Drachenauge - Kapitel 6: Entkommen

Story by Turmalon on SoFurry

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Kapitel 6 von 24

Ich wünsche viel spaß beim lesen und freue mich über jede Art von Komentaren und Kritik

Gruß

Turmalon


­­Ächzend öffnete Rianna die Augen, kniff sie aber geblendet wieder zu. Immer wieder blinzelnd gewöhnte sie sich langsam an das Licht und sah auf die weiße Plane eines Zeltes. Irritiert über diesen Anblick, richtete sie sich rasch aus dem hölzernen Feldbett auf, in dem sie lag. Ein plötzliches Schwindelgefühl ließ sie aufstöhnen und innehalten. Dann bemerkte Rianna einen ihr Fremden Mann aufschrecken, der an ihrem Fußende auf einem Stuhl saß und wohl eingenickt war. Ungläubig sah er Rianna für einen Moment an, sprang dann aber auf und rannte aus dem Zelt.

Verdutzt sah Rianna ihm hinterher. Weder wusste sie was los war, noch erinnerte sie sich daran was passiert war. Mühsam kroch sie aus dem Bett und wollte ebenfalls nach draußen gehen. Merkte jedoch rasch, dass sie auf ihren zittrigen Beinen kaum stehen konnte und setzte sich wieder auf das Bett.

Kaum hatte sie sich niedergelassen, kam auch schon Gerald ins Innere und sagte fürsorglich: „Sachte, meine Liebe, du hast fast einen ganzen Tag geschlafen. Du solltest es langsam angehen!“

„ Wie bitte?“, fragte Rianna überrascht und sah ihn an. „Was ist passiert?“

„Ich hatte gehofft, dass du mir dies erklären könntest“, erwiderte Gerald schulterzuckend. „Tabea hat uns auf euch beide aufmerksam gemacht. Sie sagte nur, dass wir uns keine Sorgen zu machen bräuchten, denn ihr würdet nur für eine Zeit lang schlafen. Doch bevor überhaupt jemand verstanden hatte, was sie meinte oder was passiert war, fuhr sie auch schon mit ihrem Wagen los und verschwand.“

Rianna saß einfach nur da und hielt sich den Kopf. Sie hörte Geralds Erklärung aufmerksam zu. Nach einer Weile sagte sie dann: „Das Letzte, an das ich mich erinnere, ist, dass Turmalon aufbrechen, ich mich aber vorher noch von dir und ein paar Anderen verabschieden wollte. Wir gingen zuerst zu Tabea. Aber statt ihr trafen wir ihre … Gehilfin… Erina. Wir redeten kurz mit ihr und dann hat sie plötzlich irgendwas mit uns gemacht!“

„Erina? Wer soll das sein?“, fragte Gerald verwundert.

„Wie ich bereits sagte, ihre Gehilfin! Eine schwarzhaarige Frau, kaum älter als ich“, antwortete Rianna stutzig. „Du musst sie doch kennen! Sie reist schließlich mit Tabea zusammen.“

„Nein, seit sich Tabea uns in Kebor angeschlossen hat, war sie alleine unterwegs!“, erwidert Gerald und überlegte einen Moment, wen sie meinen könnte. „Die einzige auf die diese Beschreibung gepasst hätte, wär die Tochter von Tristan gewesen, einem der Händler. Leider ist sie jedoch bei dem Angriff vorletzte Nacht ums Leben gekommen. Das arme Mädchen hatte sich in einem der Zelt versteckt welches zu allem Unglück aber Feuer fing. Keiner weiß wieso sie trotzdem drinnen blieb. Vermutlich hatte sie zu viel Angst.“

Schockiert hielt Rianna die Luft an und fragte sich ob sie das hätten verhindern können wenn sie früher eingetroffen wären. Mitfühlend gab sie ihr Beileid kund fühlte sich aber dennoch Schuldig.

„Ich werde es ausrichten“, versprach Gerad, „Ansonsten gibt es niemanden mehr auf den deine Beschreibung zutrifft.“

Rianna grübelte darüber nach, wer Erina in diesem Fall wirklich war und sagte: „Ich habe sie auch erst gestern kennengelernt. Allerdings konnte sie dies, für mich sehr glaubhaft, darlegen. Ich habe es wirklich für einen Zufall gehalten, dass wir uns vorher nicht gesehen haben. Schließlich kenne ich Tabea ja kaum.“

Die beiden schwiegen sich einen Moment lang an, bis Gerald sagte: „Soldaten, die grundlos und ohne Vorwarnung angreifen, ein Drache, der unerwartet zu Hilfe eilt, eine unbekannte Frau, die plötzlich auftaucht, euch beide außer Gefecht setzt und dann wieder verschwindet und zu guter Letzt Tabea, die es plötzlich ganz eilig hat, von hier wegzukommen … Was hab ich nur falsch gemacht, dass ich so etwas verdient habe?“

„Wieso habt Ihr sie dann nicht daran gehindert, wegzufahren?“, fragte Rianna.

„Nun, wie gesagt, bis wir wussten, was los war, war sie schon weg“, erklärte Gerald entschuldigend. „Und es gab auch vorher keinen Grund, weshalb wir sie hätten aufhalten sollen. Tabea war kein festes Mitglied der Karawane. Sie hatte sich uns in Kebor angeschlossen und wollte mit bis zur Hauptstadt. Vermutlich hätte sie sich aber ohnehin in Rodeck abgesetzt. Ihr ging es nie schnell genug voran. Du hättest sie erleben müssen, als ich ihr erklärte, dass wir drei Tage in Horin bleiben würden. Trotzdem wäre es mir natürlich lieber gewesen, wenn sie sich weiter um die Verwundeten gekümmert hätte. Jedoch waren die Verletzungen nicht so schwer, wie anfangs vermutet. Die meisten langweilen sich bereits und wollen wissen, wann es denn endlich weitergeht. Einer ist sogar schon wieder auf den Beinen. Eigentlich unglaublich, dass er nach nur anderthalb Tagen schon wieder gehen kann. Ich hatte selbst mal eine ähnlich Schnittwunde am Bein, die lange nicht so tief war wie seine. Dennoch konnte ich bestimmt eine Woche lang kaum stehen.“

„Immerhin eine gute Nachricht!“, meinte Rianna lächelnd. „Aber wieso hat sie keiner verfolgt, als euch bewusst wurde, was passiert war?“

„Mal davon abgesehen, dass bis jetzt noch immer niemand genau weiß, was los ist, hätte es auch wenig Sinn gemacht!“, erwiderte Gerald entschuldigend und Rianna sah ihn fragend an.

„Hast du nicht ihre Zugtiere gesehen?“, fragte Gerald nun.

Rianna schüttelte nachdenklich den Kopf und sagte: „Nein, ich habe ihren Wagen nie bespannt gesehen“.

„Das waren Königsburger Kaltblüter … Sie sind zwar nicht schneller als andere Pferde, dafür aber um einiges kräftiger und ausdauernder. Sie können mühelos den großen Wagen hinter sich herziehen und dabei auch ziemlich lange eine hohe Geschwindigkeit beibehalten. Vorausgesetzt, das Fuhrwerk macht dies auch mit. Allerdings habe ich daran keinen Zweifel. Wir hätten sie also nicht so schnell wieder eingeholt. Zumindest nicht vor Rodeck!“

„Ich wüsste da aber jemanden, dem es ein Leichtes Wäre!“, entgegnete Rianna mit einem Lächeln. „Wo ist Turmalon überhaupt?“

„Er liegt noch immer draußen, zumindest tat er das noch, bevor ich zu dir hereingekommen bin“, antwortete Gerald. „Aber wieso willst du überhaupt dieser alten Hexe hinterher? Mal davon abgesehen, dass sie euch für einen Tag in Tiefschlaf versetzt hat, fehlt doch keinem von euch beiden etwas! Sie wird mit Sicherheit nur wieder Ärger machen!“

„Einerseits, weil sie vermutlich am ehesten weiß, wer diese Erina ist, der wir diese Pause zu verdanken haben und was sie vorhat!“, erklärte Rianna und war ein wenig verwundert, dass gerade Gerald eine solche Fragte stellte. „Und zum anderen, weil Turmalon höchstwahrscheinlich das Gleiche vorhat. Ich befürchte, er wird nicht besonders gut gelaunt sein, sobald er aufwacht.“

„Sollte ich mir Sorgen machen, dass er seine schlechte Laune an uns auslässt?“, fragte Gerald stirnrunzelnd.

„Nein, ich denke da brauchst du keine Angst zu haben“, beruhigte Rianna ihn, war sich selbst aber nicht sicher, ob dies stimmte.

Abermals versuchte Rianna aufzustehen und ein setzte vorsichtig einen Schritt vor den Anderen. „Ich sollte vielleicht mal nach ihm sehen“, schlug sie vor und ging langsam zum Ausgang des Zeltes. „Nicht, dass er aufwacht und anfängt, sich Sorgen um mich zu machen.“

Draußen angelangt, suchte Rianna, von Gerald gestützt, sofort nach dem Drachen. Der Karawanenführe lotste sie durch das halbe Lager und fanden Turmalon schließlich, etwas außerhalt, noch immer schlafen. Gemächlich ging sie zu ihm und überlegte, wie sie ihn wecken sollte. Als sie vor ihm stand, fiel ihr ihr Rucksack auf, der neben dem Drachen auf dem Boden lag. Rianna wollte nicht riskieren, dass Turmalon versehentlich auf die Tasche trat wenn er aufwacht und schulterte sie. Dabei rutschte jedoch ein Umschlag heraus und fiel auf die Erde. Verwundert sah Rianna diesen an, doch ehe sie sich danach bücken konnte, hatte Gerald ihn bereits aufgehoben und reichte ihn weiter.

Das Erste was ihr auffiel war ein kleiner Gegenstand, der sich unter dem Papier abbildete. Neugierig öffnete Rianna den Umschlag und konnte es kaum fassen, die Drachenträne, zusammen mit einem Brief, daraus hervorzuholen. Sie betrachtete den Stein für einen Moment zwischen Daumen und Zeigefinger. Zwar wusste sie nicht wie, aber sie wollte einfach sichergehen, dass es die Echte Drachenträne ist. Als sie Überzeugt war, widmete Rianna sich dem Brief und begann ihn zu lesen:

Seid gegrüßt, Rianna und Turmalon,

als Erstes möchte ich mich für die grobe Behandlung euch gegenüber

entschuldigen! Ich hatte zwar gehofft, Turmalon wegen meiner Bitte

umstimmen zu können. Da ihr euch jedoch dazu entschlossen habt,

weiterzureisen, hattet ihr mir keine andere Wahl gelassen! Ich

konnte nicht zulassen, dass ich nach all der langen Zeit am Ende mit

leeren Händen dastehe.

Ich beteuere noch einmal, dass es nicht euer Schaden sein wird. Da

ihr mir aber wahrscheinlich nicht glauben werdet und ich euch das

nicht einmal verübeln kann, werde ich schnellst möglich

verschwinden.

Daher bitte ich nochmals um Verzeihung und würde mich sehr

darüber freuen, falls wir uns wiedersehen, dass wir dies in

Freundschaft tun.

Gruß, Tabea

„Von wem ist der Brief?“, wollte Gerald wissen, als Rianna wieder von dem Schreiben aufsah.

„Von Tabea!“, erwiderte Rianna. „Sie entschuldigt sich für das, was passiert ist.“

„Darf ich mal sehen?“, fragte er nun.

„Aber sicher doch“, meinte Rianna schulterzuckend und reichte ihm den Brief. „Weißt du, wo sie hinwollte?“

„Nur, dass sie mit uns bis nach Königsburg wollte“, antwortete Gerald zögerlich, da er gleichzeitig den Brief las. „Ob dies ihr endgültiges Ziel war oder sie von dort noch weiter wollte, kann ich nicht sagen.“

Es dauerte noch einen Moment, bis auch er mit dem Brief fertig war, dann sagte er: „Ich verstehe nicht! Was hat sie denn nun getan?“

„Ich schon!“, erwiderte Rianna besorgt. „Und jetzt bin ich mir sogar sehr sicher, dass diese Nachricht unserem schlafenden Freund hier nicht gefallen wird!“

„Dann sage es ihm doch einfach nicht“, schlug Gerald vor und gab ihr den Brief zurück.

Ernsthaft dachte Rianna für einen Moment über diesen Vorschlag nach, sagte dann aber Kopfschüttelnd: „Nein, das kann ich nicht. An seiner Stelle wollte ich auch wissen, was los ist. Außerdem möchte ich sein Vertrauen nicht aufs Spiel setzten, falls er herausfindet, dass ich Bescheid wusste.“

„Wie du meinst!“, erwiderte Gerald schulterzuckend. „Wie wollen wir ihn wach bekommen? Ich würde ja einen Eimer mit kaltem Wasser empfehlen!“

„Gegen etwas Wasser hätte ich jetzt nichts einzuwenden!“, grummelte Turmalon plötzlich und hob müde den Kopf.

„Nun bin ich wieder in meiner kleinen Zelle!“, seufzte Alia zu sich selbst und schaute durch das Fenster, auf die starkbelebte Straße vor dem Gasthaus in dem sie einquartiert war. Anders als erwartet hatte Geron sie nicht in den Kerker werfen lassen, nachdem er den wirklichen Grund ihres Aufenthaltes erfahren hatte. „Ich hoffe das ist ein gutes Zeichen. Auch dafür, dass an den Gerüchten nichts dran ist!“, dachte sie sich. „Weswegen lässt er mich sonst noch frei herumlaufen?“ Hinzu kam, dass sie keinerlei Hinweise dafür fand. Die Garnison war normal besetzt und weder von den Soldaten, noch von den Händlern, die so etwas meist als Erste wussten, hatte sie etwas erfahren.

Beunruhigend war allerdings was sie sonst herausgefunden hatte. Denn der Zwischenfall, den Alia mit den Soldaten vor Kebor hatte, war nicht der Einzige. Mehrere Leute versicherten ihr, dass sie ebenfalls angegriffen wurden oder hatten davon gehört. Dabei verliefen die Überfälle scheinbar immer sehr ähnlich. Ein kleine Gruppe Soldaten greift ohne Vorwarnung an und zieht sich kurz darauf und völlig unerwartet wieder zurück. Seltsamerweise entstanden dabei die größten Verluste immer auf der Seite der Angreifer. Des Weiteren verbrannten auch hier die Leichen immer bis zur Unkenntlichkeit, so dass eine Identifizierung nicht mehr möglich war. Auf der anderen Seite schien es bei denen, die angegriffen wurden, meist nur Verwundete zu geben, weswegen sich Alia wieder an ihren Kampf mit den Soldaten erinnerte. Sie konnte sich keinen Raim darauf machen, warum jemand so schlecht ausgebildete Kämpfer losschickte, um wahllos Reisende zu attackieren. Das Einzige, was man damit erreichte, war zu provozieren! Aber wieso?

Bis jetzt konnte man den Eindruck gewinnen, dass eher Eboria dabei war, einen Krieg mit Calay anzustiften als umgekehrt. Dadurch fragte sich Alia wiederum, ob man ihr nicht die ganze Wahrheit über die Ziele ihrer Mission erzählt hatte. Sollte sie in Wirklichkeit herausfinden, ob und wie man auf die Provokationen reagiert?

Schlussendlich war nun zu klären, wie es weitergehen sollte.

Alia hatte auch schon über die Möglichkeit nachgedacht, einfach abzuhauen. Die einzelne Wache vor der Tür wäre wohl kaum ein Problem gewesen. Doch hatte Geron ihre Ausrüstung behalten, und mit einem einfachen Schwert, dass sie der überwältigten Wache abgenommen hätte, könnte sie nur noch zurück nach Horin. Da ihre Aufgabe aber ohnehin gescheitert war, war dies so oder so ihr nächstes Ziel. Wieso also unnötige Risiken eingehen?

Allerdings wusste Alia nicht, ob Geron sie so einfach zeihen lassen würde.

Mit einem frustrierten Seufzer, wandte sie sich vom Fenster ab, ging zur Tür und öffnete sie.

Im Flur sah sie sich nach ihrer Wache um und fand sie wie immer auf einem unbequemen Stuhl sitzend neben der Tür. Gelangweilt und dennoch fragend sah der Mann zu ihr auf.

„Ich will zu Geron. Auf der Stelle!“, verlangte Alia von ihm.

Wortlos erhob sich die Wache mit knackenden Gelenken vom Stuhl. Offenbar ganz froh darüber, wieder etwas Bewegung zu bekommen, ging er voraus und deutete an ihm zu folgen.

Vor der Tür zu Gerons Arbeitszimmer angekommen, klopfte Alias Begleiter an und trat ein. Er gab Alia zu verstehen, dass sie warten sollte und schloss hinter sich die Tür. Es dauerte einen Moment, bis er wieder herauskam und sagte: „Geron empfängt Euch jetzt!“

„Das trifft sich hervorragend, dass Ihr kommt“, begann Gerald hämisch nach dem Alia den Raum betreten hatte. „So habt Ihr es mit erspart, einen Boten nach Euch zu schicken. Aber bevor ich zu meinem Anliegen komme, sagt, was Ihr von mir wollt.“

„Ich würde Euch gerne darum bitten, zurück nach Horin reiten zu dürfen!“, erklärte Alia.

„Wie passend! Dasselbe hätte ich Euch auch vorgeschlagen“, bemerkte Geron amüsiert. „Allerdings mit der Bitte, diese Nachricht an meinen Freund Darion weiterzugeben!“

Alia konnte nicht deuten, ob er das Wort „Freund“ ernst meinte, da er es, genauso wie den Rest des Satzes, in keinster Weise betonte. Er warf einen versiegelten Umschlag über den Tisch. Alia stoppte ihn mit der flachen Hand bevor er von der Kante rutschte. „Ich habe veranlasst, dass Euer Pferd und die Ausrüstung draußen auf dem Hof bereitgestellt werden. Ein paar meiner Männer werden Euch bis zum Pass begleiten, sodass Ihr auch sicher dort ankommen werdet. Eure Waffen wird man Euch jedoch erst dort aushändigen. Und nun könnt Ihr gehen!“

Da es nichts mehr zu sagen gab und Alia bekommen hatte was sie wollte, drehte sie sich auf der Stelle um und ging wieder raus. Auf dem Hoff hatte sich bei den Ställen eine kleine Gruppe von vier Reitern versammelt, die neben Alias Pferd auf sie warteten. Grüßend ging sie zu ihnen und überprüfte die Satteltaschen, ob ihr tatsächlich die gesamte Ausrüstung zurückgegeben wurde. Zufrieden stellte sie fest, dass bis auf die Waffen alles da war. Diese fand sie jedoch schnell an einem der Pferde der Reiter.

„Bitte, Turmalon, nicht so schnell!“, schrie Rianna verängstigt über den heftigen Wind hinweg.

Nachdem sie dem Drachen vom Inhalt des Briefes erzählt hatte, wirkte er sehr wütend und wollte keine Zeit mehr verlieren, um Tabea zu verfolgen. Von Gerald hatten sie noch erfahren, dass es bis Rodeck nur noch eine gute Tagesreise wäre und Tabea sich derzeit vermutlich dort aufhalten würde. Daher verwendete Turmalon seine ganze Kraft und Rage, um so schnell zu fliegen, wie er konnte. Sehr zum Unmut von Rianna.

Schon bei ihrem ersten Flug hatte es einige Zeit gedauert, bis sie sich an die Höhe und das Tempo gewöhnt hatte, welches im Vergleich zu jetzt aber eher gemütlich war. In ihrer Panik klammerte sich Rianna fest um seinen Hals. So war sie, wie sie erkannte, zumindest dem Wind nicht so stark ausgesetzt.

„Hey! Bist du jetzt auch sauer auf mich oder wieso ignorierst du mich?“, verlangte Rianna zu erfahren, doch auch dieses Mal beachtete der Drache sie nicht, sondern flog unbekümmert weiter und hatte den Verlauf der Straße immer starr im Blick.

„Lass mich sofort runter!“, forderte Rianna und hämmerte mit der rechten Faust auf Turmalons Hals.

«Was soll das denn? Hör bitte auf damit!», wurde er endlich auf sie Aufmerksam und knurrte verärgert.

„Nein!“, erwiderte Rianna schluchzend. „Du lässt mich jetzt sofort runter!“

«Was?», fragte Turmalon erstaunt. «Aber wieso das denn? Wir müssen doch …»

„Lass mich runter!“, wiederholte Rianna nun immer wieder und gab erst Ruhe, als der Drache ihrem Flehen nachgab und zur Landung ansetzte. Sofort, nachdem er auf einer kleinen Wiese zum Stehen gekommen war, löste Rianna sich aus dem Sattel. Sie stolperte einige schritt von ihm weg und ließ sich dann, bitterlich weinend, zu Boden fallen.

Besorgt näherte er sich ihr vorsichtig. „Was ist denn los?“, fragte Turmalon und stupste sie behutsam mit der Schnauze an der Schulter. Doch hüllte Rianna sich in Schweigen und schlug ihm stattdessen mit der Hand auf die Spitze der Schnauze. Irritiert schnaubend zuckte der Drache zurück. Er wollte ihr Helfen, sie beruhigen, konnte sich aber nicht erklären, was mit ihr los war und wusste daher auch nicht, was er tun sollte.

Zwiegestalten von der Frage, ob er Tabea weiter verfolgen und Rianna somit hier alleine lassen sollte, oder ob er bei ihr bleiben würde und riskierte, dass die alte Frau ihm entwische, blickte er die verlassene Straße entlang. Jedoch fiel es ihm nicht sehr schwer, die für ihn richtige Entscheidung zu treffen

«Was ist los mit dir, wieso weinst du?», fragte er ein weiteres Mal und erhoffte endlich eine Antwort zu bekommen.

„Hör damit auf! Sei still!“, beschwerte sich Rianna jedoch nur schluchzend und hielt sich die Ohren zu.

Turmalon begriff nicht, was er getan haben könnte, dass Rianna so auf ihn reagierte. Schnaubend beschloss er abzuwarten, bis sie sich wieder beruhigt hatte. Besorgt legte er sich neben sie und wand Hals und Schwanz schützend um sie.

Aufmerksam beobachtete Turmalon, seit einer gefühlten Ewigkeit, Rianna und achtete auf jede ihrer Regungen. Längst hatte sie aufgehört zu weinen, jedoch seither noch nichts gesagt.

Da sie mit dem Gesicht von ihm abgewandt auf der Wiese lag, stand der Drache auf und ging um sie herum. Er bemerkte, dass ihre Augen geschlossen waren und nahm an, dass sie schlief. Doch als er sich ihr näherte, öffnete sie langsam ihre Augen und sah den Drachen verweint an. Rianna hob ihren Kopf und suchte kurz den Blickkontakt mit Turmalon. Dann aber wandte sie sich von ihm ab und ließ ihr Haupt wieder zu Boden sinken.

Frustriert gab Turmalon ein Schnauben von sich und fragte: „Möchtest du mir nicht endlich sagen, was mit dir los ist? Wir können doch nicht den ganzen Tag hier bleiben!“

„Doch, können wir! Ich finde es schön hier!“, erwiderte Rianna trotzig.

Erstaunst sah Turmalon sich um. Die Landschaft war sehr karg. Den größten Teil machten Felsen und Geröll aus und es gab nur wenige grüne Flecken wie diesen. Vereinzelt wuchsen einige Sträucher und Bäume, welche aber auch nicht unbedingt zu den Schönsten ihrer Art zählten. Er konnte nichts finden, was ihre Aussage auch nur im Ansatz rechtfertigte.

„Du hast einen seltsamen Geschmack, was Schönheit betrifft.“, meinte Turmalon verwundert. „Ich finde es doch ziemlich trostlos hier!“

Schwerfällig richtete sich Rianna auf und sah sich ebenfalls um. „Hm, ich befürchte, du hast recht!“, musste sie nach einer Weile schmunzelnd zugeben.

„Und jetzt? Willst du immer noch hierbleiben?“, erkundigte sich der Drache.

„Nein“, seufzte Rianna und schüttelte den Kopf.

„Hervorragend! Dann können wir ja jetzt weiter!“, stellte der Drache fest.

„Nein!“, wiedersprach sie nun wieder sehr viel ernster.

„Und wieso nicht, wenn ich fragen darf?“, murrte Turmalon missfallend und schnaubte abermals.

„Weil du viel zu schnell geflogen bist und meine Bitte, es langsamer anzugehen, völlig ignoriert hast!“, klärte Rianna wütend, endlich ihr verhalten auf. „Du magst es vielleicht gewohnt sein, dich dort oben auszutoben, ich hingegen musste eben Todesängste durchleben!“

„Ich habe wohl in meiner Wut nicht mehr an dich gedacht“, rechtfertigte sich Turmalon schuldbewusst und senkte seinen Kopf bis zum Boden. „Ist mit dir denn wieder alles in Ordnung?“

Ein paar Mal tief durch atmend stand Rianna schließlich auf und begab sich zum Drachen. Zuversichtlich erhob dieser seinen Kopf wieder vom Boden um denn in Riannas Armen zu landen, die vor ihm in die Hocke gegangen war.

„Ja, es geht schon wieder!“, versicherte sie schniefend, „Ich kann dich ja auch ein wenig verstehen. Und um ehrlich zu sein, ist ja auch eigentlich nichts weiter passiert. Wir können jetzt auch gerne weiter, wenn du versprichst, diesmal nicht ganz so rücksichtslos zu fliegen!“

„Versprochen!“, versprach Turmalon ohne lange darüber nachzudenken.

„Gut, dann machen wir uns besser wieder auf den Weg!“, schlug Rianna vor, ließ Turmalon wieder gehen und richtete sich auf. Wie selbstverständlich legte er sich auf den Boden, sodass sie einfacher aufsteigen konnte. Doch kaum hatte sie die Riemen um ihre Füße befestigt, sprang der Drache auch schon los und erhob sich in die Lüfte. Mahnend erinnerte Rianna ihn daran, was er eben versprochen hatte: „Du wolltest doch langsamer machen!“

«Das tue ich doch!», erwiderte Turmalon erstaunt. «Jetzt sag nicht, dass es dir immer noch zu schnell ist?»

„Nein, schon in Ordnung. Ich denke, ich werde es diesmal überstehen“, entgegnete Rianna zuversichtlich. „Ich verlasse mich darauf, dass du mich diesmal nicht ignorierst.“

«Werde ich nicht!», versprach Turmalon. «Nie wieder! Halt dich dennoch gut fest!»

Seufzend schüttelte Rianna kaum merklich den Kopf. Sie war sich sicher, dass der Drache kaum langsamer als vor ihrem Zwischenstopp fliegen würde. Doch beruhigte sie der Gedanke, dass er sie dieses Mal nicht ignorieren würde. Vertrauend schmiegte sie sich, so eng es ihr möglich war, an seinen Körper, da sie dort das Gefühl hatte, sicherer zu sein.

«Dort vorne ist eine Stadt!», berichtete Turmalon nach einiger Zeit.

„Das muss Rodeck sein!“, erwiderte Rianna und richtete sich wieder auf. „Hast du Tabeas Wagen schon irgendwo entdeckt?“

«Nein!»

„Was meinst du? Ist sie noch in der Stadt oder schon weitergefahren?“

«Es wäre mir am liebsten, wenn sie sich nicht mehr in der Stadt befände. Aber mal sehen, was wir herausfinden, wenn ich darüber hinwegfliege.»

„Hältst du das für eine gute Idee? Was ist, wenn uns jemand entdeckt?“

«Dann werde ich eben hoch genug fliegen, sodass man mich mit bloßen Augen nicht erkennt!»

Mangels eines besseren Vorschlags zuckte Rianna nur mit den Schultern. Umgehend gewann Turmalon an Höhe und überflogen kurz darauf die Stadt. Gemächlich umkreiste der Drache die Stadt und suchte gründlich alle Straßen darin ab. Auch Rianna wagte einen Blick nach unten. Überraschenderweise hatte sie sich sehr schnell an die Höhe gewöhnt, hatte jedoch noch immer gehörigen Respekt vor ihr.

„Kannst du überhaupt etwas von hier erkennen?“, erkundigte sich Rianna angestrengt nach unten blickend. In dieser Höhe stieß selbst ihr eigentlich sehr gutes Sehvermögen an seine Grenzen. Sie konnte kaum erkennen was sie auf dem Boden ausmachte.

«Genug, um sagen zu können, dass sich ihr Wagen weder in, noch unmittelbar vor der Stadt befindet!», antwortete Turmalon nach einer Weile.

„Bist du dir sicher?“, hakte Rianna zweifelnd nach. „Nicht, dass du sie einfach nur übersehen hast!“

«Ihr Wagen war nicht gerade unauffällig!», erwiderte Turmalon. «Dort unten ist nichts, was ihm auch nur ähnlich sieht.»

„Dann sollten wir weiter der Straße folgen“, schlug Rianna vor.

«So weit war ich auch schon!», antwortete Turmalon, «Der Straße teilt sich aber kurz hinter der Stadt! Ich nehme nicht an, dass du weißt, welchen Weg sie genommen hat.»

Rianna hatte zwar schon die eine oder andere Karte von Eboria gesehen und konnte in etwa sagen wo Königsburg lag. Jedoch hatte sie keine Ahnung, welche der beiden Straßen die Richtige war, um dort hinzukommen.

„Nein, leider nicht!“, bestätigte sie, ratlos wie es nun weitergehen sollte. Scherzend fügte sie hinzu: „Vielleicht sollte ich nach dem Weg fragen.“

Schweigend zog der Drache weiter seine Kreise und sagte dann: «Mir fällt auch nichts Besseres ein!» Mit diesen Worten begab er sich in den Sinkflug. Viel zu spät realisierte Rianna, das er ihren Vorschlag ernsthaft in Betracht zog und vor der Stadt landen wollte. Bevor sie ihn davon abhalten konnte, hatte er bereits den Boden erreicht und setzte unweit des Stadttors auf. Erschrocken sah Rianna sich um, las sie laute Schreie vernahm. Die Augenverdrehend entdeckte sie einige Bauern panisch das Weite suchend.

Mit angelegten Flügeln trottete Turmalon Richtung Tor. Auf halbem Weg kamen ihnen ein halbes Dutzend, mit Hellebarden bewaffneten, Wachen entgegengelaufen. Rianna hatte keine Zeit mehr, sich über diese leichtsinnige Idee ihres Begleiters aufzuregen. Zumal sie nicht ganz unbeteiligt daran war. Schnell musste sie sich etwas einfallen lassen, dass sie zu den bewaffneten Männern sagen konnte, um die Situation zu erklären.

Als die Wachen mit ihren Stoßwaffen nur noch knapp einen Schritt von dem Drachen entfernt waren, blieben sie stehen und wollten ihn auf diese Weise wohl in Schach halten.

„Ruhig!“, rief Rianna in einem scharfen Tonfall, als Turmalon begann, die Wachen drohend anzuknurren. Dabei stieß sie ihm mit dem Fuß in seine Seite, wodurch er sofort aufhörte und überrascht zurückzuckte.

„Entschuldige bitte dafür, aber das hast du jetzt davon, wenn du so voreilig handelst!“, beschwerte Rianna sich leise und hoffte die Männer würden sie nicht verstehen, „Spiel einfach mit und bleib ruhig. Und dreh dich bitte zur Seite, sodass ich direkt mit ihnen reden kann.“

Turmalon tat, ohne zu wiedersprechen, was sie sagte und nahm dabei auch etwas Abstand zu den Hellebarden. Obwohl, sie es eigentlich schon vorher gesehen haben mussten, sahen die Wachen nun erstaunt zum Reiter des Drachens empor. Vielleicht beeindruckte es sie auch nur, wie einfach Rianna ihn zurechtgewiesen hatte oder überhaupt die Tatsache, dass gerade ein solches Wesen mit Reiter vor ihnen stand. Sie wusste es nicht und es war ihr auch in diesem Moment nicht wichtig genug, um nachzufragen. Wichtig war jetzt, klar zu machen, dass die beiden keine Bedrohung darstellten und herauszufinden, wo Tabea war.

„Guten Tag, die Herren“, sagte sie in einem möglichst herrischen Tonfall. „Ihr könnt die Waffen senken! Solange ich es ihm nicht befehle, wird er euch nicht angreifen. Allerdings ist mein Freund hier in der Gegenwart von Waffen immer ein wenig nervös!“

Die Wachen machten keinerlei Anstalten, sich zu rühren. Stattdessen fragte einer von ihnen: „Wer seid ihr und was wollt ihr hier?“

„Dazu wollte ich gerade kommen!“, erwiderte Rianna und hoffte nun, dass sie glaubhaft wirken würde. „Ich bin eine Späherin und verfolge zwei Frauen, die hier vor kurzem durchgekommen sein sollten. Sie sind in einem dunkelgrünen Schindelwagen unterwegs, der von zwei Königsburger Kaltblüter gezogen wird, sollte also nicht zu übersehen gewesen sein. Ich will wissen, ob sie jemand gesehen hat und wenn ja, welchen Weg sie genommen haben.“

„Niemand hat hier so jemanden gesehen …“, antwortete dieselbe Wache, die auch eben gesprochen hatte. Dabei fiel ihr aber eine andere ins Wort: „Doch, ich habe sie gesehen!“

Die erste Wache funkelte ihn böse an, was die andere jedoch nicht mitbekam und daher unbekümmert weiterredete: „Ja, ein grüner Wagen! Der ist hier kurz nach Mittag durchgekommen! Hatte es offensichtlich ziemlich eilig und ist nach Norden abgebogen …“

„Halt dein verdammtes Maul, du Idiot!“, schrie ihn ein anderer an.

„Danke! Das ist alles, was wir wissen wollten!“, erwiderte Rianna freundlich.

Ohne zu zögern, sprintete Turmalon los und begab sich wieder in die Luft.

„Halt! Hier geblieben!“, schrien ihnen noch ein paar der Wachen hinterher und als sich Rianna nochmals zu ihnen nach hinten drehte, um sich zu verabschieden, konnte sie beobachten, wie eine der Wachen einer anderen mit der Hand auf den Hinterkopf schlug und mit ihm zu diskutieren begann.

Seufzend drehte sie sich um und sagte: „Das ist ja gerade nochmal gut gegangen!“, seufzte sie erleichtert, sich wieder nach vorne richtend. „Was hast du dir eigentlich dabei gedacht, direkt vor der Stadt zu landen?“

Turmalon überlegte einen Augenblick über eine Antwort und sagte dann: «Gar nichts!»

„Ja, das habe ich bemerkt!“, brach Rianna in schallenden Lachen aus. „Egal. Tabea ist also eben erst hier vorbeigekommen. Es sollte also nicht mehr lange dauern, bis wir sie eingeholt haben. Was hast du eigentlich vor, wenn wir sie gefunden haben?“

«Das frage ich mich auch schon die ganze Zeit», gestand der Drache. «Hättest du mich das kurz nachdem wir losgeflogen sind gefragt, wäre meine Antwort klar gewesen. Aber während der Pause, die wir wegen deiner Panik einlegen mussten, hatte ich viel Zeit zum Nachdenken. Ich weiß es nicht. Das wird sich zeigen, wenn wir sie erreicht haben!»

«Dort unten ist sie!», teilte Turmalon mit, als er Tabeas Wagen zwischen den Bäumen entdeckte. Sie war in einem mäßigen Tempo unterwegs, doch da der Drache gerade über einen Wald flog und die Straße zum Teil von den Ästen verdeckt wurde, konnte er hier nicht landen. Zumindest nicht, ohne Gefahr zu laufen, dass er Rianna oder sich dabei zu verletzen. Daher konnte er nur hoffen, dass Tabea bald den Wald verlassen würde. So blieb ihm nichts anderes übrig, als ihr hinterherzufliegen und abzuwarten.

Allerdings sollte es nicht lange dauern, bis Turmalon entdeckte, wie sich vor ihnen der Wald um die Straße herum lichtete. Er sah darin eine Gelegenheit, sich vor Tabea zu setzen und ihr so den Weg abzuschneiden. Umgehend erhöhte der Drache seine Geschwindigkeit und fand schnell eine passende Lücke im Blätterdach. Kaum hatte er wieder festen Boden unter den Pranken, lief er dem Wagen auch schon entgegen.

Da die Straße hier eine lang gezogene Rechtskurve machte, konnte man zwischen den dicht stehenden Bäumen kaum erkennen, was einem entgegenkam. Als Tabeas Fuhrwerk in Sichtweite war, blieb Turmalon stehen und breitete seine Flügel aus, um so die Straße komplett zu versperren. Allmählich wurde der Wagen langsamer und blieb kurz vor den Drachen stehen. Der Fahrer, welcher ein Tuch vor dem Gesicht trug, ließ den von einer Kapuze verdeckten Kopf schüttelnd hängen. Für Rianna wirkte es so, als hätte er es erwartet, wollte es aber dennoch nicht glauben. Dann nahm sie ihn genauer in Augenschein, um zu erkennen, wen von den beiden sie vor sich hatten. Die, abgesehen vom gesenkten Haupt, eher aufrechte Körperhaltung ließ Rianna vermuten, dass sie Erina vor sich hatten.

„Wo ist Tabea und was sollte das alles gestern?“, verlangte Rianna zu erfahren.

Die angesprochene Frau nahm das Tuch vom Gesicht und schlug die zu ihrem Umhang gehörende Kapuze zurück. Wie Rianna richtig vermutet hatte, war es Erina. Lächelnd sah sie zu den beiden und sagte: „Ach herrje! Ihr habt es noch nicht herausgefunden? Ich hatte euch beide für ein wenig aufgeweckter gehalten. Ich bin Tabea!“