Kapitel 1

Story by SethGodofChaos on SoFurry

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Impressum

Guido Zinnen

Seth@God-of-Chaos.de

© 2006

Der Inhalt des Buches ist reine Fiktion, eventuelle Namensgleichheiten oder Ähnlichkeiten derer sowie von Handlungen, Inhalten und Geschehnissen vergangener, heutiger und zukünftiger Institutionen ist frei erfunden.

Selestral 1

Genros Vermächtnis

Kapitel 1

Die Jagd

Es war ein wunderbarer Morgen und der Wind strich sanft über die Ufer des Flusses Tiglus, um einige hundert Meter weiter auf die ersten Häuser des Dorfes Felgan zu treffen.

Cyron stand vor seiner Haustür, genoss den frischen Duft des Wassers, der ihm um die Nase wehte, und lauschte dem leisen Brummen der Wasser-pumpen und der Wasserreinigungsanlagen, welche unermüdlich das Flusswasser entnahmen, um die Bevölkerung mit Trinkwasser zu versorgen. Die ersten Strahlen der Sonne, die begonnen hatte die Spitzen des am Horizont liegenden Gebirges zu kitzeln, wärmten sein Fell. Er blickte sich zufrieden um, blinzelte mit leicht verkniffenen Augen dem Fixstern des Planeten Genro entgegen und ließ sich von seinen Gedanken treiben.

Genro war seine Heimatwelt, ebenso war sie es für viele Chafren, welche sehr unterschiedlich aussahen.

Die Chafren sind überwiegend Anthros, die AnChafren, also aufrecht gehende Lebewesen mit einem menschlichen Charakter und der Fähigkeit logisch zu denken und zu sprechen. Ihr Aussehen entspricht aber dem eines Tieres, ebenso gibt es auch vierbeinige Chafren, die QuChafren.

Jede Chafrenart hatte ihre eigene Stadt errichtet, da es fehlschlug, die Ansprüche jeder Spezies unter einen Hut zu bringen.

In Felgan lebten die großen und kleinen Katzen. In Strongham lebten die Hunde, Wölfe und Hyänen, in Festan die Anthropferde, Pegasi, Einhörner und Anthrohirsche, in Dragobar die Drachen, in Trieden die Greife und in Taurel und Minzin die Tauren und Stiere. In Han-Dun trafen sich alle auf dem zentralen Marktplatz, um mit ihren Produkten und Erzeugnissen zu handeln. Kleinere Geschäfte wickelte man auf den jeweiligen Dorfplätzen ab. Ab und zu kamen auch fliegende Händler aus anderen Städten vorbei, aber das war eher selten. Jede Spezies hatte ihre Spezialitäten, die sie feilbot.

Die Katzen verkauften Fleisch, welches sie auf der Jagd erbeuteten.

Die Hunde waren für das lebende Vieh zuständig, denn es lebten nicht nur Chafren auf der Welt sondern auch normale Vierbeiner.

Die Minotauren oder auch Stiere genannt, waren für schwere Materialien wie Gestein, Erze und andere Bodenschätze zuständig, die Tauren hatten das Transportwesen übernommen und taten dies durch Nutzung des entsprechenden Viehs oder erledigten es gleich selbst, indem sie sich selbst vor die Karren spannten.

Die Greife waren für frische Eier und Geflügel zuständig und die Pferdeartigen für frisches Obst.

Lediglich die Drachen hielten sich aus all dem heraus, und keiner hatte bisher wirklich einen zu Gesicht bekommen, man wusste nur, dass sie existieren.

Cyron sinnierte über das Leben, während er sein Tigerfell von der Sonne auf-wärmen ließ. Komisch, er war zu diesem Zeitpunkt fünfundvierzig Jahre alt, er hatte aus Erzählungen seiner Eltern von Drachen gehört und auch, dass sie ei-ne Stadt haben, aber gesehen, nein, gesehen hatte er noch nie einen. Also versorgten sie sich entweder komplett allein oder es gab sie nicht. Persönlich tendierte er eher zur letzteren Variante, die gab ihm auch einen gewissen Grad an blinder Selbstsicherheit. Verdammt, was würde er auch tun, wenn plötzlich ein Drache ihm gegenüber stände? Aber das war eine hypothetische Frage, denn es gab ja keine Drachen.

Was aber sehr real war, war seine Lebensgefährtin Stella. Sie war eine wunderbare Tigerin und hatte überhaupt die schönsten Streifen des ganzen Dorfes.

Er hatte sie im Alter von siebzehn Jahren kennengelernt und sie war damals erst zarte fünfzehn. Es war im wahrsten Sinne des Wortes Liebe auf den ersten Blick und ihre erste Rolligkeit stand kurz bevor. Sie roch einfach verführerisch.

Die Hochzeit ließ nicht lange auf sich warten und war in einem kleinen Kreis abgehalten worden. Es waren lediglich die Eltern beider dabei und nicht zu vergessen der Dorfzauberer. Der durfte bei Zeremonien niemals fehlen, sonst stand eine Ehe beispielsweise unter einem sehr schlechten Omen. Aus irgend-einem unerfindlichen Grund hatten sie zwar den technischen Fortschritt, wie fließendes Wasser, elektrischen Strom und vieles mehr in ihr Leben gelassen, aber waren trotzdem diesem alten Kult verhaftet.

Na ja, Cyron hielt nicht sehr viel von dem ganzen Hokuspokus, aber seine El-tern und auch Stella bestanden darauf. Als guter Ehekater beugte er sich dem Willen und bestellte den Kräuterwedler dazu.

Langsam zog er sich aus seinen Gedankengängen zurück, verjagte eine Fliege, die es vehement auf seine Nase abgesehen hatte, drehte sich um und öffnete die Tür. Es wurde Zeit nachzusehen ob Stella schon erwacht war.

Er lugte vorsichtig zur Tür herein und stellte fest, dass der Tisch schon gedeckt war und wie immer reichlich Fleisch auf den Tellern lag.

Die Tigerin kam ihm munter und frohgemut entgegen und umarmte ihn herzlich.

„Guten Morgen, mein Gemahl“, begrüßte sie ihn.

Ihre Stimme war einfach umwerfend und trieb ihm jedes Mal das Gefühl frisch verliebt zu sein durch den Körper.

Er liebkoste seine Kätzin sehr innig, nahm seinen Stuhl, zog ihn vom Tisch weg und setzte sich auf seinen Stammplatz. Stella tat es ihm gleich und rief nach ihrer Tochter.

Es verging kaum eine Minute, da erschien Tarja am oberen Ende der Treppe und sah ziemlich zerknautscht aus.

Cyron sah sich seine Tochter an. „Du schaust aber sehr missmutig drein, mein Engelchen.“

„Grrrrrrrrrr“, entfuhr es Tarja.

„Uih. So schlimm also?“

„Ich mag es nicht, so früh aufstehen zu müssen. Schule ist doof und alle Kater sind doof.“

„Danke, dass ich doof bin“, entgegnete Cyron.

„Dich meine ich damit gar nicht“, knurrte die junge Tigerin.

„Hast du aber gesagt.“

„Ach. Vergiss es einfach.“

„Aber Liebling, so furchtbar kann es gar nicht sein“, mischte sich Stella ein.

„Doch, ist es. Die Kater sind nervig, haben nur dumme Ideen, ärgern einen ständig und benehmen sich auch sonst merkwürdig.“

„Aha“, sagte der Vater und musste still grinsen.

Er sah seine Frau an, rollte mit den Augen. Sie zog daraufhin nur kurz die Au-genbrauen hoch, was ihn zurechtweisen sollte und auch seine Wirkung nicht verfehlte.

„Erzähl doch mal was dich bedrückt“, bohrte Stella in ihrer Tochter und stupste sie an.

Ihr Ehemann machte sich derweil über das Fleisch her. Immerhin hatte er das Tier erbeutet. Er war darin wirklich sehr erfolgreich, was ihn nicht nur Stolz machte und den allgemeinen Neid der Anderen einbrachte, sondern auch großen Respekt. Tarja biss ein Stück Fleisch ab und kaute darauf herum.

Sie sah ihre Mutter an und nuschelte mit vollem Mund etwas, was wohl so viel bedeuten sollte wie: „Jetzt nicht und nicht vor Vater.“

Die Mutter verstand sofort, dass es sich um eine rein weibliche Angelegenheit handeln musste und nickte nur kurz.

Nachdem Tarja den Mund wieder frei hatte, fragte sie direkt heraus: „Warum habe ich eigentlich keine Schwester? Andere Katzen in meinem Alter haben ei-ne Schwester. Ich hätte auch gerne eine, mit der könnte ich mich über alles unterhalten. Mit euch geht das irgendwie nicht.“

Stella sah Cyron in die Augen.

„Nun ja“, druckste der herum, „das ist natürlich eine gute Frage.“ Er musste husten und gab das Wort an seine Partnerin ab.

„Ach ja. Typisch. Wenn es um Fragen der Fortpflanzung geht, dann hält sich der Kater raus und überlässt das Schlachtfeld lieber seinem Weibchen.“

Cyron zuckte verschämt mit den Schultern und brummelte nur kurz, dass er zur Jagd müsse, da am nächsten Tag der Verkauf auf dem zentralen Marktplatz anstünde.

Stella seufzte und sah wie er die Tür von außen hinter sich schloss.

„Gut, mein Schatz. Was genau bedrückt dich wirklich?“

Tarja begann verlegen auf ihrem Stuhl hin und her zu rutschen. „Hmmm, hmmm…“

„Na los, sag schon.“

„Es geht darum, na ja, die Kater in meiner Klasse sind so komisch in letzter Zeit. Die sehen mich so komisch an, seit ein paar Wochen. Genauer gesagt, seit ein paar Monaten, seitdem ich vierzehn geworden bin. Außerdem tuscheln sie miteinander, wenn ich anwesend bin. Und ich bin mir absolut sicher, dass es dabei um mich geht. Außerdem habe ich da noch von anderen Sachen gehört, dass sie angeblich irgendwas untereinander vergleichen.“

Stella atmete tief durch. Bei Bastet! Das war ja schlimmer als gedacht. „Nun dann, jetzt geht es wohl ans Eingemachte. Warum auch nicht.“

Tarja war ganz Ohr und starrte bei den folgenden Ausführungen ihrer Mutter in die Augen und klebte an ihren Lippen.

„Tja, meine Liebe. Den Katern in deiner Klasse ist nicht entgangen, dass du eine reife Tigerin wirst. Also reif für die ersten Kontakte mit dem anderen Ge-schlecht. Außerdem bist du wirklich sehr hübsch geworden und hast sehr aus-geprägte weibliche Reize. Das bringt die Hormone bei den Männchen durch-einander, denn auch an denen geht dieser Reifungsprozess nicht spurlos vorbei. Noch ist es ein verhohlenes Tuscheln, aber schon bald wird dich der Erste näher kennenlernen wollen und du wirst an seinem Körper gewisse Änderungen bemerken. Das sollte dir keine Angst machen, aber du solltest nicht unbedingt darauf eingehen.“

„Was für eine Änderung?“, fragte Tarja.

Stella überlegte, wie sie am geschicktesten aus dieser Nummer raus käme, denn ins Detail wollte sie nicht gehen.

„Sein Blick wird in deiner Nähe etwas entrückt sein, er wird dich anstarren, aber dich nicht bedrohen. Er wird vielleicht schnurren, wie es dein Vater damals immer getan hat. Und im Bereich der Taille wird sich etwas verändern, er wird, wie soll ich es sagen, fülliger werden.“ Sie musste bei dem Gedanken daran lächeln und fuhr fort. „Na ja und er wird den Wunsch haben engeren Körperkontakt zu dir herzustellen, wird sich vielleicht an dich ankuscheln wollen, sich vielleicht sogar an dir reiben. Wenn du den gleichen Wunsch verspürst, dann ist es okay, wenn nicht, dann solltest du das unterbinden und ihn zurückweisen.“

„Wozu denn Körperkontakt? Außerdem ist das ein Kater, wer will schon Kontakt zu dem?“

„Das sagst du jetzt. Das habe ich früher, in deinem Alter auch gesagt. Und nun bin ich seit achtundzwanzig Jahren mit deinem Vater liiert. Manchmal geht das alles schneller als man denkt. – Ach, weißt du was? Du wirst schon das Richtige tun und dein Herz wird dir den richtigen Weg weisen.“

Sie lächelte ihre Tochter liebevoll an. „So, nun musst du aber los, sonst kommst du zu spät zum Unterricht.“

„Schon unterwegs“, sagte sie noch, hatte bereits die Türklinke in der Hand und war verschwunden.

Stella setzte sich und seufzte. „Hoffentlich tut sie wirklich das Richtige und überstürzt nichts. Ich spüre da eine Katastrophe heraufziehen.“

Cyron hatte sich zur Jagd aufgemacht. Er begab sich zunächst auf den Dorf-platz und traf sich dort mit seinen Jagdgefährten, einem Löwenkater namens Hadron, einem anderen Tiger namens Pathenon und einem recht flinken Kerl namens Hylas, einem Luchs. Er war kleiner als die Anderen und dadurch im Unterholz wesentlich beweglicher, also eine echte Bereicherung der Jagdgesellschaft.

„Hoffentlich kommen uns nicht wieder irgendwelche Hyänen aus Strongham in die Quere“, polterte Hadron zur Begrüßung.

„Nicht, wenn ich es verhindern kann“, entgegnete Hylas.

„Dein Wort im Ohr der großen Katzengöttin“, seufzte Pathenon.

Sie machten sich auf den Weg zum nahegelegenen Wald.

Cyron brach während des Marsches zu Pfote das Schweigen. „Ist euch eigentlich aufgefallen, dass wir in den letzten Wochen immer weniger Beute machen? Selbst mit unseren verbesserten Speeren und mit den flugoptimierten Pfeilen haben wir kaum eine Chance. Es gibt einfach nichts was man erlegen kann.“

Pathenon nickte zustimmend. „Du hast Recht. Ich weiß auch nicht woran es liegt, aber wir werden wohl oder übel unsere Jagdgebiete vergrößern müssen. Das wird allerdings automatisch zu Konflikten mit den Caniden führen.“

„Ja, ich weiß… Hyänen. – Ich hasse Hyänen.“

„Jaaaaaaa doch, Hadron. Wir wissen, dass du die Typen nicht magst. Aber bei allem was Recht ist. Wir müssen mit ihnen teilen, denn auch sie haben ein An-recht auf Beute, wie wir.“

„Ja! Leider“, grummelte der Löwe.

„Ruhe!!!“, zischte Hylas plötzlich, „Ich höre was.“

„Ja. Ich höre es auch“, flüsterte Cyron, „Was ist das?“

„Was ist was?“

„Aoorggh… du hörst unter deiner dicken Mähne auch scheinbar gar nichts o-der? Wird Zeit, dass du mal wieder zum Friseur gehst.“

„Grrrr….“

„Na toll. Wollen wir uns jetzt gegenseitig auseinandernehmen oder konzentrieren wir uns endlich mal auf das Wesentliche?“

„Da, da. Da ist es schon wieder.“

Jetzt hörten es wirklich alle, denn es wurde lauter. Und – es kam näher. Es war ein feiner Summton, der definitiv zu keinem bekannten Tier gehören konnte.

„Vielleicht ist es eines der Kraftwerke in der Gegend?“, murmelte Pathenon.

„Ja, genau. Sehr logisch und dieses Kraftwerk hat sich jetzt auf die Pfoten gemacht und bewegt sich in unsere Richtung“, ergänzte Hylas.

Pathenon schaute den Luchs grimmig an. Alle anderen starrten in die Richtung aus der das Geräusch zu kommen schien. Mittlerweile war sogar schon zu bemerken, dass der Ton nicht konstant war, sondern auf- und abzuschwellen schien.

Die Blicke wurden immer konzentrierter und nervöser.

„Da muss gleich was zu sehen sein. So nahe wie das...“, setzte Pathenon an, kam aber nicht weiter, denn mit einem lauten Krachen brachen plötzlich drei Hyänenweibchen aus dem Unterholz des Waldes hervor und stürmten in Richtung der Kater.

„Wie widerlich!“, ekelte sich Hadron.

„Gemach, gemach. Sehen wir erstmal was die wollen“, wiegelte Cyron ab.

Als die Hyänen die Raubkatzen sahen, fielen sie in einen ruhigeren Gang zu-rück und kamen eher gemächlich auf die vier zu.

„Guten Morgen!“, sagte Uri, „Wie ich sehe seid ihr auch schon auf den Beinen um Beute zu machen.“

„Aber klar doch“, entgegnete Cyron, „immerhin dürfen wir ja wohl auch hier jagen und nicht nur ihr. Wobei mir einfällt, warum seit ihr eigentlich nicht bei euren Viehherden?“

„Die Zeiten sind härter geworden und man muss seit Wochen sehen wo man bleibt.“

Die Raubkatzen nickten, lediglich Hadron hatte eine versteinerte Miene.

„Ich verstehe das vollkommen, aber warum seid ihr denn so gerannt?“, setzte Cyron fort.

„Wir? Gerannt? Niemals!“, empörte sich Lyra.

„Oh doch, wir haben es alle gesehen. Ihr habt erst gebremst, als wir euch sehen konnten.“

Die Hyänen waren ganz klar überführt und drucksten herum. „Na ja, also schön. Aber gebt zu, ihr habt auch dieses Geräusch gehört. Und – wir haben etwas gesehen. Ein riesiger Schatten glitt am Himmel entlang und bevor wir Beute werden, rannten wir, was die Beine hergaben.“

„Ein Geräusch! Aha. Natürlich haben wir es gehört. Wir sitzen schließlich nicht auf unseren Ohren“, prahlte Hadron.

Eine glatte Lüge, denn immerhin musste man ihn schließlich fast mit der Nase drauf stoßen, damit er es überhaupt für voll nahm.

Lyra fuhr fort: „Wir vermuten, dass es sich um einen Drache gehandelt haben könnte.“

„Ein Drache? Es gibt keine Drachen!“, grollte Cyron.

„Oh doch, es gibt sie. Ich habe selbst schon mal einen gesehen.“

„Unglaublich! Ihr wollt uns wohl für dumm verkaufen?“

„Nein, ehrlich nicht. Es ist allerdings eine Legende, dass sie Feuer speien können, und der größte Teil von ihnen ist eher pazifistisch eingestellt.“

Das reichte Cyron jetzt aber wirklich. „Ach Quatsch, das sind doch alles Märchen. Ich glaube nicht eher an Drachen, bis ich welche gesehen habe. Habt ihr denn irgendeinen Beweis für eure kühnen Behauptungen?“

Die Hyänen schauten sich ratlos an, denn soviel Unglauben hatten sie nicht erwartet. „Nein, wir haben keinen Beweis, nur unser Wort.“

„Wer Hyänen glaubt, der ist verloren“, wetterte Hadron.

Er konnte es einfach nicht lassen.

„Ach, so denkt ihr also. Na, das ist ja toll. Dann brauchen wir uns gar nicht weiter zu unterhalten und beenden das Gespräch hier und jetzt sofort.“ Die Hyänen waren sichtlich beleidigt.

Hylas gefiel die Situation nicht und er versuchte zu schlichten. „Hallo? Kriegt euch alle mal wieder ein.“ Und an die Hyänen gerichtet: „Entschuldigt bitte un-seren Löwenfreund. Manchmal lässt sein Benehmen wirklich zu wünschen üb-rig.“

Die Gesichtszüge der Hyänen erhellten sich sichtlich ob der Entschuldigung, dafür verfinsterten sich die des Löwen und er ließ alle Beteiligten, ohne ein weiteres Wort zu verlieren, stehen.

Nach einer kurzen Verabschiedung liefen die beiden Tiger und der Luchs dem Löwen nach.

„Sag mal. Kannst du mir erklären, was das eben sollte?“, stellte ihn Pathenon zur Rede.

Hadron schaute ihn nur grimmig an und ging weiter.

„Das nenne ich mal eine echt präzise Antwort. Das kann nur ein Löwe.“

Das war zu viel des Guten und der Löwenkater ließ einen durchdringenden Schrei los. „Ich bin kein Hyänenfreund und wenn ihr es seid, dann ist das euer Problem. Aber macht das unter euch aus. Ich, für meinen Teil, habe genug für heute und kehre jetzt wieder heim.“

„Fein. Kehren wir alle wieder heim zu unseren Familien und sagen ihnen, dass wir nichts gefangen haben, da wir uns gegenseitig zerfleischen mussten.“

Der Löwe hielt inne, schaute Cyron an und seufzte.

„Cyron hat Recht. Wir sollten wirklich nachhause gehen. Ich glaube nicht, dass wir hier und heute noch irgendwas fangen. Außerdem hatte ein gewisser Luchs laut getönt, dass er ein Zusammentreffen mit den Hyänen verhindern wolle“, sagte Pathenon.

„Na toll. Jetzt bin wohl ich wieder an allem Schuld.“ Hylas war sichtlich beleidigt.

Cyron sah den Luchs tiefgründig an. „Ja, du hast ja Recht. Mit unserem Gezeter haben wir wahrscheinlich das Wild im Umkreis von acht Kilometern verscheucht.“

Die vier gingen also wieder zurück zum Dorf und erreichten es am Nachmittag.