sandte sie.

Die Antwort kam wenige Minuten später und lautete: Verstanden. Kühlsystem auf Überlastung. Explosion in zwanzig Minuten. Sind auf dem Rückweg. Tripal, Ende.

Währenddessen hatten die Gleiter die Ortschaften erreicht und lieferten dieje-nigen ab, die es vorzogen daheim zu bleiben.

So kehrten Pathenon und Shiva heim, Hylas, Hargot, Casandra taten es ihnen gleich. Ebenso entschlossen sich Lyra, Don, Horves, Torus sowie Sandra und Apollo auf Genro zu bleiben.

Damit stand auch schon fest, wer sich alles zur Ra-em und dann zur Erde be-geben würde, handelte es sich doch um diejenigen, welche die Erde schon mal besucht hatten. Cyron, Stella, Chiron, Tarja, Andrew, Kira, Jody, Apophis, nebst Zoya und dann Finlay und Sitara.

Hadron würde mit Ariana zur Osiris fliegen und dort an Bord gehen, während Zeus noch die freie Auswahl hatte und sich nicht recht entscheiden wollte.

Sinja und Grey waren, ebenso wie Syrgon eh schon an Bord der Ra-em und wurden somit gar nicht erst gefragt, außerdem gehörten Parais und Tristan zum Inventar.

Wieder einmal stand die Urwaldbasis davor zu verwaisen, wieder würde es ei-nen Flug zur Erde geben. Diesmal allerdings mit einem bekannten Ziel und nicht ins Ungewisse. Wobei, so sicher war es auch diesmal nicht, immerhin konnte keiner auch nur ansatzweise erahnen was dort auf sie zu kommen wür-de und wie weit die Abtrünnigen waren. Inwiefern die Erde schon aufgespürt worden war und wie weit der neue Systemvernichter gediegen war, welcher vor Urzeiten auf Genro seinen neuerlichen Aufstieg gefeiert hatte.

Womit keiner in der Station rechnete war, dass sich ein Gleiter wieder auf den Weg machte, um eben jene zu erreichen und dass er zwei Neuankömmlinge an Bord hatte. Es handelte sich dabei um Keket, ein wissbegieriges Servalweib-chen, welches sich mit unterschiedlichen Kommunikationsformen beschäftigte und dann um Cayla, eine Greifin, welche sich sehr intensiv mit Biologie be-schäftigte und sich vor allem mit der Kreuzung unter Pflanzen und auch bei Tieren auskannte.

Bei ihrem Eintreffen horchten besonders Finlay und Sitara auf.

„Herzlich Willkommen“, intonierte Andrew, als beide den Computerraum betra-ten und alles mit doch recht weit aufgerissenen Augen betrachteten.

„Ich grüße euch“, entgegnete Cayla. „Darf ich fragen mit wem ich es zu tun habe und was das hier alles ist?“

„Oh. Natürlich. Entschuldigt bitte, das war jetzt unhöflich und Neuzugänge sind eher die Seltenheit.“, erwiderte Cyron.

Er stellte die kleine Gruppe der Reihe nach vor und die Genannten nickten freundlich.

„Ah. Sehr schön“, hub Keket an. „Um was geht es hier?“

„Das ist nicht so einfach erklärt, aber ich will es gerne versuchen“, begann Cy-ron seine Ausführungen und merkte sehr schnell, warum Isis und auch Sachmet sich im Vorfeld so schwer damit getan hatten, alle Fakten auf den Tisch zu pa-cken.

Es waren einfach zu viele Informationen, zu komplex, um alles haarklein zu er-läutern und teilweise zu verworren die Zusammenhänge in den zeitlichen Ebe-nen und dann auch noch in den transdimensionalen Räumen und Paralleluni-versen zu verknüpfen.

Aber Cyron schlug sich tapfer und als er mit seinen Ausführungen endete, sah man über den Köpfen der beiden Weibchen deutliche Rauchzeichen.

„Ah. Ich sehe schon. Da schweben noch viele Fragezeichen im Raum“, warf Kira ein.

„Nein, nein. Es ist nur sehr viel, was gerade zu verdauen ist. Immerhin erfährt man nicht jeden Tag, dass unser Planet eine gigantische Spielwiese von mehr oder weniger drei Zivilisationen war“, gab Cayla zu bedenken.

„Das siehst du richtig. Und er ist es wieder. Oder vielmehr, in Kürze nicht mehr, denn der Schauplatz wird sich verlagern.“

„Wohin geht die Reise?“, fragte Keket frei heraus.

„Zur Erde. Da wo scheinbar der zweite Brennpunkt aller Aktivitäten lag und wieder liegen wird.“

„Klingt interessant. Ich bin dabei“, willigte das Servalweibchen ein.

„Ich habe mich entschieden“, warf in diesem Moment Zeus dazwischen. „Ich komme mit euch zur Erde.“

„Sehr schön. Aber bleib anständig. Nicht das mir Klagen von den Stuten auf der Ra-em kommen“, hielt Tarja dagegen.

„Das sollte nicht das Problem darstellen“, entgegnete der Hengst etwas entrü-stet.

Die frisch hinzugekommene Greifin Cayla nickte unterdessen zustimmend und sah die Anwesenden an. Ihr Blick streifte nacheinander Andrew, Kira, Apo¬phis, Jody, übersah die kleine Zoya in ihrem Arm nicht, lächelte und erreichte schließlich Shana Grant.

Ihr Blick verharrte bei der Frau und aus dem flüchtigen Blickkontakt wurde ein intensiveres Mustern. Warum auch immer, Cayla sah Shana durchdringend an, fixierte förmlich ihre Augen und Shana konnte sich nicht erwehren. Irgendet-was war im Blick dieser Greifin was die Frau in ihren Bann zog, hatte sie das Gefühl in ihren Augen zu ertrinken. In einem Blick gefangen zu sein, der weich, anmutig, aber auch fordernd war, welcher Sensibilität ausstrahlte, aber auch Distanziertheit. Shana wurde es mulmig zu Mute und sie senkte den Blick, errö-tete dabei leicht.

Cayla ließ den Blick weiter schweifen und landete schließlich bei Andrew. „Du bist also der Erste“, brach sie, das einsetzende Schweigen.

„So ist es. Wobei ich nur der Erste bin, was die Klonierung durch Menschen an-geht. Auf Genro selbst bin ich es nicht.“

„Das ist mir schon klar“, entgegnete die Greifin kühl.

Cyron schaute Chiron fragend an. Ob dieses Gemütswandels, war er etwas irri-tiert.

Da durchbrach ein eingehender Funkspruch weitere Gedankengänge. <„Tripal an Urwaldbasis.“>

Kira schaute erst reglos auf das Tableau, dann auf die Lautsprecher und das Mikrofon. <„Hier Kira, ich höre.“>

<„Wir sind mit zwei Gleitern auf dem Weg zu euch. Das Kühlsystem ist auf Überladung geschaltet und sollte in den nächsten Minuten hochgehen. Der Datentransfer läuft noch, bis alles nur noch ein Trümmerfeld ist.“>

<„Alles klar, wir freuen uns auf euch und dass ihr zurückkehrt.“>

<„Wir sind auch froh, wenn auch nur anteilig. Tripal, Ende!“>

„Wer war das?“, fragte Keket an Kira gewandt.

„Das waren zwei der ursprünglich sechzig Kampfanthros, welche sich uns auf dem Mars angeschlossen hatten. Auf der Erde blieben vierzig zurück, fielen im Kampf oder sprengten am Ende die Genforschungsanlagen.

„Und was ist mit den restlichen zwanzig passiert? Du sagtest gerade etwas von zwei Anthros.“

„Die wurden vor wenigen Stunden auf Sabeth in einer Rechnergroßanlage ge-tötet bzw. bleiben auf Genro.“

„Oh“, entfuhr es Cayla.

Tripal sah sich um, gab vollen Schub und Ionos tat es ihr, in seinem Gleiter gleich.

„Hoffentlich ist das Kühlnetz nicht so weit unter Sabeth ausgedehnt, dass wir es nicht rechtzeitig schaffen den Einflussbereich zu verlassen“, gab der Leopard zu bedenken.

„Keine Sorge. Wird schon klappen.“

Nachdem Tripal und Ionos den Kubus des Zentralcomputers verlassen hatten, die Steigleiter hinab gestiegen und unter schweren Mühen über die verstreu-ten Leichenteile ihrer ehemaligen Kameraden geklettert und gekrochen waren, hatten beide die Anlage verlassen. Mit Zweien, der vor dem Gebäude stehen-den Gleiter, ließen sie den Schauplatz des Debakels hinter sich und waren auf dem Weg nach Zurok.

Wenig später und im Inneren des Raumes, in welchem sich der Kubus befand, leuchteten an verschiedenen Stellen die Wände erst in einem zarten Gelb auf, welches sich aber schnell in ein gleißendes Weiß verwandelte. Einbuchtungen bildeten sich in jenen Bereichen, wurden größer und weiteten sich kreisförmig aus.

Aber damit nicht genug, entstiegen eben jenen Bereichen aufrecht gehende Gestalten. Nichts menschliches oder tierisches war ihnen eigen. Es handelte sich um eine spezielle Art von Angriffsdrohnen. Eine hochentwickelte Roboter-form, welche in der Lage war Dimensionstore zu öffnen, durch sie hindurch zu schreiten und somit jeden beliebigen Ort innerhalb von Sekunden zu errei¬chen.

Geschickt wurden die Tötungsmaschinen durch die Abtrünnigen, welche erst durch den eingeleiteten Datentransfer auf die Unregelmäßigkeiten innerhalb der verlassenen genroischen Konstruktionsanlage aufmerksam wurden.

Im Alarm- und damit auch Vernichtungsmodus, zusätzlich mit einer extrem ho¬hen KI ausgestattet, betraten die martialisch anmutenden Roboter den Raum, sahen sich um, hoben die Arme ausgestreckt nach vorne, aktivierten die Waf¬fensysteme, welche längs der Armschienen montiert waren und fluteten den Raum mit ihrer Anwesenheit.

Außer den bereits erwähnten Leichenteilen fanden sie nichts. Zwei dieser Ver-nichtungsroboter gingen zielgerichtet zur Steigleiter, erklommen den Kubus und fuhren mit dem Aufzug in den Ansteuerungsraum des Rechnersystems, untersuchten Zentimeter für Zentimeter, betrachteten ausgiebig die Monitore und die darauf abgebildeten, sich ständig verändernden Transferbalken und durch laufenden Zahlen- und Zeichenkolonnen.

Als sie am letzten Monitor angekommen waren, war es schon zu spät. Die Überladung des Kühlsystems war unumkehrbar und die Detonation der Ein-richtung stand in greifbarer Nähe. Zu spät wandten sich die beiden dem Aus-gang zu, zu spät konnte die Warnung abgegeben werden, die Anlage zu ver-lassen und viel zu kurz wäre die Zeit, die zum Erreichen der Dimensionsöffnun-gen blieb, gewesen.

Mit einem gigantischen Grollen in der Tiefe fing es an. Der Boden begann leicht zu beben, dann wurde das Grollen lauter, bahnte sich aus dem Unter-grund mehr und mehr seinen Weg zur Oberfläche hin, ließ den Boden um den Kubus herum aufreißen. Mehrere hundert Grad heißer Dampf schoss aus den entstandenen Spalten, erfasste einen Roboter nach dem anderen.

Das allein war jedoch noch nicht die Vernichtung. Sehr tief im Untergrund, tief unter den Felsen von Sabeth geriet durch die Erschütterungen etwas in Gang, etwas was seit Jahrtausenden schlummerte und jetzt erwachte.

Mit einem gewaltigen Knall brach der Boden innerhalb der Anlage endgültig auf und eine Flutwelle geschmolzenen Gesteins schoss empor, umschloss die Roboter, kroch ihnen entgegen, umspülte den Kubus und ließ alles was nicht Gestein war, in Flammen aufgehen und schmolz jedes Metall in kürzester Zeit ein.

Die Lava drang in jede erdenklich Ritze ein, erkundete jeden Vorsprung, jede Ecke und jeden Winkel der Anlage, erklomm in steigendem Maße den Kubus, drang in den mittig gelegenen Aufzugsschacht ein, floss mit tödlicher Hitze und gierig wie ein Raubtier in den Innenraum, brachte alles schon beim ersten Eintreffen in einem Flammenmeer auf.

Die Detonation blieb aus, stattdessen war alles ein Raub von Hitze und teil-weise wieder erstarrendem Gestein geworden, die Anlage der Abtrünnigen vollständig vernichtet.

Stunden später erreichten Ionos und Tripal die Urwaldbasis, landeten auf dem Innenhof der Station, verließen die Gleiter, traten ein und begaben sich zur Ebene -6.

„Was sind denn eure Spezialgebiete?“, fragte Andrew an Cayla und Keket ge-wandt.

„Ich beschäftige mich seit sehr langer Zeit mit verschiedenen Formen der Kom-munikation. Wir haben zwar eine Art der Einheitssprache entwickelt, aber in-tern sprechen Drachen doch eine andere Sprache als die Caniden“, erklärte Ke-ket.

„Ah. Sehr interessant und was ist mit dir?“

Die Greifin empfand das eher als ein Verhör und machte ihrem Unmut etwas Luft. „Wie? Was ist mit mir? Soll das jetzt eine Beurteilung meiner Fähigkeiten und meiner Nutzbarkeit sein?“

Andrew zuckte etwas zurück und schüttelte den Kopf. „Nein. So war das nicht gemeint. Es ist nur Neugier meinerseits.“

„Na schön. Sonst hätte ich noch einen ganz anderen Ton angeschlagen. Aber, wenn du schon fragst. Ich beschäftige mich mit Fragen zur Fortpflanzung.“

Apollo fing an zu grinsen und Sandra, welche etwas abseits stand, atmete tief durch, schnaubte kurz. „Das ist nicht real. Das habe ich gerade nicht wirklich gehört.“

„Entschuldige bitte. Es geht dabei eher um Fragen der Genetik, Kreuzungen, Mischerbigkeit und nicht um den Akt an sich und wie man ihn am schönsten ausführt.“

Sandra kaute etwas auf ihrer Unterlippe und zog es vor zu schweigen.

Glücklicherweise erreichten gerade die beiden letzten der Kampfanthros den Raum.

Cyron sprang bei ihrem Anblick auf und das Entsetzen war ihm ins Gesicht ge-schrieben, wie auch den anderen. „Bei allen Göttern. Wie seht ihr denn aus?“

„Wie das blühende Leben bestimmt nicht“, antwortete Tripal gereizt.

„Wir sind froh euch zu sehen“, mischte sich Tarja beschwichtigend ein.

„Frag uns mal“, fuhr die Säbelzahntigerin fort. „So eine widerliche, beknackte Scheiße habe ich noch nie erlebt. Wenn es noch etwas gibt, was man versauen kann, dann sagt rechtzeitig Bescheid. Dann bin ich zumindest nicht verfügbar.“

Cayla und Keket waren etwas pikiert, ob der sprachlichen Gewandtheit von Tripal, aber ließen sich nichts anmerken.

„Wer sind die beiden denn?“, fragte Ionos.

„Ich bin Keket und das ist Cayla. Wir haben uns entschlossen, uns euch anzu-schließen.“

„Sehr schön. Vier helfende Hände mehr, nachdem wir sechsundzwanzig verlo-ren haben. Ich hoffe, dass ihr kämpfen könnt.“

„Leute. Jetzt mal ganz ruhig. Ionos, Tripal. Egal was vorgefallen ist. Hier ist kei-ner euer Feind und jetzt geht euch duschen, etwas essen und frisch einkleiden, dann kommt wieder her. Wir haben einiges zu besprechen und zu planen.“

„Meinetwegen“, erwiderte Tripal, packte den Leoparden beim Arm und zog ihn mit sich.