Kapitel 4

Story by SethGodofChaos on SoFurry

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Kapitel 4

es wird Ernst

Zwei Wochen später waren die Startvorbereitungen abgeschlossen, war zwischen Maahes und Sachmet alles geklärt. Ebenso waren die führenden Antermerianer eingeweiht, hatten mehr oder weniger willig und widerwillig Ammons Plänen zugestimmt.

„Hallo Osiris, ich grüße dich, Isis“, begrüßte Ammon seinen Freund fast überschwänglich und geleitete die beiden ohne Umschweife in die Entwicklungsabteilung.

„Hat es geklappt?“, fragte Osiris neugierig.

„Aber sicher doch. Manchmal funktionieren Sachen auch so, wie sie sollen“, kam die Antwort und er griff nach einem kleinen unscheinbaren Gerät. „Das sind die Verzerrer. Jeder erhält einen davon, schnallt ihn sich um den Arm und voila von Ort zu Ort oder von Universum zu Universum. Damit dürften wir die Abtrünnigen nicht nur überraschen, sondern sollten sie auch mächtig auf Trab halten.“

„Wir sollten sie aber mit Bedacht einsetzen. Immerhin gehe ich davon aus, dass die Trägerwelle auf eine bestimmte Frequenz eingestellt ist?“, sinnierte Osiris.

„Das ist richtig. Nicht zu oft benutzen. Wir wissen nicht inwieweit die Modulation erfassbar ist und ob man diese nicht kopieren und anschließend eine Blockadefrequenz auflagern kann.“

„Dann werden wir das berücksichtigen. Danke für den Hinweis“, stellte Osiris nickend fest.

„Gut. Jetzt mach dich auf den Weg. Es gibt für dich viel zu tun.“

„Danke nochmals und wir werden uns wiedersehen“, verabschiedete sich Osiris von Ammon, umarmte ihn kurz und nahm Isis mit sich.

Als beide außer Hör- und Sichtweite waren, blieb Isis stehen und packte ihren Gemahl am Arm, hielt ihn fest. „Glaubst du allen Ernstes, dass wir das Richtige machen?“

„Lieber ich als ein anderer“, antwortete Osiris.

„Warum? Warum gerade du? Was würdest du anders machen als Seth, Sachmet oder Anubis, meinetwegen auch Nephtys?“

„Die notwendige Weitsicht? Du kennst mich seit Jahrhunderten und weißt, dass ich sehr ruhig und überlegend bin. Du weißt, dass ich selten überstürzt handle und den Dingen lieber ihren Lauf lasse, bevor ich eingreife und reguliere.“

„Da gebe ich dir zwar recht, aber trotzdem bin ich höchst beunruhigt. Auf diesem Planeten sind definitiv die Abtrünnigen und wer weiß was noch alles dort lauert. Ich will dich nicht verlieren. Unsere naturgegebene Unsterblichkeit bezieht sich nur auf unsere Lebensdauer, unverwundbar sind wir deswegen nicht“, mahnte Isis ihren Ehemann.

„Ich werde für uns beide aufpassen“, kam dessen kurze Antwort.

„Dann tu das und zwar gründlich“, erwiderte sie, breite ihre Schwingen aus und umhüllte ihn damit, kuschelte sich an seine Brust.

Drei Monate später, die Aufrüstarbeiten waren abgeschlossen, erreichte Osiris vom Sicherheitsszentrum die Mitteilung, dass es Neuigkeiten gäbe.

Innerhalb weniger Adaster hatte sich eine illustre Gruppe, bestehend aus Re, Nephtys, Osiris nebst Isis, Maahes, Sachmet, Seth, Sobek, Chnum, Toth, um nur die uns bekanntesten Namen zu erwähnen, eingefunden.

„Willkommen!“, begann Ammon.

„Hmhm …“, summte Nephtys, statt einer klaren Antwort. Der Rest nickte nur und schaute aufmerksam.

„Ich starte gleich mal ohne Umschweife. Osiris wird umgehend ins Solarsystem auf Transferebene Alep3.5 und Alep3.6 versetzt. Auf dem dritten Planeten scheint sich etwas zu tun, zumindest hat es eine weitere Sonde herausgefunden. Was genau es ist wissen wir nicht, aber ich will es untersucht haben. Seth, Anubis, Sachmet und Maahes; ihr vier macht euch mit einem automatischen Arbeits- und Versorgungsschiff auf Transferebene Sechem 6.7 auf den Weg ins Elara-System. Landet mit mehreren Fähren auf dem Mond des Planeten Genro und schaut euch um. Es gibt dort ein Plateau, welches wir als Ausgangsbasis für ein Bunkersystem nutzen werden.“

„Das hört sich jetzt aber sehr verschwörerisch an und was machen wir genau, wenn wir dort sind?“, warf Seth ein.

„Wieso denken bei mir immer alle an Verschwörungen? Ihr werdet mit Bohrungen beginnen, damit das Höhlen- und Gangsystem entstehen kann. Und haltet die Augen auf. Auf dem Planeten selbst sind immer noch die Abtrünnigen aktiv.“

„Das klingt doch mal nach einem Abenteuer“, versuchte Maahes zu frohlocken und grinste Sachmet zweideutig an.

„Leute! Das wird weder ein Zuckerschlecken noch ein Urlaubsausflug. Die Gefahrenlage ist sehr hoch“, ermahnte Ammon.

„Dann sollten wir sofort aufbrechen“, intonierte Osiris und wandte sich zum Ausgang.

„Sekunde noch“, stoppte ihn Ammon. „Isis bleibt hier, wird aber rund um die Uhr informiert.“

Die schlanke, zierliche Frau ging auf ihren Ehemann zu und umarmte ihn fest. „Pass auf dich auf. Ich werde immer bei dir sein.“

„Ich weiß. Mach dir keinen Sorgen“, antwortete Osiris kurz, löste sich von ihr und verließ den Raum.

„Wie immer zielstrebig“, seufzte Isis.

„Genau deshalb schicke ich auch ihn dorthin“, stellte Ammon fest und atmete tief durch.

Zwei Adaster später war Osiris mit einer Personenfähre im Orbit des Heimatplaneten Antermerius angekommen, war der Andockvorgang abgeschlossen und betrat er die Kampfinsel Byblos.

„Willkommen an Bord, Administrator Osiris!“, begrüßte ihn ein Ptah-Klon.

„Sei mir gegrüßt. Welche Kennnummer hast du?“

„Ich bin Ptah 14“, kam dessen Antwort.

„Ausgezeichnet. Du bist mein persönlicher Ansprechpartner?“

„Das ist korrekt, Administrator.“

„Sehr gut. Wie weit sind die Startvorbereitungen?“

„Die Attikon hat den Synchronstart mit uns bereits bestätigt, den Transferkorridor jedoch nachkorrigiert auf Alep3.7.“

„Gibt es einen triftigen Grund dafür?“, hakte Osiris nach.

„Die Endpunkte liegen laut Sicherheitsoffizier Seth 202 zu dicht beieinander. Er möchte eine größere Toleranz und nicht zu seiner eigenen Beerdigung.“

„Genehmigt und sprich ihm mein Lob aus. Er hat sehr gut aufgepasst. Auch wir in der Administration sind nicht unfehlbar und unsere Mission ist nicht nur heikel, sondern auch in sehr kurzer Zeit aus dem Boden gestampft worden.“

„Sehr wohl. Ich werde es weiterleiten“, bestätigte Ptah 14.

„Und jetzt lasst uns die letzten Sequenzen einspeisen damit es losgehen kann“, forderte Osiris auf und deutete an, dass er den Klon zum Administratorenstand begleiten würde.

Die Fahrt im Aufzug gestaltete sich als sehr ruhig. Osiris beobachtete während derer die effiziente Arbeitsweise der verschiedenen Klon-Gruppen von Sicherheit und Leittechnik.

Schließlich kamen sie im Administratorenstand an und die Türen öffneten sich.

Er war vollgestopft mit gläsernen Displays, welche den Eindruck erweckten frei im Raum zu schweben und dutzende Simulationen und Datenströme anzeigten. Zentral stand ein bequemer Sessel mit Datenpads zur Rechten und Linken. Es sollte für die nächsten Jahrtausende, wenn nicht noch länger, sein Arbeitsbereich werden.

„Na schön“, hub er an. „Ich möchte die kompletten Besatzungen darüber informieren was auf uns zu kommt und eine konkrete Gefahreneinschätzung abgeben.“

„Sehr wohl, Administrator. Ich werde die entsprechenden Bereiche unterrichten“, entgegnete der Ptah-Klon und nickte zusätzlich.

„Dann begib dich in deinen Bereich und gib die entsprechende Order durch. Wo finde ich dich?“

„Direkt unter ihnen, in Sichtweite“, sagte der Klon und deutete nach unten, durch den Glasboden hindurch.

Osiris folgte dem Fingerzeig und schaute durch den Boden auf die unter ihm liegenden Arbeitssektionen. Ferner fiel ihm jetzt auf, dass sein Administratorenstand komplett aus Glas bestand, er nicht nur nach außen eine 360° Rundumsicht genoss, sondern auch der Boden einen vollständigen Blick ins Schiffsinnere bot und er die wichtigsten Sektoren von Navigation, Sicherheit und Steuerung einsehen konnte, er nicht nur Sprechkontakt zu den Klonen hatte, sondern auch unmittelbare Sicht.

„Faszinierendes Schiff“, murmelte er und setzte sich in seinen Sessel.

Der Klon verließ den Stand und tauchte wenige Augenblicke später fast direkt unter ihm auf, stellte sich an sein Kontrollpult und begann mehrere Eingaben zu tätigen.

<„Administratorenstand an Zwischenkontrolle, Ptah 14!“>, rief Osiris in den Raum, nachdem er die entsprechende Intercom-Taste gefunden hatte.

<„Hier Ptah 14, ich höre“>, kam prompt die Antwort.

<„Ich ändere etwas die Planung. Zunächst möchte ich die Leiter der einzelnen Sektionen sprechen und auf die Mission einstimmen, ich denke da an das Arboretum, wenn wir ein solches haben. Danach möchte ich gerne die Kampfinsel kennenlernen, damit ich, wenn es darauf ankommt, nicht ins Messer laufe und mit Unkenntnis für unfreiwillige Irritationen sorge“>, ordnete Osiris an.

<„Verstanden, Sir! Wir haben natürlich ein Arboretum und ich habe bereits den Treffpunkt übermittelt. Selbstverständlich stehe ich als Adjutant anschließend zur Verfügung und geleite sie durch das Schiff. Und wenn ich einmal nicht anwesend sein sollte, so werden sich die entsprechend eingeteilten Ptah-Klone sehr gerne um ihre Bedürfnisse kümmern.“>

<„Sehr gut. Ich komme runter und wir gehen gemeinsam zum Treffpunkt. Osiris, Ende!“>

Er erhob sich, schaute sich um, betrachtete den Sternenhimmel und atmete tief durch. ‚Mitten in einem gläsernen Sarg‘, sinnierte er und ging zum Aufzug, betrat ihn und stand wenige Augenblicke später neben Ptah 14.

„Ich bin bereit, Sir“, sagte dieser kurz, schaute von seinen Displays auf und wandte sich Osiris zu.

Der nickte und zeigte an, dass er ihm folgen würde.

Auf dem Weg zum Arboretum fing der Klon an, die Kampfinsel zu erklären. „Das Gesamtvolumen des Schiffes beläuft sich auf 250 Milliarden kubische Mitrox. Wie sie wissen wurde als Basis ein Asteroid verwendet, welcher soweit es geht durchtunnelt wurde, einzelne empfindliche Sektionen sich in dessen Innerem befinden.

Die Arbeitsbereiche, welche dringend auch Sichtkontakt zum umgebenden Raum benötigen sind unter- und oberhalb des Gesteins angelegt und in den pyramidenförmigen Panzerglasanbauten. Dazu zählen die Astrometrie in der unteren Erweiterung an der Spitze und auch die komplette Navigation im Zwischenbereich. Zur Basis hin sind dort die Freizeiträume angelegt, ebenso das Arboretum.

In der oberen Pyramide befinden sich ihr Administratorenstand in der Spitze, darunter die direkte Leitstelle, in der auch ich mich befinde, dann die Schiffssteuerung und die externe Sicherheit. Die empfindlichen Bereiche sind die interne Sicherheit, die Hangare, der medizinische Bereich, die Waffentechnik mit Lager und Entwicklungslabor sowie die kompletten Computersysteme, inclusive Maschinenraum und Energieerzeugung.“

„Ich bin schwer beeindruckt. Wie wird das Schiff beschleunigt?“

„Im unteren Geschwindigkeitsbereich nutzen wir hochenergetische Ionen. Für alles darüber nutzen wir ausschließlich den Subraum. Die entsprechenden Feldgeneratoren zur Erzeugung des Tores liegen an den Asteroidenende kurz unter der Oberfläche. Insgesamt sind es vierzig Stück damit das Feld stabil bleibt.“

„Ausgezeichnet“, erwiderte Osiris und lächelte begeistert.

„Wir sind da“, verkündete Ptah 14 und sie standen vor der Tür zum Arboretum. Wie erwartet waren die Sektionsleiter bereits eingetroffen und schauten neugierig zur Glastür, durch die die beiden in diesem Moment hindurchschritten.

„Ich grüße sie“, begann Osiris zunächst noch zögerlich. „Ich habe sie zusammenrufen lassen, damit sie wissen, was auf sie zukommt. Aber zuerst … Gibt es Fragen ihrerseits?“

Der Sachmet-Klon hob die Hand und sprach sofort: „Administrator! Es wird gemunkelt, dass uns unter Umständen die Abtrünnigen erwarten könnten. Was erwartet uns jetzt wirklich? Die Daten im zentralen Netzwerk wurden nicht vervollständigt oder scheinbar unterdrückt.“

„Sehr gut. Ich gehe direkt auf die Fakten ein. Wir haben die Datenübertragung ins zentrale Netzwerk bewusst unterdrückt, um nicht schon vorher alle nervös zu machen. Es kann sein, dass wir auf die Abtrünnigen treffen. Zumindest deutet alles mit einer Zuverlässigkeit von 89 Prozent daraufhin, dass sie sich dort aufhalten oder aufgehalten hatten.

Wir haben den Auftrag, es zu untersuchen und den dritten Planeten des Zielsystems zu kontrollieren, zu überwachen und seine weitere Entwicklung zu beurteilen. Wir werden auf Leben treffen, das ist schon mal sicher. Wie es aussieht und wie es sich verhält, wissen wir jedoch nicht.

Auf jeden Fall sind vor Jahrmillionen erst das A-D-T-S Vintara und später die Velora, als Prototyp unserer Kampfinsel, verlorengegangen. Das sind ihnen bereits bekannte Fakten.

Was wir nicht übertragen haben ist, dass das Elara-System definitiv von den Abtrünnigen infiltriert wurde. Eine Sonde fiel auf der Oberfläche des dortigen Planeten Genro einem Angriff zum Opfer. Das legt nahe, dass die Entfernung von nur dreißig Lichtjahren nicht ausreichend ist, um nicht die Aufmerksamkeit der Abtrünnigen zu erregen.“

„Das bedeutet, dass wir uns auf Kampfhandlungen einstellen müssen?“, fragte der Seth-Klon.

„Es ist mehr als wahrscheinlich. Aber wir sollten erstmal den Asteroidengürtel erreichen und mit einer kleineren Staffel von Gleitern die Oberfläche des dritten Planeten in geringer Entfernung überstreichen und ausreichend Daten sammeln. Ferner werden wir landen und genauere Untersuchungen anstellen“, erklärte Osiris.

„Danke für ihre Offenheit, Administrator. Wir werden bereit sein und unsere Sektionen ebenso“, bestätigte der leitende Ptah-Klon die indirekte Anweisung.

„Ausgezeichnet. Dann lasst uns beginnen. Auf die Führung verzichte ich einstweilen, da du mir die Details der Kampfinsel auf dem Weg hierher ausführlich nahegebracht hast. Auch dafür meinen Dank.“

„Ihr habt es gehört. Auf Positionen und alles bereitmachen zum Dimensionstransfer. Alle Bereiche in Alarmzustand Blau versetzen. Schutzschilde negative Polarisation, volle Leistung“, verkündete Ptah 14 und schaute auffordernd zu den einzelnen Klonen.

„Administrator?“, kam die kurze Frage zur endgültigen Bestätigung.

„Machen sie es so!“

Sekunden später war das Arboretum leer und Ptah-Klon wie auch Osiris begaben sich zum Aufzug und besetzten ihre Bereiche.

<„Osiris an Ptah 14! Ich wünsche die Bestätigung aller Bereiche auf Bereitschaft.“>

<„Aye, Administrator!“>, kam die Antwort.

Nach vier Minuten kam die Nachricht, dass alle Sektoren gesichert wären und auf die Sprungsequenz warteten.

<„Osiris an Maschinenraum! Dimensionssprung initiieren.“>

<„Hier Min 230, Initialisierung eingeleitet. Zeit bis zum Transfer fünf Minuten.“>

<„Verstanden! Osiris, Ende!“>

Minuten vergingen, in denen zunächst nichts geschah, dann jedoch sah man in einiger Entfernung vor den Kampfinseln wie sich jeweils ein schwachgrauer Schleier bildete. Dieser Nebel verdichtete sich nach und nach, wurde kräftiger in der Färbung, wurde dessen Ausdehnung größer und begann eine leichte Rotationsbewegung. Als diese anmutete wie der Wirbel eines Tornados, öffnete sich mittig langsam der Schleier, gab zögerlich einen fremden Sternenhimmel preis, bildeten sich seitlich gelbliche und violette Streifen, schienen nach den Kampfinseln zu greifen, um sie regelrecht hineinzuziehen.

<„Kurs setzen!“>, hub Osiris an. <„Transfertunnel betreten und hoffen, dass wir nicht erwartet werden.“>

<„Aye, Administrator!“>, bestätigte Ptah 14 den Befehl und kurze Zeit später waren beide Kampfinseln verschwunden. Waren sie einfach verschluckt und aus dem heimatlichen Universum getilgt.

„Transfer bestätigt“, hub Sachmet an und sah mit Unbehagen zu Ammon.

„Viel Glück, alter Freund“, murmelte der vor sich hin, ohne weiter auf die Auskunft der Löwin einzugehen.

Isis stand schweigend daneben und hatte glasige Augen, wollte ihrem Mann plötzlich noch so viel sagen, ihn eigentlich am liebsten wieder zurückholen.

Maahes, der sie ansah, bemerkte ihre Stimmungslage, stellte sich direkt neben sie und umschlag sie ohne zu fragen. Sie selbst schloss die Augen und versank für einen Moment in den Armen des Löwen.

„Seth, Sachmet, Maahes! Es wird Zeit. Transfer zum Elara-System in einer Stunde. Sprung auf Ebenen 6.72, 6.75 und 6.78“, ordnete Ammon mit finsterer Miene an.

„Aye!“, kam die knappe Antwort und die drei Angesprochenen verließen den Raum.

In unserem Universum öffneten sich mitten in der Finsternis zwei Löcher im Raum, waren umgeben von einem hellen, leicht grauen rotierenden Strudel und traten zwei Kampfinsel in das uns bekannte Raum-Zeit-Gefüge ein.

<„Ankunft!“>, verkündete Ptah 14 via Intercom an Osiris.

<„Verstanden und bestätigt!“>, antwortete der Administrator. <„Tiefenscan!“>

<„Aye! Scan wird ausgeführt.“>

Minuten vergingen, dann kam die Entwarnung. <„Keinerlei Aktivitäten im Umkreis von fünf Lichtjahren“>, hörte man Ptahs Stimme aus dem Lautsprecher.

<„Ausgezeichnet. Welche Entfernung haben wir zum Asteroidengürtel?“>

<„Einhunderttausend Kilomitrox.“>

<„Volle Geschwindigkeit! Bringt uns gut rein und verschanzt uns zwischen den Brocken. Achtet auf Querschläger, die uns gefährlich werden könnten.“>

<„Bestätigt, Administrator!“>

<„Sobald wir auf Kurs sind, schicke die Sachmet-Klone mit ihren Gleitern raus. Die sind schneller am dritten Planeten als wir im Gürtel.“>

<„Verstanden! Wie viele sollen wir zum Zielplaneten schicken? Aufgabenstellung?“>

<„Entsende nur fünfzehn damit wir nicht auffallen, alle Empfangsfrequenzen öffnen und nach Funkwellen abtasten, außerdem die Bioscanner in allen Bereichen einsetzen. Wir wissen nicht wie das Leben dort unten aussieht und wie es sich uns zeigen wird.“>

<„Wie ihr wünscht“>, bestätigte der Ptah-Klon.

Zwei Adaster später waren die Antermerianer Sachmet, Maahes und Seth mit jeweils einer Standardfähre und einer Automatenfähre, zum Transport des Gründungsequipments, im Elara-System angekommen und näherten sich dem noch unbenannten Mond des Planeten Genro.

<„Warum hat der Mond eigentlich keinen Namen?“>, fragte Sachmet via Intercom.

<„Typisch Weibchen. Immer um das Unwesentliche besorgt“>, posaunte Seth.

<„Vorsicht Officer“>, schnauzte Maahes. <„Diese Löwin da, mag solche Anspielungen überhaupt nicht.“>

<„Oh. Jetzt bekomme ich Prügel von zwei Seiten? Das ist nicht fair“>, knurrte Seth.

<„Sei froh, dass ich mich mit Sachmet ausgesprochen habe und ihr den Ausrutscher verzeihe. Somit also auch dir, aber nochmal wird das nicht geschehen“>, drohte Maahes.

<„Meinetwegen. So toll war es auch wieder nicht.“>

<„Was bitte?“>, fauchte Sachmet ins Mikro. <„Das war jetzt wohl nichts. Du hast mir doch hinterher in den Ohren gelegen, dass du das so toll fandest, dass du es unbedingt dauerhaft haben wolltest.“>

<„Ach ne. Sieh an“>, flötete Maahes sarkastisch und fing laut an zu lachen. <„Der Eselhengst hat einen wunden Punkt.“>

<„Habe ich nicht“>, schnaubte Seth energisch.

<„Wenn du meinst“>, schnurrte Sachmet sanft ins Mikro.

<„Würdest du bitte damit aufhören?“>, rief Seth laut.

<„Warum?“>, fragte die Löwin. <„Damals machte dich das ganz schwach.“>

<„Eben! Darum sollst du auch damit aufhören.“>

<„Ah. Beim Eselchen wird wohl die Uniformhose zu eng“>, witzelte Maahes zynisch.

<„Darauf gebe ich jetzt keine klare Antwort. Außerdem haben wir eine Aufgabe zu erfüllen und die befindet sich nicht im Bereich meiner Taille oder darunter“>, schnaubte Seth frustriert.

<„Gut. Jetzt Konzentration“>, forderte Maahes auf. <„Wir sind gleich da und umrunden den Mond erstmal. Schatz! Möchtest du den Mond taufen?“>

<„Aber gerne meine liebste Wuschelmähne“>, flötete die Löwin.

<„Ich glaube es einfach nicht“>, knirschte Seth vor sich hin, erhielt jedoch keine Antwort.

Plötzlich verkündete Sachmet: <„Cyndra. Ja. Cyndra. Das ist ein schöner Name.“>

<„Cyndra? Hört sich an als ob was brennen würde“>, knurrte Seth.

<„Du brennst gleich“>, schnauzte Maahes.

<„Also bitte, ja!“>, begann der Anthro-Esel seine Verteidigung. <„Wenn wir zusammenarbeiten sollen, dann bitte mit mehr Respekt und nicht in diesem Ton und schon gar nicht mit den ständigen Sticheleien. Wenn du so großherzig bist, dann zeig es auch. Weder deine Frau, noch ich, können das Geschehene rückgängig machen, das sollte sogar dir klar sein.“>

<„Also, da muss ich Seth allerdings recht geben. Lassen wir das“>, mischte sich Sachmet ein.

<„Meinetwegen“>, grollte Maahes. <„Aufteilen und umrunden“>, befahl er noch.

<„Aye!“>

Sie umkreisten den Mond Cyndra mehrfach, sammelten Daten und landeten schließlich einzeln auf dem zuvor gefundenen Plateau.

Die beiden Löwen entstiegen als erste den Fluggeräten, während Seth mit seiner noch etwas in zehn Mitrox Höhe schwebte und die sichere Landung der mit ihm gekoppelten Materialfähre abwartete.

Wie ein Negativheld betrat er den Mondboden und schritt langsam auf die beiden zu. „So“, hub er an, „womit beginnen wir?“

„Erst einmal mit einer Entschuldigung“, murmelte Maahes.

„Wofür?“, fragte Seth.

„Für meine verbalen Attacken.“

„Ist schon okay. Ich habe es wohl nicht besser verdient.“

„Im Prinzip hast du recht, aber irgendwann muss es auch mal aufhören.“

„Dann belassen wir es jetzt wirklich dabei. Sachmet hat recht. Wir haben viel zu tun.“

„Genau und damit fangen wir jetzt an. Ich will so schnell wie möglich wieder aus diesem blöden Raumanzug raus“, intonierte die Löwin.

„Dann lasst uns anfangen. Scannen wir zunächst die Oberfläche und den Untergrund. Laut Ammon soll ein Höhlen- und Gangsystem angelegt werden, vielleicht haben wir Glück und treffen schon auf natürliche Kavernen“, sagte Seth.

„Der Punkt geht an dich“, merkte Maahes an und nickte zustimmend.

Sachmet ging zur Transportfähre.

Löwenkater und Eselhengst schauten ihr hinterher. Ihr leicht wiegender Gang, welcher sogar unter dem Raumanzug erotisch und mehr als elegant wirkte, zog die beiden in ihren Bann.

Fast zeitgleich entfleuchte ihnen ein tiefer Seufzer, was wiederum bewirkte, dass die beiden sich ansahen und schließlich zu zwinkerten.

„Ich verstehe, warum du so auf sie achtest“, gab der Esel zu.

„Und ich kann verstehen, warum du scharf auf sie bist“, bestätigte der Löwe.

„Weiber!“, flüsterten beide gleichzeitig und kicherten albern.

„Ob sie wohl das Außenschott aufbekommt?“, raunte Seth.

„Wenn sie sich die Codierung gemerkt hat…“

Sachmet hatte sie sich gemerkt und unter einem Summen öffnete sich das Schott und klappte die Laderampe herunter.

„Wollt ihr Wurzeln schlagen oder helft ihr mir?“, forderte die Löwin auf.

„Aber sicher doch“, antwortete Maahes schnell und näherte sich zielstrebig.

„Und es wäre schön, wenn ihr euch nicht hinter meinem Rücken darüber unterhalten würdet wie heiß ich mit meinem Hintern wackeln kann.“

„Sie hat es gehört“, murmelte Seth.

„Und ob ich das habe, du Maultier.“

„Eh, ja.“

„Unglaublich“, intonierte Maahes und schlug Seth plötzlich auf den Hintern. „Deiner ist aber auch nicht ohne.“

„Das fasse ich nicht“, kreischte Seth auf und wurde knallrot.

„Huhu“, hub Sachmet an. „Wenn ihr zwei was miteinander anfangen solltet, dann gebt rechtzeitig Bescheid. Den passenden Moment, wenn ihr beide …“

„Nix da“, juchzte Maahes. „Soweit kommt es noch.“

„… schade. Ich wollte gerne zusehen“, schloss die Löwin ihren Satz anderweitig ab.

„Komm Großer“, lud Maahes den Esel zum Betreten der Fähre ein und ging voraus.

„Hier“, sagte Sachmet und drückte ihrem Kater einen Bioscanner in die linke Hand und einen Laser in die andere, wandte sich dann um: „Und du darfst einen Tiefenscan im Gestein durchführen. Mit dem Ausloten von Tiefen hast du es ja, wenn ich mich recht entsinne“, fuhr sie fort und drückte dem Hengst die entsprechenden Geräte in die Hände, grinste dabei frech.

„War die schon so, bevor ich mit ihr …?“, hub Seth an.

Maahes schaute den Halbesel überlegend an und nickte schließlich. „Ja, die war schon immer so.“

„Vorsichtig!“, knurrte die Übergangene. „Sonst lasse ich mir was Böses einfallen.“

„Lass uns anfangen“, seufzten beide fast gleichzeitig und teilten sich auf.

Während Maahes sich seiner Aufgabe hingab und nach Biosignaturen suchte, sich von den anderen entfernte, zog es Seth vor in der näheren Umgebung zu bleiben, setzte einen Gesteinsbohrer an und drang einen Mitrox in die Tiefe vor.

Anschließend versenkte er eine Messsonde und schloss diese an den Scanner an. Sachmet baute sich neben ihm auf und schaute auf das Display. „Und schon erste Werte?“

„Ich bin kein Hexer. Das wird noch etwas dauern“, erwiderte Seth.

„Meinetwegen. Lass dir ruhig Zeit. Endlich mal etwas, bei dem du langsamer bist“, stichelte die Löwin.

Der Hengst seufzte leise und schaute unbeeindruckt auf das Display. „Ich habe einen ersten Wert.“

„Sag an“, murmelte Sachmet leise und drückte sich dichter an ihn.

„Vorsicht! Wenn Maahes das sieht, dann …“

„Selbst wenn … es passiert ja nichts.“

„Wenn du das sagst. Aber zum Thema. Das Gestein ist erkaltete Lava. So wie es aussieht war das hier früher ein aktiver Vulkan und wir befinden uns mitten auf der weggesprengten Caldera. Der Magmaausfluss war nachfolgend noch so aktiv, dass die Umgebung sich in der Nähe auffüllte und dieses Wahnsinnsplateau bildete. Die Abmessungen sind im Oval bei zehntausend Mitrox mal zwanzigtausend Mitrox.“

„Gibt es noch irgendwelche Aktivitäten?“, fragte die Löwin.

„Nein. Der Mond ist quasi tot.“

„Und?“

„Was und?“

„Ach nichts. Gibt es Kavernen?“

„Ja, wie es scheint existieren mehrere Gänge durch die ehemals das Magma floss und größere Bereiche in denen sich alles über eine längere Zeit aufstaute. Die größte Kaverne hat einen Ausmesser von gerundet siebenhundert Mitrox. Fünf weitere sind kleiner und zwischen fünfzig und zweihundert Mitrox.“

„Klingt vielversprechend. Damit können wir direkt etwas anfangen.“

„Wir sollten die Daten per Subraum an Osiris senden und der soll sie über die Tunnelung an Ammon schicken. Die ersten Bautrupps sollen anrücken. Ach ja, und was das ‚ach nichts‘ betrifft. Ich bin froh, dass es endlich geklärt ist und die Sache zwischen uns beiden ruht“, gab Seth seine Gedanken preis.

„Vielleicht ist sie für mich nicht so entfernt, wie du es denkst“, seufzte Sachmet.

„Hallo, ihr beiden“, hörte man Maahes per Helmfunk leicht verrauscht.

„Wir hören dich“, antwortete Sachmet.

„Der Felsbrocken ist absolut tot. Es gab hier niemals Leben und wird es auch keines geben. Es gibt hier nicht mal eine anständige Atmosphäre dafür.“

„Verstanden. Wir sind da besser dran. Wir haben ausreichend Basis gefunden für das Bauvorhaben von dem Ammon sprach. Es muss nur erstarrtes Magma entfernt werden“, verkündete Seth.

„Ausgezeichnet! Ich komme wieder zurück.“

„Mach das.“

Die Löwin näherte sich unterdessen Seth auf Helmberührung und schaltete den Funk aus. „Pass mal auf, du komischer Esel. Du hast es scheinbar nicht begriffen. Aber zwischen mir und Maahes war es schon vor deiner Zeit vorbei. Das Gespräch diente lediglich dazu einige Dinge klarzustellen. Er hat mich freigegeben. Das ist das Ergebnis unserer Diskussionen. Ich will es nur nicht so sehr ausufern lassen. Die Bissigkeiten dir gegenüber dienen lediglich dem Selbstschutz.“

„Du meinst …?“

„Genau das. Oh, du Langohr! Du bist echt das langsamste Vieh was mir je über den Weg gelaufen ist“, fauchte die Löwin.

„Und du die schlechteste Schauspielerin die ich kenne.“

„Wenn ich dich erwische, dann kannst du was erleben.“

„Das will ich sehen.“

„Sehen und spüren, du begriffsstutziger Hengst.“

„Gut so. Noch hengstiger wie ich kann man nicht mehr sein.“

„Das weiß ich auch“, entgegnete Sachmet noch und schaltete den Helmfunk wieder ein.

„Weiber!“, grummelte Seth.

„Sag ich doch“, rief plötzlich Maahes dazwischen und schlug ihm heftig auf den Hintern.

Der Esel schreckte hoch und schaute den Löwenkater verdutzt an. „Was?“

„Hast du es ihm gesagt?“, fragte Maahes.

„Er ist extrem schwer von Begriff und ich musste es ihm detailliert erklären.“

„Wie immer.“

„Jetzt habe ich es sehr wohl verstanden“, knurrte Seth und schaute abwechselnd zu beiden. „Aber wie auch immer, sollten wir die Ergebnisse nicht endlich an Osiris senden?“

„Richtig. Das werden wir jetzt machen“, verkündete Sachmet und ging in Richtung ihrer Fähre.

„Aber mal ganz ehrlich, Maahes. Das war ein ganz abstruses Spiel“, flüsterte Seth.

„Wir wollten es dir nicht direkt auf die Nase binden, sonst währest du komplett abgedreht und Sachmet gar nicht mehr von der Seite gewichen“, begründete der Löwe und hob entschuldigend die Arme.

„Meinetwegen, aber jetzt lass uns zu ihr gehen und schauen was wir als Antwort bekommen“, schloss Seth die Diskussion ab und setzte sich in Bewegung.

Die Attikon nebst der Byblos waren in der Zwischenzeit auf dem Weg in den Asteroidengürtel und zeitgleich strebten fünfzehn Gleiter dem dritten Planeten des Solarsystems entgegen.

<„Darlet-Staffelführerin Sachmet 01 an Administrator Osiris! Können sie mich hören?“>

<„Byblos hier, Osiris hört!“>

<„Ankunft beim Zielplaneten in vierzehn Myton. Alle Gleiter zu 100 Prozent im Nominalbereich. Scanner auf voller Streufläche.“>

<„Verstanden! Fahren sie fort. Osiris, Ende!“>

<„Osiris an Navigation! Wie lange noch bis zum Asteroidengürtel?“>

<„Hier Navigation, Min 340! Geschätzte Ankunft in 34 Myton.“>

<„Ausgezeichnet! Macht weiter.“>

<„Aye, Sir!“>

<„Osiris an Astrometrie!“>

<„Hier Astrometrie, Nephtys 09!“>

<„Habt ihr schon einen passenden Parkplatz für die Inseln gefunden?“>

<„Positiv. Wir haben acht größere Felsbrocken gefunden zwischen denen genug Platz vorhanden ist um fast unbemerkt zu verschwinden und bei angepasster Flugbewegung auch relativ unauffällig zu bleiben.“>

<„Sehr gut. Macht das so und haltet mich auf dem Laufenden. Osiris, Ende!“>

<„Osiris an Taktikstation!“>

<„Hier Taktik, Anubis 98 hört!“>

<„Was sagen die Tiefenscans?“>

<„Keinerlei Bewegungen in sechs Lichtjahren Umkreis.“>

<„Fantastisch! Sobald sich etwas rühren sollte, gebt Bescheid. Osiris, Ende!“>

<„Administrator!“>, kam Ptah 14s Stimme aus dem Intercom. <„Wir haben eine Subraum-Funkverbindung zum Team auf dem Genro-Mond.“>

<„Auf den Schirm.“>

<„Sir! Wir haben den Mond ausreichend untersucht. Unter dem Plateau befinden sich mit erkaltetem Magma gefüllte Höhlen- und Gangsysteme. Keinerlei Lebenszeichen registriert, keinerlei Feindaktivitäten vorhanden. Erbitten die Ergebnisse an Ammon weiterzuleiten, da die Stärke unserer Fährensendeanlagen nicht ausreichend ist, um durch den Dimensionstunnel zu senden“>, gab Sachmet die Lage durch.

<„Hallo Sachmet! Ich hoffe, dass ihr euch dort nicht langweilt und gebe die Daten sofort weiter. Ich denke, dass Ammon sofort die ersten Transporter zu euch schicken wird.“>

<„Das will ich hoffen. Wir haben zwar vier Fähren hier und ausreichend Nahrungsmittel, aber auf Dauer wird das dann doch etwas langweilig.“>

<„Kann ich mir vorstellen. Haltet die Stellung. Ich gebe euch Ammons Antwort durch, wenn er sich meldet.“>

<„Verstanden, Administrator! Sachmet, Ende!“>

„So und wir drei machen es uns jetzt gemütlich“, sagte Seth und lehnte sich im Sitz zurück, streckte sich.

„Genau“, hub Maahes an. „Wir ziehen uns in unsere Fähren zurück und verschlafen den Rest des Tages. Mehr können wir im Moment nicht tun.“

„Da stimme ich dir zu“, sagte Sachmet. „Und nein, auch du wirst in deine Fähre gehen, Seth. Komm nicht schon jetzt auf lüsterne Gedanken“, sagte die Löwin an den Esel gewandt, drehte sich dann zu Maahes um und fuhr fort: „Vielleicht war es ein Fehler die Fakten schon jetzt auf den Tisch gelegt zu haben.“

„Beruhigt euch beide wieder. Ich gehe und nehme eine Mütze Schlaf“, wiegelte Seth ab, erhob sich, schloss den Helm und verließ durch das Zwischenschott die Fähre.

<„Hier Ammon!“>, rief der Supervisor der antermerianischen Verteidigung ins Inter-com.

<„Osiris hier, ich grüße dich!“>

<„Ah, schön von dir zu hören. Wie ist die Lage?“>

<„Alles sehr ruhig. Keinerlei Feindaktivitäten. In etwa zehn Myton verschwinden wir zwischen ein paar großen Asteroiden auf nimmer Wiedersehen. Fünfzig Gleiter der Darlet-Staffel sind beim dritten Planeten angekommen, da warte ich auf die Rückmeldung und die ersten Daten. Aber, was viel wichtiger ist … Auf dem Genro-Mond haben wir beste Aussichten sofort anfangen zu können. Das Team hat das Plateau hinlänglich untersucht und in verschiedenen Tiefenregionen ausladende Höhlen und Gänge entdeckt, die erloschener vulkanischer Aktivität entspringen. Auch dort gibt es keinerlei Lebensformen und feindliche Aktivitäten.“>

<„Perfekt!“>, intonierte Ammon begeistert. <„Zwanzig Transportschiffe sind schon auf Position und werden in den nächsten fünf Myton auf Ebenen 6.1 bis 8.1 parallel springen. Das wird zwar die Abtrünnigen auf den Plan rufen, wenn wir Pech haben, aber jedem Ausrüstungsschiff folgen in kurzem Abstand Kampfgleiter. Wenn der Feind angreifen sollte, dann wird er wenige Myton später sein blaues Wunder erleben.“>

<„Ausgezeichnet! Ich werde es dem Trio augenblicklich melden. Die langweilen sich schon.“>

<„Das will ich hoffen. Alles andere wäre dann eher nicht spruchreif“,> witzelte Ammon.

<„Ich weiß was du meinst. Seth und Sachmet.“>

<„Eben!“>

<„Ich werde die drei schon unterhalten. Sonst noch was?“>

<„Nein, im Moment nicht.“>

<„Gut! Bis später. Alles andere folgt dann über den gezielten Datentransfer ins zentrale Netzwerk.“>

<„Mach das. Ansonsten gerne über Funk. Das geht einfacher und man kann Rückfragen stellen.“>

<„Eben. Osiris, Ende!“>

<„Navigation an Administrator Osiris!“>

<„Ich höre!“>

<„Wir treten jetzt in den Asteroidengürtel ein. Ankunft an den gewünschten Parkpositionen und Anpassung an die Rotation um das Zentralgestirn in 20,2 und 21,7 Myton.“>

<„Weitermachen! Sehr gute Arbeit.“>

<„Osiris an Taktik! Haben wir schon Meldung von der Darlet-Staffel?“>

<„Noch nicht, Sir! Wir erwarten aber in den nächsten Myton einen Funkspruch.“>

<„Na gut. Hoffentlich haben die Löwinnen sich nicht verflogen“>, witzelte Osiris und erhielt dafür nur ein müdes Knurren vom anderen Ende der Verbindung.

Die Darlet-Staffel hatte den dritten Planeten erreicht und umrundete ihn, nahm einstweilen oberflächliche Daten auf.

<„Hier Darlet 1, Staffelführerin! Gebt mir die ersten Ergebnisse.“>

<„Oberfläche zu 77,9 Prozent von Wasser bedeckt“>, meldete Darlet 4, <„die restlichen 23,1 Prozent sind festes Land. Eine Hauptlandmasse und einige weitere Landmassen östlich, westlich, südlich und nördlich davon.“>

<„Verstanden! Darlet 13, was sagen deine Bioscanner?“>

<„Reichhaltige Flora und Fauna. Verschiedenste Arten von Sauerstoffatmern im Wasser und zu Lande“>, antwortete Sachmet 167.

<„Spezifikationen?“>

<„Im Wasser befinden sich Kiemenatmer und Lungenatmer, wobei letztere eine beträchtliche Körpergröße haben. An Land unterschiedliche Spezies. Raubtiere und Pflanzenfresser anhand ihres Metabolismus erkannt. Größenunterschiede sind teilweise enorm und nicht abhängig von ihrer Ernährungsweise“>, schloss Darlet 13 den ersten Statusbericht ab.

<„Feindaktivitäten?“>

<„Keine Energiesignaturen registriert. Wenn hier die Abtrünnigen am Werk waren, dann ist das schon Ewigkeiten her.“>

<„Ausgezeichnet! Darlet 1 bis 15, lasst uns runtergehen und genauere Untersuchungen durchführen. Darlet 6, gib eine Meldung an Administrator Osiris durch, der Rest wartet im Orbit.“>

<„Verstanden Staffelführerin!“>

<„Administrator!“>, meldete sich Ptah 14.

<„Ja. Ich höre.“>

<„Wir haben eine Kurzmeldung von unserer Darlet-Staffel. Es gibt keinerlei Feindaktivitäten auf dem dritten Planeten. Die Flora und Fauna ist sehr reichhaltig und scheint nicht direkt feindselig zu sein. Die Staffel landet jetzt für weitere Tests.“>

<„Sehr gut! Gib Bescheid, wenn sie neue Ergebnisse haben.“>

<„Aye, Sir!“>

<„Hier Darlet-Führerin! Ich habe einen geeigneten Platz zur Landung gefunden. Koordinaten sind 27° 00‘ 22“ Nord zu 30° 00‘ 67“ Ost.“>

<„Verstanden Darlet 1, wir folgen.“>

Die Gleiter drangen nacheinander in die Atmosphäre ein, strebten in einer Linie dem Zielgebiet entgegen und landeten schließlich ohne jedes Vorkommnis am Rande eines großes Flusses, welcher sich in einiger Entfernung in ein kleines Delta verwandelte, um dann in ein längliches Meer zu strömen.

<„Exakte Atmosphärenzusammensetzung?“>, fragte Sachmet 140.

<„Komponenten in atembarer Mischung. Die Hauptbestandteile sind Stickstoff zu 67%, Sauerstoff zu 21% und Kohlendioxid liegt bei 11%, ein Prozent sind alles Mögliche, aber ungefährlich.“>

<„Perfekt! Wir steigen aus. Nehmt die Waffen mit.“>

>„Verstanden Staffelführerin.“>

Wenige Augenblicke später berührten die Pfoten der Klon-Löwinnen zum ersten Mal die Oberfläche eines gänzlich unbekannten Planeten. Spürten sie, wie der Sand unter den Ballen nachgab und das spärliche Gras sanft kitzelte. Hier und da sah man einen Strauch und einzelne Bäume. Vom Fluss herüber roch man das frische Wasser und hörte das Geräusch, welches auf eine hohe Fließgeschwindigkeit hindeutete.

„Ein sehr schöner Ort“, murmelte Sachmet 14 und begann zu lächeln.

„Ja, genau richtig für einen Urlaub. Allerdings haben wir Arbeit vor uns. Komplette Analyse bitte“, hub Sachmet 01 an und zeigte mit dem Zeigefinger rundherum.

„Schon dabei“, kam die lapidare Bestätigung und die Löwinnen schwärmten aus.