Eine schwere Frage
Stehen die höchsten Hürden immer vor den lohnensten Zielen?
So, da haben wir etwas, dass eine Szene in einer anderen Geschichte werden sollte, dort aber keinen Platz fand.
Wird es auf sich allein gestellt funktionieren? Das Urteil überlasse ich anderen.
Wie immer ist dies hier natürlich nur was für Volljährige, und ich hoffe auf unterhaltsame Wirkung.
Eine schwere Frage
(eine pöse Furry-Fantasy)
Der Bildschirm des Telefons leuchte bläulich in das Dunkel als das Gespräch angenommen wurde. Begleitet von raschelndem Kratzen zeigte sich das verschlafene Gesicht eines semmelfarbenen Stieres auf dem Display.
"Was?", raunte dieser missmutig.
"Oh hey Trevor", sagte Darren verlegen. Der untersetzte Iltis strich sich nervös durch den Nacken. "Schläfst du schon, hab ich dich geweckt?"
"Schönheitsschlaf", grummelte der gutaussehende Stier. Schmatzend leckte er seine rosige Nase. "Was ist denn los?"
Darren holte viel zu lange Luft.
"Trevor, du hast doch... ich meine, meine Mom die, die arbeitet doch in der Verwaltung von ViaTres. Da kommt sie viel mit Leuten zusammen, und als ein paar Hochwürdige kurzfristig verreisen mussten, hat sie die Karten von denen bekommen. Erst wollte sie selber gehen, aber dann war das mit seiner Oma, und da dachte sie... Also nein, eigentlich dachte ich ja muss ich sagen..."
"Alter" Trevors Augen bewegten sich träge und leicht asynchron. "Ruf nochmal an, wenn du den Satz fertig hast."
Sein Gesicht verschwand vom Display.
"Gehst du mit mir auf den Weihnachtsball?"
Die Worte explodierten förmlich aus der Schnauze des pummeligen Iltisses, und eine Sekunde später wusste er nicht mehr, ob er sie tatsächlich ausgesprochen hatte. Raschelnd kehrte das Rindergesicht zurück auf den Bildschirm.
"Ach so, sag das doch gleich", nuschelte Trevor, die Augen halb geschlossen. "Klar, machen wir. Schreib mir wann, dann hol ich dich ab. Nacht."
Das Display erlosch mitsamt der Verbindung.
"Na also, du hast es doch geschafft", sagte Isidor anerkennend. Der schlanke Hirsch nahm Darren das Telefon aus der Hand und schloss die Programme. Der pummelige Iltis war nicht mehr fähig sich zu bewegen. Er saß nur da, in der verlassenen Pausenecke des Krankenhauses. Der Kragen der weißen Jacke, die ihn als Sanitätspraktikant auswies, legte sich zunehmend enger um seine Kehle.
"Und, was ist das für ein Gefühl, endlich mal was zu unternehmen? Erleichternd, oder?"
Isidor stupste ihn mit dem Ellbogen an. Der dicke Iltis rührte sich nicht. Prüfend griff der Hirsch nach seinem Hals, fühlte den Puls. Dieser schlug heftig und viel zu schnell.
"Ich hab ihn eingeladen", krächzte Darren. Fast als fürchte er sich vor dem Klang seiner eigenen Stimme.
"Hab ich doch gesagt!", lachte Isidor "Du hast es geschafft, Wette gewonnen"
Darren starrte ihn weiter fassungslos an. "Ich weiß nicht, ob er begriffen hat, dass ich ein Date gemeint hab."
"Dann solltest du ihm das noch schonend beibringen. Aber hey, Fortschritt ist Fortschritt", meinte der dienstältere MTA und kniff den Iltis sanft in die Pausbacke. Bei einem Verwandten hätte Darren das nicht gemocht, aber das Praktikum hatte ihn schon einiges überdenken lassen. Und im Augenblick war er froh solange er nicht vergaß zu atmen. Seine zitternden Fingern ergriffen den Pappbecher auf dem kleinen Tisch. Er verzog die Schnauze als er das bittere Gesöff hinunter schüttete. Der abscheuliche Geschmack brachte ihn zumindest zum Teil wieder in die Realität zurück. Zumindest den Kaffee würde er nicht vermissen.
Isidor streckte sich neben ihm aus.
"Nicht übel für deinen letzten Tag oder? Hast du die Bewertungen schon ausgefüllt?"
Darren nickte, die Worte des Hirschs drangen immer noch wie aus einer anderen Welt zu ihm.
"Ja", sagte er schleppend. "Das müsste alles vollständig sein."
"Na also!", beglückwünschte ihn der Hirsch "Praktikum komplett, bei dem du dich gut geschlagen hast, nebenbei bemerkt. Sogar eine lobende Erwähnung von Doktor Swanson. Und du hast das mit deinem Herzi-Puh endlich eingeladen. Was willst du noch mehr?"
"Keine Ahnung", sagte Darren tonlos. Herzi-Puh, schon allein dafür hätte Trevor ihm vermutlich eine verpasst. Aber war er das? War er es? Was war er? Wollte er es? Ja! Wirklich? Im Kopf des Iltis drängten die Fragen übereinander, bis ihn endgültig ratlose Leere ausfüllte.
"Dann lass mich dir was vorschlagen", sagte Isidor verschmitzt. "Da du jetzt ohnehin nicht mehr offiziell in dieser Klinik arbeitest, und deinen Süßen noch nicht offiziell datest, kann ich unsere kleine Wette noch gleich einlösen."
Darren blinzelte verdattert. "Was?"
"Nun, das muss ich schon ausnutzen", säuselte der Hirsch. "Schließlich wirst du ab Weihnachten fest vergeben sein."
"Aber, ich meine, wenn jetzt..."
"Genau, und wenn dieser Stier von dem du erzählt hast tatsächlich so besitzergreifend ist wie du sagst, will ich mich lieber nicht mit ihm anlegen." Isidor sank auf die Knie. "Außerdem hat mir da der Freund von einer Ex-Patientin ein paar Tricks gezeigt, die ich unbedingt mal wieder ausprobieren muss."
Prasselnd öffnete sich der Reißverschluss, Kühle drang in das intime Iltisfell. Darren schnappte nach Luft, packte die Ecke der Bank mit der einen, die Tischplatte mit der anderen Hand.
"Uh, ja, halt dich besser gut fest", zirpte der Hirsch von unten herauf, dann wurde seine Miene jedoch wieder ernster. "Hey, ich bin dir doch nicht zu schnell, oder? Ich meine, wenn du gleich alles für deinen Süßen aufheben willst, ist das total in Ordnung."
Für einen Augenblick überlegte der dickliche Iltis tatsächlich, dann packte er das Geweih des knienden Hirschen.
"Na also!", zirpte Isidor als er nach vorn gezogen wurde, und öffnete bereitwillig die Schnauze. Zielgenau streckte er seine Zungenspitze in die Felltasche des Iltis, dessen halbharter Schaft sich ihm schon entgegen reckte. Die Lippen des Hirschen schlossen sich um den Saum der Tasche, so dass das anschwellende Fleisch vor kalter Luft geschützt blieb. Der herbe Iltisgeschmack breitete sich in seinem Rachen aus. Freudig spürte Isidor, wie das Wachstum zum Ende kam und die breite Spitze gegen seinen Gaumen klopfte. Einen echten Freudenspender hatte das Kerlchen da, beachtlicher Durchmesser, aber nicht lang genug um ihn zu würgen.
Gemächlich verfiel der Hirsch in einen steten Rhythmus. Eigentlich wollte er stillhalten, dem Iltis die Initiative erlauben, wie er es sich von dem schwarzweißen Kater abgekupfert hatte. Doch das funktionierte eher für dominantere Kerle.
Mit dem Iltis verlagerte er sich mehr auf sanften, aber stetigen Unterdruck, der bei jedem Atemzug ein neues, kleines Stöhnen hervor kitzelte.
Das hatte die erwünschte Wirkung. Langsam wurde Darren sogar etwas aktiver. Er setzte nach, zog die Hübe mit, drücke seinen Harten mehr und mehr gegen Isidors Backen um mehr Reibung abzubekommen.
"Na endlich", dachte Isidor verschmitzt. So konnte sich die Sache sehen lassen.
Zumindest bis der ein ruckender Hub den Kopf des Hirsches im falschen Winkel traf.
Es krachte, schmatzte eklig, und plötzlich brach etwas Hartes entzwei. Erschrocken schrie Darren auf, der Kopf des Hirsches schnellte zur Seite. Nur knapp schaffte er es, sich am Stuhl fest zu halten, als die aufgestauten Kräfte sich entluden.
Mit weit aufgerissenen Augen starrte der Iltis nach unten. Isidor blickte verdutzt zu ihm auf, dann betastete er seinen Kopf. Aus dem verhornten Pfropf, wo bis eben noch das Geweih seinen Platz gehabt hatte, sickerten haarfeine Tröpfchen Blut. Das fehlende Stück zitterte in der Faust des panischen Iltis.
"Sowas", sagte Isidor. Er erhob sich, kam schwankend auf die Hufe. Dann packte er das verbliebene Geweih und zog ruckartig. Unter ekligem Schmatzen brach es aus seiner Verankerung, und ließ die Stirn des Hirschen schmucklos zurück. Der Iltis starrte ihn fassungslos an.
"Puh, ich dachte schon, dieses Jahr gehen sie überhaupt nicht mehr ab", seufzte Isidor erleichtert. Darren starrte auf das abgerissene Stück Geweih in seiner Hand, ehe er es hastig auf den Tisch legte.
"Tut mir leid, ich wusste nicht..."
"Hey, keine Panik", sagte Isidor, legte die zweite Hälfte neben die Erste und setzte sich. Erleichtert strich er durch sein Kopffell. "Das gehört so. Eigentlich sollten die Dinger schon viel früher runter, aber die Schichtarbeit hat meinen Biorhythmus da längst vollkommen durcheinander gebracht. In ein paar Monaten wachsen die eh wieder nach."
"Aber in der Schule, da....", stammelte Darren. "Ich meine, Horn, ich dachte..."
"Bei Hörnern ist das was anderes", sagte der Hirsch. "Meins ist ein Geweih. Verwechseln viele. Mach dir nichts draus." Er lehnte sich nach hinten und ließ den Kopf über die Rückenlehne hängen. "Mann, ich hab schon direkt vergessen, wie leicht sich mein Schädel anfühlen kann."
"Was geht denn hier vor?" Die dröhnende Stimme hallte durch den Gang heran, noch ehe die schweren Schritte den Boden erzittern ließen. Bis die große Kaltblutstute um die Ecke trat, konnten die beiden Sanitäter zumindest ansatzweise ihre Kleidung in Ordnung bringen.
"Wart ihr das? Die ersten Patienten schlafen schon, beherrscht euch gefälligst!"
Mit klackenden Schritten kam sie näher, Isidor stimmte die ersten Ausflüchte an.
"Also, Cybill weißt du, eigentlich..."
Die großen Augen der kräftigen Stute suchten, entdeckten und erkannten binnen weniger Augenblicke. Ein Grinsen schob sich auf ihren breiten Mund. Tadelnd hob sie einen Finger und setzte sich mit an den Tisch.
"Neuer Look?", fragte sie den Hirsch. "Süß, steht dir, könntest fast als Mädchen durchgehen."
"Also ob", keckerte Isidor und kraulte seine Stirn. "Warts nur ab, nächstes Jahr wirds sicher ein Zwölfender."
"Wenn du das sagst", meinte Cybill. Aus den Augenwinkeln betrachtete sie Darren, und dessen verlegenen Gesichtsausdruck.
"Hast du dir etwa schon wieder ein neues Opfer gefunden?", fragte sie fiesant und bedachte den geweihlosen Hirsch mit einem durchdringenden Blick.
Darren wäre am liebsten im Erdboden versunken, aber Isidor erwiderte nur fröhlich: "Sicher doch. Meine Erfolgsquote spricht schließlich immer noch für sich!"
"Da hast du allerdings Recht", bemerkte die Stute spöttisch und wandte sich an den Iltis. "Lass dir von dem nur nichts einreden, der alte Kuppler hat einfach viel zuviel Spaß daran, Leute zusammen zu bringen. Das springt ihm eines Tages nochmal mit nacktem Arsch ins Gesicht."
Isidor streckte ihr die Zunge heraus. "Solange es ein süßer Arsch ist. Außerdem, was beschwerst du dich? Hab ich dir nicht Tinaka erst vorgestellt?"
Ein dumpfer, wohliger Laut drang aus der Kehle des Pferdes.
"Hast du, und seitdem darf ich mir deine selbstgefällige Visage gefallen lassen."
"Berufsrisiko", keckerte der Hirsch. "Seit ihr eigentlich dann noch zu Halloween auf die Party gegangen?"
"Sind wir", nickte Cybill, zog ihr Telefon aus der Tasche und begann die Bilder zu durchsuchen. ""Hätte nie gedacht, dass mich jemand mal dazu bringt, aber da sind wir."
Sie zeigte das Telefon vor. Die Kaltblutstute trug einen schwarzen Anzug mit Glitzerbesatz, komplett mit einem hohen Zylinder. Auf ihrem Schoß saß eine pummelige Dachsfrau, angetan wie eine billige Stoffpuppe mit Flickenkleid und Fransenperücke. Sogar ihre Schnauzenlinien waren nachgeschminkt, um wie ein klappendes Puppenmaul auszusehen.
"Oh, Partnerkostüm", zirpte Isidor. "Wie niedlich. Aber Tinaka als Bauchrededummy, wirklich? War sie dir dafür nicht böse."
"Es war ihre Idee!", entgegnete die Stute mit breitem Grinsen. "Sieh mal genauer hin, dann merkst du schon, wieso!"
Darren schob die Brauen zusammen. Die Dachsin saß auf dem Schoß der Stute, eben wie die Puppe eines Bauchredners. Wie man es sich vorstellte. Cybill hielt sie mit einer Hand fest, die andere steckte unter dem Flickenkleid. Moment, aber nicht hinten am Rücken, wie bei einer Holzpuppe. Weiter unten, unter dem Kleid, und wenn man den Winkel bedachte...
Der Iltis fühlte überdeutlich, wie seine Augen größer wurden. Wenn die Stute sich nicht den Arm ausgerenkt hatte, dann steckte ihre Hand mit einem guten Teil des Gelenks in... in...
Starr linste er auf die Hände der Stute. Selbst ohne das bauschige Fell waren das Pranken, noch nicht mitgerechnet das stumpfe Horn der Nägel. Das konnte doch nicht...
Reflexartig kniff Darren den Hintern zusammen.
"Ganz genau!", triumphierte Cybill genüsslich. "Und glaub bloß nicht, dass das nur eine Sache für das Foto war. Sie bestand darauf, dass wir eine ganze, kleine Show für ihre Freunde aufziehen. Gab sogar Applaus."
"Sag ich doch!", gurrte Isidor. "Wer ist der große Pärchenfinder?"
"Hör bloß auf, wenn du nicht..."
Schrilles Fiepen unterbrach alle weiteren Worte, als Notfallsignale die kleinen Displays erleuchteten.
"Arbeit ruft", seufzte Isidor und setzte sich in Bewegung. "Sorry Darren, ich lös meine Schulden ein, wenn wir das hinter uns haben."
Der Notfall nahm den Rest der Nacht in Anspruch, und danach war niemand mehr in Stimmung.