Camilla - Die Eroberin, Kapitel 6

Story by SethGodofChaos on SoFurry

, , , , , , , ,

Imported from SF2 with no description provided.


Kapitel 6

Warum auch immer die Starträume existierten, sie waren ein Relikt aus längst zurückliegenden Zeiten.

Damals, da startete man mit Raketen zu den Kreuzfahrtschiffen, wurden rein wissenschaftliche Missionen auf der Erde senkrecht in die Luft und anschließend in den luftleeren Raum geschossen, verunglückten immer wieder mal Schiffe. Entweder knallte es auf der Startrampe, etwas später oder was noch schlimmer war, beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre.

Wie blöd, da überlebt man bis zu 8 G beim Start, den lebensfeindlichen Weltraum und während man sich auf seine Familie, ein leckeres Essen und ein kaltes Bier freut, fackelt es einem den Arsch ab.

Wie dem auch sei, aus diesen Zeiten stammt die Idee der sogenannten Starträume.

Im Prinzip sind es Großraumkabinen an den Außenseiten des Kreuzers, in denen feste Liegen aufgereiht sind, auf denen man automatisch und auf mechanischem Weg fixiert wird.

Im Unglücksfall, also, wenn der Kreuzer in höheren Atmosphärenschichten havarieren sollte, werden diese Bereiche vom Rumpf abgesprengt und gleiten an riesigen Fallschirm etwas unsanft zu Boden. Auf jeden Fall ist der Grundsatz dabei, je höher der Kreuzer umso größer die Überlebenschancen. Falls der beim Start verunglückt oder in tieferen Flughöhen sieht es trotzdem duster aus und die Todesrate der Insassen liegt bei 95%.

Glücklicherweise liegen solche Sachen in ferner Vergangenheit und seit über 10 Jahren ist nicht ein Ausflugsschiff havariert oder in den Weiten des Alls verschwunden.

„Miss Queen“, begrüßte einer der Techniker-Geparden die Fuchs-Wölfin überschwänglich. „Ich freue mich unendlich sie einmal persönlich zu treffen. Treten sie doch näher und lassen sie sich von uns fesseln, wenn ich das mal so salopp nennen darf.“

„Solange es nur beim Start ist und ich ihren Namen kenne, bin ich damit einverstanden“, entgegnete Camilla und ließ sich zu einer Liege führen.

„Sehr gerne, mein Name ist Styx Grool. Eigentlich ist das Ganze nicht mehr notwendig, aber sie wissen ja, Sicherheit geht vor.“

„Quatschen sie nicht so viel, ich bin eine einfache Reisende“, knurrte Camilla gespielt genervt.

„Sehr wohl und ihre beiden Begleiter drapieren wir zu ihrer linken und rechten Seite.“

„Das freut mich unendlich. Aber eine Frage habe ich.“

„Nur zu, Miss Queen.“

„Haben sie eventuell meinen Lastenträger namens Anubis gesehen?“

„Meinen sie den Tauren, der mit ihnen an Bord kam?“

„Genau den meine ich, den leicht seltsamen Big Dog Supreme Plus.“

„Der ist bei einem anderen V.I.P. in der Kabine verschwunden.“

„Welcher V.I.P. und welche Kabine?“

„Es handelt sich um eine Dame, deren Name ich nicht kenne, aber fragen sie doch heute Abend mal beim Captains-Dinner jemanden von der gehobenen Crew. Die haben meist die Weisheit mit Löffeln gefressen.“

„Danke für die Information. Ich werde es nicht vergessen.“

„Achtung! Achtung! Der Start erfolgt in 5 Minuten. Alle Passagiere haben sich unverzüglich in den Starträumen einzufinden und dem technischen Personal vor Ort unbedingt Folge zu leisten.“

Der Start erfolgte pünktlich, war unspektakulär und sehr ruhig.

Sanft hob das Kreuzfahrtschiff ab, glitt in einem leichten Bogen gen Himmel, flog dem Sonnenuntergang entgegen, durchdrang den Terminator, rauschte durch den Nachthimmel und verließ schließlich die Atmosphäre der Erde.

„Achtung! Achtung! Der Startsequenz ist abgeschlossen. Alle Passagiere dürfen die Starträume verlassen und ab sofort ungehindert bewegen.“

Während des Starts befand sich der Anubis-Tauren-Roboter nicht in einem der Starträume, sondern tatsächlich, wie es der Techniker angedeutet hatte, in einer V.I.P. Kabine. Er stand einer zierlichen Frau gegenüber, welche eindeutig menschliche Züge trug, eine schlanke grazile Figur hatte und einen leicht hochmütigen, verschlossenen Blick. Die Gesichtszüge waren ebenmäßig, glatt und leicht blass.

„Sei gegrüßt BD Supreme Plus“, begann die Inhaberin der Kabine, nachdem der Roboter eingetreten war, „Oder sollte ich besser sagen, Anubis?“

„Grüße zurück, Isodora“, erwiderte er freundlich.

„Wie ich hörte seit ihr auf dem Weg nach Sirius B.“

„Das ist korrekt. Unseren Aufzeichnungen zufolge soll sich dort ein Osiris-Fragment befinden.“

„Du bist sehr redselig mein Lieber. Das ist nicht gut.“

„Isodora, sie wissen warum ich Camilla Queen begleite. Sie und ich haben das gleiche Ziel, auch, wenn die Motive unterschiedlich sind.“

„Du bist ihr Garant. Ohne Camilla Queen wird das alles nichts. Sie muss alle Fragmente finden und sie muss auch nach Sirius D. Nur dann wird diese Fuchs-Wölfin alles verstehen.“

„Was ist mit Frank Simson und Stephen Fang?“

„Die beiden gehören zu ihr und sind ebenso wichtig. Schütze sie, denn es werden spätestens ab Sirius B viele Probleme auf euch zu kommen.“

„Ich verstehe, Miss Isodora.“

„Hör auf mit diesem Namen, du weißt genau wer ich bin und warum ich hier bin.“

„Natürlich“, erwiderte der Anubis-Taur.

„Auf keinen Fall darf jemand erfahren wer ich wirklich bin. Meine wahre Identität würde alles gefährden. Camilla Queen muss Erfolg haben und es ist deine Aufgabe dafür zu sorgen.“

„Ich verstehe. Wir brauchen eine sichere Überfahrt von Sirius A nach Sirius B.“

„Ich habe bereits die besten Kontakte geknüpft. Auf Sirius A werdet ihr durch einen seltsamen Zufall ein passendes Schiff zum Transfer finden. Der Pilot ist zuverlässig und verschwiegen. Du kennst ihn, aber ich werde dir nicht sagen wer es ist. In deinen Subroutinen ist er gespeichert und wird passend aktiviert.“

„Sie wissen aber auch, dass ich nicht ungehindert nach Sirius B übersetzen kann und wenn nur mit Schwierigkeiten, von Sirius D ganz zu schweigen.“

„Auch das ist mir bewusst und ich werde passende Abhilfe schaffen.“

„Was schwebt ihnen vor?“, fragte der Roboter.

„Ich wäre nicht ich, wenn ich nicht die alte Magie beherrschen würde. Die alte Magie die nur wir beherrschen, obwohl es sich lediglich um einfache Technologie handelt.“

„Sie haben die Nanoroboter?“

„Diese und ich werde dir eine Substanz in die Kühlleitungen injizieren.“

„Was wird mit mir passieren?“

„Du wolltest Fell, damit du nicht auffällst. In der Form wird es nicht passieren. Die Nanos und die in der Substanz befindlichen Bakterien, werde dich langsam, aber Stück für Stück umwandeln.“

„Ich werde leben?“

„Du wirst wieder du, du wirst der, der du immer warst und wieder sein wirst.“

„Wird es schmerzhaft?“

„Als Maschine wirst du keine Schmerzen empfinden, aber es wird unangenehm, deine Systeme werden zwischenzeitlich Aussetzer und Funktionseinschränkungen melden. Später wird es deiner Fuchs-Wölfin und auch den anderen auffallen, dass du dich veränderst. Deine mechanischen Funktionen werden zunehmend biologischen weichen. Lediglich deine KI wird bleiben, durch die komplette Aktivierung deiner Subroutinen komplexer.“

„Ich danke ihnen für ihre Offenheit.“

„Das bin ich dir nicht nur schuldig, mein Bester, ich bin auf ewig dankbar. Jetzt tritt näher und lasse mich die Prozedur einleiten.“

Sie ging zu einem der Wandschränke, holte ein Damenköfferchen heraus, zog zwei Spritzen heraus …

„Jetzt geh zu den anderen, keiner darf erfahren, dass du bei mir warst. Auf Sirius A musst du die Ruhe bewahren, alles was dort passiert muss wie ein Zufall wirken. Hast du das verstanden? Versuche eine logische Erklärung für deine Veränderungen und Systemfehler zu finden. Die wahre Änderung wird erst auf Sirius B beginnen und mit dem Fragment eingeleitet.“

„Ja. Wie im Himmel so auf Erden.“

„Ausgezeichnet, geh jetzt.“

Der Anubis-Taur-Roboter drehte sich langsam um, ging zur Tür und stutzte kurz: „Was wird passieren, wenn Camilla Queen alle Fragmente gefunden hat?“

„Auf Sirius B liegt nicht nur eins. Wenn sie und ihr Stiefbruder so bewandert sind im alt-ägyptischen sollte es für sie ein leichtes sein alles zu finden. Das entscheidende liegt auf Sirius D.“

„Das beantwortet nicht meine Frage.“

„Ihr beide gebt ein schönes Paar ab. Geh jetzt endlich.“

Der Tauren-Roboter wartete bis sich die Tür hinter ihm geschlossen hatte, sah sich um und hörte eine aufkeimende Betriebsamkeit im Hintergrund.

Er wurde sich bewusst, dass er ab jetzt ein Spiel spielen würde, dass er Camilla im Unwissen lassen musste, damit keiner von ihnen in Gefahr käme und am Ende musste er dieses Spiel beenden und durch die unausweichliche Wahrheit ersetzen, wie auch immer diese aussah.

Aber würde die Fuchs-Wölfin es verstehen?

Er spürte etwas in sich, etwas was nicht nur mit Fürsorge und Verantwortung für Camilla Queen zu vergleichen war. Da war plötzlich mehr und schien stärker zu werden.

Wenigstens hielt sich Isodora zurück, gab ihre wahre Identität nicht preis, breitete nicht ihre weißen Schwingen aus und wollte nicht ihre Form der Gerechtigkeit verbreiten.

Anthros, Menschen und andere exotisch wirkende Personen, meist aus anderen Welten strömten den Gang entlang, sahen ihn teils verwundert an, blieben ganz selten kurz stehen, musterten ihn und gingen weiter.

„Anubis“, hörte der Roboter eine ihm vertraute Stimme.

„Miss Queen! Es freut mich, dass der Start des Kreuzers ohne Zwischenfall verlief und sie wohlauf sind“, begrüßte sie der Lastenroboter ebenfalls.

„Uns geht es sehr gut. Aber wo warst du? Wir haben uns Sorgen gemacht?“

„Miss Queen! Ich bin nur ein einfacher Roboter, was sollte mir schon passieren?“

„Und da ist er wieder, unser Tiefstapler“, mischte sich Stephen ein.

„Warst du wenigstens erfolgreich?“, fragte Camilla.

„Ich konnte die Person aufsuchen, wenn sie das meinen.“

„Und wie war es?“, bohrte die Fuchs-Wölfin neugierig.

„Ich werde sehen wie sich die Sachen entwickeln. Mehr kann ich im Augenblick nicht sagen.“

„Da bin ich gespannt“, schloss Camilla das Thema ab. „Lasst uns in unsere Kabinen gehen. In zwei Stunden ist es 20 Uhr und das Empfangsdinner beginnt. Da du bereits deine Zielperson aufgesucht hattest, kannst du ja von Anfang an dabei sein.“

„Ich werde sie sehr gerne begleiten, Miss Queen“, bestätigte der Roboter und geleitete sie in ihre Suite.

Dort angekommen stellte Camilla ihn zur Rede: „Anubis! Du hast etwas und sagst es nicht. Darfst du nicht oder möchtest du nicht darüber sprechen?“

„Miss Queen …“, begann der Anubis-Taur, wurde von Camilla jedoch unterbrochen: „Das ist es was ich meine. Du bist im Dialog mit mir wieder bei der distanzierten, förmlichen Anrede angekommen, obwohl wir schon viel vertrauter waren.“

„Ich bitte um Entschuldigung, Camilla. Aber ich empfand es als fehlerhaft dich vor fremden Leuten vertraulich und intim anzusprechen.“

„Das lass mal meine Sorge sein. Und jetzt wäre es schön, wenn du meine Fragen beantworten würdest.“

„Es ist sehr schwierig auf Fragen zu antworten, wenn man die Antworten zwar kennt, aber das Problem besteht, diese so zu übermitteln, dass sie verstanden werden.“

„Wie wäre es, wenn du es einfach versuchen würdest.“

„Camilla. Ich darf darüber nicht reden, muss dich und die anderen im Unwissen lassen, so will es meine Kontaktperson.“

„Was willst du?“

„Ich …, du würdest es nicht verstehen.“

„Du versuchst es nicht einmal.“

„Ich darf nicht darüber reden.“

„Wären wir in Gefahr, wenn du mir alles erzählst?“

„Das ist im Rahmen des Möglichen“, bestätigte der Roboter.

Plötzlich ging Camilla auf ihn zu, baute sich vor ihm auf, packte ihn beim Kopf und gab ihm einen intensiven Kuss auf die künstlichen Lefzen.

Der Anubis-Tauren-Roboter zuckte zurück. „Wofür war das?“

„Das war dafür, dass du ehrlich sein möchtest, aber nicht kannst.“

„Ich habe schon mehr gesagt als ich durfte. Meine Kontaktperson gab mir den Auftrag, dass ich alles geheim zu halten habe. Wenn sie erfährt, dass ich dich eingeweiht habe, dann besteht für alle eine akute Gefahr. Daher wird alles was passiert, ob Zufall oder gewollt, so passieren wie es kommt. Vertraust du mir?“

„Deine Kontaktperson scheint also mehr zu sagen zu haben als ich?“

„So würde ich es nicht sagen. Wenn du wüsstest wer sie ist, dann würdest du es so hinnehmen wie es gerade ist und nicht so verfängliche Fragen stellen. Ich bin gezwungen ein Spiel zu spielen und merke, dass ich es nicht möchte.“

„Du meinst, dass meine Fragen gerade gefährlich werden könnten?“

„Genauso ist es. Also bitte ich dich …“

„… ich frage nicht mehr“, unterbrach ihn die Fuchs-Wölfin.

„Danke! Es ist für mich nicht nur dadurch schwierig. Viel gravierender ist die Tatsache, dass ich im Inneren etwas zu empfinden beginne auf das meine KI nicht eingerichtet ist.“

„Was ist es?“

„Es geht über meine Verantwortung und meinen programmierten Beschützerinstinkt dir, Stephen und Frank gegenüber hinaus. Gerade was dich betrifft, kann ich gewisse Sachen nicht definieren, verliere die Distanz.“

„Alles was du bist kann mir gehören“, sinnierte Camilla.

„Ja, das trifft es am besten. Es ist eine Art von Zugehörigkeit, von Verbundenheit, tiefergehende Freundschaft.“

„Mein lieber Anubis-Roboter, ich glaube, dass du dich in mich verliebt hast und das bringt gerade alles bei dir etwas durcheinander.“

„Das wäre negativ.“

„Warum? Bei den meisten Lebewesen bringt die Liebe das Beste in einem hervor. Dass du so offen mit mir redest, obwohl du es nicht tun solltest, zeigt mir, dass es auch bei dir so ist.“

„In einer Gefahrensituation kann es mich aber an meiner korrekten Funktion hindern. Schilde und Waffen könnten zu spät aktiviert werden oder könnte ich falsche Schlussfolgerungen ziehen. Auch gibt es bei biologischen Wesen die Eigenart der sogenannten Eifersucht.“

„Das ist dann ein zerstörerisches Element der Gefühle“, erklärte Camilla.

„Eben. Ich bin ein Roboter, du bist ein Lebewesen aus Fleisch und Blut. Was ist, wenn du in deiner sexuellen Phase bist und ich dir nicht das geben kann was du möchtest.“

„Ich hatte noch nie Sex“, hub Camilla an, „Woher soll ich wissen wie es ist, wenn ich mich einem Mann hingebe. Woher soll ich wissen wie es ist, wenn ich mit dir intim bin. Immerhin hast du da ein Ausstattungsmerkmal, welches nicht künstlicher Natur ist.“

„Bewusst bin ich mir dessen nicht.“

„Ich schon.“

„Ich kann dir aber nicht erklären in welcher Situation das betreffende Körpermerkmal in Aktion tritt.“

„Das werden wir schon noch herausfinden“, frohlockte Camilla und gab ihrem Anubis-Tauren wieder einen Kuss. Diesmal jedoch etwas länger und der Roboter umschlang sie plötzlich mit seinen Armen, hielt sich fest und versuchte ihr Ansinnen so gut er konnte zu erwidern.