University Days 11: Halloween: Willkommen
Den ersten Tag in Bouncers Club hatte Morr überstand. Obwohl die Nacht anstrengend war, so war sie dennoch nichts im Vergleich zum nächsten Morgen. Nach nur wenigen kostbaren Stunden Schlaf muss Morr schon wieder in die Uni. Von ihren Vorlesungen sollte sie nur wenig mitbekommen und selbst nach einem zermürbenden Tag in der Uni, hielt Sasha zu Hause noch eine Überraschung parat.
Nach ihrem ersten Tag in Bouncers Club war Morr am nächsten Tag mehr als froh, dass die Universität erst später anfing. Die wenigen Stunden Schlaf hatte sie dringend gebraucht. Die Stunden flossen wie Sand durch ihre Finger und mehr als eine Vorlesung bekam sie nur am Rande mit. Ihr Körper schrie nach einer Pause, nach einem heißen Bad und einem warmen Bett. Die kalten Oktobertage taten ihrem Fell einfach nicht gut. Bereits jetzt sah sie schon wieder, wie es am Ansatz leicht brüchig wurde. Über dieses Problem wollte sie sich jedoch erst später Gedanken machen. Sie müsste erst den Tag überstehen. Wenn sie erst einmal daheim war, dann würde sie sich sofort in die Badewanne schmeißen und danach in ihrem Bett verkriechen.
Sie konnte es kaum erwarten, als die letzte Vorlesung endlich vorbei war. Sie fragte sich selbst, warum sie sie überhaupt besucht hatte, wirklich etwas mitbekommen hatte sie ohnehin nicht. Sie hätte sich diese Vorlesung auch schenken können. Träge schwang Morr ihre Tasche über die Schulter und verließ den Campus. Die Busfahrt nach Hause war anstrengender als gedacht, mehrmals wäre sie fast eingenickt. Als sie endlich daheim war, hatte sie sogar den Plan mit dem Bad wieder verworfen, sie wollte nur noch ins Bett.
"Hey Morr, wie war's in der Uni?", hörte sie die gut gelaunte Stimme ihrer Mitbewohnerin.
"Meh", gab Morr als Antwort zurück und schlurfte in ihr Zimmer. Sasha ließ sich mit einer solchen Antwort jedoch nicht abspeisen. Kaum hatte sich Morr auf das Bett fallen lassen, sprang die Siam zu ihr und setzte sich mitten auf die Decke.
"Ich hab heute mit Bouncer telefoniert. Er war zufrieden mit dir, ich soll dir ausrichten, dass du gerne fest bei ihm anfangen kannst", erzählte die Katze doch die junge Füchsin lag wie eine Mumie am Bett. Sie wollte schlafen, sie musste schlafen. Wieso konnte diese verdammte Katze nicht einfach abhauen?
"Leyla hat mir noch ein paar nette Details erzählt, du scheinst ja ziemlichen Spaß gehabt zu haben", versuchte Sasha sie weiter aus der Reserve zu locken doch mehr als ein unmotiviertes Grummeln bekam sie nicht aus Morr.
"Na gut, wenn du einen auf Miesepeter machen willst, dann gebe ich dir halt nicht den Brief den ich heute von einer völlig Fremden bekommen habe, die mir ausrichtete, ich solle ihn nur dir persönlich geben und du würdest schon wissen, von wem er ist."
Morrs Ohren schnellten hoch wie von einer Peitsche getroffen. In einem Wimpernschlag hatte sie sich umgedreht und sah die Siam an, die mit verschränkten Armen die Nase rümpfte.
"Wie sah sie aus? Eine Häsin? Etwa Mitte dreißig?", fragte Morr sofort und spürte bereits ihr Herz schneller schlagen.
"Vielleicht", neckte sie Sasha weiter und Morr musste dem Drang widerstehen, sie endgültig zu erwürgen. Es war ein angeborenes Talent von Katzen einem den letzten Nerv zu rauben und Sasha war mehr als nur eine würdige Vertreterin ihrer Rasse. Sie konnte glatt im Lexikon abgebildet sein.
"Gib mir den Brief!", forderte sie Sasha auf doch diese sprang nur spielerisch vom Bett als Morr nach ihr zu greifen versuchte. Morr hatte keine Lust auf Spielchen. Sie war viel zu müde dafür. Sie hoffte nur, dass Sasha den Brief nicht geöffnet hatte. Sie war sich ziemlich sicher, dass Sasha von Aria gesprochen hatte und wenn das der Fall war, dann würde der Inhalt des Briefes alles andere als für Sashas Augen geeignet sein.
"Nun komm schon, Sasha", versuchte es Morr mit der mitleidigen Tour, "ich bin heute Nacht kaum zum Schlafen gekommen und bin todmüde. Ich hab jetzt wirklich keine Lust auf Spiele."
Der Versuch sie damit zu überzeugen schien nicht wirklich zu fruchten. Morr war eine grauenhafte Lügnerin und leider wusste Sasha dies auch. Selbst wenn sie jetzt die Wahrheit sagte, so wusste Sasha, dass es bei weitem nicht so dramatisch um Morr stand, wie sie ihr glaubhaft machen wollte.
"Ist mein kleines Füchschen etwa müde?", neckte Sasha sie frech und sofort stieg Wut in Morr auf. Sie hasste es, wenn Sasha sie so nannte. Dennoch, sie konnte sich auf keine Spielchen mit ihr einlassen wenn sie heute noch die Beziehung mit ihrem Kopfkissen vertiefen wollte.
"Okay, ich gebe auf, was willst du?" fragte Morr niedergeschlagen.
"Bouncer hatte gestern keine Zeit für mich, ich fühle mich etwas vernachlässigt", zwinkerte sie Morr zu.
"Und nachdem ich ja schon weiß, dass mein kleines Füchschen sehr gut darin ist, dachte ich mir, dass du dich ja als Dank für meinen Botendienst in dieser Hinsicht erkenntlich zeigen kannst."
Mit einem Seufzen stand Morr vom Bett auf und ging zu Sasha, die mittlerweile lasziv am Türrahmen lehnte. Den Brief hielt sie hinter dem Rücken versteckt. Morr sah ihr für einen Moment in die Augen bevor sie ihre Lippen auf die von Sasha presste. Energischer als je zuvor ging sie in den Kuss, zögerte keine Sekunde die Katze mit ihrem Körper an den Türstock zu drücken und sie mit ihrer Zunge zu überwältigen. Sichtlich überrascht war Sasha für einen Moment geschockt von dem doch sehr aggressiven Kuss von Morr, doch es sollte ihr nur recht sein. Kaum wollte sie sich ebenso in den Kuss lehnen, riss ihr Morr mit einer Hand den Brief aus der Hand und schubste sie aus der Tür. Mit einem Blinzeln kommentierte sie die Tür, die kurz darauf vor ihrer Nase zufiel.
"Sie hat mich reingelegt!", erkannte Sasha den Plan von Morr.
"Das wird dir noch leid tun, das verspreche ich dir!", beschwor Sasha die geschlossene Tür mit einem diabolischem Grinsen bevor sie in ihr Zimmer ging. Wenn Morr dachte, sie könnte sie mit ihren eigenen Waffen schlagen, dann hatte sie sich geirrt. Die Schlacht hatte sie vielleicht gewonnen, doch der Krieg hatte gerade erst angefangen.
Zurück in trauter Einsamkeit in ihrem Zimmer, öffnete Morr sofort den Brief und las hastig die Zeilen. Er war tatsächlich von Aria. Es war eine Einladung zu einer Halloween Party. Schon morgen würde sie stattfinden. Auf der Einladung stand explizit, sie solle sich kein Kostüm mitnehmen, zumindest eine Sorge weniger. Neben Uhrzeit und Adresse, stand nicht wirklich viel mehr auf der Karte.
Wenn die Einladung von Aria kam, dann war sich Morr sicher, dass Alpha dahinter steckte. Ein Grinsen zog sich über ihr Gesicht beim Gedanken ihm wieder nah zu sein. Heute jedoch war nichts mehr zu machen und so legte sie den Brief in ihre Schublade und widmete sich wieder dem Bett. Um Sasha machte sie sich keine Sorgen. Ihre Tür war abgeschlossen und die Schublade noch einmal extra. Sie war zwar eine nervige Katze, aber keine Meisterdiebin. Mit der Aussicht Alpha schon bald wieder zu sehen, schlief Morr schneller ein als sie gedacht hätte.
Der Freitag verging schneller als gedacht und ehe sich Morr versah, machte sie sich für die Party fertig. Es war etwas seltsam. Sie kannte Aria kaum und hatte auch keine Ahnung, wer alles zu dieser Party kommen würde. Auch dass sie kein Kostüm mitbringen sollte, war etwas eigenartig. Morr entschied sich für dezentes Make-up und eine schwarze Jeans mit einem ebenso schwarzen Top. Im schlimmsten Fall könnte sie einfach noch einmal nach Hause und sich umziehen, die Party war mit dem Bus nur wenige Stationen von ihrer Wohnung entfernt.
Nervös ging Morr die Straße entlang. Zweiundzwanzig, Dreiundzwanzig. Es würde noch ein gutes Stück sein, bevor sie endlich zu Nummer Achtundzwanzig kommen würde. Die Hausnummern waren zwar eng beisammen, die Häuser jedoch nicht. Jedes einzelne wurde von einem mehr als großzügigem Garten umrandet und so quälte Morr ihre Schuhe noch ein Stück weiter. Als sie endlich vor dem Tor war, musste sie kurz Pfeifen. Aria war definitiv kein Kind schlechter Eltern. Das Haus, besser gesagt die Villa, die dort stand ließ sie ehrlich staunen. Zahlreiche Autos parkten bereits in der Einfahrt und auch hier sah Morr kaum ein Auto, was ein Student fahren würde. Bereits jetzt fühlte sich Morr fehl am Platz. Dies war eindeutig nicht die Einkommensklasse, aus der sie selbst kam.
An der Tür angekommen sah ein mehr als grimmig dreinschauender Büffel auf sie herab. Etwas zittrig zeigte ihm Morr ihre Einladung und sofort lächelte er sie freundlich an. Sogar die Tür öffnete er ihr und zeigte ihr, wo sie lang müsste. Im Foyer tummelten sich bereits einige Leute, doch Morr hatte kaum Zeit sie sich genauer anzusehen. Sie wurde von dem Büffel angewiesen, sie solle zur Kostümausgabe gehen und genau dies hatte sie auch vor. In einem freien Raum, der mehr an die Garderobe eines Theaters erinnerte als an eine Kostümausgabe, wurde Morr sofort von 2 Damen in Beschlag genommen. Hier wurde offenbar nichts dem Zufall überlassen.
"Eine der Studentinnen, wie schön. Sag, bist du eine von Madam Arias besonderen Gästen?", fragte die eine und Morr nickte. Sie wusste nicht was damit gemeint war, doch sie nahm an, dass damit sie gemeint war.
"Wunderbar! Wunderbar!", sprach die andere und sofort wurde Morr zur Seite geschoben wo man ihr die Einladung und ihre Handtasche abnahm. Noch bevor Morr genau wusste wie ihr geschah, hatte eine der beiden bereits ihr Top in der Hand und Morr wunderte sich, wann genau sie es ihr ausgezogen hatte. Kaum hatte sie sich auf das Top konzentriert, spürte sie wie ihre Hose nach unten gezogen wurde. Es ging unglaublich schnell und für Morr deutlich zu überraschend. Es hatte nicht einmal eine volle Minute gedauert, und sie war von den beiden Garderobendamen splitterfasernackt ausgezogen worden.
Krampfhaft versuchte Morr sich selbst zu bedecken doch die beiden kannten kein Erbarmen. Eine griff nach ihrem Arm, die andere nach ihrem Bein und ehe sie sich versah, wurde sie mit einer Bandage eingewickelt. Dachte sie zu Beginn noch, es wäre normaler Verband, so spürte sie schnell, dass es Streifen aus groben Leinenstoff waren. Es dauerte noch einen weiteren Moment, bis Morr verstand, dass man gerade eine Mumie aus ihr machte. Es war zumindest besser, als nackt umher zu laufen. Das leichte Summen der einen, die gerade dabei war, ihre Brust einzuwickeln half Morr tatsächlich sich etwas zu entspannen. Eine dritte Dame kam zu ihnen und packte Morrs gesammelte Sachen in eine Plastiktüte und beschriftete diese mit ihrem Namen, bevor sie damit in einem anderen Zimmer verschwand. Egal was hier vor sich ging, Aria schien wirklich nichts dem Zufall zu überlassen. Scheinbar wurde auch vor ihrem Kopf kein Halt gemacht, glücklicherweise ließ man ihr die Augen, Nase und den Mund frei. Der Rest ihres Körpers war nun komplett von den Leinenbandagen umwickelt. Sehr zu ihrem Unmut jedoch nicht ihr ganzer Körper. Sowohl ihre Brüste, als auch ihren Schritt hatten sie komplett ausgelassen. Während die beiden gerade dabei waren die Bandagen zu fixieren, überlegte Morr noch, wie sie dieses Thema am besten ansprechen sollte. Bisher wurde ihr schließlich nicht wirklich viel Mitspracherecht zu Teil.
Das Problem löste sich von selbst als sie mit einer zweiten Lage Bandagen anfingen, auch den Rest ihres Körpers zu umwickeln. Erleichtert spürte Morr, wie der raue Stoff sich über ihre Nippel und ihre Spalte legte und auch diese nun vollständig bedeckte. Warum genau für diese beiden Stellen eine zweite Lage Stoff angefangen wurde, war ihr zwar unklar, aber sie wollte es nicht hinterfragen. Nachdem sie von allen Seiten kritisch betrachtet wurde, gaben die beiden Damen ihr Okay und brachten sie ins Foyer zurück. Kaum war sie angekommen, wurde sie auch schon wieder an der Hand gepackt und weggezogen. Langsam gewöhnte Morr sich daran. Dieses Mal wurde sie in einen großen Saal gebracht. Hier fand die eigentliche Party statt. Auf zwei Etagen waren die Gäste verteilt und während unten viele tanzten oder sich unterhielten, war das Geländer der Galerie von Leuten gesäumt, die eben jenen zusahen.
"Erfrischungen und Snacks gib es hier, dort und da hinten, die Toiletten sind sowohl im Ober- als auch Untergeschoss des Ballraumes auf beiden Enden. Der Garten ist da hinten und die erste Show fängt um Mitternacht an, die zweite um zwei Uhr. Wenn dir langweilig wird, dann sieh dich ruhig in der Villa um. Es gibt keine verschlossenen Türen hier", sprach die kleine Maus, die sie in den Saal geführt hatte, bevor sie Morr mit einem "Viel Spaß" sich selbst überließ. Zum ersten Mal, seit sie einen Fuß auf die Schwelle dieses Hauses gesetzt hatte, wurde sie nicht umher geschubst.
Langsam begann Morr sich umzusehen. Der Leinenstoff rieb unangenehm auf ihrem Fell, doch es war auszuhalten. Schnell entschied sich Morr, sich von oben einen besseren Überblick zu verschaffen. Den Weg zur Treppe fand sie zum Glück noch ohne jemanden fragen zu müssen. Es fühlte sich seltsam an zu wissen, dass sie unter den Bandagen vollkommen nackt war. Sie lagen so eng an, dass sie sich trotz des leichten Scheuern so fühlte, als wäre sie komplett nackt. Es machte ihr die Sache nicht unbedingt einfacher, sich zu entspannen. Bei der Treppe war es besonders schlimm, der Leinenstoff, der auf ihrer Spalte lag, rieb mit jeder Stufe und Morr musste sich zusammenreißen, um sich nichts anmerken zu lassen. Als sie oben angekommen war, hoffte sie nur, dass der Stoff nicht zu sehr feucht war. Sie könnte ihn nicht wirklich wechseln und mit den Bändern als einzigen Sichtschutz, würde es sofort auffallen. Als sie an einem Spiegel vorbei ging, sah sie, dass zum Glück nichts sichtbar war. Auf der Galerie angekommen, lehnte sie sich an einen freien Platz am Geländer und beobachtete die Leute.
Die Kostüme waren sehr unterschiedlich. Es war alles vertreten, was man auch normal auf einer Halloween Party fand. Das Einzige was wirklich auffiel war, dass alle es ernst meinten. Es waren keine halbherzigen Outfits, auch Spaßkostüme sah sie keine. Sie alle trugen Kostüme die vom Scheitel bis zur Sohle perfekt passten. Vampire waren viele zu sehen doch auch aufwendige Werwolf-Kostüme, Ritter, diverse Safari Outfits oder auch diverse Horrorfilm Antagonisten. Bei der Damenwelt sah die Sache anders aus. Hier galt das Kredo, weniger ist mehr. Die Kostüme, wenn man sie denn überhaupt so nennen konnten waren zum Teil so gewagt, dass man mit ihnen nicht einmal auf die Straßen gehen konnte. Bei einigen Frauen sah Morr, dass diese völlig ungeniert ihre Brüste zeigten. Es schien hier wohl im Trend zu sein, möglichst freizügig zu sein. Insgeheim war sie gar nicht mehr so unglücklich über ihr Mumien Kostüm. Sie war zumindest eine der am meisten angezogenen hier, auch wenn es sich nicht so anfühlte.
Morrs Augen wanderten über die Menge im Saal unter ihr, doch sie sah kein einziges vertrautes Gesicht. Ihre Augen fuhren durch die Leute doch auch Alpha konnte sie nicht erkennen. Die vielen Kostüme machten es zusätzlich schwer, doch sie war sich sicher, dass sie ihn dennoch erkennen würde. Allein sein Größe stach normalerweise schon genug hervor. Vielleicht war er noch nicht hier. Sie musste zugeben, sie selbst war der Einladung treu geblieben und pünktlich gekommen, doch für viele, vor allem für die cooleren Leute war es ja normal, dass sie erst später kamen. Das war bisher immer so. Morr verließ ihren Platz am Geländer und ging die Galerie entlang. An einem kleinen Tisch blieb sie stehen und gönnte sich ein Glas Bowle bevor sie weiter ging. Die süße Waldbeeren-Mischung schmeckte einfach großartig. Wie süßes Wasser glitt sie ihr Kehle hinab und ließ nur das Verlangen nach mehr in ihr zurück.
Nach zwei weiteren Gläsern war ihr Durst endlich gestillt und nur noch die Süße in ihrer Kehle verblieb ihr. Was wohl noch alles in der Bowle war? Einen Hauch von Alkohol konnte sie herausschmecken, doch durch den ganzen Zucker war er kaum zu identifizieren. Mit einem Lächeln auf den Lippen ging Morr weiter. Sie ließ sich Zeit, schlenderte gemütlich eine Runde über die Galerie des großen Saales bevor sie wieder am Eingang angekommen war. Sie erinnerte sie sich wieder an die Worte der Maus, die sie zum Saal geführt hatte.
Sie meinte, wenn ihr langweilig werden würde, dann solle sie sich umsehen. Morr zuckte mit den Schultern und ging los. Im ersten Stock ging sie wahllos in einen der Gänge auf Entdeckungsreise. Die Musik geriet schnell in Vergessenheit als Morr in den Gang abbog. Der weiche Teppich, der in der Mitte ausgelegt war, kitzelte leicht beim Gehen an ihren Zehen. Es schien eine Art Bildergalerie zu sein. Links und rechts von sich fand Morr zahllose Bilder in den unterschiedlichsten Formaten an der Wand hängen. Auf vielen waren Gesichter die Morr nicht kannte, doch auf einigen, sah sie auch Aria. Es waren zum Teil Gemälde und zum Teil waren es Fotos die einfach nur mit einem Filter überblendet wurden, um ihnen den Schein eines Gemäldes zu geben. Dem normalen Betrachter würde es vermutlich gar nicht auffallen, doch Morr sah es sofort. Sie war schließlich selbst Malerin.
Vor einer simplen Tür blieb sie stehen und überlegte kurz, ob sie sie aufmachen sollte. Die Maus meinte, es gäbe keine verschlossenen Türen und ein bisschen aufregend war es schon. Alleine durch eine fremde Villa zu schleichen war wie in einem Kinderabenteuer. Mit einem Grinsen öffnete sie die Tür und ging in den Raum. Es war ein Arbeitszimmer. So viel sah Morr sofort, doch erst als sie das Licht an machte, sah sie den ganzen Raum. Auch hier waren die Wände voller Bilder, doch diese waren anders. Es waren eindeutig Fotos, ohne Filter dieses Mal. Dafür war das Motiv jedoch viel interessanter. Auf fast jedem Bild war Aria zu sehen und auf jedem einzelnen war sie nackt. Auf manchen sogar mehr noch als nackt. Es waren Bilder die sie beim Sex zeigten, mit einem, mit zwei, mit einer ganzer Gruppe von Leuten. Fasziniert ging Morr die Wand entlang und sah sich die Bilder an. Von allen Seiten wurde Aria auf den Bildern durchgenommen. Vor einem Bild blieb sie etwas länger stehen. Es war Alpha auf dem Bild, der sich mit Aria vergnügte. Die ältere Häsin ritt ihn auf dem Bild und Alphas angestrengtes Gesicht zeigte deutlich, wer in dieser Situation damals die Zügel in der Hand hielt. Es war mehr als faszinierend zu sehen, dass es nicht Alpha war. Auf dem Bild schien Aria wie eine besessene zu reiten. Es war so lebendig, dass Morr glatt darin hätte eintauchen können.
"Gefallen dir die Bilder?", hörte Morr eine vertraute Stimme hinter sich. Hastig drehte sie sich um und sah Aria in der Tür stehen. Sie hätte sie fast nicht erkannt, der breite, schlappe Hut verdeckte einen Teil ihres Gesichts. Ein schwarzes Korsett presste ihre Brüste in ein Dekolletee, bei dem ein jeder Mann vermutlich dahingeschmolzen wäre. Rock oder Hose trug sie keine. Stattdessen sah man nur einen sehr hochgeschnittenen Spitzenslip, der ihre Spalte mehr schlecht als recht verdeckte. Ein halber Rock hing hinter ihr zu Boden, der allerdings an ihren Hüften seitlich endete und in einen schmalen Gürtel über ging. Von den Zehen bis kurz vor ihre Schenkel steckte sie in spiegelnd glatten, schwarzen Lackstiefeln. Ein knorriger Stab vollendete mit den fast schulterlangen Lackhandschuhen ihr Hexenoutfit.
"Ich ... ", begann Morr, doch wusste nicht was sie sagen sollte. Das Gefühl erwischt worden zu sein war zu stark um den Gedanken zu erlauben, dass die Maus doch gesagt hatte, dass sie sich umsehen sollte.
"Das ist schon eine Weile her, ich weiß noch, damals war Alpha noch richtig grün hinter den Ohren. Er musste erst richtig zugeritten werden", zwinkerte ihr Aria zu.
"Hier, auf diesem Bild. Hier haben wir uns zum letzten Mal gesehen, bevor er hierher kam um auf die Uni zu gehen", erklärte Aria als würde sie ein stinknormales Fotoalbum zeigen. Dass sie auf dem Bild Alphas Schwanz bis zum Anschlag in ihrem Rachen stecken hatte, schien sie nicht wirklich zu kümmern.
"Komm, lass mich dich etwas herum führen. Alleine verläufst du dich am Ende vielleicht noch", sprach Aria, doch mit ihrem Outfit zusammen klang es mehr wie eine Warnung, als ein simpler Scherz. Zusammen verließen sie das Arbeitszimmer und gingen weiter durch die Villa. Ihr Ziel kannte Morr nicht, doch so lange Aria an ihrer Seite war, konnte sie sich zumindest keinen Faux Par leisten. Es war immer gut in der Nähe der Gastgeberin zu sein. Das hatte ihr ihre Mutter damals schon beigebracht. Das ungleiche Paar ging über eine kleine, etwas verstecktere Treppe wieder ins Erdgeschoss und dort in einem Gang, der parallel zum Ballsaal verlief. Ohne anzuklopfen, öffnete Aria eine der vielen Türen, die den Gang säumten. Morr fuhr sich sofort mit einer Hand vor den Mund als sie sah, was der Raum Preis gab. Aufgespießt zwischen einem Puma und einem Tiger wurde eine Schlange gerade in dem Raum genommen. Aria schien das Bild nicht einmal zu schocken. Sie betrat den Raum und bedeutete Morr es ihr gleich zu tun. Unbehelligt von den Neuankömmlingen, stießen Tiger und Puma weiter abwechselnd in den Mund und die Spalte der Schlange. Aria schloss die Tür hinter Morr und ging ein Stück näher an das Zentrum des Geschehens.
Morr war geschockt, doch auch neugierig. Schlangen waren unglaublich selten in dieser Gegend und auch wenn Morr nichts gegen Ausländer hatte, so war es dennoch befremdlich sie zu sehen. Anstelle von weichem Fell hatten sie glatte, braun-schwarz gemusterte Schuppen, der lange Schwanz irritierte Morr ebenso. Er sah kräftig genug aus, um den Puma fast zu erwürgen, um den er gewickelt war. Ihre Beine berührten gerade so den Boden. Der Großteil ihres Gewichts wurde scheinbar von den beiden Männern getragen, die sie zwischen sich aufgespießt hatten.
"Es ist nicht oft, dass ich Gäste von so weit her begrüßen darf", erklärte Aria während die beiden Raubkatzen nicht davon abließen, die Schlange vor ihren Augen zu nehmen.
"Shakazara ist eine Bekannte, die ich auf einer meinen Reisen getroffen habe. Du würdest mir nicht glauben was eine Schlange alles mit ihrer Zunge anstellen kann", zwinkerte Aria Morr zu. Die junge Füchsin jedoch war viel zu sehr gefangen im Anblick vor ihr. Sie hatte schon von den besonderen anatomischen Eigenschaften diverser Reptilienarten gehört. Eine Schlange in Person, hatte sie jedoch bisher noch nie gesehen. Selbst im gedimmten Licht des Zimmers konnte Morr eine diese Besonderheiten sehr deutlich sehen. Kein Säugetier wäre in der Lage einen so großen Schwanz komplett in ihren Mund zu stecken. Einen Würgereflex hatten Schlangen noch nie, doch auch ihr weit aufgerissener Mund schien unnatürlich. Durch ihren Hals hindurch konnte Morr sehen, wie die Spitze des Schwanzes immer wieder tief in ihre Kehle stieß. Der Tiger war mehr als nur gut bestückt und Morr selbst schluckte, wenn sie daran dachte, dass sie selbst gerade einmal die Spitze davon in ihren Mund bekommen würde. Es wäre nicht einmal ein Fünftel der Länge, die tief in der Schlange steckte.
Trotz alledem schien die Schlange noch nicht genug zu haben, denn ihre exorbitant lange Zunge schlängelte sich um die Kronjuwelen des Tigers, der mit angestrengtem Gesicht in ihren Mund stieß. Der Puma an der anderen Seite schien andere Probleme zu haben. Der lange Schwanz der Schlange hatte sich mehrmals um ihn gewickelt und es sah nicht so aus, als ob er nur sanft auf ihm liegen würde. Die prall gespannten Muskeln deuteten eher darauf hin, dass sie versuchte ihn zu zerquetschen. Es sah nicht aus wie liebevoller Sex. Es war aggressiv, animalisch und weit weg von allem, was Morr bisher je erlebt hatte. Es sah nicht aus wie der Tanz zweier Verliebter, dies war ein Kampf. Ein Kampf zwischen der Schlange und den beiden Raubkatzen und Morr konnte nicht sagen, wer ihn gewinnen würde.
"Lass dich nicht davon abschrecken. Es gibt viele Arten von Sex. Dies mag eine sehr aggressive sein, doch keiner von ihnen hat das Interesse den anderen wirklich zu verletzen. Es ist alles Teil des Akts. Manchmal kann es großartig sein, die Samthandschuhe auszuziehen und einfach nur rohen, unkontrollierten Sex zu haben", erklärte Aria. Kurz fragte sich Morr, ob sie Gedankenlesen konnte, doch verwarf den Gedanken sofort. Stattdessen sah sie weiter dem Geschehen vor ihr zu. Die schweißnassen Körper, die angestrengt verzerrten Gesichter, das Knurren und Schnaufen der Raubkatzen. Einfach alles an ihnen strömte eine Energie aus, die Morr bisher nicht kannte. Unbewusst leckte sie sich die Lippen, als sie ihnen länger zusah.
"Willst du noch weiter zusehen? Ich denke es wird bald zu Ende gehen."
Aria überließ Morr die Entscheidung und diese war sich nicht sicher, was genau sie wollte. Was würde Aria von ihr denken, wenn sie bleiben wollen würde? Was würde Shakazara davon halten, dass sie zusehen wollte, oder die beiden Raubkatzen die sie gerade durchfickten? Sollte sie lieber gehen? Würden sie es ihr übel nehmen?
"Ich sehe schon, du willst es dir noch zu Ende ansehen, ich lass dich dann mal allein. Ich muss mich noch um ein paar Dinge kümmern. Wir sehen uns später, Morr", sprach Aria, doch Morr hörte ihr nicht wirklich zu. Sie war gefangen in dem Schauspiel vor ihr. Ihre Augen folgten jeder Bewegung, jedem Stoß. Es war faszinierend aus solcher Nähe zu sehen, wie jemand tatsächlich gefickt wurde. Nicht über einen Bildschirm sah sie es, sondern direkt live und in Farbe. Es war etwas völlig Neues für sie und lähmte ihre Glieder. Sie waren alle so vertieft in ihren Trieb, dass sie Morr vermutlich noch nicht einmal bemerkt hatten. Wenn sie jetzt ging, dann würde es vermutlich auch so bleiben. Ihr Verstand befahl ihren Füßen sich zu bewegen doch diese boykottierten ihr den Dienst.
Ein lautes Stöhnen drang zusammen mit einem kehligen Ausruf an ihre Ohren. Sowohl Puma als auch Tiger waren zu ihrem Höhepunkt gekommen und zeitgleich füllten sie die Schlange von beiden Seiten. Morr konnte hören wie diese schluckte. Ein weiterer Schwall in ihre Spalte war dieser scheinbar zu viel und das Sperma begann sich langsam einen Weg in die Freiheit zu suchen. Der Schwanz der Schlange lockerte sich langsam und offenbarte deutliche Würgemale überall am Oberkörper des Pumas, doch diesen schien es nicht zu stören. Langsam kam die Schlange wieder auf ihre eigenen Füße und der Schwanz wurde aus ihrer Spalte gezogen. Während sich die milchig weiße Flüssigkeit über ihre Schenkel ergoss, behielt sie den Mund weiter fest auf dem Schwanz des Tigers. Mit ihrer überlangen Zunge umspielte sie ihn weiter während dieser ihren Rachen vollpumpte. Selbst als sie auf ihren Knien war, sah sie immer noch so aus, als wäre sie die Gewinnerin dieses Kampfes.
Eine grobe Hand packte Morr am Hals und drückte sie auf die Knie. Ein überraschter Aufschrei wurde unterdrückt indem ihr ein feuchter Schwanz in den Mund gestopft wurde. Zwei kräftige Hände packten sie am Kopf und drückten sie in den Schritt des Pumas. Der Geschmack der Schlange und des Spermas des Pumas flutete Morrs Mund und ob sie wollte oder nicht, der Puma verlangte, dass sie ihn sauber leckte. Wie ein Spielzeug ließ er ihren Kopf vor und zurück gleiten. Mit aller Kraft stemmte sich Morr dagegen, drückte mit ihren Händen gegen seine Beine doch es war, als würde sie versuchen einen Baum wegzuschieben. Der Puma schien es nicht einmal wirklich zu bemerken. Langsam fand sich Morr mit ihrem Schicksal ab. Schlimmer konnte es ohnehin nicht werden. Sie hatte ihn ja bereits im Mund. In der Hoffnung dann frei gelassen zu werden, begann sie den Schwanz mit ihrer Zunge zu umspielen und sauber zu lecken. Es war vermutlich die Strafe, dass sie sie beobachtet hatte. Die Hände wurde sanfter und gaben ihr etwas mehr Spielraum, als der Puma bemerkte, dass sie nicht mehr davonlaufen wollte.
Pflichtbewusst lutschte Morr den fremden Schwanz und leckte alles Sperma auf, dass sie erreichen konnte. Der Schwanz war viel zu groß, als dass sie ihn komplett in ihren Mund bekommen hätte und so musste sie mit ihrer Zunge außen am Schaft weiterlecken.
"Wassss haben wir den da?", hörte Morr plötzlich eine exotische Stimme hinter ihr. Der Versuch sich umzudrehen wurde von den Pranken des Pumas unterbunden, der sie starr festhielt.
"Eine hungrige Füchssssssin. Eine sssssso hübsssssche noch dazzzzzzu."
Die Stimme war nun direkt neben ihrem Ohr und Morr konnte das Züngeln der Schlange direkt spüren wie es nur Zentimeter von ihr entfernt war.
"Du gefällssssst mir!", sprach sie weiter und Morr war starr vor Schreck. Der Puma hielt ihren Kopf in Position doch bewegen konnte sie sich nicht mehr. Endlich verstand sie das Sprichwort, "wie der Hase vor der Schlange stehen". Keinen Muskel wagte sie zu bewegen.
"Wir sssssehen unsssss!", sprach die Schlange und sofort wurde ihr Kopf frei gelassen. Die Schlange und die beiden Raubkatzen verließen splitterfasernackt den Raum und ließen Morr auf dem Boden kniend zurück.