Kapitel 28

Story by SethGodofChaos on SoFurry

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Kapitel 28

Konflikte

Sirius hatte sich soweit erholt, erwachte und schaute Regar, welcher sich wieder zu ihm gesetzt, an.

„Hallo, großer Held. Du hast uns ganz schön auf Trab gehalten. Aber sei beruhigt, deine Nierentransplantation ist hervorragend verlaufen.“

„Grüß dich, Regar. Wie lange war ich denn weg?“, flüsterte Sirius.

„Nun, wir haben dich fast vier Wochen schlafen lassen, damit du wieder richtig fit wirst. Hier ist in der Zwischenzeit verdammt viel passiert.“

„Oh, ich bin neugierig. Aber was machst du hier? Wo ist Wotan?“

Der Wolf sah seinen Artgenossen fragend an und spürte im gleichen Moment, vor allem anhand seines Blicks, dass etwas nicht stimmen konnte. Irgendetwas furchtbares musste passiert sein.

„Wo ist mein Partner? Wo ist mein Geliebter? Rede mit mir.“

„Eigentlich wollte ich nicht direkt damit beginnen und es dir eher schonend beibringen. Weißt du, ich bin nicht gut in bestimmten Dingen...“ Weiteres musste Regar nicht sagen.

Sirius' Blick brach, wurde trüb und ihm liefen die Tränen. Er wandte sich ab und gab sich seinen Emotionen hin. „Verdammte scheiße! Das darf nicht wahr sein. Das kann er doch nicht machen. Er kann mich doch nicht einfach in dieser Hölle allein lassen“, brüllte er, mit Tränen verzerrter Stimme.

„Pscht! Sirius. Du bist nicht allein und eine Hölle stelle ich mir ganz anders vor.“ Er berührte vorsichtig die linke Schulter des Rüden.

„Das ist doch alles ganz großer Mist. Das hier ist die Hölle. Es war schon eine Hölle, als es mit der ganzen scheiß Technik und dem Waffendreck los ging. Es war doch von Anfang ein riesiger Haufen Müll. Wir hätten mit den Ärschen daheim bleiben sollen und würden trotzdem noch leben. Alle würden wir leben!“

Regar seufzte. „Das glaube ich nicht. Ihr seid ein wichtiger Teil unseres Lebens geworden. Du bist ein wichtiger Teil unser aller Leben. Und vergiss nicht, ein Teil von ihm lebt für immer in dir. Er hat sich geopfert, um dir das Leben zu retten. Er starb nicht sinnlos, denn er hat genau das getan, was ein Liebender tut. Er dachte nicht an sich selbst, sondern an seinen Partner. Und jetzt solltest du an dich denken und ihn in liebevoller Erinnerung behalten. In einer ehrenvollen Erinnerung. Außerdem hättest du für ihn bestimmt das Gleiche getan.“

Sirius drehte sich langsam zu Regar um, schaute ihn Tränen verschmiert an, setzte sich etwas auf und umarmte ihn plötzlich. „Bitte, halte mich fest. Halte mich einfach nur fest, damit ich weiß, dass ich lebe.“

Der Wolf umschlang ihn sanft und drückte ihn an sich. „Du bist nicht allein. Du wirst niemals allein sein, denn wir sind alle da. Ich bin da.“

Sirius umklammerte den anderen Wolf fester. „Lass mich aufstehen. Ich will diesen fremden Cyron sehen.“

„Ah ja. Der ist nicht mehr in Stasis. Kital hat ihn aus der Antibiose geholt und er sollte bei unserem Cyron und den anderen sein.“

„Ich will ihn sehen.“ Sirius' Blick war fest geworden und ließ keinen Zweifel aufkommen.

„Nun gut. Dann begleite mich.“

Beide Wölfe verließen den Raum, betraten die Ebene -7 und erreichten kurze Zeit später den Computerraum.

Als Sirius durch die Tür trat, schaute zunächst Kira auf und betroffen drein. „Hallo Sirius.“ Mehr sagte sie nicht und schaute zu Regar, welcher nur kurz nickte.

„Du weißt es also schon“, sagte sie leise.

„Ja. Und ich will diesen falschen Cyron sehen.“

„Warum? Was würde es ändern?“, fragte Chiron.

„Ich will denjenigen sehen, der den Tod meines Partners verursacht hat.“

„Hmmm..., direkt verursacht eigentlich nicht. Er wollte das in dieser Art wohl eher nicht, auch, wenn es den Eindruck macht“, versuchte Cyron, aus einer Ecke des Raumes heraus, zu schlichten.

„Bist du jetzt der echte oder der falsche?“

„Ich bin Cyron, also der richtige.“

„Wo ist der falsche?“, knurrte Sirius gereizt.

„Der sollte im Labor sein. Bei Kital und Tarja.“

„Danke. Ihr braucht mich nicht zu begleiten, ich finde den Weg dahin allein“, sagte der Wolfsrüde kurz und knapp und verließ den Raum.

Regar sah Cyron an und zuckte mit den Schultern. „Er hat es erstaunlich schnell verdaut. Merkwürdig.“

„Hmhm...“, sinnierte Cyron und schaute finster drein.

Was in diesem Moment, diesen Sekunden des Überlegens und des kurzen Dialoges nicht bemerkt wurde, war, dass Sirius sich nicht nach links wandte um den Weg zum Labor einzuschlagen, sondern nach rechts ging.

Er verschwand kurz in falscher Richtung, rannte fast im gleichen Augenblick mit einem schweren Maschinengewehr bewaffnet am Computerraum vorbei, diesmal in Richtung des Labors.

Noch ehe einer der Anwesenden reagieren konnte, überhaupt begriff was sich gerade anbahnte, war es zu spät.

Sirius hatte das Labor betreten, das Gewehr war durchgeladen und entsichert.

Er sah sich kurz um, erblickte den falschen Cyron, rannte auf ihn zu, stieß Kital zur Seite, gewahrte das Tarja sich nicht in direkter Schusslinie befand und drückte ab.

Aus dem Labor drangen panische Schreie, die schweren hämmernden Schläge der abgefeuerten Patronen, welche den langen gezogenen Lauf verließen, auf ihr Ziel trafen und den Körper des vermeintlichen Feindes in sekundenschnelle zerfetzten.

Der transdimensionale Cyron wusste nicht einmal wie ihm geschah, als er von zweiundvierzig Kugeln durchsiebt und regelrecht zerlegt wurde.

Sirius ließ den Abzugshahn los und das Gewehr fallen.

Cyron, Chiron und Stella betraten entsetzt das Labor, sahen die Verwüstung und dann in die schockstarren Mienen von Tarja und Kital.

„Das war es also. Das hattest du vor“, fand Chiron seine Stimme wieder.

Kital löste sich derweil aus ihrer Erstarrung, eilte zu dem am Boden liegenden transdimensionalen Cyron, kniete sich neben ihn. Ursprünglich hatte sie vor zu überprüfen, ob er noch am Leben sein könnte, verwarf der Plan aber, denn zu gänzlich waren die zerstörerischen Wunden. „Er ist tot, Cyron“, sagte sie trocken und verzog dabei keine Miene.

„Was denn sonst? Meinst du, dass ich auch nur eine ruhige Minute gefunden hätte, wenn der Mörder meines Partners hier frei herum läuft?“, rechtfertigte sich Sirius.

„Das war nicht nötig und vollkommen sinnlos.“

„Oh nein. Für mich war es mehr als nötig. Jetzt kann Wotan in Frieden ruhen.“

Die Kampfanthros erreichten den Rand von Sabeth und flogen weiter ins Innere des Kontinentes.

Sadral griff zum Com-Gerät. <„Sadral an Basis, Statusmeldung. Wir haben Sabeth erreicht und dringen weiter vor ins Landesinnere. Bisher alles ruhig.“>

<„Hier Andrew. Verstanden. Meldet euch, sobald ihr etwas entdeckt.“>

<„Alles klar. Ende!“>

Der Löwe drehte sich zu Tripal, welche neben ihm saß und die Gegend auf Bewegungen scannte. „Und? Schon etwas gefunden?“

Die Säbelzahntigerin schüttelte den Kopf, hob den Blick vom Monitor, schaute durch die Frontscheibe der Kanzel und überstrich die Ebene. „Nichts bisher. Nicht das geringste zu sehen. Ich würde aber vorschlagen, den Kurs etwas mehr an den Küstenstreifen anzupassen. Ich bin überzeugt davon, dass die An-lagen eher in der Nähe des Meeres zu finden sind.“

„Sicher?“

„Ich bin fast überzeugt davon. Im Landesinneren wäre es doch recht kompliziert an Wasser zu kommen. Lange Versorgungswege wären die Folge, wenn sie weiter ins Innere der Landmasse gegangen wären. Es müsste Pumpstationen und andere Zusatzbebauungen geben und die wären in ihrer Masse auffällig.“

„Da gebe ich dir Recht. Also schön.“ - <„Sadral an alle! Auffächern und eine Linie bilden, dem Küstenstreifen folgen. Sobald jemand etwas sieht, Meldung!“>

Die fünf Gleiter lösten sich aus der V-Formation, gingen in eine Linie über und setzten den Flug ohne Unterbrechung fort.

Während Kital sich wieder erhob, die anderen immer noch etwas sprachlos herumstanden und Regar die von Sirius zu Boden geworfene Waffe aufhob, kam Apophis plötzlich in den Raum gerannt. „Es ist soweit. Schnell. Kital wir brauchen deine Hilfe.“

Isis stand im Gang der Ebene -6, hielt sich seitlich auf, beobachtete jeden einzelnen schweigsam, gab keinen Ton von sich. Fast konnte man den Eindruck bekommen, dass sie jedes Wort, jede Miene, jede Geste registrierte, auswertete und für eine Speicherung vorbereitete. Sie war in der Tat wie eine altägyptische Göttin. Schweigsam, erhaben, von innerem Glanze, leicht hochmütig, verschlossen, fast schon arrogant wissend und planend. So als ob sie alles was gerade passiert, geschehen war oder noch in der Zukunft lag, schon kennen würde. Mit einem durchdringenden Blick verfolgte sie alles, einem Blick der jeden in seinem Innersten, in seiner Seele und seinem Herzen durchschauen würde.

Kira saß im Computerraum, verfolgte ebenfalls das hektische Treiben, saß wie angewurzelt und beobachtete Isis, welche scheinbar nicht bemerkt hatte, dass die kleine Luchsin sie im Blickfeld hatte. Oder hatte sie sich absichtlich so postiert? Keiner wusste es.

So löste sie sich aus ihrer Beobachtungshaltung und ging auf Kira zu. „Du hast eine Frage?“, riss sie die Luchsin aus ihren Gedanken.

„In der Tat“, begann sie und überlegte jedes ihrer Wort. „Es scheint so, als ob du alles wüsstest und alles hier wie ein großer Plan erscheint.“

„Nein. Der Eindruck täuscht. Es erscheint dir nur so, da wir mentale Fähigkeiten besitzen die weit ab von eurem Empfinden sind. Daher dachten die Menschen ursprünglich, dass wir Götter wären. Daher wollte Ramses II. später unbedingt an die Technologien. Aber da waren die Hethiter, respektive die Cherit im Weg, wenn auch weit nach unserem eigenen Verschwinden.“

„Ja, ihr habt quasi den Staffelstab nur weitergereicht und die Cherit ohne es zu ahnen diesen übernommen.“

„Genau! Unser Wissen umfasst einen großen Teil unseres eigenen Universums und des euren gleich mit. Aufgrund unserer Technik sind wir in der Lage uns sehr frei zu bewegen, ob wir das tun, ist am Ende allerdings unsere Entscheidung. Wenn wir wirklich so berechnend wären und wir uns als Götter aufspielen wollten, warum sind wir seit Jahrmillionen im Asteroidengürtel des irdischen Solarsystems so sehr darauf bedacht nicht entdeckt zu werden? Warum erscheinen wir nicht einfach auf der Erdoberfläche und beanspruchen den Planeten?“

„Weil ihr es nicht wollt“, kam kurz und knapp Kiras Antwort.

„Richtig! Die Menschheit hat sich nicht immer in die richtige Richtung entwickelt, sehr häufig in eine Richtung, die ein Gott oder mehrere Götter nicht gut geheißen hätten. Aber sie müssen halt aus Fehlern lernen und wenn die Fehler zu gravierend sind, halt dafür bluten oder sogar untergehen. Selbst da werden wir nicht eingreifen.“

„Moment mal, ihr greift jetzt aber ein.“

„Ja, weil es kein Fehler der Menschen ist, der gerade geschieht oder sich noch ereignen wird. Es ist eine weit zurückliegende Sache, die korrigiert werden muss. Andere sollten für die eigenen Fehler nicht in Mitleidenschaft gezogen werden, vor allem, wenn diese nicht mal wissen, um was es überhaupt geht.“

„Aber ihr wollt doch auf der Erde landen oder irre ich mich.“

„Nicht unbedingt. Der Plan A sagt, dass wir alles tun werden, dass die Menschheit so wenig von uns mitbekommt wie es geht. Klar wird sich nicht verhindern lassen, dass es gewisse, sagen wir mal, Kreise, es sehen und spüren werden. Dahingehend müssen wir Kontakte aufbauen, aber dabei bleibt es auch. Es geht darum alles so klein wie möglich zu halten und alles weit genug von der Erde entfernt zu erledigen. Lediglich die Schiffsreste der Abtrünnigen unter der Antarktis müssen untersucht werden. Aber auch das geht sehr unauffällig.“

„Wenn du das sagst, dann glaube ich dir das gerne. Aber was ist, wenn es sich nicht verhindern lässt?“

„Dann gibt es Plan B.“

„Und der wäre?“

„Das weiß ich, wenn es soweit ist. Ein kleiner Vorgeschmack ist ja schon mal die frühzeitige Entsendung der Ra-em in den Asteroidengürtel. Alles andere ergibt sich aus der Situation.“

Andrew entglitten die Gesichtszüge. „Das heißt, es gibt keinen wirklichen Plan B?“

„Nö“, entglitt es Isis ganz salopp.

Die Kampfanthros hatten es in den vergangenen dreißig Minuten geschafft so-weit ins Innere von Sabeth vorzudringen, dass sich die anfänglichen Gefilde, bestehend aus feinkörnigem Sand und vereinzelten Gesteinsbrocken, nach und nach änderten und immer mehr grün die Farbskala bestimmte.

„Sehr hübsch hier“, meldete sich Cepheus aus der hintersten Reihe des Gleiters.

„Ach ja? Ich möchte hier nicht begraben sein“, entgegnete Ionos.

„Mal den Teufel nicht an die Wand. Wer weiß was wir finden.“ Adrianos wirkte sehr nachdenklich.

„Nichts, bisher gar nichts“, warf Tripal dazwischen und schüttelte den Kopf.

Sadral war dank dieser Aussage nicht gerade erfreut. „Wir müssten schon längst etwas sehen oder zumindest auf dem Radar haben.“

„Ich sagte doch. Da ist nichts. Entweder ist da wirklich nichts oder es will mit aller Gewalt verhindern gefunden zu werden.“

„Ich hoffe, dass es Ersteres ist, denn an die Konsequenzen des zweiten Teils will ich gar nicht denken.“

„Du bist und bleibst ein Pessimist.“

„Nein, ich bin nur sehr realistisch in meinen Ansichten.“

„Ach? Ist mir noch gar nicht aufgefallen“, witzelte die Säbelzahntigerin, schaute auf den Monitor und stutzte. „Moment. Da war gerade was.“

„Was?“

„Ich weiß es nicht. Eben war es noch da.“

„Mach mich nicht fertig. Sag, was es war.“

„Es war ein Echo, aber nur ganz kurz... jetzt, da ist es wieder... und wieder weg.“

„Okay, da ist etwas.“

„Ja, definitiv. Jetzt ist wieder da.... und weg.“

Plötzlich schien den Gleiter etwas gepackt zu haben. Er wurde durch geschüttelt, tuschierte kurz den Boden, wurde wieder angehoben. Nach zehn Sekunden war der Spuk vorbei. Alle Gleiter hatten die unfreiwillige Behandlung überstanden, waren unbeschadet, ebenso die Besatzungen.

Antares fiel es als erstem auf. <„Hier stimmt was nicht“>, rief der Wolf über den Funkkanal. <„Seht euch mal die Farben an und den Horizont.“>

„Bei allen Göttern“, entglitt es Tripal. „Ich glaube er hat recht.“ Sie schaute auf den Monitor und riss die Augen auf. „Wir haben einen Kontakt. Entfernung acht Kilometer. Es handelt sich um ein Gebäude, ein Portal, keine Ahnung, es ist auf jeden Fall riesig.“

<„Ja, bleib ruhig. Wir haben es auf dem Schirm. Flug fortsetzen und nicht irritieren lassen. Wir haben jetzt ein deutliches Ziel.“> Der Löwe schaute Tripal an. „Das Warten hat ein Ende.“

„Ich schlage vor zu landen und den Rest per Pfote zurückzulegen. Mit den Gleitern sind wir ein zu gutes und kompaktes Ziel“, riet Cepheus an.

„Sehr gute Idee“, erwiderte Sadral. <„An alle! Wir landen jetzt und marschieren danach aufgesplittet weiter. Cepheus gab gerade zu bedenken, dass wir sonst ein leichtes Ziel wären.“>

<„Verstanden! Wir landen.“>

Wenig später waren sechzehn Anthros ihren Gleitern entstiegen und hatten sich versammelt.

„Gut!“, begann Sadral. „Einsatzbesprechung. - Wir teilen uns in zwei V-Keilen auf. Ich übernehme die Spitze der rechten Flanke und Sabik die linke.

Tripal läuft zwischen uns. Menkalina, Cepheus, Sadr, Gienah, Ionos; ihr fünf bleibt bei mir. Die anderen verteilen sich auf die linke Flanke und halten mittig Tripal den Arsch sauber. Haben das alle verstanden?“

Einhelliges Gemurmel und Nicken.

„Klasse! Auf geht es!“

Der Horizont und die Farben hatten sich nicht nur geändert, selbst die Struktur der Vegetation schien nicht mehr die selbe.

War die Farbe grün vorher präsent, aber nicht dominant, so war sie jetzt geradezu übermächtig, schien einen zu verschlingen. Die Farben schienen überzogen und extrem unnatürlich. Der Horizont war blutrot, wo er zuvor eher blass erschien.

„Egal wo wir sind, es ist immer noch Sabeth“, flüsterte Sabik vor sich hin.

„Was murmelst du da vor dich hin?“, grollte Gandar, welcher relativ dicht neben ihm lief.

Der Königsgepard schaute den Serval irritiert an. „Nichts, nichts. Ich war nur in Gedanken versunken.“

„Egal was du gedacht hast, ich gebe dir recht. Es mag zwar Sabeth sein, aber alles ist falsch.“

Mit einem Schlag stockte die Truppe. Tripal war abrupt stehen geblieben, zog ihren Bewegungsscanner und aktivierte ihn. „Da bewegt sich etwas.“

Unruhe kam in die Reihen und vergessen war Sadrals Order. Alle versammelten sich um die Säbelzahntigerin.

„Okay. Alle Waffen in Anschlag. Wir haben einen Bewegungskontakt und sind wahrscheinlich schon bemerkt worden.“ Sadral zeigte auf Schedir und Cronos, dann nach vorne. Löwe und Wolf übernahmen die Spitze. Cepheus und Gienah verstanden ungefragt worauf ihr Staffelführer anspielte und flankierten die beiden augenblicklich. Der Rest verteilte sich weiträumig. Der Marsch ging weiter, aber dabei blieb es nicht.

Nur wenige Schritte taten sie noch in dieser Formation, nur wenige Schritte die sie zwischen Ordnung und Chaos trennten, denn in die Stille hinein hörte man ein Raunen und dann ein kurzes Auffauchen. Was immer es gewesen sein mag, es war nichts zu sehen, nichts zu orten. Nur diese kurzen Geräusche, dann ward Stille. Die Anthros sahen sich um, sicherten sich nach allen Richtungen ab, aber es gab nichts zu sehen. Tripals Bewegungsscanner, welcher zwischenzeitlich wider geschwiegen hatte, begann laut und sehr nachdrücklich zu piepsen.

„Was ist?“, rief Sadral.

„Bewegungskontakt auf neun Uhr und kommt schnell näher.“

„Alles runter und die Waffen in Anschlag.“

Doch es war zu spät. Der Kontakt, den die Säbelzahntigerin eben gerade noch registriert und angekündigt hatte, zeigte sich in einer Form die keiner vorhersehen konnte.

Während die Truppe sich zu Boden warf, schoss etwas heran, hatte nachdem es bemerkt wurde extrem beschleunigt, erreichte die Kampfanthros augenblicklich und durchschlug den Körper von Gandar.

Der Serval stand wie angewurzelt da, rührte sich nicht mehr. Dann sah er langsam an sich herunter, sah wie Blut quer über seinen Unterleib aus einer kaum sichtbaren Riefe lief. Sadral und Schedir drehten sich, am Boden liegend, zu ihm um.

Das Letzte was Gandar von sich gab, war ein ersticktes Gurgeln, dann fiel sein Kopf zu Boden, war vom Hals abgetrennt, ebenso glitten Torso und Unterleib seitlich voneinander ab und gingen wie gefällt einzeln zu Boden.

Die beiden Löwen, die dies mit ansahen, schrien entsetzt auf, konnten ihren Blick nicht von den noch zuckenden Armen und Beinen des gefallenen Kameraden lösen, sahen gelähmt wie das Blut in Bächen das saftige grün des Bodens rot tränkte, waren gefangen in einem blutgierigen Albtraum.

„Scheiße! Was war das?“, schrie Antares. Seine Stimme überschlug sich und verkündete seine aufkommende Panik.

„Egal was es war. Es taucht auf den Scannern auf, aber ist so schnell, dass wir kaum reagieren können“, entgegnete Cassan.

Sadral riss sich aus seiner Erstarrung und atmete tief durch. „Das darf doch alles nicht wahr sein“, brüllte er schließlich. „Tripal! Wie weit ist es noch zu diesem Gebäude?“

„Nicht mehr weit. Etwa tausend Meter.“

„Sehr gut, dann kriechen wir da hin und hoffen, dass wir es erreichen.“

Dicht an den Boden gedrückt, rückten die verbliebenen fünfzehn Anthros weiter vor, kamen dem Gebäude nur sehr langsam näher.

Als ob das nicht schon alles gereicht hätte, hörte man wieder dieses kurze Auffauchen. Sie hielten inne, hielten den Atem an, aber außer einem leisen metallischen Geräusches blieb es ruhig.

„Okay, weiter! Bleibt dicht am Boden“, ordnete Sadral an.

Als sie sich wieder in Bewegung setzten, rief Deinos etwas. Es war wirr und zunächst unverständlich. Als sich jedoch alle zu ihm umdrehten, setzte sich der Albtraum fort, wurde zur schieren Unendlichkeit.

Als der Stier, zusammen mit den anderen weiterkriechen wollte, spürte er, dass er seine Beine nicht mehr bewegen konnte, kroch ein gutes Stück weiter, drehte sich in der Bewegung zur Seite und sah den Grund dafür. Das unbekannte Etwas, welches zuvor Gandar zerteilte, hatte in ihm sein nächstes Opfer gefunden. Deinos hatte seinen Unterleib verloren und nur mit der Kraft seiner Arme seinen Torso weiter vorwärtsbewegt. Ihm schwanden die Sinne und der schlagartige Blutverlust nahm ihm das Leben. Tot sackte sein Oberkörper zu Boden.

„Sprung auf! Marsch, Marsch! Bewegt eure Ärsche! Das war ein Befehl!“

Die Truppe rannte kopflos, hierbei nur im übertragenen Sinne, auf das vermeintliche Gebäude zu. Keiner drehte sich um, keiner war interessiert an einer Absicherung. Nur weg hier, rein in ein Gebäude, welches in greifbarer Nähe war und doch so fern.

Schon hörte man wieder ein Auffauchen und Sekunden später wiederholte sich dieses unheilvolle Geräusch aufs neuerliche.

Während alle um ihr Leben rannten und wie bereits erwähnt, nur noch chaotisch und planlos wirkten, nahmen zwei Soldaten der Kampfanthro-Gruppe das Wort kopflos leider wortwörtlich.

Unter einem kurzen Aufschrei verloren Sabik und Sheat den selbigen, flogen im Rennen der Kopf eines Schakals und eines Königsgeparden meterweit durch die Luft, spritzte das Blut aus den geöffneten Halsschlagadern, rannten die hirnlos gewordenen Körper noch mehrere Meter weit und brachen dann leblos zusammen.

Der verbliebene Rest der Gruppe erreichte das Gebäude, rannte hinein und warf sich zu Boden. Minuten verstrichen und es blieb ruhig.

„Durchzählen!“, schrie Sadral.

Nacheinander meldeten sich Menkalina, Sadr, Cepheus, Gienah, Ionos, Cassan, Tripal, Adrianos, Cronos, Antares und Schedir.

„Verdammt! Sabik und Scheat sind auch draußen geblieben“, seufzte Sadral bestürzt.

„Ich hoffe nur, dass die äußere Verteidigung der schwerste Schild war und es jetzt leichter wird. Wenn nicht, dann sehe ich für uns alle schwarz“, raunte Antares.

„Nur Mut, Wolfsrüde“, versuchte Adrianos etwas aufzumuntern. „Schlimmer kann es kaum noch werden.“

Menkalina erhob sich langsam und sah sich um. „Egal wo wir sind. Es ist ein massives Gebäude und wenn ich es recht sehe, dann gibt es da hinten“, sie zeigte einen schmalen Gang hinunter, „eine Art Zugang.“

„Ausgezeichnet oder vielmehr, alles Mist“, entfuhr es Sadr.

„Auf geht’s, wir haben einen Auftrag. Lasst uns den verdammten Rechner finden und die Daten holen.“ Sadral winkte kurz in die Runde und marschierte voraus.

Tage, Wochen und Monate waren vergangen. Jody Thorns Babybauch war seit längerem nicht mehr zu übersehen.

Finlay kümmerte sich intensiv um ihre Gesundheit und untersuchte sie wöchentlich. Die Werte waren alle im normalen Bereich und Jody ging es erstaunlich gut, fühlte sich durch ihre Schwangerschaft in keinster Weise beeinträchtigt.

Apophis lag mit ihr zusammen auf dem Bett, hatte sie in seine Arme geschlossen und beide kuschelten miteinander. Er streichelte ihr über den Bauch. „Das scheint ja eine ganz liebe und brave zu sein“, flüsterte er Jody ins Ohr.

„Bis jetzt ja, aber das wird sich wohl bald ändern. Finlay rechnet jetzt in Tagen, statt in Wochen.“

„Hmmm... irgendwie wird es auch langsam Zeit.“

„Sie muss sich halt erstmal noch hübsch machen für uns.“

Der Säbelzahnkater lachte auf. „Sie wird eh hübsch, denn sie kommt nach ihrer Mutter.“

„Oller Schleimer. Immerhin bist du ja nicht ganz unschuldig.“

„Ich? Na ja, irgendwie hattest du es ja drauf angelegt.“

„Das stimmt, aber du hast auch nicht gerade nein gesagt.“ Sie zwinkerte ihm zu und lächelte.

Plötzlich schrie Jody auf, eine Wehe hatte sie erfasst. Sie griff nach Apophis Hand, welcher sie kurz drückte und dann aufsprang, aus dem Raum rannte und in das Labor. „Es ist soweit, schnell. Wir brauchen Hilfe! Kital, schnell. Jody bekommt unser Kind.“

Er bemerkte in seiner Hektik nicht, dass der fremde Cyron tot am Boden lag, dass Sirius, sich keiner Schuld bewusst, mitten im Raum stand und das Regar ein schweres Maschinengewehr in den Händen hielt.

Die Worte Apophis' drangen zwar an ihr Ohr, aber sie reagierte zunächst nicht. Als der Säbelzahntiger deutlicher forderte, kam sie aus ihrer Erstarrung zurück, sah ihn an und deutete an, dass sie ihm folgen würde.

Als beide bei Jody ankamen war es schon vorbei. Sie hatte ihr Kind ohne über-flüssige Schmerzen und unkompliziert zur Welt gebracht.

Sirius saß schmollend in einer Ecke des Computerraumes. Cyron und Chiron hatten ihn, nach seinem todesengelgleichen Ausbruch, in seine Schranken verwiesen und ihn einstweilen in eine Ecke gesetzt.

„Was soll daran falsch gewesen sein? Wir alle hätten sterben können oder ist euch das entgangen?“, knurrte er.

„Nein, das ist uns nicht entfallen, aber die Art und Weise im Nachgang ein Problem zu lösen war nicht gerade die richtige“, mahnte Chiron mit erhobenem Zeigefinger.

„Irgendwie habe ich das Gefühl, dass hier immer die gleichen das sagen haben, aber, wenn es um Entscheidungen geht, hadern, es auf die lange Bank schieben und die Taten müssen andere ausführen.“

„Ich nehme das jetzt mal als Kritik an und halte dagegen. Wir bewahren wenigstens einen kühlen Kopf, wenn wir dich als Anführer hätten, dann wäre wahrscheinlich schon die Hälfte von uns tot.“

„Ach ja?“

„Ja! Mit dieser Haudrauf- und Schlagzu-Mentalität kommen wir nicht weiter.“

„Da gebe ich Chiron Recht“, mischte sich Shana ein. „Das gleiche Problem haben wir auf der Erde auch. Die einen haben das Sagen und kommen nicht voran, weil die Taten fehlen. Die anderen haben nicht das Sagen, aber lassen Ta-ten folgen, welche dann wiederum Taten zur Folge haben. Am Ende ist es keiner gewesen und sucht die Schuld beim anderen. Ein ewiger Kreislauf.“

Der Tigerkater nickte und Sirius lehnte sich zurück, wiegte den Kopf leicht hin und her.

„Apropos Erde“, sagte Kira plötzlich. „Wo ist eigentlich Syrgon? Ich meine, die Ra-em bricht demnächst zur Erde auf, Drekal ist der Captain und Syrgon weiß scheinbar nichts davon.“

„Ups!“, entfuhr es Cyron. „Ich gehe ihn mal suchen. Er sollte irgendwo hier in der Nähe sein.“ Der Tiger verließ den Raum und machte sich auf den Weg durch die Ebenen um ihn zu finden.

Auf Cyndra liefen die Umrüstarbeiten auf vollen Touren. Die erste Fähre hatte die genesenen Besatzungsmitglieder der Re-harachte, Horem-hab und Nephtys erfolgreich abgeliefert und befand sich auf dem Rückweg nach Genro.

„Wie sieht es aus? Wie lange braucht ihr noch für die linken Waffenphalanxen?“, fragte Melina, an Sachmet gewandt.

„Die erste ist schon montiert, die Vernetzung läuft gerade. Die anderen vier sind in der Vorbereitung. Auf der rechten Seite sollten die Kombinationsgeschütze in drei Wochen fertig sein.“

„Das hört sich gut an. Um was für Geschütze handelt es sich denn genau?“

„Jede Geschützbatterie umfasst zehn Einzelgeschütze. Zwei normale Hochenergielaser, zwei Impulslaser, zwei zentrierte Subraumplasmageschütze und vier Gravitonenhochleistungskanonen.“

„Das hört sich mächtig an.“

„Sehr gute Standardbewaffnung und für die vor uns liegenden Aufgaben ausreichend.“

Im gleichen Moment hörte man entfernt ein lautes Poltern, gefolgt von einigen unanständigen Flüchen und dem lauten Ruf: „Nichts passiert!“

Melina sah Sachmet entschuldigend an und zuckte mit den Schultern.

Der Techniker, welcher schon auf Genro Probleme mit dem Aus- und Einbau der Türen zu Stasisraum und Labor auf Ebene -6 hatte, war scheinbar wieder voll in seinem Element angekommen, wenn auch an anderer Stelle. Wie dem auch sei, so konnte er jetzt möglichst effizienteren Schaden anrichten.

Auf der Ra-em liefen derweil die Vorbereitungen für den Abflug auf vollen Touren, auf allen Stationen und Decks herrschte Hochbetrieb, Drekal saß in ihrem Captainsessel und Sitral stand an der Com-Konsole.

„Captain! Eine unserer Landefähren bittet um Landeerlaubnis.“

„Sie sollen auf Hangar drei landen. Wer ist an Bord?“

„Colras, Cernos, Surat, Callisto sowie Parais und Tristan und auch Selestral.“

„Ausgezeichnet. Aber wo ist Syrgon?“

„Keine Aussage zu seinem Verbleib.“

Die Wölfin schaute missmutig drein. „Der soll seinen Hintern hoch bewegen. Ruf die Station auf Genro. Die sollen eine zweite Fähre starten und die Menschen einladen. Und bringt mir meinen verdammten Wolfsrüden mit.“

„Aye, Captain!“ Die Schneeleopardin gab die Order des Captains weiter.

„Drekal, die Station hat mitgeteilt das Cyron auf der Suche nach Syrgon ist.“

„Na wenigstens einer der da unten mitdenkt.“ Sie ließ sich zurückfallen und grummelte zufrieden.

Die Kampfanthros bewegten sich mehr als vorsichtig den schmalen Gang hin-unter, registrierten jedes Geräusch und jede Abweichung, untersuchten extrem genau jedes Detail. Noch waren sie zu zwölft und das wollten sie auch bleiben.

Und es sollte auch so bleiben, denn unbehelligt erreichten sie das Ende des Ganges und schauten nach unten.

„Ah! Eine Treppe. Wo die wohl hinführt?“, fragte Gienah beiläufig.

„Sie führt nach unten“, kam von Adrianos die logische Antwort.

„Sehr lustig. Nach oben geht es auch nicht.“

„Was fragst du dann?“

„Das war rein rhetorisch, du komischer Kater.“

„Ich bitte dich. Die Frage war, so wie eben jene in einem Aufzug, der im untersten Geschoss angekommen ist, nur noch nach oben fahren kann, man einsteigt, schon jemand drin steht und derjenige fragt: Wollen sie auch nach oben?“

„Dann antworte ich lieb und nett, wie ich nun einmal bin: Nein, ich möchte nach rechts.“

„Ja, genauso so bist du drauf und dann wundern, wenn das Mörderzickengeschrei losgeht.“

„Ich beiße dich gleich.“

„Oh gerne. Darauf warte ich schon lange, aber jetzt gerade wäre es nicht angebracht.“

Cepheus verdrehte die Augen. „Hallo? Wenn ihr scharf aufeinander seid, dann klärt die Details bitte später. Hier ist nicht der richtige Ort und nicht die richtige Zeit.“

Die beiden Angesprochenen schauten den Pumakater schief an, dann sich in die Augen, zwinkerten und nickten schließlich zustimmend.

„Sehr verbunden. Und jetzt lasst uns gefälligst weiter machen. Die Treppe führt nach unten, weil sie nicht nach oben führen kann.“

Sadral wurde es etwas zu komisch und er ging dazwischen. „Tripal!“, rief er energisch, „Scanner!“

„Keine Aktivitäten im Moment. Und hoffentlich bleibt das so“, kam die Antwort.

„Werden wir dann sehen. Folgt mir.“

Der Löwe stieg als erster die Stufen hinab. Es handelte sich um eine weitläufig gewundene Wendeltreppe, welche irgendwo im Dunkel endete.

Nach dem spurlosen Verschwinden des Forschungsraumers, folgten wochen-lange Diskussionen und Schuldzuweisungen.

Cruncher war mehr als stinksauer und hatte seine Wut an seinem leitenden Flugüberwachungsassistenten ausgelassen.

Der gebürtige Russe, namens Alexej Barnowski, wehrte sich mit schönstem russischen Akzent gegen jede Schuld.

„Ich will wissen was passiert ist“, forderte Cruncher ihn zur Stellungnahme.

„Ih weis ees auh njieht.“

„Sie müssen doch etwas registriert haben, verdammt noch mal.“

„Ih weis nurr, das ees einen chellen Lihtblietz gab und das Chieff aanschlissend verchwunden warr.“

„Was aber war davor?“

„Ees gab ein chtatihes Gerrjeuh, dann ein chrilles Pfeifeen. Derr Lihtblietz kam erst danah.“

„Soweit zur Abfolge der Geschehnisse, aber was war die Ursache?“

„Die Fragee kann ih leider njieht beantworten.“

„Ich glaube, ich gehe ins Irrenhaus.“ Cruncher war verzweifelt.

„Die Entheidung obliegt ihnen.“

Der Milliardär fühlte sich gerade irgendwie verarscht und schaute seinen Mitarbeiter finster an. „Geh' wieder an deine Position und versuche alle verfügbaren Daten zu filtern. Ich will jedes Detail, egal wie unauffällig es ist. Es kann nicht sein, dass das schon das Ende ist bevor es überhaupt anfing.“

„Ih chofee, das ih iem Campjutrrsysstemm noh etwas finde.“ Barnowski erhob sich, verneigte sich kurz und verließ den Raum.

Cruncher schlug auf die Tischplatte.

Jahre der Vorbereitung, Millionen von Dollar und alles umsonst. Eine zweite Mission in dieser Form wäre undenkbar, zumindest dürfte es nicht so unauffällig vonstatten gehen wie er es wollte.

Auf der Kampfinsel Byblon war das plötzliche Verschwinden des Raumers auch nicht unbemerkt geblieben und die Administration umgehend informiert worden. Osiris schaute auf die Monitore, die holografischen Projektionen der temporären Taktik innerhalb des Asteroidengürtels, schüttelte den Kopf, schlug auf den Tisch und wünschte die ganze Mission in diesem System zum Teufel.

„Verdammt! Das hat mir gerade noch alles gefehlt“, sinnierte er lautstark und ließ sich im Sitz zurückfallen, verschränkte die Arme vor der Brust und brütete vor sich hin. Nebenbei schaute er auf einen kleineren Monitor und verfolgte die verschiedensten Nachrichtenprogramme der Erde, welche ihm Aufschluss darüber gaben, dass die Allgemeinheit ihrem Tagwerk nachging und keiner auch nur ansatzweise ahnte, was sich hier draußen wirklich abspielte.

'Wenn ich diesen kleinkarierten Mist auf der Erde sehe, frage ich mich ernsthaft, was wir hier machen', dachte er und schüttelte wieder den Kopf.

Auf Sabeth waren die Kampfanthros die Wendeltreppe ohne Zwischenfälle hinabgestiegen und an deren Ende angekommen.

„Soweit so gut“, flüsterte Tripal.

„Bewegungen?“, fragte Sadral knapp.

Die Säbelzahntigerin schüttelte den Kopf.

„Wenigstens etwas. Cassan, schau mal auf den Lageplan und finde heraus wo wir hin müssen. Irgendwo muss ein größerer Raum, eine Halle oder etwas vergleichbares sein. Etwas in das ein Computerkern passt.“

Der angesprochene Löwe nickte und schaute auf seinen Tablet. „Den Gang runter und an der Gabelung nach links. Wenn nichts dazwischen kommt, sollten wir einen Weg von fünfzehn Minuten vor uns haben.“

„Was liegt rechts der Gabelung?“

„Eine große Kammer. Der Inhalt, wenn es ihn denn gibt, ist unbekannt.“