Camilla - Die Eroberin, Kapitel 20
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Kapitel 20
Wenige Minuten später hatten sie die Anzüge angezogen und stapften durch das leere Schiff.
„Wohin wollen wir eigentlich?“, fragte Camilla.
„Wir besteigen eine der kleinen Frachtfähren und fliegen ans südliche Ende der Raumbasis, lassen die Pfortenstadt hinter uns.“
„Wie ich sehe sind sie schon umfassend informiert“, intonierte Isis erfreut.
„Wie man es nimmt. Der Pilot hatte bereits kurz vor der Landung Kontakt hergestellt und sich zu erkennen gegeben. Daher habe ich auch die Koordinaten. Die Anzüge benötigen wir, da wir sofort nach Sirius B aufbrechen werden. Nahrungsmittel und Getränke sind ausreichend an Bord“, erklärte Onari, „Captain Degreen hatte zwar eine andere Quelle aufgetan, aber die nutzen wir nicht. Es bot sich noch jemand anderes an.“
„Und das alles ohne mich zu informieren“, entrüstete sich Anuset, „Immerhin hätte man mich einweihen können.“
„Dann hätte die Gefahr bestanden, dass du dich umdrehst und gehst“, rechtfertigte sich die Erste.
„Warum?“, fragte Camilla dazwischen.
„Es handelt sich um Maahes“, gab die Hyäne bekannt.
„Maahes? Der Gott des Gemetzels?“, entfuhr es Camilla.
„Die alte Mähnensau“, lachte Anuset.
„Ich finde das jetzt aber leicht despektierlich“, wies die Fuchswölfin ihren Partner zurecht.
„Warum?“, hub Anuset an, „Er ist Antermerianer wie ich.“
„Aber …“, begann Camilla, „… sagtet ihr nicht, dass die Körper der ägyptischen Götter zerstört sind und das du deshalb in dem Taurenkörper steckst?“
„Dann würde Nephtys nicht auf dem Schiff sein und aktuell bei uns. Das was zerstört ist sind die Körper einer unserer Klon-Reihen.“
„Das müssen sie mir jetzt erklären“, näselte Frank Simson.
„Die echten Antermerianer sind zwar schon die alten ägyptischen Götter. Aber wir waren nicht immer anwesend. Meistens hatten wir unsere Klone im Einsatz. Wir Originale mischten uns nur ein, wenn es um dringende Entscheidungen ging und unsere direkte Anwesenheit unersetzlich war.“
„Interessant“, entfuhr es Onari. „Also gab es von jedem von euch eine Kopie.“
„Nein. Tausende.“
„Tausende?“, entfuhr es Camilla.
„Ja. Ursprünglich waren es auch keine Götter. Das war nie geplant. Es waren unsere Kopien, welche verschiedenste Aufgaben hatten. Die Seth-Klone waren für die innere Sicherheit zuständig, die Sachmet-Klone für die externe Sicherheit und Kampfeinsätze, ebenso die Maahes-Einheiten. Ptah war für die Führungsaufgaben zuständig. Lediglich Osiris und Isis gibt es nur im Original, ebenso Ammon.“
„Und die sind auch unsterblich?“, fragte Onari.
„Nein“, mischte sich Nephtys ein, „die haben eine Lebensspanne von einigen Jahrhunderten und sind steril gezüchtet.“
„Oh, ihr habt ihnen die Fortpflanzung verboten?“
„Nicht verboten. Sex war auch für die Klone wichtig und wurde auch ausreichend praktiziert, sie waren lediglich unfruchtbar.“
„Bis auf die Ausnahme mit Sachmet 8 vor Urzeiten auf Erde“, erinnerte sich Isis.
„Oh! Was war denn da?“, bohrte Camilla neugierig.
„Eine merkwürdige Sache“, hub Anuset an, „Sehr früh, also bei den ersten Besuchen, auf der sich immer artenreicher präsentierenden Erde, war unter anderem auch Sachmet 8 mit ihren Klon-Partnerinnen auf der Planetenoberfläche im Einsatz. Es ging um Wasserproben, Bodenproben, Luftreinheit und Flora sowie Fauna. Einen Teil der Fauna lernte die Klon-Löwin kennen. Laut ihrer Aussage wurde sie bei der Entnahme einer Bodenprobe von einem Leoparden der irdischen Tierwelt aus dem Gebüsch heraus überfallen. Allerdings stand diesem, es handelte sich um ein Männchen, nicht nach Beute, sondern nach Befriedigung und Fortpflanzung.“
„Du meinst, dass er sie vergewaltigt hatte?“, fragte Camilla.
„Ja. Und, obwohl sie vom Sperma eines Klons nicht schwanger werden konnte, überwand der fremde Samen die eingebaute Sperre und Sachmet 8 entband.“
„Wie und wo?“, ereiferte sich die Fuchswölfin.
„Osiris fällte eine Entscheidung“, mischte sich Isis ein, „Normalerweise bedeutet so etwas den Tod des Nachwuchses. Er gab sie in die Obhut eines Horus- und eines weiteren Sachmetklons, ließ sie auf der Erde ziehen und ein eigenes Leben aufbauen.“
„Das bedeutet doch aber eine Einmischung in die natürliche Entwicklung eines Planeten“, knurrte die Fuchswölfin.
„Im Prinzip ja, aber auf der Erde war eh alles durcheinander und da fielen die drei und später vier nicht mehr auf.“
„Was ist aus ihnen geworden?“
„Wir wissen es nicht genau. Wir fanden nur unzureichende Aufzeichnungen, welche sich in einem Moor konserviert hatten. Die Zeilen, welche noch zu entziffern waren, deuten darauf hin, dass Sachmet 8 einen Hermaphroditen gebar und durch einen komischen Zufall dieser Säbelzähne hatte. Jedenfalls trennten sich die Wege aller nach und nach und am Ende ereilte sie der natürliche Tod.“
„Wie melodramatisch“, seufzte Camilla.
„Ja ja“, stöhnte Nephtys, „alles sehr rührend.“
„Nephtys“, fuhr Anuset sie an, „du warst damals auf Cyndra schon unausstehlich, aber jetzt brichst du alle Grenzen.“
„Hat dir Sachmet keine Manieren beigebracht“, stichelte Nephtys.
„Doch, das hat sie. Den Rest wird Camilla erledigen.“
„Bleib mal schön so wie du bist, freundlich, sanft, direkt, lüstern und meine süße, vierbeinige, zärtliche Ejakulatschleuder.“
„Wir haben gerade einen Anzug an, da geht das im Moment schlecht“, gab Anuset zu bedenken.
„Ich weiß, abgesehen davon dürfte der Anzug nicht genug Spielraum bieten“, ergänzte Camilla.
„Wie süß“, erfuhr es Nephtys.
„Nein. Sehr salzig“, entglitt es Camilla und sie errötete unter ihrem Fell.
„Könnten wir bitte das Thema wechseln“, beklagte sich Butler Frank.
„Warum?“, erkundigte sich Nephtys und schaute ihrem Dobermann tief in die Augen, rückte näher an ihn heran, drückte sich an ihn und juchzte plötzlich.
Frank Simson räusperte sich, Nephtys schaute an ihm herunter und grinste breit. „Wie ich sehe wirken Isis Wundermittel bereits, wenn auch nur ein wenig.“
„Oh nein. Unser Butler wird zum vollwertigen Rüden“, seufzte Stephen.
„Miss Nephtys …“, hub Frank an.
„… wir waren bei Nepy“, ging die Göttin dazwischen.
„… stimmt … ich fühle mich etwas seltsam und beschämt.“
„Das gibt sich wieder. Wenn dein Ding zum ersten Mal richtig steht und du in mir steckst, dann ist dir nichts mehr peinlich. Vor allem, wenn zum ersten Mal einen Orgasmus hast.“
„Ich weiß sehr wohl was das ist.“
„Frank!“, fuhr Camilla auf.
„Miss Queen?“
„Sie sind mein Butler.“
„Ich weiß Miss Queen. Ich habe jedoch eine umfangreiche Datenbank und daher weiß ich was ein Höhepunkt ist und wie eine Ejakulation abläuft.“
Die Fuchswölfin atmete unauffällig durch. „Lasst und endlich weitergehen“, lenkte sie ab.
„Sehr gute Idee“, bestätigte Frank Simson hörbar erleichtert.
„Wird auch Zeit“, knurrte Onari und zeigte in die Marschrichtung.
Vier Gänge, zwei Schiffsdecks und acht Ecken weiter, stand die Gruppe endlich im Hangar, bestieg die kleine Fähre und war auf dem Weg zum Treffpunkt.
„Wieso fliegen wir eigentlich nicht gleich mit dieser Fähre?“, fragte Camilla.
„Hast du Waffen dabei?“, fragte Anuset zurück.
„Nein“, erwiderte die Fuchswölfin kleinlaut.
„Außerdem ist diese Fähre nur für Fracht gedacht und auf reinen Atmosphärenflug ausgelegt“, ergänzte Onari.
„Ah. Dann verstehe ich“, bestätigte Camilla.
„Wir sind in Kürze da“, warf Onari ein und zeigte in der Ferne auf ein Ziel.
„Ich sehe nichts“, murmelte Stephen.
„Macht nichts, die Schiffssensoren sehen dafür mehr als uns vielleicht lieb ist“, knurrte Onari.
„Stimmt was nicht?“, erkundigte sich Camilla.
„Wenn mich nicht alles täuscht, dann scheint eine Polizeipatrouille unterwegs zu sein und kreuzt unseren Weg. Ich gehe runter, vielleicht haben sie uns noch nicht entdeckt.“
„Ich glaube nicht, dass die sich für uns interessieren“, warf Anuset ein.
„Ich glaube schon, zumal wir eine Frachtfähre des gerade gelandeten Kreuzfahrtschiffes sind, uns weitab des Empfangsterminals befinden und noch unregistriert sind.“
„Das könnte in der Tat ein Problem werden. Wenigstens ist mein Taur kein Roboter mehr“, seufzte die Fuchswölfin.
„Das dürfte ziemlich egal sein“, fuhr die Hyäne fort, „aber wir scheinen Glück zu haben. Die Streife hat den Kurs geändert und entfernt sich, haben wohl ein lohnenderes Ziel gefunden.“
„Puh“, atmete Camilla durch.
„Da ist es“, warf Onari in den Raum und zeigte auf einen Punkt zwischen den Felsenwänden voraus.
„Ah ja. Das passt zu Maahes“, intonierte Anuset und grinste merkwürdig.
„Freust du dich?“, fragte seine Geliebte.
„Wie man es nimmt. Auf Cyndra arbeiteten wir das letzte Mal Hand in Hand. Danach, als der Krieg auf der Erde beendet war und später eine Untergrundbewegung es schaffte, dass sich die Menschheit selbst reduzierte und wir endgültig von der Bildfläche verschwanden, uns zurückzogen und die Chafren und Cherit in der Überzahl die Vormachtstellung übernahmen, verloren sich auch die damaligen Kontakte. Er wird sich nicht mehr erinnern, schon gar nicht in meiner jetzigen Aufmachung.“
„Ich denke, dass er sich erinnern wird“, munterte die Fuchswölfin ihn auf.
„Ruhe! Wir landen jetzt“, herrschte Onari kurz und schwenkte achtern ein, setzte die Fähre neben dem Transporter auf. „Raus jetzt und nebenan rein“, befahl sie kurz und öffnete das Zugangsschott.
Wenige Augenblicke später stand die kleine Fähre des Kreuzfahrtschiffes verlassen im Geröll und befanden sich alle an Bord des deutlich größeren Transporters.
„Mit wem habe ich die Ehre?“, grollte Maahes donnernd und baute sich mitten im Steuerraum auf, schaute streng in die Gesichter hinter der Helmvisieren. „Und nehmt die bekloppten Helme ab, noch braucht ihr die nicht.“
Camilla trat vor und nickte kurz. „Mein Name ist Camilla Queen, das sind mein Butler Frank Simson, mein Stiefbruder Stephen Fang, erster Offizier Onari, …“
„… Isis und Nephtys“, ergänzte Maahes, „Erstere ist mir in der Anwesenheit sehr genehm, bei der Zweiten – ich weiß nicht. – Was machst Du hier?“
„Danke, dass du dich an mich erinnerst“, flötete Nephtys gespielt überschwänglich.
„Besser nicht“, knurrte der Löwe und wandte sich dem Taur zu, stellte sich ihm direkt gegenüber auf und sah ihm in die Augen.
„Du kennst mich“, sagte Anuset.
Der Löwenkater sagte nichts, grinste nur und umarmte Anuset plötzlich, klopfte ihm kräftig auf den Rücken. „Ich hätte nie gedacht, dass ich dich wiedersehen würde, Seth. Schon gar nicht in einem Körper mit Anubis. Wer ist der Dominante?“
„Da ich Anuset heiße, bin ich beides.“
„Anuset? Hä? Und Camilla ist deine Partnerin?“
„Bin ich und ich kann sehr gut für mich allein sprechen“, knurrte die Fuchswölfin.
„Dir ist schon klar, dass dein Taur in sexueller Hinsicht eher Seth ist.“
„Das weiß ich. Ich habe den Schakal kennen- und lieben gelernt, aber auch den Hengst und weiß wie er ist.“
„Ah, dann muss ich dich ja nicht aufklären.“
„Das hat er schon getan und viel mehr als das“, sagte Camilla, drängte sich zwischen den Anthro-Löwen und ihren Taur, gab Anuset einen langen und heißen Kuss.
„Ja, das reicht. Lasst uns aufbrechen und klärt mich während des Fluges auf. Ich bin zwar gerne auf Abenteuer aus, aber ganz blind will ich nicht hineinrennen.“
„Ich habe den Kontakt zu meiner Armee verloren.“
„Welche?“
„Die Mythologische, die, welche die Osiris-Fragmente bewacht, damit Anubis nicht mehr rankommt.“
„Scheiße!“, entfuhr es der zweibeinigen Mähne.
„Da sagst du was.“
„Keine Möglichkeit irgendwie durchzudringen?“
„Alles versucht. Es bleibt nur der direkte Kontakt.“
„In deiner Aufmachung ein Selbstmordkommando.“
„Wie geht es eigentlich Sachmet?“, lenkte Anuset ab.
„Wie soll es ihr gehen? Du warst mit ihr zusammen, bis wir gezwungen waren zu gehen. Seitdem ist nichts mehr so wie es mal war. Die Löwin lebt zurückgezogen, lässt selbst mich nicht näher an sich heran.“
„Hast du überhaupt noch Kontakt zu ihr?“, hakte Anuset nach.
„Sporadisch, aber nur auf Distanz. Ein Löwe scheint ihr nicht mehr ausreichend zu sein, nachdem sie einen stattlichen Hengst hatte.“
„Stimmt!“, mischte sich Camilla ein, „Ich würde den Rüden auch nicht mehr wollen.“
„Da haben wir es“, lachte Maahes plötzlich auf, „Mit seinem Ding kriegt Seth sie alle schwach.“
„Lass die Sprüche. Die Lage ist ernst“, mahnte Anuset.
„Schieß los“, wurde der antermerianische Löwe ernster.
„Wir haben die Koordinaten für ein beschauliches Plateau“, begann Onari, „auf diesem Stick gespeichert. Sieh zu, dass du uns da schadlos hinbringst, landest und den Platz absicherst. Der Rest ist unsere Sache.“
Maahes sah erst die Hyäne an, dann zu Anuset. „Erinnert mich an Terra und später Cyndra.“
„Wie in alten Zeiten“, erwiderte Anuset und grinste.
„Okay. Meinetwegen, aber ich komme mit. Den da“, er deutete auf den Taur, „kann man nicht allein lassen, selbst, wenn ihr dabei seid, klappt das nicht.“
„Du kennst meine überzeugende Art nicht“, wandte sich Camilla an Maahes und lächelte zweideutig.
„Ihr wisst gar nicht mit was ihr es zu tun habt“, orakelte der Löwe.
„Sie kennen unsere Geschichte“, mahnte Anuset an.
„Die Ganze? Auch die der Cherit und Chafren? Wissen sie, dass sie deren Nachfahren sind und nur in der Überzahl sind, weil sie mit ionisierender Strahlung auf höherem Niveau besser klar kommen als Menschen?“
„Was meinst du damit?“, fragte Camilla nach.
„Die Chafren leben im Elara-System, auf Genro. Sie sind genetisch erzeugt, sollten gegen ihren Ursprung, gegen die Cherit kämpfen. Im Zuge dieser künstlichen Geburt erhielten sie sehr viele Eigenschaften, welche den Menschen Zeit ihrer Entstehung, Entwicklung und Existenz verborgen blieben. Die Ursprünge der Chafren waren gezüchtete Söldner mit der Fähigkeit zur schnellen Selbstheilung, zu extremer Ausdauer, Zielstrebigkeit, Zielgenauigkeit im Kampf, hohem sexuellen Reproduktionswillen, die Fähigkeit des sogenannten learning by doing und letztlich auch eine hohe Resistenz gegen radioaktive Strahlung“, erklärte Maahes.
„Du meinst, dass wir all diese Eigenschaften immer noch haben?“, hakte die Fuchswölfin nach.
„Diejenigen die euch von Nutzen sind, ja. Du darfst nicht vergessen, dass vom Eintreffen des ersten Cherit und später der Chafren Tausende von Jahren vergangen sind. Bei uns Antermerianern Jahrmillionen. Seit dem letzten Krieg sind jetzt etwas über 500 Jahre vergangen. Die Strahlung ist immer noch sehr hoch und hat daher die Menschheit und große Teile der ursprünglich Fauna der Erde dezimiert. Da half den Menschen auch nicht, dass die Gene, eine verdammte Kreuzung, Rückkopplung und weiß der Geier was, sind.“
„Daher sind die Menschen auch nicht sonderlich begeistert von uns“, folgerte Camilla.
„Stimmt. Sie geben uns die Schuld.“
„Wer hat jetzt wirklich Schuld?“, mischte sich Stephen Fang ein.
„Die Menschen und die Abtrünnigen. Der erste Krieg bei dem Chafren und Antermerianer beteilig waren, ging mit der Rettung der Erde aus. Leider wollten die Menschen uns wieder loswerden, zumindest eine Unterzahl, aber unglücklicherweise sehr machtvolle.“
„Was passierte genau?“
„Das atomare Fegefeuer“, seufzte Anuset, „Auf Genro wurde ein Friedensvertrag zwischen den abtrünnigen Antermerianern und uns systemtreuen geschlossen. Zwar fand alles unter sehr komplizierten Bedingungen statt und es gab wiederholt Kampfhandlungen, aber am Ende stand der Vertrag. Auf der Erde formte sich im Untergrund ein massiver Widerstand im Untergrund. Relevante Systeme wurden unterwandert, es wurden Synthetische eingeschleust, diese eliminierten Funktionsgrößen und ersetzten diese, trafen an derer statt folgenschwere Entscheidungen.“
„Das legte den Grundstein?“
„Ja. Danach ging alles sehr schnell. Auf Norad wurde der Generalstab, welcher aus Rückkopplungen aus Mensch, Antermerianer und Cherit bestand, ausradiert, danach die Mannschaften. Die Atomwaffen wurden aktiviert, die Gegenseite, welche auch unterwandert war, zündete diese augenblicklich, der Erstschlag war getan. Alles andere ist nur noch Asche und verbrannter Boden“, schloss Anuset ab.
„Aber warum ist Osiris zerstückelt?“
„Das war ich, aber es war eher ein Unfall. Wir waren leider den Intrigen zum Opfer gefallen, welche schon seit Jahrtausenden existierten.“
„Du hast Osiris tatsächlich getötet?“, bohrte Camilla.
„Ja. Das hatte ich dir anfangs schon erklärt. Allerdings war das nicht der Original-Osiris. Es handelte sich um eine seiner drei Sicherheitskopien. Den alten Ägyptern mussten wir schließlich was bieten und die Mythen erst einmal aufbauen. Es musste so unglaublich klingen, dass später keiner auch nur ansatzweise auf die Idee kommen könnte, dass es nicht der reinen Phantasie entspringt.“
„Und wo ist Osiris jetzt?“, fragte Stephen.
„Er ist tatsächlich zerstückelt. Allerdings war das unter Zwang“, mischte sich Isis ein, „Um unseren Rückzug glaubwürdig zu gestalten, erklärte sich Seth bereit ihn wieder einmal episch zu zerlegen.“
„Ja, ich wurde zum Wiederholungstäter. Danach brachten wir alles ins Sirius-System.“
„Jetzt begreife ich!“, schrie Camilla auf, „Deshalb sind autonome nichtorganische System ab Sirius C untersagt. Sie sollen vor den Synthetischen geschützt werden.“
„Genau!“, erfuhr es Maahes. „Diese Regelung stammt aus unserer Feder. Wir haben die Körper von Seth und Anubis auf Sirius D gelagert, dass Wissen beider war in der Cloud gespeichert und ist jetzt in diesem Taur. Ebenso liegt Osiris‘ Haupt dort. Die Armee soll alles töten was nicht Seth ist. Das sollte die absolute Sicherheit sein. Konnte ja keiner ahnen, dass der Scheiß, den wir uns ausdachten so glorreich nach hinten losgeht und sich beide in einem Taur wiederfinden und ihre eigentlichen Körper verließen.“
„Würde Anuset sich wieder in die Körper aufteilen?“, fragte die Fuchswölfin.
„Wenn Osiris zusammengesetzt ist, theoretisch, ja.“
„Ich will aber nicht mehr“, gab Anuset energisch von sich.
„Ich auch nicht. Ich will ihn so behalten wie er ist“, bestimmte Camilla.
„Dann soll es meinetwegen so sein. Bedenkt aber, dass ihr Osiris noch überzeugen müsst und der wird von eurem Wunsch nicht sonderlich begeistert sein.“
„Und wenn wir ihn nicht zusammensetzen?“, fragte Frank Simson plötzlich.
„Dann würde alles so bleiben wie es gerade ist. Wir hätten nur ein Problem“, fuhr Anuset fort.
„Und das wäre?“, fragte Camilla.
„Das Chaos. Meine Armee. Wir müssten Sirius B bereinigen, so oder so“, gab Anuset zu bedenken.
„Was würde das bedeuten?“, hakte Stephen nach.
„Alles ausräuchern“, entfuhr es Maahes, „und Osiris bleibt tot.“
„Nein. Nein. Nein“ ging Isis dazwischen. „Ich will meinen Gemahl wieder haben.“
„Dann wählen wir den komplizierten Weg“, seufzte Anuset und nickte bestätigend.
„Wir starten jetzt“, ordnete Maahes an und wies auf die Plätze. „Alles andere klären wir, wenn wir gelandet sind.“