Kapitel 48

Story by SethGodofChaos on SoFurry

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Kapitel 48

Entführung

Walter Skort machte Feierabend in der Universität und verließ das Gebäude. Er war seit Tagen bester Laune, genauer gesagt, seit dem Treffen mit den Chafren. Sein, seit dem Tod seiner Frau, so traurig und eintönig gewordenes Leben bekam neue Farbe.

Er rief ein Taxi, stieg ein und ließ sich heimfahren. Dort angekommen, stieg er aus, bezahlte den Fahrer und wollte gerade seine Haustür aufschließen, als plötzlich jemand seine schwere Hand auf seine Schulter legte. „Walter Skort?“

Er drehte sich um. „Wer möchte das wissen?“

„Sind sie Mr. Walter Skort, leitender Dekan für Ägyptologie an der Universität Chicago?“

„Da sie mich scheinbar kennen, kann ich mir eine Vorstellung wohl schenken. Aber wer sind sie und was wollen sie von mir?“

„Wer ich bin ist unwichtig und spielt keine Rolle. Ich möchte sie bitten, mich und meinen Mitarbeiter zu begleiten.“

„Warum sollte ich das tun?“

„Stellen sie bitte keine unnötigen Fragen und steigen sie in den Gleiter. Sofort. Jemand möchte sich mit ihnen unterhalten. Dringend!“

Skort wurde es mulmig. War man jetzt doch dahintergekommen, dass er etwas mit den Besuchern zu tun hatte? „Und was ist, wenn ich nicht mitkommen will?“

Der Unbekannte sagte nichts und hob nur etwas das Jackett an. Es kam eine Waffe zum Vorschein.

Skort seufzte und nickte. Er musste dem Geheimdienst in die Hände geraten sein.

Aber was zum Teufel war so schlimm an der ganzen Sache, dass sich sogar der CIA einschaltete? Er würde es sehr bald herausfinden, da war er sich absolut sicher. Er wurde zwar vorsichtig, aber bestimmt, in den Gleiter gedrängt und die Fahrt begann.

Sie verließen die Stadt, flogen Kilometer weit über Verbindungsstraßen und erreichten einen kleinen Ort, namens Gary. Vor einer Zufahrt machten sie Halt. Ein Stahltor öffnete sich und der Gleiter bewegte sich langsam einen langen Privatweg entlang.

Links und rechts erhoben sich hohe Bäume und das ganze Grundstück erweckte einen sehr gepflegten Eindruck. Das Gras war auf exakter Höhe geschnitten und nicht eine verwelkte Blume war in den Rabatten zu erkennen. Es schien das Paradies zu sein. Dann erreichten sie das Haus, wobei Haus nicht der richtige Ausdruck dafür war. Vielmehr handelte es sich um eine Villa, die einen kirchenartigen Eindruck erweckte. Skort erkannte das Gebäude.

Es handelte sich um den Sitz des Konzils. Vor dem Eingang endete die Fahrt. Zwei weitere Männer in dunklen Anzügen erschienen und begleiteten Skort ins Gebäude und dann in die Bibliothek.

„Wir haben Mr. Skort für sie, Monsieur.“

„Danke, sie dürfen sich zurückziehen. Den Rest erledige ich selbst.“

Die dunklen Anzüge räumten das Feld und Skort stand mitten im Raum. Die Regale an den Wänden waren deckenhoch und das waren geschätzte sechs Meter. Die ganze Bibliothek schien, bis auf drei große Fenster nur aus Regalen zu bestehen. Wer immer der Unbekannte im Sessel war, er musste sehr viel Wissen besitzen und sehr belesen sein.

„Guten Tag, Mr. Skort“, sagte der Unbekannte.

„Guten Tag. Darf ich erfahren, warum ich hier bin?“

„Natürlich dürfen sie das.“

Es folgte minutenlanges Schweigen.

„Also schön, warum bin ich hier? Was wollen sie? Wer sind sie?“

Der Unbekannte drehte sich mit seinem Sessel abrupt um.

„Krondal?“, rief Skort ungläubig aus.

„Ja, mein Guter. Aber für sie bin ich immer noch, Exzellenz Krondal. So viel Zeit muss sein.“

„Was soll der Unfug? Sie waren mein Dekan auf der Uni, bevor sie spurlos verschwanden. Alle dachten sie sind tot.“

„Nein. Das bin ich nicht, noch nicht. Und ich habe auch nicht vor, das so schnell zu ändern. Aber ich möchte mich gerne mit ihnen unterhalten. Ich werde ihnen ein paar Fragen stellen und sie werden mir antworten. Sollten ihre Antworten meine Ohren streicheln, dann haben sie Glück, sollten sie mir jedoch einen Bären aufbinden wollen, dann werden sie es bitter bereuen.“

Skort schnürte es die Kehle zu.

„Aber bitte, setzen sie sich doch.“ Krondal deutete auf einen Sessel, der seinem direkt gegenüber stand. „Möchten sie ein Glas Rotwein? Ich habe hier einen zweihundert Jahre alten, besonders wertvollen Jahrgang.“

Skort setzte sich und nickte zustimmend. Vielleicht lockerte der Wein etwas die Stimmung bei seinem Gastgeber auf, wenn er ablehnte könnte es die Fron-ten verhärten.

Skort nippte an seinem Glas, spitzte die Lippen und nickte anerkennend.

„Schön. Die Nettigkeiten haben wir jetzt ausgetauscht, kommen wir zum Punkt.“

„Gut, dann schießen mal los.“

„Was in Gottes Namen haben sie sich eigentlich dabei gedacht?“

„Wie meinen sie das?“

„Ich meine damit, dass sie unter ihrem Namen, Ausgrabungen in Ägypten und Peru und wer weiß wo noch, durchführen lassen. Sie sind wohl komplett verrückt geworden? Wissen sie eigentlich was sie da tun?“ Krondals Stimme wurde scharf.

„Ich weiß sehr wohl, was ich tue. Ich versuche die Wahrheit zu finden.“

„Und stürzen damit unsere ganzen Erkenntnisse ins Chaos? So blöd kann man doch wohl nicht sein.“

„Ich wüsste nicht warum die Wahrheit blöd sein sollte.“ Skort tat unschuldig, wusste aber worauf Krondal zielte.

„Diese gottlosen Bastarde von Halbmenschen. Die tauchen hier auf, planen den gezielten Aufstand, ein Haufen Durchgeknallter, welcher sich Furries schimpft und in meinen Augen eine Ansammlung von Kindern ist, macht mit und jetzt drehen auch noch sie am gleichen Rad. Skort, sie haben mich wirklich bitter enttäuscht. Wissen sie, von ihnen hätte ich mehr Logik erwartet und nicht so ein kindliches, tagträumerisches Verhalten.“

„Danke. Bisher haben sie mich nur beleidigt und heruntergemacht. Könnten sie bitte zum Kern der Sache kommen, ich habe auch noch andere Dinge zu tun.“

„Das werde ich gern. Erstens. Haben sie bei ihren Ausgrabungen neue Erkenntnisse gewonnen?“

„Ja, haben wir.“

„Zweitens. Haben sie Erkenntnisse gewonnen, die unsere bekannte Zeitlinie durchbrechen würden?“

„Nein, die Zeitlinie wie wir sie kennen ist absolut nicht bedroht.“

„Gut. Das freut mich zu hören. Drittens. Haben sie Erkenntnisse gewonnen, die nicht im Einklang mit der Religion stehen?“

„Wie meinen sie das?“

„Ich meine damit, dass vielleicht Sachen aufgetaucht sind, die daran Zweifel aufkommen lassen, dass der Mensch ein göttliches Wesen ist und das einzige Gottwesen.“

„Was sollte diese These gefährden? War es in der Vergangenheit nicht immer so, dass die Gotteshäuser der Welt ihre Thesen, egal welcher Religion sie angehören mögen, immer gerettet haben und die Menschen immer wieder die strahlenden Sieger waren?“

„Lassen sie diese blasphemischen Bemerkungen. Es handelt sich nicht um irgendeine Theorie, es handelt sich um die Wahrheit und zwar die einzige echte Wahrheit.“

„Sie sind ja vollkommen verrückt. Wir haben die Wahrheit gefunden und die sagt etwas ganz anderes.“ Skort biss sich auf die Zunge. Hatte er jetzt zu viel verraten?

Krondal sah dem Professor in die Augen. „Sie wissen mehr, als sie zugeben wollen. Ich vermute sogar, dass sie Kontakt zu den Geschöpfen des Teufels hatten oder noch haben.“

„Machen sie sich nicht lächerlich. Wie sollte ich das anstellen? Keiner weiß wo sie sind.“

„Oh doch. Sie wissen es schon, sagen es aber nicht. Noch nicht.“ Er drückte auf einen Knopf an der Unterseite des Tisches und es traten drei schwarze Anzüge in die Bibliothek. „Bringen sie Mr. Skort in die untere Etage. Er zieht es vor unser Gast zu sein.“ Krondal hatte ein fanatisches Grinsen im Gesicht.

„Sie sind total krank. Denken sie etwa, dass sie damit die Wahrheit zurückhalten können? Ihr ganzer fanatischer Gottesglaube ist doch nur alberner Schwachsinn und wir werden es beweisen.“

„Schafft ihn mir aus den Augen!“, plärrte Krondal, „Ich werde mich später ausführlich mit ihm beschäftigen.“

Skort wurde in eine Zelle gesperrt und war damit außer Gefecht gesetzt.

„Wie sieht es aus?“, fragte Binder.

Finlay zeigte auf die Knochen. „Sieht wirklich gut aus.“

„Aber, was gibt es Neues?“

„Wir haben die Daten neu aufgenommen“, sagte Jansen. „Die beiden Skelette sind definitiv 4.600 Jahre alt und weisen Spuren von Kampfhandlungen auf.“

„Das bestätigt also unsere Annahmen“, sinnierte Binder.

Jansen nickte. „Japp. Wir sollten einen Tiefenscan der ganzen Region vornehmen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es nur diese Skelette gibt. Ich nehme stark an, dass es hier nur so wimmeln dürfte vor Knochen.“

Binder lächelte und nickte. „Die übliche Methode können wir aber nicht einsetzen und mit Ultraschall brauchen wir Tage dafür.“

„Dann sollten wir sofort damit beginnen und keine Zeit vergeuden.“ Jansen ging in eine Ecke des Raumes und fing an die nötigen Utensilien zusammenzusuchen.

Er hatte sehr schnell alles beisammen, klopfte Finlay auf die Schulter und verließ mit ihm und dem Arbeiter den Raum. Sie machten sich an die Arbeit und suchten akribisch Meter um Meter ab. Binder beobachtete die drei und schüttelte den Kopf.

‚Das ist die berühmte Suche nach der Nadel im Heuhaufen’, dachte er.

Plötzlich kam Shana auf ihn zu gerannt. „Es brennt“, rief sie schon von weitem.

„Was brennt?“

Keuchend baute sie sich vor Binder auf. „Sie haben Skort verschleppt. Wie es aussieht, steckt Krondal dahinter.“

„Scheiße! Die lassen nichts unversucht. Die halten ihn bestimmt als Geisel um uns zur Arbeitsniederlegung zu zwingen. Typisch, wenn alles nichts hilft, dann wird erstickt und gemeuchelt was das Zeug hält.“

Grant nickte.

„Okay, ich trommle ein paar der Chafren zusammen und wir holen den Professor da raus. Es wird Zeit zum Gegenschlag auszuholen und unsere Freunde der Öffentlichkeit zu präsentieren. Dann bricht das Kartenhaus zusammen.“

Shana bekam leuchtende Augen. „Du hast hoffentlich auch an den Kulturschock gedacht, dem viele möglicherweise erliegen werden“, gab sie zu bedenken.

„Daran habe ich sehr wohl gedacht. Ich glaube aber nicht, dass er relevant ist. Immerhin standen wir schon mit Außerirdischen im Krieg und wissen daher, dass wir nicht allein im Universum sind. Außerdem hat das vor tausend Jahren auch keinen interessiert, als man mit dem Seti-Programm gezielt nach extraterrestrischem Leben suchte. Der Schaden dürfte also minimal sein, wenn überhaupt.“

Shana nickte. Der Argumentation konnte sie sich nicht verschließen. Sie gingen zu Jody, welche sich mit den Chafren unterhielt.

„Hallo, wir brauchen sofort zwei Freiwillige die uns begleiten.“

„Um was geht’s denn?“, fragte Andrew.

„Wir müssen Skort aus den Klauen des Konzils befreien. Die haben ihn gekascht und verschleppt.“

„Oh“, Andrew war sichtlich betroffen.

Er, Kira und Pedro erklärten sich spontan bereit, bei der Befreiungsaktion mit-zumachen.

Binder wandte sich an die Anderen und auch an sein Team, welches sich mittlerweile versammelt hatte. „Ihr macht weiter. Durchleuchtet den Boden mit Ultraschall und vergesst keinen Zentimeter. Ein paar von euch sollten die Untersuchung des Sarkophages und des Nebenraumes in Angriff nehmen. Wir soll-ten alle schnell und besonnen handeln. Da braut sich was zusammen und dem müssen wir entgegen wirken.“

Shana, Gregor, Kira, Pedro und Andrew machten sich auf den Weg zu einem der Gleiter. Es war mittlerweile später Nachmittag und die Sonne bewegte sich zielsicher in Richtung Horizont.

Die Wissenschaftler machten sich mit ihrer Ausrüstung an die Arbeit.

Das Quintett flog Richtung Nordwesten, um den Professor aus seiner unangenehmen Lage zu befreien.

„Habt ihr schon einen Plan?“, fragte die Luchsin neugierig.

Gregor schaute sie lächelnd an. „Einen Plan? Ich mache nie Pläne. Ich lasse die Dinge einfach auf mich zu kommen und entscheide spontan. Meistens klappt das sehr gut.“

„Das ist ja wirklich aufbauend“, murmelte Andrew.

„Also wieder mal ein Himmelfahrtskommando“, ergänzte Kira.

Shana wurde neugierig und fragte die beiden AnChafren nach ihrer Geschichte und ihren Erlebnissen die sie hierher verschlagen hatten.

Kira ergriff das Wort und berichtete sehr detailliert. Als sie fertig war, waren fast zwei Stunden vergangen und Shana rieb sich die Augen.

„Das ist heftig“, sagte sie. „Da habt ihr friedlich gelebt und so mir nichts dir nichts bricht alles um euch herum zusammen. Selbst euer ganzer Glaube und eure Geschichte scheinen nicht mehr zu stimmen. Das nenne ich wirklich mal einen Kulturschock. Wobei die Sachen die in den Computeraufzeichnungen standen wohl tatsächlich nicht zu stimmen scheinen.

Immerhin haben wir ja die Beweise gefunden, dass die Theorie zu stimmen scheint, dass ihr auf der Erde ward oder zumindest eure Urahnen“, schloss Shana ihre Gedanken ab.

„Wenn das stimmt, dann müssen wir dringend nach Mesopotamien. Dort sollen Hethiter gelebt haben. Da müsste es nur so wimmeln vor Hinweisen darauf, wer sie waren und wo sie herkamen. Vielleicht kann man ja auch nachvollziehen wo sie hingingen. Es kann natürlich auch sein, dass ihr wirklich künstlichen Ursprungs seid und die Hethiter eine andere Anthrorasse waren, die mit euch gar nichts zu tun hat“, ergänzte Binder.

Andrew nickte. „Das kann natürlich sein. Im Moment tappen wir alle noch im Dunkel. Es gibt noch zu viele Lücken im Puzzle, um ein Bild daraus werden zulassen. Aber trotzdem und das hast du selbst gesagt, wäre es mehr als ein Zufall, dass sich die Namen so sehr ähneln, also Hethiter, Hatti, Cherrim, Chittim, Chatti, Cheta und auch Cherit.“

Binder gab ihm Recht. „Oh, wir sind gleich da“, sagte er.

„So schnell?“, fragte Kira.

„Ja, der Gleiter der Universität ist nicht so modern. Er ist langsamer und hat ei-ne arg begrenzte Brennstoffzelle. Dieser hier ist einer der Neuesten und da-durch nicht nur wesentlich schneller, sondern auch mit einer größeren Reichweite ausgestattet“, erklärte Shana.

„Ich werde außerhalb von Gary landen. Dann haben wir eine größere Chance unentdeckt zu bleiben“, sagte Gregor.

Der Gleiter setzte zwei Kilometer vom Ortsrand entfernt auf.

„Wir sollten uns bewaffnen. Ich bin fest überzeugt das Skort im Konferenzhaus des Konzils festgehalten wird. Es befindet sich am anderen Ende des Ortes. Wir müssen es also schaffen, so schnell wie möglich, hinzukommen und unentdeckt zu bleiben.“

„Das wird schwierig werden. Es ist zwar nicht mehr taghell, aber es sind noch etliche Menschen auf den Straßen“, gab Shana zu bedenken.

„Stimmt. Gut, dann warten wir hier bis es dunkel geworden ist und schleichen uns dann zum Haus.“

Damit waren alle einverstanden. Es war eine günstige Gelegenheit um zu schlafen, denn die Nacht würde alles von ihnen abverlangen.