Kapitel 4

Story by SethGodofChaos on SoFurry

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Kapitel 4

Neuanfang

im Jahr 2022

„So. Das war hoffentlich alles?“, fragte Lawrence an Flint gewandt und sah nebenbei auch zu Parker und Lang.

„Ja, Sir.“

„Ist ihnen bei beiden Geschichten irgendetwas aufgefallen? Ich ziele da auf ein bestimmtes Detail hin“, bohrte Lawrence.

Flint nahm die Drucksachen vom Tisch des CIA-Chefs, wendete sie hin und her und begann verlegen darin zu blättern, bemerkte schließlich: „Nicht das ich wüsste. Zumindest ist mir jetzt aktuell nichts verdächtig.“

„Bei mir wirft sich da aber eine Frage auf. Dieser Name der Frau, diese Leila Johnson“, er schnippte mit den Fingern, „Wie kann es sein, dass es sich bei diesem Charon im ersten Bericht, um eben jene weibliche Person handelt und im zweiten ebenso? Ist das ein Zufall?“

Flint stutzte und auch Parker begann zu überlegen. „Jetzt wo sie es sagen, fällt es mir auch auf. Ich brauche einen kurzen Moment, Sir.“

„Den haben sie, aber keinen Augenblick länger“, wetterte Lawrence.

Parker griff zum Telefon und sprach geschätzte fünfzehn Minuten mit verschiedenen Partnern, machte sich Notizen, dann hatte er die gewünschten Informationen beisammen.

„Es handelt sich in der Tat um die gleiche Person“, verkündete er. „Der erste Bericht in dem diese Leila Johnson vorkommt, stammt aus dem Jahr 1961, also aus dem und den darauffolgenden ihres ersten Inzests mit Charon.

Charon von Tabalth starb am 12.12.1970. Sein Körper wurde am 12.01.1971 an das Spin-Genetikzentrum überstellt und der Anthro-Soldat, welcher sich später Cyrus nannte, im Jahre 1980 aus der Taufe gehoben. Dessen DNA stammte von eben jenem Anthro namens Charon und die Hirnprogrammierung von einem Frank Brenner, welcher seinerseits ein Angestellter des Spin-Instituts war.

Diesen Brenner heiratete Leila Johnson genau ein Jahr nach dem Tode Charons, also im Jahr 1971 und damit im gleichen Jahr, als dessen Leichnam der Genetik zur Verfügung gestellt wurde. Im Jahre 1981, also ein Jahr nachdem der Anthro-Soldat auf den Plan trat, erlitten Gregor Fletcher und Frank Brenner einen tödlichen Verkehrsunfall und im Jahre 1980, also ein knappes Jahr zuvor, ereilte ebenso Cyrus ein Tod unter mysteriösen Umständen. Die einzige Person die heute, im Jahre 2020, noch lebt ist die jetzt 82jährige Leila Johnson.“

„Entzückend! Die alte Dame scheint wohl eine Art schwarze Witze zu sein. Mal sehen wer der nächste ist“, entglitt es Flint.

„Wir sollten dieser Person mal einen Besuch abstatten. Irgendwie interessieren mich die Umstände der Tode und vor allem der zeitliche Rahmen“, verkündete Parker und erhob sich.

„Tun sie das“, ordnete Lawrence an und nickte zustimmend. „Aber kümmern sie sich auch um die Einrichtung des Labors im Grand Canyon. Das hat Vorrang.“

„Verstanden, Sir. Dürfen wir gehen?“

„Erlaubnis erteilt.“

FBI-Chef Flint und der Abteilungsleiter für Informationen des CIA Parker verließen den Raum.

„Wann hast du mal wieder Zeit auf eine Runde Poker?“, fragte Parker, nachdem er die Tür hinter sich geschlossen hatte.

„Wie wäre es nächsten Sonntag?“, antwortete Flint.

„Sehr gut. Wir treffen uns dann bei Burnett. Der hat immer noch daran zu knabbern, dass er beim letzten Mal haushoch verloren hatte.“

„Kann ich mir denken. Was machst du jetzt?“, fragte Flint mehr rhetorisch.

„Was wohl. Ich werde mit einer unserer Maschinen nach Flagstaff fliegen und mich dann in den Untergrund begeben.“

„Ah ja. Das Labor.“

„Zuvor wäre es wohl besser, noch Burnett zu informieren. Nichts hasst er mehr als plötzlich auftauchenden Besuch vor einem seiner Heiligtümer“, sinnierte Parker noch, nickte Flint zu und verließ das CIA-Hauptgebäude.

Flint schaute sich kurz um, kratzte sich am Hinterkopf, betrachtete die beiden Aktenmappen in seiner Rechten, seufzte und verließ ebenfalls den Ort der Geschehnisse. Auf dem Parkplatz angekommen, traf er auf zwei seiner Sicherheitsleute, bestieg den schwarzen SUV, durchwühlte die Akten, fand schließlich die Adresse der Zielperson und schüttelte energisch den Kopf.

Wenn diese Leila Johnson tatsächlich eine Killerin sein sollte, dann sollte er besser nicht allein dort auftauchen. Vor allem nicht als Chief des Federal Bureau of Investigation, auf den sie bestimmt nicht gut zu sprechen sein würde.

„Na schön, Miss Johnson, dann sehen wir uns also unter sechs Augen“, sagte er laut, starrte vom Fond des Wagens kurz durch die Frontscheibe und gab dem Fahrer die Anweisung in Richtung des J. Edgar Hoover Building zu starten.

Keine halbe Stunde später rollte das Fahrzeug ins Parkhaus an der Pennsylvania Avenue und betrat Samuel Flint das Office, suchte nach zwei bestimmten Personen denen er fast blind vertrauen würde.

Wenige Minuten später war er fündig geworden, als ihm die Special-Agents Jack Carter und José Mendez direkt vor die Füße liefen.

„Perfekt“, rief Flint schon von weitem. „Ihr kommt wie gerufen. Sofort in mein Büro. Pronto!“

Etwas kleinlaut folgten sie ihm und schlossen, nachdem sie eingetreten waren, die Tür hinter sich.

Carter fand als erster seine Stimme. „Sie haben ein Anliegen, Sir?“

„In der Tat und ihr seid genau die Richtigen dafür. Wir fahren zu einer gewissen Leila Johnson, wohnhaft in New York City, James Madison Plaza 4, das ist Madison Ecke Pearl. Die ganze Sache ist mehr als heikel und bedarf besonderer Geheimhaltung.“

„Um was genau geht es?“, fragte Mendez neugierig.

„Folgen sie mir einfach. Das briefing findet auf dem Weg statt, immerhin haben wir da ausreichend Zeit.“

„Verstanden, Sir!“

So folgten die beiden ihrem Chef, bestiegen gemeinsam den SUV, verließen kurze Zeit später Washington und fuhren auf die I-95N auf.

„Darf ich nach unserem Auftrag fragen“, brach Mendez das Schweigen.

„Ja. Das dürfen sie in der Tat. Aber hier erst einmal etwas zum lesen.“

Die Special-Agents griffen zu den beiden dünnen Aktenheftern und begannen sich mit den Aussagen vertraut zu machen. Nach dreißig Minuten, einigem Gekicher und plötzlich auftretenden roten Ohren und heiserem Räuspern, formulierte Carter seine Frage: „Ich nehme an, dass wir es mit einer auf freiem Fuß befindlichen Mörderin zu tun haben?“

„Nicht so hastig“, beruhigte Flint. „Wir müssen sie erstmal aufsuchen und geschickt ausfragen, vielleicht ein paar Halbwahrheiten streuen um sie aus der Reserve zu locken.“

„Was genau haben wir?“, fragte Mendez.

Flint öffnete eine weitere Akte und blätterte darin. „Alles was wir haben sind momentan Vermutungen und einige Indizien. Ist nicht viel, aber für reine Zufälle zu viel des Guten.

Zum einen haben wir da einen Vorfall aus dem Jahre 1960. Da trug es sich zu, dass ein bemanntes Raumschiff einer außerirdischen Rasse unseren Heimatplaneten besuchen wollte. Leider kollidierte eben dieses Schiff mit einer unserer unbemannten Raumkapseln und schoss sie vom Himmel. Das fremde Schiff selbst erlitt wohl auch Beschädigungen und trudelte vor sich hin, stürzte letztendlich ab. Das Schiff schlug im nordwestlichen Teil Ägyptens ein und die Besatzung überlebte anteilig. Zunächst sprengten sie es, dann liefen sie erst verängstigten Bewohnern über den Weg und aus sechs wurden zwei, dann wurde einer vom Skorpion erwischt und der Letzte versprengt.

Sie haben ja die Aussagen gelesen und wissen daher um was es geht.

Der überlebende Anthrotiger hieß Charon von Tabalth und tat sich mit dieser Leila Johnson zusammen. Später stellte er sich auf kleineren Umwegen unseren Behörden. Einige Zeit später griffen wir schon genannte weibliche Person auf und brachten beide in einem Umkreis des Zeugenschutzprogramms unter.“

„Soweit so gut, Sir. Aber da kommt doch sicher mehr“, warf Carter dazwischen.

„Worauf sie Gift nehmen können. Im Jahre 1965 tauchte wieder eines dieser fremden Schiffe auf, erkundete aus dem Orbit die Erde und verschwand, später näherte sich erneut eines und das war dann auch genug. Es gab eine Ausschreibung um der Situation Herr zu werden, auch das steht in den Aussagen.

Aber ich sollte es kurz machen. Ende des Jahres 1970 starb dieser Anthrotiger und wurde kurzerhand im darauffolgenden Jahr an das Spin-Geninstitut überstellt. Aus seiner DNA wurde ein Prototyp gezüchtet. Ein Anthrotiger, welcher als Supersoldat richtungsweisend sein sollte. Dieser Prototyp wurde dem Militär im Jahre 1980 präsentiert. Zu diesem Zeitpunkt war der anfängliche Konflikt mit den Außerirdischen immer noch am schwelen, so wie auch jetzt, wenn heute jedoch noch akuter.

Diese Leila Johnson heiratete allerdings im Jahr 1971, exakt drei Monate nachdem der Leichnam dieses Charon von Tabalth für DNA-Analysen herhalten musste, einen Angestellten des Institutes namens Frank Brenner. Die beiden hatten aus dieser Beziehung zwei Töchter namens Sam und Sabrina. Später wandte sich genannter Frank Brenner einem Kollegen zu. Er hieß Gregor Fletcher und die beiden bildeten schließlich ein Paar.

Einige Sachen gefielen dem Institut nicht und man stahl in einer Nacht und Nebelaktion per hochentwickelter Computertechnik Frank Brenners Wissen und Charakterzüge, kopierte sie in eben jenen Anthrotiger hinein. Dieser lehnte sich seinerseits auf, nannte sich Cyrus und verbändelte sich anschließend direkt mit der ehemaligen Frau von Frank Brenner.“

„Lassen sie mich raten. Leila Johnson?“, fragte Mendez dazwischen.

„Korrekt. Aber weiter. Gregor Fletcher und Frank Brenner erlitten im Jahr 1981 einen tödlichen Verkehrsunfall und im Jahr zuvor, also 1980, starb Cyrus, also der Anthrotiger, unter mysteriösen Umständen. Lediglich Leila Johnson lebt noch.

Und heute haben wir den 14. Juli 2022 und stellen uns nachgängig die Frage, ob das alles nur Zufälle sind.“

„Hmmm... 1960 ein Anthrotiger und Leila Johnson. 1970 stirb der Anthrotiger und Johnson ist allein. 1971 wird der zum DNA-Spender und 1971 heiratet Johnson Brenner der dort arbeitet. Er lässt Johnson fallen und sie ist wieder allein. 1980 entsteht der neue Anthrotiger mit dem Denkmuster von Brenner und Johnson angelt sich diesen, welcher sich Cyrus nennt. 1980 stirbt Cyrus auf rätselhafte Weise und Johnson ist wieder allein, 1981 sterben Brenner und Fletcher bei einem sehr merkwürdigen Verkehrsunfall“, grübelte Mendez laut, „Etwas zu viel für Zufälle.“

„Eben deshalb fahren wir da hin. Sie scheint eine Art Schlüssel zu sein“, beendete Flint die Gedankengänge.

Während FBI-Direktor Samuel Flint mit seinen beiden Mitarbeitern auf dem Weg nach New York war, klingelte beim CIA-Chef das Telefon.

„Lawrence hier. Ich höre.“

„Guten Tag, Mister Lawrence“, entgegnete eine unbekannte Stimme. „Mein Name ist Krondal. Krondal der Zwanzigste. Es könnte sein, dass sie von mir schon einmal gehört haben.“

„Nein, das habe ich nicht. Aber ich denke, dass sie mir gleich auf die Sprünge helfen werden.“

„In der Tat. Man nennt mich auch die Graue Eminenz, vielleicht hilft das als Hinweis?!“

„Irgendetwas beginnt mir zu schwanen. Sind sie nicht seit Generationen der Anführer einer geheimen Organisation, die sogar noch freier in der Informationsbeschaffung ist als der CIA selbst? Die selbsternannten Hüter allen Menschheitswissens?“

„Ah. Ich freue mich zu hören, dass sie gut informiert sind und wir haben tatsächlich mehr Wissen als sie denken.“

„Mister Krondal, reden sie nicht um den heißen Brei und kommen sie zur Sache. Immerhin haben sie mich angerufen und das wohl nicht um nur mal Hallo zu sagen oder sich in Erinnerung zu bringen.“

„Aber, aber. Sie sind recht ungehalten. Kann es sein, dass sie in einer kleinen Krise stecken?“

Lawrence schaute starr durch den Raum, brannte ein Loch in die seitlich neben dem Schreibtisch stehende Flagge des CIA und musste sich sammeln. „Jetzt hören sie mir mal gut zu. Egal wer und was sie sind. Sie haben als Letzter zu beurteilen ob ich in einer Krise stecke oder nicht“, blaffte er schließlich doch los.

„Sehen sie, ich liege also richtig und daher rufe ich sie auch an.“

„Ah, so langsam kommen wir wohl doch zum Punkt“, merkte Lawrence auf.

„Genau! Egal was sie vorhaben, es wird so nicht funktionieren.“

„Wie meinen sie das?“

„Im Moment ist Mister Flint mit zwei seiner engsten Vertrauten auf dem Weg zu Miss Johnson ... Er sollte es sein lassen. Die alte Dame ist nicht ihr Problem.“

„Woher...“, setzte Lawrence an und brach dann kurz ab. „Was macht sie da so sicher?“, fuhr er anderweitig fort.

„Sie hat mit vielen Sachen nichts zu tun und ist nur ein Gambit.“

„Das sollten sie mir jetzt dringend erklären.“

„Gerne. Ich gebe ihnen ein paar Informationen die sie verwerten können.“

„Ich bin ganz Ohr.“

„Leila Johnson hat weder mit dem plötzlichen Tod von Cyrus, noch mit dem Tod von Brenner und Fletcher zu tun.“

„Was macht sie da so sicher?... Vergessen sie die Frage, ich kann mir die Antwort selbst geben.“

„Sie sind in der Tat clever und zu recht der CIA-Chef“, säuselte Krondal.

„Danke für die Blumen. Was haben sie sonst noch auf dem Herzen?“

„Die Anlage im Grand Canyon kann sich Zeit lassen.“

„Sie haben ihre Nase auch wirklich in jedem kleinen Scheiß, kann das sein?“, knurrte Lawrence ungehalten.

„Mehr als sie denken. Und ich bin ihnen mindestens drei Schritte voraus“, flötete Krondal süffisant.

„Was sie nicht sagen?“

„Aber sicher doch. Ich bringe sie jetzt mal auf den neuesten Stand der Dinge, dann können sie sich ihre weiteren Schritte in Ruhe überlegen.

Erstens: Die Anlage im Grand Canyon können sie ausbauen, aber sich Zeit las-sen. Ich habe da etwas besseres für sie. Wie wäre es mit einem Raumschiff, welches wir im Jahre 1967 gestartet hatten, welches sich mit Lichtgeschwindigkeit bewegt und seit 1997 auf einem hübschen kleinen Planeten namens Genro, welcher seinerseits im Elara-System liegt, angekommen ist.

Seit dem 01.01.2000 hat eine Basis dort ihren Betrieb aufgenommen. Allerdings ist seit kurzem jeder Kontakt abgerissen und wir wissen nicht was sich dort ab-gespielt hat. Die letzte Information die wir hatten war, dass etwas gefunden wurde, etwas was jeglichen menschlichen Rahmen sprengen würde.“

„Sie wollen mich gerade veräppeln oder?“

„Aber nicht doch. Es ist so, wie es ist.“

„Und warum gerade dort und um was genau handelt es sich?“

„Genro ist weit draußen und liegt genau zwischen dem Planeten Festrid von dem die Cherit stammen und der Erde. Ihnen dürfte bekannt sein, dass wir im Jahre 1960 schon einmal Besuch von dort hatten und danach zwei von denen erfolgreich los wurden.“

„Das ist richtig und ein neuerlicher Besuch scheint schon wieder auf dem Weg zu sein. In meinen Augen sind diese Cherit etwas zu neugierig und das macht mich nervös“, gab Lawrence zu bedenken.

„Da sind wir uns einig. Freut mich zu hören, dass sie meine Ansichten teilen. Vor allem geht es darum die Menschheit stabil zu halten und da sind Außerirdische, welche uns definitiv technisch überlegen sind ein denkbar schlechtes Omen.“

„Da sie auch die Religionen beeinflussen und deren Miteinander, kann ich mir denken, dass sie diese Cherit als Aussaat des Bösen werten. Was erwarten sie jetzt von uns?“, fragte Lawrence frei heraus.

„Bauen sie die Anlage, welche sie ins Auge gefasst haben in aller Ruhe aus.

Früher oder später werden wir die brauchen. Des Weiteren und da komme ich zu zweitens, halten sie sich von dieser Leila Johnson fern, dann kommen wir uns nicht in die Quere und ziehen am gleichen Strang. Ferner sollten sie im Kongress anstoßen, dass wir eine funktionierende Station auf dem Mond haben und vor allem, dass wir Wissenschaftler und Militär nach Genro schicken. Meine privaten Verbände sind scheinbar etwas Unbekanntem zum Opfer gefallen, jedenfalls sieht alles danach aus.“

„Dass mit der Mondbasis wird wohl schwierig werden, mit den Truppen zum Elara-System etwas leichter. Ich denke, dass ich den Kongress überzeugen kann, dass wir einer akuten Bedrohung gegenüberstehen und den möglichen Gegner auf Genro effektiver abfangen können. Außerdem sind wir mit der Ba¬sis weitab von jedwedem Kriegsgegner oder antimilitärischem Volk.“

„Sehr gut.“

„Was soll denn auf Genro genau gemacht werden?“

„Forschungen. Genauer gesagt genetische Experimente. Es geht um die Entwicklung von Klon-Cherit und der Produktion einer effektiven Armee, welche unsere menschlichen Soldaten unterstützen und entbehrlich machen soll. Die Anfänge hatten wir ja schon im Jahre 1980 am Spin-Genetik-Institut. Allerdings musste das Ergebnis ja unbedingt seinen eigenen Willen durchsetzen und machte sich dadurch überflüssig, ebenso die beiden defekten Mitarbeiter. Aber das Problem wurde ja zu vollster Zufriedenheit gelöst.“

Lawrence atmete tief durch. „Wissen sie, Mister Krondal. Ich habe ja schon des Öfteren mit schrägen Leuten schmutzige Geschäfte gemacht, aber mit dem Advokaten des Teufels persönlich noch nicht. Aber sei es drum. Ich rufe Flint zurück und wir beide machen das gemeinsam so wie wir es gerade besprochen haben.“

„Ausgezeichnet, Mister Lawrence. Ich werde alles beobachten und wenn nötig entsprechendes Personal stellen um sie zu unterstützen“, sagte Krondal hörbar zufrieden. „Ich wünsche ihnen gutes Gelingen und einen schönen Tag.“

„Ich habe ebenfalls zu danken“, entgegnete Lawrence und legte auf.

Sichtlich beeindruckt kratzte sich der CIA-Chef unter dem Kinn, schaute wieder auf das Telefon und griff zum Hörer. „Verbinden sie mich sofort mit Flint. Der befindet sich gerade auf dem Weg nach New York.“

Sekunden später stand die Leitung.

„Flint hier, ich bin ganz Ohr“, hub der FBI-Chef an.

„Kehren sie um“, schoss Lawrence kurz und knapp in den Hörer.

„Wie bitte?“, fragte Flint irritiert.

„Ich hatte gerade ein langes Telefonat mit einer ziemlich unangenehmen Person. Kehren sie um und lassen sie Leila Johnson links liegen. Sie hat mit allem nichts zu tun.“

„Darf ich fragen, woher sie das wissen?“

„Fragen sie nicht. Tun sie es einfach. Wenn wir nicht noch mehr Probleme haben wollen, dann sollten wir gewisse Sachen so hinnehmen wie sie sind und unsere Arbeit anderweitig erledigen.“

„Hmmm... klingt eher danach, dass wir gerade mit dem Teufel Geschäfte machen würden.“

„Machen wir das nicht immer wieder? Aber ganz im Ernst. Die Informationen die ich bekam sind mehr als deutlich in ihrer Sprache. Da zieht jemand im Untergrund ganz andere Fäden.“

„Verstanden! Wir drehen ab und kommen zurück. Gibt es sonst noch etwas, was ich wissen sollte?“

„Ja. Ich werde gleich mit dem Verteidigungsminister und dem Präsidenten telefonieren. Das dauert maximal zehn Minuten. Danach werde ich mit beiden im weißen Haus sitzen und ein Gespräch führen müssen. Ich hätte sie, so schnell sie können, dabei. Parker ist auf dem Weg nach Flagstaff und das ist auch gut so“, verkündete Lawrence.

„Gut. Wir werden uns beeilen.“

„Bis später“, sagte der CIA-Chef noch kurz und legte wieder auf. Aber nur um gleich wieder die nächste Verbindung herzustellen und sich mit dem Präsidenten zu besprechen.

Der war erst etwas überfordert, begriff aber dann, dass es sich um einen Notfall handelte, berief eine Krisensitzung ein und lud den Verteidigungsminister persönlich vor.

Zwei Stunden später saßen im kleinen Büro der Präsident der Vereinigten Staaten Steward Graham, Verteidigungsminister Frederic Lang, der CIA-Chef Carl Lawrence und FBI-Chef Samuel Flint zusammen und schoben sich die Aktenmappen gegenseitig zu.

„Na schön. Egal wo sie ihre Informationen herhaben, ich werde den Kongress durch einen Notstand umgehen und alles nötige Einleiten, wenn sie mich überzeugen, dass wir unbedingt ins Elara-System müssen“, begann Graham.

„Gut. Dann komme ich jetzt zur Sache“, begann Lawrence. „Ich habe die Informationen aus einer zuverlässigen Quelle, welche sich nicht zu erkennen geben will und das sollten wir auch respektieren.

Die Ausgangsbasis ist, dass im Jahr 1967, als Reaktion auf wiederholten Besuch der außerirdischen Rasse namens Cherit, ein streng geheimes Untergrundprojekt und während wir noch in den Vorbereitungen zur ersten bemannten Mondlandung lagen, ein lichtschnelles Raumschiff gestartet wurde und im Jahr 1997 das Elara-System und damit den Planeten Genro erreichte.“

„Moment mal. Sie wollen behaupten, dass jemand ein solches Unterfangen durchgeführt hat und das ohne, dass wir irgendetwas bemerkt haben?“, knurrte Lang.

„Sieht ganz danach aus“, fuhr Lawrence fort. „Es sieht sogar so aus, dass wir in der allgemeinen Euphorie vieles übersehen haben, denn an Bord eben jenen Schiffes befanden sich die Truppen einer privaten Armee und Wissenschaftler und keinem fiel es auf.“

„Das grenzt an Massenblindheit“, seufzte Flint.

„Na schön, was noch?“, fragte Graham.

„Mister Präsident. Es gibt Probleme auf Genro und wir müssen Truppen und Wissenschaftler nachsenden. Der Kontakt dieses Informanten zu seinen Leuten dort ist abgerissen und keiner kann sich einen Reim darauf machen. Es sieht ganz so aus, dass sie einer unbekannten Waffe oder etwas vergleichbarem zum Opfer gefallen sein könnten. Sollten diese Cherit dahinter stecken, dann besteht höchste Gefahr für unseren Planeten und ich möchte nicht in ihrer Haut stecken, wenn bekannt würde, dass hier alles zum Teufel geht, weil wir nicht rechtzeitig aktiv wurden“, drängte Lawrence.

„Hmmm... wie schlimm könnte es werden und was soll auf, wie sagten sie, Genro passieren?“, hinterfragte Graham.

„Wir fliegen dort hin und werden herausfinden was geschehen ist, um was es sich handelte und die wohl schon bestehende Basis in Beschlag nehmen. Es sollten Genexperimente stattfinden. Vielleicht können wir auf mittlerweile erzielten Erfolgen der Vorgänger aufbauen und damit eine funktionierende Abwehr erstellen.“

„Das klingt einleuchtend. Und was würde passieren, wenn wir nichts tun?“, hielt der Präsident gegen.

„Dann machen es die Russen oder die Chinesen. Egal wer, einer von denen wird schon Nutznießer werden und das dürfte sehr unangenehm sein. Stellen sie sich doch mal vor, dass auf Genro eine ganze Armee von anthropomorphen Raubkatzen-Soldaten herumrennt. Supersöldner, gegen die unsere Truppen wie ein schlechter Witz aussehen und dann in den Händen der Russen?“

„Okay. Das ist ein passendes Argument und dafür brauche ich nicht mal den Notstand. Der Kongress sollte leicht zu überzeugen sein mit diesem Argument. Haben sie sonst noch etwas, was wir zwingend umsetzen sollten?“

„Eine Basis auf dem Mond wäre reizend“, murmelte Lawrence.

„Die brauchen wir eh. Immerhin werden wir das Schiff nicht auf der Erdoberfläche montieren können und das Material und Personal welches mit soll und von Nöten ist, muss ja auch irgendwo untergebracht werden.“

„Fantastisch!“, entfuhr es Flint und konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen.

„Freuen sie sich nicht zu früh, Mister Flint. Auf uns alle kommt eine Zeit zu, in der wir tief in die Trickkiste greifen müssen, um die Bevölkerung ruhig zu halten und die anderen nicht zu viel mitbekommen“, gab Graham zu bedenken.

„Das ist dann unsere Aufgabe“, intonierte Lawrence. „Wir werden uns schon einige Sachen einfallen lassen.“

„Sehr gut. Mister Lawrence, haben sie sich schonmal erkundigt, natürlich mit allen erdenklichen Vorsichtsmaßnahmen, was die anderen Seiten so mitbekommen haben?“

„Ja, Sir! Die Russen prosten sich gegenseitig zu, die Chinesen erfreuen sich an der dunklen Seite des Mondes, die Deutschen würden nicht zugeben, wenn sie was wüssten, aber wissen garantiert weniger wie alle anderen und den Rest kann man getrost vergessen.“

„Hervorragend! Dann machen sie alles so wie geplant und halten sie mich auf dem Laufenden“, schloss Graham die Sitzung und erhob sich. „Guten Tag, meine Herren.“