Flora Lightningfate Der Feldzug 4

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Was bisher geschah.

Van Furr und sein Team trafen schließlich auf der Insel ein und schon am nächsten Tag setzen sie ihre Pläne um. Die beiden Rüpel, Klaus und Karem wurden umgewandelt. Doch nach der Verwandlung stand noch ein Schritt aus. Floras Rache war nicht einfach mit der Verwandlung abgeschlossen, nein die Füchsin musste noch eine Aufgabe erfüllen.

Diese Geschichte verdankt ihr Unicron Regenbogen. Ihm habt ihr sowohl Holger, als auch Flora zu verdanken. Die Thematik ist dieses mal … ach lest doch selber! ^^


Flora Lightningfate: Der Feldzug 4

Autor: Gendori Kabashi

28.02.2015 – 20.08.2016

Vorwort

Hallo werter Leser,

Was bisher geschah.

Van Furr und sein Team trafen schließlich auf der Insel ein und schon am nächsten Tag setzen sie ihre Pläne um. Die beiden Rüpel, Klaus und Karem wurden umgewandelt. Doch nach der Verwandlung stand noch ein Schritt aus. Floras Rache war nicht einfach mit der Verwandlung abgeschlossen, nein die Füchsin musste noch eine Aufgabe erfüllen.

Diese Geschichte verdankt ihr Unicron Regenbogen. Ihm habt ihr sowohl Holger, als auch Flora zu verdanken. Die Thematik ist dieses mal … ach lest doch selber! ^^

Make my Day

Flora würde den ganzen Tag über so von ihrer Arbeit eingenommen sein, dass sie keinen einzigen Gedanken an die beiden „Gäste“ und deren Schicksal verschwenden konnte. Sie musste zum einen natürlich in der Gärtnerei nach dem rechten sehen und dann auch noch ins Ressort, um eine Lieferung bei Thao abzuliefern. Danach wartete die Apotheke auf einen Abstecher von ihr und dann, ja dann endlich sollte sie sich um die beiden kümmern können.

Sie war nach dem Frühstück mit dem drahtigen Juri zu ihrer Gärtnerei gefahren und hatte dort nach dem Rechten gesehen.

Eigentlich war Flora nicht nur von ihrer Arbeit eingenommen, Juri zog auch ihre Aufmerksamkeit auf sich. Flora war von ihm beeindruckt. Welch ein Unterschied. Carlos war schweigsam und eigenbrötlerisch gewesen, in sich verschlossen und schien Flora einfach nicht akzeptieren zu können. Juri, obwohl nur Aushilfsweise dabei, war ein ganz anderer Mensch. Selten hatte Flora jemanden getroffen, der so freimütig war. Am Tag zuvor schien er noch verschüchtert gewesen zu sein, doch kaum dass sie ihr Heim verlassen hatten und auf dem Weg zur Gärtnerei waren, taute der Russe auf und redete wie ein Wasserfall. Und Flora genoss die Geschichten, die er erzählte. Aber auch beeindruckt fasste es nicht ganz. Da war mehr. Flora war von sich selber überrascht, dass es dieses „mehr“ überhaupt gab. Juri war intelligent und er konnte mit Pflanzen umgehen, manche Menschen hatten einen grünen Daumen und Juri gehörte zu diesen, da war sich Flora sicher. Zudem war Juri recht hübsch anzusehen, kein Adonis oder Prinz Charming, aber auch lange kein Quasimodo. Vielleicht lag es daran, das er sie nur wenig überragte. Große Menschen sorgten dafür, dass Flora dreist wurde, aber bei Juri zog das nicht. Und er hatte noch andere Qualitäten. Besonders sein Lachen hatte es ihr angetan, es war charmant und er lachte gerne. Und er kannte so viele Geschichten aus seiner fernen Heimat, die er bildhaft darbrachte. Flora fühlte sich in seiner Gesellschaft sofort wohl, es war ganz anders als mit ihrem bisherigen Fahrer. Was ihn aber besonders auszeichnete, vor allen Dingen überhaupt, er hatte sein Leben, seine Gesundheit für ihre Sache riskiert. Sicherlich wegen des Geldes in erster Sache, aber immerhin war er dieses hohe Risiko eingegangen. Er war für Flora ein Held und sie warf immer wieder einen Blick auf ihn und ihr Schoss das Blut ins Gesicht, als sich einmal ihre Blicke trafen und sie war dankbar für ihr dichtes Fell. Denn sie musste darunter rot wie eine Tomate geworden sein, so brannte ihr das Gesicht, oder war es Blau? Ihre Nase! Gute Güte. Ihre Nase musste wie eine Lampe leuchten.

Juri machte das beste aus der Situation, in die ihn Anatoli geschubst hatte. Was war seinem Boss bloß dabei eingefallen, ihn mit diesem verwirrend hübschen Wesen zusammenzustecken. Gut, er war Fahrer und Flora, ein hübscher Name übrigens, benötigte jemanden für diesen Tag, da ihr angestammter Fahrer nicht erschienen war. Immerhin konnte Sie Russisch und er musste nicht seine gebrochenen Deutschkenntnisse beanspruchen um mit ihr zu sprechen. Sie hatte eine bezaubernd sinnliche Art gehabt die Worte auszusprechen. „Mein Held“ Juri erschauerte bei dem Gedanken und es fühlte sich wohlig an. Doch er musste sich zusammennehmen und wie immer, wenn er Nervös war, fing er wie ein Wasserfall zu plappern und an diesem Tage war es nicht anders. Kaum das sie vom Hof gefahren waren, hatte er also angefangen zu erzählen. Er machte ein paar Witze und erzählte ein paar lustige Anekdoten. Und sie hatte zugehört und gelacht. Ihr Lachen war hell und klang nicht aufgesetzt und es war so ansteckend, dass er immer wieder mit einfiel und sie lächelte ihn dann an. Wie konnte ein Wesen, das so sehr einem Tier ähnelte, so bezaubernd Lächeln. Sie saß neben ihm, nein, sie hockte neben ihm auf einem Podest, das Anstelle des Beifahrersitzes eingebaut worden war und hatte sich mit einer Art Geschirr angeschnallt und hinter ihrem Rücken war eine Art Lehne hervor geklappt, so dass sie recht bequem mitfahren konnte, ohne von den häufigen Bremsen und Anfahren ermüdet zu werden. Sie hatte schließlich einen vierbeinigen Unterleib und auf einem normalen Autositz konnte sie nicht Platz nehmen. Juri fuhr trotzdem fix, aber vorausschauend, so dass sie nicht allzu-sehr leiden musste. Und obwohl er den Blick auf die Straße halten sollte, so erwischte er sich, wie er immer wieder verstohlen zur Seite blickte und ihre Silhouette bewunderte. Das Kleid das sie trug, unterstrich die schlanke Gestalt ihre menschenähnlichen Rumpfes noch mehr und ihre Brüste ragten wohlgeformt hervor, wie kleine Melonen und waren das ihre Nippel? Trug sie keinen BH unter ihrem Kleid? Und ab und an trafen sich ihre Blicke und Juri errötete wie ein Schuljunge und Flora lachte, doch auch sie schien zu erröten, nun das vielleicht nicht gerade wörtlich, aber zumindest wurde ihre Nasenspitze dunkler. Süß! Konnte es sein? Hatte er sich verliebt? So schnell? In einen Furr, nicht nur einfach ein Furr, eine Taurin? Konnte das wirklich sein? Was für ein Tag.

Den weiteren Tag über half er ihr bei ihren Aufgaben. In der Gärtnerei lernte er ihre beiden Mitarbeiter kennen. Silvio und Shinichi, beide braungebrannt und wenn die beiden nicht ein Paar waren, wollte Juri einen Besen fressen. Der kleinere Italiener himmelte den Japaner, der zwei Köpfe größer und doppelt so breit wie sein Kollege war, ganz unverblümt an. Und der Hüne erwiderte die ihm entgegengebrachte Zuneigung. So offen zur Schau gestellte Zuneigung zum selben Geschlecht war ihm neu, in seiner Heimat war man eigentlich sehr konservativ. Man zeigte einfach nicht seine Veranlagung so offen. Jedenfalls nicht offiziell. Selbst in der Branche, in der sein Boss sein Geld machte, war man diskret. Auch wenn viele seiner Angestellten so wie Maika transsexuell waren, so „übersah“ man die Tatsache geflissentlich. Alle Huren wurden als Ladies bezeichnet und die männlichen Kollegen, die Callboys waren Begleiter. Die Ausrichtung der Freier, sie reichte von hetero über bi bis hin zu stockschwul, wurde auch unter den Teppich gekehrt. Und die Miliz, nun ein paar Rubel hier, ein paar Uhren und Smartphones da und natürlich einen anständigen Rabatt auf die Getränke nicht zu vergessen halfen sehr. So das die Milizionäre sich um die wahren Verbrecher kümmerten und nicht bei einem Hurenhaus herumlungerten. Doch zurück.

Juri jedenfalls half in der Gärtnerei so gut er konnte und es machte ihm Spaß Flora bei der Arbeit zu beobachten und sie, die schönste Kitsune die er kannte, schien es auch zu bemerken, dass es ihm Spaß machte. Flora lobte Silvios und Shinichis Arbeit, ihre beiden Mitarbeiter, denn sie lernten fleißig und wurden immer geschickter im Umgang mit den seltenen Heilkräutern und Pflanzen, die in den verschiedenen Gewächshäusern heranwuchsen. Ein paar Wochen noch und sie konnten anfangen zu ernten und die ersten eigenen Mischungen anfertigen. Für die besonderen Sachen würde sie bis auf weiteres noch ihre alten Kanäle nutzen müssen. So erzählte sie es Juri freimütig. Und Juri konnte sich durchaus vorstellen länger für Flora tätig zu sein. Die Sonne, die frische Luft. Ein paar Wochen hier und er würde braungebrannt sein und sein Haar ausgebleicht.

Ehe es sich Flora und Juri versahen war der Vormittag vergangen und nach einer Mittagspause in der Gärtnerei, verabschiedeten sie sich von Silvio und Shinichi, die aussahen, als ob sie die Pause etwas ausweiten wollten und machten sich auf den Weg zur Apotheke. Doch dieses mal fuhren sie einen anderen Weg. Der Abstecher führte direkt am Ressort vorbeiführte. Flora wollte persönlich eine Lieferung bei Thao abliefern. Juri bestaunte die Gebäude, als er mit einem Karton beladen Flora zur Einkaufsmeile folgte. Das Ressort war gut besucht. Angestellte beeilten sich ihre Aufgaben zu erfüllen. Gäste schritten mit ihrem Anhang durch die Gänge, ihr Lachen und die Gespräche erklangen in den weiten Hallen und Fluren, und alle wurde von sanfter Musik untermalt, die aus versteckten Lautsprechern erscholl. Die Füchsin trug eine Satteltasche und trabte zielstrebig den Trottoir entlang, bis sie an dem Lädchen anlangten, das von Thao geführt wurde.

„Flora!“ rief die Vietnamesin erfreut aus.

„Hallo liebste Thao.“ grüßte Flora herzlich.

Beide umarmten sich und küssten sich gegenseitig auf die Wangen.

„Du bist früher da, als gedacht. Und sogar mit Begleitung! Wie kommt es? Hat der hübsche Bursche damit zu tun? Wer ist das?“

Thao überschüttete Flora mit Fragen und Juri verstand kein einziges Wort. Die Worte klangen wie Singsang in seinen Ohren und Flora sprach im selben Singsang mit der kleinen Asiatin. Doch es schien um ihn zu gehen. Flora stellte ihn wohl der Frau vor, die Thao hieß.

„Das ist Juri. Er ist zur Zeit Gast in meinem Hause und hat sich mir als Fahrer zur Verfügung gestellt.“

Thao begrüßte ihn förmlich, wie es ihre Kultur vorgab und Juri verbeugte sich leicht mit dem Karton in seinen Armen.

„Freut mich sie kennenzulernen.“ grüße Juri auf Deutsch. Phu, dachte er erleichtert, immerhin das kann ich ohne Zungenbrecher herausbekommen.

Thao lächelte freundlich. Sie verstand die Worte, auch wenn ihre Deutschkenntnisse nur oberflächlich waren.

„Komme Sie, komme Sie.“ radebrechte sie und bedeutete den beiden ihr in die Tiefen des Ladens zu folgen. Es war ein Asia Laden und das Angebot schien nach Juris Ermessen so gut wie alles zu beinhalten, von Essstäbchen aus edlem Material bis zu kleinen Statuetten vor irgendwelchen Gottheiten und einer Kräuterecke, die ziemlich ausverkauft schien. Das war wohl der Grund ihres Hierseins. Flora bedeute ihm den Karton auf einen Tisch zu stellen.

„Hast du alles mitgebracht? Ich bin fast schon wieder ausverkauft. Wenn es so weitergeht, dann muss ich die Auslagen um-räumen um deinen Mischungen mehr Platz zu bieten.“

Thao öffnete den Karton um den Inhalt mit dem Lieferschein zu vergleichen. Flora nahm derweil ihre Satteltaschen ab und leerte sie auf dem Tisch aus.

„Schick einfach die Kunden zu mir in die Apotheke. Jeder Kunde mit deiner Empfehlung bringt dir doch Provision. Und große Lieferungen gehen so oder so nur über mich! Du hast noch Flyer?“

Thao nickte dann rückte sie näher an Flora heran.

„Wieso hat sich Carlos wieder verdrückt, oder hat er sich nicht mal gemeldet? Der alte Schlawiner. Du solltest Al Bhawri um einen anderen Fahrer bitten. Carlos taugt zu nichts, solange er für dich arbeiten soll. Er mag keine Furrs, warum auch immer!“

„Und wer soll dann mein Fahrer sein?“

„Wie wäre es mit dem Burschen hinter dir, der so niedlich dreinblickt und jetzt gerade total ratlos ist, weil er nicht versteht was wir sagen. Wo kommt er her? Ist er auch aus Deutschland oder …, nah, ich gebe auf. Ihr Europäer seht für mich alle gleich aus!“ Thao lachte keckernd.

„Er ist Russe, glaub ich zumindest.“

„Glaubst du? Ein Russe also, ahhha. Ein alter Verbündeter. Mein Opa hat mir von damals erzählt. Schlimme Zeiten und die Russen waren auch nicht viel besser als die Amis. Haben unsere Leute auch nur verheizt.“

„Das ist so lange her. Die Zeiten ändern sich!“

„Ist er denn nett?“ Thao rückte näher an Flora heran und flüsterte verschwörerisch, „Habt ihr es schon getan?“

„Thao!“ Flora konnte es fast nicht glauben was sie da hörte. „Er ist Gast in meinem Hause!“

Und? In diesem Ressort sind so viele Menschen unsere Gäste und machen es!“ sie grinste Flora an.

„Ich glaube es wird Zeit dass wir gehen.“

Ein leises Klingeln ertönte. Jemand musste den Laden betreten haben und Thao legte den Lieferschein beiseite.

„Oho Kundschaft!“ rief sie erfreut aus. „Die Lieferung passt wie immer, ich werde die nächste Bestellung wie üblich einreichen. Ihr entschuldigt mich. Bis zum nächsten mal!“ sprachs und war auch schon verschwunden.

„Huh, was war denn das?“ fragte Juri, der kein Wort verstanden hatte.

„Sie hat Kundschaft, also mach dir nichts daraus, so ist Thao eben. Sie ist sehr geschäftstüchtig und Kunden sind hier Könige und gehen vor. Komm wir müssen weiter und ich bin gespannt, wie es in der Praxis gelaufen ist.“

„Die Praxis? Ach so, ja natürlich.“

Sie begaben sich zum Ausgang des Ladens und sahen wie Thao ihre Kundschaft beriet. Es war ein Dreiergespann, eine Frau und ein Mann, die nur spärlich bekleidet waren, sehr spärlich und ein weißer Furr mit dichter schwarzen Mähne, der eine Art Toga oder Robe trug.

„Hast du die Halsringe, die das Paar trägt, gesehen?“ fragte Flora, als sie auf dem Weg zum Wagen waren.

Juri nickte, ja das hatte er. Die silbernen Ringe, die um den Hälsen der beiden Menschen gelegt waren, hatte er nicht übersehen können und auch die Leinen nicht, die an den Ringen befestigt waren und die der weiße Furr in seiner Pranke hielt.

„Sklavenspiel. Absolute Unterwerfung. Die beiden Gäste sind ihrem Herrn voll und ganz ausgeliefert und müssen ihm zu willen sein. In jeder Hinsicht.“

Juri staunte „Sachen gibt's!“

„Für eine Beziehung kann es ein Kick sein, wenn man sich gemeinsam um einen Master zu kümmern hat. Und du verstehst was ich meine, wenn ich ‚zu Willen' sage! Zudem habe ich gehört, dass gerade dieser Furr doppelt gut ausgestattet ist.“ Sie blinzelte ihn an.

Juri verstand die letzte Anspielung nicht ganz, aber das Konzept hinter dem Rollenspiel war ihm Klar. Und er konnte es nicht verhindern sich vorzustellen, wie das Paar ihrem Herrn zu Willen sein könnte. Er lachte leise in sich hinein. So stark unterschied sich das Ressort nun doch nicht von einem Hurenhaus. Es war größer, sauberer und die Gäste viel reicher, aber die Klienten waren nicht viel anders als in Anatolis Etablissements. Juri summte ein Liedchen vor sich hin und genoss die Anwesenheit der Füchsin neben ihm, die aber auch eine Frau war, eine ausgesprochen hübsche Frau. Er nahm ihren Duft wahr, der ihm bereits in der Nacht den Schlaf geraubt hatte. Hörte das klackende Geräusch ihrer Krallen auf dem Gehweg. Und ihre blaue Nasenspitze, die wieder zu leuchten schien. Sie war verlegen, wie süß.

Flora dagegen schwieg den Rest des Weges bis zum Wagen. Sie nahm auch die Aufmerksamkeit, die sie mit ihrer Anwesenheit im Ressort erzeugte, nicht wahr, denn sie machte sich eigene Gedanken zu ihrem Leben, vielleicht hatte Thao doch recht. Es wäre ein weiterer Schritt für sie selber. Und Juri war ein hübscher Bursche. Sie kicherte in sich hinein. Ihr Begleiter summte ein Lied und bewegte sich mindestens so geschmeidig wie sie selber. Könnte er sie befriedigen? Oh du schlimmes Mädchen, wieder brannte ihr Gesicht. Als Flora eine Uhr sah erinnerte sie sich, dass am heutigen Tage noch mehr für sie Anstand. Es wurde höchste Zeit, dass sie wieder sich Richtung Heimat aufmachten sie legte einen Zahn zu. Juri war überrascht davon, dass Flora plötzlich ein paar Meter vor ihm war und sich zusehend weiter entfernte. Er verfiel in einen leichten Dauerlauf, um wieder aufzuschließen und mit ihr mitzuhalten.

Zwischenspiel

Angela und Miku hatten viel zu tun. Immerhin hatten sie sich um die Belange von zehn Personen zu kümmern und so waren sie den ganzen Tag über damit beschäftigt das Anwesen wieder auf Hochglanz zu bringen. Die Koffer der Gäste wurden ausgepackt und die Kleidung in die Schränke eingeräumt. Die Betten waren frisch bezogen und die Räume gut durchgelüftet. Die Fußböden wurden entweder gewischt oder abgesaugt, es war das volle Programm gewesen. Das Miku im Zimmer des kleinen russischen Burschen einige Zerstäuber verteilen sollte war ungewöhnlich, doch anscheinend hatte man mit dem Burschen etwas Besonderes vor. Sei rümpfte dabei ihre Nase, denn der Raum duftete stark nach Flora. Es hatte also auch mit ihrer Chefin zu tun. Miku kannte schon solche Tricks um neue Mitarbeiter unbewusst auf eine spezielle Aufgabe vorzubereiten. Sie selber hatte diese Behandlung auch schon einmal durchgemacht und der Gast kam danach voll auf seine Kosten und Miku auch, als sie den Raum verließ musste sie grinsen. Nachdem die beiden Frauen sich um die belegten Zimmer und Wohnräume gekümmert hatten, waren nun die unbelegten Räume an der Reihe, dort musste aber nur Staub gewischt werden. Alle Zimmer waren am frühen Nachmittag wieder Picobello sauber.

Angela hatte die Küche als Verantwortungsbereich und am Nachmittag holte sie aus dem Garten frisches Gemüse, und aus dem Kühlraum bei der Garage ein paar Stücken Fleisch. Wobei sie bemerkte, das sich jemand schon daran zu schaffen gemacht hatte. Wahrscheinlich Katti und Jorge, die hatten nach dem Frühstück einen Rundgang gemacht. Zumindest hatten sie nicht das verpackte Fleisch genommen, sondern sich an einem der Rinder-viertel gütlich getan, die an Haken unter der Decke hingen und für genau diesen Zweck gedacht waren.

Verwunderlich fanden die beiden Hausdamen auch, dass Dr. van Furr und seine beiden Assistenten den gesamten Tag im Behandlungsraum verbracht haben. Was sie dort vollbrachten, war den beiden noch nicht ganz klar. Doch die drei mussten sehr fleißig am Arbeiten gewesen sein, sie hatten während der ganzen Zeit keine Pause gemacht, die vorbereiteten Butterbrote lagen unbeachtet auf dem Tablett in der Küche. Angela räumte das Tablett ab und stellte es in den Kühlschrank. Die Brote würden schon ihren Abnehmer finden. Angela bereitete gerade einen Salat zu, als Sie eine Tür schlagen hörte und kurz darauf kamen Dr. van Furr samt Gefolge in die Küche marschiert. Sie sahen müde aus, aber zugleich auch sehr zufrieden.

„Endlich kommen Sie. Sie haben wohl die Zeit vergessen. Was darf ich Ihnen anbieten Kaffee, Tee oder eine Limonade? Sie müssen nun auch endlich etwas essen! Der Salat ist gleich fertig und da sind noch die Brote. Moment ich hole sie sogleich!“

Angela bemutterte die drei, die sich widerstandslos von ihr auf die Stühle bugsieren ließen. Eins zwei drei hatten alle eine Tasse heißen Tee vor sich stehen und je zwei Brote auf einem Teller. Katti bekam an Stelle der Brote ein paar Streifen Trockenfleisch, das nur leicht gesalzen und kaum gewürzt war, und rohes Rindfleisch vorgesetzt. Genau das richtige für die Katze.

Schweigend fingen die drei an zu essen. Das war überraschend. Angela brach das Schweigen.

„Nun Herr Doktor, wie ist es gelaufen?“

Van Furr schluckte einen Mundvoll Brot herunter und spülte mit einem Schluck Tee nach.

„Es war ausgesprochen erfolgreich. Wenn Sie möchten, kann ich ihnen die beiden gleich mal vorführen.“ antwortete er.

„Die beiden sind hübsch geworden, Sie werden sie nicht wiedererkennen!“ fügte Karolus hinzu.

„Nur noch eine Kleinigkeit notwendig und die beiden werden bereit sein.“ Katti schnurrte. „Das Trockenfleisch ist übrigens Spitze!“

„Wirklich? Freut mich das es schmeckt.“

„Mhm, Flora muss nur noch übernehmen. Wird nicht leicht werden, doch das schafft sie.“

Nun wurde Angela neugierig. Was hatte man mit den beiden gemacht und was sollte Flora noch erledigen? Könnte sie vielleicht dabei sein? Immerhin sollte sie und Miku dem Doktor in der Zukunft Unterstützung bieten, da war es nur logisch zu erfahren wie der Doktor seine Arbeit machte und was er genau mit seinen, wie nannte er sie noch, seinen Klienten machte. Zumindest das Endergebnis kannte sie, die Furrs, wie sie im Ressort genannt wurden. Weitere würden folgen.

„Darf ich dabei sein?“

„Und die Show genießen?“ fragte Karolus.

Angela nickte.

„Warum nicht.“ stimmte van Furr zu.

„Was nun?“

„Wie wäre es mit einer weiteren Tasse Kaffee und noch einem Brot?“

„Das lässt sich sicher einrichten.“

„Meinen Dank!“

##

Love is in the Air

Flora und Juri kehrten wieder Heim. Während der Fahrt vom Ressort zum Anwesen schwiegen beide und vermieden jeden Blickkontakt. Beide spürten eine gewisse Spannung zwischen sich, doch sie wussten nicht wie diese Spannung einzuordnen war. Juri wartete geduldig, bis Flora das Tor öffnete und fuhr dann auf den Hof. Flora stieg aus, öffnete das Garagentor und Juri bugsierte den Wagen in das Gebäude. Flora öffnete den Laderaum des Wagens und wollte sich gerade den Korb mit der Ernte des Tages schnappen, als sie Juris Hand auf ihrer Schulter spürte. Ihr Fell sträubte sich und knisterte plötzlich. Ein kleiner Funke blitzte auf.

„Lass mich bitte, das ist zu schwer für dich!“ sagte er und drängte sie sanft aber bestimmt zur Seite.

Flora wollte schon protestieren, sie war weitaus stärker, als es den Anschein haben mochte und der Korb wäre keine Mühe gewesen. Doch sie schwieg und ließ ihn gewähren. Juris Duft war ihr in die Nase gestiegen Schmutz, Schweiß und sein Deo, die Mischung ließ sie erschauern. Sie hatten beide hart gearbeitet und es war im Ressort nicht so auffällig gewesen. Doch schon auf der Rückfahrt sehnte sich Flora nach einer Dusche oder einem heißen Bad, es würde die Hölle sein ihr Fell wieder in Ordnung zu bekommen, doch das war ein geringer Preis für das frische Gefühl danach. Der Wagen war innen so stickig gewesen. Sie ließ ihn also gewähren und bewunderte das Spiel seiner Muskeln, die sich unter seinem Hemd abzeichneten.

„Dann bitte in die Apotheke!“

„Natürlich.“

Sie ging voran. Flora schwang dabei ihre Hüfte und ließ ihre Schwänze sinnlich hin und her schwingen. Und gelegentlich ließ sie ihn mehr sehen, als üblich. Sie war ein böses Mädchen. Sie lächelte.

Juri wurde sich bewusst, dass er aus irgendeinem Grund Flora begehrte. Sie schien so zart und zerbrechlich. Er konnte es nicht zulassen, dass sie den Korb trug und deswegen hatte er sie berührt und es war wie ein Blitz durch ihn hindurchgefahren. Sie duftete so sexy. Juri war dankbar, dass er den Korb nun trug und so seine Front vor ihren Blicken verborgen war. Im Wagen hatte es schon angefangen und nun zuckte sein bestes Stück und wurde steifer und steifer, er wäre vor Scham im Boden versunken, hätte sie seinen Zustand bemerkt. Und nun schritt sie vor ihm her und gelegentlich erhaschte er einen Blick auf ihre privatesten Teile, wenn ihre Schwänze so sinnlich hin und her wedelten. Er schwitzte und es lag weder am Gewicht des Korbes, noch an der Wärme des sonnigen Nachmittags. Die beiden gelangten an der Apotheke an und Flora öffnete die Tür und hielt sie für ihn offen.

„Stell den Korb einfach in das Labor!. Die zweite Tür links.“

„Ok!“

Juri trat in die Apotheke und brachte den Korb in Floras Labor, Flora folgte ihm. Ihre Klauen kratzten auf dem kühlen Steinboden. Juri bemerkte nicht wie nahe sie hinter ihm stand, als er den Korb absetzte. Er drehte sich um und schrak zurück, denn ihr Gesicht war ganz nah dem seinen. Floras Augen blitzten und sie sah in irgendwie hungrig an.

„Habe ich dich erschreckt?“ fragte Flora.

Ihre Stimme klang ganz anders als sonst. Eine Spur tiefer, sinnlicher und verführerischer. Das erinnerte Juri in gewisser Hinsicht an Maika, wenn sie am Arbeiten war.

„Ah, ähem, nein!“

Sie trat noch näher und ehe er es sich versah, schlang Flora ihre Arme um seinen Nacken, zog ihn zu sich herab und ihre Münder trafen sich zu einem ersten Kuss. Juris Augen wurden größer und was als zuerst noch abwehrende Bewegung begann, wandelte sich zu einer Umarmung und er gab sich ihr hin, erwiderte den Kuss und ihre Zungen trafen sich. Nach einer scheinbaren Ewigkeit. Trennten sich die beiden und Flora begann Juris Hemd aufzuknöpfen.

„Nicht hier! Oben!“

„Gute Idee es wäre doch, … Hm, unbequem!“ sie lachte nervös.

Juris Bitte stieß auf offene Ohren und die beiden begaben sich in das Obergeschoss und hinterließen eine Spur aus Kleidungsstücken. Es dauerte recht lange bis sie in Juris Raum angelangt waren, denn immer wieder trafen sich ihre Münder, und ihre Hände verirrten sich dabei auch gelegentlich. Als Juri sich die Hose auszog, stolperte er über eines der Hosenbeine und Flora fing ihn auf und nun zeigte sich wie kräftig sie wirklich war, denn den Rest des Weges trug sie ihn. Juri war verblüfft. Wie stark sie war! Er hatte sie vollkommen unterschätzt. Ihr Fell fühlte sich auf seiner nackten Haut toll an! Ihre Brüste, die wie kleine Melonen hervorragten, waren in seinem Blickfeld und waren eine Augenweide. Juri schlang seinen rechten Arm um ihren Nacken und legte seinen Kopf auf ihre weiche Schulter und er spürte mit jedem ihrer kleinen Schritte das Spiel ihrer Muskeln. Vor seinem Raum angelangt öffnete er die Tür und Flora trug ihn in über die Schwelle. Sie lachte leise und das nicht nur, weil sie einen Mann trug, sondern weil sie ihn auch noch wie eine Braut trug. Ob es ihm bewusst war, wie seltsam dieser Anblick sein musste? Im Raum blickte sie sich kurz um. Ihr Bett? Es war nicht an seinem Platz. Blieben also nur die Matten.

„Lass mich runter!“ bat Juri.

Flora ließ ihn herab und hockte sich neben ihn. Ihre zarten Hände strichen über seine Brust und seinem Bauch. Er war in guter Verfassung, die Muskeln fühlten sich geschmeidig und fest an. Seine Hände begannen nun auch sie zu erforschen. Sie strichen durch ihr Fell und Flora erschauerte. Das würde ein wunderbarer Nachmittag werden!

Juri hegte einen ähnlichen Gedanken und er spürte, wie sein bestes Stück zu regen begann. Oh er war, bei Gott, keine Jungfrau mehr, schon seit seinem 13 Lebensjahr nicht mehr. Und er hatte seitdem mit vielen Frauen geschlafen. Geborenen, gemachten und einigen, die es werden wollten. Doch mit einem Geschöpf, nein, einer Frau wie Flora, denn von ihrem exotischen Äußeren abgesehen, war sie eine Frau, hatte er es noch nie zu tun gehabt. Sie ragte über ihn auf und strich über seinen Leib. Ihre Fingernägel waren scharfe gebogene Krallen und Flora war sehr vorsichtig und ließ sie nur Leicht über seine Haut gleiten, so dass die Krallen ihn nicht verletzen konnten. Juri erzitterte und sein Glied zuckte und schwoll an.

Flora sah auf den vor ihr liegenden Mann herab. Sie wollte ihn nehmen und von ihm genommen werden. Er roch so gut.. Yummi! Er sah gut aus. Er war ihr persönlicher Held. Er hielt sich gut in Form, er musste es einfach sein, wenn er auch als Stuntman arbeitete, neben seinem Hauptjob bei Anatoli. Floras Blick fiel auf Juris eindrucksvolle Latte und sie leckte sich über ihre Lefzen, und ihr Maul näherte sich seinem Schritt, ihre Nase zuckte, als ihr sein Duft in die Nase stieg.

Juri wollte sich gerade etwas besser positionieren, als er sah, wie Floras Augen, die bis jetzt vor Lust gebrannt hatten, plötzlich blinzelten kurz den Focus verloren und dann wieder klarer, irgendwie mehr „da“ waren als zuvor, als ob ihr eine fundamentale Erkenntnis bewusst geworden war. Sie zuckte zurück, so schnell, dass es fast schon panisch wirkte. Hatte sie der Mut verlassen, oder war ihr etwas bewusst geworden, oder war sie vor ihrer eigenen Chuzpe erschrocken? Das Ergebnis war dasselbe. Ohne ein Wort zu sagen rückte sie von ihm ab und rollte sich zusammen. Juri richtete sich auf und stütze sich auf seinen Ellenbogen ab und sah mit einer Mischung aus Verwirrung und Ratlosigkeit, auf das süße Wesen, das vor ihm auf dem Boden lag und wie Espenlaub zitterte. Flora zitterte, was verdammt!

Floras Gesicht brannte, sie schämte sich. Sie rollte sich zusammen und bedeckte ihr Gesicht. Sie konnte ihre eigene Erregung riechen. Die Füchsin in ihr wollte sich säubern, doch ihr menschlicher Verstand obsiegte und so ertrug sie den scharfen Duft, den ihre feuchte Pussy verströmte. Sie schämte sich so. Sie schämte sich und zitterte, obwohl ihr warm war.

„Shit“ wisperte sie so leise sie konnte.

Juri war verblüfft wie geschmeidig und gelenkig seine Gespielin war. Gelenkig, das war untertrieben, sie war biegsam wie ein Schlangenmensch, denn ihr Kopf ruhte auf ihrem hinteren Schenkel und sie hatte sich mit ihren Schwänzen zugedeckt.

„Was ist?“, fragte er, „Habe ich was falsch gemacht?“

„Nein.“ schnuffelte sie, ihre Antwort wurde von ihren Schwänzen gedämpft.

„Flora?“ er legte seine Hand auf ihre Flanke. Juri spürte wie ihr zweites Herz wie wild schlug. Mann wie er dieses Geschöpf liebte „Sag schon!“

„Ich, ich … kann nicht!“ murmelte sie leise. „Noch nicht. Irgendetwas, …, irgendetwas stimmt nicht, noch nicht!“

Er rückte näher an sie heran, schob zwei ihrer Schweife aus dem Weg, presste seinen Mund auf ihren Kopf und küsste ihr dickes schwarzes Haar. Sie konnte nicht? Sie hatte ihn heiß gemacht und nun konnte sie nicht? Oder wollte sie nicht? Hatte er etwas falsch gemacht? Was stimmte denn nicht?

„Ich liebe dich!“ flüsterte er in ihr Ohr und es war sein voller Ernst. Er blies sanft über die feinen Haare, die aus Ihrer Ohrmuschel ragten. Ihr Ohr zuckte und Flora kicherte leise.

„Lass dass!“

Hatte er das wirklich gesagt? Dass er sie liebte? Flora meinte sich verhört zu haben.

„Was?“ fragte er und blies noch einmal. Er liebte sie, dies war eine unverhoffte Erkenntnis. Gab es wirklich so etwas wie Liebe auf den ersten Blick? Er kannte sie doch gerade erst …, wie lange? … 1 Tag? Erst einen einzigen Tag!

Und er blies noch einmal, zum dritten mal, ganz sanft. Die feinen flaumigen Härchen wiegten sich ganz leicht. Nun quietschte Flora förmlich und ihre Schwänze, die sie gerade noch bedeckten, wischten ihm übers Gesicht. Die feinen Haare kitzelten seine Nase, reflexartig schloss er seine Augen und nieste. Als er seine Augen wieder öffnete war ihr Gesicht dem seinen ganz nahe.

Oh mein Gott diese Augen? Ich ertrinke in ihnen.

„Verzeih mir! Ich, ich bin wohl noch immer nicht bereit!“

Ja, dachte sich Juri, du bist noch nicht bereit, ich selber wohl auch noch nicht, aber warte nur!

„Für was? Fürs ficken?“ fragte er frei heraus und sah belustigt, wie ihre Nase dunkler wurde und Sie ihre Augen scheu niederschlug.

Ehe es sich Flora versah, gab ihr Juri einen Kuss auf ihre blaue Nasenspitze. Sie kicherte überrascht und erfreut darüber, dass Juri ihre Scheu zu verstehen schien.

„Es gibt mehr als das!“

Seine Hand wanderte von ihrer Flanke zu ihrem Bauch und strich über ihre Zitzen. Die Stelle schien genau richtig zu sein, den Flora verdrehte die Augen und ließ sich auf die Matte fallen. Sie streckte sich und rollte auf Ihren Rücken, dieses „mehr“ interessierte sie sehr.

„Geht doch nichts über einen guten Belly rub, oder?“ Juri lachte und machte weiter, Floras Beine zuckten in der Luft und sie quietschte vergnügt. Juri beugte sich über sie und seine Hände kraulten sie von unten nach oben ab, als er an ihren Brüsten angelangt war, da konnte er nicht widerstehen und zwickte, ganz, ganz leicht nur, ihre Nippel. Flora schlang ihre Arme um seinen Nacken und zog ihn zu sich herunter. Sie leckte über sein Gesicht und versuchte ihn zu küssen und Juri, der nun auf ihr lag hatte rein gar nichts dagegen. Doch ihre Schnauze war für Küsse, nach menschlichem Standard, einfach zu schmal, es war mehr ein kompliziertes Spiel ihrer Zungen miteinander gewesen, als das es einen Kontakt der Lippen gab, nicht dass es die beiden gestört hätte. Und so ging weiter.

Etwas später lagen beide auf den Matten, eng aneinander gekuschelt und obwohl es nicht zum finalen Höhepunkt gekommen war, verspürten weder Juri noch Flora Enttäuschung. Floras Haupt lag auf seiner Brust und sie leckte mit Ihrer Zunge über seine Brustwarze. Er hatte seinen Rechten Arm um sie geschlungen und seine Hand strich über das weiche Fell. Er strich ihr über den Nacken und kraulte Flora hinter den Ohren. Sie kicherte und knabberte an seinem Hals. Ihr Fell fühlte sich auf seiner Haut großartig an.

Wieder dachte er an seine früheren Erfahrungen mit dem anderen Geschlecht, ja auch an die mit dem anderen Hintergrund. Er war weder ein Hallodri, der hinter jedem hübschen Arsch mit Titten hinterher stieg, noch ein Kostverächter, aber beileibe auch nicht jemand, und das ganz besonders, der es auf eine feste Bindung abgesehen hatte. Doch mit Flora? Das war etwas anderes Nein das war wirklich ernster. Denn Flora spielte da in einer ganz anderen Liga. Sie war eine Frau, aber auch ein Tier, jedenfalls dort wo es Juri normalerweise darauf ankam. Und sie hatte Potential! Das konnte man spüren. Ihr Charakter, ihr ganzes Wesen. Der richtige Mann, in diesem Fall er selber, und Heidewitzka! Den ganzen Tag über war er in ihrer Gegenwart gewesen, und sie hatte sich in seinem Kopf eingebrannt, hatte ihn geprägt und nun existierten nur noch sie beide. Er wünschte sich ewig nur noch mit ihr zusammen zu sein! Ist das verrückt? Ist es verrückt, wenn man nie an die Liebe auf den ersten Blick geglaubt hatte und Bämm! Es hatte ihn definitiv erwischt. Wie sollte er es nur Anatoli sagen, dass er hier bleiben wollte. Und seine Mamuschka? Wie sollte er ihr es beibringen, das ihre zukünftige Schwiegertochter ein…. Was war das denn für ein komischer Gedanke? Heiraten! Ich und heiraten? Heiliger Patriarch!

Flora lauschte dem Herzschlag ihres …, ja, was war er denn? Geliebter? Partner? Freund? Spielzeug?… Freund, nein, für Freundschaft war ihrer Meinung bereits zu viel geschehen, ihre Beziehung ging bereits über Freundschaft hinaus. Doch was war er nun, würde er bei ihr bleiben und ihr Partner werden? Dazu gehörten immerhin zwei. Und natürlich auch Sex. Sex war in ihrem früheren Leben seltsamerweise nie entscheidend wichtig gewesen. Der Kuss bei der Schulaufführung von Romeo und Julia war die bislang einzige Erfahrung in diesem Bereich gewesen. Doch damals war Holger ein junger Teenager gewesen. Und später auch nicht. In der Community für Transsexuelle, der er später beigetreten war, war es weitestgehend normal gewesen, sehr offen über das Thema zu berichten und er hatte dort natürlich eine Menge gelesen. Und manche Berichte und Erfahrungen waren so grafisch und emotional beschrieben, das es ihm das Blut ins Gesicht getrieben hatte. Doch weder Flora, noch ihr offizielles ich, Holger, hatten eigene Erfahrungen gesammelt. Es war einfach nicht so wichtig für sie beide gewesen. Weder für Holger, der nur wenig Kontakt mit anderen Mädchen suchte, geschweige den anderen Jungs, noch sein alter Ego, das Mädchen Flora. Sie beide waren eher der asexuelle Typ gewesen. Und nach dem schicksalhaften und schrecklichen Tag, der für sie im Rollstuhl endete, da war Sex nur noch reine Fantasie. Der Unfall hatte ihn impotent gemacht. Holger hatte nur noch eine Möglichkeit danach gehabt, diese Fantasien auszuleben und das war als Flora Lightningfate, der Fuchs-Taurin. Virtuell, aber niemals im Real-Life. Und nun das. Würde Juri sich überhaupt noch dazu hergeben, nachdem sie, …, nun was sollte man anderes sagen, sie hatte total versagt. Sie hatte ihn heiß gemacht, sie hatte es darauf angelegt Sex zu haben und dann hatte sie einen Rückzieher gemacht. Gab es für einen Mann denn noch etwas Schlimmeres, als kurz vor dem Ficken zurückgewiesen zu werden? Doch er hatte gesagt, das er sie liebte! Das sollte doch zählen, oder? Die Hoffnung hatte sie nicht verloren. Wie er regiert hatte, so erwachsen, so männlich, so wie ein liebender! Es erschien ihr wie ein Zeichen. Sie würde ihn vielleicht doch noch für sich gewinnen können und wenn das, was sie gehindert hatte, überwunden war, dann, ja dann würde der Sex automatisch kommen. Und natürlich dann die Krönung. Das würden … Ihr Gedanke wurde vom Geräusch einer sich öffnenden Tür unterbrochen.

„Habe ich euch beide endlich gefunden!“

Die beiden schraken hoch und starten zur Tür. Das vertraute Gesicht der Katze grinste ihnen entgegen. Katti trat ohne Scheu in das Zimmer und blickte auf die beiden herab. Und das ganz ohne jede Scheu oder Vorwurf, ganz so als ob es das normalste für sie wäre. Moment, für Katti war so etwas normal.

Fast perfekt

Nach der verdienten Pause kehrten van Furr und Karolus in den Behandlungsraum zurück und untersuchten die beiden umgewandelten eingehend. Die Naniten waren noch lange nicht fertig, die Optik stimmte zwar schon, doch noch mussten die Zellen auch so verändert werden, dass das modifizierte Genom der beiden vollkommen übereinstimmte. Das würde noch einige Tage in Anspruch nehmen, doch man war auf gutem Wege. Ähren van Furr die Untersuchung durchführte, nahm Karolus die beiden Dildos vom Bett und verstaute sie in einem Koffer, in dem zwei passende Fächer ausgespart waren. Bevor er den Koffer verschloss injizierte er noch den silbrig schimmernden Inhalt einer großen Spritze in die noch immer warmen ehemaligen Organe. Weitere Naniten, die diese bizarren Sexspielzeuge konservieren würden, so dass die beiden ehemaligen Eigner sich damit vergnügen konnten, wenn sie die Erlaubnis dazu bekamen. Den Koffer verstaute Karolus in einen Schrank, den er abschloss und den Schlüssel steckte er in seine Tasche.

„Wie sieht es aus?“ fragte er.

„Einen Moment mein Junge.“

Van Furr beugte sich über den ersten Körper, hob ein Lid und leuchtete in die Pupille. Die Reflexe schienen normal zu sein. Das ehemals schwarze Auge leuchtete ihm nun in einem wässrigen Grün entgegen. Er testete das andere Auge, das ebenso normal reagierte.

„Schöne Farbe.“ murmelte er und wandte sich dem zweiten zu.

Die Iris leuchtet ihm Violett entgegen. Van Furr pfiff erstaunt.

„Wow, es gibt also Abweichungen!“

„Was ist Chef?“

„Die Augen, bei ihr hier weichen sie ab, sie sind Violett geworden.“

„Violett? Wie hübsch!“

Karolus grinste.

„Dann können wir also keine absolut identischen Zwillinge schaffen?“ fügte er hinzu.

„Offensichtlich nicht, noch nicht, aber ich glaube das ist auch gut so.“

Van Furr strich über die Stirn von Violett und wischte ihr dabei eine Haarlocke aus dem Gesicht. Er betrachtete seine Schöpfung eingehend, ließ seinen Blick über ihre Kurven streichen und war mit seiner Arbeit sehr zufrieden. Die Tür zum Behandlungszimmer öffnete sich und Angela trat ein gefolgt von der stattlichen Miku. Die beiden hatten die Patienten gesehen, als sie in das Zimmer gebracht worden waren, hatten dabei geholfen sie zu entkleiden und zu Bett zu bringen. Und nun standen die beiden im Eingang und starrten auf die offensichtlich weiblichen Gestalten die im Bett lagen und schliefen.

„Grundgütiger!“

Angela bekreuzigte sich.

„Dürfen wir?“ fragte Miku.

„Nur zu, sie schlafen tief und fest.“

Miku ergriff die Schulter ihrer älteren Kollegin und schob sie zum Bett. Die beiden Frauen betrachteten mit immer größer werdendem Staunen die beiden Schläferinnen. Sie berührten die Körper erst zaghaft, dann gewannen sie Mut, streichelten sie strichen über die Haare. Die beiden Schlafenden räkelten sich unter den leichten Berührungen. Schließlich gewann Angela ihre Stimme wieder.

„Und das hier!“, sie deute vor sich auf das Bett, „Das haben sie in den wenigen Stunden seit dem Frühstück vollbracht?“

„Verblüffend, nicht wahr?“

„Und so erschaffen Sie also die Furrs!“

„Furrs? Werden hier so meine Schöpfungen genannt?“

„Ja, sie nennen sich auch selber so! Wussten Sie das nicht?“

„Nein, aber es ehrt mich.“

„Und die beiden hier? Werden die auch im Ressort arbeiten?“ fragte Miku.

„Die beiden. Nein, die sind nicht für das Ressort gedacht. Die beiden werden ihre Schuld woanders ableisten.“

„Die Schuld gegenüber Flora?“

Van Furr nickte.

„Was haben sie mit den beiden denn nun weiter vor?“

„Sie werden es bald sehen.“

Van Furr sah auf seine Armbanduhr und wandte sich dann Karolus zu.

„Karolus kannst du mal schauen wo Flora bleibt? Sie müsste eigentlich von ihrer Tour zurück sein.“

„Das werde ich machen. Ladies!“ Karolus lächelte die beiden Hausdamen an und verschwand aus dem Raum.

Van Furr nahm sich nun den Karton vor, den er am Morgen in das Zimmer gebracht hatte.

„Die Kleider hier drin sind etwas zerknittert. Würden Sie bitte dieses einmal aufbügeln und dann hierhin zurück bringen, am besten auf Kleiderhaken. Wenn unsere beiden hier soweit sind, dann sollen sie für ihre zukünftigen Herrschaften präsentabel sein.“

Er übergab den Karton an Miku, die darin zusammengefaltete Kleidungsstücke sehen konnte.

„Natürlich Herr Doktor.“ antworte sie dienstbeflissen.

Miku verließ van Furr und Angela, sie würde nicht lange benötigen um die Uniformen wieder in Form zu bringen.

„Und was darf ich tun?“

„Angela sie können mir tatsächlich zur Hand gehen. Kommen Sie und halten sie eine nach der anderen. Ich möchte mir die Rücken etwas genauer ansehen.“

Angela trat an das Bett und van Furr rollte die erste auf die Seite.

„Einfach halten, ja!“

Angela nickte nur, ihr fehlten die Worte. Was sie sah und was sie fühlte war ausgesprochen seltsam. Die Korsage sah aus wie eine Mischung aus schwarzem ölig glänzenden Latex und dunkelroten Lederstreifen, doch sie konnte keine einzige Nahtstelle erkennen, die Materialien gingen einfach ineinander über. Und das Material fühlte sich ganz und gar nicht so an wie Angela es erwartet hatte, irgendwie natürlicher, fast …, fast wie Haut, sehr ölige Haut. Und da war dieser weiße Puschel, wie bei den legendären Playboy-Bunny-Girls, nur, das dieser bei jeder Berührung zuckte.

Fantastische Arbeit diese Korsage, wer hat die gemacht?“

„Gemacht?“ van Furr lachte leise. Er hatte „Meine Liebe Angela, Sie irren, die ist nicht gemacht worden, sondern gewachsen!“

„Was?“

Angela strich noch einmal über die Korsage. Gewachsen? Sie spürte die Streben, die die Taille ausformten, die metallenen Ösen, denen noch die Bänder fehlten. Das war gewachsen?

„Sie haben das wachsen lassen?“

„Ach wusste doch, das noch etwas fehlte.“ murmelte van Furr. „Was sagten Sie? Wachsen lassen. Toll nicht!“

Van Furr ging zum Tisch und nahm etwas auf, dann kehrte er zurück.

„Eine Korsage, die nicht gebunden ist, ts ts, das sieht doch lächerlich aus. Habe ich recht?“

Er wirbelte zwei Bänder herum, die Schwarz und Rot geringelt waren und zu der Korsage zu gehören schienen.

„Sicher doch.“ stimmte Angela zu.

„Dann wollen wir mal.“

Er begann das Band einzufädeln. Angela bemerkte wie geschickt er es machte, als ob er darin Übung hatte.

„Haben sie auch als Chirurg gearbeitet?“ fragte sie.

„Ich? Woher?“

„Vergessen Sie nicht wo Sie sind. Einige meiner Gäste sind Chirurgen und die haben dieselben geschickten Hände wie Sie, Herr Doktor van Furr.“

„Aha, daher.“ er betrachtete kurz seine eigenen Hände, „Nun ja, Sie haben recht, ich habe einige Jahre als Chirurg praktiziert.“ Er sah wieder zu Angela auf, die ihn etwas überragte. „Doch sie brauchen nicht so förmlich zu sein. Sie können mich ruhig Doc nennen oder Wolf.“

„Wolf?“ Angela lächelte. „Ein starker Name, passt zu Ihnen!“

Van Furr erwiderte das Lächeln. Die dunkelhäutige Frau gefiel ihm, besonders ihr Lachen, dann blitzen ihre Augen und es war so ansteckend wie ihr bezauberndes Lächeln. Endlich war er mit dem Einfädeln fertig und zog mit den Bändern die Korsage zusammen. Die blasse, milchweiße Haut, die als schmaler Streifen noch erkennbar war, presste sich zwischen die Bänder. Karlas Taille sah einladend aus und betonte die breiten Hüften und ihre Oberweite gleichermaßen. Van Furr legte seinen Kopf schief und betrachtete sein Werk. Es sah nun wirklich perfekt aus.

„So, schön fest gebunden, wie es sein sollte. Und nun die nächste.“

Wieder half ihm Angela bei der Untersuchung und auch beim Einfädeln der Bänder. Wenige Minuten später war auch Klaras Look perfekt. Und wie auf Stichwort erschien Miku, Angela war so überrascht von ihrem plötzlichen erscheinen, das ihre Hand von Klaras Seite abrutschte und dabei kurz die Hand des Doktors streifte. Heiß schoss ihr das Blut ins Gesicht und ihre dunkle Haut wurde ein paar Nuancen dunkler. Ihren vollen Lippen entfuhr eine kurzes „Uups“. Van Furr schien diese Berührung gefallen zu haben, denn als sie ihn anblickte, blinzelte er ihr verschmitzt zu.

Miku hatte wie gewünscht die Einzelteile auf Kleiderbügeln gehängt, die sie an zwei Kleiderhaken aufhing, die aus der Wand ragten.

„So hier sind die Kleider, aufgebügelt und faltenfrei. Ich habe mir erlaubt sie etwas einzuduften, die Stücke rochen noch nach Verpackung. Hätten sie mir die eher gegeben, dann hätte ich sie auch noch gewaschen.“

„Ist schon recht so. Die beiden werden sich darum selber kümmern können.“

Karolus selber war zwar von van Furr damit beauftragt worden nach Flora zu sehen, doch er musste noch die Geräte des Medienraumes neu kalibrieren, die für Floras Abrechnung mit den beiden, nun, Patienten notwendig waren. Und da durfte nichts schiefgehen. Der Server, auf dem gerade die neue Persönlichkeit kompiliert durfte auch nicht aus den Augen gelassen werden. Ein falscher Befehl oder ein Programmfreeze wegen eines überhitzten Prozessors beim ersten Durchlauf des Programms und die Arbeit von Stunden wäre umsonst gewesen. Ein technischer Ausfall! Huh daran wollte er gar nicht erst denken. Als Katti ihm über den Weg lief, hatte er sie sogleich gebeten diese Aufgabe für ihn zu erledigen und seine Liebste hat es gerne übernommen, nicht ohne ihm ein paar Sonderwünsche für den späteren Abend zu nennen. Er gab Ihr einen Kuss auf die Nasenspitze und sie erwiderte diese Geste., dann machte sie sich auf nach den beiden zu sehen. Karolus blickte ihr nach und erst als sie um eine Ecke verschwunden war, machte er sich zum Medienraum auf.

„So wollen wir doch mal sehen wie es ausschaut.“

Karolus setzte sich an einen Tisch der an der Seite des Raumes stand und aktivierte einen Monitor, dann startete er die Oberfläche des Hauptprogramms und öffnete das Log des Compilers.

„Sieht ja ganz in Ordnung aus.“ murmelte er, als die Zeilen vor ihm durchliefen.

Die meisten Zeilen waren grün dargestellt, das war gut so. Einige gelb, damit konnte man leben, aber Karolus war nicht der Typ Mann, der mit so etwas leben konnte. Zu seiner Überraschung waren drei, nein, vier, äh, fünf Zeilen Rot eingefärbt. Da bissen sich wohl mehrere Befehle miteinander, entweder weil die Befehle falsch geschrieben waren oder sie untereinander sich widersprachen. Karolus runzelte die Stirn wegen der rot markierten Zeilen. Die mussten weg! Er konnte nicht wagen das Programm so zu lassen. Die gelben würde er sich aber auch anschauen müssen. Zumindest würde die Neukompilierung dieses mal nur wenige Minuten benötigen und nicht, wie zuvor, Stunden beanspruchen. Halbwegs zufrieden mit dem bisherigen Ergebnis suchte und änderte Karolus die betreffenden Zeilen seines Scripts und startete dann die Korrektur.

„So nun noch die Kappen und der Bilderzeuger.“

Karolus startete ein weiteres Programm und nahm ein Pad an sich, das neben dem Monitor lag und das mit einer Art Sensorstift verbunden war. Dann wandte sich den anderen Gerätschaften zu, die das Mobiliar ausmachten, das den Raum füllte. Zwei sehr stabil und zugleich verstörend aussehende Stühle waren darunter. Sie standen inmitten des Raumes. Gut gepolstert und bequem, aber mit starken Riemen versehen, um jemanden zu fixieren. Um allen noch die Krone aufzusetzen war am oberen Ende jeder der hohen Lehne eine Halterung mit einer Kappe montiert, von der Kabelbündel zur Decke führten, die dann in der Wand verschwanden. Zu allem Überfluss war in die Lehnen der Name „Old Sparky“ eingebrannt worden, gemacht um Leben zu beenden wie es an diesem Abendgeschehen sollte, wenn auch nur, Gott sei Dank, im übertragenem Sinne. Karolus sah auf die beiden Stühle mit einem Schaudern, ihm gruselte es, bei dem Gedanken an den Zweck der Originale und das Wissen, dass es nur Nachbauten waren, half ihm nicht um diesesschaurige Gefühl zu überwinden. Der Doktor hatte diese beiden Stühle bei einem Ausverkauf eines Clubs gefunden. Eines wirklich sehr speziellen Clubs, der für wirklich, wirklich sehr spezielle Bedürfnisse ausgestattet war. Doch die Zeiten waren schlecht gewesen, der Club war bankrott gegangen. Das Inventar wurde Online versteigert und van Furr hatte zugeschlagen. Die Stühle und einiges andere waren dann direkt zur Insel gesendet worden. Ein örtlicher Tischler hat dann die Stühle Restauriert, neue Riemen angebracht und für etwas Bequemlichkeit waren auch Polster nicht vergessen worden.

Karolus summte vor sich hin und begab sich zum ersten Stuhl. Er führte den Stift an die Kontaktpunkte der Kappe und prüfte ob die Testsignale einwandfrei übertragen wurden. Zwei Kontakte musste er nachjustieren und dann gaben auch diese das gewünschte Signal durch. Danach folgte die Überprüfung der zweiten Kappe und schließlich prüfte und justierte er die dritte Kappe, die bei einem bequemen Podest lag, das für Floras Statur am besten geeignet war. Sie würde es sehr bequem haben. Alles in allem war er mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Besonders, da er selber nicht vor Ort gewesen war, als die Apparatur gebaut und zusammengesetzt worden war. Die Techniker des Ressorts hatten ausgezeichnete Arbeit abgeliefert. Was sich die Leute wohl gedacht hatten, als sie die Pläne erhalten hatten? Karolus lachte leise. Wahrscheinlich haben sie die Konstruktion für das Werk eines Wahnsinnigen gehalten. Eines Wahnsinnigen, der einen wirklich schlechten Tag gehabt hatte, und nicht wirklich Sinn ergab. Es sei denn, man wusste, dass das Interface zwischen Kappe und Gehirn aus zigtausenden Naniten bestand. Diese würden die Signale steuern und an die Nervenzellen übertragen.

Zufrieden summend begab sich Karolus wieder an seinen Rechner und prüfte den Korrekturlauf. Dieses mal gab es keine Überraschungen. Die Software war fehlerfrei erstellt worden und wartete nur darauf installiert zu werden. Karolus lud die Software in den Simulator und startete sie für den finalen Test.

:start_program_file flora2

Ein kleines Fenster öffnete sich auf der Oberfläche. Ein Cursor blinkte in der oberen linken Ecke.

!/Guten Tag./! tippte er ein und drückte die Enter Taste, dann hieß es warten. Ein paar Momente blinkte der Cursor, dann blitzte die Antwort auf.

?/Guten Tag, wie darf ich Ihnen dienen?/?

Karolus grinste. Höflich und dienstbereit, check!

!/Ich bin Karolus, wie ist dein Name?/! Tippte er.

?/Herr Karolus, ich habe noch keinen Namen! Können Sie mir einen geben? ?/?

Ihren Namen? Oh ja, der Doktor hatte doch etwas notiert. Karolus schlug einen Aktenordner auf und blätterte durch die zerfledderten Seiten. Da war es ja.

:file flora2: set_name Kaa /securepw ***************** tippte er und bestätigte seine Eingabe.

Es war ja so einfach jemanden zu taufen, der bis vor wenigen Sekunden nicht einmal existierte.

?/Kaa? Kaa, mein Name ist Kaa! Vielen Dank mein Herr ^^. Wie darf ich Ihnen helfen?/?

Oho, wie nett, Sie freut sich, check!

!/Danke Kaa, doch im Augenblick benötige ich keine Hilfe./!

?/Darf ich dann wieder ruhen?/?

!/Das darfst du! Wir werden dich rufen. Sei bereit, es wird nicht lange dauern!/!

?/Danke, ich werde bereit sein!/?

Karolus lehnte sich zurück und betrachtete den blinkenden Cursor. Einfach waren die letzten Wochen nicht gewesen. Zum einen musste er bei dem Umzug mithelfen und zum anderen musste er an diesem kleinen Projekt arbeiten. Die Vorgaben umzusetzen war keine leichte Aufgabe gewesen. Es hatte einige Testläufe gegeben, deren Ergebnis nicht wirklich erfreulich gewesen waren. Immerhin ging es nicht um nur um eine AI, sondern um eine synthetische Persönlichkeit. Karolus war das Genie in der Praxis, wenn es um Computer und Programmierung ging, doch in diesem Fall musste der Doktor einige zusätzliche Verbindungen spielen lassen, um an ein brauchbares Grundgerüst heran zu kommen. Gute alte Verbindungen nach Moskau, Langley, Peking und sogar Pjöngjang hatte er wieder aufleben lassen. Weiß der Teufel, was die seltsamen Nordkoreaner zu bieten hatten und wie man mit jemandem dort ohne Staub aufzuwirbeln in Kontakt treten konnte. Doch van Furr hatte es geschafft, irgendwie.

Die Tür öffnete sich und Katti schlich leise herein. Karolus war zu tief in seinen Überlegungen versunken, als das er sie bemerkte. Erst als sie Ihre Hände auf seine Schultern legte und ihre raue Zunge über sein Ohr strich, zuckte er zusammen und wurde ihrer gewahr.

„Huh. Katti Liebling, schon zurück?“ stieß er überrascht aus.

„Wie du siehst!“ schnurrte sie „Wie weit bist du?“

Katti begann Karolus zu massieren. Er war ja so verspannt, wenn er zu lange vor dem Rechner hockte.

„Mhm, das tut gut!“ Kattis Hände waren kräftig und sie wusste diese zu benutzen.

„Wenn es nach mir ginge, können wir starten. Hast du die beiden gefunden?“

„Ja ich habe die beiden gefunden! In der Apotheke.“

„Sie waren also schon wieder zurück? Dann werden sie wohl bald kommen.“

„Das wird wohl noch etwas dauern.“

„Wieso?“

„Nun“, Katti grinste lasziv und beugte sich zu Karolus herunter, „die beiden waren sehr aktiv gewesen!“

„Juri und Flora … haben es gemacht? “ Seine Augen wurden groß, das hatte er nicht erwartet.

„Es gemacht, Karolus, nicht doch. Sex?“ schnurrte sie in sein Ohr, „Nein, dabei hab ich sie nicht ertappt, aber sie waren sicher kurz davor gewesen. So wie es mir erschien war es nichts weiter als harmloses Petting und kuscheln.“

„Woher willst du das denn so genau wissen?“

„Gesehen habe ich es natürlich nicht“, Sie grinste und tippte sich an ihre Nase, „aber mein Näschen hier, hätte es bemerkt. Die beiden rochen einfach nicht nach Sex. Ihre Gesichter hättest du sehen sollen.“ Sie lachte leise.

Karolus war sichtlich Erleichtert

„Oh Gut. Das wäre noch zu früh gewesen.“

Es war ein winzig kleines Projekt verglichen mit dem Aufwand, den sie für die frischgebackenen Nullos betrieben, nichtsdestotrotz hatte es seinen Reiz. Juris Bindung an Flora und umgekehrt musste subtil und mit genügend Geduld ablaufen. Es war ein gutes Zeichen, dass es wohl noch nicht zu sexuellem Verkehr gekommen war.

„Zu früh?“

„Oh ja zu früh. Wir, das heißt natürlich der Doktor und Anatoli im besonderen, also die beiden wünschen sich, dass unsere liebe Flora und Juri dauerhaft binden.“

„Dauerhaft binden, wie amüsant.“ Katti schmunzelte.

„Sich kennenlernen und es sofort zur Sache kommen zu lassen. Nö, nö.“ Karolus schüttelte seinen Kopf. „Nicht bei den beiden.“

Katti kniff Karolus in die Schulter.

„Autsch! Wofür war dass denn?“

Katti stemmte die Hände auf ihre Hüften.

„Das war nur mein Recht! Denn bei den beiden soll es langsam angegangen werden und was war damals mit uns?“

„Mit uns?“ Karolus war irritiert über diesen Einwurf.

„Ja unsere Verbindung! Wir haben es mit unserer Verbindung nicht gerade langsam angegangen, oder?“

„Das haben wir“, stimmte Karolus zu und grinste, es war die reinste Untertreibung gewesen, aber das war lange vergangen und vergessen. „Und ich bereue nichts! Nicht das geringste!“

Und das war die absolute Wahrheit. Karolus stand auf und drückte Katti in einer engen Umarmung an sich.

„Ich auch nicht!“

Sie gab ihm einen Kuss. Ihre Schnurrhaare zitterten und kitzelten seine Wangen, als er den Kuss erwiderte. Nach schier unendlich langer Zeit trennten sich die beiden.

„Die beiden sind aus ganz anderem, viel weicherem Holz geschnitzt, als wir.“ flüsterte Karolus in Kattis Ohr.

„Dann sollen sie es eben langsam angehen.“

„Schön, sie haben eh keine andere Wahl.“

„Die Aroma Therapie?“

„Du hast es gerochen? … Natürlich hast du das.“ Karolus grinste.

Die Aroma Therapie war sehr subtil, aber wirkungsvoll. Karolus hatte die notwendigen Ingredienzien in einer Nacht-und-Nebel-Aktion aus der Apotheke stibitzen können. Die wirksamsten Bestandteile hatte er dabei in Floras höchst-eigener Hexenküche gefunden. Wenig überraschend, wenn man sich die Bandbreite der Produkte ansah, die Flora zusammenzauberte. Karolus nutzte sein Wissen und einige andere russische Dateien. Es gab einfach keine besseren Rezepte, als die Rezepte der Sovjets. Er hatte nach wenigen Stunden eine ausreichende Menge des Wirkstoffes zusammengebraut, um den gewünschten Effekt zu haben. Die Aromen interagierten dabei mit den Naniten und waren ein wahrer Liebeszauber. Das Flora und Juri sich zudem Stundenlang nah aneinander befunden hatten dürfte den Effekt noch intensiviert haben. Karolus bezweifelte dass irgendjemand die beiden voneinander für längere Zeit trennen könnte, nicht ohne Gewalt anzuwenden. Liebe war ja so etwas Schönes.

„Wie geht es jetzt weiter?“

„Weiter? … Oh natürlich. Die neue Persönlichkeit ist fertig.“

Karolus setzte sich wieder an den Computer und zeigte Katti nicht ohne Stolz das Ergebnis seiner Bemühungen.

„Hier. Sie basiert zum Teil sogar auf deinem Profil.“

„Meinem Profil?“

„Ja, deine Persönlichkeit ist sehr stabil. Wir haben uns entschlossen das auszunutzen.“

„Wie das?“

„Nun“, Karolus schluckte, es war Zeit für eine Beichte, „in den letzten Jahren haben wir deine Persönlichkeitsfragmente immer wieder hochgeladen und die Veränderungen an Dir aufgezeichnet und analysiert.“

„Habt Ihr mich weiter verändert?“ fragte Katti besorgt. Das traute sie den beiden Eigenbrötlern zu, jedenfalls denen von damals. Heute war es ganz etwas anderes. Katti mochte den Doktor und liebte Karolus und sie konnte sich kaum noch an ihr altes selbst erinnern.

„Nein, Nein, niemals!“ Karolus fasste Kattis Unterarme an. Trotz ihres Felles spürte er wie ihre Muskeln nervös zitterten. „Nicht seit deiner Vollendung. Wir haben da nichts mehr herumgepfuscht. Du bist du, so wie du dich selber entwickelt hast. … Ich, … ich schwöre bei meiner Liebe!“

„Ich glaube dir!“ Das Zittern ließ nach. „Dann ist dieses Ding …“

„Sie ist kein Ding, und ihr Name ist Kaa!“

„Kaa? Also dann basiert Kaas Persönlichkeit auf meiner eigenen.“

„Zum Teil ja.“

„Dann, dann ist das Ding da drin, …“, sie blickte auf den Bildschirm, auf dem in einem schwarzen Fenster der Cursor blinkte. „Kaa, Sie ist meine Tochter?“

„Ja, gewissermaßen.“

„Ich bin also eine Mama? Wow. Wer ist der Vater? Bist du es?“

„Ich nein. Meine Charakterzüge wären nicht kompatibel, denn die Naniten, die ich in mir trage sind von einem viel zu alten Stamm und haben diese Funktion nicht implementiert. Ich kann meinen Charakter nicht aufteilen, jedenfalls nicht so einfach wie es mit den neueren Modellen funktioniert.“

„Wie schade. Wer dann, wer ist der andere Spender? Es gibt doch einen?“

„Ja es gibt einen, mehr als einen sogar. Die anderen Charakterzüge, die ich eingebaut habe sind nach den Vorgaben von Flora und Anatoli ausgewählt worden und auch ein paar von Floras alten Fragmenten habe ich genutzt. Holgers Fragmente um genau zu sein.“

„Holger, Anatoli, Flora und ich?“ Katti zwinkerte. „Zwei Väter und zwei Mütter? Huhh!“

„Oh Katti, das kann man so nicht sagen. Am ehesten kann man Flora und Holger als Vater bezeichnen, von Anatoli kamen nur Feineinstellungen, keine Fragmente. Schließlich ist er kein Träger. Er kann gerade mal, sagen wir mal, als Onkel gelten. Lustig, nicht?“

„Etwas verstörend?“

„Alles was wir machen ist verstörend, bis zu einem gewissen Grad…“

„Ich weiß und ich kann damit leben. Doch nun weiter mit ihr!“

„Ihr? Du meinst Kaa, willst du wirklich mehr über sie wissen? Oder willst du nicht doch viel, viel lieber abwarten und dich überraschen lassen?“

Sie gab ihm einen weiteren Kuss und lachte.

„Dann wähle ich die Überraschung!“

„Ich habe von dir auch nichts anderes erwartet.“

„Wie geht es nun weiter?“

„Nun, ich denke der Doktor wird sich in den letzten Stunden um unsere beide Gäste gekümmert haben, die bringen wir dann gleich herüber und schließen sie an den Erzeuger. Danach müssen nur noch Flora und Juri kommen. Wann, sagtest du, kommen sie?“

„Ich habe noch gar nichts gesagt.“ Sie streckte ihm frech die Zunge raus. Karolus lachte leise. „Die beiden müssen sich erst wieder landfein machen, du verstehst?“

Karolus verstand sehr gut. Es dauerte schon seine Zeit sich zu säubern, besonders wenn man Fell hatte. Katti und er genossen diese gemeinsame Zeit, die sie beim Duschen verbrachten. Juri und Flora würde es wohl auch so ergehen

„Also noch eine halbe Stunde?“

„Ja so in etwa!“

„Dann gebe ich dem Doktor Bescheid.“

Alptraum

Es war ein Alptraum, ein einziger langer verrückter Alptraum, etwas anderes konnte es nicht sein. Karlas vernebelte Sinne nahmen alles wahr, was um ihm(ihr) herum geschah, was mit ihm(ihr) geschah, was mit Klara geschah. Der Name, der Name konnte nicht stimmen, war nicht Klara, Klara war ein Name für Mädchen, der richtige war Klara! Sein(ihr) eigener Name war Karla. Ein schöner Name, der Herrschaft würde dieser Name leicht von der Zunge gehen. Der Herrschaft? Natürlich, er(sie) würde jemandem dienen, seiner(ihrer) Herrschaft jeden Wunsch erfüllen. Was denn sonst? So sollte es doch sein!

Ein weitere kurzer Zeitraum halbwegs klaren Denkens überkam ihn(sie). Er(sie) lag in einem Bett. Keine Decke bedeckte ihn(sie) und er(sie) blickte zur Seite und sah Klara. Sein(ihre) Freund(in) sah seltsam aus. Irgendwie weiblicher? War er selber nicht auch hübsch anzusehen? Eine Zierde für jeden Haushalt. Wach sein, nein, Schlafen, er(sie) wollte schlafen! Und nun dachte er(sie). Denken! Denken fiel ihm(ihr) schwer, nicht denken war einfacher. Nicht denken, nur zuhören und lernen. Lernen, ja er(sie) lernte. Kochen, Hauswirtschaft, Putzen, Wachen, wie befriedige ich den Master, Kinder Betreuung, wie befriedige ich die Mistress, Konversation, medizinische Hilfe, Fremdsprachen, Gehorsam, Bügeln, Nähen, Selbstverteidigung, Personenschutz. Wie viel man nur lernen konnte. Massage-Techniken, medizinische und sexuelle. Körperpflege, Frisieren, Visagie. All das lernte er(sie) durch zuhören und es war nicht abzusehen wann er(sie) aufhören würde zu lernen, denn in jeder Sekunde lernte er mehr und mehr und mehr und, und es hatte seinen Preis, denn er(sie) vergaß Sachen. Oder wurde es gelöscht? Zum Beispiel seine(ihre) Mutter, er musste doch eine haben, oder? Doch wenn er(sie) seinei(hre) Gedanken in diese Richtung lenken wollte, was eh schon extrem schwer war, dann war da nichts, es war leer. Nein keine Mutter. Hatte er jemals eine gehabt? Nein, sonst würde er sich daran erinnern! Ganz bestimmt! Wenn man das Rezept für Pelmeni nicht vergessen kann, wie sollte man die eigene Mutter vergessen können, es sei den man hatte nie eine gehabt. Lächerlich, eine Mutter! Karla schüttelte ihren Kopf. Denken tat weh. Nicht denken, einfach nur lernen und zuhören und lernen und zuhören. Karla schloss ihre Augen. Dunkelheit umfing sie und sie lernte.

Klara öffnete die Augen. Lernen und zuhören, diese Worte pochten in ihrem(seinem) Kopf. Es waren nicht ihre(seine) Gedanken, es waren die von Karla, geliebte Karla. Und es war so schwierig geworden ihre(seine) Gedanken von denen Karlas zu unterscheiden! Hatte sie(er) nicht eben noch zur Tür gesehen und sich selber angeschaut? Nun sah sie(er) zu einem Fenster und hatte Karla im Blick. Schwarz und Rot. Karlas Korsage war Schwarz und Rot, wie ihre(seine) eigene. Ein Spiegel! Sie(Er) wollte einen Spiegel. Man hatte etwas mit ihnen beiden gemacht und sie(er) wollte wissen was. Die Tür ging auf und zwei Männer betraten den Raum. Es klickte und es wurde hell. Klara verfiel wieder in dieselbe beunruhigend angenehme Starre, ihre Gedanken wurden wieder unwichtig und verschwammen ins Nichts. Schlafen, zuhören und lernen. Das Mantra, das in den letzten Tagen auch Klaras einziger Lebensinhalt war, aktivierte sich. Und eine Lektion in Lederarbeiten brannte sich in den mittlerweile gut gefüllten Kopf und löschte eine weitere nutzlose Erinnerung ihres mittlerweile unwichtigen vergangenen Lebens aus.

„Du bist also mit der neuen Persönlichkeit fertig geworden.“

„Kaa ist bereit zur Implantation.“

„Kaa?“

„Das ist der Name, den Sie mir genannt haben.“

„Stimmt, hatte ich ganz vergessen. Und wenn ich den Namen nun höre, dann gefällt er mir immer besser.“

„Kann ich ganz und gar nachvollziehen. Der Name ist kurz und eingängig, man kann ihn wunderbar brüllen, oder leise flüstern.“

„Genug davon!“ van Furr wischte mit seiner rechten Hand durch die Luft und beendete das Thema. „Wir wollen nun unsere beiden Schäfchen zur letzten Station ihrer Verwandlung bringen. Wecken wir sie auf.“

Karolus trat an seinen Computer und tippte einen Befehl ein. Die Monitore an der Wand erstrahlten und die Diagramme wechselten nach und nach die Farben. Die Lernprogramme wurden unterbrochen und eine Wecksequenz wurde gestartet.

„Die beiden sollten gleich bereit sein. Hm, in den letzten Stunden scheinen sie immer wieder kurze Wachphasen gehabt zu haben.“

„So! Wie wach waren Sie denn?“

„Nicht sehr, sie scheinen kurz eigene Gedanken gehabt zu haben. Was genau, das kann ich nicht sagen.“

„Besteht die Gefahr, dass Kaa bei der Implantation einen Zusammenbruch erleiden könnte?“

„Ich glaube nicht. Die Wachphasen waren zu kurz und die Automatik der Lernprogramme sollte solche Lags ausgeglichen haben. Kaa wird sicher sein.“

„Das will ich hoffen.“

Die Monitore zeigten nun stabile Werte an. Die beiden Schläfer konnten geweckt werden. Van Furr trat an die Betten.

„Reise, Reise Ihr beiden, aufgewacht, Ihr habt genug geschlafen!“

Zwei Augenpaare, das eine wässrig blaugrün, das andere ein irritierendes violett, öffneten sich und die beiden setzten sich auf. Karolus und Dr. van Furr traten an je einen heran und entfernten einige Sensoren, die nicht mehr gebraucht wurden. Einzig ein Sensornetz, das ihre Haare bedeckte, verblieb, da es noch gebraucht wurde.

„Steht auf und folgt mir!“ Befahl van Furr, drehte sich zur Tür und verließ den Raum umgehend. Klara und Karla folgten ihm ohne jegliche Regung zu zeigen, den Abschluss bildete Karolus. Die drei folgten dem Doktor zum Medienraum, in dem Katti auf sie bereits wartete.

„Ihr beide, setzt euch auf die Stühle“, wies Karolus die beiden an, „und schnallte euch an!“

„Wo sind Flora und Juri?“ fragte van Furr.

„Ich höre meinen Namen?“

Im Türrahmen war die kleine Silhouette der Füchsin zu sehen und neben ihr der, nur etwas größere, Umriss ihres Begleiters.

„Flora! Juri!“ er nickte beiden lächeln zu, „Schön, das passt ja wunderbar. Da Sie beide nun auch da sind, dann können wir ja die abschließende Behandlung starten“ begrüßte er die Neuankömmlinge.

Als Flora van Furrs heiter klingende Worte hörte wurde ihre Nase ein paar Nuancen blasser. Sie sah zu den beiden Stühlen, in denen Karla und Klara bereits saßen, die gerade von Katti und Karolus an die Systeme des Bildgebers angeschlossen wurden. Ihre Hand suchte nach Halt und Juri ergriff sie mit seiner. Sie drückte seine Hand so fest, das es schmerzte.

„Du bist nicht allein!“ flüsterte er.

„Danke!“ kam leise ihre Antwort. Dann atmete sie tief durch und mit fester Stimme sprach Sie van Furr an.

„Ich will mir die beiden erst genauer ansehen.“

„Wie Sie wünschen.“

Flora trat in den Raum, ging an van Furr vorbei und näherte sich dem ersten Stuhl an dem Katti arbeitete. Juri blieb an ihrer Seite, gezwungenermaßen, denn Flora hielt noch immer seine Hand in ihrem eisernen Griff. Sie war wirklich viel stärker, als ihre zart und zerbrechlich wirkende Figur erschien. Juri hatte es die Sprache verschlagen. Als er neben Flora vor den beiden Stühlen stand, in dem die beiden Männer saßen, nein, er musste sich korrigieren, keine Männer, Frauen, sehr junge Frauen und gut ausgestattet dazu, ihre Titten waren groß wie kleine Melonen. An Maika würden solche Brüste zu klein wirken, aber bei der Statur der beiden schienen sie riesig zu sein. Nervös leckte er sich die Lippen. Nichts erinnerte an die Personen, die die beiden vorher gewesen waren. Katti legte gerade die letzten Sensoren, als sie Flora und Juri bemerkte.

„Flora!“

„Ist schon in Ordnung.“ Flora bemühte sich selbstbewusst zu klingen.

„Sie können Ihnen nichts tun, sie sind gesichert und dank Ihrem Drogencocktail unfähig sich zu regen, wenn wir es nicht wollen.“

„Ich weiß genau wie meine Mischungen wirken.“

„Natürlich.“

„Wer war das? Ist es der Deutsche oder der Türke?“

Zaghaft strich sie die Haare aus Klaras Stirn und betrachtete das Gesicht des früheren Mannes. Es war das Gesicht einer jungen Frau, die der Feder eines begabten Mangaka entsprungen sein könnte. Wie niedlich, so unschuldig und naiv. Oval geschnitten mit riesengroßen Augen, die aber noch den Funken vermissen ließen, den ein wacher Verstand bewirkte. Sie und ihre Genossin waren leere Hüllen, nun nicht ganz leer, aber bereit noch mehr gefüllt zu werden. Flora strich ihren Hals hinab, die blasse milchige Haut, samtig, weich. Flora entspannte sich etwas.

„Ist es Ihnen so wichtig zu wissen, wer von den beiden sie einmal war?“

„Ich weiß nicht. Ich habe bislang nur Bilder von den beiden gesehen, nun nicht direkt von Ihnen, die Entwürfe meine ich. Und nun, die beiden sehen absolut identisch aus!“

Flora lies Juris Hand los, der sichtlich erleichtert war und einen Schritt zurücktrat. Das was Flora tat, fand er sehr erotisch und er konnte den Blick nicht von ihren Händen lassen. Floras Hände wanderte zu Karlas Brüsten hinab, die einige Nummern größer waren als ihre eigenen und berührten die Korsage.

„Es gibt nichts absolut Identisches. Ihre Augen unterscheiden sich! Aber ansonsten haben die Naniten sie zu mehr gemacht als nur normale eineiige Zwillinge.“ Van Furr war neben sie getreten.

„Huh!“ entfuhr es Flora erstaunt.

„Was ist?“ fragte der Doktor und trat neben die Füchsin

Flora rieb ihre Fingerspitzen aneinander und schnupperte an der Substanz, die sie von der Korsage aufgenommen hatte.

„Die Korsage? Sie fühlt sich seltsam an. Sie sieht aus und riecht auch wie feinstes Leder und sie ist auch so Fest und steif, wie man es erwartet, aber auf eine eigenartige weise ist sie auch warm und etwas ölig an?… Fast so wie, wie Haut.“

„Nun das liegt daran, dass es wirklich ihre Haut ist.“ sagte van Furr und lachte

„Das ist Ihre Haut“, Flora strich erneut über die Haut, die aussah wie eine Korsage und war schwer beeindruckt. „Wow!“

„Ja, wow. All das was wie Kleidung aussieht ist gewachsen und lebt, abgesehen von den Bändern auf dem Rücken.“

„Bänder?“

„Klar eine Korsage muss gut gebunden sein, um eine schmale Taille zu erhalten.“

Flora begutachtete die Figur und ihr Blick fiel auf den Schritt. Sie sah genauer hin.

„Richtig gesehen, da ist nichts, nur eine Andeutung, mehr nicht.“

„Sie sind kastriert worden?“

„Die Penisse wurden nicht mehr gebraucht, nicht mal um in den weiblichen Gegenpart umgewandelt zu werden, also haben wir das beste aus Ihnen gemacht was man sich denken kann.“

„Und das wäre?“

„Dildos!“

Flora blinzelte überrascht und Katti kicherte leise. Die Katze dachte an ihr höchst eigenes Prachtstück, das daheim geblieben und in eine Art Winterschlaf versetzt worden war. Ihr geliebter, kleiner Ulli.

„Dildos?“

Karolus und van Furr lachten und Katti grinste und deutete zu einem Koffer aus Aluminium, der mit mehreren Kabeln auch an das Computersystem angeschlossen war. Die Katze hielt ihre Hände ein gutes Stück auseinander und blinzelte Flora an. Die Nasenspitze der Füchsin wurde ein paar Nuancen dunkler. Juri blickte hilflos in die Runde, er verstand nicht, was so lustig sein konnte. Er hatte das Wort Dildo verstanden, doch was hatte Sexspielzeug mit den beiden ehemaligen Männern zu tun? Und was war daran so lustig. Er musste Flora später fragen. Ja das würde er.

Flora schloss ihre Begutachtung von Klara ab, während Dr. van Furr ihr noch ein paar Einzelheiten über die drastisch veränderte Anatomie der beiden mitteilte, wie zum Beispiel den einzigartigen Weg, den die Atemluft nun nahm und dem damit zusammenhängenden vollständige fehlen eines Kehlkopfes. Er war so von seiner Schilderung eingenommen, das er nicht bemerkte, dass die Füchsin seinen Worten nur wenig Beachtung schenkte. Ihre Gedanken streiften bereits zu dem was noch kommen sollte. Van Furr bemerkte schließlich, dass Flora mit ihren Gedanken woanders war, er verstummte, bedeutete den anderen zu schweigen und so warteten alle ab. Ein paar Minuten vergingen, bis Flora bemerkte, dass es im Raum um sie herum sehr still geworden war. Sie sah auf und bemerkte die Blicke der anderen im Raum auf sich ruhen. Ihr stieg wieder das Blut zu Kopfe.

„Flora?“ fragte van Furr mit einer erstaunlich sanften Stimme. „Ist etwas nicht in Ordnung? Sollen wir die Prozedur verschieben? Niemand treibt Sie zur Eile. Wir haben alle Zeit der Welt.“

Flora schüttelte ihren Kopf.

„Nein, mir geht es gut, ich war nur so in meinen Gedanken verloren gewesen. Die beiden, sie tun mir fast schon leid.“

„Ja, wir könnten aufhören sie als das anzusehen, was sie sind. Und aus falschem Mitleid unserem Vorhaben ein Ende setzen, doch was würde dann aus den beiden?“

„Ich könnte Ihnen sagen, dass Sie das Geld nehmen und die beiden in Ruhe lassen sollen!“

„Das könnten Sie, doch ich würde es dennoch beenden. Denn wir haben es angefangen, nun muss es zu einem Ende gebracht werden. Keine halben Sachen, das ist nicht unser Stil“, van Furr blickte zu Katti und Karolus und seine beiden Mitarbeiter nickten zustimmend. Es gab kein zurück. Ein Auftrag war ein Auftrag und ein Auftrag wurde erfüllt.

„Selbst gegen meinen Willen?“

„Selbst gegen Ihren Willen. Wir haben einen Vertrag! Und der wird erfüllt! Es gibt keine Ausstiegsklausel, für keine Seite. Weder für die beiden oder für mein Team oder für Sie, Frau von Rottenbach.“

Flora überlegte angestrengt. Sie wog das für und wider ab. Klara und Karla taten ihr einerseits leid, aber andererseits hatte sie, beziehungsweise Holger natürlich, auch sehr viel Leid durch die zwei Männer erfahren, deren Körper bereits unwiderruflich verändert worden waren. Und da war natürlich der Vertrag, den Sie mit der Praxis abgeschlossen hatte. Das Geld, das fällig werden würde wenn der Vertrag erfüllt worden ist, bedeutete ihr nichts, sie hatte mehr als genug zur Verfügung um van Furr auszuzahlen. Doch da waren auch noch ihre, nein, Holgers Eltern, besonders sein vermalledeiter Vater. Und sie konnte dafür die Hilfe der Praxis van Furr mehr als nur gebrauchen. Sie kam zu einem Entschluss. Pech für die beiden Maids in spe.

„Dann bringen wir es zu Ende!“

Van Furr strahlte. „Ausgezeichnet. Gehen Sie zu dem Podest und machen Sie es sich bequem. Katti, würdest du Flora anschließen.“

„Natürlich! Flora kommen Sie.“

Gesagt getan. Flora machte es sich auf dem Podest so bequem es irgend möglich war und Katti setzte Ihr den Schnittstellen-Helm auf, den Flora bereits kannte. Zusätzlich hatte van Furr auf einige weitere Sensoren bestanden, die Katti über Floras gesamten Körper verteilte. Zu guter Letzt hielt Katti noch zwei Sensoren in ihren Händen, die wie kleine Eier geformt waren.

„Nicht erschrecken, nur noch zwei Stück.“ Die Katze konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen, als sie sich Latexhandschuhe überstreifte.

Flora fragte sich wo die letzten beiden hingehörten. Van Furr hatte nur von einigen Sensoren gesprochen, doch so gut wie jede Stelle ihres Leibes war mit einem Sensor abgedeckt, bis auf … Ihr dämmerte es, wo die beiden Eier hin gesteckt werden sollten.

„Bitte muss das … huhh!“ Flora fauchte überrascht und ihre Nase wurde ein paar Nuancen dunkler.

Katti hatte Floras Schwänze gelüftet und den ersten Sensor in Floras Anus geschoben, der zweite war in ihrer Vagina verschwunden, und beide drückte Katti mit ihren Zeigefingern so tief in die empfindlichen Öffnungen wie die Katze nur konnte.

„Schon vorbei. War doch nicht so schlimm, oder?“ Kattis Grinsen wurde noch breiter und mit einem „Flatsch“ zog Sie die Handschuhe aus und entsorgte sie.

„Eine Vorwarnung wäre nett gewesen.“ grummelte Flora.

„Nett vielleicht, aber nicht so lustig.“

Juri der die Szene stumm beobachtet hatte, ging zum Podest und setzte sich ungefragt neben Flora und legte seinen linken Arm um ihre Schulter. Er hatte begriffen, dass seine Geliebte, ja seine Geliebte, Unterstützung und Trost benötigte. Ohne weiter zu überlegen gab er ihr einen sanften Kuss auf die Nase. Ihre Augen sahen ihn dankbar an und Flora entspannte sich, obwohl die Sensoren, besonders die beiden letzten, sie erregten.

Karolus prüfte die Systeme des Bilderzeugers und checkte Floras Sensoren. Die Anzeigen wechselten den Status auf Grün. Blutdruck etwas erhöht, Herzschlag erhöht. Das war zu erwarten und auch gut so. Ihr EEG war sehr aktiv, Floras Geist war mehr als wach. Sie war bereit.

„Doktor, wir haben Status Grün.“

„Sehr gut. Die beiden sind stabil und bereit?“

Karolus nickte. Das reichte van Furr.

„Flora wir fangen an, Sie sind bereit?.“

Flora zwang sich ein Lächeln auf ihre Lippen und hob ihre Rechte Hand mit dem Daumen nach oben. Juri flüsterte ihr etwas ins zu.

„Juri bleib ruhig bei Flora, sie wird deine Hilfe zu schätzen wissen. Katti?“

„Ja Doktor!“

„Geh bitte zu Angela und Miku. Die beiden wollten eigentlich dabei sein, nur haben wir hier zu wenig Platz. Im Wohnzimmer habt Ihr eine Lifeschalte zum Bilderzeuger, dort könnt ihr das Spektakel in Ruhe genießen.“

„Verstanden.“

Katti ging zu Flora und kniete sich vor ihr nieder.

„Flora du bist stark, viel stärker als du vielleicht glaubst. Halte dich einfach an dein Skript.“

„Das werde ich. Und Juri ist auch dabei. Mir kann nichts passieren.“

„So ist es. Juri, du passt gut auf Flora auf!“

„Iich werde sie chüten wie Augapfel!“ der kleine Russe lächelte Katti an.

Katti erwiderte das Lächeln, der Bursche hatte das Herz auf dem rechten Fleck. Sie erhob sich und verließ den Raum. Sie musste sich beeilen um die beiden Hausmaids rechtzeitig zu finden und zu der Vorstellung einzuladen. Das wird ein interessantes Schauspiel werden.

„Also“, van Furr ging zu Flora, „nun dann sollten wir anfangen.“

„Ja, bringen wir es hinter uns.“

„Denken Sie daran. Das Skript …“

„Das Skript habe ich verinnerlicht.“

„Sehr gut, dann wollen wir mal. Karolus starte das System und lass Flora als erste erscheinen.“

„Verstanden. Operation Floras Feldzug beginnt in 3 … 2 … 1!“

Karolus hackte mit dem Zeigefinger auf die Enter-Taste und die Computersysteme im Keller des Gebäudes erwachten zum Leben. Floras Lieder flatterten und sie verlor das Bewusstsein. Juri hielt sie, so dass sie nicht stürzen konnte.

„Floras Feldzug?“

„Haben Sie einen besseren Namen vorzuschlagen?“

Van Furr lachte, setzte sich an eine der Workstations und setzte ein Headset auf.

„Nein, der Name ist gut. Dann wollen wir mal sehen, wie unser Füchslein sich schlagen wird.“