Goldherz - Intro 1/2

Story by Larc on SoFurry

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Inhaltsangabe:

Nach einem tragischen Unglück entstand in der Heimatwelt der Drachen ein Dimensionsriss in eine andere Welt. Im Irrglauben, es handele sich um den Abgrund in den Nether (das Nichts), wurde es zur gängigen Praxis und Hinrichtungsmethode, Verbrecher in den Krater zu werfen. Die Untersuchung des Vortex durch Meister Lung Tao, einem meiner Hauptfiguren ergab, dass es sich bei dem Riss in Wahrheit um ein Portal in eine andere Welt handelt, der die Drachen im Unwissen ihre gesellschaftlichen Probleme aufgehalst haben. Nun gilt es, Verantwortung für die Fehler der Vergangenheit zu übernehmen. Eine Schar aus Freiwilligen formt eine Expedition um den Gelehrten, die mit der Mission, Wissen zu erlangen und die Ordnung wieder herzustellen, in die fremde Welt aufbricht. Ein schwieriges Unterfangen, da alles was die Einheimischen über Drachen wissen, auf die Erfahrungen mit den Schattenseiten ihrer Art beruht.

Goldherz erzählt die Vorgeschichte um meinen Wyvern Amahr (https://www.sofurry.com/view/782374)), der auch in meiner WIP-Geschichte "Der fünfte Thron" ( https://www.sofurry.com/view/748237)) als Protagonist auftaucht. Sie soll den Rahmen des Settings leicht verändern, verbessern und die Charaktere, deren Beweggründe und Persönlichkeit besser beleuchten.

Infos zum Projekt findet ihr in diesem Journal:

https://www.sofurry.com/view/930914


Goldherz

Prolog: Die Schatten des fünften Königreichs (1/2)

_Erzählungen ranken sich um Helden, Monster und einst lebende Legenden. Die Unsere ist lang und weitgehend nicht erzählt. Nie gehört von außenstehenden Ohren. Nur Wenige kennen die wahren Geschichten hinter dem Mythos der Drachen und blicken hinter die Fassade. Für Manche wurden wir Dämonen. Wesen aus einer anderen Welt, die kamen um zu rauben, zu zerstören und zu erobern. Nur hoffen können wir, dass jene, die unter den Schatten unserer Art litten, die erkennen werden, die aufstanden, um Verantwortung für die Fehler der Vergangenheit zu übernehmen.

Was unterscheidet den Helden vom Monster? Meist nur der Blickwinkel des Erzählers._

_Unser Ursprung liegt in einer fernen Welt. Ein massiver Kontinent umgeben von endlosen Tiefen des Meeres, bildet die einzige Landmasse unserer Heimat. Gezeichnet von vier bewohnten Regionen ist unser Land. Riesige Wälder und endlos scheinendes Grün im Südwesten, beheimaten die naturverbunden Erddrachen und andere Wesen, die diesem Element zugewandt sind. Östlich davon liegt von Flüssen und großen Seen durchzogenes Sumpfland, dessen friedliche Bewohner an das Wasser als Ursprung allen Lebens glauben. Nordwestlich verdunkeln Vulkane den Himmel. Die Aschlande sind die Heimat der Clans der Magmari. Stolze Krieger, die für ihren Mut und ihre Tapferkeit ebenso bekannt sind, wie für ihren Jähzorn und ihren Dickschädel.

Mein Name ist Lung Tao Ning und mein Volk entstammt den stürmischen Hochebenen im Nordosten. Unsere Kultur fußt auf Philosophie, Wissenschaft und dem Streben nach Perfektion._

_Nicht immer waren sich die vier Nationen eins. Unsere Geschichte ist geprägt von Rivalität und Rangkämpfen. Vor vielen Generationen wurde eine Organisation ins Leben gerufen, die unabhängig von unseren Herrschern über Frieden und Gleichgewicht in unserer Welt wachen sollte. Geleitet und gegründet von der seltenen und stolzen Blutlinie der Metalldrachen, zog der Orden der vier Krallen, deren Anhänger und Familien, in die zentrale Ödnis des Kontinents, um dort auf Grund der taktischen Lage, eine Operationsbasis zu gründen, von der aus sie diplomatisch und wenn nötig militärisch in Krisen und Konflikte eingriffen.

Die Zitadelle der Stählernen ragte dereinst in den Himmel und unweit davon entstand eine kleine Siedlung. Was einst als kleiner, zentral gelegener Außen- und Handelsposten seinen Ursprung nahm, erwuchs in den darauf folgenden Jahrhunderten zur prachtvollen Oase. Mit dem vereinten Wissen über die Elemente, zähmten die Bewohner die Ödnis, bewirteten sie und schufen dort einen unabhängigen Stadtstaat, der heute als Stahlhain bekannt ist und bis in die heutige Zeit die Zusammenarbeit der vier dominierenden Blutlinien symbolisiert._

Vor rund 8 Dekaden geschah das Unglück. Eine gewaltige, arkane Explosion, die des Nachts am Horizont aller vier Nationen zu sehen gewesen sein musste, zerstörte die Zitadelle. Wo einst das Wahrzeichen und das Heim der Stählernen in den Himmel ragte, entstand ein tiefer Krater unweit der Stadt Stahlhain. Der Vortex, ein bis heute arkan glühender Riss in den Abgrund des Nethers, wie wir vermuteten. All jene unserer weisesten und ältesten Führer, die nicht auf diplomatischen Reisen waren, kamen dabei ums Leben. Bis heute wissen wir nicht genau, was in jener Nacht geschah. Sie hüteten stets ihre Geheimnisse. Nur vermuten können wir, dass der Vorfall das Resultat eines missglückten Experimentes war. Der leitenden Hand beraubt, brach eine Zeit der Unruhen über Stahlhain herein. Die Reformierung der Regierung schürte begraben geglaubte Rivalität und der Stadt drohte ein Bürgerkrieg. Unterstützt von der treuen Ordensgarde und Teilen der Bevölkerung, gelang es letztendlich, einen neuen Regenten zu krönen und Elvanus, der Silberdrache ward fortan als der Stahlkaiser bekannt. Mit Cyrill, der Goldenen an seiner Seite wurde die einstige Demokratie Stahlhains zur Monarchie. Die beiden, überlebenden Stählernen genossen Sympathie bei den Bürgern. Dennoch war der Beginn ihrer Regentschaft geprägt von Unruhen.

Opportunisten und Hetzer stellten jene auf die Probe, die darum bemüht waren, die Ordnung wieder herzustellen. Der Stahlkaiser sah sich gezwungen, mit harter Hand gegen jene Unruhestifter vorzugehen. Im Glauben, der Vortex sei ein Abgrund in die Leere des Nethers, wurde es zur gängigen Praxis, sich Schwerverbrecher zu entledigen. Geworfen und gebannt ins Nichts, glaubte man unsere Welt von ihnen befreit zu haben.

Vor ein paar Jahren reiste ich als Gesandter der Akademie meiner Heimat nach Stahlhain, um die dortige arkane Anomalie zu erforschen. Nach unzähligen, nicht näher erwähnenswerten Misserfolgen und einiger Zeit der Vorbereitung, gelang mir mit der Hilfe der mit mir angereisten Arkanisten letztendlich der Durchbruch. Als Windwandler ist es mir möglich, meine Seele im Zustand der Meditation mit dem Wind schweifen zu lassen. Ein Gefühl als würde der Geist den physischen Körper zurücklassen und in den Himmel entsteigen. Noch nie hatte ich zuvor diese Fähigkeit interdimensional angewendet und der Blick auf die andere Seite erforderte diverse Kraftrunen und Unterstützung durch die mit mir geteilte, astrale Energie meiner Schüler. Das kraftzehrende Ritual kostete mir fast das Leben, doch die dadurch gewonnene Erkenntnis sollte alles verändern.

Der Vortex ist nicht wie geglaubt ein Riss ins Nichts. Vielmehr handelt es sich um ein Portal in eine andere Welt. Die andere Seite des interdimensionalen Tores liegt auf dem Grund eines flachen Sees inmitten eines idyllischen Tales, von dem durch die Anomalie ein schwaches Glühen ausgeht. Die begrenzte Zeit, die wir die Konzentration aufrecht erhalten konnten, nutze ich um möglichst viele Eindrücke zu gewinnen. Als meine Seele mit dem Wind reiste, sah ich viel unberührte Natur, fremde, offenbar empfindungsfähige und aufrechtgehende Wesen und eine Welt, die unter den Schatten unserer Art litt. Ich erwachte Tage darauf gänzlich entkräftet in einem Krankenbett. Die Erinnerung noch immer präsent, sah ich mich in der Pflicht, um eine Audienz mit dem Kaiser zu bitten.

Als Spinner verlacht und nicht einmal eingelassen, kam ich zur Erkenntnis, dass die Starrköpfigkeit, die man den unseren nachsagt, bei Vielen mehr ist als nur ein Klischee. War es reines Glück, dass ich in Taira, einer Diplomatin im Dienste des Kaisers, auf die ich zufällig in der Stadt traf, eine Hilfe fand? Ihre Bekanntschaft war ein Geschenk des Himmels und sollte sich auch später als wertvoll erweisen. Als Vertraute des Regenten, gelang es ihr, ihn davon zu überzeugen, diese eigenwillige Art der Hinrichtung einzustellen. Gemeinsam fassten wir den Plan, eine Expedition zu formen und in die fremde Welt vorzudringen. Stahlhain stellte uns jedoch nicht das erforderliche Personal zur Verfügung und erneut waren es ihre diplomatischen Beziehungen, die unsere Unternehmung überhaupt ermöglichte. Gemeinsam mit ihren Adoptivsohn Amahr reiste sie auf der Suche nach freiwilligen Pionieren durch die vier Reiche. Abenteuerlust und Wissensdurst lockten viele unserer Art an. Es gelang ihr selbst Hohepriesterin Septis und General Fengar von unserer Sache zu überzeugen und sich uns mit einer Schar der Ihren anzuschließen.

Die Jahre der Vorbereitung sind vorbei und die Gemeinschaft steht kurz davor, in die fremde Welt aufzubrechen. Noch wissen wir nicht, ob es einen Weg zurück gibt. Nie kehrte jemand aus dem Riss zurück. Dennoch ist es Zeit, Verantwortung für die Fehler unserer Vergangenheit zu übernehmen. Das Ziel unserer Mission ist die Wiederherstellung der Ordung in einer Welt, der wir versehentlich unsere Probleme aufgehalst haben, Wissen zu erlangen und nach möglichen Überlebenden der Stählernen zu suchen.

Mögen die Ahnen über uns wachen.

~Tagebuch von __Meister Lung Tao Ning