Ein neues Leben? - Kapitel 7
Ach ja ^^ Ich hoffe es gefällt..
Irgendwann wachte ich auf und spürte das Kitzeln von Gras und die Nässe des Taus. Ein leichter Wind wehte über die Wiese und mir wurde kalt. Es war ja schließlich Herbst. Wie bin ich hierhergekommen? Immernoch zu müde um die Augen zu öffnen grübelte ich weiter nach... Bin ich wieder aus meiner Vision draußen? Ich denke schon, sonst würde ich auf dem harten Boden des Krankenhauses liegen. Was ist überhaupt passiert? Da mich dann doch zu viele Fragen plagten, versuchte ich langsam zu mir zu kommen. Ein kurzer Gähner und schon schaffte ich es einen kurzen Blick auf meine Umgebung zu werfen. Das ich auf Gras lag hatte ich schon richtig gespürt. Ich befand mich in einem doch recht spärlichen Wald. Viele Bäume waren durch einen starken Wind umgestürzt und behinderten den Kiesweg, der an mir vorbei führte. In der Ferne hörte ich Stimmen, die sehr nach Mensch klangen. Bin ich also doch nicht in der anderen Welt? Auch der Wald sah nicht so magisch und lebendig aus, sei es wegen des Herbstes oder wegen der fehlenden Kraft der Herrin. Ich schaute zu mir herunter und stellte fest , dass ich immer noch Drache war. Aber wie konnte ich hier Drache sein? Ich bestätigte nochmal meine Vermutung, indem ich nach dem von Menschen hinterlassenen Plastikmüll suchte und fand tatsächlich einige Flaschen und Tüten zwischen dem Gras. Zuerst dachte ich mir wie toll es hier doch als Drache wäre, da man weltberühmt wäre, doch schnell verflog meine Begeisterung, wenn ich mir vorstellte als Laborexperiment oder als Zootier zu enden. Ich bekam Angst vor den Menschen! Vor dem, was ich einmal war!
Die Stimmen kamen näher und mir wurde richtig mulmig. Sie dürfen mich nicht sehen! Ich suchte mir irgendeine Richtung aus und rannte drauflos. Das ging eher schlecht als recht, da ich ein paar mal an den Stämmen ausrutschte, die auf dem Boden lagen. Blätter und Äste klatschen gegen mein Gesicht, aber das war mir egal. Der Wald wurde immer karger und irgendwann kam ich vor einer großen Lichtung an. Meine Füße brannten und ich versuchte auf die Schnelle irgendein Versteck zu finden. Ich sah etwas aufblitzen und etwas zischte durch die Luft. Dann ein dumpfer Aufschlag. Wer jetzt ein bisschen Kombinationstalent hat, kann sich denken was passierte...
Ich lag im Gras und wusste gar nicht, was mit mir passiert war. Blut sickerte aus meiner Wunde und der Aufprall hatte auch nicht gerade gut getan... Mir wurde langsam schwindelig und das Atmen wurde schwer, da sich meine Lunge mit Blut füllte. Ein Pfeil steckte seitlich in meiner Brust und ich fragte mich einfach nur warum. Warum?
Jemand kam auf mich zugeeilt, es war ein Drache. Er hatte weiße Schuppen und eher rundliche Züge. Erst dachte ich es wäre eine Drachin, aber das würde dem Körperbau wiedersprechen. Mehr konnte man nicht erkennen, da der Drache eine Kaputze auf hatte. Es handelte sich aber um eine Menschenjacke in die Löcher für die Hörner eingeritzt wurden. Er wirkte ziemlich schockiert und streifte die Kaputze ab.
" Oh nein was habe ich getan! Ich wollte das nicht..."
Erst jetzt konnte man ihn genauer erkennen. Er hatte blaue Augen und war leicht mit Dreck beschmiert. Wahrscheinlich weil er mit seinen weißen Schuppen zu auffällig wäre, hatte er sich dementsprechend getarnt. Er schaute sich meine Verletzungen an.
"Ich habe noch nie jemanden getötet. Was machst du auch hier? Ich jage hier und du musst ausgerechnet dann hier rumrennen!"
Na Toll.
" Weißt du eigentlich wie lange ich auf Artgenossen warte? Ich bin richtig alleine und bin ein richtiger Schisser geworden. In unserer Heimat wäre ich nie so schwach gewesen. Ich hätte dich gefragt, ob du mir mein Territorium streitig machen willst."
Er schnüffelte an mir.
"Das hast du doch nicht vor oder?"
Na Toll...
Ich sterbe neben einer Labertasche...
" Was soll ich denn machen?"
Jetzt war er verzweifelt und er suchte nach einem Ausweg. Anscheinend fiel ihm doch etwas ein und er versuchte mich zu packen.
" Ich bin dir etwas schuldig, also werde ich dich in meiner Hütte aufpeppeln. Aber nicht mehr! Ich bin bestimmt älter als du aber trotzdem nicht deine Mutter! Und vergiss es gleich dich an mir heran zu machen ich rieche ein Männchen an dir."
Tickt der noch ganz richtig? Der ist ja drauf... Am liebsten würde ich etwas sagen, aber ich kann nicht. Ich bin einfach zu schwach. Ich spuckte das Blut aus, das sich in meinem Mund angehäuft hatte.
"...dan..ke"
Mehr ging nicht. Es war auch besser so, sonst hätte ich gefragt, ob er noch ganz richtig ist..
Er hatte mich ein kleines Stück getragen, als wir an seiner Hütte angekommen waren. Diese war nichts anderes, als eine Waldhütte in der man sich hinsetzen oder Tee kochen konnte. Sie wurde natürlich von Menschen erbaut und er hatte sie dannach einfach "übernommen". Die Holzhütte sah schon etwas heruntergekommen aus, die Balken waren morsch und die Wände mussten unter dem Vandalismus leiden. Die Scheiben waren eingeschlagen worden und ich fragte mich wer so etwas tut. Bei den Drachen gibt es sowas bestimmt nicht. Das innere der Hütte sah nicht so schlimm aus, klar wurden alle Wertsachen bereits gestohlen, da kein Schloss an der Tür mehr war, aber es war immerhin etwas. Und dieses etwas gehörte diesem Drachen. Eigentlich tut er mir schon leid, schließlich musste er sich schon länger vor den Menschen verstecken und so ein Leben würde ich nicht führen wollen.
Er legte mich auf den Holzboden der Hütte und musste kurz durchschnaufen. Ich bin ja nicht wirklich leicht und er ist auch nicht wirklich stark.. Der Drache legte seinen Bogen ab und ging die Tür hinaus.
" Wir können gleich reden. Ich bin ja schon gespannt was dich hierher bringt."
Er holte sein Fernglas raus und beobachtete etwas.
" Ich heiße übrigens Jar'vin und bin seit 3 Jahren hier."
3 Jahre.. das ist schon was, wenn ich überlege was bei mir in 3 Jahren geschehen ist. Jar'vin also.. ich bin gespannt was er zu erzählen hat und wie er hierher gekommen ist. Warum sind wir hier? Ist ihm das gleiche Schicksal widerfahren wie ich oder ist er von der Herrin bestraft worden? Wurde ich bestraft? Nein, warum auch ich hatte ja hoffentlich nichts falsch gemacht.
Plötzlich versteifte er sich, ging schnell ins Haus und schloss die Tür.
"MENSCHEN! Schon wieder! Es sind Jäger und ja sie sind bewaffnet!"
Verdammt! Und was jetzt? Wir werden wohl unmöglich mit mir fliehen können. Vor lauter Panik versuchte ich aufzustehen, jedoch quittierte Jar'vin dies schnell.
"Vergiss es! Du schaffst das nicht. Wir werden nichts machen können, vielleicht haben wir Glück und sie gehen hier nicht rein."
Er setzte sich auf den Boden und lehnte sich mit dem Rücken gegen die Wand, dabei holte er eine Flasche hervor und reichte sie mir.
" Hier das wird vielleicht helfen. Kannst du reden? Ich möchte nur ungern meinen Monolog fortsetzen."
Er lächelte und ich nahm die Flasche dankend an. Zittrig drehte ich den Verschluss auf und kippte den Inhalt herunter. Mann war ich durstig! Das Getränk war leicht bitter und zu meinem Missfallen war auch noch Alkohol drin. Naja wenn's hilft kann ich jav wohl ein mal in meinem Leben Alkohol trinken, außerdem handelte es sich um irgendein Arzneimittel. Ich spürte wie mein Hals angenehm warm wurde, besser ging es mir allerdings nicht . Im Gegenteil: Es war eher eine Qual das Zeug runterzukriegen, aber ich war so durstig, dass ich da wohl durchmusste. Trotz allen Schmerzen versuchte ich zu reden, denn ich wollte ja auch mehr von meinem Gegenüber erfahren.
"Hm? Bist du schon länger hier oder woher wusstest du, wie man die Flasche aufdreht?"
"...ich..."
Plötzlich spürte ich einen stechenden Schmerz und langsam wurde es nicht mehr schön, der Schock war vorbei und die Schmerzen drängten sich in den Vordergrund. Jar'vin zuckte zusammen als ich aufstöhnte und tippte mich an.
"Geht es? Ich werde mich sofort um deine Wunden kümmern. Warte kurz, ich hole mein Zeug."
Eigentlich war er ja doch ganz Okay. Ich meine er kümmerte sich wenigstens um mich und hatte mich nicht einfach liegen gelassen. Außerdem teilte er das selbe Schicksal wie ich und..
Ich war auf einmal so müde.. Vielleicht lege ich mich besser hin und...
Ich wachte wieder auf und mir war kalt. Ein frischer Wind zog durch die zerstörten Fenster. Ich hatte Kopfschmerzen und alles war ein bisschen verschwommen. Meine Wunde war verbunden worden und der Verband war rot. Ich wusste nicht wirklich, ob ich sterben würde oder nicht, aber ich machte mir eher Sorgen wo Jar'vin ist.
"Jar'vin?"
Mein eher schwacher Ruf hallte durch die Hütte.
Niemand da.