Kapitel 21
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Kapitel 21
Erforschung
Aber nur um diesen gleich wieder zu verlassen und durch das Zwischentor die eigentliche Station zu betreten. Der erste Gang hatte in der Tat nichts zu bieten. Es gab keine Vorsprünge, keine Nischen und auch keine Seitentüren.
Sie gingen weiter.
Der zweite Gang war schon interessanter. Es gab fünf Nebenräume, die es zu erkunden galt.
Sie teilten sich auf.
Die Durchsuchungen wurden von den Gruppen eins bis fünf übernommen. Die Gruppen sechs und sieben hielten die Flanken unter Beobachtung.
„Okay, macht euch an die Arbeit“, sagte Tarja.
Fast zeitgleich wurden fünf Türen aufgerissen und die Mitglieder verschwanden. Gruppe eins fand nichts, außer ein paar herumliegenden, verdorbenen Lebensmitteln. Die Schränke an den Wänden und eine Kiste wurden geöffnet. Die Kiste war leer, aber geräumig.
„Die Kiste ist gut. Die werden wir mitnehmen und unsere Fundstücke reinlegen“, sagte Kira.
In den Schränken fanden sie Waffen, vor allem auf Laserbasis und ein paar Handfeuerwaffen mit Magazinen. Zweifelsohne verschossen sie Patronen und waren gegen Maschinen nicht besonders effektiv. Sie nahmen alles an sich und legten es in die besagte Kiste. Danach packte Pedro mit seinen kräftigen Kiefern zu und schleifte sie vor die Tür und damit sichtbar in den Gang.
Chiron kam herbei und riskierte einen Blick hinein.
Er pfiff leise. „Nicht schlecht für den Anfang. Waffen sind immer gut und außerdem dürfen wir nichts zurücklassen. Wenn sich hier wirklich noch jemand herumtreibt, darf er nicht in deren Besitz gelangen. Wer weiß was sonst noch passieren könnte.“
„Wir lassen die Kiste hier stehen und stellen zwei Wachen auf jeder Ebene ab. Alle Sachen die wir finden, werfen wir zentral in eine Kiste. Dann haben wir am Ende zehn Kisten und nehmen die auf dem Rückweg mit“, schlug Kira vor, allerdings in einem Ton der keinerlei Zweifel aufkommen ließ, geschweige denn Widerworte.
Chiron lächelte und nickte nur.
Die zweite Gruppe kam aus ihrem Raum heraus, hatte auch nur Waffen dabei und legte diese in die Kiste. Bei der dritten und fünften Gruppe geschah das Gleiche.
Die vierte Gruppe jedoch kam und kam nicht wieder.
Cyron, Chiron und Tarja gingen nachsehen, wo sie denn blieben und betraten den Raum.
Die Füchsin Sinja, der Säbelzahntiger Grey und der Greif Tarek waren über den Tisch gebeugt, während die Stiere Don und Horves die Schränke durch-wühlten. Auf dem Boden lagen schon mehrere Waffen und auf dem Tisch Papiere, die sich die drei durchlasen.
„Hey, was ist los?“, fragte Tarja und trat an den Tisch heran.
Eine kleine Lampe mit gebogenem Hals spendete spärliches Licht.
„Das wirst du kaum glauben“, sagte Tarek, „aber wie es aussieht war das Ganze früher mal eine Militäreinrichtung und wurde später zu einem Experimentallabor umgebaut.“
Tarja schaute den Greif schief an. „Was willst du damit sagen?“
„Nun. Laut diesen Aufzeichnungen, es handelt sich übrigens um Tagebücher, existiert der ganze Komplex dem Ursprung nach seit etwa eintausend Jahren und gehörte einer Spezies die sich Mensch nennt. Zu angegebener Zeit befanden sich diese Menschen im Kriegszustand mit einer hier nicht näher beschriebenen anderen Spezies. Beide hatten die Fähigkeit entwickelt den Weltraum zu bereisen und waren dabei so schnell wie das Licht. Zweihundert Jahre später wurden angeblich Verträge abgeschlossen und es herrschte Frieden zwischen den Gegnern. Die Basis wurde aber noch weitere hundert Jahre vom Militär des Planeten Erde genutzt und erst dann aufgegeben. Hier werden vor allem finanzielle Gründe dafür genannt.
Danach lag die Basis rund hundert Jahre brach.
Dann fehlen hier weitere Informationen, aber irgendwas muss passiert sein. Jedenfalls beginnt der Schreiber bei einem Datum das siebenhundert Jahre zu-rückliegt wieder mit seinen Aufzeichnungen, dass es sich um die gleiche Person handelt glaube ich nicht, da sich die Handschrift geändert hat. Auf jeden Fall hatte sich die Arbeit der Basis grundlegend geändert. Sie wurde zu einer Forschungsstation modifiziert und diente Genexperimenten. Die letzten Eintragungen dieser Person hier, enden vor etwa sechshundert Jahren.“
Er schaute den anderen in die Gesichter.
„Das wirft ein paar wichtige Fragen auf“, sagte Tarja.
„Ja“, ging Sinja dazwischen „Warum wurde die Basis aufgegeben und wo sind die Erbauer hin?“
Tarja nickte und ergänzte. „Nicht nur das. Es stellen sich mir die Fragen, wer diese Menschen sind, wer ihre Feinde waren und vor allem was sind diese Genexperimente?“
„Die Antworten auf diesen Papieren sind spärlich, die Fragen die sie aufwerfen wiegen aber dafür deutlich mehr“, sagte Grey.
„Kommt. Nehmt die Papiere mit und …“, Tarja sah sich um, ging an einen der Schränke und nahm eine große Hülle heraus, „ … packt sie hier rein. Wir sammeln Waffen und Gerätschaften in jeder Ebene in einer separaten Kiste und lassen diese von zwei Leuten bewachen. Am Ende der Erkundungen gehen wir in den Hangar zurück und nehmen die Kisten mit.“
Sie nickten zustimmend und verließen mit ihren Funden den Raum. Grey ging auf Cyron und Chiron zu und berichtete ihnen. Ihre Gesichtsausdrücke ließen keinen Zweifel daran aufkommen, dass sie mehr Informationen wollten. Sie waren auf einer heißen Spur und verfolgten diese.
Sie gingen weiter und stellten Sirius und Wotan als Wachen ab.
Syrgon drehte sich beim Gehen nochmal zu den beiden um. „Und bleibt anständig, Jungs. Immerhin befinden wir uns im Feindeinsatz.“
Die beiden grinsten, nickten und setzten sich bequem auf die Kiste. Das konnte jetzt dauern und diese Ebene dürfte wohl die sicherste von allen sein. Damit zogen die verbliebenen sechsundzwanzig AnChafren plus dem Einhornweibchen Sandra weiter und erreichten einen zentralen Treppenaufgang.
„Okay, wir sind jetzt über dem Hangar und arbeiten uns ab jetzt nach unten vor“, erklärte Tarja kurz.
Keine weiteren Reaktionen, alle waren begierig mehr zu finden und Informationen zu sammeln.
Sie gingen eine Etage tiefer und öffneten die Tür zu Level minus zwei.
„Ebene minus zwei“, sagte Sinja ungläubig, „Wo ist Ebene minus eins geblieben?“
„Das ist der Hangar. Er ist vom Zugang her schräg angelegt und damit unterhalb der Oberfläche. Das heißt wir sind im Hangar auf Ebene minus eins, sind dann zur Station gegangen und im ersten Gang wieder leicht nach oben zu Ebene null. Dann sind wir über das Treppenhaus zu Ebene minus zwei hinab gestiegen. Von hier aus gibt es keinen Zugang zum Hangar“, erklärte Grey.
Sinja nickte, denn das war jetzt einleuchtend, auch wenn es der Übersichtlichkeit nicht gerade gute Dienste erwies.
Sie traten ein, verteilten sich über den gesamten Gang. Es gab unzählige Seitenräume.
„Okay, aufteilen und einsammeln“, sagte Tarja kurz und knapp.
Die erste Gruppe fand vergammelte Lebensmittelreste, Gerätschaften die ihnen unbekannt waren und persönliche Aufzeichnungen die Sinja sofort zu den anderen legte. Sie fanden auch hier eine leere Kiste, schoben sie vor die Tür und packten die Fundstücke rein. Die zweite, dritte und vierte Gruppe fand auch nur das Gleiche und die Kiste füllte sich schnell mit allerlei Kram.
Die gefundenen Aufzeichnungen wurden an Sinja übergeben und die ordnete sie in ihre Mappe ein.