Start a new life 10
Kapitel 10: Missverständnis
Der erste Weihnachtstag fing wohl gesonnen und entspannt an. Ich stand auf und versuchte Cynder, die neben mir im meinem Bett schlief, nicht zu wecken. Es war noch sehr früh â€" 9:00 Uhr morgens zeigte die Uhr an meinem Wecker, als mir eine gute Idee in den Sinn kam, die Cynder bestimmt gefallen würde. Ich stand langsam auf und schlich mich aus meinem Zimmer, um mich auf den Weg in die Küche zu machen. Mir fiel auf, dass noch niemand wach war und es in der Wohnung eine ruhige Stille herrschte. Ich stand in der Küche und durchforstete leise die Schränke nach einer größeren Ablage. Ich fand eine, die an einem zu großen Brettchen erinnerte. Ich nahm es aus dem Schrank und stellte es auf den Tisch. Ich öffnete darauf den Kühlschrank und suchte nach etwas, was man zum Frühstück servieren konnte. Ich wollte Cynder mit einem ergiebigen und satt machenden Frühstück überraschen, was mir in den Gedanken leicht vorkam, bis ich jedoch nur Milch, Marmelade und Obstsaft in dem Kühlschrank fand, was für das Frühstück in Frage gekommen wäre. Ich überlegte kurz und nahm die drei Sachen raus und stellte es neben dem Brettchen. Ich schaute mich um und fand Müsli und Brot über der Herd-Ablage. Ich nahm es vorsichtig runter und nahm eine Schüssel zusätzlich aus dem Schrank. Langsam begann ich Müsli in die Schüssel zu schütten und danach kam die Milch dazu. Direkt danach nahm ich zwei Scheiben Brot und schmierte etwas von der Marmelade drauf. Als alles fertig war, legte ich es auf das Brettchen und nahm noch ein Glas aus dem Geschirrschrank. Ich stellte es mit auf das Brettchen und schüttete etwas von dem Obstsaft ein.
„Es ist zwar nicht viel, aber ich habe es versucht." Sagte ich leise zu mir selber.
Ich nahm die Sachen in die Hände und trug es vorsichtig in mein Zimmer. Ich öffnete vorsichtig mit dem Ellenbogen die Tür, als ich plötzlich meine Mutter im Wohnzimmer stehen sah. Ich starrte sie etwas erschreckt an.
„Guten Morgen." Sagte meine Mutter leise, als sie mich mit noch müden Augen erblickte.
„Was machst du denn da?" fragte sie verwundert und starrte auf das Tablett in meinen Händen.
„Ach, ich habe nur was für Cynder gemacht." Sagte ich leise mit einem kleinen Lächeln auf dem Gesicht.
„Ach so..." sagte meine Mutter, als sie mich nachdenklich anschaute.
„Was ist denn?" fragte ich vorsichtig.
Sie blickte mich plötzlich ernst und besorgt, aber auch etwas wütend an.
„Nico, bring eben das Essen zu ihr und komm dann sofort wieder. Ich muss mit dir reden." sagte sie mit Sorge im Unterton.
Ich schaute überrascht und etwas zögernd, als ich mich langsam zu meinem Zimmer begab. Ich öffnete leise die Tür mit dem Ellenbogen und sah sofort nach, ob Cynder wach geworden war. Ich schaute ihr ins Gesicht, als ich auch schon sah, wie sie noch am schlafen war. Ich lächelte kurz und stellte das Brettchen neben meinem Wecker und glitt vorsichtig mit den Händen durch ihre Haare. Ich küsste sie auf die Wange und ließ dann wieder mit einem weichen Lächeln von ihr ab. Mit vorsichtigen und leisen Schritten ging ich wieder zurück ins Wohnzimmer und setzte mich gegenüber von meiner Mutter auf die Couch.
„Was willst du denn bereden?" fragte ich leicht beunruhigt.
Es herrschte kurz Stille, während meine Mutter mich ernst anschaute.
„Ich will mit dir über die Sache mit eurem Kind sprechen."
Ein genüsslicher und überraschender Duft breitete sich in den Nüstern von Cynder aus, als sie von dem Geruch, der sie leicht irritierte, wach wurde. Sie schaute sich mit verschlafenen Augen um und suchte nach dem Essen, was so stark und lecker roch. Ihr Blick blieb an dem Schrank am Bett, wo drauf der Wecker stand, stehen, als sich auch schon ein weites Lächeln über Cynder´s Wangen ausbreitete.
„Ooooh... Wie süß." Sagte sie fröhlich und lieb.
Mit strahlenden Augen nahm sie sich die Platte und stürzte sich langsam erst auf das Müsli. Der erste Bissen ließ sie murren, während der Geschmack sie überraschte und sie ihn genoss. Ein unbekannter Geschmack, den sie zum ersten Mal spürte. Nach fünf Minuten essen, schien sie fast fertig zu werden mit dem Müsli, als sie plötzlich meine Mutter leise und undeutlich sprechen hörte. Sie blieb kurz ungerührt sitzen, um die Stimme meiner Mutter zu verstehen, aber die Türen und Mauern verdunkelten die Geräusche. Sie nahm sich schnell den letzten Löffel Müsli und aß es auf, bis sie dann auch schon langsam die Platte zurück stellte und vorsichtig aus meinem Zimmer ging. Im Flur angekommen und an der Wand neben der Wohnzimmertür gelehnt, versuchte Cynder uns zu verstehen. Sie hörte gespannt zu und versuchte Still zu sein.
„Wieso ist Cynder schwanger?" fragte meine Mutter.
Cynder erstarrte leicht und war verwundert, dass jemand schon davon erfahren hat. Keiner wusste bisher davon, dass wir ein Junges erwarteten, weswegen Cynder leicht unruhig wurde und nicht wusste, wie sie jetzt reagieren würden. Sie hörte wieder deutlich zu, um nichts zu verpassen.
„Naja... Wir sind uns einfach näher gekommen und dann war es halt passiert. Sie ist für mich nämlich schon mehr als nur eine Freundin geworden..." antwortete ich selbstsicher und ruhig.
„Das ist auch schön, nur du weißt ja, dass es auch mit einem Kind schwer wird, oder?" fragte meine Mutter leicht besorgt.
„Ja, ich weiß es, aber solange Cynder dabei ist, wird es sicher klappen." Sagte ich gelassen und war mir sicher, was ich sagte.
„Hm... Na gut, es ist eure Entscheidung, aber ich wäre gegen das Kind, an deiner Stelle." Sagte sie.
„Wieso? Glaubst du etwa, dass ich so was nicht schaffe, oder was?" fragte ich etwas sauer.
„Ja, weil du noch für so was zu jung bist. Genauso auch Cynder." Sagte sie laut.
„Was hat das mit dem Alter zu tun? Ich bin froh, dass wir ein Junges bekommen. Mir egal, wie schwer es wird und was ich für eine Zeit durchmachen muss. Mit Cynder wird es sicher nicht so schlimm." Sprach ich mit leicht lauterer Stimme.
„Okay, macht was ihr wollt. Wenn ihr Probleme bekommen solltet, dann braucht ihr nicht zu mir zu kommen, um euch Hilfe zu erbitten. Wenn ihr meint ihr schafft es, dann macht es auch alleine." Sagte meine Mutter wütend.
Sie stand auf und ging an mir vorbei und schaute mich nicht mehr an. Sie ging in die Küche und schloss laut die Tür. Ich schaute deprimiert zum Boden, nachdem meine Mutter aus dem Zimmer ging.
„Warum vertraut meine Mutter mir nicht...?" dachte ich mir.
Cynder fühlte sich mies. Sie wollte am liebsten weg gehen. Sie fühlte sich schuldig, weil ich Ärger bekam. Gerade als wir lauter wurden, schaute sie zu Boden und bewegte sich in mein Zimmer. Ihr liefen ein paar Tränen aus den Augen, als sie zurück ging und sich umziehen wollte. Sie versuchte sich zu beruhigen und zog nur eine Jeans und einen dicken Pulli an. Sie schlich vorsichtig bis zum anderen Ende des Flurs und öffnete leise die Tür. Mit einem traurigen Blick schaute sie noch ein Mal zurück. Ihre Schuldgefühle breiteten sich weiter in ihr aus und ließen sie nun ganz durch die Tür gehen. Eine kleine Träne tropfte noch von ihrer Wange, als sie auch schon die Tür hinter sich zugehen ließ. Ihr einziger Gedanke war nur noch, dass sie uns in Ruhe lassen und nie wieder zurückkommen wollte.
Ich saß da, wie versteinert, nachdem das Gespräch mit meiner Mutter zu Ende war. Meine Mutter hatte kein Vertrauen zu mir, so wie es mir schien. Ich dachte an das Vergangene und überlegte.
„Nein, meine Mutter hat mir so oft geholfen und hat mir alles anvertraut... Das kann also nicht sein." Sprach ich zu mir selber.
Plötzlich wurde ich aus der Couch gerissen, als mir ein vertrautes Geräusch in den Ohren kam. Die Wohnungstür wurde geschlossen. Ich war überrascht. Mein Stiefvater und meine Schwester waren noch am schlafen und meine Mutter ist gerade in die Küche. Alle waren also noch von meiner Familie da.
Ich wurde etwas nervös und bewegte mich schnell zum Flur. Ich machte mir Sorgen, dass Cynder verschwunden war.
Ich rannte in mein Zimmer und sah niemanden. Ein Angstgefühl breitete sich aus.
Ich wusste jetzt, dass Cynder verschwunden war. Meine Angst wurde immer stärker und ich fing an zu schwitzen. Ich zog mich schnell um und rannte sofort aus der Wohnung, mit einem lauten Knall der zugeschmissenen Tür. Ich sprang die Stufen im Treppenhaus runter und lief auf die Tür zu und öffnete sie. Ich stand dann völlig angewurzelt da und versuchte nachzudenken, wo sie vielleicht lang gegangen sein könnte. Ich hatte keine Ahnung...
Ich rannte los, ohne einen kleinen Funken wissen, wo sie hin ist. Ich rannte durch die ganze Stadt. Es vergingen Stunden, ohne ein Resultat. Ich verzweifelte mit jedem Versuch, Cynder näher zu kommen, was aber nicht geschah. Das Atmen fiel mir schwer und es schmerzte in der Lunge, da ich fast nur ununterbrochen gerannt bin. Ich verlangsamte mich immer mehr, als ich plötzlich auf meine Knie fiel und ich mitten auf dem Gehweg war. Manche Leute kamen zu mir und fragten, ob mir was passiert ist, doch ich war zu sehr in Gedanken vertieft.
„CYNDER!!" schrie ich mir dann nur noch von der Seele, als ich in Tränen ausbrach und nicht mehr aufhören konnte. Ich fiel in Einsamkeit, die nur ohne Cynder passierte.
„Cynder... Wo bist du...?" fragte ich mich völlig fertig.
Ich fühlte mich wie ein Haufen Nichts ohne sie. Mein Leben hatte eine gebrochene Stelle. Eine Verbindung ist verloren gegangen, die vielleicht nie wieder neu geknüpft werden konnte. Vollkommen verzweifelt brach ich zusammen und weinte... weinen um den Verlust meiner einzigen Geliebten.
Es verging viel Zeit, nachdem ich langsam wieder runter kam und mir die Tränen wegwischte. Ich schaute mich um, um zu sehen, wo ich mich eigentlich befand. Ich suchte nach bekannten Hinweisen, doch ich fand nichts. Ich sah dutzende Schilder, aber keins, was mir bekannt vorkam. Ich stand auf und fragte die nächstgelegenen Personen die mir am nahsten waren. Jedoch wusste keiner von ihnen, wo ich lang gehen konnte. Ich bekam langsam Panik, da um mich rum nur fremdes war.
Meine Aufmerksamkeit wurde auf einen weit entfernten Schrei gelegt, der mir bekannt vorkam. Ich hielt inne und schaute perplex in die Gegend. Der Schrei schallte immer wieder durch meine Ohren. Es war nicht schmerzhaft, dafür klang es, als würde es immer weiterkommen. Nun war ich mir sicher, dass ich die Stimme kannte.
„C... Cynder...? CYNDER!!" schrie ich.
Mein Schrei schallte durch die unbekannten Straßen, so stark, dass die Wände bebten und die meisten Fenster in nächster Nähe einen Sprung bekamen. Ich schaute mich um, als plötzlich ein Fenster klirrte und die Scherben auf den Boden schepperten.
Völlig überrascht starrte ich zu den Scherben. Ich wunderte mich über mein Geschrei. Die meisten Leute um mich rum starrten mich erschreckt an. Ich kümmerte mich jedoch keinen Moment mehr darum, sondern suchte nach dem Ort, von dem aus Cynder geschrien hatte. Ich rannte so schnell meine Beine mich tragen konnten zu dem Ort an dem sie sich aufhalten konnte. Mit jedem Schritt den ich rannte, erholte ich mich immer mehr obwohl mein Herz auf 180 war. Mich jedoch interessierte es nicht und ich rannte nur, bis ich endlich bei ihr wäre.
Etwa nach einer Minute langen Rennens, hörte ich wieder Cynder rufen, diesmal jedoch klarer und lauter.
„Cynder...! Ich bin gleich bei dir!" rief ich ihr in meinen Gedanken zu, mit der Hoffnung es würde etwas bringen.
Nach dem endlos scheinenden Sprint der Suche, hörte ich plötzlich eine etwas tiefe jedoch noch junge Stimme, die aus einer der Wohnhausgassen kam. Derjenige dem die Stimme gehörte schien auch in meinem Alter zu sein. Ich ging langsam zur Ecke und lugte mit einem Auge in seiner Richtung. Erschrocken blieb ich bewegungslos stehen. Zwei Jungen in Jeans und Lederjacken standen um jemanden herum. Und ich erkannte sofort wer es war:
„Cynder..." flüsterte ich.
Direkt begann ich zu überlegen wie ich sie befreien wollte. Einfaches reinrennen ging nicht... Bevor ich jedoch anfing zu überlegen, bekam ich mit wie die Beiden mit ihr redeten. Mit einem Ohr hörte ich noch hin bevor ich begann.
„So ein geiles Weib wie dich gibt´s nicht überall. Wie wär's, wenn du uns ein bisschen Spaß gönnen würdest, hm, Kleine? Na los, sei nicht so zimperlich."
Nun war endgültig Schluss damit. So was konnte ich mir nicht mehr mit anhören.
„Diese Ärsche..." flüsterte ich sauer.
Wütend und mit den Fäusten geballt kam ich in die Gasse. Die beiden Jungs in etwa meiner Größe drehten sich zu mir um. Sie sahen muskulös wie zwei Bodybuilder aus. Ich fing leicht an zu schwitzen. Jedoch stellte ich mich mit zornigen Gesicht und geladenen Fäusten vor ihnen hin.
„Was willst du kleiner Schwächling hier?!" fing einer von ihnen an.
„Du solltest gehen bevor du was mitbekommst, wofür du noch nicht reif bist." Er fing an zu lachen.
Wie hirnlose Trottel lachten alle beide.
„Halt deine Fresse!" sagte ich wutentbrannt.
Beide hörten innerhalb einer Sekunde auf zu lachen. Sie starrten mich mit ungläubigen Gesichtern an.
„Was? Sag das bitte noch mal." Sagte er mit einem Grinsen im Gesicht.
„Du hast mich schon verstanden, du Mistkerl!" sagte ich.
Er starrte mich plötzlich an.
„Willst du Schläge, oder was?" fragte er mich grinsend, als er auf mich zu rannte.
Er holte im Rennen mit seiner Faust aus, bis sie abrupt vor mir stehen blieb. Ich hielt seine Faust fest in meiner Hand. Er schnaufte genervt und tritt mit seinem Bein zu. Ich wehrte es ab und hielt sein Bein in der Luft. Er schaute verwundert, als sich mein Griff um seine Faust verstärkte. Ich drückte mit Gewalt seine Faust zusammen, bis man ein leises Knacken hörte und der Junge aufschrie. Er fiel auf die Knie und seine Hand schwellte blau an. Er atmete geschwächt und legte sich auf den Boden.
Ich starrte den anderen Jungen mit zornigem Gesicht an. Er jedoch starrte mich still an.
„Du und dein komischer Freund sollt euch aus dem Staub machen. Sonst passiert hier noch was Schlimmeres." Sagte ich ruhig, aber wütend.
„Hahaha, soll das ein Witz sein?" er grinste.
„Nein. Es ist mein voller Ernst." Sagte ich mit blitzenden Augen.
Er zuckte kurz zusammen, als er erschrak. Plötzlich rannte er auf mich zu und holte ebenfalls aus. Ich seufzte leise und traurig.
‚Wie kann man nur so stur sein...?' dachte ich mir. ‚Hoffentlich verletzt ich ihn nicht zu heftig.'
Ich duckte mich und sein Faust glitt über mir durch die Luft. Diesmal langte ich zu und schlug ihn mit halber Kraft in den Magen. Er rekelte sich am Boden und rang nach Luft. Er schaute mich genauso wie der andere an: völlig unterwürfig.
„Jetzt verpisst euch!" schrie ich und schaute sie wütend, dennoch etwas traurig an.
Mit schwachem Stöhnen standen sie auf und gingen an mir vorbei. Ich schaute ihnen hinterher und atmete auf, als sie auf die Strasse verschwanden.
‚Warum muss es solche Leute geben...?' fragte ich mich.
Ich drehte mich um und schaute zu meinem Schatz... Cynder. Es war ein Glücksmoment für mich. Ich ging schnell auf sie zu und nahm sie in meine Arme. Sie jedoch zwängte sich aus der Umarmung und schaute traurig zu Boden.
„Warum bist du mir nach gelaufen?"
„Weil ich mir Sorgen machte, dass dir was passiert." Sagte ich bedrückt.
Sie schaute weiter zu Boden.
„Aber... ich mach euch doch nur Ärger... Deine Mutter findet ja, dass die Geburt unseres Kindes nur ein Problem sein wird..." sagte sie.
Ich schaute überrascht.
„Du hast das Gespräch also heute Morgen mitbekommen, oder...?" fragte ich zögernd.
„Ja und deine Mutter ist gegen das Kind..." sagte sie traurig.
„Ach, meine Mutter macht sich nur Sorgen um uns. Sie hat nur Angst, dass wir das beide nicht alleine durchstehen werden... Aber gegen die Geburt hat sie nichts... sie findet sogar, dass die Geburt schön ist." Sagte ich ihr und tröstete sie.
„...Wirklich...?"
„Ja..."
„Aber du hast wegen mir Ärger von deiner Mutter bekommen wegen mir..."
„Ein wenig... aber das ist verständlich, da wir ja meiner Mutter nichts früher gesagt haben."
Sie nickte traurig.
„Aber meine Süße... du hättest doch nicht direkt abhauen müssen..." sagte ich leise.
„Ich möchte nicht das dir und dem Kind was passiert... Du bist das beste was ich habe und so jemanden wie dich, will ich ungern verlieren..." sagte ich und umarmte sie wieder und gab ihr einen Kuss auf die Stirn.
„Tut mir Leid... ich werde so was nicht mehr machen." Sagte sie etwas aufgemuntert.
Ich lächelte und küsste sie.
Nach einer Zeit des Küssens wurden wir durch lauten Trubel auf der Strasse gestört. Plötzlich rannten viele Leute mit Kamera auf dem Rücken und mit Mikrofone in den Händen an die Gasse vorbei.
„Oh... verdammter Mist..." sagte ich erschreckt und besorgt.
„Wer sind die Leute, Schatz...?" fragte mich Cynder etwas verängstigt.
„Das sind Personen, die nach neuem auf der Suche sind... und wenn die uns finden, und ins Fernsehen kommen, werden wir keine ruhige Minute mehr haben."
„Wieso das denn?" fragte sie mich etwas ungläubig.
„Weil du der bisher einzige Drache auf der Welt bist, den die Menschen je lebend und in der Realität gesehen haben..." antwortete ich.
Sie schluckte ängstlich und versuchte still zu bleiben. Doch plötzlich schaute einer der Leute in die Gasse.
„Hey, Leute, ich habe ihn!" schrie er den Anderen zu.
Meine Augen weiteten sich und Cynder hielt sich vor Angst an mich fest.
„Der anonyme Anrufer hatte Recht! Der Drache ist echt!"
„Verdammt, wir müssen hier weg... aber wie...?" flüsterte ich verzweifelt.
Cynder starrte überlegend zu Boden.
„Na los, ein Kameramann muss herkommen!!"
Ich zitterte wie Estenlaub, als Cynder meine Aufmerksamkeit auf sich zog.
„Schatz, ich weiß wie wir hier wegkommen..." flüsterte sie mit einem weichen Lächeln im Gesicht.
„Wie denn...?" ich schaute verwirrt.
„Vertraue mir... es wird klappen..."
Ich schaute in ihre Augen und sah nur Sicherheit in ihrem Gesicht.
„Ich vertraue dir..." flüsterte ich und gab ihr einen Kuss auf die Stirn. Sie griff plötzlich unter meine Arme, als auch schon ein Kameramann um die Ecke schoss.
„Nun los! Film es!!" schrie der Mann.
„Dann los..." flüsterte Cynder und breitete ihre Flügel aus.
Ich schaute überrascht, als ich plötzlich von der Erde gehoben wurde.
„Verdammt! Die Kamera will nicht angehen!"
„Dann versuch es weiter! Der Drache ist gleich weg!"
Ich atmete tief ein, als wir so hoch wie ein Hubschrauber flogen. Mir wurde etwas übel, doch unterdrückte ich es. Cynder schlug mit ihren Flügeln über mir, als sie mich mit aller Kraft trug.
„Jetzt geht sie wieder!" schrie der Kameramann und bewegte die Kamera zu uns, als wir mit jeder Sekunde kleiner wurden.
„Mist." Sagte der Mann, als wir hinter den Häusern verschwanden.
„Die Aufnahmen sind gut, aber der Drache war zu weit weg."
„Sir, wir sollten es trotzdem der Presse und dem Fernsehen die Bilder weitergeben."
„Ja. Sie haben Recht. Keiner soll diese Nachricht übersehen. Ein Drache auf unserer Welt."