Kapitel 32

Story by SethGodofChaos on SoFurry

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Kapitel 32

Ungereimtheiten

Kira starrte plötzlich in die Luft und schien zu überlegen.

„Was ist mit dir?“, fragte Andrew.

„Wir sollten mal dringend einen vernünftigen Bauplan der Station organisieren. Ich habe plötzlich ein komisches Gefühl.“

„Was meinst du damit?“, fragte Syrgon besorgt.

„Ich kann es nicht klar definieren, aber ist euch bei all dem Trubel und der Hektik etwas aufgefallen? Selbst Andrew ist nicht einmal stutzig geworden.“

Andrew und auch die anderen überlegten.

„Nein, ich wüsste nicht, was uns aufgefallen sein sollte. Haben wir was übersehen?“, entgegnete Cyron.

„Und ob. Kann es sein, dass wir die Station in letzter Zeit ständig über ein zentrales Treppenhaus betreten und verlassen haben?“

„Ja.“

„Dann hätte es uns auffallen müssen. Vor allem denen, die den Kampfrobotern gefolgt waren.“

Chiron überlegte und riss die Augen auf. „Verdammter Mist. Das zentrale Treppenhaus.“

Kira nickte: „Genau. Es ist nicht der Weg, den wir am Anfang gegangen waren. Wir bewegten uns kreuz und quer über die Ebenen und hatten keine Treppen dazwischen, sondern Schrägen. Die Kampfeinheiten wären sonst gar nicht durchgekommen. Die Schrägen sind eigens für sie gebaut worden und wir folgten ihrem Weg. Das Treppenhaus ist für Menschen errichtet worden, mündet am anderen Ende auf die entsprechenden Ebenen und liegt auf der anderen Seite des Komplexes.“ Sie drehte sich zu Andrew, „Wamanos“ und zog ihn mit sich, die anderen beiden folgten ihnen.

„So und wir setzen uns jetzt an die Computer und versuchen herauszufinden wie die Station genau aussieht. Da fällt mir übrigens noch was anderes ein.

Was ist eigentlich aus der Untersuchungskommission geworden, die von der Erde hergeschickt wurde, als bekannt wurde was hier ablief?“

Tarja hatte sich ebenfalls hinter eine Computertastatur geklemmt und starrte auf den Monitor. Sie klickte mit der Maus mal auf das eine Fenster, mal auf das andere.

Plötzlich hielt sie den Atem an. „Ich habe was gefunden. Glaube ich zumindest.“

Cyron stellte sich neben seine Tochter und schaute interessiert auf den Bildschirm.

„Hier“, sie deutete auf den Monitor, „steht was zur Station. Das zentrale Treppenhaus führt noch zehn Ebenen weiter nach unten und in ein Archiv. Außer-dem steht hier ein Hinweis darauf, dass es Unterlagen enthält, in welchen steht, wer der Feind war gegen den die Menschen gekämpft haben und dass es Funde und Ungereimtheiten gegeben hat, die Ungeheuerliches ans Licht brachten und Grund genug waren zu wilden Spekulationen.

Und hier steht etwas zur Untersuchungskommission.

Sie ist wohl gestartet, aber niemals angekommen. Kurz vor dem Ziel haben sie noch einen Funkspruch abgesetzt. In diesem gaben sie an, dass sie von einem fremden Schiff angegriffen würden. Danach riss der Kontakt jedoch vollständig ab. Die Gruppe gilt seither als verschollen, ebenso ihr Schiff.“

„Das sind keine guten Neuigkeiten“, resignierte Cyron, „Damit haben wir einen Verlustpunkt.“

Ihm gegenüber saß Chiron und gab plötzlich einen undefinierbaren Ton von sich. Alle schauten zu ihm. „Ich weiß wo die Station ist. Sie befindet sich vier-hundert Kilometer westlich von Zurok.“

Er winkte Cyron zu sich heran. „Schau dir das mal an.“

„Hmhm. Das sieht ja fast so aus, als würde die Station in der Luft schweben.“

Chiron klopfte ihm anerkennend auf die Schulter. „Stimmt. Die Station wird durch ein Antigravitationsfeld auf Höhe gehalten, ist fächerförmig aufgebaut und mit einem schmalen Lastenaufzug mit dem Boden verbunden. Er scheint aber groß genug zu sein, dass Dinge wie der Mech hinauf transportiert werden können.“

„Klasse“, entfuhr es Cyron, „das ist genau das, was wir brauchen.“

„Jetzt haben wir schon mal den halben Vorrat im Keller“, freute sich Diana.

„Ja, aber kein Schiff“, betonte Cyron, „Und ohne Schiff gibt’s keinen Flug und keine Antworten, nur Fragen und schlaflose Nächte.“

„Nicht ganz, wir können uns freuen“, warf Chiron ein, „Laut dem was der Computer der Landestation hierher übermittelt hat, befindet sich ein Raumschiff im Hangar. Es ist allerdings unbekannt und hat zu keiner Zeit eine aktive Kennung gesendet.“

Cyron pfiff und seine Miene hellte sich auf.

„Wir sollten uns erstmal um dieses Archiv kümmern“, meinte Stella.

Sie nickten und stimmten der Tigerin zu.

Wotan, Sirius und Cyron gingen ins zentrale Treppenhaus und stiegen hinab.

Das Archiv war nicht zu verfehlen, war es doch die einzige Tür, die sich am En¬de der Treppe befand. Cyron öffnete sie und schaute vorsichtig in den Raum. Er war spärlich beleuchtet. Sie traten ein, schauten sich um. Es roch muffig und überall lagen Papiere verstreut.

„Wow“, entfuhr es Wotan.

„Sucht ihr auf der linken Seite, ich suche rechts“, sagte Cyron.

Sie fingen an zu wühlen. Die Zeit verging wie im Fluge.

Stunden später wurde Sirius fündig. „Eh. Kommt mal her. Ich habe was gefun-den.“

Die beiden eilten zu ihm.

„Seht euch das mal an. Der Feind, gegen den diese Menschen kämpften, nennt sich Cherit. Laut dem was hier steht, hat sie angeblich keiner je lebend zu Ge-sicht bekommen. Zumindest nicht auf unserem Planeten und auch nicht auf der Erde. Es gibt nur einen vagen Bericht, laut dem sie vernunftbegabte Tiere sein sollen und auf dem Planeten Festrid leben. Das Militär der Erde sah sich außer Stande dem Feind mit genügend Schlagkraft entgegenzutreten. So ent-schloss man sich, dass man sie mit ihren eigenen Waffen schlagen wollte. Gen-ro sollte ein Zuchtplanet werden, der die gleiche Spezies tragen sollte wie der Planet der Aggressoren.“

„Das wird jetzt wirklich sehr merkwürdig“, sagte Cyron, „Schnappt euch mal die Unterlagen und lasst uns die Neuigkeiten den Anderen zeigen.“

Während die drei sich wieder die Treppen hoch bewegten, hatten sich die Anderen zu einem Schläfchen entschlossen. Die Arbeit an den Monitoren war ermüdend und forderte ihren Tribut.

In einem anderen Teil der Station wurde währenddessen fieberhaft gearbei¬tet. Syrgon fühlte sich wie ein König im Bedienersitz des Mechs. Andrew klet¬terte auf der Maschine herum und kontrollierte die Waffensysteme. Kira hatte sich irgendwoher einen Laptop besorgt, ihn mit den wichtigsten Daten gefüt¬tert und prüfte die Steuerungssysteme durch.

„Pass auf Andrew! Ich werde jetzt mal die Motorik ansteuern“, rief sie nach oben.

Der Säbelzahnlöwe winkte bestätigend, setzte sich direkt auf den Kopf des Waffenträgers und hielt sich fest.

„Na, dann wollen wir mal schauen, ob wir das Ding zum Tanzen kriegen“, sagte sie zu sich selbst und begann Steuerbefehle auf der Tastatur einzutippen.

Zunächst hörte man ein dumpfes Brummen, das aber schnell in ein Pfeifen überging und schließlich verklang.

„Kira, ich weiß zwar nicht was du da machst, aber du hast gerade die Energie-versorgung hochgefahren“, rief Syrgon.

Kira sah zu Syrgon. „Das ist vollkommen okay und sollte dich nicht beunruhi-gen. Ich werde dein Spielzeug schon nicht kaputt machen.“

Der Wolf schnappte in die Luft. Die kleine Raubkätzin war wirklich unver-schämt frech, aber gerade das gefiel ihm so an ihr. Andrew grinste breit und hielt sich weiter fest. Er liebte ihr offenes und gutherziges Wesen, aber auch ih-re Schroffheit und vor allem, dass sie ausdauernd war und niemals aufgab.

Die Luchsin tippte wieder auf der Tastatur herum und der Mech hob unter ei-nem gigantischen Brummen den linken Waffenarm. Kira hüpfte vor Freude von einem Bein auf das andere. Der Wolf sah etwas hilflos aus in seiner Kanzel und Andrew genoss weiterhin den Ausblick.

Sie veranlasste, dass sich der Waffenarm auf der linken Seite wieder senkte und wiederholte das Spiel mit dem rechten.

„Die Waffenarme sind anscheinend alle in Ordnung. Zumindest machen sie auf mich den Eindruck“, sagte sie, „Passt auf, ich werde den Mech jetzt bewegen.“

Er setzte sich tatsächlich in Bewegung und zuerst das linke Bein und dann das rechte unter einem lauten Getöse einen Schritt nach vorn.

„Okay, die Bewegungsmotorik und der automatische Gleichgewichtssinn schei-nen auch zu funktionieren. Das war’s von meiner Seite. Syrgon, jetzt bist du dran.“

Der Wolf ließ sich nicht lange bitten und schloss die Kanzel. Andrew hatte ge-nug genossen, kletterte sehr flink herunter und stellte sich neben Kira, ge-spannt was jetzt passieren würde.

„Wenn er die Anleitungen gut gelesen hat, dann müsste er das Ding jetzt be-wegen und bedienen können“, sagte er an seine Freundin gewandt.

Sie griff nach seiner Hand und hielt sie fest umschlossen. Syrgon tippte der-weil den Zahlencode ein, den er von Kira erhalten hatte und der ihn als ad-ministrativen Bediener auswies. Damit hatte er Zugriff auf alle Systeme.

Es klappte und eine weibliche Stimme sagte: „Zugriff gewährt.“

„Ja, aber hallo Schätzchen“, antwortete er, ohne eine Antwort zu erhoffen.

Der Wolf aktivierte die Außenlautsprecher. „Super. Der Code war goldrichtig und ich habe uneingeschränkten Zugriff.“

Kira richtete die Daumen nach oben. „Dann versuche mal den Hangar zu ver-lassen und stelle dich auf dem Vorplatz auf“, schrie sie, so laut sie konnte.

Syrgon nickte. Er hatte sie verstanden und bewegte den Joystick für die Bewe-gungskontrolle nach vorne.