Kapitel 2

Story by SethGodofChaos on SoFurry

, , , , ,

Imported from SF2 with no description provided.


Kapitel 2

Begegnungen

Von alldem wussten weder die Cherit, noch die heimkehrenden Chafren, noch die Menschen etwas.

Apophis hatte sich in den vergangenen zwei Tagen mehr als nur einmal mit dem Gefangenen Frings unterhalten. Cromwell hatte man in eine separate Zelle gesperrt, denn er war in der Zwischenzeit vollkommen durchgedreht und gemeingefährlich geworden. Zunächst hatte man es gar nicht bemerkt. Als er jedoch Sinja Angriff und Grey sich schützend vor sie stellte, war man gewarnt.

Seitdem lag Grey auf der Intensivstation und wurde im künstlichen Koma gehalten, bis er sich soweit erholt hatte. Sinja war Tag und Nacht bei ihm und ließ ihn keine Sekunde aus den Augen.

Drekal, die sich entschlossen hatte einstweilen Captain zu bleiben, stand auf der Brücke, sah sich kurz um und auf den Chronometer. „Nun gut. Sitral, deaktiviere den Subraumgenerator. Lass uns nach dem Truppentransporter suchen.“

„Aye, Captain!“, sagte die Schneeleopardin und ließ das Schiff wieder in den Normalraum zurückkehren.

„Starte den Scan einstweilen für den Nahbereich. Ich will durch den Aktivmodus nicht noch mehr auffallen, als wir es durch den Rückfall aus dem Subraum eh schon sind.“

Sitral startete die entsprechenden Scannerphalanxen und wartete auf die Ergebnisse.

Apophis derweil interessierte sich bei seinen Gesprächen vor allem für Fragen der Genetik und der Verbindung von menschlichen Erbanlagen und denen der Cherit und Chafren.

Frings war zunächst verwirrt, Begriff aber nach und nach worauf der Tiger hin-aus wollte.

„So, so. Diese Frau, mit der du zusammen bist, hat also empfangen. Wirklich bemerkenswert. Dann stimmt meine Theorie scheinbar doch.“

„Welche Theorie?“

„Hmmm … Das kann etwas dauern.“

„Wir haben sehr viel Zeit.“

„Na gut. Wie ich schon erwähnte, bekam die Erde vor ca. 1,6 Millionen Jahren Besuch von den Cherit. Sie siedelten sich an, aber ihre Zahl war begrenzt und sie suchten nach Möglichkeiten ihre genetische Ausdünnung zu verlangsamen, wenn nicht sogar zu verhindern.

Diese Cherit kannten zwar die Gentechnik, aber das reichte bedingt durch den normalen Verfall der Sequenzen nicht aus. Also suchten sie nach geeigneten Partnern und fanden in den irdischen Tieren verwandte Arten. Sie waren zwar primitiv, aber anatomische kompatibel. Die Cherit paarten sich also mit ihnen und es klappte. Es entstanden fruchtbare Nachkommen, welche aber vierpfotig waren und nur über eine begrenzte Intelligenz verfügten. Die Tiergene waren extrem dominant und beherrschten daher den Phänotyp. Der Genotyp war allerdings mischerbig.

Zur gleichen Zeit machte sich eine weitere Spezies auf der Erde daran den Entwicklungsweg zu beschreiten. Der Mensch trat auf die Bildfläche. Die ersten Hominiden waren primitiv, sehr primitiv sogar. Anfangs verschloss man sich vor der Vorstellung, dass sich diese Hominiden unter Umständen mit Tieren vereinigten. Allerdings passt das jetzt sehr gut ins Bild. Die ersten Menschen also waren ihrer Art nicht treu und paarten sich mit Tieren. Die Gene waren noch so verwandt, dass sich aus den Verbindungen fruchtbare und lebensfähige Wesen entwickelten.

Hier war es allerdings so, dass die menschlichen Gene stärker waren als die der Tiere. Sie trafen auch auf Tiere die aus der Verbindung mit den Cherit entstanden waren. Es entstanden Hominiden, welche aber Tier- und am Ende auch Cheritgene enthielten. Die Hominiden die bei ihrer Art blieben erzeugten Nachkommen, die sich am Ende zum Neandertaler entwickelten. Diejenigen die frevelten und sich mit Tieren einließen, gaben ihren Nachkommen einen entscheidenden Vorteil mit auf den Weg, wenn das Tier mit dem sie sich vereinigten einer Cherit-Tier-Verbindung entstammte.

Eine beschleunigte Zunahme des Hirnvolumens und ein gutes Anpassungsvermögen waren die Folgen. Der Neandertaler starb aus, die Hybriden passten sich an, überlebten und entwickelten sich zum Cromagnon, am Ende zum Homo sapiens sapiens. Klingt verrückt, aber wir verdanken unsere Existenz euch Anthros. Bei der Rückzüchtung auf Genro wusste man nichts von einem aktiven Cheritgen und einem dominanten Tiergen. Man hat einfach ins Blaue geschossen und ist voll auf die Nase gefallen. Die Wissenschaftler hatten später zumindest ansatzweise eine Ahnung und es gelang. Dieser Andrew entstand.

Die Urcherit auf der Erde verschwanden und haben nichts weiter hinterlassen, nur Knochen und ihr Erbgut liegt in unseren Genen und denen vieler Tierarten. Und diese Verbindung mit dieser Frau zeigt ganz deutlich, dass unser aller Erbgut eine gemeinsame Schnittstelle hat und die liegt in der Urzeit unserer Erde.“

„Aber warum verschweigt man das und schreckt sogar vor Gewalt nicht zurück?“

„Glaubt ihr an einen Gott?“

„Wir haben mehrere Götter. Jede Art ist nach dem Bilde eines Gottes entstanden.“

Frings nickte. „Siehst du und auch wir Menschen glauben daran. Es wäre eine Katastrophe, wenn bekannt würde, dass ihr Gotteswesen seid, aber wir nur ein Produkt von sodomistischen Urahnen.“

Apophis überlegte und nickte wieder. „Ich verstehe was du meinst. Es war für uns auch ein Schock zu erfahren, dass wir einem Genexperiment entsprungen sind.“

„Das freut mich zu hören. Na ja, die Menschheit hat ihren Glauben und ihr den euren. Ihr Anthros seid den Göttern oder dem Gott näher als wir es je waren und die Menschheit ist für eine solche Wahrheit nicht reif genug.“

Irgendwie fühlte sich der Kater nicht wohl in seinem Fell und wirkte sichtlich nervös.

„Wenn du möchtest, dann kannst du ruhig gehen und es deinen Freunden erzählen. Ihr habt ein Recht darauf die Wahrheit zu erfahren, denn ihr könnt damit umgehen. Und da es kein weiteres Zusammentreffen zwischen Cherit und Menschen geben wird, ist das Geheimnis gewahrt.“

Apophis schüttelte den Kopf. „Gewahrt bleibt diese Wahrheit vielleicht, aber es wird wohl immer wieder Zusammentreffen zwischen uns geben. Eines steht kurz bevor.“

„Ah, du meinst den Truppentransporter.“

„Ja. Wir werden ihn abfangen und zerstören. Ich glaube kaum, dass er sich zur Umkehr überreden lässt.“

„Warum? Versucht es doch einfach mal. Ansonsten würdet ihr mich enttäuschen.“

Apophis kratzte sich am Kinn und verließ den Zellenblock.

Sitral schaute immer noch auf die Konsole. „Bisher nichts Verdächtiges im näheren Bereich, Captain.“

„Danke, erweitere den Bereich.“

„Aye!“

Das Gespräch zwischen Frings und Apophis verbreitete sich in Windeseile und sorgte für heftige Diskussionen. Alles wartete darauf, dass der Transporter ausfindig gemacht und es endlich zur Sache gehen würde.

Plötzlich schrie Sitral quer über die Brücke. „Treffer, ich habe ihn. Größe und Masse können nur einem Schiff entsprechen, welches der Beschreibung des Transporters entspricht. Keine Kennung.“

„Sehr gut“, sagte Drekal. „Entfernung?“

„Captain, direkter Kurs in unsere Richtung, Zusammentreffen in zwölf Minuten.“

Drekal riss die Augen auf und schlug mit der Hand auf den Gefechtsalarm. Aus allen Lautsprechern war ihre Stimme zu hören und gleichzeitig schrillten die Alarmsirenen.

„Alles sofort auf Gefechtsposten! Die Kampfjäger sofort in Startpositionen. Gesuchter Truppentransporter auf Abfangkurs. Ankunft in elf Minuten. Gefechtsalarm!“

Alle Decks und Stationen waren rot ausgeleuchtet und vermittelten ein unheilvolles Gefühl.

„Sitral, alle Laserbatterien aufladen. Schalte die Freund-Feind-Kennung zu. Ich fürchte, dass es zum Kampf kommt. Öffne die Kommunikationskanäle.“

Sitral nickte nur. „Kanäle offen“, sagte sie.

<„Cheritkreuzer Ra-em ruft das unbekannte Truppentransportschiff. Bitte melden sie sich!“>

Es kam keine Antwort.

<„Hier spricht Captain Drekal vom Cheritkreuzer Ra-em, unbekanntes Trans-portschiff, bitte nehmen sie Kontakt zu uns auf!“>

Wieder keine Antwort.

„Entweder sind die taub oder nur blöd und wollen uns nicht hören“, schnaubte Drekal verärgert.

Sitral grinste in sich hinein und konnte sich denken was als nächstes kommen würde, dafür kannte die den Captain zu gut.

„Okay, dann eben auf die andere Art und Weise. - Cernos. Schicken sie unser Kampfgeschwader raus. Sie sollen sich vor dem Kreuzer aufbauen und eine schöne Reihe bilden. Die werden schon sehen was passiert.“

Der Hirsch nickte kurz und gab den Startbefehl raus. Innerhalb weniger Minuten hatten vierzig Kampfgleiter vor der Ra-em Position bezogen und waren selbst für einen Blinden deutlich zu erkennen.

<„Achtung! Transportschiff! Hier spricht Captain Drekal vom Cheritkreuzer Ra-em. Auch, wenn sie sich weigern zu antworten, hören können sie mich trotzdem. Falls sie sich weiter taub stellen sollten, verschaffe ich mir anderweitig Gehör. Wir kennen ihr Ziel und werden auf jeden Fall verhindern, dass sie es erreichen. Wir können diesen Konflikt friedlich lösen oder militärisch. Sie haben die Wahl.“>

Die Stille wurde jäh unterbrochen. <„Hier Transportschiff Final god. Captain Drekal, ziehen sie sich aus unserer Flugbahn zurück, ansonsten sind wir gezwungen sie anzugreifen. Wir werden auf jeden Fall unseren Auftrag ausführen und erfolgreich beenden.“>

<„Nun ja, wenn sie meinen, Captain Unbekannt. Ich bin da anderer Ansicht“>, sagte Drekal, drehte sich in ihrem Sessel und gab das Angriffskommando.

Die Kampfgleiter zerstreuten sich in Angriffspositionen und jagten auf das Ziel zu.

„Sind die Batterien geladen?“

„Ja, Captain. Alle Batterien feuerbereit.“

„Ausgezeichnet. Bring uns näher an den Feind und zwischen unsere Gleiter. Ziehen wir das Feuer größtenteils auf uns. Der Kreuzer verträgt das eher als unsere kleinen Flitzer.“

Sitral nickte. „Lieber mit einer Hornisse stechen, als Mücken opfern“, sagte sie leise.

„Genau. Wir haben die ja auch genau da wo es richtig weh tut.“

Der Kreuzer näherte sich, wuchtig wie er war, dem Transportschiff, welches jetzt gegen ihn erschreckend winzig wirkte.

„Feuer frei, Sitral. Zeigen wir denen mal wo der Stachel sticht.“

„Aye, wir stechen.“

Drekal schaute zu Sitral rüber und rollte mit den Augen, grinste aber trotzdem.

Die Laserbatterien nahmen fauchend und brummend ihre Arbeit auf. Mehrere Salven erfassten punktgenau das Transportschiff und erreichten wenigstens ei-ne erste genauere Reaktion. Der Transporter stoppte, während die Kampfgleiter es umkreisten und ebenfalls ins Visier nahmen.

„Sitral, verbinde mich noch mal mit diesem Helden Namenlos.“

„Verbindung ist offen“, kam kurz die Antwort.

<„Captain Drekal vom Cheritkreuzer Ra-em ruft den Transporter Final god.“>

<„Ja, ich höre sie Captain Drekal.“>

<„Ah, endlich mal eine Antwort und kein Gegenbefehl. Mein Angebot die Sache friedlich zu lösen steht immer noch. Ansonsten machen wir weiter und ich glaube nicht, dass sie uns gewachsen sind.“>

<„Ja, Captain. Ich habe sie durchaus gehört und verstanden. Mit ihrer Erlaubnis würde ich gerne mit meinem ersten Offizier zu ihnen an Bord kommen und die Übergabe unseres Schiffes an sie besprechen.“>

Drekal machte ein langes Gesicht und schaute verwirrt zu Sitral, dann zu Cernos, dann zu Colras der an der Navigation saß. Dann schaute sie wieder zum Zentralschirm, überlegte kurz. <„Einverstanden Captain, wie heißen sie eigentlich?“>

<„Mein Name ist Decker und mein erster Offizier heißt Olfson.“>

<„Gut, Captain Decker und Mister Olfson. Wir erwarten sie in dreißig Minuten. Sie bekommen die Anflugvektoren für Hangar vier. Und tun sie uns allen den Gefallen und kommen sie bitte unbewaffnet.“>

<„Verstanden! Decker, Ende.“>

Drekal überlegte, stand auf, ging auf der Brücke langsam auf und ab und sinnierte laut: „Was haben dieser Decker und dieser Olfson vor? Erst sollen wir denen aus dem Weg gehen, werden von denen bedroht. Wir zeigen mal gerade ansatzweise unsere Angriffsstärke und so mir nichts dir nichts lenken die ein und kommen mit einer Kuschelnummer. Da stimmt doch was nicht, oder?“

„Vielleicht gefiel ihnen plötzlich der Auftrag nicht mehr oder sie wollen ihren Feind mal persönlich kennenlernen?“

„Hm… du meinst Neugier?“

„Ja. Typisch Mensch, immer neugierig, egal was passiert.“

„Gutes Argument. Aber wir werden sie etwas erschrecken. Wir werden mal unseren menschlichen Besatzungsteil in den Hangar bitten. Mal sehen was die Herren sagen. Und holt die Kampfgleiter wieder zurück. Sechs sollen bleiben und das Landungsschiff der beiden Besucher eskortieren.“

„Meinst du, dass das eine gute Idee ist? Wobei schaden kann es ja nicht. Wir sollten aber auf jeden Fall sehr vorsichtig sein und sollten verhindern, dass die Beiden auch nur ansatzweise zu nahe an diesen Frings und vor allem diesen durchgeknallten Cromwell heran kommen.“

Die Wölfin ging an die Intercomkonsole. „Drekal an Apophis.“

„Ja, Captain. Ich höre.“

„Sieh mal bitte zu, dass du dir Shana, Gregor, Jody und Skort greifst und dich mit ihnen auf den Weg zu Hangar vier machst. Ich komme mit vier Leuten von der Sicherheit da hin.“

„Ah, was ist denn passiert? Erst der Gefechtsalarm und jetzt das?“

„Wir bekommen in nunmehr zwanzig Minuten Besuch von zwei Herren. Sie möchten über die Übergabe des Schiffs verhandeln.“

„Was?“

„Ihres Schiffs, nicht unseres.“

„Oh! Das klingt faszinierend und vor allem so plötzlich.“

„Ja. Daher, Vorsicht! Drekal, Ende.“

Die Wölfin sah kurz zu Sitral, betätigte das schiffsweite Intercom. „An die gesamte Besatzung der Ra-em, der Gefechtsalarm ist aufgehoben. Unsere Gleiter kommen zurück. Es sollen Verhandlungen von Seiten der Menschen stattfinden, um deren Schiff zu übernehmen. Drekal, Ende.“

„Drekal an Selestral.“

„Aye, Captain!“

„Du übernimmst die Brücke, während ich unseren Besuch empfange.“

„Bin schon auf dem Weg.“

Kurze Zeit später erschien die Jaguarin und nahm im Kommandosessel Platz, tippte kurz ihre Kennnummer zur Bestätigung ein. Drekal und Sitral begaben sich zum Hangar. Als sich die Tür öffnete, standen Shana, Jody, Apophis, Gregor Binder und Walter Skort schon am Ende der Landerampe und warteten.

„Na, ihr“, intonierte die Wölfin.

Sitral machte eine finstere Miene und winkte die Sicherheitsleute heran. „Ratet mal alle wer gleich zum Essen erscheint.“

Jody seufzte, Shana schaute etwas leer, Gregor und Walter flüsterten sich etwas zu und Apophis versuchte einen begeisterten Gesichtsdruck zu üben.

Zwei Minuten später war es soweit. Die Landefähre des Truppentransporters traf ein, eskortiert von den Kampfgleitern des Kreuzers. Die Ausstiegsluke öffnete sich und tatsächlich betraten zwei unbewaffnete menschliche Personen das Cheritschiff.

„Willkommen an Bord der Ra-em, ich bin Captain Drekal, das ist mein erster Offizier Sitral.“

Einer der Männer verbeugte sich kurz. „Ich bin Captain Decker und neben mir steht mein erster Offizier Olfson. Ich bin erfreut sie kennenzulernen.“

„Das glaube ich in der Tat. Somit haben sie wenigstens das Glück nicht gleich in Stücke zerschossen zu werden“, sagte Jody sarkastisch.

Apophis schaute sie an und verdrehte die Augen.

Die Aufmerksamkeit der beiden Männer der Final god lenkte sich jetzt auf Apophis und die vier Menschen.

„Sie haben Menschen als Besatzung an Bord? Ich bin erstaunt“, stellte Decker fest.

„Im Gegensatz zu ihnen sind wir halt Spezies übergreifend“, entgegnete Sitral spitzfindig.

Drekal grinste etwas. „Gut, begleiten sie mich bitte in den Besprechungsraum. Dort können wir über alles in Ruhe verhandeln.“

Decker nickte kurz und schluckte. Sie verließen den Hangar, während zwei Personen vom Wachpersonal bei der Fähre der Menschen blieben.

Sichtlich beeindruckt über das Schiff, folgten Decker und Olfson dem Pulk der Anthros und Menschen, erreichten wenige Minuten später die Brücke und den Bereitschaftsraum des Captains.

„Nehmen sie doch Platz“, sagte die Wölfin und setzte sich an das Kopfende des Tisches.

Nachdem alle saßen, begann sie. „Warum wollen sie ihr Schiff so plötzlich übergeben? Da ist doch ein Haken bei der Sache oder irre ich mich?“

„Da ist kein Haken dabei, aber wir wollten erst mal sehen, mit wem wir es wirklich zu tun haben. Vor allem stellen wir uns die Frage, woher sie wussten wo wir zu finden sind. Einen solchen Zufall in den Unendlichkeiten des Alls gibt es nicht.“

„Das ist richtig. Wir waren auf der Erde und haben, sagen wir mal …“, sie schaute zur Decke, „... für etwas Unordnung gesorgt.“

„Aha! Darf ich fragen wie sie das meinen?“

„Also. Ich gehe mal davon aus, dass sie nicht im Besitz der letzten Informationen sind.“

„Vermutlich nicht, aber ich werde wohl gleich auf dem neuesten Stand sein, dank ihnen.“

„Ja, das habe ich vor und dann reden wir über einige Bedingungen“, sagte Drekal wohl überlegt. Sie wollte die Reaktionen der beiden Menschen sehen und sie etwas schmoren lassen.

Decker sah zu Olfson und nickte schließlich in die Runde ohne jemanden direkt anzusehen.

„Na schön. Wo fange ich am besten an? Lassen sie mich mal überlegen. Ihr Schiff wurde im Auftrag der grauen Eminenz namens Krondal gestartet. Gehe ich da richtig in der Annahme?“

Decker nickte. „Machen sie es bitte nicht so spannend.“

Drekal grinste breit, aber gekünstelt zynisch, spitzte die Lippen und fuhr fort. „Krondal ist Tod.“

„Was ist er? Tod?“

„Ja, er wurde wenige Wochen nach dem Start ihres Schiffes von seinem Assistenten umgebracht.“

„Cromwell“, spuckte Olfson. „Dem Idioten habe ich nie über den Weg getraut.“

„Keine Sorge, er befindet sich nicht mehr auf freiem Fuß“, warf Sitral in den Raum.

Drekal schüttelte kurz den Kopf.

„Oh, das hört sich gut an“, sagte Decker. „Der Wahnsinnige gehörte schon lange hinter Schloss und Riegel. Hatte sich nur niemand an ihn ran getraut.“

„Wir schon und er sitzt in unserem Zellenblock. Dort wird er auf Genro unseren Gesetzen anvertraut und rechtmäßig verurteilt.“

„Meinen sie nicht, dass er einen fairen Prozess verdient hat? Einen menschlichen Prozess?“

„Nein. Immerhin hat er nicht gegen menschliche Gesetze verstoßen. Er verstieß gegen unsere Gesetze, indem er versuchte unsere Existenz mit ihrer Hilfe auszulöschen.“

Decker machte eine nachdenkliche Miene. „Na schön, meinetwegen.“

„Des Weiteren hat ihr Einsatz eh keinen Sinn mehr. Das Konzil ist aufgeflogen und wurde aufgelöst. Die Funde die ihre Geschichtsschreibung komplett verändern werden, sollten schon freigegeben und damit öffentlich sein und zudem haben wir dafür gesorgt, dass Leute wie Cromwell und Konsorten nicht mehr forschen können.“

„Wie sollte das gehen?“, fragte Decker irritiert.

„Wir haben das Hauptlabor in den Boden gestampft, da wo es unserer Meinung nach hingehört. Die Computer und Unterlagen sind vernichtet bzw. in unserem Besitz.“

„Sie scheinen ja nichts anbrennen zu lassen. Haben an alles gedacht. Aber an die Kampfanthros auf dem Mars wohl nicht.“

„Oh, die haben sich uns angeschlossen und zwanzig von ihnen sind ebenfalls hier auf dem Schiff.“

Decker seufzte. „Wie es scheint stehen wir dann wohl auf verlorenem Posten. Und was erwarten sie jetzt von uns?“

„Wir geben ihnen die Möglichkeit abzuziehen und zur Erde zurückzukehren und bitte kommen sie nicht wieder hierher. Wir sind schneller bei ihnen, als sie bei uns. Glauben sie mir.“

Olfson schaute Drekal komisch an, grinste schief und nickte. Decker schaute seinen ersten Offizier an, verzog den Mund und atmete tief durch. „Einverstanden. Wir ziehen ab.“

„Eine sehr gute und weise Entscheidung. Ach ja. Wir werden mit unserem Kreuzer und einer starken Abwehrflotte auf Genro bleiben. Unsere Stärke kennen sie ja bereits und sie haben nur einen Bruchteil davon gespürt was ihnen blüht, wenn sie nochmals auf die Idee kommen sollten diesen Raumsektor zu verletzen.“

Decker ließ sich die Worte der Wölfin durch den Kopf gehen. „Wir brechen sofort auf.“

„Drekal an Sicherheit. Unsere Gäste möchten gehen und heimkehren.“

Alle erhoben sich und betraten den Hangar. Kurze Zeit später war die Fähre auf der Final god angekommen. <„Danke Captain Drekal für ihre Gastfreundschaft und das wir abziehen dürfen. Ich werde ihre Warnung mitnehmen und daran denken.“>

<„Nichts zu danken. Eine weitere Chance dazu bekommen sie aber nicht.“>

<„Ich habe verstanden. Decker, Ende.“>

<„Drekal, Ende.“>

Der Raumtransporter durchbrach die Lichtmauer und war auf dem Heimweg.

„Das ging mir irgendwie zu einfach“, sagte Apophis.

„Zuweilen findet man auch intelligente Menschen“, sagte Jody und schaute Apophis frech an.

Sie kehrten auf ihre Posten zurück.

„Sitral, hebe den Alarm komplett auf.“

„Aye, Captain!“

„Maschinenraum, wir gehen jetzt in den Subraum.“

Wenige Sekunden später bildete sich ein Wirbel vor dem Kreuzer und er tauchte in die sternenlose Finsternis ein, war wieder auf dem Weg nach Genro.

Nunmehr waren mehrere Tage vergangen und die Reise durch den Subraum hatte ein Ende gefunden. Die Ra-em verließ den Subraum und sprang in den Normalraum zurück.

Genro war in greifbarer Nähe und die Gemüter freuten sich auf eine neue-alte Welt, eine neue-alte Heimat.

Nach zwei weiteren Tagen schwenkte der Kreuzer in einen Orbit um den Zielplaneten ein. Alle blickten gespannt auf die Oberfläche.

„Willkommen zu hause“, flüsterte Tarja.

Chiron grinste breit und Andrew kuschelte sich an Kira. „Wir haben es tat-sächlich geschafft und sind zurück.“

„Maschinenraum an Brücke“, hörte man Sitrals Stimme aus dem Lautsprecher.

„Hier Drekal, was gibt es?“

„Wir sind bereit zur Landung. Der Landeplatz ist die Wüste im Ostteil des Hauptkontinents, dort haben wir keinerlei Lebenszeichen registrieren können. Nur am äußersten Rande befindet sich ein großes Gebäude. Es droht jedoch keinerlei Gefahr. Außerdem haben unsere Sensoren einige interessante Dinge festgestellt.“

„Ach?“

„Ja. Laut unseren Infos müssten es acht Siedlungen auf dem Hauptkontinent sein, aber es sind elf und eine davon scheint anteilig verlassen zu sein.“

„Was bei Bastet geht da unten vor?“, sagte Cyron, der ebenfalls im Maschinen-raum war. „Kann ich mal ein Bild haben?“

„Kein Problem.“ Auf dem Monitor erschien ein Lageplan.

„Und wo ist die halb verlassene Siedlung?“

„Hier“, erwiderte Berca, die die Sensorvermessung übernommen hatte und zeigte auf den entsprechenden Punkt.

„Das ist Han-Dun“, stellte der Tiger fest. „Warum wurde der zentrale Marktplatz verlassen?“

„Sie haben sich scheinbar neuen Raum erschlossen und neue Siedlungen errichtet“, sagte Stella begeistert.

„Aber so schnell?“

„Gut möglich“, mischte sich Shana ein. Cyron schaute sie nachdenklich an und schaute wieder auf das Bild seines Heimatplaneten.

„Da gibt es noch was“, sagte Berca.

„Was noch?“

„Die Siedlungen sind stark im Ausbau und relativ modern. Außerdem sind die Städte mit schweren Lasertürmen abgesichert.“

„WAS? Was zum Geier geht da vor?“ Cyron war außer sich. „Sind wir zu spät gekommen? War da noch was, was wir übersehen hatten?“

„Quatsch!“, fuhr ihn Stella an.

„Unmöglich“, beruhigte ihn Drekal über das offene Intercom.

„Aber was haben dann die Lasergeschütze zu bedeuten?“

„Unsere Freunde waren fleißig und haben mit gedacht“, sinnierte Andrew. „Wahrscheinlich haben sie sich in die Urwaldbasis begeben und reichlich Beute gemacht.“ Er schaute auf einen anderen Monitor und nickte bestätigend. „Kira kommst du mal her.“

Die Luchsin stellte sich neben ihn.

„Kommt dir das bekannt vor?“

Sie nickte. „Ja. Es handelt sich um den Laserturmtyp der die Mechhalle in der Urwaldbasis gesichert hatte. Sie müssen die Baupläne und die beiden Originale verwendet haben um sie zu replizieren.“

„Sieht ganz danach aus.“

„OH!“, rief Berca plötzlich aus. „Ich habe Funkfrequenzen empfangen.“

„Funkfrequenzen? Auf Genro?“

„Ja. Man hat uns entdeckt und eine Gefahrenmeldung abgeschickt.“

„Aua“, sagte Tarja. „Das hört sich nicht gut an.“

„Wo war der Ursprung der Sendung?“, fragte Drekal, die über Intercom immer noch mit dem Maschinenraum verbunden war.

„Auf der Rückseite des Planeten“, sagte Berca.

„Sie haben die Landungsbasis entdeckt und nutzen sie als Frühwarnsystem“, raunte Shana.

„Das ist beeindruckend“, sagte Syrgon mit leicht verträumtem Gesichtsausdruck. „Können wir einen Funkspruch absetzen, um uns zu erkennen zu geben?“

„Natürlich und das sollten wir auch machen. Wer weiß, was sonst alles passieren könnte“, antwortete Drekal.

„Genau! Wenn unsere Leute schon Lasertürme bauen können, wer kann nur im entferntesten erahnen was noch alles an Verteidigungsanlagen errichtet wurde“, gab Chiron zu bedenken.

Tarja umarmte und küsste ihn spontan.

„Wofür war das?“ Der Tiger wirkte sichtlich irritiert.

„Dafür, dass du uns Chafren als deinesgleichen ansiehst und nicht allein die Cherit.“

„Wir sind ein Volk, egal welchen Namen es trägt.“

Dafür bekam er nochmals einen Kuss und schien gefallen daran zu finden. Er schnappte sich seine Ehetigerin und beide verfielen in einen heftigen Kusstaumel. Die umher stehenden Anthros grinsten.

„Drekal an Berca. Ich möchte euch sofort auf der Brücke haben, alle. Sofort!“

„Aye, Captain!“

Kurze Zeit später, erschienen alle auf der Brücke und stellte sich um Drekal auf.

„Berca. Stell bitte eine Verbindung nach Genro her“, sagte die Wölfin.

Die Hündin spielte geschickt auf der Computertastatur. „Verbindung steht, Captain.“

Die Wölfin warf ihr einen finsteren Blick zu, sagte aber nichts und schüttelte nur kurz den Kopf. Syrgon seufzte.

<„Genro-Landungsbasis, hier ist der Subraum-Cheritkreuzer Ra-em, können sie mich hören?“>

Es verstrichen einige Minuten und keine Antwort kam.

<„Genro-Landungsbasis, hier spricht Captain Drekal vom Subraum-Cheritkreuzer Ra-em, können sie mich hören?“>

Sekunden der Stille verstrichen, dann kam endlich eine Antwort.

<„Ähm … Hier Genro-Landebasis. Hylas und Tristan auf Horchposten. Sagtest du gerade etwas von einem Cheritkreuzer?“>

Drekal grinste breit. <„Ja. Das waren meine Worte. Wir sind mit friedlichen Absichten hier und kommen direkt von der Erde.“>

<„Oh, oh. Das wird nach den vergangenen Erlebnissen aber niemanden freuen, dass ihr von der Erde seid. Aber abgesehen davon dachten wir, dass die Bevölkerung der Erde als Mensch bezeichnet wird und nicht als Cherit. Ihr ward doch die Feinde der Menschen in einem tausend Jahre zurückliegenden Krieg?“>

„Da hat aber einer seine Hausaufgaben gemacht“, brummelte Sitral.

<„Hylas. Wir sind ebenfalls Anthros und ihr wisst nicht alles, sondern nur einen Bruchteil. Wir sind eure Urahnen.“>

<„Sollte das jetzt ein Witz sein? Also ehrlich, wer immer in der Frequenz hängt sollte mit diesen Scherzen aufhören. Tristan, bist du das? Hör auf mit dem Quatsch.“>

<„Nein, nein. Ich mache keine Witze, außerdem möchte dich jemand sprechen?">

<„Oh! Wer denn?“>

<„Hylas. Altes Pinselohr, es tut gut deine Stimme zu hören.“>

<„Cyron? Nein, das kann nicht sein.“>

<„Doch, doch. Ich bin es und fast alle anderen sind auch hier.“>

<„JEAAAAH!“>, schrie der Luchs begeistert auf. <„Das muss ich gleich berichten.“>

<„Moment“>, rief Cyron. <„Der Kreuzer wird in der Wüste landen, da er für die Basis zu groß ist. Sag den Anderen Bescheid. Wir sehen uns in ein paar Stunden.“>

<„Aber klar doch. Du glaubst gar nicht wie sehr wir uns freuen. Euer Kreuzer sollte aber nicht landen, sondern bleiben wo er ist. Wir hatten hier ein paar seltsame Begegnungen in letzter Zeit und daher sind alle etwas sensibel geworden. Hylas, Ende.“>

„Abgeschaltet“, sagte Berca.

„Was sollte das denn bedeuten?“, fragte Drekal verwundert an Cyron gewandt.

Der schien zu überlegen. „Hm, wie es aussieht sind die Geschütztürme nicht ohne Grund und vor allem nicht aus reiner Vorsorge errichtet worden. Hylas war auch nicht wie sonst, er wirkte sehr irritiert und vorsichtig und wenn alle Anderen sensibel geworden sind … würde mich brennend interessieren was vorgefallen sein muss.“

„Komisch, bei unserer ersten Begegnung sagte Colras, dass ihr auf Genro gewesen wärt. Scheinbar ist euer Besuch aber allen entfallen“, merkte Andrew harsch an.

„Wir hatten nur eine Fähre runter geschickt und die landete auch weit außerhalb der bewohnten Gebiete. Außerdem haben sich unsere Agenten unauffällig bewegt und sich nicht zu erkennen gegeben“, wies Sitral seinen Vorwurf energisch zurück.

Damit war er offensichtlich zufrieden und schwieg.

„Hylas sagte etwas davon, dass es sich um seltsame Vorgänge gehandelt hat“, ergriff Chiron das Wort und sorgte für einen Themenwechsel.

„Ja schon, aber nach allem was wir zusammen durchgemacht haben, muss es sich um etwas sehr beunruhigendes handeln, denn selbst nach der Übernahme der Urwaldbasis waren alle irgendwie entspannt“, ward Cyron ein.

„Wie es scheint ist es, was immer es sein mag, immer noch vorhanden und stellt scheinbar eine Bedrohung dar“, überlegte Tarja.

„Du hast recht. Er sagte, dass in letzter Zeit seltsame Sachen passiert sind.“

„Bitte nicht schon wieder“, seufzte Syrgon. „Ich dachte wir hätten es jetzt endlich geschafft und den ganzen Mist überwunden.“

Drekal sah auch nicht glücklich aus. „Tja, mein Lieber. Wie es scheint geht es lustig weiter. Allerdings wissen wir diesmal nicht worum es geht, sondern Andere.“

Der Rüde nickte. „Und ich dachte, WIR kämen mit echten Neuigkeiten.“

„Tja, die Schau haben uns unsere Freunde geklaut.“

„Wie dem auch sei, wir landen jetzt. - Sitral! Gib allen Bescheid. Wir suchen Freiwillige die mitkommen. Der Rest bleibt hier und hält das Schiff in Form. Wer weiß ob wir hier ganz schnell verschwinden müssen und den Planeten evakuieren. Wir gehen mit den Landungsschiffen runter und ihr könnt die Anthros Voyage nutzen. Die dürfte nicht zu bedrohlich wirken.“

Sitral nickte bestätigend und leitete Drekals Befehle weiter. Cyron nickte ebenfalls und schloss kurz die Augen.