Kleine Schlachten

Story by Were-Gato on SoFurry

, , , , , ,

Das ganz normale Leben einer Katzenfamilie


Okay, das ist nun mal was anderes. Gleich eine Vorwarnung, für den Fall dass die Tags nicht eindeutig sind, in dieser Story gibts keine expliziete Szene.

Warum? Frag mich was leichteres. Manchmal ist es eine bewuste Entscheidung was in eine Geschichte kommt, manchmal sind Szenen einfach da. Die Charaktere wollen es so. Und da ich keinen anderen Platz für diese Episode finde, stelle ich sie einfach separat hier rein. Hoffentlich bereitet sie trotzdem Vergnügen.

Kleine Schlachten

(eine pöse Furry-Fantasy)

"Mama, was ist eine Schlampe?"

"Was?" Joanne Curlson räusperte sich, richtete sich hinter der Kücheninsel auf und strich hastig ihr Geschäftskostüm glatt. Mit fahrigen Handbewegungen putzte die getigerte Katze sich die Schnauze. Der fragende Blick ihres jüngsten Sohnes leuchtete ihr von der anderen Seite aus entgegen. Der grau gescheckte kleine Kater trug seine Schuluniform und hatte noch nicht einmal den Ranzen abgelegt. Mit seiner Frage war er buchstäblich durch die Tür gesprungen.

"Was ist eine Schlampe?", wiederholte der kleine Kater langsam und eindringlich, ganz offensichtlich genervt von soviel erwachsener Begriffsstutzigkeit.

"Morry, wo hast du das denn aufgeschnappt?", fragte Scott und verschaffte seiner Frau so Zeit sich zu sammeln. Mit einer raschen Bewegung schloss er seine Hose.

"Im Bus", sagte der kleine Kater ganz selbstverständlich.

Die beiden älteren Katzen tauschten einen wohl wissenden Blick.

"Wer hat das denn gesagt?", fragte Joanne.

"Und zu wem?", fragte Scott, und bekam keinen kurzen Stoß mit dem Ellbogen ab.

"Eins von den großen Mädchen, die rosane. Die von der anderen Schule."

In Morrys Alter war die Unterscheidung der Gattungen noch keine zu einfache Sache. Jenseits von Hund, Katze, Maus wurden seine Zuordnungen oft vage.

"Gehört hab ichs beim einsteigen. Auf Vinz wollt ich nicht warten. Der war noch auf der Bank und hat mit Mark rumgeknutscht. Da hab ich gehört, wie eins von den Mädchen das gesagt hat. Schlampe" Er sprach das Wort aus als würde er es wie einen schillernden Käfer betrachten.

"Vinz war gemeint", stellte Scott unumwunden fest.

Joanne bedachte ihren Mann mit einem finsteren Blick.

"Warum?", fragte der kleine Kater.

"Weil sie versucht hat, gemein zu sein", erklärte Joanne bedächtig. "Weißt du, manche Leute meinen, dass es ihnen selber besser geht, wenn sie sowas sagen. Sie kommen sich dann mächtig vor, nur weil sie über jemand anderen lästern."

"Aber was heißt denn das?", wimmerte Morry mit aller Frustration eines Kleinkindes.

"Nur dass dein Bruder gerne rumknutscht", sagte Scott und nahm die beinahe angebratene Kasserolle aus dem Ofen. "Und das ihr das nicht passt."

Noch ehe Joanne etwas erwidern konnte, sagte Morry: "Ach so" Studierend zuckte sein kleines Schnäuzchen hin und her. "Das is ja dumm! Was gibts zum essen?"

Mit dieser klaren Antwort musste das Thema etwas wichtigerem weichen.

"Schinkennudeln." Scott trug die Kasserolle zum Tisch. Dann blickte er nachdenklich auf die blubbernden Käsemasse. "Ich glaub zumindest, dass ich diesmal an die Nudeln gedacht habe."

"Scott", sagte Joanne und schüttelte den Kopf. "Was immer es wird, geh schon mal und wasch dir die Hände."

"Mama!", winselte Morry.

"Du selber, oder ich!", sagte die Tigerkatze und leckte sich demonstrativ über die Schnurrhaare. "Suchs dir aus."

Mürrisch miauend schlurfte der kleine Kater in Richtung Bad.

"Mit dem wird der Kampf auch immer größer", murmelte Joanne und seufzte erschöpft. "Musstest du ihm das mit der Schlampe so erklären?"

"Warum, war das falsch?"

"Ich will, dass er versteht, aus welchen Gründen jemand so etwas sagt. Wie kleine Geister sich so größer fühlen wollen und alles."

"Joanne, er ist sechs."

"Christy hat es auch begriffen."

"Christy ist schlauer als wir beide zusammen", meinte Scott. "Was magst du trinken?"

Die Tigerkatze warf einen verstohlenen Blick auf die köstlich duftende Kasserolle. "Da ist schon Sahne drin, oder?"

"Nicht soviel, um das hier zu verbieten", sagte Scott und reichte seiner Frau ein flaches Glas voll cremig weißer Flüssigkeit.

Joanne tauchte die Schnauze hinein und leckte von der Sahne. Ein genüsslicher Laut verließ ihre Kehle.

Da krachte die Tür. Eine schmal gebaute, dreifarbige Katze rauschte durch das Wohnzimmer, warf ihre Schultasche gegen die Wand und verschwand in ihrem Zimmer. Es krachte eine weitere Tür.

Joanne und Scott blickten einander abermals an und hoben zeitgleich je eine Faust. Dreimal schütteln entschieden es, Joanne wählte Papier, Scott den Stein. Winkend schickte sie ihn auf den Weg. Der bullige Kater seufzte und setzte sich in Bewegung.

Wie sich herausstellte, hatte Scott die Nudeln nicht vergessen. Morrys Portion war längst vertilgt, abzüglich dessen was ihm noch rings um das kleine Schnäuzchen hing. Joanne versuchte seit geraumer Zeit, es ihm abzuwischen, wurde jedoch durch seine ausdrucksstarke Schilderung eines Dialogs aus der großen Pause behindert.

Vinz und seine Rattenfreundin Alice waren vor wenigen Minuten erst ins Haus getreten, und mussten nicht lange genötigt werden, etwas zu sich zu nehmen. Ihre leeren Teller standen schon wieder verlassen da.

Christy saß wortlos am Tisch, zum dritten Mal türmte sie die verbliebene Hälfte ihrer Mahlzeit zu einem Turm auf, nur um diesen dann umzustoßen. Jeden Einsturz quittiert sie mit einem noch wütenderen Fauchen. Scotts Versuche mit ihr ins Gespräch zu kommen führten nur zu weiteren eisigen Blicken.

Joanne war gerade bereit Morrys Fell aufzugeben und sich erneut Christy zu zuwenden, als zwei Gestalten Hand in Hand die Treppe herab wirbelten.

Alice und Vinz trugen Partnerlook, genauer gesagt, das exakt gleiche Modell von violettem Latexkleid, das kaum ihre Oberschenkel erreichte. Entlang der Flanken leuchtete ihr Pelz aus breiten Öffnungen, die deutlich zeigten dass beide sich nicht mit Unterwäsche belasteten. Ein Schwall substanzloser Eifersucht durchfuhr Joanne, der Zeit geschuldet als sie noch wagte derartiges selbst zu tragen.

"Hey ihr Zwei", rief sie "Wo gehts denn hin?"

"Avalons", antwortete Alice fröhlich. Joanne konnte sich nichts darunter vorstellen, bemerkte aber erleichtert dass sie zumindest die warmen Mäntel von den Haken nahmen.

"Danach vielleicht noch... Vinz, wie hieß der Laden von dem du erzählt hast?"

"Whispered Word, angeblich haben sie da jetzt Pärchenangebote. Weißt du, wenns stimmt, dass sie mit dem Umbau fertig sind..."

"Schon gut", winkte Joanne ab. "Vergesst aber nicht, dass wir dieses Jahr beim Weihnachtsball zum arbeiten eingeteilt sind."

"Mom" Der schwarzweiße Kater rollte mit den Augen. "Das ist doch noch ewig hin. Monate."

"Wochen", korrigierte die Tigerkatze. "Fünf um genau zu sein. Und es haben sich schon jetzt welche krank gemeldet, wir werden euch brauchen."

"Keine Sorge Joanne", sagte Alice. "Ist fest eingeplant. Papas A bis U stehen bereit, und Mama will immer noch die Kinder beaufsichtigen."

Joanne überblickte kurz ihren eigenen Nachwuchs, und drängte eine düstere Ahnung beiseite. "Na schön, ihr wisst ja, Vorplanung ist alles."

"Exakt" Vinz klopfte auf eine nicht vorhandene Uhr. "Können wir dann?"

"Na schön, viel Spaß euch beiden."

"Wir versuchen es!"

Sie hatten die Tür schon fast erreicht, als Morry krähte: "Vinz, bist du eine Schlampe?"

Alice kam dem schwarzweißen Kater mit der Antwort zuvor.

"Und was für eine!"

Ihre Zähne knabberten an seinem Kinn, was in einem züngelnden Kuss mündete.

"Da hörst du es. Expertenmeinung!", sagte Vinz nur, und war schon draußen.

Zufrieden matschte Morry weiter mit den Resten seines Essens und Joanne seufzte verhalten.

Die dreifarbige Katze funkelte ihnen bösartig nach.

"Willst du dazu nichts sagen?", zischte sie in Richtung ihrer Mutter.

"Christy", sagte Joanne langsam und mahnend.

"Die beiden sind praktisch nackt los, und mich sperrst du hier ein? Wo ist das denn gerecht?"

"Christy!" Der bedrohliche Unterton in der mütterlichen Stimme wuchs wie eine aus der Ferne heranrollende Flutwelle. Augenblicke bevor die Woge brach ging abermals die Tür auf, und Vinz obere Hälfte wurde sichtbar.

"Hey Mom, der lag noch im Auto. Ist nicht meiner."

Er warf etwas in ihre Richtung, und Joanne pflückte das weiche Gewebe aus der Luft. Es handelte sich um ein Stück violetten Stoffs, und als sie es auseinander faltete erkannte dass es sich um einen zierlichen Slip. Damenschnitt, hoher Beinansatz und wäre das noch nicht genug, dem Geruch nach eindeutig einer der ihren.

"Oh da ist es also geblieben. Danke Schätzchen!"

"Immer doch", sagte Vinz und warf die Tür zu.

Joanne richtete sich auf, stieg in das Höschen und zog es unter den Rock ihres Geschäftskostüms.

"Was?", quittierte sie Christys grimmigen Blick. "Dein Vater hat mich von der Arbeit abgeholt. Was hast du denn heute?"

Scott prostete seiner Frau anerkennend zu.

"Hausarrest, für genau dasselbe!", fauchte die dreifarbige Katze "Und bei dir macht das also auch nichts, was? Vinz schläft sich durch die halbe Schule, und ich kann hier versauern!"

Bei genauem hinsehen konnte man die Blitze entdecken, die sich zwischen den Augen der beiden Katzenfrauen formten. Mit angelegten Ohren versuchten sie einander nieder zu starren.

"Töchterchen" Joanne sprach jede einzelne Silbe mit der aller deutlichsten Betonung aus. "Was dein Bruder treibt, tut nichts zur Sache. Er hat seinen Teil schon bekommen. Du bist diejenige, sich davon gemacht hat, um mit deiner Bande von Berserkerfreundinnen eine Spur der Verwüstung zu ziehen."

Christy hielt dem Blick der Mutter stand, knapp. "Das bisschen."

"Das bisschen?" Joannes Ohren zuckten. "Ich zähle es dir gerne nochmal auf. Katzenminze bis zum Exzess, die Hälfte davon nicht einmal bezahlt. Ein halbes Dutzend Fälle von Belästigung, wenn ihr jemand Unkooperatives erwischt habt. Nicht zu vergessen die Tatsache dass dich die Feuerwehr von dem Baum runterschneiden musste, auf dem du zum Sirius fliegen wolltest als dein Trip sich auf links drehte."

"Müssen wir die kotzüblen drei Tage danach auch erwähnen?", fragte Scott.

Als niemand auf ihn achtete löffelte Morry sich Nachschlag aus der Kasserolle.

Christy sank indessen auf ihrem Stuhl tiefer.

"Ich bin die Klassenbeste!", entgegnete sie, und versuchte nicht kleinlaut zu klingen.

"Oh ja!", gab Joanne nicht ohne Stolz zu. "Und als solche hast du dir auch die beste Strafe verdient. Wobei deine Kolleginnen auch nicht viel weniger bekommen haben. Da kannst du sicher sein, das haben wir schon abgesprochen. Sei lieber froh, dass wir nicht noch mehr verklebte Blätter aus deinem Fell schneiden mussten. Es ist so schön nachgewachsen."

Ein zufriedenes Glucksen lenkte die Aufmerksamkeit auf Morry, der zu diesem Zeitpunkt aus etwa aus zwei Teilen Kätzchen zu einem Teil Käse bestand.

"Ich mach das schon", sagte Scott und pflückte seinen Jüngsten vom Stuhl.

Für einen Moment hoffte Christy sich davon stehlen zu können, doch die Aufmerksamkeit ihrer Mutter war lückenlos.

"Ist trotzdem ungerecht!", knurrte sie in ihre herabhängenden Schnurrhaare.

"Es steht dir frei, in deiner Autobiografie mit mir abzurechnen", erwiderte Joanne. "Ich weiß, das glaubst du mir jetzt nicht, aber als Mutter ist es meine Pflicht, Strafen zu setzen. Es ist notwendig!"

"Mit Vinz hast du sowas nie gemacht!"

"Ach? Weißt du nicht mehr, vor drei Jahren, als er den ganzen Sommer über im Garten arbeitete?"

Christy blinzelte, diese Verbindung hatte sie nie gezogen. "Stimmt aber, Vinz hasst doch Gartenarbeit."

"Eben drum. Frag ihn mal nach seiner zweiten großen Schulfeier, als er bei den Cheerleadern war. Danach erzähl ich dir dann, was wirklich passiert ist."

Joanne sah förmlich, wie es hinter der Stirn der dreifarbigen Katze arbeitete. Planend, taktierend, formulierend; die Tigerkatze konnte nicht anders als stolz auf ihre kleine, kluge Tochter zu sein. Wenn auch verborgen hinter ihrem geschäftlichen Pokerface.

Aus dem Badezimmer drang Morrys kreischendes Lachen, dicht gefolgt von patschenden Wellen und unterdrücktem Fluchen.

Seufzend erhob sich Joanne vom Tisch.

"Ich muss ein weiteres Blutbad verhindern." Streng fasste sie ihre Tochter ins Auge, das Schmollen war noch da, aber langsam deutete sich Vernunft an. "Sind wir klar?"

"Klar Mom"

Joanne nickte und wandte sich zum Badezimmer.

"Kann ich wenigstens fernsehen?"

Die Tigerkatze lächelte, so dass ihre Tochter es nicht sehen konnte. Kluges Mädchen, die Forderung in der letzten Sekunde, wenn die Aufmerksamkeit längst woanders lag.

"Nur Öffentlich Rechtliche", sagte Joanne fiesant.

"Mom! Das ist unverhältnismäßig grausamer Strafvollzug!"

"Aber es tut deinem Wortschatz gut!", flötete Joanne und trat ins Badezimmer, dem nächsten Kampf entgegen.