Kapitel 8

Story by SethGodofChaos on SoFurry

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Kapitel 8

Hinweise

„Eh, seht euch das mal an“, sagte Hadron.

Sie steckten ihre Köpfe zusammen. Anschließend waren nur noch leises Pfeifen, Maunzen, Raunen und Seufzen zu vernehmen.

Hadron hatte etwas sehr wichtiges gefunden. Es handelte sich bei den vermeintlichen Anleitungen, um Bau- und Lagepläne für die unbekannte Basis im Urwald und außerdem für eine weitere Basis im Gebirge.

„Das wird ja immer interessanter“, entfuhr es Stella.

„Jetzt sind es schon zwei Basen“, merkte Hadron an.

„Nein“, sagte Pathenon plötzlich, „es sind drei Basen. Zwei kleinere deren Lagepläne wir vor uns haben und eine wesentlich größere. Da gibt es aber nur einen Hinweis und keinen genauen Plan. Außerdem scheinen die Basen unter-schiedlich stark bewaffnet und auch ausgerüstet zu sein. Weiterhin steht hier ein Hinweis auf eine Waffe, die wir nicht haben und die sich in der Basis im Urwald befindet. Es gibt keine Aussage darüber, ob diese Waffe aktiv ist und um was genau es sich handelt.“

„Was? Zeig mal her“, sagte Cyron und nahm ihm die Papiere aus der Hand.

Pathenon zeigte auf die entsprechenden Textpassagen und Zeichnungen.

„Das ist ja besser als gedacht. Die Basis im Urwald scheint stärker ausgerüstet zu sein, als die in den Bergen. Die große Zentralbasis, liegt angeblich auf der Rückseite unseres Planeten“, hub Cyron an.

„Unmöglich“, wetterte Hadron, „Auf der Rückseite befindet sich nur Wasser.“

„Das mag ja sein. Aber hier steht, dass es so ist. Und keiner von uns weiß, wie es auf der Rückseite wirklich aussieht, da niemand bisher dort war.“

Hadron nickte und musste das Argument einsehen.

„Tja und so wie es aussieht befindet sich die Waffe um die es geht in der Urwaldbasis, allerdings braucht man einen elektronischen Schlüssel und der liegt in der Gebirgsbasis.“

„Wird auch erwähnt um was für eine Waffe es sich handelt?“, fragte Tarja.

„Nein. Ich glaube nicht. Moment mal. Doch, hier steht etwas darüber:

… taktische Datengrundlagen sind aus Gründen der Sicherheit verschlüsselt und topsecret. Die technischen Grundrisse befinden sich in der Gebirgsbasis in einem Tresor. Die Mecheinheit ist momentan ein Prototyp, aber voll einsatz-fähig und kampfbereit. Sie steht in der Urwaldbasis unter Verschluss und befindet sich hinter Panzerstahl in einem Kellergewölbe. Geschützt wird der Zutritt durch automatische Laserkanonen mit Bewegungssensoren sowie zeit- und bewegungsgesteuerte Sprengladungen. Ihre Deaktivierung kann nur über den Schlüssel erfolgen.

Ein zweiter Ersatzschlüssel liegt allerdings innerhalb der zentralen Basis des Planeten. Im Tresor der Gebirgsbasis liegt zusätzlich noch ein Zettel auf dem die Schlüsselcodes notiert sind. Sollte der Schlüssel abhanden kommen, kann man die Codierung manuell über ein Terminal eingeben und damit die Sicherheitseinrichtungen deaktivieren. Passen sie auf, wenn sie die Kellergewölbe betreten und der Code unvollständig war. Eine bruchstückhafte Eingabe führt da-zu, dass ein Teil der Sicherheitsautomatik nicht deaktiviert wird. Beim betreten der Räume werden zusätzlich Messerdrohnen auf Angriff geschaltet.

Viel Glück“

Den Namen des Unterschreibenden konnte man nicht mehr entziffern, er fing lediglich mit einem C an.

„Messerdrohnen?“, fragte Tarja.

„Hört sich nach einem ziemlich üblen Waffensystem an“, antwortete Chiron.

„Tja“, schloss Cyron. „Das ist wirklich ne Sache, was?“

„Ich schlage vor, wir gehen auch auf den Dorfplatz und essen erstmal was“, sagte Tarja.

„Gute Idee. Und dann werden wir uns beratschlagen und überlegen was wir tun und wo wir zuerst hingehen.“ Cyron nickte und auch die anderen waren einverstanden.

Auf dem Dorfplatz angekommen, setzten sie sich an den Rand und aßen Fleisch, das ihnen eine der Dorfbewohnerinnen gab. Nach dreißig Minuten schienen alle fertig zu sein und begannen über Götter und die Welt zu reden. Sie betrachteten ihre Waffen und machten dumme Sprüche.

Cyron stand auf und ging in die Mitte des Platzes. „Hallo, hört mir mal bitte zu.“

Es zog Stille ein.

„Wir haben da noch Aufzeichnungen gefunden, die wir euch nicht vorenthalten möchten.“

Er las die betreffenden Textpassagen vor. Die Stille fand ein jähes Ende. Alle redeten durcheinander und diskutierten.

„Hey, hallo!“, schrie Chiron.

Die Menge beruhigte sich schwerlich.

„Es geht jetzt darum, dass wir überlegen sollten, welche von den zwei Basen wir zuerst erkunden. Die im Gebirge oder die im Urwald? Die Basis auf der Rückseite fällt, denke ich, erst mal aus, da wir nicht genug Informationen darüber haben und diese garantiert in einer der anderen Basen finden.“

Wieder wurde es laut und die Diskussionen flammten erneut auf.

„Was denkt ihr, wo wir zuerst hin sollten?“, rief Tarja in die Menge.

Plötzlich herrschte absolute Stille und alle starrten die junge Tigerin an. Sie stand da und sah in die Runde. Alle schauten zu ihr auf und bemerkten, dass sich an ihren Brustwarzen Milchtropfen bildeten und an ihrem Fell herunter perlten. Wenn bis dahin keiner gemerkt hatte, dass sie in der Stillphase war, jetzt wussten es alle und staunten.

Einer der Wölfe stand auf: „Sag du uns, wohin wir zuerst gehen sollen. Wenn du uns den Weg weist, dann folgen wir dir. Sei du unsere Anführerin und wir folgen dir gern.“

Cyron schaute sich verwirrt um und schaute dann Chiron an, aber der hatte nur einen ziemlich merkwürdigen Gesichtsausdruck. Zustimmendes Gemurmel brandete Tarja entgegen. Sie war die neue Anführerin und wusste, dass ihr die Truppe folgen würde. Was auch immer es ausgelöst haben mochte, was auch immer es bedeuten sollte, Tarja sollte die Nummer eins sein.

Spontan fielen ihr Chirons Worte wieder ein, die er ihr bei ihrer ersten Begegnung sagte und das Puzzle schien sich zu einem Bild zu verdichten. Er musste diesen Augenblick erahnt haben.

Da standen sie nun, dreiundvierzig Chafren um sie versammelt und diese er-warteten einen Satz von ihr. „Wir werden morgen früh ins Gebirge ziehen und die erste Basis erforschen.“

Jubel und Beifall von den anderen, auch von Cyron und Chiron, die sich entmachtet fühlten, aber es nicht bereuten. Tarja sprach aus, was sie schon vorab gedacht hatten. Sie hatte eine Entscheidung getroffen und es war in ihren Au-gen die richtige. Die junge Tigerin lächelte, nein sie grinste und drehte sich zu ihrem Kater um. Sie fiel ihm in die Arme: „Jetzt verstehe ich es. Jetzt verstehe ich, was du mir damals gesagt hattest.“

Er nahm sie in die Arme und drückte sie sanft an sich.

Mittlerweile war sehr spät geworden und die Dunkelheit senkte sich über das Dorf. Die Kampftruppe hatte sich aufgelöst, die Waffen abgelegt und war in ihre Unterkünfte gezogen.

Tarja, ihr geliebter Kater, ihre Eltern sowie Casandra und der Ozelot Hargot saßen in ihrem Haus und redeten miteinander. Stella hatte mehrere Flaschen Wein auf den Tisch gestellt und es sollte ein gemütlicher Abend werden, denn immerhin wusste keiner, ob und wann es wieder so sein würde.

Alle waren mächtig aufgeregt, außer Chiron. Der druckste herum und war verdächtig still.

Tarja schaute ihn an: „Stimmt was nicht? Sag mir was dich bedrückt.“

Er hatte einen merkwürdig verschlossenen Blick und keiner konnte sich daran erinnern ihn je so gesehen zu haben.

Er seufzte: „Ich glaube, ich muss euch was sagen.“

Alle horchten auf.

„Na, so schlimm wird es wohl nicht sein“, ermunterte ihn Tarja.

„Es ist vielleicht schlimmer als du denkst, und ich fürchte euch damit einen Schock zu versetzen.“

Cyron stutzte, Stella schaute ihn verwirrt an, Tarja hielt den Kopf schief, legte die Ohren an und Casandra und Hargot lächelten ihm freundlich ins Gesicht.

„Nur zu“, forderte ihn Casandra auf und nickte.

„Ich bin nicht der, für den ihr mich haltet und ich denke jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, mit offenen Karten zu spielen.“

Sie schauten sich gegenseitig an und dann wieder zu Chiron.

„Was willst du uns damit sagen?“, fragte Cyron sichtlich beunruhigt.

„Nun ja“, fuhr Chiron fort, „ich bin schon der den ihr kennt, da gibt es keinen Zweifel. Aber ich bin doch etwas anderes.“

Ihm fiel es schwer sich auszudrücken.

Er gab sich einen Ruck und platzte mit der Wahrheit heraus. „Ich bin Chiron, aber ich habe das alles schon mal erlebt, wenn auch anders und mit katastrophalen Folgen.“

„Wie meinst du das?“, fragte Tarja und legte die Ohren flach an den Kopf.

„Na ja, ich bin durch die Zeit gereist.“

Die anderen saßen am Tisch, guckten ihn dumm an und plötzlich fing Stella an zu lachen.

„Warum lachst du?“, fragte Chiron.

„Nichts, schon gut. Das hört sich nur so albern an.“ Sie winkte ab und versuchte sich zu beruhigen.

„Das ist überhaupt nicht albern, sondern die Wahrheit“, herrschte er sie an.

Ihr verging das Lachen schlagartig, da sie merkte, dass er es ernst meint. Ihre Augen wurden größer und sie starrte ihn an. „Wie kann das alles sein?“

„Das werde ich euch gerne erklären. In der Zeitlinie, in der ich ursprünglich lebte, lief das hier alles ganz anders ab. Wir hatten uns zwar auch getroffen, aber wesentlich später. Unsere Truppe bestand aus nur zehn AnChafren und war lediglich mit Bögen und Speeren bewaffnet. Wir entschlossen uns in die Urwaldbasis einzudringen, nachdem die Kampfroboter das Dorf angegriffen hatten und fast die Hälfte der Bewohner töteten. Auf dem Weg zur Basis fielen die ersten zwei, es waren Hylas und Hadron.“

Cyron zuckte zusammen, die anderen starrten Chiron nur entsetzt an.

„Wir erreichten die Basis, aber die Kampfroboter waren überall. Irgendwie schafften wir es jedoch in die Basis einzudringen. Nicht sehr tief, aber es reichte aus um etwas von der Technologie zu sehen und sie zu verstehen. Wir fanden einen Flugschlitten, wesentlich schneller als jeder Drache und übernahmen ihn. Wir flohen aus der Basis und flogen ins Dorf.

Was wir nicht bedacht hatten war, dass die Roboter ausgerückt waren und im Dorf patrouillierten. Wir befanden uns im Landeanflug, als wir angegriffen wurden. Drei von uns starben auf der Stelle, es waren Pathenon, Stella und Tarja. Cyron und ich flohen ins Gebirge und fanden letztendlich die Höhle mit dem Waffenarsenal.

Wir erkannten, dass wir diese Waffen vorher gebraucht hätten und sie mittler-weile sinnlos geworden waren. In einer Seitenhöhle fanden wir eine Maschine. Wir studierten sie und begriffen, dass es sich um ein Zeitportal handelte. Unser Plan stand damit fest. Wir schafften die ganzen Waffen an einen Ort, an dem man sie bestimmt finden würde. Außerdem sammelten wir alle Bedienungsanleitungen zusammen und legten sie zu den Waffen dazu.

Manche der Geräte hätten wir in ihrem Ursprungszustand nicht benutzen können. Somit machten wir uns ans Werk und modifizierten viele von ihnen und bauten fehlende Gerätschaften nach. Am Ende waren wir uns sicher, dass die Stückzahl ausreichend sein würde für eine schlagkräftige Armee und dass die Modifikationen alle Fälle abdecken würden. Wir schickten alles durch die Zeit.

Ich setzte noch ein Schreiben auf, in welchem ich indirekte Hinweise gab, wo wir zuerst suchen sollten und was uns erwarten würde. Ich wusste nicht, ob mein Gedächtnis die Zeitreise überstehen würde, daher bin ich auf Nummer sicher gegangen. Ich legte den Zettel mit zu den Unterlagen, so dass er garantiert gefunden würde.

Nachdem alles geklärt war, entschied sich Cyron dafür, mich durch die Zeit zurückzuschicken. Er selbst wollte dafür sorgen, dass es keine Spuren gibt und dass man mich nicht verfolgen kann. Er legte Sprengladungen in der Seitenhöhle.

Als ich in dieser Zeitebene ankam, wusste ich sofort was zu tun ist. Ich marschierte ins Gebirge und schaute nach, ob unser Plan geglückt war.

Ich fand die gesuchten Waffen genau dort, wo wir sie gelagert hatten. Alles andere war ein Kinderspiel. Ich ging ins Dorf zu Hargot und traf dort auf Tarja. Es war zwar ein echter Zufall, aber ein sehr glücklicher. Ich lernte sie wesentlich früher kennen und lieben. Ich merkte, dass uns jetzt genug Zeit blieb um das Rad der Geschichte zu unseren Gunsten zu drehen. Alles entwickelte sich zu meiner Zufriedenheit, bis zu dem Zeitpunkt als uns die Roboter an meiner Hütte angriffen. Da hatte ich die Befürchtung, dass es aus ist. Als dann jedoch die Drachen mit den Waffen und den anderen Leuten auftauchten war ich mir sicher, dass sich alles so entwickeln würde wie es geplant war.“

Cyron ließ die Luft hörbar entweichen.

Alle starrten Chiron an.

„Warum hast du es nicht vorher gesagt?“, fragte Stella.

Tarja beantwortete ihre Frage: „Weil wir sonst das Ziel gekannt hätten und der Weg dahin verfälscht worden wäre. Das wiederum hätte auch das Ergebnis zunichte machen können.“

Chiron nickte eifrig. „Tarja hat die Worte verstanden, die ich ihr bei unserem ersten Treffen mit auf den Weg gab.“

„Und nun?“, fragte Cyron, „Ich meine, was passiert als nächstes?“

„Das kann ich nicht sagen, weil ich es nicht weiß. Die aktuelle Zeitlinie verläuft anders und darüber habe ich keine Informationen.“

„Wo ist der ursprüngliche Chiron aus unserer Zeitlinie?“, fragte Stella verunsichert.

„Den gibt es nicht, den hat es nie gegeben. Durch mein Auftauchen hier, habe ich die Zeit allein schon durch meine Anwesenheit verändert. Dadurch hat es einen anderen Chiron, hier und jetzt, niemals gegeben. Die Zeitachse in der ein Chiron lebte, bevor ich eintraf ist unterbrochen worden und direkt in die Zeitlinie übergegangen die wir jetzt erleben.“

„Du meinst, für den Chiron den wir nicht kannten, geht die Zeit normal weiter und auch für unsere anderen Ich’s. Aber dadurch, dass du zu uns und unseren jetzigen und hier anwesenden Ich’s gekommen bist, hast du uns und unsere Zukunft verändert.“

Chiron nickte. „Ja, für unsere anderen Ich’s, die vor meinem Eintreffen lebten, geht die Zeit auf ihrer Linie normal weiter und sie werden auch anderes erleben oder teilweise nicht mehr erleben.

Für uns spielt das aber keine Rolle. Wir leben hier und jetzt. So wie wir es erlebt haben und erleben werden. Alles andere spielt dabei keine Rolle mehr und sollte uns auch nicht interessieren.“

Das war aber mal ein starker Tobak.

„Wir sollten es den Anderen nicht sagen“, ergänzte Cyron, „Die wären damit vielleicht überfordert, zumindest schwirrt mir der Kopf.“

Sie nickten zustimmend.

Tarja stand auf und ging zu Chiron. Sie streichelte ihn und kuschelte sich in sein Fell. „Du hast mich einmal verloren, ein zweites Mal wird das nicht geschehen“, sagte sie.

Er schloss die Augen und hielt sie fest in seinen Armen.

Sie saßen noch lange am Tisch, tranken das eine und andere Glas Wein und entspannten sich beim Plausch über Belanglosigkeiten. An Chirons Geschichte wollte keiner mehr denken.

Als es schon spät in der Nacht war, gingen sie zu Bett und fielen in einen tie-fen unruhigen Schlaf.