Kapitel 26
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Kapitel 26
verschwunden im Asteroidengürtel
Der kleine private Forschungsraumer Ceres näherte sich langsam, aber unaufhaltsam dem Asteroidengürtel, die Scanner und Kameras liefen auf Hochtouren. Bisher war nicht viel zu erkennen, jedoch kristallisierte sich langsam heraus, dass es da etwas gibt, was nicht natürlichen Ursprungs war. Das reichte aus, um die Sinne in der kleinen Leitstelle und vor allem bei Cruncher geschärft auf die Bildschirme gerichtet zu lassen.
Cruncher hatte Pilot und Copilot sehr gut ausgewählt, hatte den 55jährigen indischen Quantenphysiker und Fachmann für Luft- und Raumfahrttechnologie namens Aasaf Singh zum Piloten gekürt und sich als Copiloten für die 61jährige ägyptische Astrobiologin und Fachfrau für Kommunikations- und Sicherheitstechnik Aailyah Amarna entschieden.
Damit deckte er so ziemlich jedes auftretende Ereignis ab, egal ob man auf hochentwickelte fremde Technologien stoßen würde, fremde Lebensformen, Raumschiffe oder irgendetwas, was in den Bereich der Quanten- und Dimensionstheorien gehörte.
Was aber keiner ahnte war, dass sich das zu Entdeckende nicht entdecken lassen will und dabei auch noch, wie unerhört frech, auf eine Technik zurückgreifen würde, welche auf der Erde schon am Ende des 19.Jahrhunderts aktuell war.
Cruncher und alle Beteiligten rechneten mit allem, vor allem mit einer extrem hohen Technologie, welche eingesetzt werden würde. Aber sie wurden plötzlich eines besseren belehrt.
Als der Pilot sich nach Rücksprache mit seiner Copilotin entschloss einen Mesonenstrahl zu generieren, diesen losschickte, um eben diesen auf die Zielobjekte zu lenken, brachen alle Verbindungen zur Erde ab, gab es einen höllisch schrillen Pfeifton und einen unverständlichen Satz, welcher ganz entfernt an eine Mischung aus hebräisch und arabisch erinnerte.
Eben noch geschockt und wie gelähmt, saßen die beiden in ihrem kleinen Schiff am Rande des Asteroidengürtels, soeben sich nicht bewusst was geschehen war, aber umso unverständlicher was dann noch geschehen sollte.
In diesem Moment noch mitten im irdischen Solarsystem, gab es einen gewaltigen Lichtblitz, schlugen die Anzeigen der Instrumente aus, nahmen Werte an, die selbst die Schwelle des anormalen überschritten. Sekunden später war der Spuk vorbei und alles war ruhig.
„Was war das?“, wandte sich Aailyah an Aasaf Singh.
„Das ist eine gute Frage und ich habe keine Antwort darauf.“
Sie schauten auf die Instrumente und dann aus den Fenstern der Pilotenkanzel, dann wieder auf die Instrumente. Jetzt waren sie sich sicher, dass etwas nicht stimmte. Der Asteroidengürtel war verschwunden. Was immer geschehen war, sie waren nicht mehr an ihrer ursprünglichen Position.
„Verdammt, was war das? Wo sind wir?“, fragte Aasaf ungläubig.
„Das finden wir gleich heraus, wenn Cruncher gut gearbeitet hat und seine Verbindungen wirklich so gut sind, wie er immer behauptet hat.“ Die Ägypterin scannte die Umgebung, ließ den Computer die erhaltenen Daten mit den be-kannten vergleichen. „Das kann nicht sein“, entglitt es ihr.
„Was hast du?“
„Wenn ich die Daten richtig deute, dann sind wir weit außerhalb unseres Sonnensystems. Sehr weit sogar.“
„Wie weit ist, wie weit?“, der Inder wurde etwas nervös.
„Tja, wir sind hier wohl am Arsch der Welt, um es mal direkt auszudrücken. Die Entfernung zur Erde ist so gewaltig, dass wir umgerechnet 60 Jahre bräuchten um zurückzukehren.“
Der Quantenphysiker wurde in diesem Moment etwas blass um die Nase und sein Blick sehr leer. Nach Minuten des Schweigens und ins Leere starrens fasste er sich wieder. „Wo genau sind wir?“
„System Elara, vier Flugstunden in Normalzeit vom zweiten Planeten des Systems entfernt.“
„Was für ein Planet wäre das und könnten wir dort zur Not landen? Ich meine, irgendetwas müssen wir doch tun können. Hier rumhängen und nach und nach verhungern halte ich für eine sehr schlechte Option.“
„Laut den Karteneinträgen handelt es sich um einen Planeten der Klasse M, Sauerstoff-Stickstoff-Atmosphäre, es gibt drei große Landmassen, eine kleinere auf der Rückseite und 78 Prozent sind mit Wasser bedeckt. Der Planet hat einen Mond in gebundener Rotation. Oh! Vermutlich gibt es Leben auf der Oberfläche, wie das aussieht kann ich aber nicht sagen. Auf jeden Fall wäre es die beste Option um zu überleben.“
„Hat der Planet einen Namen? Vielleicht macht es bei mir ja klick.“
„Der Name des Planeten ist Genro.“