Kapitel 2

Story by SethGodofChaos on SoFurry

, , , ,

Imported from SF2 with no description provided.


Kapitel 2

zweiter Versuch, mit weitreichenden Konsequenzen

vor 64 Millionen Jahren

„So, ihr Lieben!“, intonierte Osiris, „Dann wollen wir mal starten.“

Isis schaute ihren Gemahl schief von der Seite her an. „Deinen Frohsinn möchte ich haben.“

„Was soll schon passieren?“, kam seine Frage.

„Du kennst die Daten?“

„Du meinst die vagen Bruchstücke, welche im Netzwerk landeten und mehr Fragen aufwerfen als Antworten geben?“

„Mir gefällt das nicht“, gab Anubis aus dem Hintergrund der Brücke zu bedenken.

„Wir sind allesamt Klone. Wir wissen was wir sind, wir kennen unsere unsterblichen Originale und haben akzeptiert, dass wir es nicht sind. Aber trotzdem geben wir unser Bestes“, warf Osiris ihm an den Kopf. „Antermerius ist auf uns alle angewiesen und auch andere Spezies. Wir wissen, dass unser Universum kollabiert und uns die Zeit davon läuft, denn aus zunächst Jahrtausenden werden irgendwann Jahrmillionen und an noch größere Zeitspannen mag ich nicht denken, denn die haben wir nicht mehr. Wir brauchen die Möglichkeit des Dimensionstransfers, damit sichere Passagen entstehen und neue Gebiete besiedelt werden können.“

„Wenn da nicht die Abtrünnigen wären“, murmelte Anubis vor sich hin.

„Ganz genau“, entfuhr es Isis, „und daher werden wir jetzt die letzten halbwegs brauchbaren Daten nehmen und uns in ein Sternensystem aufmachen, welches angeblich einen Planeten beherbergt der Leben tragen könnte.“

„Immer dieses könnte, angeblich, vielleicht“, knurrte Osiris.

„Was willst du denn sonst machen?“, fuhr Isis ihn scharf an.

Der Zurechtgewiesene atmete tief durch, nickte kurz. „Lasst uns starten.“

„Geht doch!“, frohlockte Isis und schaltete das Intercom zu. <„Maschinendeck, hier Commander Isis! Sprung vorbereiten.“>

<„Hier leitender Techniker Ptah! Sprungbereitschaft in zwei Minuten.“>

<„Verstanden! Brücke, Ende.“>

Wenig später bildete sich vor der Kampfinsel ein dunkler grau-violetter Strudel, welcher immer schneller zu rotieren begann, anfangs einem Spiegel glich, schließlich immer blasser und zunehmend durchsichtiger wurde. Die dahinterliegenden Sternenkonstellationen stammten nicht aus dem Universum der Antermerianer, sondern gehörten zu eben jenem, in welchem wir Menschen später leben sollten.

<„An alle Decks und Stationen“>, rief Osiris über das schiffsweite Intercom, <„bereit-machen zum Sprung in 3... 2... 1...“>

Langsam und unbehelligt von fremden Einflüssen glitt die riesige Insel auf das Dimensionstor zu, tauchte in den glasigen Horizont ein, wurde der vordere Teil etwas gestreckt, während die noch im diesseitigen Universum befindlichen Teile gestaucht zu werden schienen.

Keine drei Minuten später war der Spuk vorbei. Die Kampfinsel nebst Inhalt war vollständig aus dem Raum der Antermerianer verschwunden, das Tor geschlossen und lediglich eine sich langsam verflüchtigende Energiesignatur verriet die zurück-liegenden Ereignisse.

„Hervorragend!“, lobte Nephtys vom Steuerpult her. „Wir sind genau dort wo wir sein sollten.“

„Standortdaten?“, fragte Isis.

„Solarsystem 348, Sternentyp G, dritter Planet Klasse M, vierter Planet hart an der Grenze zu M. Wir befinden uns im Sektor 3, nächster Planet ist ein Gasriese mit einer flüssigen Oberfläche aus Helium und Wasserstoff, die Atmosphäre besteht fast ausschließlich aus eben diesen beiden Elementen“, antwortete die zierliche Frau.

„Wissenschaftliche Station bestätigt die Ausführungen des Steuermannes“, ertönte aus dem seitlichen Hintergrund die Stimme eines der Chnum-Klone.

Osiris drehte sich zum Widderhäuptigen um, grinste schief und nickte zustimmend. „Saubere Arbeit! Jetzt geht’s ans Eingemachte. Finden wir heraus was hier wirklich passierte. Wissenschaftsstation, volle Scannerkapazität auf den dritten und vierten Planeten. - Steuermann und Navigation bringen sie uns in Reichweite.“

„Aye, Administrator!“, ertönte es kurz und knapp.

„Irgendwo hier muss es passiert sein“, begann der gerade diensthabende Seth-Klon von seiner Taktikkonsole her zu brummeln.

Ein Sachmet-Klon neben ihm nickte und schaute auf die Daten der Scanner. „Wir haben nicht die geringste Spur, aber wenn man den Fragmenten der Datenübertragung glauben darf, dann ereignete sich der Zwischenfall und damit auch das Ende des A-D-T-S zwischen dem fünften und vierten Planeten des Solarsystems.“

„War da nicht noch ein versteckter Hinweis auf eine Urbiosuppe auf dem dritten Planeten?“, hakte Isis nach.

„Ja, da war etwas. Zwar vage, aber vorhanden.“

„Denken wir doch mal direkt und nicht über drei Ecken. Wo könnte ein Schiff von der Größe der Vintara abgeblieben sein, wenn es schwer beschädigt vielleicht eine Notlandung in Erwägung zieht?“, bohrte Osiris in seiner Brückenmannschaft herum.

„Der vierte Planet wäre am naheliegendsten, wobei der dritte eventuell einladender wäre“, warf Bes ein.

<„Isis an Maschinenraum?“>, rief die geflügelte Antermerianerin ins Intercom.

<„Leitender Techniker Min 56 hier, ich höre!“>

<„Wie steht es um unseren Antrieb und die Fusionszellen?“>

<„Alles im nominellen Bereich.“>

<„Ausgezeichnet! Isis, Ende!> - Steuermann, vollen Schub zum dritten Planeten. Ich gehe schwer davon aus, dass wir dort zuerst suchen sollten. - Taktik und Wissenschaft, alle Aufmerksamkeit auf den dritten Planeten.“

„Aye, Commander!“

Für die nächsten vierzig Minuten herrschte eisiges Schweigen auf der Brücke, lediglich das Piepsen und dumpfe Pingen der verschiedenen Instrumente unterbrach die Stille.

Dann kam endlich Bewegung in die Stationen.

„Administrator! Wir haben die Daten vom dritten Planeten, rief Chnum.

„Lass hören“, entfuhr es Osiris lapidar.

„Der dritte Planet besitzt eindeutig eine Stickstoff-Sauerstoff-Atmosphäre. 75% des Planeten sind von Wasser und 25% von Landmassen bedeckt. Es existiert eine reichhaltige Flora und Fauna. Alles Sauerstoffatmer. Keinerlei Anzeichen von höherer Intelligenz.“

„Welcher Klasse gehören die Lebewesen an?“, fragte Isis dazwischen.

„Keine größeren Säugetiere. Die dominanten Spezies an Land sind vergleichbar Echsenartigen. Vierbeiner, Zweibeiner und flugfähige Arten sind deutlich zu erkennen. Im Wasser leben schwimmfähige Arten.“

„Danke, Chnum. - Was sagt die Taktik?“

An dieser Station standen Seth und Sachmet dicht beieinander und machten gleichzeitig finstere Mienen.

„Was ist los? Hat es euch die Sprache verschlagen? Ich will einen Bericht“, polterte Isis.

„Jawohl, Ma‘am! Entschuldigung, aber wir haben hier auch Daten vom vierten Planeten und die sind irritierend. Vorsichtig ausgedrückt.“

„Ich höre!“, grollte der geflügelte Commander.

„Wenn die Daten auf dem dritten Planeten für sie schon interessant sind, dann dürften die vom vierten Planeten sie aus dem Sessel hauen“, entglitt es Seth.

„Dann schießen sie mal los, Mister.“

„Sehr wohl. Auf dem dritten Planeten haben wir wahrscheinlich den geeigneten Notlandeplatz für die verschollene Vintara, aber hat sich schon einmal jemand darüber Gedanken gemacht was diese Notlandung ausgelöst haben könnte?“

„Die Dateneinspeisung war unvollständig“, warf Nephtys ein und drehte sich von ihrer Konsole weg, sah in Richtung der Taktik. „Worauf willst du hinaus?“

„Nun, wenn ich die Daten vom vierten Planeten richtig deute, dann war das Ver-schwinden der Vintara vielleicht kein Zufall, sondern eher ein unnatürliches Ereignis, maximal ein Unfall.“

„Du sprichst in Rätsel“, fauchte Nephtys.

„Warts ab“, knurrte Sachmet dazwischen.

„Leute!“, fuhr Osiris auf. „Jetzt redet nicht so lange herum, ich will Fakten. Was ist auf dem vierten Planeten?“

„Seht auf den Schirm“, wies Sachmet an und gab eine Tastenkombination ein.

Alle Blicke lenkten sich auf den Hauptschirm.

„Was?“, fragte Bes ungläubig.

„Das sieht schwer nach einer intelligenten Spezies aus“, murmelte Seth.

„Das gefällt mir gar nicht, schon überhaupt nicht in Kombination mit ihrer Aussage, dass das Verschwinden der Vintara unter Umständen künstlichen Ursprungs sein könnte“, konstatierte Isis.

„Eben“, hub Seth an, „wenn ich nämlich alle Daten zusammenfüge und mir die Lücken dazwischen so negativ wie möglich ausmale, dann ergibt sich ein zutiefst beunruhigendes Bild...“

„Dann setze uns mal ins rechte Licht“, forderte Chnum ihn auf.

„Sei es drum“, fuhr Seth fort. „Stellen wir uns vor, dass die Vintara am Ende oder sogar mitten im Sprung auf die Abtrünnigen traf und letztendlich das Ganze hier in diesem System eine Auswirkung dessen ist.“

„Du meinst, dass das A-D-T-S abgestürzt ist und nicht notgelandet?“ hakte Isis nach.

„Genauso ist es. Die Vintara geriet in einen Kampf, wurde steuerungslos und geriet auf ihrer weiteren Flugbahn in die Gravitation des dritten Planeten. Sie wurde von ihm eingefangen und schmierte ab. Direkt und ohne Umschweife eingeschlagen. Die DNA der Besatzung schaffte es in Bruchteilen und sehr verstreut die Hitze des Eintritts in die Atmosphäre zu überstehen, kam an Land und im Wasser an, auf jeden Fall verschmolz unsere Biomasse mit der der Ursuppe auf diesem Planeten und plötzlich kamen die jetzt dort existierenden Arten hervor.“

„Hmmm... klingt plausibel. Aber dann hätten wir uns in die Entwicklung eines ganzen Planeten eingemischt und eine Spezies erzeugt, welche so nicht auf dem Plan stand“, gab Nephtys zu bedenken.

„Nicht ganz“, sinnierte Chnum. „Es war ein Unfall und keine zielgerichtete Handlung.“

„Das stimmt“, hub diesmal Sachmet an. „Und damit kommen wir zum vierten Planeten. Der trägt nämlich deutliche Anzeichen einer industriellen, hochentwickelten Zivilisation.“

„Wie hoch entwickelt?“, fragte Osiris.

„Nach dem was ich aus den Ergebnissen lese, würde alles zu uns passen, allerdings macht mich der Umstand stutzig, dass wir keine Technologien mehr nutzen, welche die Atmosphäre des Planeten so extrem schädigen.“

„Das würde bedeuten ...“, hub Isis an und wurde von Seth unterbrochen, „... das wir es mit den Abtrünnigen zu tun haben, welche landen konnten und allem Anschein nach wohlauf sind.“

„Das hat mir gerade noch gefehlt“, seufzte Osiris und wurde durch den lauten Aufschrei Nephtys' aus seinen weiteren Ausführungen gerissen.

„Administrator! Wir kriegen Besuch. Kommt von Achtern. Abmessungen sind 14,8 Kilomitrox mal 6 mal 3. Es ist ein Schiff.“

„Verdammt! Wo kommt das plötzlich her?“

„Keine Ahnung“, murmelte Nephtys. „Wie es scheint hatte es sich gut genug im existierenden Asteroidengürtel versteckt.“

„Das kommt davon, wenn man nicht über den Tellerrand schaut“, fluchte Isis und sprang auf. „Taktik! Alle Waffen aktivieren, Schilde hoch, Rotation flexibel, Ladung positiv.“

„Aye, Commander!“

<„Maschinenraum! Sofort alle Energie auf offensive und defensive Systeme. Halten sie das Schiff soweit es geht stabil. Es wird gleich ungemütlich.“>

<„A ...“>

In diesem Moment wurde die Kampfinsel mittschiffs getroffen und eine heftige Erschütterung erfasste den Rumpf.

„Uih! Die gehen aber ran“, floskelte Osiris sichtlich betroffen. „Status?“

„Schilde halten noch, sind aber um 20% schwächer geworden.“

„Was? Von nur einem Treffer? Was ist uns nur entgangen in all den Jahrmillionen“, stöhnte Seth und tippte auf seiner Waffenkonsole herum. „Egal was es war, noch zwei Treffer und ich garantiere für nichts mehr.“

„Feuer erwidern“, schrie Isis dazwischen.

„Photonenkanonen feuern. Direkter Treffer Steuerbord am Heck, deutliche Detonation sichtbar. Ansonsten nicht mal ein Kratzer“, kam Sachmets Antwort.

„Weiter feuern ohne direkten Befehl. Ich sage Bescheid, wenn es genug ist.“

„Verstanden Commander! - Gravitonentorpedos sind aufgeladen und können abgefeuert werden.“

„Dann los!“

„Feuer!“

Sekunden später sah man mehrere verunglückte Einschläge auf den Schutzschirmen des fremden Schiffes, lediglich am Heck schien es eine Lücke zu geben und wie zuvor die Photonenkanonen, schlugen die Torpedos glatt durch.

„Sehr gut!“, rief Isis, „konzentriert das Feuer auf das Heck. Da scheint es eine Schwachstelle zu geben.“

Jetzt lag es am Angreifer den Kampf zu beenden oder fortzuführen. Er entschied sich für eine heftige Attacke.

Unter einem ohrenbetäubenden Knall wurde die Kampfinsel Velora getroffen, er-strahlte ihre Hülle in gleißendem Licht.

Das letzte was Seth und Sachmet noch schrien war, dass die Schutzschilde auf null waren und die Hüllenstruktur nicht mehr standhielt.

Die Velora wurde unter einer gigantischen Detonation in zwei ungleiche Teile gerissen.

Der größere Teil trudelte steuerungslos in Richtung der Sonne, während der kleinere Teil unkontrolliert in Drehung versetzt, sich in einer kreiselnden Bewegung in den Asteroidengürtel hineinbohrte, dort einen der größten Felsen rammte, aufgrund des Aufpralls komplett explodierte, den Asteroiden in zwei Teile sprengte.

Der Rest ergab sich in einer nicht mehr aufzuhaltenden Kettenreaktion.

Das größere Stück der Kampfinsel Velora verschwand im Laufe der Jahre in Richtung Zentralgestirn, setzten die überlebenden Reste der Besatzung noch wichtige Fakten und Daten ins zentrale Netzwerk, bevor sie in der Hitze des Gestirns verglühten.

Der brandneue Systemvernichter der abtrünnigen Antermerianer, der ganze Stolz dieser Gruppierung, sollte es nicht besser haben. Er wurde Achtern vom größeren Teil des Asteroiden getroffen, explodierte das Heck, riss ein gigantisches Loch in das Schiff.

Im Zuge dessen, zerbrach es an einer geschwächten Kupplungsstelle mittig, trudelten zwei Teile in Richtung des Zentralgestirns, schickten sich an das gleiche Schicksal zu erleiden wie die Kampfinsel.

Jedoch kam hier noch der Asteroid in seinen drei Teilen zum Tragen und beeinflusste das weitere Geschehen nachhaltig und damit auch das Schicksal des vierten und dritten Planeten.

Während, wie schon erwähnt die größeren Teile des Systemvernichters und der Kampfinsel im Zentralgestirn verglühten, wurde der kleinere Teil des Ersteren von der Gravitation des dritten Planeten eingefangen, begann diesen zu umkreisen.

Die drei Bruchstücke des Asteroiden hingegen, legten einen Vernichtungskurs ein. Während das größte Bruchstück auf dem nächstgelegenen vierten Planeten ein-schlug, eine Umweltkatastrophe auslöste, Vulkanausbrüche hervorrief, das komplette Wasser verdampfen ließ, die Atmosphäre durch gigantische Druckverhältnisse regelrecht ins All zersprengte, machten sich die anderen beiden auf den Weg zum dritten Planeten und sollten zu dem uns heute bekannten Ergebnis führen.

Bruchstück eins schlug mitten im heutigen Atlantik ein, löste Flutwellen und unterseeische Beben aus, sorgte indirekt für weitere tektonische Verschiebungen, war allerdings relativ harmlos, im Vergleich zu seinem größeren Freund.

Der schlug mitten auf Land ein. Die Zustände daraufhin waren katastrophal. Die Erde schien in dieser Region zu bersten. Vulkaneruptionen mit gigantischen Dampf-, Asche- und Lavafontainen waren die Folge. Die Vegetation geriet in einen Flächen-brand, bekannte große Arten starben komplett aus. Diejenigen die den direkten Einschlag und die Sofortwirkungen nicht zu spüren bekamen, starben nach und nach durch den Klimawechsel, Hunger und sauren Niederschlag.

Nur in exponierten Regionen überlebten wenige.

Während auf der Erde dieses katastrophale Ereignis zur heutigen Artenvielfalt führte, löschte es auf dem Mars jedes Leben aus, hinterließ nur geringe, schwer zu findende Spuren.

Der, vom dritten Planeten eingefangene Restteil des Systemvernichters umkreiste diesen noch für circa 300.000 Jahre, ging dann in einer steiler werdenden Bahn zum Absturz über und schlug fast unmerklich im Bereich der heutigen Antarktis ein, wurde später unter den dortigen Eismassen begraben, ging in eine Art Dornröschenschlaf über, bis vielleicht irgendwann der Zeitpunkt käme der eine Reaktivierung des Inhalts nötig machen würde.