Kapitel 31

Story by SethGodofChaos on SoFurry

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Kapitel 31

Identitätskrise

„Ich habe hier eine weitere Datei gefunden“, sagte Kira. „Sie stammt von einem Wissenschaftler und sagt etwas darüber aus, warum die Experimente durchgeführt wurden.“

„Lass mal sehen“, sagte Cyron.

Auf dem Wandschirm erschien eine weißgekleidete männliche Person.

„Okay, warum sind wir hier und was tun wir hier? Ganz einfach, wir wollen Leben erschaffen, aber nicht irgendeines, sondern so wie wir es gerne hätten. Wir wollen alle Spezies, die wir von der Erde kennen, in großer Stückzahl produzieren, sie auf diesem Planeten ansiedeln und ihn zu einem Urlaubsparadies machen. Wir wollen die Tiere dabei mit so viel Intelligenz ausstatten, dass sie weder Urlauber, noch Menschen überhaupt, angreifen. Sie sollen uns als ihren Gott und Herrscher ansehen. Außerdem sollen sie für private Jagden ein wesentlich lohnenderes Ziel darstellen. Alle normalen Tiere auf der Erde lassen sich zu einfach töten, weil sie aufgrund des mangelhaften Verstandes zu leicht zu erlegen sind. Wir versprechen uns, wenn wir erfolgreich sind, dass die Beute wesentlich schwieriger zu fangen sein wird. Durch eine Erhöhung der Potenz und eine Steigerung der Wachstumsrate werden wir in der Lage sein ausreichende Stückzahlen zu erzeugen, ohne Gefahr zu laufen, dass eine Überjagung eintritt und die Population in Gefahr gerät. Ich wünsche allen Teams bei ihrer Arbeit viel Spaß und maximale Erfolge.“

„Das glaube ich einfach nicht“, sagte Andrew, der gerade eingetreten war, „die haben die ganze Zeit ein falsches Spiel gespielt und selbst mich hinters Licht geführt. Was soll man von einer solchen Spezies halten?“

Kira sah betroffen auf ihre Hände. „Wir sollten nichts weiter als eine gute Beute werden, die man spaßeshalber jagen kann. Andrew, ich glaube du bist unser eigentlicher Schöpfer und wir müssen dir unendlich dankbar sein. Wenn du nicht den entscheidenden Schritt getan hättest, dann würde es uns nicht geben oder wir wären billiges Freiwild.“

Andrew schaute nicht gerade erfreut drein. „Wir sollten die Informationen geheim halten, wir sollten überhaupt, mit niemandem darüber sprechen was wir hier alles gesehen und gehört haben. In allem was wir jetzt schon wissen steckt dermaßen viel Zündstoff und wer weiß was noch alles kommt.“

Chiron suchte nach Worten. „Wenn das bekannt wird, dann gibt es ein Chaos. Unser Glaube, unsere Wertvorstellungen, einfach alles wofür wir stehen und leben, steht auf dem Spiel oder ist bereits gefallen. Wir kommen aus der Nummer nicht mehr raus, aber wir sollten es anderen ersparen sich mit dem ganzen Mist zu belasten. Unser Volk lebte friedlich und so gut wie sorgenfrei, es sollte es auch weiterhin können.“

Alle Anwesenden nickten zustimmend.

„Du hast Recht. Wir stehen kurz vor einem Zusammenbruch“, sagte Tarja bitter.

Finlay, Sitara und Apophis standen immer noch in der Tür und waren aufgrund der Arbeit und der neuen Informationen nicht weiter beachtet worden.

Jetzt rückten sie aber ins Licht des Interesses.

„Hey“, rief Cyron erfreut, „Wen haben wir denn da?“

Er ging zu Sitara, umarmte und küsste sie, Finlay drückte er fest an sich und bei Apophis musste er erstmal seine Gedanken sortieren. „Bist du mein Enkel?“ Er schaute ungläubig drein.

„Wenn du Cyron bist, dann bist du mein Opa“, stellte der Jungkater fest.

Cyron schaute irritiert zu Tarja, Chiron, Sitara und Finlay. „Was habt ihr ihm zu essen gegeben? Der sieht ja aus wie sechs Jahre und nicht wie elf Monate.“

Stella ging zu Apophis und hockte sich vor ihm hin. „Hallo, junger Kater. Ich bin deine Oma.“ Sie umarmte ihn und knuddelte ihn herzhaft durch, was ihm ein leises Schnurren entlockte.

„Er ist definitiv unser Enkel“, sagte sie schließlich, „Er ist genauso flauschig und knuddelig wie Tarja in dem Alter.“

„Och, das ist sie immer noch“, mischte sich Chiron ein und bekam dafür sofort einen Schlag auf den Hinterkopf.

„Aua!“

„Ich werde ihn mal mitnehmen und untersuchen“, sagte Andrew schnell und griff nach Apophis’ Hand.

„Gut, ich komme mit“, sagte Tarja und die drei verschwanden im Labor.

„Es freut mich wirklich, dass ihr auch gekommen seid. Auch wenn die Umstände hätten besser sein können“, wandte sich Cyron an die Leoparden.

„Dafür kannst du ja nichts“, beschwichtigte Sitara.

„Wir sollten jetzt aber die Kurve kriegen und unsere Truppe endgültig ausdünnen. Wir haben schon viel zu viele ins Vertrauen gezogen und ihr Leben nachhaltig beeinflusst. Damit ist jetzt Schluss“, sagte Cyron entschieden.

Er griff zum Funkgerät. <„Station an Lager. Jemand zugegen?“>

<„Oh, Cyron. Du schon wieder?“>

Er hatte Pathenon am anderen Ende erwischt.

<„Ja. Ich möchte euch alle in der Station sprechen. Kommt auf Ebene minus sechs. Andrew wird euch abholen.“>

<„Andrew? Wer ist Andrew?“>

<„Das werdet ihr dann schon sehen. Ihr könnt ihn einfach nicht verfehlen.“>

<„Okay, ich trommle die Leute zusammen. Bis nachher.“>

Cyron legte das Gerät auf den Tisch. „Wir haben uns überlegt, diesen Menschen mal einen Besuch abzustatten. Ich glaube, dass wir viel zu bereden haben“, sagte er an die Leoparden gewandt, „aber da nicht alle mitkommen können und auch nicht sollen, müssen wir die Truppe zum größten Teil auflösen.“

Er seufzte.

Tarja, Apophis und Andrew waren währenddessen im Labor zu Gange.

„Wir sollten als erstes Vermessungen vornehmen“, sagte der Säbelzahnlöwe.

Apophis schaute ihn schüchtern an.

„Keine Angst, mein Kleiner. Keiner wird dir wehtun“, beruhigte ihn Tarja.

Andrew nahm verschiedene Sensoren und klebte sie auf Apophis’ Haut. An-schließend schaltete er die Messinstrumente ein.

„So, die ersten Daten müssten gleich erscheinen.“ Er schaute auf die Monitore und schwieg. „Ah! Da haben wir sie. Blutdruck, Herz und Lungenvolumen okay. Er ist jetzt elf Monate alt?“

Tarja nickte.

Er tippte das Alter ein und wartete wieder. „Ah, jetzt sieht das schon ganz anders aus. Der Blutdruck ist okay. Das Herz ist okay, aber für sein Alter extrem stark entwickelt. Das Lungenvolumen entspricht eher einem Tiger von sechs Jahren. Jetzt kommen auch weitere Werte. Das Blut enthält sehr viel Hämoglobin, er müsste demnach zwanzig sein. Alle anderen Blutwerte sind im Normbereich. Sein Immunsystem ist sehr stabil und enthält Antikörper gegen Krankheiten die wir gar nicht kennen, die hier aber gespeichert sind und damit wohl den Menschen bekannt sein dürften.“

Tarja schaute ihren Sohn liebevoll an und streichelte ihm über den Kopf. Er schnurrte leise.

„Die Hirndaten kommen. Jetzt wird’s spannend.“ Er starrte auf den Monitor und riss die Augen auf. „Sein Gehirn ist extrem hoch entwickelt. Die zerebralen Funktionen sind erheblich beschleunigt und das Volumen wird zu 98% nutzbar gekennzeichnet.“

„Und was bedeutet das?“

„Das bedeutet, dass er mehr als nur überdurchschnittlich intelligent ist. Er denkt extrem schnell und speichert alle möglichen Informationen innerhalb kürzester Zeit. Außerdem ist er in der Lage alle Daten sofort zu verknüpfen und zu nutzen. Er scheint außerdem über Fähigkeiten zu verfügen die uns allen verschlossen bleiben.“ Er deutete auf einen dunkelrot dargestellten Bereich innerhalb des Monitorbildes. „Da, im vorderen Hirnlappen ist ein Zentrum, das bei uns eher blau erscheint. Sieht fast so aus, als ob er empfindungsfähiger ist als wir alle zusammen.“

Tarja stockte der Atem. „Was willst du damit sagen? Ist mein Sohn vielleicht ein Telepath?“

Andrew schaute sie an und überlegte. „Nein, soweit würde ich nicht gehen. Aber laut den Daten die da zu lesen sind, reagiert er überaus empfindlich auf Emotionen. Er ist extrem empathisch. Dadurch, dass er Informationen und Emotionen so schnell registrieren und auswerten kann, bekommt man tatsächlich den Eindruck, dass er Gedanken lesen könnte.“

Tarja holte tief Luft und schaute auf ihre Hände. „Das Virus ist also wieder mutiert?“

Andrew nickte. „Ja. Ich denke, dass Apophis eine neue Stufe unserer Entwicklung erreicht hat. Es wird sich zeigen, ob diese Vorteile bringt oder nicht.“

„Was ist, wenn er davon profitiert?“

„Die Frage ist nicht, ob er davon profitiert. Die Frage ist, ob er irgendwann zur Fortpflanzung kommt und diese Gene weitergeben kann.“

Die Tigerin nickte. „Gut. Gehen wir zu den anderen. Ich glaube das sollte reichen“ und an Apophis gewandt, „Komm Schätzchen, wir gehen wieder zu Papa, Oma und Opa.“

Sie verließen das Labor.

„Ah! Da seid ihr ja wieder“, sagte Chiron, „Und? Habt ihr was Neues?“

„Ja, ne Menge. Aber das erklärt Andrew besser als ich.“

Der schloss kurz die Augen, sortierte seine Gedanken und beschrieb ausführlich was sie festgestellt hatten.

Nachdenkliche Gesichter waren zu sehen, hielten aber nur kurz an.

„Ist doch gar nicht so schlecht. Wenn wir wirklich fliegen sollten und tatsächlich auf die Menschen treffen, dann kann uns seine Fähigkeit sehr nützlich sein“, gab Cyron zu bedenken.

Die Mienen hellten sich schlagartig auf, außer Tarjas. „Moment mal Vater!“, hub sie energisch an, „Er ist mein Sohn und die Entscheidung liegt dabei immer noch bei mir und vor allem bei ihm. Ich würde mich riesig freuen, wenn du ihm die Möglichkeit geben würdest sich normal zu entwickeln und ihn nicht in seinem zarten Welpenalter schon als Teil einer Kampftruppe sehen würdest.“

Dem Tigerkater stockte kurz der Atem, ob der Zurechtweisung durch seine Tochter und lenkte ein: „Du hast recht. Entschuldigt bitte.“

„Nun gut“, sagte Tarja und wandte sich Apophis zu, „Währest du denn bereit dazu?“

„Das wird sich zeigen, wenn wir da sind“, entgegnete der kleine Kater und machte dabei ein sehr ernstes Gesicht.

„Diese Spezies hat uns benutzt, belogen und betrogen. Er wird für uns enorm wichtig sein“, setzte Kira drauf.

Man hörte plötzlich am Ende der Ebene Gepolter und viele Schritte. Die anderen Chafren waren angekommen und fluteten über die Ebene.

„Hallo ihr. Was liegt an?“, fragte Pathenon leger.

„Tja, eigentlich sollte euch Andrew in Empfang nehmen, aber da waren ein paar andere Sachen angefallen“, begann Cyron, „Aber zur Sache. Wir sollten die Truppe ausdünnen und diejenigen, die es möchten, heim schicken. Wir haben jetzt die Gleiter und die Drachen sind damit auch wieder von ihren Aufgaben befreit. Außerdem brauchen wir wirklich nur noch wenige Leute für den Rest unserer Aufgaben.“

Pathenon war wie vom Blitz getroffen. „Du meinst, wir können gehen? Einfach so?“

Cyron nickte.

„Was ist, wenn wir aber bleiben wollen? Viele haben Freundschaften aufgebaut.“

Cyron biss sich auf die Unterlippe und focht einen Kampf in seinem Inneren aus. „Ich weiß, aber ich schicke euch nicht einfach so davon. Wer bleiben will, kann in der Station bleiben, wird aber über kurz oder lang hier allein sein. Die Drachen werden euch heim bringen. Außerdem werde ich meinen Rufsender für Groodarn an dich abgeben. Damit könnt ihr ihn immer rufen und seine Dienste in Anspruch nehmen.“

Finlay überlegte kurz und sah Sitara an. Die schaute ihm in die Augen, verstand was er wollte und nickte kurz. „Cyron. Wir bleiben bei euch. Ich gebe meinen Sender an einen der Wölfe weiter. Damit ist Strongham auch nicht abgeschnitten.“

Cyron lächelte erfreut. „Gut. Damit reißt der Kontakt nicht ab und ihr bleibt untereinander in greifbarer Nähe.“

Sandra stand als einziges Einhorn unschlüssig da und schaute traurig in die Runde. Sie hatte sich wohlgefühlt in der Gesellschaft der anderen und nun soll-te sie sich trennen. „Was ist mit mir?“, fragte sie und senkte den Kopf.

Crown trat auf sie zu. „Ich habe ein größeres Haus und genug Platz für dich. Wenn du möchtest, dann kannst du bei mir einziehen. Du bist nicht allein, denke daran.“

Die Stute freute sich unheimlich und war begeistert von seiner Idee.

„Na also. Keiner bleibt zurück oder wird irgendwie abgeschoben“, sagte Stella und lächelte.

„Fein. Dann suche ich jetzt diejenigen aus, die bei uns bleiben, der Rest kann tun und lassen was er will“, intonierte Cyron.

Er ging die Liste durch und nannte die betreffenden Namen: „Syrgon, Grey, Sinja, Diana, Torus, Kira, Pedro, Andrew, Stella, Tarja, Chiron, ich, Finlay, Sitara, Apophis, Wotan, Sirius und Helios.“

Die Genannten traten in den Computerraum und stellten sich auf.

„Dem Rest danke ich für alles und es fällt mir wirklich schwer euch einfach so wegzuschicken. Jeder von euch hat sein Bestes gegeben und ist ein wesentlicher Teil unserer Geschichte geworden.“

Einige murmelten zustimmend und versuchten zu lächeln, andere senkten traurig die Köpfe, unterhielten sich miteinander und planten gemeinsame Treffs.

„Wenn ihr wollt, kehren wir in mein Wirtshaus ein“, rief Shiva, „Ich werde euch königlich bewirten und dann können wir alles in Ruhe besprechen.“

Der Vorschlag gefiel allen und sie verließen nach und nach die Station.

Cyron ging zu Shiva. „Sei so nett und sage den anderen, dass es mir wirklich nicht leicht fiel und vor allem, dass sie über die Geschehnisse, vor allem über das hier Gefundene soweit es geht, schweigen sollen. Es wissen schon zu viele Bescheid und können nicht in ihr gewohntes Leben zurückkehren.“

Shiva nickte und gab Cyron einen Kuss. „Du hast Recht und ich glaube, dass es richtig war, dass du uns wegschickst. Wir finden uns schon zurecht und werden den Kontakt aufrechterhalten.“

Pathenon trat hinzu. „Was habt ihr jetzt vor?“

„Wir werden jetzt Daten suchen, die uns zur Station auf der Rückseite des Planeten bringen. Dort soll ein Raumschiff stehen. Wir werden versuchen unsere Heimat zu verlassen und uns auf die Suche nach unseren Göttern machen. Die schulden uns nämlich viele Antworten.“

Shiva schaute betroffen zu Pathenon. „Es ist besser, wenn wir jetzt auch gehen. Ich glaube nämlich, dass mir die Sache jetzt ne Nummer zu groß wird.“

Sie nahm ihren Tiger bei der Hand und verließ die Ebene und die Station. Als sie beim Lager ankamen, waren schon etliche Drachen verschwunden und mit ihnen viele Chafren und deren Zelte.

„Wo sind die alle hin?“, fragte Pathenon an einen Drache gewandt.

„Sie sind alle nach Felgan geflogen und wir sollten das jetzt auch tun“, entgegnete der.

Beide nickten und nach wenigen Minuten war der Platz komplett leer.

Es waren keine Chafren mehr zu sehen, keine Drachen und keine Zelte. Die Umgebung wirkte geradezu unheimlich.

Wenige Kilometer entfernt stand eine einsame Holzhütte am Rande des Waldes. Ihre Tür war nicht mehr vorhanden und die Wände von Geschossen aus Maschinenkanonen durchsiebt, wenige Meter davor lag eine Kampfeinheit, welche Spuren von Drachenkrallen aufwies und zerstört war.

„Okay, lasst uns weiter machen“, sagte Cyron auffordernd. Die übriggebliebenen Chafren verteilten sich im Raum.

„Andrew, Kira, Pedro und Syrgon. Ihr solltet euch wieder an den Mech ran machen. Nehmt die Aufzeichnungen mit und bringt das Ding zum Laufen. Egal wie, ist mir wurscht. Wir brauchen den und wissen nicht was uns noch erwartet.“